DABIGATRAN ETEXILATE Accord 75 mg Hartkapseln
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Pharmazeutische Informationen
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18407452
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Hartkapseln)
- Packungsgröße:
- 60 x 1 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 75 mg
- Marke:
- DABIGATRAN
- Hersteller:
- Accord Healthcare GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Zur Einnahme sollten Sie die Kapseln nicht öffnen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Allgemeine Behandlungsdauer: Nach Hüftoperation 28 bis 35 Tage, nach Knieoperation 10 Tage.
Überdosierung?
Es kann zu Überdosierungserscheinungen wie einem erhöhten Blutungsrisiko kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen richtet sich nach dem Alter und Körpergewicht und wird von Ihrem Arzt bestimmt.
Ältere Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Vorbeugung von Gefäßverschluss mit Lungenembolie bei Hüft- und Kniegelenkersatzoperation
- Vorbeugung und Behandlung von Gefäßverschuss durch Blutpfropf (venöse Thromboembolien) bei Kindern und Jugendlichen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Dabigatran ist ein Arzneistoff zur Hemmung der Blutgerinnung. Der Wirkstoff ist ein direkter Thrombinhemmer. Da Thrombin in der Gerinnungskaskade eine wichtige Rolle spielt, verhindert seine Hemmung die Entstehung von Blutgerinnseln. Darüber hinaus hemmt Dabigatran sowohl freies als auch fibringebundenes Thrombin und die thrombininduzierte Thrombozytenaggregation (Zusammenlagerung bzw. Verklumpung von Blutplättchen).
Nebenwirkungen
Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren:
- Anämie (Blutarmut)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Hautausschlag
- Nesselausschlag (Urtikaria) durch Medikamente
- Blutergüsse
- Nasenbluten
- Durchfälle
- Magen-Darm-Beschwerden
- Übelkeit
- Vermehrt auftretender Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux)
- Erbrechen
- Anstieg der Leberwerte, wie ALT, AST und Leberenzyme
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Verminderte Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie)
- Allergische Reaktionen
- Juckreiz
- Hirnblutungen
- Bluthusten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Bauchschmerzen
- Blutung aus dem Mastdarm (Rektalblutung), auch Blutung von Hämorrhoiden
- Entzündungen des Magens und der Speiseröhre
- Schluckstörungen
- Leberstörung mit vermehrtem Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Hautblutungen
- Blutungen im Urogenitaltrakt
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Blutung nach Verletzung
Erwachsene:
- Verminderte Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin)
- Leberfunktionsstörungen
- Abnorme Leberfunktionstests
- Anämie (Blutarmut)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Allergische Reaktionen
- Blutergüsse
- Wundblutungen
- Nasenbluten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Blutung aus dem Mastdarm (Rektalblutung), auch Blutung von Hämorrhoiden
- Durchfälle
- Übelkeit
- Erbrechen
- Anstieg der Leberwerte, wie ALT, AST und Leberenzyme
- Leberstörung mit vermehrtem Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Hautblutungen
- Bluterguss in einem Gelenk
- Blutungen im Urogenitaltrakt
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Blutung nach Verletzung
- Bluterguss nach einem Eingriff (postoperatives Hämatom)
- Blutungen nach Operation
- Absonderung nach Operation
- Wundsekretion
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion bei Erwachsenen
- Aktive Blutungen
- Erhöhte Blutungsneigung
- Geschwüre im Verdauungstrakt
- Bösartige Tumore mit hohem Blutungsrisiko
- Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich aufgetreten
- Operationen an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich zurückliegend
- Hirnblutungen, kürzlich aufgetreten
- Krampfadern der Speiseröhre
- Gefäßfehlbildungen
- Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
- Gefäßfehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Lebererkrankungen mit Auswirkung auf das Überleben
- Patienten mit künstlichen Herzklappen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 8 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten ab 75 Jahren: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 60 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Diese Angabe gilt nur für Kapseln in der Flasche. Für Kapseln in der Durchdrückpackung gilt das aufgedruckte Verfalldatum.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Geben Sie vor einer Operation - dazu zählen auch kleinere Eingriffe wie z.B. das Ziehen eines Zahnes - die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Thrombose
Was ist das? - Definition Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß teilweise oder vollständig verschließt, meist in den tiefen Beinvenen. Sie kann unbemerkt bleiben oder zu ernsthaften Komplikationen wie einer Lungenembolie führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden.
