CIPROFLOXACIN HEC Pharm 250 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 13582162
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 14 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 250 mg
- Marke:
- CIPROFLOXACIN
- Hersteller:
- HEC Pharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Zittern und Verwirrung. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Bei Harnblasenentzündung:
Bei Harnblasenentzündung (einmalige Gabe):
Bei Gonorrhoe und Gebärmutterhalsentzündung (einmalige Gabe):
Bei komplizierter Harnblasenentzündung, unkomplizierten Infektionen der Niere und bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes:
Bei Milzbrand:
Zur Vorbeugung gegen Hirnhautentzündung (einmalige Gabe):
Bei Mukoviszidose, Milzbrand und komplizierten Infektionen der Harnwege und der Niere: Für Kinder und Jugendliche wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Mukoviszidose, bei einer akuten bakteriellen Infektion
- Bakterieninfektion der Harnwege (kompliziert)
- Bakterieninfektion der Niere
- Milzbrand
- Bakterieninfektionen, wie:
- Bakterieninfektion der Harnwege, wie:
-
- Harnblasenentzündung
- Bakterieninfektion der Niere
- Bakterieninfektionen des Becken- und Bauchraumes
- Bakterieninfektionen der Geschlechtsorgane, wie:
-
- Gebärmutterhalsentzündung
-
- Prostataentzündung, vor allem, wenn sie chronisch ist
-
- Hoden- und Nebenhodenentzündung
-
- Gonorrhoe (Tripper)
- Bakterieninfektionen der Atemwege, wie:
-
- Lungenentzündung
-
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
-
- Bronchiektasen
-
- Mukoviszidose, bei einer akuten bakteriellen Infektion
- Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
- Milzbrand
- Bakterieninfektionen des Magen-Darm-Traktes
-
- Reisedurchfälle
- Bakterieninfektionen der Haut und des Gewebe
- Bakterieninfektion der Knochen und Gelenke
- Bakterieninfektionen bei Abwehrschwäche, bedingt durch Krankheit oder Behandlung mit abwehrunterdrückenden Medikamenten
- Vorbeugung gegen eine Hirnhautentzündung durch bestimmte Bakterien (Meningokokken)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2-3 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene Frauen bis 45 Jahre, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu den Antibiotika und tötet bestimmte Bakterien ab, indem er deren Erbgut schädigt. Das Erbgut ist nicht nur für die Weitergabe von Informationen während der Vermehrung der Zellen wichtig, sondern speichert auch Informationen über die Funktion des Stoffwechsels und die Produktion von Zellbestandteilen. Wird das Erbgut geschädigt, so bricht der Stoffwechsel in der Bakterienzelle zusammen und sie stirbt.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Geschmacksstörungen
- Kopfschmerzen
- Benommenheit
- Schlafstörungen
- Unruhe
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Nesselausschlag
- Nierenfunktionsstörung
- Anstieg der Leberwerte
- Veränderung des Blutbildes, wie:
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Sehnenentzündung, betroffen ist vor allem die Achillessehne
- Sehnenscheidenentzündung
- Sehnenrisse, betroffen ist vor allem die Achillessehne
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Infektionen mit anderen Bakterien oder mit Hefepilzen
- Allgemeine Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankung, wie:
- Herzschwäche
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Pulserniedrigung
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
- Neigung zu Krampfanfällen, d.h. in der eigenen Vorgeschichte sind epileptische Anfälle bekannt
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Kaliummangel
- Erniedrigter Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)
- Glucose-6-phosphat-dehydrogenase-Mangel - (spezielle vererbte Stoffwechselstörung)
- Myasthenia gravis (Erkrankung des Nervensystems mit Muskelerschlaffung)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge unter 1 Jahr: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Milch und Milchprodukte (Quark, Joghurt, Käse), ebenso Mineralwasser, mit Kalzium angereicherte Getränke und Mineralstoffpräparate, sind innerhalb von 2 Stunden vor und 4 Stunden nach der Einnahme zu meiden.
- Kaffee, Cola-Getränke, Mate-Tee sowie grüner und schwarzer Tee sollen während der Behandlung mit dem Medikament vermieden werden.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Kinder:
Erwachsene:
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie schwere und langanhaltende Durchfälle auftreten.
