ALFACALCIDOL AL 0,25 Mikrogramm Weichkapseln
33,78 €
Sofort lieferbar
Rezeptpflichtiges Arzneimittel
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. So funktioniert die Rezept-Einlösung:
- Bestellen Sie das Medikament ganz einfach online
- Unser Kurier holt Ihr Rezept bei der Lieferung ab
- Ihre Apotheke löst das Rezept für Sie ein
Pharmazeutische Informationen
Weichkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18650589
- Darreichungsform:
- Weichkapseln (Kapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Marke:
- ALFACALCIDOL
- Hersteller:
- ALIUD Pharma GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel im Ganzen mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Das Arzneimittel darf nicht zerkaut oder zerkleinert werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es zu erhöhten Kalziumwerten im Blut mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgespanntheit, gesteigerter Harnausscheidung, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Für Kinder unter 6 Jahren und unter 20kg Körpergewicht stehen Arzneimittel in anderen Darreichungsformen zur Verfügung.
Für Kinder ab 6 Jahren und unter 20kg Körpergewicht wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Alle Indikationen-Anfangsdosis:
Anwendungsgebiete
- Behandlung von Vitamin D-Stoffwechselstörungen, wie
- Störung des Mineral- und Knochenstoffwechsels bei chronischer Nierenerkrankung (renale Osteopathie)
- Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus)
- Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus)
- Rachitis und Knochenerweichung (Osteomalazie)
- Vitamin-D-resistente Knochenerweichung (Osteomalazie) und Rachitis
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder über 20 kg Körpergewicht, Einzeldosis: 4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Personenkreis: Ältere Patienten, Einzeldosis: 2 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen Vitamin-D-Abkömmling, der zur Behandlung des Vitamin D-Stoffwechsels bzw. von Störungen des Kalzium-Haushaltes eingesetzt wird.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Erhöhte Kalziumwerte
- Zu hoher Phosphatgehalt im Blut
- Magen-Darm-Beschwerden
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Erbrechen
- Verstopfung
- Übelkeit
- Muskelschmerzen
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Nierenversagen (akut)
- Nierensteine
- Kalkablagerungen in der Niere
- Erschöpfung
- Schwäche
- Unwohlsein
- Ablagerung von Kalzium in den Organen (Kalzinose)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Erhöhte Kalziumwerte
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Nierensteine
- Kalkablagerungen in der Niere
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 20 kg Körpergewicht: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Vitamin-D-Mangel
Was ist das? - Definition Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist und dadurch gesundheitliche Störungen entstehen, insbesondere an den Knochen. Diese werden nicht mehr ausreichend mineralisiert und können weich werden. Bei Kindern kann dies zu Rachitis, bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen. Eine unzureichende Versorgung hingegen beschreibt erniedrigte Vitamin-D-Spiegel ohne bereits ausgeprägte Krankheitszeichen.
Krankheitsbild
Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Muskelfunktion. Es fördert die Calciumaufnahme im Darm und fördert die Härtung der Knochen. Der Körper bildet Vitamin D vor allem selbst mithilfe des Sonnenlichts. Zu einem geringen Maß trägt auch die Ernährung zur Versorgung bei.
Von einer unzureichenden Versorgung spricht man, wenn die Vitamin-D-Spiegel im Körper zwar unter dem empfohlenen Bereich liegen, aber noch keine eindeutigen Krankheitszeichen auftreten. In Deutschland betrifft das einen großen Teil der Bevölkerung. Rund 15 Prozent der Bevölkerung zeigen Vitamin-D-Spiegel, bei denen ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel besteht. Ein Vitamin-D-Mangel hingegen liegt vor, wenn die Versorgung so niedrig ist, dass es zu gesundheitlichen Störungen kommt. Besonders betroffen sind die Knochen. Bei Kindern kann ein ausgeprägter Mangel zur Rachitis führen. Hier werden die Wachstumsfugen und Knochen nicht ausreichend mineralisiert. Bei Erwachsenen kommt es einer sogenannten Osteomalazie, bei der die Knochen nicht ausreichend mineralisiert sind. Bei beiden Krankheiten werden die Knochen weich und verformen leichter.
