DOLGIT Creme 50 mg/g
9,79 €
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Pharmazeutische Informationen
Creme — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19882089
- Darreichungsform:
- Creme (Creme)
- Packungsgröße:
- 50 g
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- DOLGIT
- Hersteller:
- Dr. Theiss Naturwaren GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Tragen Sie das Arzneimittel auf die betroffene(n) Hautstelle(n) auf. Massieren Sie das Arzneimittel danach ein. Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und offenen Hautstellen.
Dauer der Anwendung?
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Das Arzneimittel sollte nicht länger als 2-3 Wochen angewendet werden.
Überdosierung?
Wird das Arzneimittel wie beschrieben angewendet, sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Höchstdosis: Eine Dosis von 20g Creme pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Anwendungsgebiete
- Arthrose, vor allem der großen Gelenke
- Schwellungen und Entzündungen der gelenknahen Weichteile - (z.B. von Schleimbeutel, Sehnenscheiden, Bänder)
- Reizzustände bei Wirbelsäulenleiden durch falsche Belastung, wie:
- Schmerzhafte Schultersteife
- Rückenschmerzen
- Hexenschuss - (Lumbago)
- Sport- und Unfallverletzungen
- Prellungen
- Verstauchungen und Zerrungen
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 4-10cm Stranglänge, Gesamtdosis: 3-4 mal täglich, Zeitpunkt: verteilt über den Tag
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu einer Gruppe von Stoffen, die sowohl gegen Schmerzen, als auch gegen Entzündungen wirken und Fieber senken können. Alle drei Wirkungen beruhen vor allem auf der Hemmung eines körpereigenen Stoffes, genannt Prostaglandin. Dieser Stoff muss als Botenstoff vorhanden sein, damit Schmerz empfunden, Entzündungsreaktionen gestartet oder die Körpertemperatur angehoben werden kann.
Nebenwirkungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Hautrötung
- - Juckreiz
- - Brennen auf der Haut
- - Hautausschlag
- - Hautausschlag mit Eiterbläschen
- - Nesselausschlag (Urtikaria) durch Medikamente
- - Entzündung der Haut durch Chemikalien/Allergie (Kontaktdermatitis)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Offene Verletzungen, Entzündungen der Haut und Ekzeme
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 14 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel sollte nicht auf die Brust aufgetragen werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 68 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 40 × 28 × 166 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 3
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Jahr verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Parabene (Konservierungsstoffe z.B. E 214 - E 219) können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch mit zeitlicher Verzögerung, hervorrufen.
- Lösungsmittel (z.B. Propylenglycol, E 477) können Hautreizungen hervorrufen.
Arthrose
Was ist das? - Definition Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel langsam abbaut. Dadurch reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, kann aber auch Jüngere durch Verletzungen oder Fehlbelastungen treffen.
Krankheitsbild
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. Sie entsteht durch den schrittweisen Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise als Puffer zwischen den Knochen dient. Wenn dieser Knorpel dünner wird oder ganz verschwindet, kommt es zu Reibung, Schmerzen und Entzündungen.
Die Erkrankung trifft am häufigsten Knie, Hüfte, Finger und die Wirbelsäule. Sie entwickelt sich meist über Jahre und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In frühen Stadien sind die Beschwerden oft mild, später können sie den Alltag deutlich einschränken.
Symptome und Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen Gelenkschmerzen, die zunächst nur bei Bewegung auftreten und später oft auch in Ruhe bestehen. Viele Betroffene berichten von Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich nach dem Aufstehen oder längerer Ruhe steif an. Mit der Zeit wird das betroffene Gelenk unbeweglicher, es kann anschwellen oder sich warm anfühlen. Manche spüren ein Knirschen oder Reiben bei Bewegung.
