CAPRELSA 100 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 16507178
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 100 mg
- Marke:
- CAPRELSA
- Hersteller:
- Orifarm GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Zur Erleichterung der Einnahme können Sie das Arzneimittel auch in einem halben Glas kohlensäurefreiem Wasser zerfallen lassen und sofort trinken. Stellen Sie sicher, dass keine Rückstände im Glas verbleiben.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Hautausschlag, Durchfall, Bluthochdruck sowie zu Veränderungen im EKG (verlängertes QT-Intervall) und zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Einnahme um mind. 12 Stunden verpasst: Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Einnahme um max. 12 Stunden verpasst: Nehmen Sie das Arzneimittel ein, sobald Sie daran denken und halten dann Ihren ursprünglichen Zeitplan ein.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche bis 18 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend der Körperoberfläche dosiert.
Beim Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Für Dosisanpassungen stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Fortgeschrittener Schilddrüsenkrebs (medulläres Schilddrüsenkarzinom) mit RET-Mutation
- Metastasierter Schilddrüsenkrebs (medulläres Schilddrüsenkarzinom) mit RET-Mutation
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Vandetanib gehört zu den Proteinkinase-Hemmern und hemmt bestimmte Enzyme, die so genannten Tyrosinkinasen, die von bestimmten Rezeptoren (Andockstellen), wie VEGF-, EGF- und RET-Rezeptoren, an der Oberfläche von Krebszellen benötigt werden und an der Zellteilung und dem Wachstum neuer Blutgefäße beteiligt sind. Dadurch führt Vandetanib zu einer verringerten Blutversorgung der Krebszellen und zu einer Hemmung des Tumorwachstums.
Nebenwirkungen
- Nasen-Rachen-Entzündung
- Entzündung der Bronchien
- Infektion der oberen Atemwege (URTI)
- Infektion der Harnwege
- Appetitlosigkeit
- Verminderter Kalziumgehalt im Blut (Hypokalzämie)
- Ein- und Durchschlafstörung
- Depression
- Kopfschmerzen
- Missempfindungen
- Missempfinden (Dysästhesie)
- Schwindelgefühl
- Verschwommenes Sehen
- Ablagerungen in der Hornhaut des Auges
- Hornhauttrübung am Auge
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
- Bluthochdruck
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Übelkeit
- Erbrechen
- Verdauungsbeschwerden
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Hautausschlag
- Hautreaktion
- Akne
- Trockene Haut (Xerodermie)
- Hautentzündung
- Juckreiz (Pruritus)
- Nagelerkrankung
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Nierensteine
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Müdigkeit
- Schmerzen
- Wassereinlagerung (Ödem)
- Lungenentzündung durch Infektion (Pneumonie)
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Grippe
- Harnblasenentzündung
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Entzündung des Haarfollikels
- Eitrige Entzündung eines Haarfollikels (Furunkel)
- Pilzinfektion
- Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Verminderter Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie)
- Zu hoher Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)
- Krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)
- Flüssigkeitsmangel
- Natriummangel
- Angst
- Zittern
- Schläfrigkeit mit erhöhter Reizschwelle
- Verlust des Bewusstseins
- Gleichgewichtsstörung
- Störung des Geschmacks
- Sehverschlechterung
- Sehen von Lichtringen
- Sehen von Blitzen
- Grüner Star (Glaukom)
- Bindehautentzündung
- Trockene Augen
- Hornhauterkrankung am Auge (Keratopathie)
- Akuter Blutdruckanstieg mit Symptomen ohne Organschäden (Hochdruckkrise)
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße
- Nasenbluten
- Bluthusten
- Lungenentzündung ohne Infektion (Pneumonitis)
- Kolonentzündung
- Mundtrockenheit
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Schwierigkeiten beim Schlucken
- Verstopfung
- Magenschleimhautentzündung
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Gallensteine
- Schmerzhafte Hautrötung und Schwellung an Händen u. Füßen (Hand-Fuß-Syndrom)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Schmerzhafte oder erschwerte Harnblasenentleerung
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Nierenversagen
- Verstärkter Harndrang
- Harndrang
- Fieber
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
- Anstieg der Aspartat-Aminotransferase (ASAT)-Konzentration im Blut
- Gewichtsabnahme
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Blinddarmentzündung (Appendizitis)
- Staphylokokkeninfektion
- Dickdarmentzündung (speziell der Divertikel)
- Entzündung des Unterhautzellgewebes (Zellulitis)
- Eiteransammlung (Abszess) an der Bauchwand
- Mangelversorgung an Nahrung
- Krampfanfälle
- Unwillkürliche, rhythmische Bewegungen
- Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hirnödem)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Angeborene EKG-Veränderung mit Verlängerung von QT (Long-QT-Syndrom)
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 5 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Ältere Patienten ab 75 Jahren: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Der Urin kann verfärbt werden.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Vor Behandlungsbeginn wird Ihr Arzt einen Test durchführen, um sicherzustellen, dass das Arzneimittel zur Behandlung der bei Ihnen vorliegenden Tumore geeignet ist.
