DIPIPERON 40 mg Tabletten
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Pharmazeutische Informationen
Tabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19741207
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 50 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 40 mg
- Marke:
- DIPIPERON
- Hersteller:
- European Pharma B.V.
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Desorientiertheit, Aggressionszuständen, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Gehirnödem, Herzkreislauf-Stillstand, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, Atemstillstand sowie zum Darmverschluss bis hin zum Koma. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Allgemeine Dosierungsempfehlung-Schlafstörungen:
Anfangsdosis-Psychomotorische Erregungszustände:
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Erhaltungsdosis-Psychomotorische Erregungszustände:
Höchstdosis: Eine Dosis von 9 Tabletten pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Ältere Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Schlafstörungen
- Psychomotorische Erregungszustände
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 3 Tabletten, Gesamtdosis: 1-3 mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Die Substanz wirkt antipsychotisch, beruhigend und gegen Brechreiz. Neuroleptika dämpfen psychomotorische Erregungszustände und verringern Stimmungsschwankungen, Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schläfrigkeit
- Bewegungsstörung mit langsamen, ruckartigen Bewegungen (Zahnrad)
- Depression
- Bluthochdruck
- Sitzunruhe
- Blickkrampf
- Stärkste Überstreckung vom Rumpf bei zurück geneigtem Kopf (Opisthotonus)
- Bewegungsstörungen
- Pulsbeschleunigung
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Erbrechen
- Nesselausschlag
- Erhöhte Muskelspannung (Spastik)
- Ausbleibende Monatsblutung
- Unsicherer oder ungewöhnlicher Gang
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schwerste Bewusstseinsstörung (Koma)
- Akute Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel-, Opiat- und Psychopharmaka-Vergiftungen
- Erkrankungen der Basalganglien, wie z.B. die Parkinson-Krankheit
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Saccharose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
Schlafstörungen
Was ist das? - Definition Ein- und Durchschlafstörungen kommen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin zufolge bei mindestens 20 Prozent der Menschen hierzulande vor. Etwa vier Prozent haben schwerewiegende Schlafprobleme. Die Gründe sind sehr vielfältig. Es gibt eine jedoch Reihe von Maßnahmen, um wieder besser schlafen zu können.
Krankheitsbild
Bei einer chronischen Schlafstörung können Betroffene regelmäßig nicht ein- oder durchschlafen und wachen am Morgen nicht erholt auf. Das Befinden am Tag ist beeinträchtigt. Die Schlaf-Wach-Störungen lassen sich außerdem nicht durch fehlende Schlafmöglichkeiten, das Fehlen einer geeigneten, komfortablen Schlafumgebung oder durch organische Probleme erklären. Wenn sich dieses Bild mindestens dreimal pro Woche über drei Monate Monat hinweg zeigt, sprechen Fachleute von chronischer Schlafstörung, das Fachwort lautet Insomnie.
Symptome/Verlauf
Bei einer chronischen Schlafstörung haben Betroffene Schwierigkeiten damit
- ein- und durchzuschlafen
- früher als erwünscht zu erwachen
- zu angemessenen Zeiten ins Bett zu gehen
Es liegen zudem tagsüber eine Reihe von Beschwerden vor, beispielsweise
- Erschöpfung und Unwohlsein
- Tagesschläfrigkeit
- Probleme mit der Aufmerksamkeit, der Konzentration, dem Gedächtnis
- Beeinträchtigung im familiären und beruflichen Umfeld
- eingeschränkte Leistungsfähigkeit
- Stimmungsschwankungen
- verringerte Motivation
Es besteht bei wiederholten akuten Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko, das sie zu einem anhaltenden Problem werden.
Folgen/Komplikationen
Besteht Schlaflosigkeit über Jahre hinweg, kann sie die Gesundheit schädigen. Wissenschaftlichen Studien zufolge steigt das Risiko für eine ganz Reihe von Erkrankungen, das betrifft beispielsweise Herz-Kreislauf-Krankheiten insgesamt, Herzinfarkte oder Depressionen. Außerdem leiden die geistige Leistungsfähigkeit sowie die Lebensqualität und es steigt die Unfallgefahr.
