DOPPELHERZ Glucosamin-Hydrochlorid 750mg syst.Tab.
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Pharmazeutische Informationen
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 04516338
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 60 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 750mg
- Marke:
- DOPPELHERZ
- Hersteller:
- Queisser Pharma GmbH & Co. KG
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und dem Verlauf der Erkrankung. Fragen Sie dazu im Zweifelsfalle Ihren Arzt oder Apotheker.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Anwendungsgebiete
- Zur Funktionsverbesserung und Schmerzlinderung einer - Arthrose - des Kniegelenkes, leicht bis mittelschwer
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wirkt gegen Gelenkabnutzungen, indem er den Abbau und die Degeneration von Knorpelzellen hemmt. Laut Herstellerangaben vermag der Wirkstoff diese unerwünschten Veränderungsprozesse im Knorpel nicht nur aufzuhalten, sondern teilweise auch rückgängig zu machen.
Nebenwirkungen
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- - Übelkeit
- - Durchfälle
- - Verstopfung
- - Bauchschmerzen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Hautrötung
- - Juckreiz
- - Ekzem
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Asthma bronchiale
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 75 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 85 × 128 × 35 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Schalentiere!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: D-Glucosamin hemisulfat-Natriumchlorid vom Schalentier Phenprocoumon und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel innerhalb weniger Wochen möglicherweise verstärkt werden. Das Risiko für Blutungen (zum Beispiel Blutergüsse oder Nasenbluten) könnte dadurch erhöht werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel — insbesondere zu Beginn, aber auch nach Ende der Behandlung oder bei Dosisänderungen — eventuell verstärkte Kontrollen der Blutgerinnungsparameter (INR-Wert) oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Wer ist besonders betroffen?
- Ältere Patienten
- Patienten mit
~i- eingeschränkter Nierenfunktion
~i-Leberfunktionsstörung
~i- Blutgerinnungsstörungen
~i- Gefäßläsionen
~i- Mangelernährung
~i- geringem Körpergewicht
~i- Reflux
~i- Herzinnenhautentzündung
~i- bereits aufgetretenen Blutungen in der Krankengeschichte
Arthrose
Was ist das? - Definition Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel langsam abbaut. Dadurch reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, kann aber auch Jüngere durch Verletzungen oder Fehlbelastungen treffen.
Krankheitsbild
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. Sie entsteht durch den schrittweisen Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise als Puffer zwischen den Knochen dient. Wenn dieser Knorpel dünner wird oder ganz verschwindet, kommt es zu Reibung, Schmerzen und Entzündungen.
Die Erkrankung trifft am häufigsten Knie, Hüfte, Finger und die Wirbelsäule. Sie entwickelt sich meist über Jahre und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In frühen Stadien sind die Beschwerden oft mild, später können sie den Alltag deutlich einschränken.
Symptome und Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen Gelenkschmerzen, die zunächst nur bei Bewegung auftreten und später oft auch in Ruhe bestehen. Viele Betroffene berichten von Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich nach dem Aufstehen oder längerer Ruhe steif an. Mit der Zeit wird das betroffene Gelenk unbeweglicher, es kann anschwellen oder sich warm anfühlen. Manche spüren ein Knirschen oder Reiben bei Bewegung.
