ARILIN rapid Vaginalsuppositorien
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Pharmazeutische Informationen
Vaginalsuppositorien — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 06967418
- Darreichungsform:
- Vaginalsuppositorien (Vaginalsuppositorien)
- Packungsgröße:
- 2 Stück
- Marke:
- ARILIN
- Hersteller:
- Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Führen Sie das Arzneimittel in die Scheide ein. Verwenden Sie dazu den Applikator.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Allgemeine Behandlungsdauer: 1-2 Tage. Die Behandlung sollte 10 Tage nicht überschreiten und möglichst selten wiederholt werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Herzfrequenz und Atemnot kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Bei Erstinfektion - einmalige Gabe:
Bei schweren und bei wiederkehrenden Infektionen (2-Tagesbehandlung):
Während der Menstruation sollte keine Behandlung erfolgen.
Geschlechtsverkehr sollte während der Behandlung unterbleiben.
Anwendungsgebiete
- Bakterieninfektionen der Geschlechtsorgane, wie:
- Bakterieninfektionen der Scheide, eventuell mit Ausfluss
- Trichomonadeninfektion der Scheide - (Infektion mit Trichomonaden (Kleinstlebewesen))
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Vaginalzäpfchen, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor dem Schlafengehen
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Vaginalzäpfchen, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor dem Schlafengehen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu den Antibiotika und tötet bestimmte Bakterien und Kleinstlebewesen (Protozoen) ab, indem er deren Erbgut schädigt. Das Erbgut ist nicht nur für die Weitergabe von Informationen während der Vermehrung der Zellen wichtig, sondern speichert auch Informationen über die Funktion des Stoffwechsels und die Produktion von Zellbestandteilen. Wird das Erbgut geschädigt, so bricht der Stoffwechsel in der betroffenen Zelle zusammen und sie stirbt.
Nebenwirkungen
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Blutbildungsstörungen
- Erkrankungen, die durch eine Schädigung im Gehirn begründet sind
- Erkrankungen der Nervenbahnen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 13 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 86 × 45 × 25 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Der Urin kann verfärbt werden.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Vorsicht bei Allergie gegen Erdnüsse und Soja.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Alkohol, auch in Speisen, Mischgetränken oder Medikamenten, muss unter allen Umständen während der Behandlung mit dem Medikament und eventuell bis zu 2 Wochen danach vermieden werden. Es kann zu lebensbedrohlichen Situationen, wie Atemnot und Blutdruckabfall, kommen.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie schwere und langanhaltende Durchfälle auftreten.
Es gibt verschiedene Erreger, die eine Erkrankung verursachen können. Ob das Arzneimittel gegen die vorliegende Infektion wirksam ist, kann nur der Arzt entscheiden.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Phenprocoumon Stearylalkohol Cetylstearylalkohol und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt werden. Das Risiko für Blutungen (zum Beispiel Blutergüsse oder Nasenbluten) könnte dadurch erhöht werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da häufigere Kontrollen der Blutgerinnungswerte oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung, Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Suchen Sie bitte Ihren Arzt auf, wenn Sie abweichende Werte bei Ihrer routinemäßigen Kontrolle der Blutgerinnungszeit an sich feststellen oder eines der beschriebenen Symptome an sich beobachten.
Wer ist besonders betroffen?
- Ältere Patienten
- Patienten mit
~i- eingeschränkter Nierenfunktion
~i- Leberfunktionsstörung
~i- Blutgerinnungsstörungen
~i- Gefäßläsionen
~i- Mangelernährung
~i- geringem Körpergewicht
~i- Reflux
~i- Herzinnenhautentzündung
~i- bereits aufgetretenen Blutungen in der Krankengeschichte
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Cetylstearylalkohol Gluten höchstens und weitere
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: mikroemulgiert Baldrian-Tinktur Kamillenblüten-Fluidextrakt Kamillenblüten-Extrakt (1:4,0-4,5); Auszugsmittel: Ethanol Kardamomensamen (53,6:71,4:71,4:71,4:28,5:28,5:7,1:71,4:7,1:71,4:32,1:3,6:1) Guaifenesin und weitere
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da dieses Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können beispielsweise eine anfallsartig auftretende Rötung des Gesichts, Hitzegefühl, Kopfschmerzen, Kreislaufstörung, Übelkeit, Durchfall oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels, zeitlicher Abstand zwischen der Anwendung der Arzneimittel) nötig sein können.
