EZETIMIB/Atorvastatin Viatris 10 mg/20 mg Filmtab.
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19894684
- Darreichungsform:
- Filmtabletten
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- EZETIMIB
- Hersteller:
- Viatris Healthcare GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRLagerungsanforderungen
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kurzzeitige Durchblutungsstörungen der Hirngefäße
Was ist das? - Definition Stockt kurzzeitig der Blutfluss im Gehirn und treten infolgedessen deutliche neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprech- und Sehstörungen auf, verbergen sich dahinter häufig Blutgefäßschäden durch Arteriosklerose oder Gerinnsel in Blutgefäßen. Doch auch wenn sie nur kurz anhalten, gelten sie als Warnzeichen: Das Risiko für Hirnschäden und Schlaganfälle ist erhöht.
Krankheitsbild
Kurzzeitige Durchblutungsstörungen im Gehirn können möglicherweise plötzlich und vorübergehend Beschwerden hervorrufen, die denen eines Schlaganfalls ähneln und vergleichbare Ursachen haben. Mediziner sprechen hier auch von einer Transitorischen Ischämischen Attacke, kurz TIA. Mittlerweile geht man davon aus, dass es dabei unter Umständen trotz der für TIA typischen Rückbildung der Symptome auf Dauer zu bleibenden Einbußen der Hirnleistung kommen kann.
Symptome und Verlauf
Je nachdem, welche Hirnregionen von vorübergehenden Durchblutungsstörungen betroffen sind, kann es zu Sehstörungen, Doppelbildern, einer kurzzeitigen Erblindung auf einem Auge, halbseitigen Lähmungserscheinungen der Hände, Arme, Beine oder einer Gesichtshälfte, zu Sprachstörungen, verwaschener Sprache, Schwindel und möglicherweise auch starken Kopfschmerzen kommen. Im Gegensatz zu den Folgewirkungen eines Schlaganfalls verschwinden die Symptome bald wieder. Bei den meisten Betroffenen bleiben TIA-Symptome weniger als 60 Minuten bestehen, bei der Hälfte weniger als 30 Minuten. Selten dauern sie mehrere Stunden.
Bessern sich die genannten Beschwerden nicht rasch, in der Regel nach einigen Minuten, sollte man den Notarzt rufen. Die Durchblutung in Teilen des Gehirns könnte anhaltend blockiert sein, es liegt somit möglicherweise ein Schlaganfall vor. Dieser kann schwere Folgewirkungen haben oder sogar zum Tode führen. Zudem verursachen teils womöglich auch TIA-Attacken langfristig Schäden. Die Chancen der Betroffenen sind umso besser, je rascher sie in spezialisierten Klinikabteilungen (Stroke Units) behandelt werden.
Selbst wenn von Durchblutungsstörungen des Gehirns verursachte Beschwerden rasch abklingen, sollte man danach unverzüglich einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären.
Folgen und Komplikationen
Nicht von ungefähr spricht man bei einer TIA auch von einem Minischlaganfall. So lieferte eine Studie Hinweise darauf, dass eine TIA zwar nicht wie ein Schlaganfall sofort zu Leistungseinbußen des Gehirns führte, dass aber im Nachgang der jährliche Rückgang der Hirnleistung in der TIA-Gruppe ähnlich rasch verlief wie in der Schlaganfallgruppe. Zudem gelten TIA als mögliche Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall. So zeigte eine zusammenfassende Analyse von vier Studien, dass bei Schlaganfall-Patienten in 17 Prozent der Fälle am Tag des Schlaganfalls auch TIA aufgetreten sind, bei 9 Prozent innerhalb von einem Tag vor dem Schlaganfall. Bei 43 Prozent der Patienten lag weniger als eine Woche zwischen der letzten TIA und dem Schlaganfall.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen einer TIA gleichen denen eines Schlaganfalls. Die Verkalkung beziehungsweise Arteriosklerose hirnversorgender Blutgefäße steht im Vordergrund. Werden sie durch arteriosklerotischen Ablagerungen im Gefäßinneren eingeengt, stockt der Blutfluss. Aber auch kleinste Blutgerinnsel können die Hirndurchblutung lokal beeinträchtigen. Andere, im Vergleich seltenere Ursachen für Hirndurchblutungsstörungen mit neurologischen Symptomen ähnlich denen bei einer TIA sind zum Beispiel Blutgefäßentzündungen und -einrisse, Hirntumore oder Migräne-Attacken mit Aura.