Ursachen/RisikofaktorenDie grundlegende Anfälligkeit für Schlafstörungen kann durch erbliche Veranlagung erhöht werden. Außerdem durch bestimmte Charaktermerkmale wie überzogener Perfektionismus oder Neurotizismus, wobei Letzteres bedeutet, dass man negative Gefühlsregungen wie Ärger, Traurigkeit, Neid oder Schuldgefühle häufiger und intensiver erlebt, schlecht auf Stress reagiert und gewöhnliche Situationen eher als bedrohlich interpretiert.
Als auslösende Faktoren für Schlafprobleme gelten beispielsweise arbeitsbezogener oder privater Stress. Wenn Schlafstörungen bestehen, können sie außerdem dadurch verstärkt werden, das Betroffene Furcht haben, nicht richtig ein- und durchschlafen zu können und so tatsächlich schlechter in den Schlaf finden, was wiederum die Furcht davor weiter steigert. Ein Teufelskreislauf entsteht. Am Einschlafen können einen auch Grübeleien im Bett hindern, wenn sie nicht frühzeitig unterbrochen werden.
Schlafprobleme können zudem als Folge anderer Krankheiten auftreten, so etwa bei neurologischen Leiden wie dem Syndrom der unruhigen Beine und Demenz, bei vielen körperlichen Leiden wie etwa Schilddrüsenfehlfunktionen und nächtlichen Atmungsstörungen sowie bei psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Außerdem behindern Alkohol und Drogen sowie einige Medikamente den Schlaf.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Halten Schlafprobleme länger als einen Monat an und stören sie das Wohlbefinden am Tag, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Es gibt zudem einige Verhaltensmaßnahmen, die den Schlaf unterstützen können. Man kann sie unter anderem auf der Internetseite www.dgsm.de der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin unter dem Menüpunkt Ratgeber Schlafstörungen finden. Hier einige der Ratschläge:
- vormittags zumindest eine halbe Stunde draußen aufhalten
- ab dem Nachmittag koffeinhaltige Getränke meiden
- am frühen Abend leichtes Essen bevorzugen
- sich am späteren Abend eine Auszeit gönnen
- zur Nacht geistige und körperliche Anstrengungen herunterfahren
- im Schlafzimmer für eine angenehme Atmosphäre sogen (kühl, ruhig, dunkel
- sich ein persönliches Einschlafritual wählen
- in der Nacht nicht auf den Wecker schauen
- nachts aufstehen, wenn man länger wach liegt, etwas monoton-entspannendes machen und sich wieder hinlegen, wenn man wirklich müde ist
Alkohol sollte vor dem Schlafengehen gemieden werden. Zudem sollte man dann ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist.
Das macht der Arzt:
Ärztinnen oder der Ärzte werden unter anderem nachforschen, ob es womöglich eine körperliche oder psychische Ursache für Schlafprobleme gibt und in diesem Fall eine geeignete Behandlung vorschlagen. Zudem muss abgeschätzt werden, ob tatsächlich eine Schlafstörung vorliegt und wie ausgeprägt sie ist. Das ist wichtig, da Patienten Schlafmangel und Schlafstörungen nicht immer richtig einschätzen.Liegen Schlafstörungen vor, können Ärztinnen oder Ärzte Verhaltensmaßnahmen empfehlen, die den Schlaf fördern und bei Bedarf Patienten womöglich zur genaueren Untersuchung an ein Schlaflabor überweisen. Auch eine psychologische Behandlung kann unter Umständen sinnvoll sein, ebenso das Erlernen von Entspannungstechniken oder die Verordnung passender Digitaler Gesundheitsanwendungen.
Schlaffördernde Medikamente - vom Arzt verordnete oder rezeptfrei in der Apotheke erhältliche - können bei Bedarf kurzfristig helfen, stellen aber in aller Regel keine Dauerlösung dar. Einige davon führen bei Übergebrauch zu einer Medikamenten-Abhängigkeit, etwa Wirkstoffe aus der Gruppe der Benzodiazepine. In jedem Fall sollte man sich vor der Anwendung von Schlafmitteln vom Arzt dazu beraten lassen.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Psychosen
Was ist das? - Definition Psychosen sind schwere seelische Erkrankungen, bei denen Betroffene die Grenze zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verlieren. Typisch sind Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder stark verändertes Denken und Verhalten. Diese Störungen können plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln und beeinträchtigen das alltägliche Leben erheblich.