Bakterielle Infektionen der Scheide
Was ist das? - Definition Die bakterielle Vaginose (BV) ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Bakterien in der Scheide. Normalerweise überwiegen dort schützende Milchsäurebakterien. Bei einer BV sind diese vermindert, während sich andere Bakterien stärker vermehren. Bei vielen Frauen kommt es zu einem gräulichen Ausfluss und unangenehmen fischigen Geruch.
Krankheitsbild
Bei bakteriellen Infektionen der Scheide, auch als bakterielle Vaginose (BV) bezeichnet, ist das natürliche bakterielle Gleichgewicht in der Vagina gestört. In einer gesunden Vaginalflora überwiegen Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Sie sorgen durch die Bildung von Milchsäure für ein saures Milieu, das vor krankmachenden Keimen schützt. Bei einer bakteriellen Vaginose kommt es zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichts: Die schützenden Laktobazillen werden zurückgedrängt, während sich andere Bakterien, insbesondere sogenannte Gardnerella species, stark vermehren. Die bakterielle Vaginose gilt heute nicht als klassische Infektion durch einen einzelnen Erreger, sondern als komplexe Störung des Scheidenmilieus (Dysbiose). Sie gehört zu den häufigsten vaginalen Erkrankungen bei sexuell aktiven Frauen.
Symptome/Verlauf
Eine BV zeigt sich häufig durch vaginalen Ausfluss, der in der Regel dünnflüssig und grau-weißlich ist. Außerdem entsteht bei vielen Frauen der typische unangenehm fischige Geruch, häufig verstärkt nach dem Geschlechtsverkehr. Viele Betroffenen haben keine Beschwerden und die BV verläuft symptomlos. Allerdings bekommen Frauen, die bereits einmal eine Infektion hatten, diese auch häufig wieder (rezidivierende BV). Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Scheidentrockenheit weisen eher auf eine Scheidenentzündung (Vaginitis) hin.
Folgen/Komplikationen
Auch wenn die Beschwerden oft als mild empfunden werden, kann eine bakterielle Vaginose gesundheitliche Folgen haben. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für aufsteigende Infektionen des oberen Genitaltrakts verbunden, etwa Entzündungen von Gebärmutter oder Eileitern. Zudem besteht ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Infektionen. In der Schwangerschaft kann eine bakterielle Vaginose mit Komplikationen wie vorzeitigem Blasensprung, Frühgeburtlichkeit oder Infektionen nach der Entbindung in Verbindung stehen. Deshalb ist eine gezielte Diagnostik und Behandlung wichtig.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der bakteriellen Vaginose sind noch nicht vollständig geklärt. Entscheidend ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Vaginalflora. Bestimmte Faktoren können das Risiko für eine solche Verschiebung erhöhen. Dazu zählen sexuelle Aktivität und Partnerwechsel, Rauchen sowie intensive Intimhygiene. Auch hormonelle Veränderungen können das empfindliche Gleichgewicht der Scheidenflora beeinflussen. Bei einer BV handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Einflüsse auf das Scheidenmilieu.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Zur Behandlung werden in der Regel Antibiotika eingesetzt, die entweder lokal in der Vagina oder als Tablette eingenommen werden. Auch antiseptische Präparate können optional aufgetragen werden. Ziel ist es, die übermäßig vermehrten Bakterien zu reduzieren. Bei wiederkehrenden Verläufen können längerfristige Therapieschemata erforderlich sein. Zudem erfolgt eine Beratung zu möglichen Risikofaktoren und zur Vorbeugung weiterer Episoden.
Das kann man selbst tun: Eine schonende Intimhygiene und der Verzicht auf aggressive Reinigungsprodukte unterstützen den Erhalt einer gesunden Vaginalflora. Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur Stabilisierung des Scheidenmilieus können - nach ärztlicher Rücksprache - geeignete Präparate eingesetzt werden, die das Wachstum von Laktobazillen fördern. Ziel ist es, das saure Milieu wiederherzustellen und Rückfälle möglichst zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 17.04.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Trichomonadeninfektion der Scheide
Was ist das? - Definition Eine Trichomonadeninfektion der Scheide ist eine durch Parasiten verursachte Entzündung. Sie führt zu verändertem Ausfluss und Beschwerden im Intimbereich und wird meist sexuell übertragen.