Risikofaktoren für Blutgefäßschäden auch im Kopfbereich sind unter anderem Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Rauchen. Manche Herzleiden bergen die Gefahr, dass im Herzen kleinste Gerinnsel entstehen, mit dem Blutstrom auch in Hirngefäße weitergetragen werden und sie verstopfen. Zu diesen Herzleiden gehören zum Beispiel Herzklappen-Erkrankungen oder das Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall, also anhaltende Störungen der Hirndurchblutung, handelt es sich um einen Notfall. Betroffene werden in darauf spezialisierten Klinikabteilungen behandelt.
Lagen kurzzeitig Symptome einer Durchblutungsstörung des Gehirns vor, wird die Ärztin oder der Arzt im Nachgang versuchen, die Ursachen zu finden. Dazu werden unter anderem die Symptome bewertet, körperliche Untersuchungen vorgenommen, einige Blutwerte und ein EKG (Herzstromkurve) erhoben sowie Ultraschalluntersuchungen und womöglich ein MRT des Kopfes vorgenommen.
Die Behandlung richtet sich dann nach den festgestellten Ursachen und Risikofaktoren. Finden sich beispielsweise Anhaltspunkte für Arteriosklerose und deren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, werden dagegen Medikamente verordnet. Dazu kommen bei Bedarf die Blutgerinnung hemmende Mittel, um einer Gerinnselbildung in Blutgefäßen vorzubeugen. Verengungen in Halsschlagadern erfordern dort möglicherweise einen Eingriff.
Was man selbst tun kann
Hat man Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, muss man sie angehen, da sie letztlich auch die Hirndurchblutung beeinträchtigen. Und so sollte man Medikamente gegen zu hohe Blutdruck- sowie Blutfettwerte konsequent einnehmen. Das gilt ebenso für Arzneimittel zur Diabetes-Behandlung und zur Gerinnungskontrolle. Zudem sollte man ärztlich empfohlene Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.
Wichtig ist außerdem, sich regelmäßig zu bewegen, Übergewicht abzubauen, das Rauchen einzustellen und wenig oder keinen Alkohol zu trinken. Günstig wirkt sich auf Dauer auch eine gesunde Ernährung aus, Hilfestellungen gibt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schlaganfall (Apoplex)
Was ist das? - Definition Ein Schlaganfall (Apoplex, Hirninfarkt) ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, die zum Absterben von Nervenzellen führt. Je nach betroffenem Hirnareal kann es zu Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen kommen. Ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Krankheitsbild
Ein Schlaganfall (auch Apoplex, Hirninfarkt oder Hirnschlag genannt), ist ein akuter medizinischer Notfall. Dabei wird das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, weil entweder ein Blutgefäß verstopft (ischämischer Schlaganfall) oder eine Hirnblutung auftritt (hämorrhagischer Schlaganfall). In beiden Fällen droht das Absterben von Nervenzellen mit bleibenden Schäden. Die Folge reicht von leichter Einschränkung bis zur schweren Behinderung oder sogar zum Tod. Entscheidend ist: Jede Minute zählt. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser ist die Prognose.
Symptome/Verlauf
Ein Schlaganfall tritt meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Typische Anzeichen sind halbseitige Lähmungen oder Taubheitsgefühle, Sprach- und Sprechstörungen, Sehstörungen wie Doppelbilder oder Erblindung auf einem Auge, starke Kopfschmerzen sowie Schwindel und Koordinationsprobleme. Auch subtile Symptome wie Verwirrtheit, Müdigkeit oder leichte Sprachstörungen können auf einen schleichenden Schlaganfall hindeuten, oft bemerken Angehörige diese Veränderungen zuerst. Der Verlauf hängt vom Schweregrad und der betroffenen Hirnregion ab. Bei rechtzeitiger Behandlung können sich die Folgen manchmal ganz oder teilweise zurückbilden, unbehandelt kommt es jedoch häufig zu bleibenden Schäden.