Der Verlauf unterscheidet sich individuell. Manche Menschen haben über Jahre nur leichte Beschwerden, andere erleben eine rasche Verschlechterung. In fortgeschrittenen Stadien bilden sich oft Knochenwucherungen, die das Gelenk zusätzlich versteifen. Entzündliche Schübe mit Schwellung und Schmerz sind ebenfalls möglich. Bei starkem Knorpelverlust kann sich die Gelenkform verändern, was zu Fehlstellungen führt.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Arthrose zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen führen. Die Lebensqualität sinkt, alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Treppensteigen oder Greifen fallen schwer. In fortgeschrittenen Fällen droht eine Gelenkversteifung oder der Bedarf an einem künstlichen Gelenk. Auch psychische Belastungen durch chronische Schmerzen treten bei einigen Betroffenen auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist der altersbedingte Verschleiß. Mit den Jahren verliert der Knorpel an Elastizität und Belastbarkeit. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung; Arthrose tritt in manchen Familien gehäuft auf
- Gelenkbelastende Sportarten; etwa Fußball oder Jogging auf hartem Untergrund
- Berufliche Belastung; häufiges Knien, schweres Heben oder monotone Bewegungen
- Verletzungsfolgen; etwa nach Kreuzbandriss oder Meniskusschaden
- Fehlstellungen, wie X- oder O-Beine oder Hüftdysplasie
- Übergewicht; belastet vor allem Knie und Hüfte stark
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verlauf zu verlangsamen. Ärztinnen und Ärzte setzen auf eine Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten und bei Bedarf operativen Maßnahmen. Physiotherapie, gelenkschonender Sport und Gewichtsreduktion sind zentrale Bestandteile.
Was man selbst tun kann:
Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren stärkt die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Übergewicht helfen ebenfalls. Schmerzmittel können kurzfristig unterstützen. Sie sollten aber nicht dauerhaft ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden. In der Apotheke gibt es zudem Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke unterstützen können.Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen stark zunehmen, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder entzündliche Schübe auftreten. Dann ist eine ärztliche Abklärung wichtig, auch um andere Ursachen auszuschließen und die passende Therapie zu finden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schmerz
Was ist das? - Definition Schmerz ist die Bezeichnung für sehr verschiedene unangenehme Empfindungen. Sie können in ihrem Charakter höchst unterschiedlich sein und ihre Stärke kann von kaum wahrnehmbar bis unerträglich reichen.
Krankheitsbild
Schmerz ist ein vielschichtiges, unangenehmes Empfinden, das sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Die Spannbreite reicht von leichtem Ziehen bis hin zu starkem, kaum erträglichem Stechen oder Brennen. Er tritt bei akuten Verletzungen ebenso auf wie bei chronischen Erkrankungen. Schmerzen sind in erster Linie ein Warnsignal des Körpers, das auf eine mögliche oder bereits eingetretene Schädigung hinweist. Ohne Schmerzempfinden würden wir Gefahren für unseren Körper oft zu spät bemerken.
Die Reize werden über spezielle Schmerzrezeptoren an der Körperoberfläche oder in Organen wahrgenommen. Diese Signale wandern über Nervenbahnen ins Gehirn, wo sie als Schmerz empfunden werden. Verschiedene Auslöser wie Hitze, Verletzungen, Entzündungen oder chemische Reize können diesen Prozess in Gang setzen. Auch bestimmte Medikamente oder Erkrankungen wie Diabetes können das Schmerzempfinden beeinflussen oder verfälschen.
Symptome/Verlauf
Schmerzen zeigen sich je nach Ursache und Person unterschiedlich. Man unterscheidet sie unter anderem nach Dauer, Intensität und Art:
- Akute Schmerzen treten plötzlich auf, etwa bei Prellungen, Schnittwunden oder Muskelverspannungen, und verschwinden meist, wenn die Ursache behoben ist.
- Chronische Schmerzen dauern länger an als die ursprüngliche Verletzung, oft über Monate hinweg. Sie gelten inzwischen als eigenständiges Krankheitsbild.
Auch die Wahrnehmung ist individuell: Manche Menschen vertragen Schmerzen gut, andere weniger. Die kulturelle Prägung kann dabei eine Rolle spielen. Die Art des Schmerzes gibt Hinweise auf die Ursache: Krampfartige (kolikartige) Schmerzen können auf Nieren
- oder Gallensteine hindeuten, dumpfe oder stechende auf Verletzungen oder innere Erkrankungen. Manche Menschen empfinden sogar in amputierten Gliedmaßen weiterhin Schmerzen, sogenannten Phantomschmerzen.
Nicht immer haben Schmerzen eine rein körperliche Ursache. Auch psychische Belastungen wie Stress oder Angst können Beschwerden auslösen, etwa Bauchweh bei Schulangst.