Krebs
Was ist das? - Definition Krebs bezeichnet eine bösartige Gewebeneubildung. Tumorzellen vermehren sich unkontrolliert, sie wachsen in Nachbargewebe ein, zerstören gesundes Gewebe und bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.
Krankheitsbild
Unsere Zellen haben eine Art Lebenszyklus, in dem sich Phasen der Zellteilung mit Ruhephasen abwechseln. Dabei ist genau geregelt, wann sich die Zelle zu teilen und wann sie zu ruhen hat. Tumorzellen sind entartete Zellen, die sich nicht nach diesem Zyklus richten, sondern sich unkontrolliert ständig teilen und somit immer wachsen. Sie reagieren nicht mehr auf Signale, die das Wachstum in gesunden Geweben steuern, und können sich der Kontrolle durch das Immunsystem entziehen.
Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Etwa jeder vierte Mensch stirbt an den Folgen einer Krebserkrankung. Die häufigsten Tumorarten sind bei Frauen Brust-, Darm- und Lungenkrebs, bei Männern Prostata-, Darm- und Lungenkrebs. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko.
Symptome/Verlauf
Krebs entwickelt sich meist schleichend. In frühen Stadien verursacht er häufig keine Beschwerden. Erste Anzeichen sind oft unspezifisch:
- Starker, unerklärlicher Gewichtsverlust
- Müdigkeit, Leistungsschwäche, Appetitverlust
- Ungewöhnliche Geschmacksempfindungen, etwa Abneigung gegen Fleisch
- Schmerzen meist erst im fortgeschrittenen Stadium
Je nach betroffenem Organ kann es zusätzlich zu folgenden Symptomen kommen:
- Tastbare Knoten, z.B. in der Brust
- Blut im Stuhl oder geänderter Stuhlgang bei Darmkrebs
- Veränderungen an Haut oder Muttermalen
- Länger anhaltender Husten, besonders bei Rauchern
Eine sichere Diagnose ist nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) möglich.
Folgen/Komplikationen
Ohne Behandlung kann Krebs das betroffene Organ zerstören und Metastasen in anderen Körperregionen bilden. Diese Tochtergeschwülste sind oft besonders gefährlich, da sie weitere Organe schädigen können. Hierzu zählen etwa Leber, Lunge oder Knochen. Der Krebs kann auch über Lymphknoten oder Blutbahnen gestreut werden.
Wie eine Krebserkrankung verläuft, hängt stark davon ab, wie früh sie erkannt wird, wie aggressiv der Tumor ist und wie gut der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten ist. Manche Tumoren wachsen langsam, andere sehr rasch.
