FENISTIL Tropfen
7,12 €
Sofort lieferbar
Pharmazeutische Informationen
Tropfen — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 03177265
- Darreichungsform:
- Tropfen (Tropfen)
- Packungsgröße:
- 20 ml
- Marke:
- FENISTIL
- Hersteller:
- EMRA-MED Arzneimittel GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung erfolgt nach dem Körpergewicht.
Bei Juckreiz, Juckreiz bei Windpocken, Insektenstichen und Nesselausschlag:
Bei Allergischem Schnupfen, zum Beispiel Heuschnupfen:
Anwendungsgebiete
- Juckreiz
- Juckreiz bei Windpocken
- Nesselausschlag
- Insektenstiche
- Allergischer Schnupfen, z.B. Heuschnupfen
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 1-11 Jahren, Einzeldosis: 5-32 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 20-40 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 1-11 Jahren, Einzeldosis: 5-32 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 20-40 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff hilft bei Allergien, stillt den Juckreiz und wirkt schmerzmildernd. Er unterdrückt die Wirkung der körpereigenen Substanz Histamin. Histamin spielt als Art Botenstoff eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen und allergischen Reaktionen. Durch die Blockade dieses Botenstoffes wird der allergische Reaktionsablauf unterbrochen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Müdigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)
- Prostatavergrößerung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge unter 1 Jahr: Für diese Altersgruppe liegen keine Dosierungsangaben vor.
- Kinder unter 6 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 6 Monate verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung
- bei Raumtemperatur
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen das Süßungsmittel Saccharin (E-Nummer E 954)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Kinder ab 1 Jahr und Erwachsene:
Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene:
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: mikroemulgiert Baldrian-Tinktur Kamillenblüten-Fluidextrakt Kamillenblüten-Extrakt (1:4,0-4,5); Auszugsmittel: Ethanol Kardamomensamen (53,6:71,4:71,4:71,4:28,5:28,5:7,1:71,4:7,1:71,4:32,1:3,6:1) Guaifenesin und weitere
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da ein anderes Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können beispielsweise Konzentrations-, Aufmerksamkeitsstörungen (zum Beispiel im Straßenverkehr), Schläfrigkeit oder Benommenheit auftreten.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel wird nicht empfohlen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da verstärkte Kontrollen nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Juckreiz
Was ist das? - Definition Juckreiz ist ein unangenehmes Hautempfinden, das den Drang auslöst, sich zu kratzen. Er kann lokal begrenzt oder am ganzen Körper auftreten. Juckreiz ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann, von harmlosen Hautreizungen bis hin zu ernsthaften inneren Erkrankungen. Häufig tritt er vorübergehend auf, kann aber auch chronisch werden.
Krankheitsbild
Juckreiz entsteht durch die Reizung bestimmter Nervenfasern in der Haut. Diese senden Signale an das Gehirn, die es als Kribbeln oder Brennen wahrnimmt. Der Körper reagiert darauf mit dem Reflex, sich zu kratzen. Kurzfristig kann das Linderung verschaffen, langfristig jedoch die Haut zusätzlich reizen und schädigen. Juckreiz kann durch äußere Einflüsse wie Insektenstiche oder trockene Haut entstehen, aber auch durch innere Erkrankungen wie Leber- oder Nierenprobleme verursacht werden. Bei chronischem Juckreiz spricht man von Pruritus.
Symptome/Verlauf
Juckreiz kann sich unterschiedlich äußern. Typische Anzeichen sind:
- Kribbeln, Brennen oder Stechen auf der Haut
- Unwiderstehlicher Drang, sich zu kratzen
- Rötungen, Schwellungen oder Kratzspuren
- Trockene, schuppige oder entzündete Hautstellen
- Verstärkung des Juckreizes bei Wärme oder Stress
Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. Akuter Juckreiz klingt meist nach kurzer Zeit ab, etwa nach einem Insektenstich. Chronischer Juckreiz kann über Wochen oder Monate bestehen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Häufig kommt es zu einem Teufelskreis aus Jucken und Kratzen, der die Haut weiter schädigt.