Symptome/Verlauf
Eine unzureichende Versorgung bleibt oft lange unbemerkt. Es können unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder Muskelschwäche auftreten, die aber nicht eindeutig zugeordnet werden können. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel entwickelt sich meist schleichend. Bei Kindern entsteht mitunter eine Rachitis. Der Mangel zeigt sich unter anderem durch Wachstumsstörungen, Verformungen der Knochen, eine verzögerte Bewegungsentwicklung oder Krampfanfälle. Bei Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel zu Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche und schneller Erschöpfung führen. Mögliches Krankheitsbild ist die Osteomalazie. Vitamin-D-Mangel kann außerdem, gerade bei älteren Menschen, Knochenschwund (Osteoporose) begünstigen.
Folgen/Komplikationen
Bleibt ein Vitamin-D-Mangel unbehandelt, kann die Knochenstruktur dauerhaft geschädigt werden. Bei Kindern entstehen durch Rachitis Fehlstellungen wie verbogene Beine oder Veränderungen am Skelett. Bei Erwachsenen kommt es bei Osteomalazie zu einer Knochenerweichung, wodurch die Knochen leichter brechen können.
Auch eine längerfristige unzureichende Versorgung kann die Knochengesundheit beeinträchtigen, da das volle präventive Potenzial von Vitamin D nicht ausgeschöpft wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die wichtigste Ursache für einen Vitamin-D-Mangel ist eine zu geringe Bildung von Vitamin D in der Haut durch Sonnenlicht. Im Sommer kann der Mensch hierzulande in der Regel genug Vitamin D bilden. Dazu reicht es, Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen, abhängig vom Hauttyp und ohne Sonnenbrand zu riskieren. Im Winter reicht die UV-Strahlung in Deutschland nicht zur Vitamin-D-Versorgung aus. Gut gefüllte Speicher können aber dazu beitragen, dass kein Mangel entsteht. Erkrankungen, die die Aufnahme oder den Stoffwechsel von Vitamin D beeinträchtigen, können ebenfalls Ursache für einen Vitamin-D-Mangel sein.
Manche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet einen Vitamin-D-Mangel zu bekommen. Dazu gehören:
- Ältere Menschen, da bei ihnen die Vitamin-Produktion in der Haut nicht mehr so gut funktioniert.
- Menschen, die sich aufgrund von Krankheit oder Lebensstil kaum draußen aufhalten.
- Menschen, die zum Beispiel aus religiösen Gründen ihren ganzen Körper bedecken.
- Dunkelhäutige Menschen, die aufgrund der Pigmentierung der Haut mehr UV-Strahlung benötigen, um ausreichend Vitamin D zu bilden.
- Säuglinge, deren Haut sehr gut vor UV-Strahlung geschützt werden muss.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Der Arzt klärt bei Verdacht auf einen Mangel die Vitamin-D-Werte im Blut ab und entscheidet, ob eine Behandlung notwendig ist. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann eine gezielte Gabe von Vitamin-D-Präparaten erfolgen, um die Versorgung wieder zu normalisieren.
Das kann man selbst tun: Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sollte man darauf achten, sich in den Sommermonaten ausreichend im Freien aufzuhalten. Die Haut bildet ausreichend Vitamin D, wenn Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne ausgesetzt sind. Auch manche Lebensmittel können die Versorgung mit Vitamin D unterstützen. Dazu gehören fette Seefische wie Hering, Makrele oder Lachs sowie beispielsweise Speisepilze.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, (2005) - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher ihr Name. Sie produziert für die Steuerung des Stoffwechsels wichtige Hormone, und das unter Kontrolle des Gehirns. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann es zu einer Überproduktion an Schilddrüsenhormon kommen, mit deutlichen Folgen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse produziert Hormone, die für die Steuerung des Stoffwechsels absolut unentbehrlich sind. Das Tetrajodthyronin, kurz T4, gilt dabei eher als Speicherform, stärker wirksam ist das Trijodthyronin, kurz T3. Es treibt den Stoffwechsel an wie ein Gaspedal einen Motor. Wird jedoch zu viel Schilddrüsenhormon gebildet, "überdreht" der Stoffwechsel.