Krankheitsbild
In Deutschland ist die Trichomoniasis selten geworden, weltweit zählt sie jedoch zu den häufigsten Vaginalinfektionen. Bei dieser Infektion besiedeln kleine einzellige Parasiten die Scheide und manchmal auch die Harnröhre. Sie lösen eine Entzündung aus, die sich durch auffälligen Ausfluss und Reizungen bemerkbar machen kann. Die Beschwerden können leicht oder ausgeprägt sein. Manche Betroffene bemerken kaum etwas, während andere deutliche Veränderungen spüren. Ohne Behandlung bleibt die Infektion bestehen und kann sich weiter ausbreiten.
Symptome/Verlauf
Typisch sind Veränderungen des Ausflusses und Reizungen im Intimbereich. Häufig treten auf:
- gelblich schaumiger oder übel riechender Ausfluss
- Juckreiz Brennen oder Rötung
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
Der Verlauf kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Die Beschwerden verstärken sich oft ohne Behandlung. Auch Partnerinnen oder Partner können infiziert sein, ohne Symptome zu bemerken.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die Infektion zu anhaltenden Entzündungen führen. In manchen Fällen breitet sie sich auf Harnwege oder innere Geschlechtsorgane aus. Bei Schwangeren kann ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bestehen. Wiederkehrende Infektionen können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen und zu Belastungen im Sexualleben führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Infektion wird meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein geschwächtes Immunsystem oder häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko. Auch eine bereits bestehende Entzündung oder andere Infektionen im Intimbereich können die Anfälligkeit steigern. In seltenen Fällen ist eine Übertragung über feuchte Gegenstände möglich, jedoch deutlich seltener als über direkten Kontakt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Diagnose wird mithilfe eines Abstriches gestellt. Zur Behandlung kommen vor allem bestimmte antimikrobielle Wirkstoffgruppen zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Auf eine schonende Intimhygiene achten, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichten und Kondome benutzen. Grenzen bestehen dort, wo Beschwerden stark sind, Fieber auftritt oder die Symptome trotz Behandlung anhalten. Dann ist ärztliche Betreuung unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Vaginaler Ausfluss
Was ist das? - Definition Vaginaler Ausfluss bezeichnet Flüssigkeiten, die aus der Scheide austreten. Ein gewisser Ausfluss ist normal und dient dem Schutz vor Infektionen. Veränderungen in Menge, Bestimmte Farben oder Gerüche können jedoch auf ein gesundheitliches Problem hinweisen.
Krankheitsbild
Vaginaler Ausfluss entsteht durch natürliche Sekrete der Schleimhäute. Diese verändern sich im Laufe des Zyklus, bei hormonellen Schwankungen oder sexueller Erregung. Problematisch wird Ausfluss, wenn er ungewöhnlich aussieht, unangenehm riecht oder Beschwerden verursacht. Dann kann eine Infektion oder eine andere Störung vorliegen. Sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen sind möglich.
Symptome/Verlauf
Auffälliger Ausfluss kann sich auf verschiedene Weise zeigen. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- veränderte Farbe wie gelb grün oder grau
- unangenehmer Geruch
- Juckreiz Brennen oder Schmerzen
- Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr
Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. Manche Veränderungen verschwinden von selbst, andere verschlimmern sich ohne Behandlung. Infektionen können sich ausbreiten, wenn sie nicht erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelte Infektionen können zu Entzündungen im Genitalbereich führen. In manchen Fällen breiten sie sich auf Gebärmutter oder Eileiter aus und verursachen stärkere Schmerzen oder Fieber. Langfristig können wiederkehrende Infektionen zudem das Wohlbefinden beeinträchtigen. Auch psychische Belastungen sind möglich, wenn Beschwerden anhalten oder Schamgefühle entstehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Veränderter Ausfluss kann viele Gründe haben. Häufig sind Infektionen durch Bakterien oder Pilze. Auch hormonelle Veränderungen, etwa in Pubertät Schwangerschaft oder Wechseljahren, spielen eine Rolle. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen enge oder synthetische Kleidung, übertriebene Intimhygiene, ungeschützter Geschlechtsverkehr und ein geschwächtes Immunsystem. Manchmal liegt auch eine Reizung durch Pflegeprodukte oder Allergien vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Abstriche und Untersuchungen klären, ob eine Infektion vorliegt. Je nach Ursache kommen vor allem antibakterielle oder antimykotische, also gegen Pilze wirkende Präparate zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Es hilft, auf eine milde Körperpflege zu achten, atmungsaktive Kleidung zu tragen und mögliche Reizstoffe zu meiden. Grenzen bestehen dort, wo Schmerzen Fieber, starker Geruch oder anhaltende Beschwerden auftreten. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt insbesondere während der Schwangerschaft.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Vaginalsuppositorien — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 06967418
- Darreichungsform:
- Vaginalsuppositorien (Vaginalsuppositorien)
- Packungsgröße:
- 2 Stück
- Marke:
- ARILIN
- Hersteller:
- Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Führen Sie das Arzneimittel in die Scheide ein. Verwenden Sie dazu den Applikator.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Allgemeine Behandlungsdauer: 1-2 Tage. Die Behandlung sollte 10 Tage nicht überschreiten und möglichst selten wiederholt werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Herzfrequenz und Atemnot kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Bei Erstinfektion - einmalige Gabe:
Bei schweren und bei wiederkehrenden Infektionen (2-Tagesbehandlung):
Während der Menstruation sollte keine Behandlung erfolgen.