Folgen/Komplikationen
Werden akute Schmerzen behandelt, sind die Aussichten in der Regel gut. Schwieriger sieht es bei chronischen Schmerzen aus: Diese können das Leben stark beeinträchtigen, sowohl körperlich als auch seelisch. Hobbies und Berufstätigkeit sind oft nicht mehr möglich, was zu sozialem Rückzug, Depressionen und Isolation führen kann. Diese psychischen Belastungen wiederum verstärken das Schmerzempfinden. Es entsteht ein Teufelskreis. Deshalb ist bei chronischen Schmerzen nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Unterstützung wichtig, auch für das Umfeld der Betroffenen.
Ursachen/Risikofaktoren
Schmerzen entstehen, wenn Gewebe geschädigt oder gereizt wird, zum Beispiel durch Hitze, Verletzungen, Entzündungen oder Operationen. Auch chemische Substanzen wie Säuren oder Laugen können Schmerzen verursachen. Medikamente, insbesondere bei falscher Anwendung, können ihrerseits Schmerzen auslösen (z. B. durch Schädigung von Nieren oder Magen).
Nicht alle Krankheiten verursachen frühzeitig Schmerzen:
Krebserkrankungen können lange schmerzfrei verlaufen und dadurch unentdeckt bleiben. Auch Menschen mit Diabetes spüren Schmerzen oft verzögert oder gar nicht, da die Nerven geschädigt sind. So bleiben bei ihnen mitunter selbst ernsthafte Probleme wie ein Herzinfarkt oder Fußverletzungen unbemerkt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärzte suchen gezielt nach der Schmerzursache und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Bei akuten Schmerzen stehen oft Medikamente, Schonung oder Kühlung im Vordergrund. Chronische Schmerzen erfordern meist eine umfassendere Behandlung, etwa durch regelmäßige Schmerzmittelgabe, begleitende Therapien und psychologische Unterstützung.
Was man selbst tun kann:
- Bei unklaren oder starken Schmerzen zum Arzt gehen.
- Entspannungsverfahren wie Yoga, Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung ausprobieren.
- Bei Verstauchungen oder Zerrungen: kühlen und schonen.
- Bei Verspannungen oder krampfartigen Schmerzen: Wärme (z. B. Wärmflasche, Rotlicht).
- Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke nur kurzzeitig verwenden. Als Faustregel gilt: nicht länger als drei oder vier Tage hintereinander, monatlich nicht mehr als an zehn Tagen.
- Bei Kindern ist die Behandlung mit Schmerzmitteln heikel und bedarf einer gründlichen Beratung durch Ärzte und Apotheker. Nicht alle rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel eignen sich für Kinder.
- Auf mögliche Wechselwirkungen achten, wenn man mehrere Medikamente nimmt.
- Selbsthilfegruppen können bei chronischen Schmerzen sehr hilfreich sein.
- Wer neben Schmerzmitteln noch weitere Medikamente einnimmt, sollte im Gespräch mit einem Apotheker oder einem Arzt gefährliche Wechselwirkungen ausschließen.
Bearbeitungsstand: 17.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gicht
Was ist das? - Definition Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich Gelenke entzünden. Sie entsteht aufgrund einer gestörten Harnsäureverwertung, wobei sich Kristalle in Geweben bevorzugt in Gelenken ablagern. Diese Kristallablagerungen lösen akute Entzündungsreaktionen aus, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Während die Gicht früher meist nur bei wohlhabenderen Menschen auftrat, die sich Fleisch leisten konnten, ist sie heute sehr verbreitet. Man spricht deshalb auch von einer Wohlstandskrankheit.
Krankheitsbild
Gicht ist eine sehr schmerzhafte, entzündliche Gelenkerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) entsteht. Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form feiner Kristalle in Gelenken ab und ruft dort akute Entzündungsreaktionen hervor. Diese geht mit starken Schmerzen, Schwellung und Rötung einher. Besonders häufig ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Aber auch andere Gelenke können sich entzünden, etwa die Mittelfuß- und Sprunggelenke, Knie, Ellbogen, Hand- und Fingergelenke. Unbehandelt droht die Erkrankung chronisch zu werden und langfristig Gelenkschäden oder Nierenprobleme zu verursachen. Gicht betrifft vor allem Männer ab dem mittleren Lebensalter. Frauen erkranken meist erst nach der Menopause, ab dem 60. Lebensjahr. Die Krankheit lässt sich durch gezielte Maßnahmen gut behandelbar.