Normalerweise kontrolliert das Gehirn die Produktion von Schilddrüsenhormonen sehr zuverlässig. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormon entwickeln. Oder die Schilddrüse wird durch fälschlich gebildete Antikörper ständig zu einer überhöhten Hormonproduktion angetrieben.
Das Zuviel an Schilddrüsenhormon kann zu einer ganzen Reihe von Beschwerden führen, bedingt beispielsweise durch Veränderungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, oder durch Einfluss auf die Muskulatur, das Gehirn, das Herz oder die Sexualfunktion.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann unter anderem im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) auftreten, bei der womöglich schon die Volumenzunahme der Drüse Beschwerden verursacht. So können Betroffene beispielsweise das Gefühl haben, als würde ein Kloß im Hals drücken.
Die manifeste, also offenkundige Überfunktion der Schilddrüse mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirkt sehr unterschiedliche Beschwerden, so unter anderem:
- Herzrasen
- vermehrtes Schwitzen
- Zittern
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Gewichtsverlust
- Appetitsteigerung
- Kurzatmigkeit
- rasche Ermüdbarkeit
- Zyklusstörungen bei Frauen
Je nach Ursache und Ausprägung der Schilddrüsenüberfunktion können die Symptome mal mehr, mal weniger stark sein. Sie müssen auch nicht zwingend alle auftreten. Mitunter spüren Betroffene zunächst keine Beschwerden und nur Veränderungen bei Schilddrüsenwerten im Blut deuten auf eine Überfunktion hin (latente Schilddrüsenüberfunktion). Erst mit der Zeit können dann vermehrt spürbare Probleme entstehen.
Folgen/Komplikationen
Ohne ausreichende Behandlung kann eine Schilddrüsenüberfunktion auf Dauer erhebliche Gesundheitsprobleme bewirken. Möglich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Herzschwäche, ebenso kann es zu beschleunigtem Knochenabbau kommen, zu einer Osteoporose.
Sehr selten zeigen sich bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormon bedrohliche Störungen in Form einer sogenannten thyreotoxischen Krise. Es treten dann akut Symptome wie Krampfanfälle, Erbrechen und Durchfall, Bewusstseinseintrübungen, Herzrasen und Fieber auf. Die thyreotoxische Krise muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Führt die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow zur Überfunktion der Schilddrüse, können auch Augenveränderungen auftreten. Die Augen treten möglicherweise hervor, die Lider schließen nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken, lichtempfindlich, das Sehen ist beeinträchtigt. Es kann zu Entzündungen, Doppelbildern, Augenschmerzen sowie Störungen der Augenbewegung kommen. Schlimmstenfalls nimmt der Sehnerv Schaden, mit der Folge von Gesichtsfeldausfällen.
Eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Komplikationen beim werdenden Kind und bei der Schwangeren.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Kontrolle der Schilddrüse durch das Gehirn findet über ein Hormon statt, das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Es treibt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Ist die Schilddrüse zu wenig aktiv und liegen dadurch zu wenig Schilddrüsenhormone vor, setzt das Gehirn vermehrt TSH in den Blutkreislauf frei. Ist die Drüse überaktiv und bildet zu viel Schilddrüsenhormone, setzt das Gehirn weniger TSH frei.
Bei einer sogenannten Schilddrüsenautonomie aber "hört" die Schilddrüse nicht mehr darauf und bildet unabhängig von den Kontrollmechanismen Schilddrüsenhormone. Die dafür verantwortlichen Bereiche in der Schilddrüse bezeichnet man auch als autonome Areale. Oft sind es Knoten, sogenannte heiße Knoten. Es können aber auch weniger klar abgegrenzte Bereiche in der Schilddrüse sein. Die Schilddrüsen-Autonomie entsteht insbesondere bei einer durch Jodmangel bedingten Vergrößerung der Schilddrüse.