Krankheitsbild
Thrombosen entstehen, wenn sich ein Blutgerinnsel in einem Gefäß bildet und den Blutfluss behindert. Besonders häufig trifft es die tiefen Venen der Beine, aber auch andere Körperregionen wie Arme, Becken oder Gehirn. Der Verschluss kann die Blutzufuhr zu Organen oder Extremitäten unterbrechen und im schlimmsten Fall zu Gewebeschäden führen.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich das Gerinnsel löst und über den Blutstrom in die Lunge gelangt. Dort kann es eine Lungenembolie auslösen, eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation. Deshalb ist eine rasche medizinische Abklärung bei Verdacht auf Thrombose besonders wichtig.
Symptome/Verlauf
Die Symptome einer Thrombose sind oft unspezifisch. Häufig treten Spannungsgefühle oder Schmerzen im betroffenen Bein auf, begleitet von Schwellung, Wärmegefühl und Hautverfärbungen. Sichtbare, geschlängelte Venen können ebenfalls ein Hinweis sein. Nicht jede Thrombose verursacht sofort Beschwerden. Gerade ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen übersehen erste Anzeichen leicht.
Bei einer Lungenembolie können plötzlich Atemnot, Brustschmerzen, Husten mit blutigem Auswurf, Herzrasen, Schwindel oder sogar Ohnmacht auftreten. Diese Warnzeichen erfordern sofortige ärztliche Hilfe.
Der Verlauf einer Thrombose hängt stark von ihrer Lage und Größe ab. Ohne Behandlung kann es zu dauerhaften Schäden kommen, etwa dem postthrombotischen Syndrom mit chronischen Schmerzen und Schwellungen. Bei schweren Fällen droht der Verlust von Gewebe oder eine lebensgefährliche Embolie.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelte Thrombosen führen oft zu langfristigen Beschwerden. Das sogenannte postthrombotische Syndrom äußert sich durch chronische Schwellungen, Schmerzen und Hautveränderungen. Eine Lungenembolie kann akut lebensbedrohlich sein und zu bleibenden Schäden an Herz und Lunge führen. Auch wiederkehrende Thrombosen sind möglich, besonders wenn die Ursachen nicht erkannt oder behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Thrombosen entstehen meist durch eine Kombination aus verlangsamtem Blutfluss, Veränderungen der Gefäßwand und erhöhter Gerinnungsneigung. Experten nennen dies auch Virchow-Trias.
0Was das Risiko für eine Thrombose erhöht:
- Bewegungsmangel, etwa bei langen Reisen oder Bettlägerigkeit
- Operationen, besonders im Bauch oder an Gelenken
- Schwangerschaft und Wochenbett
- Hormonelle Einflüsse durch Verhütungsmittel oder Hormonersatztherapie
- Tumorerkrankungen mit erhöhter Gerinnungsneigung
- Erbliche Gerinnungsstörungen wie die Faktor-V-Leiden-Mutation
- Rauchen, Übergewicht und Diabetes
- Höheres Lebensalter
Besonders gefährdet sind Menschen nach Operationen oder mit eingeschränkter Mobilität. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wird deshalb häufig mit Thrombose-Spritzen vorbeugend behandelt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann: Die Behandlung erfolgt meist mit blutverdünnenden Medikamenten wie Heparin oder modernen Wirkstoffen aus der Gruppe der NOAKs. Zusätzlich kommen Kompressionsstrümpfe und frühzeitige Mobilisation zum Einsatz. Bei schweren Fällen hilft eine Operation oder eine Thrombolyse. Bei letzterer lösen spezielle Medikamente einen Verschluss auf.
Was man selbst tun kann: Regelmäßige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Tragen von Kompressionsstrümpfen helfen, das Risiko zu senken. Bei längeren Reisen oder nach Operationen kann eine ärztlich verordnete Prophylaxe sinnvoll sein. Bei Verdacht auf Thrombose oder Lungenembolie ist sofortige ärztliche Abklärung notwendig. Selbsttests sind nicht zuverlässig und ersetzen keine medizinische Diagnose. Auch pflanzliche Mittel können die Therapie nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 21.10.2025
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Embolie
Was ist das? - Definition Eine Embolie ist ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes durch eingeschwemmtes Material wie ein Blutgerinnsel, Fett oder Luft. Dadurch wird die Blutversorgung unterbrochen, was lebensbedrohlich sein kann.