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen plötzlich Bauch-, Brust- oder Rückenschmerzen, akute Atemnot, Herzklopfen oder Wasseransammlungen im Bauchraum oder in den unteren Gliedmaßen auftreten.
Es gibt verschiedene Erreger, die eine Erkrankung verursachen können. Ob das Arzneimittel gegen die vorliegende Infektion wirksam ist, kann nur der Arzt entscheiden.
Mukoviszidose
Was ist das? - Definition Mukoviszidose ist eine angeborene Erkrankung bei, der ein zäher Schleim in verschiedenen Organen entsteht. Vor allem Lunge und Verdauungssystem sind betroffen. Der Schleim behindert die Atmung und die Aufnahme von Nährstoffen. Die Krankheit beginnt meist im Kindesalter und begleitet Betroffene lebenslang. Eine frühe Behandlung kann Beschwerden lindern und Komplikationen verzögern.
Krankheitsbild
Bei der Mukoviszidose arbeitet das sogenannte CFTR-Protein fehlerhaft. Diese angeborene genetische Veränderung führt dazu, dass dieses Protein entweder falsch gefaltet wird, gar nicht erst hergestellt wird oder zwar entsteht, aber nicht richtig an die Zelloberfläche gelangt. Dadurch kann der Körper Salz und Wasser nicht normal transportieren, was letztlich den zähen Schleim verursacht, der für Mukoviszidose verantwortlich ist. Die Erkrankung verläuft chronisch und zeigt sich in unterschiedlichen Schweregraden.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Häufige Anzeichen sind anhaltender Husten wiederkehrende Infekte und Probleme bei der Verdauung. Viele Betroffene nehmen als Kinder und Jugendliche schlecht zu oder bleiben im Wachstum zurück. Im Verlauf kann die Lungenfunktion zunehmend eingeschränkt sein. Zu den wichtigen Symptomen zählen:
- Husten mit zähem Schleim
- Häufige Atemwegsinfekte
- Bauchschmerzen und fettige Stühle
- Müdigkeit und verringerte Belastbarkeit
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Lungenschäden führen. Wiederkehrende Infektionen belasten das Gewebe und können Atemnot verursachen. Auch die Verdauung bleibt beeinträchtigt, was zu Mangelernährung führt. Im späteren Verlauf können Diabetes, Leberprobleme oder Knochenschwäche auftreten. Die Lebensqualität hängt stark davon ab, wie gut sich die Erkrankung kontrollieren lässt.
Ursachen/Risikofaktoren
Mukoviszidose entsteht durch eine genetische Veränderung, die von beiden Elternteilen vererbt wird. Risikofaktoren im üblichen Sinn gibt es daher nicht. Die Erkrankung tritt nur auf, wenn das veränderte Gen doppelt, also von beiden Elternteilen, vorliegt. Sie ist nicht ansteckend und entsteht unabhängig von Lebensstil oder Umwelt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Im Zentrum der aktuellen Therapie stehen sogenannte CFTR-Modulatoren. Diese Medikamente setzen direkt am fehlerhaften CFTR-Protein an, das bei Mukoviszidose nicht richtig arbeitet. Zur klassischen Behandlung zählen Atemtherapie, Medikamente aus Gruppen wie Schleimlösern und entzündungshemmenden Mitteln sowie Enzyme für die Verdauung.
Das kann man selbst tun: Regelmäßige Atemübungen durchführen und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Grenzen bestehen, wenn Atemnot zunimmt, Fieber auftritt oder Infekte nicht abklingen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Entzündungen der Niere und der Harnwege
Was ist das? - Definition Harnwegs- und Niereninfektionen sind meist bakterielle Entzündungen der unteren oder oberen Harnwege (z. B. Blase, Harnröhre, Prostata oder Nierenbecken), die sich in Symptomen, Verlauf und Behandlung unterscheiden. Sie heilen meist gut aus, können aber unbehandelt teilweise zu ernsthaften Komplikationen führen.
Krankheitsbild
Die Harnwege werden beim Menschen in obere und untere Harnwege eingeteilt. Zu den Entzündungen der unteren Harnwege gehören die Blasenentzündung (Zystis), die Harnröhrenentzündung (Urethritis) und die Prostataentzündung (Prostatitis). Sind die oberen Harnwege betroffen, kommt es zu einer sogenannten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). In den meisten Fällen lösen Bakterien die Infektionen aus. Es können aber auch Viren oder Pilze beteiligt sein. Die Erkrankungen unterscheiden sich in Symptomatik, Verlauf und Behandlung. Männer und Frauen sind unterschiedlich oft betroffen.