Eine andere Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow. Hier entstehen Antikörper, die die Schilddrüse unkontrolliert antreiben, Schilddrüsenhormone zu bilden.
Möglicherweise kann es auch bei Schilddrüsenentzündungen zeitweise zur Freisetzung von zu viel Schilddrüsenhormonen und somit zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Diese Symptome sind außerdem bei Überdosierungen von als Medikament gegebenem Schilddrüsenhormon möglich.
Zudem gibt es einzelne andere Medikamente, die eine Schilddrüsenüberfunktion fördern können. Ebenso eine sehr hohe Jodzufuhr bei einer bestehenden Schilddrüsenautonomie.
Zu den Risikofaktoren gehört unter anderem ein über längere Zeit bestehender Jodmangel, der zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und in der Folge zu einer Schilddrüsenautonomie führen kann. Dafür und für Morbus Basedow bestehen wohl auch gewisse erbliche Veranlagungen, die zusammen mit anderen Faktoren die Entstehung dieser Erkrankungen begünstigen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte suchen bei Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion nach den Ursachen. Dazu nutzen sie verschiedene Methoden, etwa Ultraschalluntersuchungen oder bei Bedarf eine Szintigrafie, also ein nuklearmedizinisches Diagnoseverfahren. Zudem wird auf Schilddrüsenwerte im Blut und auf für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bedeutsame Antikörper geachtet, außerdem natürlich auf bestehende Beschwerden.
Behandelt wird je nach gefundener Ursache der Schilddrüsenüberfunktion und deren Ausprägung. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Besonderen ärztlichen Beratungs- und Behandlungsbedarf haben Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wenn bei ihnen ein Kinderwunsch besteht beziehungsweise unerfüllt bleibt, sowie Schwangere.
Was man selbst tun kann:
Liegen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion vor, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch, wenn sich im Halsbereich eine Schwellung zeigt, die von einer Schilddrüsenvergrößerung herrühren könnte.
Eine übermäßige Jodzufuhr beispielsweise über Jodpräparate gilt es bei einer Schilddrüsenautonomie oder einem Morbus Basedow zu meiden.
Hilfreich sind eine Stressreduktion, genug Schlaf, die Aufgabe des Rauchens, ausreichend Bewegung sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung.
Einzelheiten zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und zu hilfreichen Lebensstilanpassungen müssen Betroffene mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Deren Beratung kann dieser Beitrag nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Diese Hormone steuern viele Stoffwechselprozesse im Körper. Ein Mangel führt daher zu einer Verlangsamung zahlreicher Körperfunktionen und kann vielfältige Beschwerden verursachen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine der häufigsten hormonellen Störungen. Sie kann schleichend entstehen und bleibt anfangs oft unbemerkt. Da Schilddrüsenhormone für Energiehaushalt, Kreislauf, Verdauung und seelisches Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen, wirkt sich ein Mangel auf viele Organe aus. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Frauen mittleren Alters auf, sie kann aber in jedem Lebensalter vorkommen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und werden anfangs leicht übersehen. Viele Betroffene fühlen sich müde und abgeschlagen, andere bemerken Veränderungen an Haut, Haaren oder Gewicht. Der Verlauf ist chronisch, die Symptome nehmen ohne Behandlung zu.Zu den typischen Symptome zählen:
- anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- alte, trockene Haut und brüchige Haare
- Verstopfung und verlangsamte Verdauung
- Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Hypothyreose unbehandelt, kann es zu schweren Einschränkungen kommen. Herz-Kreislauf-Probleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sind möglich. Bei sehr ausgeprägtem Hormonmangel droht ein lebensbedrohlicher Zustand, das sogenannte Myxödemkoma. Auch die geistige Leistungsfähigkeit und die seelische Stabilität können beeinträchtigt sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, meist eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis. Auch eine operative Entfernung der Schilddrüse oder eine Radiojodtherapie können zu einer Unterfunktion führen. Seltener sind Jodmangel, Medikamente oder Störungen im Gehirn verantwortlich. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, höheres Alter und weibliches Geschlecht.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung besteht in der Regel aus einer dauerhaften Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform. Ärzte passen die Dosis individuell an.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die konsequente Einnahme der Medikamente. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden trotz Therapie bestehenbleiben oder sich verschlimmern. Dann ist eine erneute ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Weichkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18650589
- Darreichungsform:
- Weichkapseln (Kapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Marke:
- ALFACALCIDOL
- Hersteller:
- ALIUD Pharma GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel im Ganzen mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Das Arzneimittel darf nicht zerkaut oder zerkleinert werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es zu erhöhten Kalziumwerten im Blut mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgespanntheit, gesteigerter Harnausscheidung, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Für Kinder unter 6 Jahren und unter 20kg Körpergewicht stehen Arzneimittel in anderen Darreichungsformen zur Verfügung.
