FLUOXETIN Micro Labs 10 mg Hartkapseln
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Pharmazeutische Informationen
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18354514
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Kapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- FLUOXETIN
- Hersteller:
- Micro Labs GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Depression und Zwangserkrankung - Behandlungsbeginn:
Depression und Zwangserkrankung - Folgebehandlung:
Depression: Für Kinder ab 8 Jahren wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt dosiert. Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Bulimie - in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Alternativ kann die Tagesdosis auch verteilt auf mehrere Einzeldosen eingenommen werden.
Erwachsene: Höchstdosis: Eine Dosis von 8 Kapseln pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Patienten ab 65 Jahren: Höchstdosis: Eine Dosis von 6 Kapseln pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Patienten mit einer Leberfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Depression, stark ausgeprägt
- Zwangserkrankung
- Bulimie
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene und Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 2 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2-6 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 2-4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene und Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 6 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn erhöht. Dadurch wird Depressionen, Ängsten und Zwängen entgegengewirkt und allgemein die Stimmungslage verbessert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Schluckstörungen
- Mundtrockenheit
- Geschmacksstörungen
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Benommenheit
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Alpträume
- Müdigkeit
- Gähnen
- Zittern
- Muskelzuckungen
- Koordinationsstörung
- Krampfanfälle
- Konzentrationsstörungen
- Delirium (Verwirrtheit)
- Halluzinationen
- Persönlichkeitsveränderungen
- Manie
- Angstzustände
- Panikattacken
- Selbstmordgedanken
- Unruhe
- Nervosität
- Schwitzen
- Sehstörungen, wie:
- Verschwommenes Sehen (Weitstellung der Pupille)
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Nesselausschlag
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Haarausfall
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Störungen beim Wasserlassen
- Harnverhalt
- Milchabsonderung aus der Brust (Galaktorrhoe)
- Störungen der Sexualfunktion
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutgerinnungsstörungen, auch in der Vorgeschichte
- Herzerkrankungen
- Manie in der Vorgeschichte
- Neigung zu Krampfanfällen
- Epilepsie
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 8 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn sich trotz Arzneimitteleinnahme Ihre Erkrankung verschlechtert, vor allem wenn Sie Gedanken entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.
Manie
Was ist das? - Definition Eine Manie ist ein Zustand übermäßig gesteigerter Stimmung und Aktivität. Betroffene fühlen sich ungewöhnlich energiegeladen, handeln impulsiv und verlieren oft das Gefühl für Risiken. Die Manie tritt meist im Rahmen einer bipolaren Störung auf und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Krankheitsbild
Eine Manie verändert Denken, Fühlen und Verhalten. Die Stimmung ist oft übermäßig gehoben oder gereizt. Viele Betroffene schlafen kaum, fühlen sich aber dennoch voller Energie. Entscheidungen werden schneller und unüberlegt getroffen. Häufig überschätzen Betroffene ihre Fähigkeiten und verlieren den Bezug zu realistischen Einschätzungen. Ohne Behandlung kann sich die Manie verstärken und zu erheblichen Problemen führen.
Symptome/Verlauf
Typisch sind gesteigerte Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis und impulsives Verhalten. Manche Betroffene entwickeln übertriebene Ideen oder verlieren zeitweise den Realitätsbezug. Der Verlauf kann plötzlich beginnen und unterschiedlich lange anhalten. Häufige Merkmale sind:
- stark gehobene oder gereizte Stimmung
- vermindertes Schlafbedürfnis
- gesteigerter Rededrang
- impulsive oder riskante Entscheidungen
- übersteigerte Selbstwahrnehmung
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Manie zu finanziellen Problemen, Konflikten im sozialen Umfeld oder beruflichen Schwierigkeiten führen. In schweren Fällen kann der Realitätsbezug verloren gehen, was zu gefährlichen Situationen führt. Auch nach Abklingen der Manie bleiben oft Scham oder Belastungen zurück, die das seelische Wohlbefinden beeinträchtigen können.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Häufig spielen genetische Faktoren eine Rolle. Auch Veränderungen im Gehirnstoffwechsel oder starke Belastungen können eine Manie auslösen. Risikofaktoren sind frühere manische Episoden, familiäre Vorbelastung und starke Schlafstörungen. Stress oder bestimmte Lebensereignisse können eine Episode begünstigen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann unterstützende Gespräche anbieten und bei Bedarf bestimmte Wirkstoffgruppen einsetzen, die Stimmung stabilisieren oder übermäßige Aktivität dämpfen. Zudem unterstützen geeignete Therapeuten die Behandlung.
Das kann man selbst tun: Auf regelmäßigen Schlaf achten und Stress reduzieren. Grenzen bestehen, wenn der Realitätsbezug schwindet oder riskantes Verhalten auftritt. Dann ist professionelle Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Depression
Was ist das? - Definition Psychische Erkrankung mit den Hauptsymptomen Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Die Depression zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.