Krankheitsbild
Psychosen gehören zu den schwerwiegenden psychischen Erkrankungen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Betroffene ihre Umwelt und sich selbst nicht mehr zuverlässig einschätzen können. Häufig treten sie im Rahmen anderer Erkrankungen wie Schizophrenie oder schweren Depressionen auf. Die Wahrnehmung der Realität verzerrt sich, was zu großen Belastungen führt.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typisch sind:
- Halluzinationen wie Stimmenhören oder visuelle Eindrücke
- Wahnvorstellungen etwa Verfolgungswahn
- Stark verändertes Denken und Sprache
- Gefühlsverflachung oder extreme Stimmungsschwankungen
- Sozialer Rückzug
Der Verlauf kann akut beginnen oder schleichend entstehen. Manche Betroffene erleben einzelne Episoden, andere leiden dauerhaft unter den Symptomen.
Folgen/Komplikationen
Psychosen können das Leben stark einschränken. Betroffene verlieren oft den Bezug zu ihrem Alltag, was zu Problemen im Beruf, in der Familie und im sozialen Umfeld führt. Ohne Behandlung steigt das Risiko für Isolation, Depressionen oder auch Selbstgefährdung. Komplikationen entstehen vor allem dann, wenn die Erkrankung nicht erkannt oder behandelt wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind komplex und meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören genetische Veranlagung, Störungen im Gehirnstoffwechsel, Drogenmissbrauch, starker Stress oder belastende Lebensereignisse. Auch schwere psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte steigern die Wahrscheinlichkeit einer Psychose. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche und Untersuchungen die Diagnose stellen und eine passende Behandlung einleiten. Dazu gehören Psychotherapie und Medikamente aus wichtigen Wirkstoffgruppen wie Antipsychotika.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine stabile Tagesstruktur, Vermeidung von Drogen und Stressabbau. Grenzen liegen dort, wo die Symptome die Realität massiv verzerren oder eine Selbstgefährdung besteht. In solchen Fällen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Psychosomatische Störungen
Was ist das? - Definition Psychosomatische Störungen sind körperliche Beschwerden, die durch seelische Belastungen entstehen oder verstärkt werden. Dabei zeigen sich Symptome wie Schmerzen oder Funktionsstörungen, ohne dass sich eine eindeutige organische Ursache findet. Die Verbindung zwischen Körper und Psyche spielt hier eine zentrale Rolle, da innere Konflikte oder Stress körperliche Reaktionen auslösen können.
Krankheitsbild
Psychosomatische Störungen umfassen eine Vielzahl von Beschwerden, die sich körperlich äußern, aber stark mit seelischen Faktoren verknüpft sind. Häufig treten sie in Form von Schmerzen, Verdauungsproblemen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden auf. Betroffene erleben die Symptome als real und belastend, auch wenn medizinische Untersuchungen keine klare Ursache zeigen.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig und können sich über längere Zeit entwickeln. Typisch sind wiederkehrende Beschwerden, die trotz Behandlung nicht verschwinden. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Herzrasen oder Druckgefühl in der Brust
- Rückenschmerzen
- Schlafstörungen
Die Beschwerden verlaufen oft chronisch, da die zugrunde liegenden seelischen Belastungen bestehen bleiben. Stress oder Konflikte können die Beschwerden verstärken.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können psychosomatische Störungen zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Betroffene fühlen sich häufig unverstanden und entwickeln zusätzlich Ängste oder depressive Verstimmungen. Manche ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück, was die Probleme weiter verstärkt.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind meist ein Zusammenspiel aus psychischen und sozialen Faktoren. Zu den typischen Risikofaktoren zählen dauerhafter Stress im Beruf oder Privatleben, unverarbeitete Konflikte, traumatische Erlebnisse, hoher Leistungsdruck und fehlende soziale Unterstützung. Auch Persönlichkeitsmerkmale wie eine starke Neigung zur Selbstkritik oder das Unterdrücken von Gefühlen können eine Rolle spielen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche und Untersuchungen zunächst körperliche Ursachen ausschließen und dann geeignete Therapien einleiten. Dazu gehören psychotherapeutische Verfahren und bei Bedarf Medikamente aus wichtigen Wirkstoffgruppen wie Antidepressiva oder angstlösende Mittel.
Das kann man selbst tun: Stressabbau, Bewegung und Entspannungstechniken wirken unterstützend. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden stark zunehmen oder das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. In solchen Fällen ist ärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Tabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19741207
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 50 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 40 mg
- Marke:
- DIPIPERON
- Hersteller:
- European Pharma B.V.