Folgen/Komplikationen
Ein Schlaganfall kann zu dauerhaften motorischen oder sprachlichen Einschränkungen, Gedächtnisstörungen, Schluckproblemen oder Pflegebedürftigkeit führen. Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für weitere Schlaganfälle. Auch psychische Begleiterscheinungen wie Depressionen sind nicht selten. Im schlimmsten Fall endet ein schwerer Schlaganfall tödlich
Ursachen/Risikofaktoren
Etwa 80 Prozent der Schlaganfälle sind ischämisch bedingt, wobei meist ein Blutgerinnsel das Hirngefäß verstopft. Rund 15 bis 20 Prozent beruhen auf einer Hirnblutung. Hauptrisikofaktoren sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht. Auch Arteriosklerose und entzündliche Gefäßerkrankungen spielen eine Rolle. Schleichende Schlaganfälle können durch kleine, wiederholte Gefäßverschlüsse, sogenannte Mikroinfarkte, entstehen, die sich allmählich summieren. Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen, sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Zur Vorbeugung ist ein gesunder Lebensstil entscheidend. Dazu gehören Bewegung, Rauchverzicht, ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und regelmäßige Blutdruckkontrollen. Wer seine Risikofaktoren kennt, kann aktiv gegensteuern. Wer Warnzeichen für einen Schlaganfall bei sich oder anderen entdeckt, sollte diese schnellstmöglich ärztlich abklären lassen und die 112 wählen. Denn für die Gehirnzellen gilt: Jede Minute zählt.
Was der Arzt tun kann:
In der Akutphase erfolgt die Diagnostik in der Notaufnahme mittels CT oder MRT, ergänzt durch körperliche und neurologische Untersuchungen. Bei einem ischämischen Schlaganfall wird das Gerinnsel medikamentös (Thrombolyse) oder mechanisch (Thrombektomie) entfernt. Bei Hirnblutungen stehen Blutdrucksenkung und unter Umständen operative Eingriffe im Vordergrund. Anschließend beginnt die Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Auch eine psychologische Betreuung kann sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 18.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19894684
- Darreichungsform:
- Filmtabletten
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- EZETIMIB
- Hersteller:
- Viatris Healthcare GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRLagerungsanforderungen
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kurzzeitige Durchblutungsstörungen der Hirngefäße
Was ist das? - Definition Stockt kurzzeitig der Blutfluss im Gehirn und treten infolgedessen deutliche neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprech- und Sehstörungen auf, verbergen sich dahinter häufig Blutgefäßschäden durch Arteriosklerose oder Gerinnsel in Blutgefäßen. Doch auch wenn sie nur kurz anhalten, gelten sie als Warnzeichen: Das Risiko für Hirnschäden und Schlaganfälle ist erhöht.
Krankheitsbild
Kurzzeitige Durchblutungsstörungen im Gehirn können möglicherweise plötzlich und vorübergehend Beschwerden hervorrufen, die denen eines Schlaganfalls ähneln und vergleichbare Ursachen haben. Mediziner sprechen hier auch von einer Transitorischen Ischämischen Attacke, kurz TIA. Mittlerweile geht man davon aus, dass es dabei unter Umständen trotz der für TIA typischen Rückbildung der Symptome auf Dauer zu bleibenden Einbußen der Hirnleistung kommen kann.
Symptome und Verlauf
Je nachdem, welche Hirnregionen von vorübergehenden Durchblutungsstörungen betroffen sind, kann es zu Sehstörungen, Doppelbildern, einer kurzzeitigen Erblindung auf einem Auge, halbseitigen Lähmungserscheinungen der Hände, Arme, Beine oder einer Gesichtshälfte, zu Sprachstörungen, verwaschener Sprache, Schwindel und möglicherweise auch starken Kopfschmerzen kommen. Im Gegensatz zu den Folgewirkungen eines Schlaganfalls verschwinden die Symptome bald wieder. Bei den meisten Betroffenen bleiben TIA-Symptome weniger als 60 Minuten bestehen, bei der Hälfte weniger als 30 Minuten. Selten dauern sie mehrere Stunden.