Geschlechtsverkehr sollte während der Behandlung unterbleiben.
Anwendungsgebiete
- Bakterieninfektionen der Geschlechtsorgane, wie:
- Bakterieninfektionen der Scheide, eventuell mit Ausfluss
- Trichomonadeninfektion der Scheide - (Infektion mit Trichomonaden (Kleinstlebewesen))
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Vaginalzäpfchen, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor dem Schlafengehen
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Vaginalzäpfchen, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor dem Schlafengehen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu den Antibiotika und tötet bestimmte Bakterien und Kleinstlebewesen (Protozoen) ab, indem er deren Erbgut schädigt. Das Erbgut ist nicht nur für die Weitergabe von Informationen während der Vermehrung der Zellen wichtig, sondern speichert auch Informationen über die Funktion des Stoffwechsels und die Produktion von Zellbestandteilen. Wird das Erbgut geschädigt, so bricht der Stoffwechsel in der betroffenen Zelle zusammen und sie stirbt.
Nebenwirkungen
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Blutbildungsstörungen
- Erkrankungen, die durch eine Schädigung im Gehirn begründet sind
- Erkrankungen der Nervenbahnen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 13 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 86 × 45 × 25 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Der Urin kann verfärbt werden.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Vorsicht bei Allergie gegen Erdnüsse und Soja.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Alkohol, auch in Speisen, Mischgetränken oder Medikamenten, muss unter allen Umständen während der Behandlung mit dem Medikament und eventuell bis zu 2 Wochen danach vermieden werden. Es kann zu lebensbedrohlichen Situationen, wie Atemnot und Blutdruckabfall, kommen.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie schwere und langanhaltende Durchfälle auftreten.
Es gibt verschiedene Erreger, die eine Erkrankung verursachen können. Ob das Arzneimittel gegen die vorliegende Infektion wirksam ist, kann nur der Arzt entscheiden.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt werden. Das Risiko für Blutungen (zum Beispiel Blutergüsse oder Nasenbluten) könnte dadurch erhöht werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da häufigere Kontrollen der Blutgerinnungswerte oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung, Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Suchen Sie bitte Ihren Arzt auf, wenn Sie abweichende Werte bei Ihrer routinemäßigen Kontrolle der Blutgerinnungszeit an sich feststellen oder eines der beschriebenen Symptome an sich beobachten.
Wer ist besonders betroffen?
- Ältere Patienten
- Patienten mit
~i- eingeschränkter Nierenfunktion
~i- Leberfunktionsstörung
~i- Blutgerinnungsstörungen
~i- Gefäßläsionen
~i- Mangelernährung
~i- geringem Körpergewicht
~i- Reflux
~i- Herzinnenhautentzündung
~i- bereits aufgetretenen Blutungen in der Krankengeschichte
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da dieses Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können beispielsweise eine anfallsartig auftretende Rötung des Gesichts, Hitzegefühl, Kopfschmerzen, Kreislaufstörung, Übelkeit, Durchfall oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels, zeitlicher Abstand zwischen der Anwendung der Arzneimittel) nötig sein können.
Bakterielle Infektionen der Scheide
Was ist das? - Definition Die bakterielle Vaginose (BV) ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Bakterien in der Scheide. Normalerweise überwiegen dort schützende Milchsäurebakterien. Bei einer BV sind diese vermindert, während sich andere Bakterien stärker vermehren. Bei vielen Frauen kommt es zu einem gräulichen Ausfluss und unangenehmen fischigen Geruch.