Folgen/Komplikationen
Anhaltender Juckreiz kann zu Hautverletzungen, Entzündungen und Infektionen führen. Durch ständiges Kratzen wird die Hautbarriere geschwächt. Es können sich Ekzeme oder chronische Hautveränderungen entwickeln. Auch psychische Belastungen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen sind möglich. Besonders bei Kindern kann starker Juckreiz das Verhalten und die Konzentration beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Juckreiz kann viele Auslöser besitzen. Zu den häufigen Ursachen zählen trockene Haut, allergische Reaktionen, Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, Insektenstiche sowie der Kontakt mit reizenden Stoffen oder bestimmte Medikamente. Auch innere Erkrankungen wie Leber- oder Nierenprobleme, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen können Juckreiz verursachen. Psychische Faktoren wie Stress oder Angst verstärken oft das Empfinden. Risikofaktoren sind unter anderem Alter, chronische Erkrankungen, trockene Heizungsluft und unpassende Hautpflegeprodukte.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Befragung, Hautuntersuchung und gegebenenfalls Bluttests die Ursache klären. Je nach Befund kommen Antihistaminika, entzündungshemmende Wirkstoffe oder spezielle Pflegeprodukte zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Die Haut regelmäßig mit passenden Pflegepräparaten eincremen, besonders nach dem Duschen. Reizstoffe wie Duftstoffe oder aggressive Seifen meiden. Kühle Umschläge oder Bäder mit Haferzusätzen anwenden. Nach Möglichkeit die betroffenen Stellen nicht kratzen, sondern klopfen oder kühlen. Grenzen sind erreicht, wenn der Juckreiz länger als sechs Wochen anhält, sehr stark ist oder mit anderen Symptomen wie Hautveränderungen, Fieber oder Gewichtsverlust einhergeht. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Windpocken
Was ist das? - Definition Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion. Sie zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht und gehen typischerweise mit Fieber sowie einem juckenden Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen einher.
Krankheitsbild
Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie treten vor allem bei Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren auf. Typisch ist ein juckender Hautausschlag mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen sowie leichtes Fieber. Die Erkrankung tritt vor allem im Kindesalter auf und gehört zu den häufigen Infektionskrankheiten. Nach einer durchgemachten Infektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann später erneut aktiv werden und dann eine Gürtelrose verursachen. Seit 2004 wird in Deutschland eine Schutzimpfung empfohlen.
Symptome/Verlauf
Nach der Ansteckung vergehen meist etwa 10 bis 21 Tage, bis erste Beschwerden auftreten. Anfangs zeigen sich oft unspezifische Symptome wie leichtes Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Kurz darauf entwickelt sich der typische Hautausschlag: rote Flecken, aus denen stark juckende Bläschen entstehen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten können. Diese Bläschen trocknen später aus und verkrusten. Bei gesunden Kindern heilt die Erkrankung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos ab, während Erwachsene häufig schwerer erkranken.
Folgen/Komplikationen
Windpocken verlaufen bei gesunden Kindern in der Regel ohne ernsthafte Folgen. Es können jedoch Komplikationen auftreten, insbesondere bei Erwachsenen, Neugeborenen, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dazu zählen bakterielle Infektionen der Haut durch aufgekratzte Bläschen sowie schwerere Verläufe bei denen es beispielsweise Lungenentzündungen oder Entzündungen des Gehirns kommen kann. Zudem kann das Virus später im Leben wieder aktiv werden und eine schmerzhafte Gürtelrose auslösen.
