EPLERENON STADA 50 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 10922054
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- EPLERENON
- Hersteller:
- STADAPHARM GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung geeignet. Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Folgebehandlung:
Anwendungsgebiete
- Herzschwäche (mittel bis sehr schwer) nach Herzinfarkt
- Herzschwäche (mittel)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff unterdrückt die Wirkung des körpereigenen Hormons Aldosteron, welches die Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Niere regelt. Dadurch wird die Ausscheidung von Natrium- und Chlorid-Ionen aus dem Körper gefördert, gleichzeitig Wasser ausgeschwemmt und die Menge an Kalium-Ionen im Körper erhöht. Der Wirkstoff beseitigt vor allem Ödeme(Wassereinlagerungen), die durch eine verstärkte Aktivität von Aldosteron entstanden sind.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Kaliumwerte, erhöht
- Anstieg der Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride)
- Schlaflosigkeit
- Ohnmachtsanfall
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerzen
- Herzschwäche
- Vorhofflimmern (Rhythmusstörung des Herzvorhofes)
- Blutdruck niedrig (Hypotonie)
- Husten
- Magen-Darm-Beschwerden
- Durchfälle
- Übelkeit
- Verstopfung
- Erbrechen
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Muskelkrämpfe
- Rückenschmerzen
- Nierenfunktionsstörungen
- Schwäche, allgemein
- Nierenbecken- und Nierenkörperchenentzündung (Pyelonephritis)
- Infektion
- Rachenentzündung
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Natriummangel
- Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)
- Taubheitsgefühl
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Thrombose
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Blähungen
- Gallenblasenentzündung
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Schmerzen im Haltungs- und Bewegungsapparat
- Benommenheit
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
- Schwitzen
- Anstieg der Nierenwerte - (Kreatinin und Harnstoff)
- Bakterieninfektion der Niere
- Störungen des Flüssigkeit- und Salzhaushaltes
- Veränderung des Blutbildes
- Brustbildung beim Mann
- Unwohlsein
- Wachstumsfaktor-Rezeptor (epidermal, human, erniedrigt)
- Blutzuckerwert erhöht
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Zu hoher Kaliumgehalt im Blut (Hyperkaliämie)
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Was ist das? - Definition Bei Herzschwäche kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Betroffene leiden an sinkender körperlicher Belastbarkeit.
Krankheitsbild
Bei Herzschwäche, fachlich als Herzinsuffizienz bezeichnet, kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Entweder ist der Herzmuskel dafür zu schwach und/oder das Herz ist zu steif, um sich vor dem Herzschlag richtig mit Blut zu füllen.
Befördert in der Folge die linke Herzkammer zu wenig Blut in den Körperkreislauf, bleiben die Muskeln und Organe wie Magen, Leber, Nieren oder Gehirn unterversorgt. Arbeitet die rechte Herzkammer nicht richtig, gelangt nicht mehr genug Blut in den Lungenkreislauf. Oft liegt eine nachlassende Pumpleistung der linken und der rechten Herzkammer vor, es kann sich aber auch eine isolierte Links- oder Rechtsherzschwäche entwickeln.
Symptome/Verlauf
Als Folge einer Herzschwäche kommt es je nach Ausprägung zu Beschwerden wie Luftnot oder Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) im Gewebe, vor allem in den Beinen, womöglich auch im Bauchbereich oder gar in der Lunge. Zudem lässt die körperliche Leistungsfähigkeit nach, man ermüdet rasch. Mit den sogenannten NYHA-Stadien (NYHA für New York Heart Association) bezeichnen Ärzte das Ausmaß einer Herzschwäche.
- -NYHA-Stadium I: Es gibt noch keine körperliche Einschränkung durch die Herzschwäche. Alltägliche körperliche Belastungen bereiten keine Beschwerden.
- -NYHA-Stadium II: Es liegt eine Herzschwäche mit leichter Einschränkung vor
- noch ohne Beschwerden in Ruhe oder bei geringer Anstrengung. Atemnot oder Herzrhythmusstörungen treten aber bei körperlicher Belastung wie etwa Treppensteigen auf.
- -NYHA-Stadium III: Es besteht eine deutlichere Einschränkung, aber noch nicht in Ruhe. Beschwerden wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen machen sich jedoch schon bei geringer Belastung wie Spazierengehen bemerkbar.
- -NYHA-Stadium IV: Hier bestehen Beschwerden durch die Herzschwäche sowohl bei Belastung als auch in Ruhe. Die Betroffenen sind teils bettlägerig.