Symptome/Verlauf
Frauen haben deutlich häufiger als Männer eine Blaseninfektion. Zu den Gründen gehören etwa die geringe Länge der Harnröhre sowie die Nähe zu Vagina und After. Das erhöht die Gefahr einer bakteriellen Infektion. Eine Blasenentzündung äußert sich in der Regel durch häufigen Harndrang und schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen. Ältere Menschen haben diese typischen Symptome teilweise nicht. Liegen keine weiteren Erkrankungen vor, heilt eine Blaseninfektion häufig innerhalb einer Woche von allein aus. Halten die Beschwerden länger als ein paar Tage an, kommt es zu Fieber, Rückenschmerzen, Blut im Urin oder liegt eine Schwangerschaft vor, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine medikamentöse Behandlung kann die Symptome verringern und den Krankheitsverlauf verkürzen. Bei Männern wird eine Blasenentzündung mitunter durch eine bakterielle Entzündung der Prostata (Prostatits) hervorgerufen, die sich durch Schmerzen im Dammbereich, Fieber und Schüttelfrost äußert. Eine Prostatitis sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Mitunter breitet sich eine Infektion der Harnwege weiter aus und führt zu einer Nierenbeckenentzündung. Typische Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In den allermeisten Fällen lösen Escherichia-Coli-Bakterien die Infektion aus. Harnröhreninfekte werden meist durch Bakterien wie etwa Clamydien oder Gonokokken (Tripper) übertragen. Vor allem Männer haben Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder Ausfluss aus der Harnröhre. Frauen haben seltener Symptome. Erfolgt keine Behandlung kann sich die Infektion ausweiten.
Folgen/Komplikationen
Harnwegsinfekte können sich auf die Nieren, Eierstöcke oder Hoden ausweiten und sollten unbedingt behandelt werden. Daneben besteht die Gefahr, dass akute Nieren- und Harnwegsentzündungen in eine chronische Verlaufsform übergehen. Veränderungen des Nierengewebes können die Folge sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Gerade Frauen bekommen aufgrund der Kürze und Lage ihrer Harnwege oft eine wiederkehrende Blasenentzündung. Menschen mit Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Blasenentzündungen und sollten bei Anzeichen unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Schwangere, Menschen mit anderen Vorerkrankungen und wenn Symptome wie Fieber, Rückenschmerzen oder Übelkeit hinzukommen. Auch Männer sollten Harnwegsinfekte immer ernst nehmen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Eine Blasenentzündung tritt bei ihnen zwar seltener auf, hat aber öfter Ursachen, die abgeklärt werden sollten wie zum Beispiel eine vergrößerte Prostata, Prostatitis oder Blasensteine. Eine Harnröhrenentzündung geht bei Männern häufiger auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurück und kann durch Tripper-Bakterien verursacht sein.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt kann der Arzt durch Urin-, Bluttest oder bildgebende Verfahren die Ursache des Infekts abklären und behandeln. Häufig kommen Antibiotika und schmerzstillende Mittel zum Einsatz. Bei einer Blasenentzündung können auch pflanzliche Präparate helfen. Manchmal stellt der Arzt auch zugrundeliegende Erkrankungen wie Nierensteine, verengte Harnwege, vergrößerte Prostata oder Diabetes fest und leitet eine entsprechende Behandlung ein.
Das kann man selbst tun: Diese Maßnahmen können gegen wiederkehrende Blasenentzündungen bei Frauen, aber auch generell zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen helfen:
- mindestens 1,5 Liter am Tag trinken
- regelmäßiges Wasserlassen
- nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren
- nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen
- geschützter Geschlechtsverkehr.
Bearbeitungsstand: 18.03.2026
Quellenangabe:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Prostataentzündung
Was ist das? - Definition Eine Prostataentzündung, fachsprachlich Prostatitis, ist eine schmerzhafte Reizung oder Infektion der Prostata. Sie kann akut und plötzlich auftreten, aber auch chronisch über längere Zeit Beschwerden verursachen. Häufig führt sie zu Problemen beim Wasserlassen und unangenehmen Schmerzen im Beckenbereich.