Ursachen/Risikofaktoren
Ursache der Erkrankung ist das Varizella-Zoster-Virus. Windpocken sind hoch ansteckend und werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, etwa beim Husten oder Niesen, sowie durch direkten Kontakt mit dem Inhalt der Hautbläschen. Erkrankte sind bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten des Ausschlags ansteckend und bleiben es, bis alle Bläschen verkrustet sind. Ungeimpfte Personen stecken sich zu 90 Prozent nach Kontakt mit einer infizierten Person an. Geimpfte Personen erkranken in der Regel nicht oder zeigen nur einen leichten Verlauf. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung von Windpocken zielt vor allem darauf ab, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Gegen die juckende Haut helfen beispielsweise spezielle Salben aus der Apotheke. Der Arzt kann je nach Verlauf Medikamente gegen den Juckreiz verordnen und in schweren Fällen antivirale Mittel einsetzen. Eine wichtige Rolle spielt die Impfung: Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und schützt wirksam vor einer Erkrankung oder vor schweren Verläufen. Danach sollten Säuglinge und Kleinkinder ab 11 Monaten insgesamt zweimal geimpft werden.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu erleichtern, indem sie die Haut pflegen, den Juckreiz lindern und darauf achten, die Bläschen nicht aufzukratzen, um zusätzliche Infektionen zu vermeiden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es helfen, die Fingernägel kurz zu schneiden oder ihnen Baumwollfäustlinge anzuziehen.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Nesselausschlag
Was ist das? - Definition Nesselausschlag ist eine Hauterkrankung, bei der sich plötzlich juckende Quaddeln und manchmal tiefer liegende Schwellungen bilden. Sie ähnelt in ihrer Reaktion dem Kontakt mit Brennnesseln, daher der Name. Die Erkrankung kann akut auftreten oder über längere Zeit bestehen und wird medizinisch als Urtikaria bezeichnet.
Krankheitsbild
Die Hautveränderungen entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei werden Botenstoffe wie Histamin freigesetzt, die zu einer verstärkten Durchlässigkeit der Blutgefäße führen. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und verursacht die typischen Quaddeln. Man unterscheidet zwischen akutem Nesselausschlag, der meist innerhalb weniger Stunden oder Tage abklingt, und chronischem Nesselausschlag, der über Wochen oder Monate bestehen kann. Die Erkrankung kann den ganzen Körper betreffen oder nur einzelne Stellen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten meist plötzlich auf und können sehr belastend sein. Zu den typischen Symptomen zählen:
- Stark juckende Quaddeln auf der Haut
- Rötung und Schwellung der betroffenen Stellen
- Brennendes oder stechendes Gefühl
- Schwellungen im Gesicht, an Händen oder Füßen
- Angioödeme, also tiefer liegende Schwellungen
- Unruhe und Schlafstörungen durch Juckreiz
- Wechselnde Lokalisation der Hautveränderungen
- Plötzlicher Beginn, oft innerhalb weniger Minuten
Die akute Form klingt meist innerhalb von 24 Stunden ab. Bei der chronischen Form treten die Symptome regelmäßig oder dauerhaft auf. Der Verlauf ist individuell und kann durch bestimmte Auslöser beeinflusst werden.
Folgen/Komplikationen
In den meisten Fällen ist Nesselausschlag harmlos, kann aber die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Starker Juckreiz führt zu Schlafmangel und Konzentrationsproblemen. Bei Beteiligung der Atemwege oder bei Kreislaufreaktionen kann es zu einem allergischen Notfall kommen. Chronische Formen belasten Betroffene psychisch und körperlich und erfordern oft eine langfristige Behandlung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Auslöser sind vielfältig. Häufige Ursachen sind allergische Reaktionen auf Lebensmittel, Medikamente oder Insektenstiche. Auch physikalische Reize wie Druck, Wärme, Kälte oder Sonnenlicht können Nesselausschlag auslösen. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Infektionen, hormonelle Veränderungen und Autoimmunprozesse. In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache unbekannt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Befragung und Hauttests mögliche Auslöser identifizieren. Zur Behandlung werden Antihistaminika eingesetzt, bei schweren Fällen auch Kortikosteroide oder Biologika.