Bessern sich die genannten Beschwerden nicht rasch, in der Regel nach einigen Minuten, sollte man den Notarzt rufen. Die Durchblutung in Teilen des Gehirns könnte anhaltend blockiert sein, es liegt somit möglicherweise ein Schlaganfall vor. Dieser kann schwere Folgewirkungen haben oder sogar zum Tode führen. Zudem verursachen teils womöglich auch TIA-Attacken langfristig Schäden. Die Chancen der Betroffenen sind umso besser, je rascher sie in spezialisierten Klinikabteilungen (Stroke Units) behandelt werden.
Selbst wenn von Durchblutungsstörungen des Gehirns verursachte Beschwerden rasch abklingen, sollte man danach unverzüglich einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären.
Folgen und Komplikationen
Nicht von ungefähr spricht man bei einer TIA auch von einem Minischlaganfall. So lieferte eine Studie Hinweise darauf, dass eine TIA zwar nicht wie ein Schlaganfall sofort zu Leistungseinbußen des Gehirns führte, dass aber im Nachgang der jährliche Rückgang der Hirnleistung in der TIA-Gruppe ähnlich rasch verlief wie in der Schlaganfallgruppe. Zudem gelten TIA als mögliche Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall. So zeigte eine zusammenfassende Analyse von vier Studien, dass bei Schlaganfall-Patienten in 17 Prozent der Fälle am Tag des Schlaganfalls auch TIA aufgetreten sind, bei 9 Prozent innerhalb von einem Tag vor dem Schlaganfall. Bei 43 Prozent der Patienten lag weniger als eine Woche zwischen der letzten TIA und dem Schlaganfall.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen einer TIA gleichen denen eines Schlaganfalls. Die Verkalkung beziehungsweise Arteriosklerose hirnversorgender Blutgefäße steht im Vordergrund. Werden sie durch arteriosklerotischen Ablagerungen im Gefäßinneren eingeengt, stockt der Blutfluss. Aber auch kleinste Blutgerinnsel können die Hirndurchblutung lokal beeinträchtigen. Andere, im Vergleich seltenere Ursachen für Hirndurchblutungsstörungen mit neurologischen Symptomen ähnlich denen bei einer TIA sind zum Beispiel Blutgefäßentzündungen und -einrisse, Hirntumore oder Migräne-Attacken mit Aura.
Risikofaktoren für Blutgefäßschäden auch im Kopfbereich sind unter anderem Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Rauchen. Manche Herzleiden bergen die Gefahr, dass im Herzen kleinste Gerinnsel entstehen, mit dem Blutstrom auch in Hirngefäße weitergetragen werden und sie verstopfen. Zu diesen Herzleiden gehören zum Beispiel Herzklappen-Erkrankungen oder das Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall, also anhaltende Störungen der Hirndurchblutung, handelt es sich um einen Notfall. Betroffene werden in darauf spezialisierten Klinikabteilungen behandelt.
Lagen kurzzeitig Symptome einer Durchblutungsstörung des Gehirns vor, wird die Ärztin oder der Arzt im Nachgang versuchen, die Ursachen zu finden. Dazu werden unter anderem die Symptome bewertet, körperliche Untersuchungen vorgenommen, einige Blutwerte und ein EKG (Herzstromkurve) erhoben sowie Ultraschalluntersuchungen und womöglich ein MRT des Kopfes vorgenommen.
Die Behandlung richtet sich dann nach den festgestellten Ursachen und Risikofaktoren. Finden sich beispielsweise Anhaltspunkte für Arteriosklerose und deren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, werden dagegen Medikamente verordnet. Dazu kommen bei Bedarf die Blutgerinnung hemmende Mittel, um einer Gerinnselbildung in Blutgefäßen vorzubeugen. Verengungen in Halsschlagadern erfordern dort möglicherweise einen Eingriff.
Was man selbst tun kann
Hat man Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, muss man sie angehen, da sie letztlich auch die Hirndurchblutung beeinträchtigen. Und so sollte man Medikamente gegen zu hohe Blutdruck- sowie Blutfettwerte konsequent einnehmen. Das gilt ebenso für Arzneimittel zur Diabetes-Behandlung und zur Gerinnungskontrolle. Zudem sollte man ärztlich empfohlene Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.
