ENTECAVIR HEXAL 1 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 12422829
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 90 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 1 mg
- Marke:
- ENTECAVIR
- Hersteller:
- Hexal AG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Chronische Hepatitis-B-Virusinfektion
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Entecavir ist ein Hemmstoff eines Enzyms (reverse Transkriptase) von Hepatitis B-Viren. Dadurch wird die für die Virusvermehrung notwendige Umschreibung der viralen RNA in DNA blockiert, der Einbau in das menschliche Erbgut verhindert und folglich die Virusvermehrung gehemmt. Der Wirkstoff kann nur den Befall weiterer Zellen verhindern, bei bereits in eine Wirtszelle eingedrungenen Viren ist er unwirksam.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Schläfrigkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Übelkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Anstieg der Leberwerte
- Erschöpfung
- Hautausschlag
- Haarausfall
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie), bei Kindern und Jugendlichen
Zusätzlich bei Kindern und Jugendlichen:
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie), bei Kindern und Jugendlichen
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 54 × 66 × 136 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
HepatitisB
Was ist das? - Definition Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursachte Entzündung der Leber. Nach einer Infektion verläuft die Erkrankung häufig mild oder ohne erkennbare Beschwerden und heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In einigen Fällen kann sie jedoch chronisch werden und langfristig zu schweren Leberschäden führen.
Krankheitsbild
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch Kontakt mit infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, beispielsweise bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, durch Blutkontakte oder durch Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes. Eine akute Hepatitis B verläuft häufig mild oder sogar ohne erkennbare Beschwerden. Bei Erwachsenen heilt die Infektion in den meisten Fällen von selbst aus. Manchmal wird die Erkrankung jedoch chronisch. Eine chronische Hepatitis B kann über Jahre fortschreiten und langfristig schwere Leberschäden wie Leberzirrhose oder Leberkrebs begünstigen.
Symptome / Verlauf
Eine Hepatitis B kann sehr unterschiedlich verlaufen. Etwa ein Drittel der Betroffenen hat bei einer akuten Infektion keine Beschwerden. Ein weiteres Drittel entwickelt eher unspezifische, meist grippeähnliche Symptome, während beim letzten Drittel zusätzlich eine Gelbsucht auftritt. Zu den möglichen Beschwerden zählen vor allem Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelenkschmerzen sowie leichtes Fieber. Außerdem können Veränderungen wie dunkler Urin oder heller Stuhl auftreten. Von einer Gelbsucht oder Ikterus spricht man, wenn ein bestimmtes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs nicht mehr richtig entsorgt wird und eine Gelbfärbung von Haut und Augen auftritt. Bleibt das Virus länger im Körper, handelt es sich um eine chronische Hepatitis B. Auch sie bleibt oft lange Zeit ohne deutliche Symptome. Am häufigsten berichten Betroffene über anhaltende Müdigkeit, während weitere Beschwerden meist erst bei fortschreitender Schädigung der Leber auftreten.
Folgen / Komplikationen
Eine Hepatitis-B-Infektion heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In seltenen Fällen kann sie jedoch schwer verlaufen. Die schnelle und ausgedehnte Zerstörung von Lebergewebe kann zu akutem Leberversagen führen. Im schlimmsten Fall kann nur eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten. Eine chronische Hepatitis B kann langfristig die Leber schädigen. Mögliche Folgen sind eine Leberzirrhose, also eine dauerhafte Vernarbung der Leber, und ein deutlich erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Eine zusätzliche Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus kann den Krankheitsverlauf weiter verschlimmern und schwere Leberschäden wahrscheinlicher machen.
Ursachen / Risikofaktoren
Das Virus kommt bei infizierten Menschen in größeren Mengen im Blut vor, aber auch in Sperma, Speichel oder Scheidensekret. Viele Menschen stecken sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an. Zu den Risikogruppen zählen daher insbesondere Menschen, die häufig ihre Partner wechseln. Ein erhöhtes Risiko haben zudem Beschäftigte im Gesundheitswesen, die mit Blut oder Blutprodukten in Kontakt kommen, Neugeborene, deren Mutter infiziert ist oder Drogenabhängige durch die Benutzung von gebrauchtem Spritzbesteck.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Eine akute Hepatitis B-Infektion wird normalerweise nicht behandelt. Sie heilt bei Erwachsenen in der Regel von selbst aus. Antivirale Medikamente werden meist nur eingesetzt, wenn Anzeichen für eine stärkere Beeinträchtigung der Leberfunktion vorliegen. Die chronische Hepatitis B kann mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen und Leberschäden zu verhindern. Eine Möglichkeit ist die Therapie mit Interferon beta oder pegyliertem Interferon beta (PEG-Interferon beta) über einen begrenzten Zeitraum. Sie stimuliert das Immunsystem und kann helfen, die Virenvermehrung einzudämmen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Nukleosid- beziehungsweise Nukleotid-Analoga. Diese Medikamente unterdrücken die Virusvermehrung sehr wirksam, müssen jedoch häufig langfristig eingenommen werden.Das kann man selbst tun: Vorbeugen ist besser als behandeln. Der beste Schutz vor Hepatitis B ist die Impfung. Sie wird in Deutschland bereits im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen. Generell helfen Vorsichtsmaßnahmen, eine Ansteckung zu vermeiden, wie der Gebrauch von Kondomen, das Nichtteilen von Spritzen oder anderen Gegenständen mit Blutkontakt sowie das Einhalten von Schutzmaßnahmen im medizinischen Bereich.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 12422829
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 90 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 1 mg
- Marke:
- ENTECAVIR
- Hersteller:
- Hexal AG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Chronische Hepatitis-B-Virusinfektion
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Entecavir ist ein Hemmstoff eines Enzyms (reverse Transkriptase) von Hepatitis B-Viren. Dadurch wird die für die Virusvermehrung notwendige Umschreibung der viralen RNA in DNA blockiert, der Einbau in das menschliche Erbgut verhindert und folglich die Virusvermehrung gehemmt. Der Wirkstoff kann nur den Befall weiterer Zellen verhindern, bei bereits in eine Wirtszelle eingedrungenen Viren ist er unwirksam.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Schläfrigkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Übelkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Anstieg der Leberwerte
- Erschöpfung
- Hautausschlag
- Haarausfall
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie), bei Kindern und Jugendlichen
Zusätzlich bei Kindern und Jugendlichen:
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie), bei Kindern und Jugendlichen
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 54 × 66 × 136 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
HepatitisB
Was ist das? - Definition Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursachte Entzündung der Leber. Nach einer Infektion verläuft die Erkrankung häufig mild oder ohne erkennbare Beschwerden und heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In einigen Fällen kann sie jedoch chronisch werden und langfristig zu schweren Leberschäden führen.