Der Verlauf unterscheidet sich individuell. Manche Menschen haben über Jahre nur leichte Beschwerden, andere erleben eine rasche Verschlechterung. In fortgeschrittenen Stadien bilden sich oft Knochenwucherungen, die das Gelenk zusätzlich versteifen. Entzündliche Schübe mit Schwellung und Schmerz sind ebenfalls möglich. Bei starkem Knorpelverlust kann sich die Gelenkform verändern, was zu Fehlstellungen führt.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Arthrose zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen führen. Die Lebensqualität sinkt, alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Treppensteigen oder Greifen fallen schwer. In fortgeschrittenen Fällen droht eine Gelenkversteifung oder der Bedarf an einem künstlichen Gelenk. Auch psychische Belastungen durch chronische Schmerzen treten bei einigen Betroffenen auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist der altersbedingte Verschleiß. Mit den Jahren verliert der Knorpel an Elastizität und Belastbarkeit. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung; Arthrose tritt in manchen Familien gehäuft auf
- Gelenkbelastende Sportarten; etwa Fußball oder Jogging auf hartem Untergrund
- Berufliche Belastung; häufiges Knien, schweres Heben oder monotone Bewegungen
- Verletzungsfolgen; etwa nach Kreuzbandriss oder Meniskusschaden
- Fehlstellungen, wie X- oder O-Beine oder Hüftdysplasie
- Übergewicht; belastet vor allem Knie und Hüfte stark
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verlauf zu verlangsamen. Ärztinnen und Ärzte setzen auf eine Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten und bei Bedarf operativen Maßnahmen. Physiotherapie, gelenkschonender Sport und Gewichtsreduktion sind zentrale Bestandteile.
Was man selbst tun kann:
Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren stärkt die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Übergewicht helfen ebenfalls. Schmerzmittel können kurzfristig unterstützen. Sie sollten aber nicht dauerhaft ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden. In der Apotheke gibt es zudem Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke unterstützen können.Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen stark zunehmen, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder entzündliche Schübe auftreten. Dann ist eine ärztliche Abklärung wichtig, auch um andere Ursachen auszuschließen und die passende Therapie zu finden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gicht
Was ist das? - Definition Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich Gelenke entzünden. Sie entsteht aufgrund einer gestörten Harnsäureverwertung, wobei sich Kristalle in Geweben bevorzugt in Gelenken ablagern. Diese Kristallablagerungen lösen akute Entzündungsreaktionen aus, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Während die Gicht früher meist nur bei wohlhabenderen Menschen auftrat, die sich Fleisch leisten konnten, ist sie heute sehr verbreitet. Man spricht deshalb auch von einer Wohlstandskrankheit.
Krankheitsbild
Gicht ist eine sehr schmerzhafte, entzündliche Gelenkerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) entsteht. Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form feiner Kristalle in Gelenken ab und ruft dort akute Entzündungsreaktionen hervor. Diese geht mit starken Schmerzen, Schwellung und Rötung einher. Besonders häufig ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Aber auch andere Gelenke können sich entzünden, etwa die Mittelfuß- und Sprunggelenke, Knie, Ellbogen, Hand- und Fingergelenke. Unbehandelt droht die Erkrankung chronisch zu werden und langfristig Gelenkschäden oder Nierenprobleme zu verursachen. Gicht betrifft vor allem Männer ab dem mittleren Lebensalter. Frauen erkranken meist erst nach der Menopause, ab dem 60. Lebensjahr. Die Krankheit lässt sich durch gezielte Maßnahmen gut behandelbar.
Symptome/Verlauf
Ein Gichtanfall beginnt oft plötzlich und meist nachts oder in den frühen Morgenstunden. Typisch sind sehr starke Schmerzen. Das betroffene Gelenk ist gerötet, heiß, geschwollen und sehr druckempfindlich. Schon das Gewicht der Bettdecke oder leichteste Berührungen können heftige Schmerzen auslösen. Gelegentlich kommt es sogar zu Fieber. Ohne Behandlung erreichen die Beschwerden nach wenigen Stunden ihren Höhepunkt und können Tage anhalten, manchmal sogar Wochen.
Folgen/Komplikationen
Wiederholen sich die Anfälle und bleibt eine Therapie aus, kann die Gicht chronisch werden. Die Gelenke sind dann dauerhaft leicht entzündet und es kann zu Gelenkveränderungen und -verformungen kommen. Lagert sich Harnsäure in der Niere ab, kann dies die Bildung von Nierensteinen begünstigen und langfristig zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen.
Eine andere mögliche Folge sind sogenannte Tophi oder Gichtknoten. Dabei handelt es sich um sichtbare Harnsäureknoten unter der Haut. Sie entstehen zum Beispiel am Ellbogen, an der Achillessehne, den Zehen- und Fingergelenken sowie am Rand der Ohrmuschel.