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Desorientiertheit, Aggressionszuständen, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Gehirnödem, Herzkreislauf-Stillstand, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, Atemstillstand sowie zum Darmverschluss bis hin zum Koma. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Allgemeine Dosierungsempfehlung-Schlafstörungen:
Anfangsdosis-Psychomotorische Erregungszustände:
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Erhaltungsdosis-Psychomotorische Erregungszustände:
Höchstdosis: Eine Dosis von 9 Tabletten pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Ältere Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Schlafstörungen
- Psychomotorische Erregungszustände
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 3 Tabletten, Gesamtdosis: 1-3 mal täglich, Zeitpunkt: zu oder unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Die Substanz wirkt antipsychotisch, beruhigend und gegen Brechreiz. Neuroleptika dämpfen psychomotorische Erregungszustände und verringern Stimmungsschwankungen, Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schläfrigkeit
- Bewegungsstörung mit langsamen, ruckartigen Bewegungen (Zahnrad)
- Depression
- Bluthochdruck
- Sitzunruhe
- Blickkrampf
- Stärkste Überstreckung vom Rumpf bei zurück geneigtem Kopf (Opisthotonus)
- Bewegungsstörungen
- Pulsbeschleunigung
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Erbrechen
- Nesselausschlag
- Erhöhte Muskelspannung (Spastik)
- Ausbleibende Monatsblutung
- Unsicherer oder ungewöhnlicher Gang
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schwerste Bewusstseinsstörung (Koma)
- Akute Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel-, Opiat- und Psychopharmaka-Vergiftungen
- Erkrankungen der Basalganglien, wie z.B. die Parkinson-Krankheit
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Saccharose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
Schlafstörungen
Was ist das? - Definition Ein- und Durchschlafstörungen kommen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin zufolge bei mindestens 20 Prozent der Menschen hierzulande vor. Etwa vier Prozent haben schwerewiegende Schlafprobleme. Die Gründe sind sehr vielfältig. Es gibt eine jedoch Reihe von Maßnahmen, um wieder besser schlafen zu können.
Krankheitsbild
Bei einer chronischen Schlafstörung können Betroffene regelmäßig nicht ein- oder durchschlafen und wachen am Morgen nicht erholt auf. Das Befinden am Tag ist beeinträchtigt. Die Schlaf-Wach-Störungen lassen sich außerdem nicht durch fehlende Schlafmöglichkeiten, das Fehlen einer geeigneten, komfortablen Schlafumgebung oder durch organische Probleme erklären. Wenn sich dieses Bild mindestens dreimal pro Woche über drei Monate Monat hinweg zeigt, sprechen Fachleute von chronischer Schlafstörung, das Fachwort lautet Insomnie.
Symptome/Verlauf
Bei einer chronischen Schlafstörung haben Betroffene Schwierigkeiten damit
- ein- und durchzuschlafen
- früher als erwünscht zu erwachen
- zu angemessenen Zeiten ins Bett zu gehen
Es liegen zudem tagsüber eine Reihe von Beschwerden vor, beispielsweise
- Erschöpfung und Unwohlsein
- Tagesschläfrigkeit
- Probleme mit der Aufmerksamkeit, der Konzentration, dem Gedächtnis
- Beeinträchtigung im familiären und beruflichen Umfeld
- eingeschränkte Leistungsfähigkeit
- Stimmungsschwankungen
- verringerte Motivation
Es besteht bei wiederholten akuten Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko, das sie zu einem anhaltenden Problem werden.
Folgen/Komplikationen
Besteht Schlaflosigkeit über Jahre hinweg, kann sie die Gesundheit schädigen. Wissenschaftlichen Studien zufolge steigt das Risiko für eine ganz Reihe von Erkrankungen, das betrifft beispielsweise Herz-Kreislauf-Krankheiten insgesamt, Herzinfarkte oder Depressionen. Außerdem leiden die geistige Leistungsfähigkeit sowie die Lebensqualität und es steigt die Unfallgefahr.