Das kann man selbst tun: Auslöser meiden, betroffene Stellen kühlen, lockere Kleidung tragen und Hautpflegeprodukte ohne Duftstoffe verwenden. Grenzen sind erreicht, wenn Atemnot, Kreislaufprobleme oder anhaltende Beschwerden auftreten. Dann ist ärztliche Hilfe dringend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Tropfen — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 03177265
- Darreichungsform:
- Tropfen (Tropfen)
- Packungsgröße:
- 20 ml
- Marke:
- FENISTIL
- Hersteller:
- EMRA-MED Arzneimittel GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung erfolgt nach dem Körpergewicht.
Bei Juckreiz, Juckreiz bei Windpocken, Insektenstichen und Nesselausschlag:
Bei Allergischem Schnupfen, zum Beispiel Heuschnupfen:
Anwendungsgebiete
- Juckreiz
- Juckreiz bei Windpocken
- Nesselausschlag
- Insektenstiche
- Allergischer Schnupfen, z.B. Heuschnupfen
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 1-11 Jahren, Einzeldosis: 5-32 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 20-40 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 1-11 Jahren, Einzeldosis: 5-32 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 20-40 Tropfen, Gesamtdosis: 3-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff hilft bei Allergien, stillt den Juckreiz und wirkt schmerzmildernd. Er unterdrückt die Wirkung der körpereigenen Substanz Histamin. Histamin spielt als Art Botenstoff eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen und allergischen Reaktionen. Durch die Blockade dieses Botenstoffes wird der allergische Reaktionsablauf unterbrochen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Müdigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)
- Prostatavergrößerung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge unter 1 Jahr: Für diese Altersgruppe liegen keine Dosierungsangaben vor.
- Kinder unter 6 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 6 Monate verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung
- bei Raumtemperatur
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen das Süßungsmittel Saccharin (E-Nummer E 954)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Kinder ab 1 Jahr und Erwachsene:
Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene:
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen nötig sein können.
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da ein anderes Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können beispielsweise Konzentrations-, Aufmerksamkeitsstörungen (zum Beispiel im Straßenverkehr), Schläfrigkeit oder Benommenheit auftreten.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel wird nicht empfohlen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da verstärkte Kontrollen nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Juckreiz
Was ist das? - Definition Juckreiz ist ein unangenehmes Hautempfinden, das den Drang auslöst, sich zu kratzen. Er kann lokal begrenzt oder am ganzen Körper auftreten. Juckreiz ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann, von harmlosen Hautreizungen bis hin zu ernsthaften inneren Erkrankungen. Häufig tritt er vorübergehend auf, kann aber auch chronisch werden.
Krankheitsbild
Juckreiz entsteht durch die Reizung bestimmter Nervenfasern in der Haut. Diese senden Signale an das Gehirn, die es als Kribbeln oder Brennen wahrnimmt. Der Körper reagiert darauf mit dem Reflex, sich zu kratzen. Kurzfristig kann das Linderung verschaffen, langfristig jedoch die Haut zusätzlich reizen und schädigen. Juckreiz kann durch äußere Einflüsse wie Insektenstiche oder trockene Haut entstehen, aber auch durch innere Erkrankungen wie Leber- oder Nierenprobleme verursacht werden. Bei chronischem Juckreiz spricht man von Pruritus.
Symptome/Verlauf
Juckreiz kann sich unterschiedlich äußern. Typische Anzeichen sind:
- Kribbeln, Brennen oder Stechen auf der Haut
- Unwiderstehlicher Drang, sich zu kratzen
- Rötungen, Schwellungen oder Kratzspuren
- Trockene, schuppige oder entzündete Hautstellen
- Verstärkung des Juckreizes bei Wärme oder Stress
Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. Akuter Juckreiz klingt meist nach kurzer Zeit ab, etwa nach einem Insektenstich. Chronischer Juckreiz kann über Wochen oder Monate bestehen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Häufig kommt es zu einem Teufelskreis aus Jucken und Kratzen, der die Haut weiter schädigt.