Krankheitsbild
Bei bakteriellen Infektionen der Scheide, auch als bakterielle Vaginose (BV) bezeichnet, ist das natürliche bakterielle Gleichgewicht in der Vagina gestört. In einer gesunden Vaginalflora überwiegen Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Sie sorgen durch die Bildung von Milchsäure für ein saures Milieu, das vor krankmachenden Keimen schützt. Bei einer bakteriellen Vaginose kommt es zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichts: Die schützenden Laktobazillen werden zurückgedrängt, während sich andere Bakterien, insbesondere sogenannte Gardnerella species, stark vermehren. Die bakterielle Vaginose gilt heute nicht als klassische Infektion durch einen einzelnen Erreger, sondern als komplexe Störung des Scheidenmilieus (Dysbiose). Sie gehört zu den häufigsten vaginalen Erkrankungen bei sexuell aktiven Frauen.
Symptome/Verlauf
Eine BV zeigt sich häufig durch vaginalen Ausfluss, der in der Regel dünnflüssig und grau-weißlich ist. Außerdem entsteht bei vielen Frauen der typische unangenehm fischige Geruch, häufig verstärkt nach dem Geschlechtsverkehr. Viele Betroffenen haben keine Beschwerden und die BV verläuft symptomlos. Allerdings bekommen Frauen, die bereits einmal eine Infektion hatten, diese auch häufig wieder (rezidivierende BV). Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Scheidentrockenheit weisen eher auf eine Scheidenentzündung (Vaginitis) hin.
Folgen/Komplikationen
Auch wenn die Beschwerden oft als mild empfunden werden, kann eine bakterielle Vaginose gesundheitliche Folgen haben. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für aufsteigende Infektionen des oberen Genitaltrakts verbunden, etwa Entzündungen von Gebärmutter oder Eileitern. Zudem besteht ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Infektionen. In der Schwangerschaft kann eine bakterielle Vaginose mit Komplikationen wie vorzeitigem Blasensprung, Frühgeburtlichkeit oder Infektionen nach der Entbindung in Verbindung stehen. Deshalb ist eine gezielte Diagnostik und Behandlung wichtig.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der bakteriellen Vaginose sind noch nicht vollständig geklärt. Entscheidend ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Vaginalflora. Bestimmte Faktoren können das Risiko für eine solche Verschiebung erhöhen. Dazu zählen sexuelle Aktivität und Partnerwechsel, Rauchen sowie intensive Intimhygiene. Auch hormonelle Veränderungen können das empfindliche Gleichgewicht der Scheidenflora beeinflussen. Bei einer BV handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Einflüsse auf das Scheidenmilieu.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Zur Behandlung werden in der Regel Antibiotika eingesetzt, die entweder lokal in der Vagina oder als Tablette eingenommen werden. Auch antiseptische Präparate können optional aufgetragen werden. Ziel ist es, die übermäßig vermehrten Bakterien zu reduzieren. Bei wiederkehrenden Verläufen können längerfristige Therapieschemata erforderlich sein. Zudem erfolgt eine Beratung zu möglichen Risikofaktoren und zur Vorbeugung weiterer Episoden.
Das kann man selbst tun: Eine schonende Intimhygiene und der Verzicht auf aggressive Reinigungsprodukte unterstützen den Erhalt einer gesunden Vaginalflora. Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur Stabilisierung des Scheidenmilieus können - nach ärztlicher Rücksprache - geeignete Präparate eingesetzt werden, die das Wachstum von Laktobazillen fördern. Ziel ist es, das saure Milieu wiederherzustellen und Rückfälle möglichst zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 17.04.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Trichomonadeninfektion der Scheide
Was ist das? - Definition Eine Trichomonadeninfektion der Scheide ist eine durch Parasiten verursachte Entzündung. Sie führt zu verändertem Ausfluss und Beschwerden im Intimbereich und wird meist sexuell übertragen.
Krankheitsbild
In Deutschland ist die Trichomoniasis selten geworden, weltweit zählt sie jedoch zu den häufigsten Vaginalinfektionen. Bei dieser Infektion besiedeln kleine einzellige Parasiten die Scheide und manchmal auch die Harnröhre. Sie lösen eine Entzündung aus, die sich durch auffälligen Ausfluss und Reizungen bemerkbar machen kann. Die Beschwerden können leicht oder ausgeprägt sein. Manche Betroffene bemerken kaum etwas, während andere deutliche Veränderungen spüren. Ohne Behandlung bleibt die Infektion bestehen und kann sich weiter ausbreiten.