Ursachen/Risikofaktoren
Gicht entsteht durch einen dauerhaft zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an, die Bestandteil der DNA sind und somit in jeder Zelle vorkommen. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper selbst gebildet. Normalerweise wird genug Harnsäure über die Niere mit dem Urin ausgeschieden. Wird zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden, etwa aufgrund einer Nierenerkrankung oder durch manche Medikamente, sammeln sich Kristalle im Gewebe an.
Zu den Risikofaktoren zählen:
- Ungünstige Ernährung: Besonders purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, fetter Fisch und Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte
- Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure. Das gilt besonders für Bier. Es enthält Stoffe, die zu Harnsäure abgebaut werden.
- Zuckerhaltige Getränke fördern die Bildung von Harnsäure.
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen
- Bestimmte Medikamente, wie Diuretika oder Betablocker
- Geringe Flüssigkeitszufuhr, die die Harnsäureausscheidung verringert.
Nicht jeder Mensch mit einem erhöhten Harnsäurespiegel entwickelt Gicht. Dennoch ist die Hyperurikämie der wichtigste Risikofaktor.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Eine purinarme Ernährung ist der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung weiterer Gichtanfälle. Fleisch, fette Fischsorten, Hülsenfrüchte und Alkohol, vor allem Bier, sollten stark eingeschränkt, Wasser und ungesüßte Getränke dagegen reichlich konsumiert werden. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich unterstützen die Harnsäureausscheidung. Eine gezielte Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung ohne Gelenküberlastung können helfen, den Stoffwechsel zu stabilisieren. Von Fastenkuren wird abgeraten, da hier körpereigene Zellen abgebaut werden, wodurch der Harnsäurespiegel ansteigen kann. In akuten Phasen kann Kühlen des Gelenks Betroffenen oft helfen, Beschwerden zu lindern.
Was der Arzt tun kann:
Bei akuten Anfällen stehen entzündungshemmende Schmerzmittel oder Kortisonpräparate zur Verfügung. Ziel ist die rasche Schmerzlinderung und Eindämmung der Entzündung. Helfen eine Ernährungsumstellung und weniger Alkohol nicht, die Gichtanfälle in den Griff zu bekommen, können Ärzte Medikamente verschreiben, die den Harnsäurespiegel senken. Darüber hinaus gibt es Mittel, die die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere fördern. Eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte und Anpassung der Medikation sind essenziell, um Rückfälle und Folgeschäden zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Rheuma
Was ist das? - Definition Rheuma ist ein Sammelbegriff für über 100 Erkrankungen, die vor allem den Bewegungsapparat betreffen. Dazu zählen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen, aber auch Organe, Haut und das Immunsystem. Rheuma verläuft oft chronisch und verursacht Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen. Eine frühzeitige Diagnose kann Folgeschäden verhindern.
Krankheitsbild
Rheuma ist keine einzelne Krankheit, sondern umfasst viele unterschiedliche Erkrankungen. Zu den häufigsten Formen zählen entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis. Daneben gibt es degenerative Formen wie Arthrose, Weichteilrheuma wie Fibromyalgie und stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Gicht.
Auch autoimmunbedingte Systemerkrankungen wie Lupus erythematodes zählen dazu. Rheuma kann nicht nur Gelenke betreffen, sondern auch Haut, Augen, Blutgefäße oder innere Organe. In Deutschland leben rund 20 Millionen Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung. Selbst Kinder können betroffen sein, etwa bei der juvenilen idiopathischen Arthritis.
Symptome und Verlauf
So vielfältig die betroffenen Teile des Körpers, so vielfältig die möglichen Beschwerden. Häufig beginnt es mit Gelenkschmerzen, besonders morgens oder nach Ruhephasen. Die Gelenke sind oft steif, geschwollen und gerötet. Ebenfalls typisch: die Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten anhält. Auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, leichtes Fieber oder Appetitlosigkeit können auftreten.
Der Verlauf hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Viele Formen verlaufen chronisch und in Schüben. Schmerzen und Entzündungen beginnen oft an kleinen Gelenken wie Fingern oder Händen. Mit der Zeit können dauerhafte Schäden entstehen. Manche Formen betreffen auch Organe oder die Haut. Eine frühzeitige Behandlung kann den Verlauf deutlich verlangsamen.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Rheuma zu schweren Komplikationen führen. Gelenke können sich verformen oder versteifen, Knochen werden geschädigt. Auch Osteoporose, also ein Knochenschwund, zählt zu den möglichen Folgen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich. Viele Betroffene leiden unter chronischer Erschöpfung oder psychischen Belastungen wie Depressionen.