Folgen/Komplikationen
Anhaltender Juckreiz kann zu Hautverletzungen, Entzündungen und Infektionen führen. Durch ständiges Kratzen wird die Hautbarriere geschwächt. Es können sich Ekzeme oder chronische Hautveränderungen entwickeln. Auch psychische Belastungen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen sind möglich. Besonders bei Kindern kann starker Juckreiz das Verhalten und die Konzentration beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Juckreiz kann viele Auslöser besitzen. Zu den häufigen Ursachen zählen trockene Haut, allergische Reaktionen, Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, Insektenstiche sowie der Kontakt mit reizenden Stoffen oder bestimmte Medikamente. Auch innere Erkrankungen wie Leber- oder Nierenprobleme, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen können Juckreiz verursachen. Psychische Faktoren wie Stress oder Angst verstärken oft das Empfinden. Risikofaktoren sind unter anderem Alter, chronische Erkrankungen, trockene Heizungsluft und unpassende Hautpflegeprodukte.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Befragung, Hautuntersuchung und gegebenenfalls Bluttests die Ursache klären. Je nach Befund kommen Antihistaminika, entzündungshemmende Wirkstoffe oder spezielle Pflegeprodukte zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Die Haut regelmäßig mit passenden Pflegepräparaten eincremen, besonders nach dem Duschen. Reizstoffe wie Duftstoffe oder aggressive Seifen meiden. Kühle Umschläge oder Bäder mit Haferzusätzen anwenden. Nach Möglichkeit die betroffenen Stellen nicht kratzen, sondern klopfen oder kühlen. Grenzen sind erreicht, wenn der Juckreiz länger als sechs Wochen anhält, sehr stark ist oder mit anderen Symptomen wie Hautveränderungen, Fieber oder Gewichtsverlust einhergeht. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Windpocken
Was ist das? - Definition Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion. Sie zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht und gehen typischerweise mit Fieber sowie einem juckenden Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen einher.
Krankheitsbild
Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Virusinfektion, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie treten vor allem bei Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren auf. Typisch ist ein juckender Hautausschlag mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen sowie leichtes Fieber. Die Erkrankung tritt vor allem im Kindesalter auf und gehört zu den häufigen Infektionskrankheiten. Nach einer durchgemachten Infektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann später erneut aktiv werden und dann eine Gürtelrose verursachen. Seit 2004 wird in Deutschland eine Schutzimpfung empfohlen.
Symptome/Verlauf
Nach der Ansteckung vergehen meist etwa 10 bis 21 Tage, bis erste Beschwerden auftreten. Anfangs zeigen sich oft unspezifische Symptome wie leichtes Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Kurz darauf entwickelt sich der typische Hautausschlag: rote Flecken, aus denen stark juckende Bläschen entstehen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten können. Diese Bläschen trocknen später aus und verkrusten. Bei gesunden Kindern heilt die Erkrankung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos ab, während Erwachsene häufig schwerer erkranken.
Folgen/Komplikationen
Windpocken verlaufen bei gesunden Kindern in der Regel ohne ernsthafte Folgen. Es können jedoch Komplikationen auftreten, insbesondere bei Erwachsenen, Neugeborenen, Schwangeren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dazu zählen bakterielle Infektionen der Haut durch aufgekratzte Bläschen sowie schwerere Verläufe bei denen es beispielsweise Lungenentzündungen oder Entzündungen des Gehirns kommen kann. Zudem kann das Virus später im Leben wieder aktiv werden und eine schmerzhafte Gürtelrose auslösen.