Symptome/Verlauf
Typisch sind Veränderungen des Ausflusses und Reizungen im Intimbereich. Häufig treten auf:
- gelblich schaumiger oder übel riechender Ausfluss
- Juckreiz Brennen oder Rötung
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
Der Verlauf kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Die Beschwerden verstärken sich oft ohne Behandlung. Auch Partnerinnen oder Partner können infiziert sein, ohne Symptome zu bemerken.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die Infektion zu anhaltenden Entzündungen führen. In manchen Fällen breitet sie sich auf Harnwege oder innere Geschlechtsorgane aus. Bei Schwangeren kann ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bestehen. Wiederkehrende Infektionen können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen und zu Belastungen im Sexualleben führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Infektion wird meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein geschwächtes Immunsystem oder häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko. Auch eine bereits bestehende Entzündung oder andere Infektionen im Intimbereich können die Anfälligkeit steigern. In seltenen Fällen ist eine Übertragung über feuchte Gegenstände möglich, jedoch deutlich seltener als über direkten Kontakt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Diagnose wird mithilfe eines Abstriches gestellt. Zur Behandlung kommen vor allem bestimmte antimikrobielle Wirkstoffgruppen zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Auf eine schonende Intimhygiene achten, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichten und Kondome benutzen. Grenzen bestehen dort, wo Beschwerden stark sind, Fieber auftritt oder die Symptome trotz Behandlung anhalten. Dann ist ärztliche Betreuung unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Vaginaler Ausfluss
Was ist das? - Definition Vaginaler Ausfluss bezeichnet Flüssigkeiten, die aus der Scheide austreten. Ein gewisser Ausfluss ist normal und dient dem Schutz vor Infektionen. Veränderungen in Menge, Bestimmte Farben oder Gerüche können jedoch auf ein gesundheitliches Problem hinweisen.
Krankheitsbild
Vaginaler Ausfluss entsteht durch natürliche Sekrete der Schleimhäute. Diese verändern sich im Laufe des Zyklus, bei hormonellen Schwankungen oder sexueller Erregung. Problematisch wird Ausfluss, wenn er ungewöhnlich aussieht, unangenehm riecht oder Beschwerden verursacht. Dann kann eine Infektion oder eine andere Störung vorliegen. Sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen sind möglich.
Symptome/Verlauf
Auffälliger Ausfluss kann sich auf verschiedene Weise zeigen. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- veränderte Farbe wie gelb grün oder grau
- unangenehmer Geruch
- Juckreiz Brennen oder Schmerzen
- Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr
Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. Manche Veränderungen verschwinden von selbst, andere verschlimmern sich ohne Behandlung. Infektionen können sich ausbreiten, wenn sie nicht erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelte Infektionen können zu Entzündungen im Genitalbereich führen. In manchen Fällen breiten sie sich auf Gebärmutter oder Eileiter aus und verursachen stärkere Schmerzen oder Fieber. Langfristig können wiederkehrende Infektionen zudem das Wohlbefinden beeinträchtigen. Auch psychische Belastungen sind möglich, wenn Beschwerden anhalten oder Schamgefühle entstehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Veränderter Ausfluss kann viele Gründe haben. Häufig sind Infektionen durch Bakterien oder Pilze. Auch hormonelle Veränderungen, etwa in Pubertät Schwangerschaft oder Wechseljahren, spielen eine Rolle. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen enge oder synthetische Kleidung, übertriebene Intimhygiene, ungeschützter Geschlechtsverkehr und ein geschwächtes Immunsystem. Manchmal liegt auch eine Reizung durch Pflegeprodukte oder Allergien vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Abstriche und Untersuchungen klären, ob eine Infektion vorliegt. Je nach Ursache kommen vor allem antibakterielle oder antimykotische, also gegen Pilze wirkende Präparate zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Es hilft, auf eine milde Körperpflege zu achten, atmungsaktive Kleidung zu tragen und mögliche Reizstoffe zu meiden. Grenzen bestehen dort, wo Schmerzen Fieber, starker Geruch oder anhaltende Beschwerden auftreten. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt insbesondere während der Schwangerschaft.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.