Weitere mögliche Symptome einer Herzschwäche sind ein beschleunigter Atem, ein schnellerer Herzschlag, Schwindelgefühle oder vermehrter nächtlicher Harndrang.
Eine Herzschwäche entwickelt sich je nach Ursache chronisch über Jahre oder als akutes Ereignis.
Folgen/Komplikationen
Durch eine Herzschwäche sinkt mit der Zeit die körperliche Leistungsfähigkeit. Belastungen führen immer rascher zu Atemnot, bis sie sogar in Ruhe auftritt. Es kann zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder zu Wasseransammlungen etwa in den Beinen oder sogar in der Lunge kommen.
Es ist möglich, dass sich eine lange kontrollierbare chronische Herzschwäche aus unterschiedlichen Gründen akut so sehr verschlechtert, dass Lebensgefahr durch Herzversagen droht. Zudem kann eine bedrohliche Herzschwäche aufgrund unterschiedlicher Faktoren plötzlich neu auftreten.
Ursachen/Risikofaktoren
Herzschwäche ist eine Folge verschiedenster das Herz beeinträchtigender Erkrankungen. Mögliche Ursachen der sich langsam entwickelnden, chronischen Herzschwäche: ein unerkannter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck, durch den sich der Herzmuskel verändert, eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels durch Arteriosklerose, Vernarbungen sowie Umbauprozesse im Herz nach einem Infarkt oder nicht mehr richtig arbeitende Herzklappen. Tritt die Herzschwäche plötzlich auf, dann oft wegen eines schweren Herzinfarktes. Als andere mögliche Ursachen kommen unter anderem die Entgleisung einer bestehenden chronischen Herzschwäche, schwere Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen infrage - möglicherweise auch eine Lungenembolie, die es der rechten Herzkammer erschwert, Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen.
Das Risiko für eine Herzschwäche steigern vor allem Faktoren, die zu Arteriosklerose in den das Herz versorgenden Blutgefäßen beitragen (Koronare Herzkrankheit). Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel oder Rauchen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist, Risikofaktoren für Arteriosklerose abzubauen. Dazu trägt unter anderem eine gesunde Ernährung bei. Bei Herzschwäche kann eine Beschränkung und optimale Verteilung der Trinkmenge über den Tag erforderlich sein, das muss man mit dem Arzt besprechen. Zudem sollte die Ernährung wenig Kochsalz enthalten. Entlastend für Herz und Kreislauf ist auch der Abbau von Übergewicht.
Außerdem gilt es regemäßig körperlich aktiv zu sein, zur Vorsorge, aber auch bei bestehender Herzschwäche. Mit den behandelnden Ärzten müssen Patienten mit Herzschwäche zuvor absprechen, welche Sportarten und Belastungen unbedenklich sind. Herzsportgruppen sind empfehlenswert. Wichtig grundsätzlich: die mit dem Arzt abgesprochenen Kontrolltermine einhalten und bei sich akut verschlechternden Beschwerden, etwa plötzlichen, anhaltenden Schmerzen und Brennen in der Brust sowie plötzlich auftretender Atemnot, den Notarzt zu rufen.
Was der Arzt tun kann:
Ärztliche Unterstützung erfordert unter anderem die Behandlung von Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit, die unbehandelt Herzschwäche begünstigt. Kardiologinnen und Kardiologen können zudem die Diagnose Herzschwäche stellen. Dazu erfassen sie Symptome, erheben einige Blutwerte und führen Untersuchungen mittels EKG (Herzstromkurven), Ultraschall und bei Bedarf eine Röntgenuntersuchung der Brust durch.