Für Kinder ab 6 Jahren und unter 20kg Körpergewicht wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Alle Indikationen-Anfangsdosis:
Anwendungsgebiete
- Behandlung von Vitamin D-Stoffwechselstörungen, wie
- Störung des Mineral- und Knochenstoffwechsels bei chronischer Nierenerkrankung (renale Osteopathie)
- Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus)
- Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus)
- Rachitis und Knochenerweichung (Osteomalazie)
- Vitamin-D-resistente Knochenerweichung (Osteomalazie) und Rachitis
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder über 20 kg Körpergewicht, Einzeldosis: 4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Personenkreis: Ältere Patienten, Einzeldosis: 2 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zur gleichen Tageszeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen Vitamin-D-Abkömmling, der zur Behandlung des Vitamin D-Stoffwechsels bzw. von Störungen des Kalzium-Haushaltes eingesetzt wird.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Erhöhte Kalziumwerte
- Zu hoher Phosphatgehalt im Blut
- Magen-Darm-Beschwerden
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Erbrechen
- Verstopfung
- Übelkeit
- Muskelschmerzen
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Nierenversagen (akut)
- Nierensteine
- Kalkablagerungen in der Niere
- Erschöpfung
- Schwäche
- Unwohlsein
- Ablagerung von Kalzium in den Organen (Kalzinose)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Erhöhte Kalziumwerte
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Nierensteine
- Kalkablagerungen in der Niere
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 20 kg Körpergewicht: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Vitamin-D-Mangel
Was ist das? - Definition Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist und dadurch gesundheitliche Störungen entstehen, insbesondere an den Knochen. Diese werden nicht mehr ausreichend mineralisiert und können weich werden. Bei Kindern kann dies zu Rachitis, bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen. Eine unzureichende Versorgung hingegen beschreibt erniedrigte Vitamin-D-Spiegel ohne bereits ausgeprägte Krankheitszeichen.
Krankheitsbild
Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Muskelfunktion. Es fördert die Calciumaufnahme im Darm und fördert die Härtung der Knochen. Der Körper bildet Vitamin D vor allem selbst mithilfe des Sonnenlichts. Zu einem geringen Maß trägt auch die Ernährung zur Versorgung bei.
Von einer unzureichenden Versorgung spricht man, wenn die Vitamin-D-Spiegel im Körper zwar unter dem empfohlenen Bereich liegen, aber noch keine eindeutigen Krankheitszeichen auftreten. In Deutschland betrifft das einen großen Teil der Bevölkerung. Rund 15 Prozent der Bevölkerung zeigen Vitamin-D-Spiegel, bei denen ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel besteht. Ein Vitamin-D-Mangel hingegen liegt vor, wenn die Versorgung so niedrig ist, dass es zu gesundheitlichen Störungen kommt. Besonders betroffen sind die Knochen. Bei Kindern kann ein ausgeprägter Mangel zur Rachitis führen. Hier werden die Wachstumsfugen und Knochen nicht ausreichend mineralisiert. Bei Erwachsenen kommt es einer sogenannten Osteomalazie, bei der die Knochen nicht ausreichend mineralisiert sind. Bei beiden Krankheiten werden die Knochen weich und verformen leichter.