Symptome/Verlauf
Ein Gichtanfall beginnt oft plötzlich und meist nachts oder in den frühen Morgenstunden. Typisch sind sehr starke Schmerzen. Das betroffene Gelenk ist gerötet, heiß, geschwollen und sehr druckempfindlich. Schon das Gewicht der Bettdecke oder leichteste Berührungen können heftige Schmerzen auslösen. Gelegentlich kommt es sogar zu Fieber. Ohne Behandlung erreichen die Beschwerden nach wenigen Stunden ihren Höhepunkt und können Tage anhalten, manchmal sogar Wochen.
Folgen/Komplikationen
Wiederholen sich die Anfälle und bleibt eine Therapie aus, kann die Gicht chronisch werden. Die Gelenke sind dann dauerhaft leicht entzündet und es kann zu Gelenkveränderungen und -verformungen kommen. Lagert sich Harnsäure in der Niere ab, kann dies die Bildung von Nierensteinen begünstigen und langfristig zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen.
Eine andere mögliche Folge sind sogenannte Tophi oder Gichtknoten. Dabei handelt es sich um sichtbare Harnsäureknoten unter der Haut. Sie entstehen zum Beispiel am Ellbogen, an der Achillessehne, den Zehen- und Fingergelenken sowie am Rand der Ohrmuschel.
Ursachen/Risikofaktoren
Gicht entsteht durch einen dauerhaft zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an, die Bestandteil der DNA sind und somit in jeder Zelle vorkommen. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper selbst gebildet. Normalerweise wird genug Harnsäure über die Niere mit dem Urin ausgeschieden. Wird zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden, etwa aufgrund einer Nierenerkrankung oder durch manche Medikamente, sammeln sich Kristalle im Gewebe an.
Zu den Risikofaktoren zählen:
- Ungünstige Ernährung: Besonders purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, fetter Fisch und Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte
- Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure. Das gilt besonders für Bier. Es enthält Stoffe, die zu Harnsäure abgebaut werden.
- Zuckerhaltige Getränke fördern die Bildung von Harnsäure.
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen
- Bestimmte Medikamente, wie Diuretika oder Betablocker
- Geringe Flüssigkeitszufuhr, die die Harnsäureausscheidung verringert.
Nicht jeder Mensch mit einem erhöhten Harnsäurespiegel entwickelt Gicht. Dennoch ist die Hyperurikämie der wichtigste Risikofaktor.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Eine purinarme Ernährung ist der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung weiterer Gichtanfälle. Fleisch, fette Fischsorten, Hülsenfrüchte und Alkohol, vor allem Bier, sollten stark eingeschränkt, Wasser und ungesüßte Getränke dagegen reichlich konsumiert werden. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich unterstützen die Harnsäureausscheidung. Eine gezielte Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung ohne Gelenküberlastung können helfen, den Stoffwechsel zu stabilisieren. Von Fastenkuren wird abgeraten, da hier körpereigene Zellen abgebaut werden, wodurch der Harnsäurespiegel ansteigen kann. In akuten Phasen kann Kühlen des Gelenks Betroffenen oft helfen, Beschwerden zu lindern.