Krankheitsbild
Eine Depression ist weit mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief. Sie zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betrifft Körper und Seele gleichermaßen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und entwickelt sich oft schleichend. Sie reicht von leichten, kurzfristigen Episoden bis hin zu schweren, chronischen Verläufen. Depressionen äußern sich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich
- etwa durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Schmerzen. Unbehandelt beeinträchtigt sie Gesundheit, Lebensqualität und soziale Teilhabe erheblich.
Symptome/Verlauf
Eine Depression kann sich unterschiedlich äußern. Als Hauptsymptome gelten:
- -Gedrückte, depressive Stimmung: Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Unfähigkeit, Freude zu empfinden, Gefühl von Leere, häufig zusammen mit Angstgefühlen und Unsicherheit, häufig ein "Morgentief"
- -Interessenverlust und Freudlosigkeit: Mangel an Motivation und Aktivität, kein Interesse und keine Freude an Hobbies, kein Interesse an Beruf oder Alltagstätigkeiten
- -Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit: das Gefühl, kraftlos und überfordert zu sein, schnelles Ermüden, kein Interesse an sozialen Kontakten, Rückzug aus dem sozialen Leben
Hinzu kommen häufig weitere Symptome:
- -Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit: verlangsamtes Denken, Grübelneigung, Selbstzweifel, Ängste, Entscheidungsschwierigkeiten,
- -Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- -Innere Unruhe
- -Körperliche Beschwerden: Schlafprobleme, Appetitlosigkeit Verdauungsprobleme, Kloßgefühl im Hals, sexuelle Lustlosigkeit.
- -In schweren Fällen treten Suizidgedanken auf.
Eine Depression liegt vor, wenn mindestens zwei Hauptsymptome und weitere Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen. Je nach Anzahl und Stärke der Symptome wird sie in leicht, mittelgradig oder schwer eingestuft.
Der Verlauf ist individuell verschieden. Eine depressive Episode kann sich allmählich oder plötzlich entwickeln, mehrere Wochen oder Monate andauern und spontan wieder abklingen. Bei einigen kommt es zu wiederkehrenden Phasen oder zu einem chronischen Verlauf. Häufig beginnt die Erkrankung mit Erschöpfung und Rückzug, wird anfangs nicht ernst genommen, bevor sich die Symptome verdichten und der Alltag zunehmend schwerfällt. Mit der Erkenntnis der Krankheit beginnt oft die aktive Suche nach Hilfe
- und damit der Weg zur Besserung.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Depression schwerwiegende Folgen haben: Verlust sozialer Kontakte, Probleme im Beruf, chronische Krankheitsverläufe oder Suizidalität. Auch körperliche Erkrankungen können sich verschärfen. Die Erkrankung beeinflusst nahezu alle Lebensbereiche.
Ursachen/Risikofaktoren
Eine Depression entsteht meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Alter, Geschlecht, Einsamkeit oder Armut können eine Rolle spielen, ebenso ein gestörtes Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, eine erbliche Veranlagung, hormonelle Umstellungen, andere Krankheiten, traumatische Erfahrungen oder Trennungen. Ob jemand erkrankt, hängt auch von der psychischen Widerstandskraft
- der sogenannten Resilienz
- ab.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wer dauerhaft erschöpft ist, sich zurückzieht oder Lebensfreude verliert, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
- je früher, desto besser. Erste Schritte können sein: über Gefühle sprechen, Tagesstruktur schaffen, kleine Aktivitäten planen, soziale Kontakte pflegen und auf Warnzeichen achten. Auch gut verständliche Ratgeber oder Onlineprogramme bieten Unterstützung.
Was der Arzt tun kann:
Die Diagnose erfolgt durch Fachärztinnen,
- -ärzte oder Psychotherapeutinnen und
- -therapeuten. Nach einem ausführlichen Gespräch kann eine individuell abgestimmte Behandlung eingeleitet werden, zum Beispiel eine Psychotherapie, eine Behandlung mit Medikamenten wie Antidepressiva oder eine Kombination von beidem. Ergänzend können Bewegungs
- oder Lichttherapie, Selbsthilfe
- -Angebote oder eine Ergotherapie zum Einsatz kommen. In schweren Fällen kann auch ein Klinikaufenthalt notwendig sein. Depression ist behandelbar
- wichtig ist, sich frühzeitig Hilfe zu holen.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangabe:
Website, Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression - Langfassung, Version 3.2, 2025
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zwangsstörungen
Was ist das? - Definition Zwangsstörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen Betroffene unter aufdrängenden Gedanken oder innerem Drang zu bestimmten Handlungen leiden. Diese Gedanken oder Handlungen lassen sich kaum kontrollieren und führen zu erheblichem Leidensdruck. Obwohl Betroffene wissen, dass ihre Ängste oder Handlungen übertrieben sind, können sie diese nicht einfach abstellen.