Wichtig ist außerdem, sich regelmäßig zu bewegen, Übergewicht abzubauen, das Rauchen einzustellen und wenig oder keinen Alkohol zu trinken. Günstig wirkt sich auf Dauer auch eine gesunde Ernährung aus, Hilfestellungen gibt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schlaganfall (Apoplex)
Was ist das? - Definition Ein Schlaganfall (Apoplex, Hirninfarkt) ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, die zum Absterben von Nervenzellen führt. Je nach betroffenem Hirnareal kann es zu Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen kommen. Ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Krankheitsbild
Ein Schlaganfall (auch Apoplex, Hirninfarkt oder Hirnschlag genannt), ist ein akuter medizinischer Notfall. Dabei wird das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, weil entweder ein Blutgefäß verstopft (ischämischer Schlaganfall) oder eine Hirnblutung auftritt (hämorrhagischer Schlaganfall). In beiden Fällen droht das Absterben von Nervenzellen mit bleibenden Schäden. Die Folge reicht von leichter Einschränkung bis zur schweren Behinderung oder sogar zum Tod. Entscheidend ist: Jede Minute zählt. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser ist die Prognose.
Symptome/Verlauf
Ein Schlaganfall tritt meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Typische Anzeichen sind halbseitige Lähmungen oder Taubheitsgefühle, Sprach- und Sprechstörungen, Sehstörungen wie Doppelbilder oder Erblindung auf einem Auge, starke Kopfschmerzen sowie Schwindel und Koordinationsprobleme. Auch subtile Symptome wie Verwirrtheit, Müdigkeit oder leichte Sprachstörungen können auf einen schleichenden Schlaganfall hindeuten, oft bemerken Angehörige diese Veränderungen zuerst. Der Verlauf hängt vom Schweregrad und der betroffenen Hirnregion ab. Bei rechtzeitiger Behandlung können sich die Folgen manchmal ganz oder teilweise zurückbilden, unbehandelt kommt es jedoch häufig zu bleibenden Schäden.
Folgen/Komplikationen
Ein Schlaganfall kann zu dauerhaften motorischen oder sprachlichen Einschränkungen, Gedächtnisstörungen, Schluckproblemen oder Pflegebedürftigkeit führen. Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für weitere Schlaganfälle. Auch psychische Begleiterscheinungen wie Depressionen sind nicht selten. Im schlimmsten Fall endet ein schwerer Schlaganfall tödlich
Ursachen/Risikofaktoren
Etwa 80 Prozent der Schlaganfälle sind ischämisch bedingt, wobei meist ein Blutgerinnsel das Hirngefäß verstopft. Rund 15 bis 20 Prozent beruhen auf einer Hirnblutung. Hauptrisikofaktoren sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht. Auch Arteriosklerose und entzündliche Gefäßerkrankungen spielen eine Rolle. Schleichende Schlaganfälle können durch kleine, wiederholte Gefäßverschlüsse, sogenannte Mikroinfarkte, entstehen, die sich allmählich summieren. Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen, sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Zur Vorbeugung ist ein gesunder Lebensstil entscheidend. Dazu gehören Bewegung, Rauchverzicht, ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und regelmäßige Blutdruckkontrollen. Wer seine Risikofaktoren kennt, kann aktiv gegensteuern. Wer Warnzeichen für einen Schlaganfall bei sich oder anderen entdeckt, sollte diese schnellstmöglich ärztlich abklären lassen und die 112 wählen. Denn für die Gehirnzellen gilt: Jede Minute zählt.
Was der Arzt tun kann:
In der Akutphase erfolgt die Diagnostik in der Notaufnahme mittels CT oder MRT, ergänzt durch körperliche und neurologische Untersuchungen. Bei einem ischämischen Schlaganfall wird das Gerinnsel medikamentös (Thrombolyse) oder mechanisch (Thrombektomie) entfernt. Bei Hirnblutungen stehen Blutdrucksenkung und unter Umständen operative Eingriffe im Vordergrund. Anschließend beginnt die Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Auch eine psychologische Betreuung kann sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 18.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.