Bei Kindern kann Rheuma zu Wachstumsstörungen führen. Auch Augenentzündungen oder Organschäden sind möglich. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen auf einen milden Verlauf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen kennt die Forschung oft noch nicht eindeutig. Viele rheumatische Erkrankungen gelten als Autoimmunerkrankungen. Hier greift das Immunsystem körpereigene Strukturen an. Genetische Veranlagung spielt eine Rolle, ebenso Umweltfaktoren wie Infektionen, Rauchen oder Stress. Auch hormonelle Einflüsse und die Darmflora werden diskutiert.
0Zu den wichtigen Risikofaktoren zählen:
- Familiäre Vorbelastung
- Rauchen
- Ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Chronischer Stress
Ein gesunder Lebensstil kann helfen, das Risiko zu senken und den Verlauf positiv zu beeinflussen. Das gilt besonders bei genetischer Veranlagung.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann: Die Diagnose erfolgt durch Untersuchung, Bluttests und Bildgebung. Je nach Erkrankung kommen Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Dazu zählen Basistherapeutika, Biologika, JAK-Hemmer oder Kortison. Auch Physio- und Ergotherapie sowie psychologische Unterstützung sind wichtig.
Was man selbst tun kann: Regelmäßige Bewegung, eine entzündungshemmende Ernährung und Stressabbau helfen, Beschwerden zu lindern. Auch Hilfsmittel aus der Apotheke wie Bandagen oder pflanzliche Präparate können unterstützen. Wichtig ist, Medikamente regelmäßig und korrekt einzunehmen.
Wo die Grenzen liegen: Wenn Gelenkschmerzen länger anhalten, sich verschlimmern oder mehrere Gelenke betroffen sind, sollte man nicht allein auf Hausmittel setzen. Spätestens bei Schwellungen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen ist ärztlicher Rat notwendig. Nur eine frühzeitige Behandlung kann Folgeschäden verhindern.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Creme — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19882089
- Darreichungsform:
- Creme (Creme)
- Packungsgröße:
- 50 g
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- DOLGIT
- Hersteller:
- Dr. Theiss Naturwaren GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Tragen Sie das Arzneimittel auf die betroffene(n) Hautstelle(n) auf. Massieren Sie das Arzneimittel danach ein. Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und offenen Hautstellen.
Dauer der Anwendung?
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Das Arzneimittel sollte nicht länger als 2-3 Wochen angewendet werden.
Überdosierung?
Wird das Arzneimittel wie beschrieben angewendet, sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Höchstdosis: Eine Dosis von 20g Creme pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Anwendungsgebiete
- Arthrose, vor allem der großen Gelenke
- Schwellungen und Entzündungen der gelenknahen Weichteile - (z.B. von Schleimbeutel, Sehnenscheiden, Bänder)
- Reizzustände bei Wirbelsäulenleiden durch falsche Belastung, wie:
- Schmerzhafte Schultersteife
- Rückenschmerzen
- Hexenschuss - (Lumbago)
- Sport- und Unfallverletzungen
- Prellungen
- Verstauchungen und Zerrungen
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 4-10cm Stranglänge, Gesamtdosis: 3-4 mal täglich, Zeitpunkt: verteilt über den Tag
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff gehört zu einer Gruppe von Stoffen, die sowohl gegen Schmerzen, als auch gegen Entzündungen wirken und Fieber senken können. Alle drei Wirkungen beruhen vor allem auf der Hemmung eines körpereigenen Stoffes, genannt Prostaglandin. Dieser Stoff muss als Botenstoff vorhanden sein, damit Schmerz empfunden, Entzündungsreaktionen gestartet oder die Körpertemperatur angehoben werden kann.
Nebenwirkungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Hautrötung
- - Juckreiz
- - Brennen auf der Haut
- - Hautausschlag
- - Hautausschlag mit Eiterbläschen
- - Nesselausschlag (Urtikaria) durch Medikamente
- - Entzündung der Haut durch Chemikalien/Allergie (Kontaktdermatitis)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Offene Verletzungen, Entzündungen der Haut und Ekzeme
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 14 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel sollte nicht auf die Brust aufgetragen werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 68 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 40 × 28 × 166 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 3
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Jahr verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Parabene (Konservierungsstoffe z.B. E 214 - E 219) können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch mit zeitlicher Verzögerung, hervorrufen.