Krankheitsbild
Bei einer Embolie wird ein Blutgefäß durch einen sogenannten Embolus verstopft. Dieser Embolus stammt meist aus einem anderen Körperbereich und wird mit dem Blutstrom weitertransportiert. Die bekanntesten Formen sind die Lungenembolie, der Schlaganfall und der Herzinfarkt. Je nach Ort des Verschlusses spricht man von arterieller oder venöser Embolie. Die häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel, das sich zum Beispiel in den Beinvenen bildet und in die Lunge wandert. Es gibt auch seltenere Formen wie Fettembolie, Luftembolie oder Tumorembolie.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden hängen stark vom betroffenen Organ ab. Eine Lungenembolie zeigt sich oft durch Atemnot, Brustschmerzen und Herzrasen. Bei einer Embolie im Gehirn treten häufig Sprachstörungen, Lähmungen oder Sehstörungen auf. Eine Embolie im Bein verursacht plötzliche Schmerzen, Blässe, Taubheit und Kältegefühl. Der Verlauf kann harmlos bis lebensbedrohlich sein. Kleine Embolien bleiben manchmal unbemerkt, größere können zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Embolie zu dauerhaften Schäden führen. In der Lunge droht eine Herzüberlastung, im Gehirn ein Schlaganfall, im Bein der Verlust der Gliedmaße. Auch Bewusstlosigkeit oder Kreislaufversagen treten auf. Wiederholte Embolien erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen und können tödlich enden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine tiefe Beinvenenthrombose. Hier behindert ein Blutgerinnsel den Blutfluss in dem Gliedmaß. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:
- Bewegungsmangel
- Operationen
- Übergewicht
- Rauchen
- Krebserkrankungen
- Schwangerschaft
- bestimmte Hormonpräparate
- Vorhofflimmern
- vererbte Gerinnungsstörungen
- Arteriosklerose
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er leitet meistens eine Blutverdünnung mit Heparin oder anderen Wirkstoffen ein. In schweren Fällen kommt eine Thrombolyse, eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels, oder eine Operation infrage.
Das kann man selbst tun: Durch Bewegung, gesunde Ernährung und Rauchverzicht lässt sich vorbeugen. Grenzen sind erreicht, wenn akute Beschwerden wie Atemnot, Lähmungen oder Bewusstlosigkeit auftreten, dann ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.
Bearbeitungsstand: 31.10.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18407452
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Hartkapseln)
- Packungsgröße:
- 60 x 1 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 75 mg
- Marke:
- DABIGATRAN
- Hersteller:
- Accord Healthcare GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Zur Einnahme sollten Sie die Kapseln nicht öffnen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Allgemeine Behandlungsdauer: Nach Hüftoperation 28 bis 35 Tage, nach Knieoperation 10 Tage.
Überdosierung?
Es kann zu Überdosierungserscheinungen wie einem erhöhten Blutungsrisiko kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen richtet sich nach dem Alter und Körpergewicht und wird von Ihrem Arzt bestimmt.
Ältere Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Vorbeugung von Gefäßverschluss mit Lungenembolie bei Hüft- und Kniegelenkersatzoperation
- Vorbeugung und Behandlung von Gefäßverschuss durch Blutpfropf (venöse Thromboembolien) bei Kindern und Jugendlichen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Dabigatran ist ein Arzneistoff zur Hemmung der Blutgerinnung. Der Wirkstoff ist ein direkter Thrombinhemmer. Da Thrombin in der Gerinnungskaskade eine wichtige Rolle spielt, verhindert seine Hemmung die Entstehung von Blutgerinnseln. Darüber hinaus hemmt Dabigatran sowohl freies als auch fibringebundenes Thrombin und die thrombininduzierte Thrombozytenaggregation (Zusammenlagerung bzw. Verklumpung von Blutplättchen).