Krankheitsbild
Die Prostataentzündung kann akut mit intensiven Beschwerden beginnen oder langsam und dauerhaft verlaufen. Sie betrifft vor allem Männer im mittleren oder höheren Alter. Neben einer bakteriellen Ursache gibt es auch Formen ohne nachweisbare Erreger. Beide Varianten können die Lebensqualität spürbar einschränken.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig treten auf:
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Druck oder Ziehen im Unterbauch oder Rücken
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Fieber und Unwohlsein bei akuter Form
Eine Prostataentzündung verläuft bei der akuten Form meist plötzlich und heftig. Die chronische Form entwickelt sich langsamer und kann über Monate anhalten.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können weitere Beschwerden entstehen. Manche Betroffene entwickeln wiederkehrende Infektionen oder anhaltende Schmerzen im Beckenbereich. In seltenen Fällen kann sich ein Abszess bilden, der eine gezielte medizinische Behandlung nötig macht. Auch Probleme beim Wasserlassen können sich verstärken und das alltägliche Leben belasten.
Ursachen/Risikofaktoren
Eine häufige Ursache sind Bakterien, die über die Harnwege in die Prostata gelangen. Es gibt aber auch nicht bakterielle Formen, deren Auslöser oft unklar bleiben. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Harnwegsinfektionen, eine gutartig vergrößerte Prostata, ein geschwächtes Immunsystem und eine sitzende Tätigkeit mit wenig Bewegung. Auch Stress und Beckenbodenverspannungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit genauso wie frühere Infektionen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt; Er kann bei bakterieller Form geeignete Antibiotika verordnen und bei starken Beschwerden entzündungshemmende oder schmerzlindernde Mittel einsetzen.
Das kann man selbst tun: Wärme, lokale Entspannung, ausreichend Flüssigkeit und Schonung unterstützen die Heilung. Die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn Fieber starke Schmerzen oder zunehmende Beschwerden auftreten. Dann ist ärztliche Behandlung unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 02.04.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 13582162
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 14 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 250 mg
- Marke:
- CIPROFLOXACIN
- Hersteller:
- HEC Pharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Zittern und Verwirrung. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Bei Harnblasenentzündung:
Bei Harnblasenentzündung (einmalige Gabe):
Bei Gonorrhoe und Gebärmutterhalsentzündung (einmalige Gabe):
Bei komplizierter Harnblasenentzündung, unkomplizierten Infektionen der Niere und bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes:
Bei Milzbrand:
Zur Vorbeugung gegen Hirnhautentzündung (einmalige Gabe):
Bei Mukoviszidose, Milzbrand und komplizierten Infektionen der Harnwege und der Niere: Für Kinder und Jugendliche wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Mukoviszidose, bei einer akuten bakteriellen Infektion
- Bakterieninfektion der Harnwege (kompliziert)
- Bakterieninfektion der Niere
- Milzbrand
- Bakterieninfektionen, wie:
- Bakterieninfektion der Harnwege, wie:
-
- Harnblasenentzündung
- Bakterieninfektion der Niere
- Bakterieninfektionen des Becken- und Bauchraumes
- Bakterieninfektionen der Geschlechtsorgane, wie:
-
- Gebärmutterhalsentzündung
-
- Prostataentzündung, vor allem, wenn sie chronisch ist
-
- Hoden- und Nebenhodenentzündung
-
- Gonorrhoe (Tripper)
- Bakterieninfektionen der Atemwege, wie:
-
- Lungenentzündung
-
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
-
- Bronchiektasen
-
- Mukoviszidose, bei einer akuten bakteriellen Infektion
- Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
- Milzbrand
- Bakterieninfektionen des Magen-Darm-Traktes
-
- Reisedurchfälle
- Bakterieninfektionen der Haut und des Gewebe
- Bakterieninfektion der Knochen und Gelenke
- Bakterieninfektionen bei Abwehrschwäche, bedingt durch Krankheit oder Behandlung mit abwehrunterdrückenden Medikamenten