Symptome/Verlauf
Eine unzureichende Versorgung bleibt oft lange unbemerkt. Es können unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder Muskelschwäche auftreten, die aber nicht eindeutig zugeordnet werden können. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel entwickelt sich meist schleichend. Bei Kindern entsteht mitunter eine Rachitis. Der Mangel zeigt sich unter anderem durch Wachstumsstörungen, Verformungen der Knochen, eine verzögerte Bewegungsentwicklung oder Krampfanfälle. Bei Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel zu Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche und schneller Erschöpfung führen. Mögliches Krankheitsbild ist die Osteomalazie. Vitamin-D-Mangel kann außerdem, gerade bei älteren Menschen, Knochenschwund (Osteoporose) begünstigen.
Folgen/Komplikationen
Bleibt ein Vitamin-D-Mangel unbehandelt, kann die Knochenstruktur dauerhaft geschädigt werden. Bei Kindern entstehen durch Rachitis Fehlstellungen wie verbogene Beine oder Veränderungen am Skelett. Bei Erwachsenen kommt es bei Osteomalazie zu einer Knochenerweichung, wodurch die Knochen leichter brechen können.
Auch eine längerfristige unzureichende Versorgung kann die Knochengesundheit beeinträchtigen, da das volle präventive Potenzial von Vitamin D nicht ausgeschöpft wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die wichtigste Ursache für einen Vitamin-D-Mangel ist eine zu geringe Bildung von Vitamin D in der Haut durch Sonnenlicht. Im Sommer kann der Mensch hierzulande in der Regel genug Vitamin D bilden. Dazu reicht es, Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen, abhängig vom Hauttyp und ohne Sonnenbrand zu riskieren. Im Winter reicht die UV-Strahlung in Deutschland nicht zur Vitamin-D-Versorgung aus. Gut gefüllte Speicher können aber dazu beitragen, dass kein Mangel entsteht. Erkrankungen, die die Aufnahme oder den Stoffwechsel von Vitamin D beeinträchtigen, können ebenfalls Ursache für einen Vitamin-D-Mangel sein.
Manche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet einen Vitamin-D-Mangel zu bekommen. Dazu gehören:
- Ältere Menschen, da bei ihnen die Vitamin-Produktion in der Haut nicht mehr so gut funktioniert.
- Menschen, die sich aufgrund von Krankheit oder Lebensstil kaum draußen aufhalten.
- Menschen, die zum Beispiel aus religiösen Gründen ihren ganzen Körper bedecken.
- Dunkelhäutige Menschen, die aufgrund der Pigmentierung der Haut mehr UV-Strahlung benötigen, um ausreichend Vitamin D zu bilden.
- Säuglinge, deren Haut sehr gut vor UV-Strahlung geschützt werden muss.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Der Arzt klärt bei Verdacht auf einen Mangel die Vitamin-D-Werte im Blut ab und entscheidet, ob eine Behandlung notwendig ist. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann eine gezielte Gabe von Vitamin-D-Präparaten erfolgen, um die Versorgung wieder zu normalisieren.
Das kann man selbst tun: Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sollte man darauf achten, sich in den Sommermonaten ausreichend im Freien aufzuhalten. Die Haut bildet ausreichend Vitamin D, wenn Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne ausgesetzt sind. Auch manche Lebensmittel können die Versorgung mit Vitamin D unterstützen. Dazu gehören fette Seefische wie Hering, Makrele oder Lachs sowie beispielsweise Speisepilze.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, (2005) - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher ihr Name. Sie produziert für die Steuerung des Stoffwechsels wichtige Hormone, und das unter Kontrolle des Gehirns. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann es zu einer Überproduktion an Schilddrüsenhormon kommen, mit deutlichen Folgen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse produziert Hormone, die für die Steuerung des Stoffwechsels absolut unentbehrlich sind. Das Tetrajodthyronin, kurz T4, gilt dabei eher als Speicherform, stärker wirksam ist das Trijodthyronin, kurz T3. Es treibt den Stoffwechsel an wie ein Gaspedal einen Motor. Wird jedoch zu viel Schilddrüsenhormon gebildet, "überdreht" der Stoffwechsel.