- Lösungsmittel (z.B. Propylenglycol, E 477) können Hautreizungen hervorrufen.
Arthrose
Was ist das? - Definition Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel langsam abbaut. Dadurch reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, kann aber auch Jüngere durch Verletzungen oder Fehlbelastungen treffen.
Krankheitsbild
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. Sie entsteht durch den schrittweisen Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise als Puffer zwischen den Knochen dient. Wenn dieser Knorpel dünner wird oder ganz verschwindet, kommt es zu Reibung, Schmerzen und Entzündungen.
Die Erkrankung trifft am häufigsten Knie, Hüfte, Finger und die Wirbelsäule. Sie entwickelt sich meist über Jahre und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In frühen Stadien sind die Beschwerden oft mild, später können sie den Alltag deutlich einschränken.
Symptome und Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen Gelenkschmerzen, die zunächst nur bei Bewegung auftreten und später oft auch in Ruhe bestehen. Viele Betroffene berichten von Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich nach dem Aufstehen oder längerer Ruhe steif an. Mit der Zeit wird das betroffene Gelenk unbeweglicher, es kann anschwellen oder sich warm anfühlen. Manche spüren ein Knirschen oder Reiben bei Bewegung.
Der Verlauf unterscheidet sich individuell. Manche Menschen haben über Jahre nur leichte Beschwerden, andere erleben eine rasche Verschlechterung. In fortgeschrittenen Stadien bilden sich oft Knochenwucherungen, die das Gelenk zusätzlich versteifen. Entzündliche Schübe mit Schwellung und Schmerz sind ebenfalls möglich. Bei starkem Knorpelverlust kann sich die Gelenkform verändern, was zu Fehlstellungen führt.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Arthrose zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen führen. Die Lebensqualität sinkt, alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Treppensteigen oder Greifen fallen schwer. In fortgeschrittenen Fällen droht eine Gelenkversteifung oder der Bedarf an einem künstlichen Gelenk. Auch psychische Belastungen durch chronische Schmerzen treten bei einigen Betroffenen auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist der altersbedingte Verschleiß. Mit den Jahren verliert der Knorpel an Elastizität und Belastbarkeit. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung; Arthrose tritt in manchen Familien gehäuft auf
- Gelenkbelastende Sportarten; etwa Fußball oder Jogging auf hartem Untergrund
- Berufliche Belastung; häufiges Knien, schweres Heben oder monotone Bewegungen
- Verletzungsfolgen; etwa nach Kreuzbandriss oder Meniskusschaden
- Fehlstellungen, wie X- oder O-Beine oder Hüftdysplasie
- Übergewicht; belastet vor allem Knie und Hüfte stark
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verlauf zu verlangsamen. Ärztinnen und Ärzte setzen auf eine Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten und bei Bedarf operativen Maßnahmen. Physiotherapie, gelenkschonender Sport und Gewichtsreduktion sind zentrale Bestandteile.
Was man selbst tun kann:
Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren stärkt die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Übergewicht helfen ebenfalls. Schmerzmittel können kurzfristig unterstützen. Sie sollten aber nicht dauerhaft ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden. In der Apotheke gibt es zudem Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke unterstützen können.Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen stark zunehmen, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder entzündliche Schübe auftreten. Dann ist eine ärztliche Abklärung wichtig, auch um andere Ursachen auszuschließen und die passende Therapie zu finden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gicht
Was ist das? - Definition Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich Gelenke entzünden. Sie entsteht aufgrund einer gestörten Harnsäureverwertung, wobei sich Kristalle in Geweben bevorzugt in Gelenken ablagern. Diese Kristallablagerungen lösen akute Entzündungsreaktionen aus, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Während die Gicht früher meist nur bei wohlhabenderen Menschen auftrat, die sich Fleisch leisten konnten, ist sie heute sehr verbreitet. Man spricht deshalb auch von einer Wohlstandskrankheit.