- Vorbeugung gegen eine Hirnhautentzündung durch bestimmte Bakterien (Meningokokken)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2-3 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene Frauen bis 45 Jahre, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu den Antibiotika und tötet bestimmte Bakterien ab, indem er deren Erbgut schädigt. Das Erbgut ist nicht nur für die Weitergabe von Informationen während der Vermehrung der Zellen wichtig, sondern speichert auch Informationen über die Funktion des Stoffwechsels und die Produktion von Zellbestandteilen. Wird das Erbgut geschädigt, so bricht der Stoffwechsel in der Bakterienzelle zusammen und sie stirbt.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Geschmacksstörungen
- Kopfschmerzen
- Benommenheit
- Schlafstörungen
- Unruhe
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Nesselausschlag
- Nierenfunktionsstörung
- Anstieg der Leberwerte
- Veränderung des Blutbildes, wie:
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Sehnenentzündung, betroffen ist vor allem die Achillessehne
- Sehnenscheidenentzündung
- Sehnenrisse, betroffen ist vor allem die Achillessehne
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Infektionen mit anderen Bakterien oder mit Hefepilzen
- Allgemeine Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankung, wie:
- Herzschwäche
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Pulserniedrigung
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
- Neigung zu Krampfanfällen, d.h. in der eigenen Vorgeschichte sind epileptische Anfälle bekannt
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Kaliummangel
- Erniedrigter Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)
- Glucose-6-phosphat-dehydrogenase-Mangel - (spezielle vererbte Stoffwechselstörung)
- Myasthenia gravis (Erkrankung des Nervensystems mit Muskelerschlaffung)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge unter 1 Jahr: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Milch und Milchprodukte (Quark, Joghurt, Käse), ebenso Mineralwasser, mit Kalzium angereicherte Getränke und Mineralstoffpräparate, sind innerhalb von 2 Stunden vor und 4 Stunden nach der Einnahme zu meiden.
- Kaffee, Cola-Getränke, Mate-Tee sowie grüner und schwarzer Tee sollen während der Behandlung mit dem Medikament vermieden werden.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Kinder:
Erwachsene:
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie schwere und langanhaltende Durchfälle auftreten.
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen plötzlich Bauch-, Brust- oder Rückenschmerzen, akute Atemnot, Herzklopfen oder Wasseransammlungen im Bauchraum oder in den unteren Gliedmaßen auftreten.
Es gibt verschiedene Erreger, die eine Erkrankung verursachen können. Ob das Arzneimittel gegen die vorliegende Infektion wirksam ist, kann nur der Arzt entscheiden.
Mukoviszidose
Was ist das? - Definition Mukoviszidose ist eine angeborene Erkrankung bei, der ein zäher Schleim in verschiedenen Organen entsteht. Vor allem Lunge und Verdauungssystem sind betroffen. Der Schleim behindert die Atmung und die Aufnahme von Nährstoffen. Die Krankheit beginnt meist im Kindesalter und begleitet Betroffene lebenslang. Eine frühe Behandlung kann Beschwerden lindern und Komplikationen verzögern.
Krankheitsbild
Bei der Mukoviszidose arbeitet das sogenannte CFTR-Protein fehlerhaft. Diese angeborene genetische Veränderung führt dazu, dass dieses Protein entweder falsch gefaltet wird, gar nicht erst hergestellt wird oder zwar entsteht, aber nicht richtig an die Zelloberfläche gelangt. Dadurch kann der Körper Salz und Wasser nicht normal transportieren, was letztlich den zähen Schleim verursacht, der für Mukoviszidose verantwortlich ist. Die Erkrankung verläuft chronisch und zeigt sich in unterschiedlichen Schweregraden.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Häufige Anzeichen sind anhaltender Husten wiederkehrende Infekte und Probleme bei der Verdauung. Viele Betroffene nehmen als Kinder und Jugendliche schlecht zu oder bleiben im Wachstum zurück. Im Verlauf kann die Lungenfunktion zunehmend eingeschränkt sein. Zu den wichtigen Symptomen zählen:
- Husten mit zähem Schleim
- Häufige Atemwegsinfekte
- Bauchschmerzen und fettige Stühle
- Müdigkeit und verringerte Belastbarkeit
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Lungenschäden führen. Wiederkehrende Infektionen belasten das Gewebe und können Atemnot verursachen. Auch die Verdauung bleibt beeinträchtigt, was zu Mangelernährung führt. Im späteren Verlauf können Diabetes, Leberprobleme oder Knochenschwäche auftreten. Die Lebensqualität hängt stark davon ab, wie gut sich die Erkrankung kontrollieren lässt.