Nebenwirkungen
Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren:
- Anämie (Blutarmut)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Hautausschlag
- Nesselausschlag (Urtikaria) durch Medikamente
- Blutergüsse
- Nasenbluten
- Durchfälle
- Magen-Darm-Beschwerden
- Übelkeit
- Vermehrt auftretender Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux)
- Erbrechen
- Anstieg der Leberwerte, wie ALT, AST und Leberenzyme
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Verminderte Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie)
- Allergische Reaktionen
- Juckreiz
- Hirnblutungen
- Bluthusten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Bauchschmerzen
- Blutung aus dem Mastdarm (Rektalblutung), auch Blutung von Hämorrhoiden
- Entzündungen des Magens und der Speiseröhre
- Schluckstörungen
- Leberstörung mit vermehrtem Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Hautblutungen
- Blutungen im Urogenitaltrakt
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Blutung nach Verletzung
Erwachsene:
- Verminderte Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin)
- Leberfunktionsstörungen
- Abnorme Leberfunktionstests
- Anämie (Blutarmut)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Allergische Reaktionen
- Blutergüsse
- Wundblutungen
- Nasenbluten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Blutung aus dem Mastdarm (Rektalblutung), auch Blutung von Hämorrhoiden
- Durchfälle
- Übelkeit
- Erbrechen
- Anstieg der Leberwerte, wie ALT, AST und Leberenzyme
- Leberstörung mit vermehrtem Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Hautblutungen
- Bluterguss in einem Gelenk
- Blutungen im Urogenitaltrakt
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Blutung nach Verletzung
- Bluterguss nach einem Eingriff (postoperatives Hämatom)
- Blutungen nach Operation
- Absonderung nach Operation
- Wundsekretion
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion bei Erwachsenen
- Aktive Blutungen
- Erhöhte Blutungsneigung
- Geschwüre im Verdauungstrakt
- Bösartige Tumore mit hohem Blutungsrisiko
- Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich aufgetreten
- Operationen an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich zurückliegend
- Hirnblutungen, kürzlich aufgetreten
- Krampfadern der Speiseröhre
- Gefäßfehlbildungen
- Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
- Gefäßfehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Lebererkrankungen mit Auswirkung auf das Überleben
- Patienten mit künstlichen Herzklappen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 8 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten ab 75 Jahren: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 60 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Diese Angabe gilt nur für Kapseln in der Flasche. Für Kapseln in der Durchdrückpackung gilt das aufgedruckte Verfalldatum.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Geben Sie vor einer Operation - dazu zählen auch kleinere Eingriffe wie z.B. das Ziehen eines Zahnes - die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Thrombose
Was ist das? - Definition Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß teilweise oder vollständig verschließt, meist in den tiefen Beinvenen. Sie kann unbemerkt bleiben oder zu ernsthaften Komplikationen wie einer Lungenembolie führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden.
Krankheitsbild
Thrombosen entstehen, wenn sich ein Blutgerinnsel in einem Gefäß bildet und den Blutfluss behindert. Besonders häufig trifft es die tiefen Venen der Beine, aber auch andere Körperregionen wie Arme, Becken oder Gehirn. Der Verschluss kann die Blutzufuhr zu Organen oder Extremitäten unterbrechen und im schlimmsten Fall zu Gewebeschäden führen.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich das Gerinnsel löst und über den Blutstrom in die Lunge gelangt. Dort kann es eine Lungenembolie auslösen, eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation. Deshalb ist eine rasche medizinische Abklärung bei Verdacht auf Thrombose besonders wichtig.
Symptome/Verlauf
Die Symptome einer Thrombose sind oft unspezifisch. Häufig treten Spannungsgefühle oder Schmerzen im betroffenen Bein auf, begleitet von Schwellung, Wärmegefühl und Hautverfärbungen. Sichtbare, geschlängelte Venen können ebenfalls ein Hinweis sein. Nicht jede Thrombose verursacht sofort Beschwerden. Gerade ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen übersehen erste Anzeichen leicht.
Bei einer Lungenembolie können plötzlich Atemnot, Brustschmerzen, Husten mit blutigem Auswurf, Herzrasen, Schwindel oder sogar Ohnmacht auftreten. Diese Warnzeichen erfordern sofortige ärztliche Hilfe.
Der Verlauf einer Thrombose hängt stark von ihrer Lage und Größe ab. Ohne Behandlung kann es zu dauerhaften Schäden kommen, etwa dem postthrombotischen Syndrom mit chronischen Schmerzen und Schwellungen. Bei schweren Fällen droht der Verlust von Gewebe oder eine lebensgefährliche Embolie.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelte Thrombosen führen oft zu langfristigen Beschwerden. Das sogenannte postthrombotische Syndrom äußert sich durch chronische Schwellungen, Schmerzen und Hautveränderungen. Eine Lungenembolie kann akut lebensbedrohlich sein und zu bleibenden Schäden an Herz und Lunge führen. Auch wiederkehrende Thrombosen sind möglich, besonders wenn die Ursachen nicht erkannt oder behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Thrombosen entstehen meist durch eine Kombination aus verlangsamtem Blutfluss, Veränderungen der Gefäßwand und erhöhter Gerinnungsneigung. Experten nennen dies auch Virchow-Trias.