Krankheitsbild
Gicht ist eine sehr schmerzhafte, entzündliche Gelenkerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) entsteht. Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form feiner Kristalle in Gelenken ab und ruft dort akute Entzündungsreaktionen hervor. Diese geht mit starken Schmerzen, Schwellung und Rötung einher. Besonders häufig ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Aber auch andere Gelenke können sich entzünden, etwa die Mittelfuß- und Sprunggelenke, Knie, Ellbogen, Hand- und Fingergelenke. Unbehandelt droht die Erkrankung chronisch zu werden und langfristig Gelenkschäden oder Nierenprobleme zu verursachen. Gicht betrifft vor allem Männer ab dem mittleren Lebensalter. Frauen erkranken meist erst nach der Menopause, ab dem 60. Lebensjahr. Die Krankheit lässt sich durch gezielte Maßnahmen gut behandelbar.
Symptome/Verlauf
Ein Gichtanfall beginnt oft plötzlich und meist nachts oder in den frühen Morgenstunden. Typisch sind sehr starke Schmerzen. Das betroffene Gelenk ist gerötet, heiß, geschwollen und sehr druckempfindlich. Schon das Gewicht der Bettdecke oder leichteste Berührungen können heftige Schmerzen auslösen. Gelegentlich kommt es sogar zu Fieber. Ohne Behandlung erreichen die Beschwerden nach wenigen Stunden ihren Höhepunkt und können Tage anhalten, manchmal sogar Wochen.
Folgen/Komplikationen
Wiederholen sich die Anfälle und bleibt eine Therapie aus, kann die Gicht chronisch werden. Die Gelenke sind dann dauerhaft leicht entzündet und es kann zu Gelenkveränderungen und -verformungen kommen. Lagert sich Harnsäure in der Niere ab, kann dies die Bildung von Nierensteinen begünstigen und langfristig zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen.
Eine andere mögliche Folge sind sogenannte Tophi oder Gichtknoten. Dabei handelt es sich um sichtbare Harnsäureknoten unter der Haut. Sie entstehen zum Beispiel am Ellbogen, an der Achillessehne, den Zehen- und Fingergelenken sowie am Rand der Ohrmuschel.
Ursachen/Risikofaktoren
Gicht entsteht durch einen dauerhaft zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an, die Bestandteil der DNA sind und somit in jeder Zelle vorkommen. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper selbst gebildet. Normalerweise wird genug Harnsäure über die Niere mit dem Urin ausgeschieden. Wird zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden, etwa aufgrund einer Nierenerkrankung oder durch manche Medikamente, sammeln sich Kristalle im Gewebe an.
Zu den Risikofaktoren zählen:
- Ungünstige Ernährung: Besonders purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, fetter Fisch und Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte
- Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure. Das gilt besonders für Bier. Es enthält Stoffe, die zu Harnsäure abgebaut werden.
- Zuckerhaltige Getränke fördern die Bildung von Harnsäure.
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen
- Bestimmte Medikamente, wie Diuretika oder Betablocker
- Geringe Flüssigkeitszufuhr, die die Harnsäureausscheidung verringert.
Nicht jeder Mensch mit einem erhöhten Harnsäurespiegel entwickelt Gicht. Dennoch ist die Hyperurikämie der wichtigste Risikofaktor.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Eine purinarme Ernährung ist der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung weiterer Gichtanfälle. Fleisch, fette Fischsorten, Hülsenfrüchte und Alkohol, vor allem Bier, sollten stark eingeschränkt, Wasser und ungesüßte Getränke dagegen reichlich konsumiert werden. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich unterstützen die Harnsäureausscheidung. Eine gezielte Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung ohne Gelenküberlastung können helfen, den Stoffwechsel zu stabilisieren. Von Fastenkuren wird abgeraten, da hier körpereigene Zellen abgebaut werden, wodurch der Harnsäurespiegel ansteigen kann. In akuten Phasen kann Kühlen des Gelenks Betroffenen oft helfen, Beschwerden zu lindern.