Normalerweise kontrolliert das Gehirn die Produktion von Schilddrüsenhormonen sehr zuverlässig. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormon entwickeln. Oder die Schilddrüse wird durch fälschlich gebildete Antikörper ständig zu einer überhöhten Hormonproduktion angetrieben.
Das Zuviel an Schilddrüsenhormon kann zu einer ganzen Reihe von Beschwerden führen, bedingt beispielsweise durch Veränderungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, oder durch Einfluss auf die Muskulatur, das Gehirn, das Herz oder die Sexualfunktion.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann unter anderem im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) auftreten, bei der womöglich schon die Volumenzunahme der Drüse Beschwerden verursacht. So können Betroffene beispielsweise das Gefühl haben, als würde ein Kloß im Hals drücken.
Die manifeste, also offenkundige Überfunktion der Schilddrüse mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirkt sehr unterschiedliche Beschwerden, so unter anderem:
- Herzrasen
- vermehrtes Schwitzen
- Zittern
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Gewichtsverlust
- Appetitsteigerung
- Kurzatmigkeit
- rasche Ermüdbarkeit
- Zyklusstörungen bei Frauen
Je nach Ursache und Ausprägung der Schilddrüsenüberfunktion können die Symptome mal mehr, mal weniger stark sein. Sie müssen auch nicht zwingend alle auftreten. Mitunter spüren Betroffene zunächst keine Beschwerden und nur Veränderungen bei Schilddrüsenwerten im Blut deuten auf eine Überfunktion hin (latente Schilddrüsenüberfunktion). Erst mit der Zeit können dann vermehrt spürbare Probleme entstehen.
Folgen/Komplikationen
Ohne ausreichende Behandlung kann eine Schilddrüsenüberfunktion auf Dauer erhebliche Gesundheitsprobleme bewirken. Möglich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Herzschwäche, ebenso kann es zu beschleunigtem Knochenabbau kommen, zu einer Osteoporose.
Sehr selten zeigen sich bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormon bedrohliche Störungen in Form einer sogenannten thyreotoxischen Krise. Es treten dann akut Symptome wie Krampfanfälle, Erbrechen und Durchfall, Bewusstseinseintrübungen, Herzrasen und Fieber auf. Die thyreotoxische Krise muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Führt die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow zur Überfunktion der Schilddrüse, können auch Augenveränderungen auftreten. Die Augen treten möglicherweise hervor, die Lider schließen nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken, lichtempfindlich, das Sehen ist beeinträchtigt. Es kann zu Entzündungen, Doppelbildern, Augenschmerzen sowie Störungen der Augenbewegung kommen. Schlimmstenfalls nimmt der Sehnerv Schaden, mit der Folge von Gesichtsfeldausfällen.
Eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Komplikationen beim werdenden Kind und bei der Schwangeren.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Kontrolle der Schilddrüse durch das Gehirn findet über ein Hormon statt, das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Es treibt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Ist die Schilddrüse zu wenig aktiv und liegen dadurch zu wenig Schilddrüsenhormone vor, setzt das Gehirn vermehrt TSH in den Blutkreislauf frei. Ist die Drüse überaktiv und bildet zu viel Schilddrüsenhormone, setzt das Gehirn weniger TSH frei.
Bei einer sogenannten Schilddrüsenautonomie aber "hört" die Schilddrüse nicht mehr darauf und bildet unabhängig von den Kontrollmechanismen Schilddrüsenhormone. Die dafür verantwortlichen Bereiche in der Schilddrüse bezeichnet man auch als autonome Areale. Oft sind es Knoten, sogenannte heiße Knoten. Es können aber auch weniger klar abgegrenzte Bereiche in der Schilddrüse sein. Die Schilddrüsen-Autonomie entsteht insbesondere bei einer durch Jodmangel bedingten Vergrößerung der Schilddrüse.
Eine andere Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow. Hier entstehen Antikörper, die die Schilddrüse unkontrolliert antreiben, Schilddrüsenhormone zu bilden.