Krankheitsbild
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch Kontakt mit infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, beispielsweise bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, durch Blutkontakte oder durch Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes. Eine akute Hepatitis B verläuft häufig mild oder sogar ohne erkennbare Beschwerden. Bei Erwachsenen heilt die Infektion in den meisten Fällen von selbst aus. Manchmal wird die Erkrankung jedoch chronisch. Eine chronische Hepatitis B kann über Jahre fortschreiten und langfristig schwere Leberschäden wie Leberzirrhose oder Leberkrebs begünstigen.
Symptome / Verlauf
Eine Hepatitis B kann sehr unterschiedlich verlaufen. Etwa ein Drittel der Betroffenen hat bei einer akuten Infektion keine Beschwerden. Ein weiteres Drittel entwickelt eher unspezifische, meist grippeähnliche Symptome, während beim letzten Drittel zusätzlich eine Gelbsucht auftritt. Zu den möglichen Beschwerden zählen vor allem Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelenkschmerzen sowie leichtes Fieber. Außerdem können Veränderungen wie dunkler Urin oder heller Stuhl auftreten. Von einer Gelbsucht oder Ikterus spricht man, wenn ein bestimmtes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs nicht mehr richtig entsorgt wird und eine Gelbfärbung von Haut und Augen auftritt. Bleibt das Virus länger im Körper, handelt es sich um eine chronische Hepatitis B. Auch sie bleibt oft lange Zeit ohne deutliche Symptome. Am häufigsten berichten Betroffene über anhaltende Müdigkeit, während weitere Beschwerden meist erst bei fortschreitender Schädigung der Leber auftreten.
Folgen / Komplikationen
Eine Hepatitis-B-Infektion heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In seltenen Fällen kann sie jedoch schwer verlaufen. Die schnelle und ausgedehnte Zerstörung von Lebergewebe kann zu akutem Leberversagen führen. Im schlimmsten Fall kann nur eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten. Eine chronische Hepatitis B kann langfristig die Leber schädigen. Mögliche Folgen sind eine Leberzirrhose, also eine dauerhafte Vernarbung der Leber, und ein deutlich erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Eine zusätzliche Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus kann den Krankheitsverlauf weiter verschlimmern und schwere Leberschäden wahrscheinlicher machen.
Ursachen / Risikofaktoren
Das Virus kommt bei infizierten Menschen in größeren Mengen im Blut vor, aber auch in Sperma, Speichel oder Scheidensekret. Viele Menschen stecken sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an. Zu den Risikogruppen zählen daher insbesondere Menschen, die häufig ihre Partner wechseln. Ein erhöhtes Risiko haben zudem Beschäftigte im Gesundheitswesen, die mit Blut oder Blutprodukten in Kontakt kommen, Neugeborene, deren Mutter infiziert ist oder Drogenabhängige durch die Benutzung von gebrauchtem Spritzbesteck.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Eine akute Hepatitis B-Infektion wird normalerweise nicht behandelt. Sie heilt bei Erwachsenen in der Regel von selbst aus. Antivirale Medikamente werden meist nur eingesetzt, wenn Anzeichen für eine stärkere Beeinträchtigung der Leberfunktion vorliegen. Die chronische Hepatitis B kann mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen und Leberschäden zu verhindern. Eine Möglichkeit ist die Therapie mit Interferon beta oder pegyliertem Interferon beta (PEG-Interferon beta) über einen begrenzten Zeitraum. Sie stimuliert das Immunsystem und kann helfen, die Virenvermehrung einzudämmen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Nukleosid- beziehungsweise Nukleotid-Analoga. Diese Medikamente unterdrücken die Virusvermehrung sehr wirksam, müssen jedoch häufig langfristig eingenommen werden.Das kann man selbst tun: Vorbeugen ist besser als behandeln. Der beste Schutz vor Hepatitis B ist die Impfung. Sie wird in Deutschland bereits im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen. Generell helfen Vorsichtsmaßnahmen, eine Ansteckung zu vermeiden, wie der Gebrauch von Kondomen, das Nichtteilen von Spritzen oder anderen Gegenständen mit Blutkontakt sowie das Einhalten von Schutzmaßnahmen im medizinischen Bereich.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.