Was der Arzt tun kann:
Bei akuten Anfällen stehen entzündungshemmende Schmerzmittel oder Kortisonpräparate zur Verfügung. Ziel ist die rasche Schmerzlinderung und Eindämmung der Entzündung. Helfen eine Ernährungsumstellung und weniger Alkohol nicht, die Gichtanfälle in den Griff zu bekommen, können Ärzte Medikamente verschreiben, die den Harnsäurespiegel senken. Darüber hinaus gibt es Mittel, die die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere fördern. Eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte und Anpassung der Medikation sind essenziell, um Rückfälle und Folgeschäden zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 04516338
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 60 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 750mg
- Marke:
- DOPPELHERZ
- Hersteller:
- Queisser Pharma GmbH & Co. KG
- Beipackzettel:
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Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und dem Verlauf der Erkrankung. Fragen Sie dazu im Zweifelsfalle Ihren Arzt oder Apotheker.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Anwendungsgebiete
- Zur Funktionsverbesserung und Schmerzlinderung einer - Arthrose - des Kniegelenkes, leicht bis mittelschwer
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wirkt gegen Gelenkabnutzungen, indem er den Abbau und die Degeneration von Knorpelzellen hemmt. Laut Herstellerangaben vermag der Wirkstoff diese unerwünschten Veränderungsprozesse im Knorpel nicht nur aufzuhalten, sondern teilweise auch rückgängig zu machen.
Nebenwirkungen
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- - Übelkeit
- - Durchfälle
- - Verstopfung
- - Bauchschmerzen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Hautrötung
- - Juckreiz
- - Ekzem
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Asthma bronchiale
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 75 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 85 × 128 × 35 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Schalentiere!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel innerhalb weniger Wochen möglicherweise verstärkt werden. Das Risiko für Blutungen (zum Beispiel Blutergüsse oder Nasenbluten) könnte dadurch erhöht werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel — insbesondere zu Beginn, aber auch nach Ende der Behandlung oder bei Dosisänderungen — eventuell verstärkte Kontrollen der Blutgerinnungsparameter (INR-Wert) oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Wer ist besonders betroffen?
- Ältere Patienten
- Patienten mit
~i- eingeschränkter Nierenfunktion
~i-Leberfunktionsstörung
~i- Blutgerinnungsstörungen
~i- Gefäßläsionen
~i- Mangelernährung
~i- geringem Körpergewicht
~i- Reflux
~i- Herzinnenhautentzündung
~i- bereits aufgetretenen Blutungen in der Krankengeschichte
Arthrose
Was ist das? - Definition Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel langsam abbaut. Dadurch reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, kann aber auch Jüngere durch Verletzungen oder Fehlbelastungen treffen.
Krankheitsbild
Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. Sie entsteht durch den schrittweisen Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise als Puffer zwischen den Knochen dient. Wenn dieser Knorpel dünner wird oder ganz verschwindet, kommt es zu Reibung, Schmerzen und Entzündungen.
Die Erkrankung trifft am häufigsten Knie, Hüfte, Finger und die Wirbelsäule. Sie entwickelt sich meist über Jahre und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In frühen Stadien sind die Beschwerden oft mild, später können sie den Alltag deutlich einschränken.
Symptome und Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen Gelenkschmerzen, die zunächst nur bei Bewegung auftreten und später oft auch in Ruhe bestehen. Viele Betroffene berichten von Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich nach dem Aufstehen oder längerer Ruhe steif an. Mit der Zeit wird das betroffene Gelenk unbeweglicher, es kann anschwellen oder sich warm anfühlen. Manche spüren ein Knirschen oder Reiben bei Bewegung.
Der Verlauf unterscheidet sich individuell. Manche Menschen haben über Jahre nur leichte Beschwerden, andere erleben eine rasche Verschlechterung. In fortgeschrittenen Stadien bilden sich oft Knochenwucherungen, die das Gelenk zusätzlich versteifen. Entzündliche Schübe mit Schwellung und Schmerz sind ebenfalls möglich. Bei starkem Knorpelverlust kann sich die Gelenkform verändern, was zu Fehlstellungen führt.