Möglicherweise kann es auch bei Schilddrüsenentzündungen zeitweise zur Freisetzung von zu viel Schilddrüsenhormonen und somit zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Diese Symptome sind außerdem bei Überdosierungen von als Medikament gegebenem Schilddrüsenhormon möglich.
Zudem gibt es einzelne andere Medikamente, die eine Schilddrüsenüberfunktion fördern können. Ebenso eine sehr hohe Jodzufuhr bei einer bestehenden Schilddrüsenautonomie.
Zu den Risikofaktoren gehört unter anderem ein über längere Zeit bestehender Jodmangel, der zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und in der Folge zu einer Schilddrüsenautonomie führen kann. Dafür und für Morbus Basedow bestehen wohl auch gewisse erbliche Veranlagungen, die zusammen mit anderen Faktoren die Entstehung dieser Erkrankungen begünstigen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte suchen bei Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion nach den Ursachen. Dazu nutzen sie verschiedene Methoden, etwa Ultraschalluntersuchungen oder bei Bedarf eine Szintigrafie, also ein nuklearmedizinisches Diagnoseverfahren. Zudem wird auf Schilddrüsenwerte im Blut und auf für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bedeutsame Antikörper geachtet, außerdem natürlich auf bestehende Beschwerden.
Behandelt wird je nach gefundener Ursache der Schilddrüsenüberfunktion und deren Ausprägung. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Besonderen ärztlichen Beratungs- und Behandlungsbedarf haben Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wenn bei ihnen ein Kinderwunsch besteht beziehungsweise unerfüllt bleibt, sowie Schwangere.
Was man selbst tun kann:
Liegen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion vor, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch, wenn sich im Halsbereich eine Schwellung zeigt, die von einer Schilddrüsenvergrößerung herrühren könnte.
Eine übermäßige Jodzufuhr beispielsweise über Jodpräparate gilt es bei einer Schilddrüsenautonomie oder einem Morbus Basedow zu meiden.
Hilfreich sind eine Stressreduktion, genug Schlaf, die Aufgabe des Rauchens, ausreichend Bewegung sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung.
Einzelheiten zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und zu hilfreichen Lebensstilanpassungen müssen Betroffene mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Deren Beratung kann dieser Beitrag nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Diese Hormone steuern viele Stoffwechselprozesse im Körper. Ein Mangel führt daher zu einer Verlangsamung zahlreicher Körperfunktionen und kann vielfältige Beschwerden verursachen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine der häufigsten hormonellen Störungen. Sie kann schleichend entstehen und bleibt anfangs oft unbemerkt. Da Schilddrüsenhormone für Energiehaushalt, Kreislauf, Verdauung und seelisches Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen, wirkt sich ein Mangel auf viele Organe aus. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Frauen mittleren Alters auf, sie kann aber in jedem Lebensalter vorkommen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und werden anfangs leicht übersehen. Viele Betroffene fühlen sich müde und abgeschlagen, andere bemerken Veränderungen an Haut, Haaren oder Gewicht. Der Verlauf ist chronisch, die Symptome nehmen ohne Behandlung zu.Zu den typischen Symptome zählen:
- anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- alte, trockene Haut und brüchige Haare
- Verstopfung und verlangsamte Verdauung
- Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Hypothyreose unbehandelt, kann es zu schweren Einschränkungen kommen. Herz-Kreislauf-Probleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sind möglich. Bei sehr ausgeprägtem Hormonmangel droht ein lebensbedrohlicher Zustand, das sogenannte Myxödemkoma. Auch die geistige Leistungsfähigkeit und die seelische Stabilität können beeinträchtigt sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, meist eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis. Auch eine operative Entfernung der Schilddrüse oder eine Radiojodtherapie können zu einer Unterfunktion führen. Seltener sind Jodmangel, Medikamente oder Störungen im Gehirn verantwortlich. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, höheres Alter und weibliches Geschlecht.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung besteht in der Regel aus einer dauerhaften Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform. Ärzte passen die Dosis individuell an.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die konsequente Einnahme der Medikamente. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden trotz Therapie bestehenbleiben oder sich verschlimmern. Dann ist eine erneute ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.