Was der Arzt tun kann:
Bei akuten Anfällen stehen entzündungshemmende Schmerzmittel oder Kortisonpräparate zur Verfügung. Ziel ist die rasche Schmerzlinderung und Eindämmung der Entzündung. Helfen eine Ernährungsumstellung und weniger Alkohol nicht, die Gichtanfälle in den Griff zu bekommen, können Ärzte Medikamente verschreiben, die den Harnsäurespiegel senken. Darüber hinaus gibt es Mittel, die die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere fördern. Eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte und Anpassung der Medikation sind essenziell, um Rückfälle und Folgeschäden zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Rheuma
Was ist das? - Definition Rheuma ist ein Sammelbegriff für über 100 Erkrankungen, die vor allem den Bewegungsapparat betreffen. Dazu zählen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen, aber auch Organe, Haut und das Immunsystem. Rheuma verläuft oft chronisch und verursacht Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen. Eine frühzeitige Diagnose kann Folgeschäden verhindern.
Krankheitsbild
Rheuma ist keine einzelne Krankheit, sondern umfasst viele unterschiedliche Erkrankungen. Zu den häufigsten Formen zählen entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis. Daneben gibt es degenerative Formen wie Arthrose, Weichteilrheuma wie Fibromyalgie und stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Gicht.
Auch autoimmunbedingte Systemerkrankungen wie Lupus erythematodes zählen dazu. Rheuma kann nicht nur Gelenke betreffen, sondern auch Haut, Augen, Blutgefäße oder innere Organe. In Deutschland leben rund 20 Millionen Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung. Selbst Kinder können betroffen sein, etwa bei der juvenilen idiopathischen Arthritis.
Symptome und Verlauf
So vielfältig die betroffenen Teile des Körpers, so vielfältig die möglichen Beschwerden. Häufig beginnt es mit Gelenkschmerzen, besonders morgens oder nach Ruhephasen. Die Gelenke sind oft steif, geschwollen und gerötet. Ebenfalls typisch: die Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten anhält. Auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, leichtes Fieber oder Appetitlosigkeit können auftreten.
Der Verlauf hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Viele Formen verlaufen chronisch und in Schüben. Schmerzen und Entzündungen beginnen oft an kleinen Gelenken wie Fingern oder Händen. Mit der Zeit können dauerhafte Schäden entstehen. Manche Formen betreffen auch Organe oder die Haut. Eine frühzeitige Behandlung kann den Verlauf deutlich verlangsamen.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Rheuma zu schweren Komplikationen führen. Gelenke können sich verformen oder versteifen, Knochen werden geschädigt. Auch Osteoporose, also ein Knochenschwund, zählt zu den möglichen Folgen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich. Viele Betroffene leiden unter chronischer Erschöpfung oder psychischen Belastungen wie Depressionen.
Bei Kindern kann Rheuma zu Wachstumsstörungen führen. Auch Augenentzündungen oder Organschäden sind möglich. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen auf einen milden Verlauf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen kennt die Forschung oft noch nicht eindeutig. Viele rheumatische Erkrankungen gelten als Autoimmunerkrankungen. Hier greift das Immunsystem körpereigene Strukturen an. Genetische Veranlagung spielt eine Rolle, ebenso Umweltfaktoren wie Infektionen, Rauchen oder Stress. Auch hormonelle Einflüsse und die Darmflora werden diskutiert.
0Zu den wichtigen Risikofaktoren zählen:
- Familiäre Vorbelastung
- Rauchen
- Ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Chronischer Stress
Ein gesunder Lebensstil kann helfen, das Risiko zu senken und den Verlauf positiv zu beeinflussen. Das gilt besonders bei genetischer Veranlagung.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann: Die Diagnose erfolgt durch Untersuchung, Bluttests und Bildgebung. Je nach Erkrankung kommen Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Dazu zählen Basistherapeutika, Biologika, JAK-Hemmer oder Kortison. Auch Physio- und Ergotherapie sowie psychologische Unterstützung sind wichtig.
Was man selbst tun kann: Regelmäßige Bewegung, eine entzündungshemmende Ernährung und Stressabbau helfen, Beschwerden zu lindern. Auch Hilfsmittel aus der Apotheke wie Bandagen oder pflanzliche Präparate können unterstützen. Wichtig ist, Medikamente regelmäßig und korrekt einzunehmen.
Wo die Grenzen liegen: Wenn Gelenkschmerzen länger anhalten, sich verschlimmern oder mehrere Gelenke betroffen sind, sollte man nicht allein auf Hausmittel setzen. Spätestens bei Schwellungen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen ist ärztlicher Rat notwendig. Nur eine frühzeitige Behandlung kann Folgeschäden verhindern.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.