Bei bestehender Herzschwäche kommen vor allem Medikamente zum Einsatz. Je nach Bedarf verordnen Ärztinnen und Ärzte Mittel, die den Blutdruck senken, die Flüssigkeitsausscheidung fördern, den Einfluss von Stress auf das Herz mindern und ungünstigen Umbauvorgängen im Herz entgegenwirken. Zudem sollte ein bestehender Eisenmangel behandelt werden. Herzrhythmusstörungen können durch Medikamente, Ablationsverfahren (Vorhofflimmern) oder implantierbare Schrittmacher/Defibrillatoren behandelt werden. Bei extremer Verschlechterung der Herzschwäche hilft womöglich ein Herzunterstützungssystem oder eine Herztransplantation.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - Kellnhauser, Thiemes Pflege, (2009), 11. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 10922054
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- EPLERENON
- Hersteller:
- STADAPHARM GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung geeignet. Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Folgebehandlung:
Anwendungsgebiete
- Herzschwäche (mittel bis sehr schwer) nach Herzinfarkt
- Herzschwäche (mittel)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff unterdrückt die Wirkung des körpereigenen Hormons Aldosteron, welches die Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Niere regelt. Dadurch wird die Ausscheidung von Natrium- und Chlorid-Ionen aus dem Körper gefördert, gleichzeitig Wasser ausgeschwemmt und die Menge an Kalium-Ionen im Körper erhöht. Der Wirkstoff beseitigt vor allem Ödeme(Wassereinlagerungen), die durch eine verstärkte Aktivität von Aldosteron entstanden sind.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Kaliumwerte, erhöht
- Anstieg der Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride)
- Schlaflosigkeit
- Ohnmachtsanfall
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerzen
- Herzschwäche
- Vorhofflimmern (Rhythmusstörung des Herzvorhofes)
- Blutdruck niedrig (Hypotonie)
- Husten
- Magen-Darm-Beschwerden
- Durchfälle
- Übelkeit
- Verstopfung
- Erbrechen
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Muskelkrämpfe
- Rückenschmerzen
- Nierenfunktionsstörungen
- Schwäche, allgemein
- Nierenbecken- und Nierenkörperchenentzündung (Pyelonephritis)
- Infektion
- Rachenentzündung
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Natriummangel
- Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)
- Taubheitsgefühl
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Thrombose
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Blähungen
- Gallenblasenentzündung
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Schmerzen im Haltungs- und Bewegungsapparat
- Benommenheit
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
- Schwitzen
- Anstieg der Nierenwerte - (Kreatinin und Harnstoff)
- Bakterieninfektion der Niere
- Störungen des Flüssigkeit- und Salzhaushaltes
- Veränderung des Blutbildes
- Brustbildung beim Mann
- Unwohlsein
- Wachstumsfaktor-Rezeptor (epidermal, human, erniedrigt)
- Blutzuckerwert erhöht
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Zu hoher Kaliumgehalt im Blut (Hyperkaliämie)
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Was ist das? - Definition Bei Herzschwäche kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Betroffene leiden an sinkender körperlicher Belastbarkeit.
Krankheitsbild
Bei Herzschwäche, fachlich als Herzinsuffizienz bezeichnet, kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Entweder ist der Herzmuskel dafür zu schwach und/oder das Herz ist zu steif, um sich vor dem Herzschlag richtig mit Blut zu füllen.
Befördert in der Folge die linke Herzkammer zu wenig Blut in den Körperkreislauf, bleiben die Muskeln und Organe wie Magen, Leber, Nieren oder Gehirn unterversorgt. Arbeitet die rechte Herzkammer nicht richtig, gelangt nicht mehr genug Blut in den Lungenkreislauf. Oft liegt eine nachlassende Pumpleistung der linken und der rechten Herzkammer vor, es kann sich aber auch eine isolierte Links- oder Rechtsherzschwäche entwickeln.
Symptome/Verlauf
Als Folge einer Herzschwäche kommt es je nach Ausprägung zu Beschwerden wie Luftnot oder Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) im Gewebe, vor allem in den Beinen, womöglich auch im Bauchbereich oder gar in der Lunge. Zudem lässt die körperliche Leistungsfähigkeit nach, man ermüdet rasch. Mit den sogenannten NYHA-Stadien (NYHA für New York Heart Association) bezeichnen Ärzte das Ausmaß einer Herzschwäche.
- -NYHA-Stadium I: Es gibt noch keine körperliche Einschränkung durch die Herzschwäche. Alltägliche körperliche Belastungen bereiten keine Beschwerden.
- -NYHA-Stadium II: Es liegt eine Herzschwäche mit leichter Einschränkung vor
- noch ohne Beschwerden in Ruhe oder bei geringer Anstrengung. Atemnot oder Herzrhythmusstörungen treten aber bei körperlicher Belastung wie etwa Treppensteigen auf.
- -NYHA-Stadium III: Es besteht eine deutlichere Einschränkung, aber noch nicht in Ruhe. Beschwerden wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen machen sich jedoch schon bei geringer Belastung wie Spazierengehen bemerkbar.
- -NYHA-Stadium IV: Hier bestehen Beschwerden durch die Herzschwäche sowohl bei Belastung als auch in Ruhe. Die Betroffenen sind teils bettlägerig.