Ursachen/Risikofaktoren
Ursache der Erkrankung ist das Varizella-Zoster-Virus. Windpocken sind hoch ansteckend und werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen, etwa beim Husten oder Niesen, sowie durch direkten Kontakt mit dem Inhalt der Hautbläschen. Erkrankte sind bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten des Ausschlags ansteckend und bleiben es, bis alle Bläschen verkrustet sind. Ungeimpfte Personen stecken sich zu 90 Prozent nach Kontakt mit einer infizierten Person an. Geimpfte Personen erkranken in der Regel nicht oder zeigen nur einen leichten Verlauf. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung von Windpocken zielt vor allem darauf ab, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Gegen die juckende Haut helfen beispielsweise spezielle Salben aus der Apotheke. Der Arzt kann je nach Verlauf Medikamente gegen den Juckreiz verordnen und in schweren Fällen antivirale Mittel einsetzen. Eine wichtige Rolle spielt die Impfung: Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und schützt wirksam vor einer Erkrankung oder vor schweren Verläufen. Danach sollten Säuglinge und Kleinkinder ab 11 Monaten insgesamt zweimal geimpft werden.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu erleichtern, indem sie die Haut pflegen, den Juckreiz lindern und darauf achten, die Bläschen nicht aufzukratzen, um zusätzliche Infektionen zu vermeiden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es helfen, die Fingernägel kurz zu schneiden oder ihnen Baumwollfäustlinge anzuziehen.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Nesselausschlag
Was ist das? - Definition Nesselausschlag ist eine Hauterkrankung, bei der sich plötzlich juckende Quaddeln und manchmal tiefer liegende Schwellungen bilden. Sie ähnelt in ihrer Reaktion dem Kontakt mit Brennnesseln, daher der Name. Die Erkrankung kann akut auftreten oder über längere Zeit bestehen und wird medizinisch als Urtikaria bezeichnet.
Krankheitsbild
Die Hautveränderungen entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei werden Botenstoffe wie Histamin freigesetzt, die zu einer verstärkten Durchlässigkeit der Blutgefäße führen. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und verursacht die typischen Quaddeln. Man unterscheidet zwischen akutem Nesselausschlag, der meist innerhalb weniger Stunden oder Tage abklingt, und chronischem Nesselausschlag, der über Wochen oder Monate bestehen kann. Die Erkrankung kann den ganzen Körper betreffen oder nur einzelne Stellen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten meist plötzlich auf und können sehr belastend sein. Zu den typischen Symptomen zählen:
- Stark juckende Quaddeln auf der Haut
- Rötung und Schwellung der betroffenen Stellen
- Brennendes oder stechendes Gefühl
- Schwellungen im Gesicht, an Händen oder Füßen
- Angioödeme, also tiefer liegende Schwellungen
- Unruhe und Schlafstörungen durch Juckreiz
- Wechselnde Lokalisation der Hautveränderungen
- Plötzlicher Beginn, oft innerhalb weniger Minuten
Die akute Form klingt meist innerhalb von 24 Stunden ab. Bei der chronischen Form treten die Symptome regelmäßig oder dauerhaft auf. Der Verlauf ist individuell und kann durch bestimmte Auslöser beeinflusst werden.
Folgen/Komplikationen
In den meisten Fällen ist Nesselausschlag harmlos, kann aber die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Starker Juckreiz führt zu Schlafmangel und Konzentrationsproblemen. Bei Beteiligung der Atemwege oder bei Kreislaufreaktionen kann es zu einem allergischen Notfall kommen. Chronische Formen belasten Betroffene psychisch und körperlich und erfordern oft eine langfristige Behandlung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Auslöser sind vielfältig. Häufige Ursachen sind allergische Reaktionen auf Lebensmittel, Medikamente oder Insektenstiche. Auch physikalische Reize wie Druck, Wärme, Kälte oder Sonnenlicht können Nesselausschlag auslösen. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Infektionen, hormonelle Veränderungen und Autoimmunprozesse. In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache unbekannt.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Befragung und Hauttests mögliche Auslöser identifizieren. Zur Behandlung werden Antihistaminika eingesetzt, bei schweren Fällen auch Kortikosteroide oder Biologika.
Das kann man selbst tun: Auslöser meiden, betroffene Stellen kühlen, lockere Kleidung tragen und Hautpflegeprodukte ohne Duftstoffe verwenden. Grenzen sind erreicht, wenn Atemnot, Kreislaufprobleme oder anhaltende Beschwerden auftreten. Dann ist ärztliche Hilfe dringend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.