Ursachen/RisikofaktorenDie grundlegende Anfälligkeit für Schlafstörungen kann durch erbliche Veranlagung erhöht werden. Außerdem durch bestimmte Charaktermerkmale wie überzogener Perfektionismus oder Neurotizismus, wobei Letzteres bedeutet, dass man negative Gefühlsregungen wie Ärger, Traurigkeit, Neid oder Schuldgefühle häufiger und intensiver erlebt, schlecht auf Stress reagiert und gewöhnliche Situationen eher als bedrohlich interpretiert.
Als auslösende Faktoren für Schlafprobleme gelten beispielsweise arbeitsbezogener oder privater Stress. Wenn Schlafstörungen bestehen, können sie außerdem dadurch verstärkt werden, das Betroffene Furcht haben, nicht richtig ein- und durchschlafen zu können und so tatsächlich schlechter in den Schlaf finden, was wiederum die Furcht davor weiter steigert. Ein Teufelskreislauf entsteht. Am Einschlafen können einen auch Grübeleien im Bett hindern, wenn sie nicht frühzeitig unterbrochen werden.
Schlafprobleme können zudem als Folge anderer Krankheiten auftreten, so etwa bei neurologischen Leiden wie dem Syndrom der unruhigen Beine und Demenz, bei vielen körperlichen Leiden wie etwa Schilddrüsenfehlfunktionen und nächtlichen Atmungsstörungen sowie bei psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Außerdem behindern Alkohol und Drogen sowie einige Medikamente den Schlaf.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Halten Schlafprobleme länger als einen Monat an und stören sie das Wohlbefinden am Tag, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Es gibt zudem einige Verhaltensmaßnahmen, die den Schlaf unterstützen können. Man kann sie unter anderem auf der Internetseite www.dgsm.de der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin unter dem Menüpunkt Ratgeber Schlafstörungen finden. Hier einige der Ratschläge:
- vormittags zumindest eine halbe Stunde draußen aufhalten
- ab dem Nachmittag koffeinhaltige Getränke meiden
- am frühen Abend leichtes Essen bevorzugen
- sich am späteren Abend eine Auszeit gönnen
- zur Nacht geistige und körperliche Anstrengungen herunterfahren
- im Schlafzimmer für eine angenehme Atmosphäre sogen (kühl, ruhig, dunkel
- sich ein persönliches Einschlafritual wählen
- in der Nacht nicht auf den Wecker schauen
- nachts aufstehen, wenn man länger wach liegt, etwas monoton-entspannendes machen und sich wieder hinlegen, wenn man wirklich müde ist
Alkohol sollte vor dem Schlafengehen gemieden werden. Zudem sollte man dann ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist.
Das macht der Arzt:
Ärztinnen oder der Ärzte werden unter anderem nachforschen, ob es womöglich eine körperliche oder psychische Ursache für Schlafprobleme gibt und in diesem Fall eine geeignete Behandlung vorschlagen. Zudem muss abgeschätzt werden, ob tatsächlich eine Schlafstörung vorliegt und wie ausgeprägt sie ist. Das ist wichtig, da Patienten Schlafmangel und Schlafstörungen nicht immer richtig einschätzen.Liegen Schlafstörungen vor, können Ärztinnen oder Ärzte Verhaltensmaßnahmen empfehlen, die den Schlaf fördern und bei Bedarf Patienten womöglich zur genaueren Untersuchung an ein Schlaflabor überweisen. Auch eine psychologische Behandlung kann unter Umständen sinnvoll sein, ebenso das Erlernen von Entspannungstechniken oder die Verordnung passender Digitaler Gesundheitsanwendungen.
Schlaffördernde Medikamente - vom Arzt verordnete oder rezeptfrei in der Apotheke erhältliche - können bei Bedarf kurzfristig helfen, stellen aber in aller Regel keine Dauerlösung dar. Einige davon führen bei Übergebrauch zu einer Medikamenten-Abhängigkeit, etwa Wirkstoffe aus der Gruppe der Benzodiazepine. In jedem Fall sollte man sich vor der Anwendung von Schlafmitteln vom Arzt dazu beraten lassen.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Psychosen
Was ist das? - Definition Psychosen sind schwere seelische Erkrankungen, bei denen Betroffene die Grenze zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verlieren. Typisch sind Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder stark verändertes Denken und Verhalten. Diese Störungen können plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln und beeinträchtigen das alltägliche Leben erheblich.