Ursachen/Risikofaktoren
Mukoviszidose entsteht durch eine genetische Veränderung, die von beiden Elternteilen vererbt wird. Risikofaktoren im üblichen Sinn gibt es daher nicht. Die Erkrankung tritt nur auf, wenn das veränderte Gen doppelt, also von beiden Elternteilen, vorliegt. Sie ist nicht ansteckend und entsteht unabhängig von Lebensstil oder Umwelt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Im Zentrum der aktuellen Therapie stehen sogenannte CFTR-Modulatoren. Diese Medikamente setzen direkt am fehlerhaften CFTR-Protein an, das bei Mukoviszidose nicht richtig arbeitet. Zur klassischen Behandlung zählen Atemtherapie, Medikamente aus Gruppen wie Schleimlösern und entzündungshemmenden Mitteln sowie Enzyme für die Verdauung.
Das kann man selbst tun: Regelmäßige Atemübungen durchführen und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Grenzen bestehen, wenn Atemnot zunimmt, Fieber auftritt oder Infekte nicht abklingen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Entzündungen der Niere und der Harnwege
Was ist das? - Definition Harnwegs- und Niereninfektionen sind meist bakterielle Entzündungen der unteren oder oberen Harnwege (z. B. Blase, Harnröhre, Prostata oder Nierenbecken), die sich in Symptomen, Verlauf und Behandlung unterscheiden. Sie heilen meist gut aus, können aber unbehandelt teilweise zu ernsthaften Komplikationen führen.
Krankheitsbild
Die Harnwege werden beim Menschen in obere und untere Harnwege eingeteilt. Zu den Entzündungen der unteren Harnwege gehören die Blasenentzündung (Zystis), die Harnröhrenentzündung (Urethritis) und die Prostataentzündung (Prostatitis). Sind die oberen Harnwege betroffen, kommt es zu einer sogenannten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). In den meisten Fällen lösen Bakterien die Infektionen aus. Es können aber auch Viren oder Pilze beteiligt sein. Die Erkrankungen unterscheiden sich in Symptomatik, Verlauf und Behandlung. Männer und Frauen sind unterschiedlich oft betroffen.
Symptome/Verlauf
Frauen haben deutlich häufiger als Männer eine Blaseninfektion. Zu den Gründen gehören etwa die geringe Länge der Harnröhre sowie die Nähe zu Vagina und After. Das erhöht die Gefahr einer bakteriellen Infektion. Eine Blasenentzündung äußert sich in der Regel durch häufigen Harndrang und schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen. Ältere Menschen haben diese typischen Symptome teilweise nicht. Liegen keine weiteren Erkrankungen vor, heilt eine Blaseninfektion häufig innerhalb einer Woche von allein aus. Halten die Beschwerden länger als ein paar Tage an, kommt es zu Fieber, Rückenschmerzen, Blut im Urin oder liegt eine Schwangerschaft vor, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine medikamentöse Behandlung kann die Symptome verringern und den Krankheitsverlauf verkürzen. Bei Männern wird eine Blasenentzündung mitunter durch eine bakterielle Entzündung der Prostata (Prostatits) hervorgerufen, die sich durch Schmerzen im Dammbereich, Fieber und Schüttelfrost äußert. Eine Prostatitis sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Mitunter breitet sich eine Infektion der Harnwege weiter aus und führt zu einer Nierenbeckenentzündung. Typische Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In den allermeisten Fällen lösen Escherichia-Coli-Bakterien die Infektion aus. Harnröhreninfekte werden meist durch Bakterien wie etwa Clamydien oder Gonokokken (Tripper) übertragen. Vor allem Männer haben Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder Ausfluss aus der Harnröhre. Frauen haben seltener Symptome. Erfolgt keine Behandlung kann sich die Infektion ausweiten.