Folgen und Komplikationen
Unbehandelt kann Arthrose zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen führen. Die Lebensqualität sinkt, alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Treppensteigen oder Greifen fallen schwer. In fortgeschrittenen Fällen droht eine Gelenkversteifung oder der Bedarf an einem künstlichen Gelenk. Auch psychische Belastungen durch chronische Schmerzen treten bei einigen Betroffenen auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist der altersbedingte Verschleiß. Mit den Jahren verliert der Knorpel an Elastizität und Belastbarkeit. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung; Arthrose tritt in manchen Familien gehäuft auf
- Gelenkbelastende Sportarten; etwa Fußball oder Jogging auf hartem Untergrund
- Berufliche Belastung; häufiges Knien, schweres Heben oder monotone Bewegungen
- Verletzungsfolgen; etwa nach Kreuzbandriss oder Meniskusschaden
- Fehlstellungen, wie X- oder O-Beine oder Hüftdysplasie
- Übergewicht; belastet vor allem Knie und Hüfte stark
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verlauf zu verlangsamen. Ärztinnen und Ärzte setzen auf eine Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten und bei Bedarf operativen Maßnahmen. Physiotherapie, gelenkschonender Sport und Gewichtsreduktion sind zentrale Bestandteile.
Was man selbst tun kann:
Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren stärkt die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Übergewicht helfen ebenfalls. Schmerzmittel können kurzfristig unterstützen. Sie sollten aber nicht dauerhaft ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden. In der Apotheke gibt es zudem Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke unterstützen können.Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen stark zunehmen, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder entzündliche Schübe auftreten. Dann ist eine ärztliche Abklärung wichtig, auch um andere Ursachen auszuschließen und die passende Therapie zu finden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schmerz
Was ist das? - Definition Schmerz ist die Bezeichnung für sehr verschiedene unangenehme Empfindungen. Sie können in ihrem Charakter höchst unterschiedlich sein und ihre Stärke kann von kaum wahrnehmbar bis unerträglich reichen.
Krankheitsbild
Schmerz ist ein vielschichtiges, unangenehmes Empfinden, das sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Die Spannbreite reicht von leichtem Ziehen bis hin zu starkem, kaum erträglichem Stechen oder Brennen. Er tritt bei akuten Verletzungen ebenso auf wie bei chronischen Erkrankungen. Schmerzen sind in erster Linie ein Warnsignal des Körpers, das auf eine mögliche oder bereits eingetretene Schädigung hinweist. Ohne Schmerzempfinden würden wir Gefahren für unseren Körper oft zu spät bemerken.
Die Reize werden über spezielle Schmerzrezeptoren an der Körperoberfläche oder in Organen wahrgenommen. Diese Signale wandern über Nervenbahnen ins Gehirn, wo sie als Schmerz empfunden werden. Verschiedene Auslöser wie Hitze, Verletzungen, Entzündungen oder chemische Reize können diesen Prozess in Gang setzen. Auch bestimmte Medikamente oder Erkrankungen wie Diabetes können das Schmerzempfinden beeinflussen oder verfälschen.
Symptome/Verlauf
Schmerzen zeigen sich je nach Ursache und Person unterschiedlich. Man unterscheidet sie unter anderem nach Dauer, Intensität und Art:
- Akute Schmerzen treten plötzlich auf, etwa bei Prellungen, Schnittwunden oder Muskelverspannungen, und verschwinden meist, wenn die Ursache behoben ist.
- Chronische Schmerzen dauern länger an als die ursprüngliche Verletzung, oft über Monate hinweg. Sie gelten inzwischen als eigenständiges Krankheitsbild.
Auch die Wahrnehmung ist individuell: Manche Menschen vertragen Schmerzen gut, andere weniger. Die kulturelle Prägung kann dabei eine Rolle spielen. Die Art des Schmerzes gibt Hinweise auf die Ursache: Krampfartige (kolikartige) Schmerzen können auf Nieren
- oder Gallensteine hindeuten, dumpfe oder stechende auf Verletzungen oder innere Erkrankungen. Manche Menschen empfinden sogar in amputierten Gliedmaßen weiterhin Schmerzen, sogenannten Phantomschmerzen.
Nicht immer haben Schmerzen eine rein körperliche Ursache. Auch psychische Belastungen wie Stress oder Angst können Beschwerden auslösen, etwa Bauchweh bei Schulangst.