Krankheitsbild
Psychosen gehören zu den schwerwiegenden psychischen Erkrankungen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Betroffene ihre Umwelt und sich selbst nicht mehr zuverlässig einschätzen können. Häufig treten sie im Rahmen anderer Erkrankungen wie Schizophrenie oder schweren Depressionen auf. Die Wahrnehmung der Realität verzerrt sich, was zu großen Belastungen führt.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typisch sind:
- Halluzinationen wie Stimmenhören oder visuelle Eindrücke
- Wahnvorstellungen etwa Verfolgungswahn
- Stark verändertes Denken und Sprache
- Gefühlsverflachung oder extreme Stimmungsschwankungen
- Sozialer Rückzug
Der Verlauf kann akut beginnen oder schleichend entstehen. Manche Betroffene erleben einzelne Episoden, andere leiden dauerhaft unter den Symptomen.
Folgen/Komplikationen
Psychosen können das Leben stark einschränken. Betroffene verlieren oft den Bezug zu ihrem Alltag, was zu Problemen im Beruf, in der Familie und im sozialen Umfeld führt. Ohne Behandlung steigt das Risiko für Isolation, Depressionen oder auch Selbstgefährdung. Komplikationen entstehen vor allem dann, wenn die Erkrankung nicht erkannt oder behandelt wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind komplex und meist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören genetische Veranlagung, Störungen im Gehirnstoffwechsel, Drogenmissbrauch, starker Stress oder belastende Lebensereignisse. Auch schwere psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte steigern die Wahrscheinlichkeit einer Psychose. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche und Untersuchungen die Diagnose stellen und eine passende Behandlung einleiten. Dazu gehören Psychotherapie und Medikamente aus wichtigen Wirkstoffgruppen wie Antipsychotika.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine stabile Tagesstruktur, Vermeidung von Drogen und Stressabbau. Grenzen liegen dort, wo die Symptome die Realität massiv verzerren oder eine Selbstgefährdung besteht. In solchen Fällen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Psychosomatische Störungen
Was ist das? - Definition Psychosomatische Störungen sind körperliche Beschwerden, die durch seelische Belastungen entstehen oder verstärkt werden. Dabei zeigen sich Symptome wie Schmerzen oder Funktionsstörungen, ohne dass sich eine eindeutige organische Ursache findet. Die Verbindung zwischen Körper und Psyche spielt hier eine zentrale Rolle, da innere Konflikte oder Stress körperliche Reaktionen auslösen können.
Krankheitsbild
Psychosomatische Störungen umfassen eine Vielzahl von Beschwerden, die sich körperlich äußern, aber stark mit seelischen Faktoren verknüpft sind. Häufig treten sie in Form von Schmerzen, Verdauungsproblemen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden auf. Betroffene erleben die Symptome als real und belastend, auch wenn medizinische Untersuchungen keine klare Ursache zeigen.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig und können sich über längere Zeit entwickeln. Typisch sind wiederkehrende Beschwerden, die trotz Behandlung nicht verschwinden. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Herzrasen oder Druckgefühl in der Brust
- Rückenschmerzen
- Schlafstörungen
Die Beschwerden verlaufen oft chronisch, da die zugrunde liegenden seelischen Belastungen bestehen bleiben. Stress oder Konflikte können die Beschwerden verstärken.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können psychosomatische Störungen zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Betroffene fühlen sich häufig unverstanden und entwickeln zusätzlich Ängste oder depressive Verstimmungen. Manche ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück, was die Probleme weiter verstärkt.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind meist ein Zusammenspiel aus psychischen und sozialen Faktoren. Zu den typischen Risikofaktoren zählen dauerhafter Stress im Beruf oder Privatleben, unverarbeitete Konflikte, traumatische Erlebnisse, hoher Leistungsdruck und fehlende soziale Unterstützung. Auch Persönlichkeitsmerkmale wie eine starke Neigung zur Selbstkritik oder das Unterdrücken von Gefühlen können eine Rolle spielen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Gespräche und Untersuchungen zunächst körperliche Ursachen ausschließen und dann geeignete Therapien einleiten. Dazu gehören psychotherapeutische Verfahren und bei Bedarf Medikamente aus wichtigen Wirkstoffgruppen wie Antidepressiva oder angstlösende Mittel.
Das kann man selbst tun: Stressabbau, Bewegung und Entspannungstechniken wirken unterstützend. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden stark zunehmen oder das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. In solchen Fällen ist ärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.