Folgen/Komplikationen
Harnwegsinfekte können sich auf die Nieren, Eierstöcke oder Hoden ausweiten und sollten unbedingt behandelt werden. Daneben besteht die Gefahr, dass akute Nieren- und Harnwegsentzündungen in eine chronische Verlaufsform übergehen. Veränderungen des Nierengewebes können die Folge sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Gerade Frauen bekommen aufgrund der Kürze und Lage ihrer Harnwege oft eine wiederkehrende Blasenentzündung. Menschen mit Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Blasenentzündungen und sollten bei Anzeichen unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Schwangere, Menschen mit anderen Vorerkrankungen und wenn Symptome wie Fieber, Rückenschmerzen oder Übelkeit hinzukommen. Auch Männer sollten Harnwegsinfekte immer ernst nehmen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Eine Blasenentzündung tritt bei ihnen zwar seltener auf, hat aber öfter Ursachen, die abgeklärt werden sollten wie zum Beispiel eine vergrößerte Prostata, Prostatitis oder Blasensteine. Eine Harnröhrenentzündung geht bei Männern häufiger auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurück und kann durch Tripper-Bakterien verursacht sein.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt kann der Arzt durch Urin-, Bluttest oder bildgebende Verfahren die Ursache des Infekts abklären und behandeln. Häufig kommen Antibiotika und schmerzstillende Mittel zum Einsatz. Bei einer Blasenentzündung können auch pflanzliche Präparate helfen. Manchmal stellt der Arzt auch zugrundeliegende Erkrankungen wie Nierensteine, verengte Harnwege, vergrößerte Prostata oder Diabetes fest und leitet eine entsprechende Behandlung ein.
Das kann man selbst tun: Diese Maßnahmen können gegen wiederkehrende Blasenentzündungen bei Frauen, aber auch generell zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen helfen:
- mindestens 1,5 Liter am Tag trinken
- regelmäßiges Wasserlassen
- nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren
- nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen
- geschützter Geschlechtsverkehr.
Bearbeitungsstand: 18.03.2026
Quellenangabe:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Prostataentzündung
Was ist das? - Definition Eine Prostataentzündung, fachsprachlich Prostatitis, ist eine schmerzhafte Reizung oder Infektion der Prostata. Sie kann akut und plötzlich auftreten, aber auch chronisch über längere Zeit Beschwerden verursachen. Häufig führt sie zu Problemen beim Wasserlassen und unangenehmen Schmerzen im Beckenbereich.
Krankheitsbild
Die Prostataentzündung kann akut mit intensiven Beschwerden beginnen oder langsam und dauerhaft verlaufen. Sie betrifft vor allem Männer im mittleren oder höheren Alter. Neben einer bakteriellen Ursache gibt es auch Formen ohne nachweisbare Erreger. Beide Varianten können die Lebensqualität spürbar einschränken.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig treten auf:
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Druck oder Ziehen im Unterbauch oder Rücken
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Fieber und Unwohlsein bei akuter Form
Eine Prostataentzündung verläuft bei der akuten Form meist plötzlich und heftig. Die chronische Form entwickelt sich langsamer und kann über Monate anhalten.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können weitere Beschwerden entstehen. Manche Betroffene entwickeln wiederkehrende Infektionen oder anhaltende Schmerzen im Beckenbereich. In seltenen Fällen kann sich ein Abszess bilden, der eine gezielte medizinische Behandlung nötig macht. Auch Probleme beim Wasserlassen können sich verstärken und das alltägliche Leben belasten.
Ursachen/Risikofaktoren
Eine häufige Ursache sind Bakterien, die über die Harnwege in die Prostata gelangen. Es gibt aber auch nicht bakterielle Formen, deren Auslöser oft unklar bleiben. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Harnwegsinfektionen, eine gutartig vergrößerte Prostata, ein geschwächtes Immunsystem und eine sitzende Tätigkeit mit wenig Bewegung. Auch Stress und Beckenbodenverspannungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit genauso wie frühere Infektionen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt; Er kann bei bakterieller Form geeignete Antibiotika verordnen und bei starken Beschwerden entzündungshemmende oder schmerzlindernde Mittel einsetzen.
Das kann man selbst tun: Wärme, lokale Entspannung, ausreichend Flüssigkeit und Schonung unterstützen die Heilung. Die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn Fieber starke Schmerzen oder zunehmende Beschwerden auftreten. Dann ist ärztliche Behandlung unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 02.04.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.