Dennoch ist Krebs heute nicht automatisch ein Todesurteil: Viele Tumoren lassen sich erfolgreich behandeln, manche sogar vollständig heilen, besonders wenn sie früh erkannt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Warum Zellen entarten, ist nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch zahlreiche bekannte Risikofaktoren:
- Rauchen ist Hauptursache vieler Krebsarten, v.a. Lungenkrebs
- Alkoholkonsum, besonders in Kombination mit Rauchen
- Ungesunde Ernährung, etwa wenig Ballaststoffe oder viel fett- und fleischreiche Lebensmittel
- Viren und Bakterien, z.B. Humane Papillomaviren/HPV (Gebärmutterhalskrebs), Hepatitis B (Leberkrebs), Helicobacter pylori (Magenkrebs)
- UV-Strahlung bei Hautkrebs
- Familiäre Vorbelastung
- Abwehrschwäche, z.B. durch HIV
Eine Krebserkrankung ist nicht ansteckend.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Je nach Krebsart kommen Operationen, Bestrahlungen, Chemotherapie oder moderne Immun- und zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Wichtig ist die frühzeitige Diagnose. Nach der Behandlung erfolgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
Was man selbst tun kann:
- Nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen
- Ausgewogen essen: viel Obst, Gemüse, Vollkorn, wenig Fett
- Auf Sonnenschutz achten
- Regelmäßige Bewegung und normales Körpergewicht halten
- An Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen
- Impfungen (z.B. gegen HPV, Hepatitis B) nutzen
- Unklare Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären lassen
Ob Krebspatienten von Nahrungsergänzungsmitteln, etwa mit bestimmten Vitaminen, oder anderen frei verkäuflichen Präparaten profitieren, müssen diese unbedingt mit den behandelnden Ärzten abklären. Einige Inhaltsstoffe können gewisse bösartige Tumore sogar noch fördern.
Auch nach einer Tumortherapie bedarf jeder Patient einer speziellen Weiterbehandlung und Betreuung. Das Ziel der regelmäßigen Nachuntersuchungen ist die rechtzeitige Erkennung eines erneuten Tumorwachstums. Daher sollten die vom Arzt empfohlenen Kontrolltermine unbedingt eingehalten werden.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 16507178
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 100 mg
- Marke:
- CAPRELSA
- Hersteller:
- Orifarm GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Zur Erleichterung der Einnahme können Sie das Arzneimittel auch in einem halben Glas kohlensäurefreiem Wasser zerfallen lassen und sofort trinken. Stellen Sie sicher, dass keine Rückstände im Glas verbleiben.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Hautausschlag, Durchfall, Bluthochdruck sowie zu Veränderungen im EKG (verlängertes QT-Intervall) und zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Einnahme um mind. 12 Stunden verpasst: Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Einnahme um max. 12 Stunden verpasst: Nehmen Sie das Arzneimittel ein, sobald Sie daran denken und halten dann Ihren ursprünglichen Zeitplan ein.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche bis 18 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend der Körperoberfläche dosiert.
Beim Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Für Dosisanpassungen stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Fortgeschrittener Schilddrüsenkrebs (medulläres Schilddrüsenkarzinom) mit RET-Mutation
- Metastasierter Schilddrüsenkrebs (medulläres Schilddrüsenkarzinom) mit RET-Mutation
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Vandetanib gehört zu den Proteinkinase-Hemmern und hemmt bestimmte Enzyme, die so genannten Tyrosinkinasen, die von bestimmten Rezeptoren (Andockstellen), wie VEGF-, EGF- und RET-Rezeptoren, an der Oberfläche von Krebszellen benötigt werden und an der Zellteilung und dem Wachstum neuer Blutgefäße beteiligt sind. Dadurch führt Vandetanib zu einer verringerten Blutversorgung der Krebszellen und zu einer Hemmung des Tumorwachstums.