Folgen/Komplikationen
Werden akute Schmerzen behandelt, sind die Aussichten in der Regel gut. Schwieriger sieht es bei chronischen Schmerzen aus: Diese können das Leben stark beeinträchtigen, sowohl körperlich als auch seelisch. Hobbies und Berufstätigkeit sind oft nicht mehr möglich, was zu sozialem Rückzug, Depressionen und Isolation führen kann. Diese psychischen Belastungen wiederum verstärken das Schmerzempfinden. Es entsteht ein Teufelskreis. Deshalb ist bei chronischen Schmerzen nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Unterstützung wichtig, auch für das Umfeld der Betroffenen.
Ursachen/Risikofaktoren
Schmerzen entstehen, wenn Gewebe geschädigt oder gereizt wird, zum Beispiel durch Hitze, Verletzungen, Entzündungen oder Operationen. Auch chemische Substanzen wie Säuren oder Laugen können Schmerzen verursachen. Medikamente, insbesondere bei falscher Anwendung, können ihrerseits Schmerzen auslösen (z. B. durch Schädigung von Nieren oder Magen).
Nicht alle Krankheiten verursachen frühzeitig Schmerzen:
Krebserkrankungen können lange schmerzfrei verlaufen und dadurch unentdeckt bleiben. Auch Menschen mit Diabetes spüren Schmerzen oft verzögert oder gar nicht, da die Nerven geschädigt sind. So bleiben bei ihnen mitunter selbst ernsthafte Probleme wie ein Herzinfarkt oder Fußverletzungen unbemerkt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärzte suchen gezielt nach der Schmerzursache und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Bei akuten Schmerzen stehen oft Medikamente, Schonung oder Kühlung im Vordergrund. Chronische Schmerzen erfordern meist eine umfassendere Behandlung, etwa durch regelmäßige Schmerzmittelgabe, begleitende Therapien und psychologische Unterstützung.
Was man selbst tun kann:
- Bei unklaren oder starken Schmerzen zum Arzt gehen.
- Entspannungsverfahren wie Yoga, Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung ausprobieren.
- Bei Verstauchungen oder Zerrungen: kühlen und schonen.
- Bei Verspannungen oder krampfartigen Schmerzen: Wärme (z. B. Wärmflasche, Rotlicht).
- Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke nur kurzzeitig verwenden. Als Faustregel gilt: nicht länger als drei oder vier Tage hintereinander, monatlich nicht mehr als an zehn Tagen.
- Bei Kindern ist die Behandlung mit Schmerzmitteln heikel und bedarf einer gründlichen Beratung durch Ärzte und Apotheker. Nicht alle rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel eignen sich für Kinder.
- Auf mögliche Wechselwirkungen achten, wenn man mehrere Medikamente nimmt.
- Selbsthilfegruppen können bei chronischen Schmerzen sehr hilfreich sein.
- Wer neben Schmerzmitteln noch weitere Medikamente einnimmt, sollte im Gespräch mit einem Apotheker oder einem Arzt gefährliche Wechselwirkungen ausschließen.
Bearbeitungsstand: 17.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gicht
Was ist das? - Definition Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich Gelenke entzünden. Sie entsteht aufgrund einer gestörten Harnsäureverwertung, wobei sich Kristalle in Geweben bevorzugt in Gelenken ablagern. Diese Kristallablagerungen lösen akute Entzündungsreaktionen aus, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Während die Gicht früher meist nur bei wohlhabenderen Menschen auftrat, die sich Fleisch leisten konnten, ist sie heute sehr verbreitet. Man spricht deshalb auch von einer Wohlstandskrankheit.
Krankheitsbild
Gicht ist eine sehr schmerzhafte, entzündliche Gelenkerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) entsteht. Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form feiner Kristalle in Gelenken ab und ruft dort akute Entzündungsreaktionen hervor. Diese geht mit starken Schmerzen, Schwellung und Rötung einher. Besonders häufig ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Aber auch andere Gelenke können sich entzünden, etwa die Mittelfuß- und Sprunggelenke, Knie, Ellbogen, Hand- und Fingergelenke. Unbehandelt droht die Erkrankung chronisch zu werden und langfristig Gelenkschäden oder Nierenprobleme zu verursachen. Gicht betrifft vor allem Männer ab dem mittleren Lebensalter. Frauen erkranken meist erst nach der Menopause, ab dem 60. Lebensjahr. Die Krankheit lässt sich durch gezielte Maßnahmen gut behandelbar.