0Was das Risiko für eine Thrombose erhöht:
- Bewegungsmangel, etwa bei langen Reisen oder Bettlägerigkeit
- Operationen, besonders im Bauch oder an Gelenken
- Schwangerschaft und Wochenbett
- Hormonelle Einflüsse durch Verhütungsmittel oder Hormonersatztherapie
- Tumorerkrankungen mit erhöhter Gerinnungsneigung
- Erbliche Gerinnungsstörungen wie die Faktor-V-Leiden-Mutation
- Rauchen, Übergewicht und Diabetes
- Höheres Lebensalter
Besonders gefährdet sind Menschen nach Operationen oder mit eingeschränkter Mobilität. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wird deshalb häufig mit Thrombose-Spritzen vorbeugend behandelt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann: Die Behandlung erfolgt meist mit blutverdünnenden Medikamenten wie Heparin oder modernen Wirkstoffen aus der Gruppe der NOAKs. Zusätzlich kommen Kompressionsstrümpfe und frühzeitige Mobilisation zum Einsatz. Bei schweren Fällen hilft eine Operation oder eine Thrombolyse. Bei letzterer lösen spezielle Medikamente einen Verschluss auf.
Was man selbst tun kann: Regelmäßige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Tragen von Kompressionsstrümpfen helfen, das Risiko zu senken. Bei längeren Reisen oder nach Operationen kann eine ärztlich verordnete Prophylaxe sinnvoll sein. Bei Verdacht auf Thrombose oder Lungenembolie ist sofortige ärztliche Abklärung notwendig. Selbsttests sind nicht zuverlässig und ersetzen keine medizinische Diagnose. Auch pflanzliche Mittel können die Therapie nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 21.10.2025
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Embolie
Was ist das? - Definition Eine Embolie ist ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes durch eingeschwemmtes Material wie ein Blutgerinnsel, Fett oder Luft. Dadurch wird die Blutversorgung unterbrochen, was lebensbedrohlich sein kann.
Krankheitsbild
Bei einer Embolie wird ein Blutgefäß durch einen sogenannten Embolus verstopft. Dieser Embolus stammt meist aus einem anderen Körperbereich und wird mit dem Blutstrom weitertransportiert. Die bekanntesten Formen sind die Lungenembolie, der Schlaganfall und der Herzinfarkt. Je nach Ort des Verschlusses spricht man von arterieller oder venöser Embolie. Die häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel, das sich zum Beispiel in den Beinvenen bildet und in die Lunge wandert. Es gibt auch seltenere Formen wie Fettembolie, Luftembolie oder Tumorembolie.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden hängen stark vom betroffenen Organ ab. Eine Lungenembolie zeigt sich oft durch Atemnot, Brustschmerzen und Herzrasen. Bei einer Embolie im Gehirn treten häufig Sprachstörungen, Lähmungen oder Sehstörungen auf. Eine Embolie im Bein verursacht plötzliche Schmerzen, Blässe, Taubheit und Kältegefühl. Der Verlauf kann harmlos bis lebensbedrohlich sein. Kleine Embolien bleiben manchmal unbemerkt, größere können zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Embolie zu dauerhaften Schäden führen. In der Lunge droht eine Herzüberlastung, im Gehirn ein Schlaganfall, im Bein der Verlust der Gliedmaße. Auch Bewusstlosigkeit oder Kreislaufversagen treten auf. Wiederholte Embolien erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen und können tödlich enden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine tiefe Beinvenenthrombose. Hier behindert ein Blutgerinnsel den Blutfluss in dem Gliedmaß. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:
- Bewegungsmangel
- Operationen
- Übergewicht
- Rauchen
- Krebserkrankungen
- Schwangerschaft
- bestimmte Hormonpräparate
- Vorhofflimmern
- vererbte Gerinnungsstörungen
- Arteriosklerose
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er leitet meistens eine Blutverdünnung mit Heparin oder anderen Wirkstoffen ein. In schweren Fällen kommt eine Thrombolyse, eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels, oder eine Operation infrage.
Das kann man selbst tun: Durch Bewegung, gesunde Ernährung und Rauchverzicht lässt sich vorbeugen. Grenzen sind erreicht, wenn akute Beschwerden wie Atemnot, Lähmungen oder Bewusstlosigkeit auftreten, dann ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.
Bearbeitungsstand: 31.10.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.