Nebenwirkungen
- Nasen-Rachen-Entzündung
- Entzündung der Bronchien
- Infektion der oberen Atemwege (URTI)
- Infektion der Harnwege
- Appetitlosigkeit
- Verminderter Kalziumgehalt im Blut (Hypokalzämie)
- Ein- und Durchschlafstörung
- Depression
- Kopfschmerzen
- Missempfindungen
- Missempfinden (Dysästhesie)
- Schwindelgefühl
- Verschwommenes Sehen
- Ablagerungen in der Hornhaut des Auges
- Hornhauttrübung am Auge
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
- Bluthochdruck
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Übelkeit
- Erbrechen
- Verdauungsbeschwerden
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Hautausschlag
- Hautreaktion
- Akne
- Trockene Haut (Xerodermie)
- Hautentzündung
- Juckreiz (Pruritus)
- Nagelerkrankung
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Nierensteine
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Müdigkeit
- Schmerzen
- Wassereinlagerung (Ödem)
- Lungenentzündung durch Infektion (Pneumonie)
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Grippe
- Harnblasenentzündung
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Entzündung des Haarfollikels
- Eitrige Entzündung eines Haarfollikels (Furunkel)
- Pilzinfektion
- Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Verminderter Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie)
- Zu hoher Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)
- Krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)
- Flüssigkeitsmangel
- Natriummangel
- Angst
- Zittern
- Schläfrigkeit mit erhöhter Reizschwelle
- Verlust des Bewusstseins
- Gleichgewichtsstörung
- Störung des Geschmacks
- Sehverschlechterung
- Sehen von Lichtringen
- Sehen von Blitzen
- Grüner Star (Glaukom)
- Bindehautentzündung
- Trockene Augen
- Hornhauterkrankung am Auge (Keratopathie)
- Akuter Blutdruckanstieg mit Symptomen ohne Organschäden (Hochdruckkrise)
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße
- Nasenbluten
- Bluthusten
- Lungenentzündung ohne Infektion (Pneumonitis)
- Kolonentzündung
- Mundtrockenheit
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Schwierigkeiten beim Schlucken
- Verstopfung
- Magenschleimhautentzündung
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Gallensteine
- Schmerzhafte Hautrötung und Schwellung an Händen u. Füßen (Hand-Fuß-Syndrom)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Schmerzhafte oder erschwerte Harnblasenentleerung
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Nierenversagen
- Verstärkter Harndrang
- Harndrang
- Fieber
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
- Anstieg der Aspartat-Aminotransferase (ASAT)-Konzentration im Blut
- Gewichtsabnahme
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Blinddarmentzündung (Appendizitis)
- Staphylokokkeninfektion
- Dickdarmentzündung (speziell der Divertikel)
- Entzündung des Unterhautzellgewebes (Zellulitis)
- Eiteransammlung (Abszess) an der Bauchwand
- Mangelversorgung an Nahrung
- Krampfanfälle
- Unwillkürliche, rhythmische Bewegungen
- Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hirnödem)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Angeborene EKG-Veränderung mit Verlängerung von QT (Long-QT-Syndrom)
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 5 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Ältere Patienten ab 75 Jahren: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Der Urin kann verfärbt werden.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Vor Behandlungsbeginn wird Ihr Arzt einen Test durchführen, um sicherzustellen, dass das Arzneimittel zur Behandlung der bei Ihnen vorliegenden Tumore geeignet ist.
Krebs
Was ist das? - Definition Krebs bezeichnet eine bösartige Gewebeneubildung. Tumorzellen vermehren sich unkontrolliert, sie wachsen in Nachbargewebe ein, zerstören gesundes Gewebe und bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.
Krankheitsbild
Unsere Zellen haben eine Art Lebenszyklus, in dem sich Phasen der Zellteilung mit Ruhephasen abwechseln. Dabei ist genau geregelt, wann sich die Zelle zu teilen und wann sie zu ruhen hat. Tumorzellen sind entartete Zellen, die sich nicht nach diesem Zyklus richten, sondern sich unkontrolliert ständig teilen und somit immer wachsen. Sie reagieren nicht mehr auf Signale, die das Wachstum in gesunden Geweben steuern, und können sich der Kontrolle durch das Immunsystem entziehen.
Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Etwa jeder vierte Mensch stirbt an den Folgen einer Krebserkrankung. Die häufigsten Tumorarten sind bei Frauen Brust-, Darm- und Lungenkrebs, bei Männern Prostata-, Darm- und Lungenkrebs. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko.
Symptome/Verlauf
Krebs entwickelt sich meist schleichend. In frühen Stadien verursacht er häufig keine Beschwerden. Erste Anzeichen sind oft unspezifisch:
- Starker, unerklärlicher Gewichtsverlust
- Müdigkeit, Leistungsschwäche, Appetitverlust
- Ungewöhnliche Geschmacksempfindungen, etwa Abneigung gegen Fleisch
- Schmerzen meist erst im fortgeschrittenen Stadium
Je nach betroffenem Organ kann es zusätzlich zu folgenden Symptomen kommen:
- Tastbare Knoten, z.B. in der Brust
- Blut im Stuhl oder geänderter Stuhlgang bei Darmkrebs
- Veränderungen an Haut oder Muttermalen
- Länger anhaltender Husten, besonders bei Rauchern
Eine sichere Diagnose ist nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) möglich.
Folgen/Komplikationen
Ohne Behandlung kann Krebs das betroffene Organ zerstören und Metastasen in anderen Körperregionen bilden. Diese Tochtergeschwülste sind oft besonders gefährlich, da sie weitere Organe schädigen können. Hierzu zählen etwa Leber, Lunge oder Knochen. Der Krebs kann auch über Lymphknoten oder Blutbahnen gestreut werden.
Wie eine Krebserkrankung verläuft, hängt stark davon ab, wie früh sie erkannt wird, wie aggressiv der Tumor ist und wie gut der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten ist. Manche Tumoren wachsen langsam, andere sehr rasch.
Dennoch ist Krebs heute nicht automatisch ein Todesurteil: Viele Tumoren lassen sich erfolgreich behandeln, manche sogar vollständig heilen, besonders wenn sie früh erkannt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Warum Zellen entarten, ist nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch zahlreiche bekannte Risikofaktoren:
- Rauchen ist Hauptursache vieler Krebsarten, v.a. Lungenkrebs
- Alkoholkonsum, besonders in Kombination mit Rauchen
- Ungesunde Ernährung, etwa wenig Ballaststoffe oder viel fett- und fleischreiche Lebensmittel
- Viren und Bakterien, z.B. Humane Papillomaviren/HPV (Gebärmutterhalskrebs), Hepatitis B (Leberkrebs), Helicobacter pylori (Magenkrebs)
- UV-Strahlung bei Hautkrebs
- Familiäre Vorbelastung
- Abwehrschwäche, z.B. durch HIV
Eine Krebserkrankung ist nicht ansteckend.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Je nach Krebsart kommen Operationen, Bestrahlungen, Chemotherapie oder moderne Immun- und zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Wichtig ist die frühzeitige Diagnose. Nach der Behandlung erfolgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
Was man selbst tun kann:
- Nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen
- Ausgewogen essen: viel Obst, Gemüse, Vollkorn, wenig Fett
- Auf Sonnenschutz achten
- Regelmäßige Bewegung und normales Körpergewicht halten
- An Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen
- Impfungen (z.B. gegen HPV, Hepatitis B) nutzen
- Unklare Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären lassen
Ob Krebspatienten von Nahrungsergänzungsmitteln, etwa mit bestimmten Vitaminen, oder anderen frei verkäuflichen Präparaten profitieren, müssen diese unbedingt mit den behandelnden Ärzten abklären. Einige Inhaltsstoffe können gewisse bösartige Tumore sogar noch fördern.
Auch nach einer Tumortherapie bedarf jeder Patient einer speziellen Weiterbehandlung und Betreuung. Das Ziel der regelmäßigen Nachuntersuchungen ist die rechtzeitige Erkennung eines erneuten Tumorwachstums. Daher sollten die vom Arzt empfohlenen Kontrolltermine unbedingt eingehalten werden.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.