Weitere mögliche Symptome einer Herzschwäche sind ein beschleunigter Atem, ein schnellerer Herzschlag, Schwindelgefühle oder vermehrter nächtlicher Harndrang.
Eine Herzschwäche entwickelt sich je nach Ursache chronisch über Jahre oder als akutes Ereignis.
Folgen/Komplikationen
Durch eine Herzschwäche sinkt mit der Zeit die körperliche Leistungsfähigkeit. Belastungen führen immer rascher zu Atemnot, bis sie sogar in Ruhe auftritt. Es kann zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder zu Wasseransammlungen etwa in den Beinen oder sogar in der Lunge kommen.
Es ist möglich, dass sich eine lange kontrollierbare chronische Herzschwäche aus unterschiedlichen Gründen akut so sehr verschlechtert, dass Lebensgefahr durch Herzversagen droht. Zudem kann eine bedrohliche Herzschwäche aufgrund unterschiedlicher Faktoren plötzlich neu auftreten.
Ursachen/Risikofaktoren
Herzschwäche ist eine Folge verschiedenster das Herz beeinträchtigender Erkrankungen. Mögliche Ursachen der sich langsam entwickelnden, chronischen Herzschwäche: ein unerkannter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck, durch den sich der Herzmuskel verändert, eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels durch Arteriosklerose, Vernarbungen sowie Umbauprozesse im Herz nach einem Infarkt oder nicht mehr richtig arbeitende Herzklappen. Tritt die Herzschwäche plötzlich auf, dann oft wegen eines schweren Herzinfarktes. Als andere mögliche Ursachen kommen unter anderem die Entgleisung einer bestehenden chronischen Herzschwäche, schwere Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen infrage - möglicherweise auch eine Lungenembolie, die es der rechten Herzkammer erschwert, Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen.
Das Risiko für eine Herzschwäche steigern vor allem Faktoren, die zu Arteriosklerose in den das Herz versorgenden Blutgefäßen beitragen (Koronare Herzkrankheit). Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel oder Rauchen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist, Risikofaktoren für Arteriosklerose abzubauen. Dazu trägt unter anderem eine gesunde Ernährung bei. Bei Herzschwäche kann eine Beschränkung und optimale Verteilung der Trinkmenge über den Tag erforderlich sein, das muss man mit dem Arzt besprechen. Zudem sollte die Ernährung wenig Kochsalz enthalten. Entlastend für Herz und Kreislauf ist auch der Abbau von Übergewicht.
Außerdem gilt es regemäßig körperlich aktiv zu sein, zur Vorsorge, aber auch bei bestehender Herzschwäche. Mit den behandelnden Ärzten müssen Patienten mit Herzschwäche zuvor absprechen, welche Sportarten und Belastungen unbedenklich sind. Herzsportgruppen sind empfehlenswert. Wichtig grundsätzlich: die mit dem Arzt abgesprochenen Kontrolltermine einhalten und bei sich akut verschlechternden Beschwerden, etwa plötzlichen, anhaltenden Schmerzen und Brennen in der Brust sowie plötzlich auftretender Atemnot, den Notarzt zu rufen.
Was der Arzt tun kann:
Ärztliche Unterstützung erfordert unter anderem die Behandlung von Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit, die unbehandelt Herzschwäche begünstigt. Kardiologinnen und Kardiologen können zudem die Diagnose Herzschwäche stellen. Dazu erfassen sie Symptome, erheben einige Blutwerte und führen Untersuchungen mittels EKG (Herzstromkurven), Ultraschall und bei Bedarf eine Röntgenuntersuchung der Brust durch.
Bei bestehender Herzschwäche kommen vor allem Medikamente zum Einsatz. Je nach Bedarf verordnen Ärztinnen und Ärzte Mittel, die den Blutdruck senken, die Flüssigkeitsausscheidung fördern, den Einfluss von Stress auf das Herz mindern und ungünstigen Umbauvorgängen im Herz entgegenwirken. Zudem sollte ein bestehender Eisenmangel behandelt werden. Herzrhythmusstörungen können durch Medikamente, Ablationsverfahren (Vorhofflimmern) oder implantierbare Schrittmacher/Defibrillatoren behandelt werden. Bei extremer Verschlechterung der Herzschwäche hilft womöglich ein Herzunterstützungssystem oder eine Herztransplantation.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - Kellnhauser, Thiemes Pflege, (2009), 11. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.