Symptome/Verlauf
Ein Gichtanfall beginnt oft plötzlich und meist nachts oder in den frühen Morgenstunden. Typisch sind sehr starke Schmerzen. Das betroffene Gelenk ist gerötet, heiß, geschwollen und sehr druckempfindlich. Schon das Gewicht der Bettdecke oder leichteste Berührungen können heftige Schmerzen auslösen. Gelegentlich kommt es sogar zu Fieber. Ohne Behandlung erreichen die Beschwerden nach wenigen Stunden ihren Höhepunkt und können Tage anhalten, manchmal sogar Wochen.
Folgen/Komplikationen
Wiederholen sich die Anfälle und bleibt eine Therapie aus, kann die Gicht chronisch werden. Die Gelenke sind dann dauerhaft leicht entzündet und es kann zu Gelenkveränderungen und -verformungen kommen. Lagert sich Harnsäure in der Niere ab, kann dies die Bildung von Nierensteinen begünstigen und langfristig zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen.
Eine andere mögliche Folge sind sogenannte Tophi oder Gichtknoten. Dabei handelt es sich um sichtbare Harnsäureknoten unter der Haut. Sie entstehen zum Beispiel am Ellbogen, an der Achillessehne, den Zehen- und Fingergelenken sowie am Rand der Ohrmuschel.
Ursachen/Risikofaktoren
Gicht entsteht durch einen dauerhaft zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an, die Bestandteil der DNA sind und somit in jeder Zelle vorkommen. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper selbst gebildet. Normalerweise wird genug Harnsäure über die Niere mit dem Urin ausgeschieden. Wird zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden, etwa aufgrund einer Nierenerkrankung oder durch manche Medikamente, sammeln sich Kristalle im Gewebe an.
Zu den Risikofaktoren zählen:
- Ungünstige Ernährung: Besonders purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, fetter Fisch und Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte
- Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure. Das gilt besonders für Bier. Es enthält Stoffe, die zu Harnsäure abgebaut werden.
- Zuckerhaltige Getränke fördern die Bildung von Harnsäure.
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Genetische Veranlagung
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen
- Bestimmte Medikamente, wie Diuretika oder Betablocker
- Geringe Flüssigkeitszufuhr, die die Harnsäureausscheidung verringert.
Nicht jeder Mensch mit einem erhöhten Harnsäurespiegel entwickelt Gicht. Dennoch ist die Hyperurikämie der wichtigste Risikofaktor.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Eine purinarme Ernährung ist der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung weiterer Gichtanfälle. Fleisch, fette Fischsorten, Hülsenfrüchte und Alkohol, vor allem Bier, sollten stark eingeschränkt, Wasser und ungesüßte Getränke dagegen reichlich konsumiert werden. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich unterstützen die Harnsäureausscheidung. Eine gezielte Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung ohne Gelenküberlastung können helfen, den Stoffwechsel zu stabilisieren. Von Fastenkuren wird abgeraten, da hier körpereigene Zellen abgebaut werden, wodurch der Harnsäurespiegel ansteigen kann. In akuten Phasen kann Kühlen des Gelenks Betroffenen oft helfen, Beschwerden zu lindern.
Was der Arzt tun kann:
Bei akuten Anfällen stehen entzündungshemmende Schmerzmittel oder Kortisonpräparate zur Verfügung. Ziel ist die rasche Schmerzlinderung und Eindämmung der Entzündung. Helfen eine Ernährungsumstellung und weniger Alkohol nicht, die Gichtanfälle in den Griff zu bekommen, können Ärzte Medikamente verschreiben, die den Harnsäurespiegel senken. Darüber hinaus gibt es Mittel, die die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere fördern. Eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte und Anpassung der Medikation sind essenziell, um Rückfälle und Folgeschäden zu vermeiden.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.