Krankheitsbild
Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Sie zeigen sich durch wiederkehrende Gedanken oder Handlungen, die als unsinnig erkannt werden, sich aber nicht unterdrücken lassen. Typisch ist, dass Betroffene versuchen, ihre Zwänge zu verbergen, was den Alltag zusätzlich belastet. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, oft beginnt sie im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig. Manche Menschen haben vor allem Zwangsgedanken, andere eher Zwangshandlungen, viele beides. Häufige Inhalte sind Ängste vor Schmutz oder Krankheit, Zweifel an abgeschlossenen Handlungen oder das Bedürfnis nach Ordnung und Symmetrie. Der Verlauf ist meist chronisch, die Beschwerden können in Phasen schwanken. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass sich die Zwänge verstärken und immer mehr Lebensbereiche bestimmen.
Typische Beispiele sind
- ständiges Händewaschen trotz sauberer Hände
- kontrollieren von Türen oder Elektrogeräten immer wieder
- zählen oder bestimmte Rituale durchführen, um Angst zu vermeiden
- wiederkehrende Gedanken an verbotene oder unangemessene Inhalte
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können Zwangsstörungen zu erheblichen Einschränkungen führen. Beruf, Schule und soziale Kontakte leiden, da viel Zeit und Energie für Rituale oder Grübeln verloren geht. Häufig treten zusätzlich Depressionen oder Angststörungen auf. Manche Betroffene ziehen sich zurück, was Einsamkeit und weitere psychische Belastungen verstärkt. Körperliche Folgen wie Hautschäden durch übermäßiges Waschen sind ebenfalls möglich.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Entstehung von Zwangsstörungen ist komplex. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, ebenso Veränderungen in bestimmten Gehirnregionen. Auch belastende Lebensereignisse oder ein hoher Anspruch an Perfektion erhöhen das Risiko. Ebenfalls spielen eine familiäre Vorbelastung, langanhaltender Stress, traumatische Erfahrungen oder eine sehr kontrollierende und ängstliche Persönlichkeitsstruktur eine wichtige Rolle.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Eine wirksame Behandlung besteht meist aus Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie mit Konfrontationsübungen. Ärzte können zusätzlich Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva verordnen, vor allem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Das kann man selbst tun: Entspannungstechniken, ein geregelter Tagesablauf und der Austausch mit vertrauten Personen wirken sich positiv aus. Grenzen liegen dort, wo Zwänge den Alltag stark bestimmen oder Leidensdruck und Rückzug zunehmen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18354514
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Kapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- FLUOXETIN
- Hersteller:
- Micro Labs GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Depression und Zwangserkrankung - Behandlungsbeginn:
Depression und Zwangserkrankung - Folgebehandlung:
Depression: Für Kinder ab 8 Jahren wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt dosiert. Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Bulimie - in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Alternativ kann die Tagesdosis auch verteilt auf mehrere Einzeldosen eingenommen werden.
Erwachsene: Höchstdosis: Eine Dosis von 8 Kapseln pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Patienten ab 65 Jahren: Höchstdosis: Eine Dosis von 6 Kapseln pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Patienten mit einer Leberfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Depression, stark ausgeprägt
- Zwangserkrankung
- Bulimie
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene und Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 2 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2-6 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 2-4 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene und Patienten ab 65 Jahren, Einzeldosis: 6 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn erhöht. Dadurch wird Depressionen, Ängsten und Zwängen entgegengewirkt und allgemein die Stimmungslage verbessert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Schluckstörungen
- Mundtrockenheit
- Geschmacksstörungen
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Benommenheit
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Alpträume
- Müdigkeit
- Gähnen
- Zittern
- Muskelzuckungen
- Koordinationsstörung
- Krampfanfälle
- Konzentrationsstörungen
- Delirium (Verwirrtheit)
- Halluzinationen
- Persönlichkeitsveränderungen
- Manie
- Angstzustände
- Panikattacken
- Selbstmordgedanken
- Unruhe
- Nervosität
- Schwitzen
- Sehstörungen, wie:
- Verschwommenes Sehen (Weitstellung der Pupille)
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Nesselausschlag
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Haarausfall
- Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)
- Störungen beim Wasserlassen
- Harnverhalt
- Milchabsonderung aus der Brust (Galaktorrhoe)
- Störungen der Sexualfunktion
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- EKG-Veränderung (verlängertes QT-Intervall)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutgerinnungsstörungen, auch in der Vorgeschichte
- Herzerkrankungen
- Manie in der Vorgeschichte
- Neigung zu Krampfanfällen
- Epilepsie
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 8 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn sich trotz Arzneimitteleinnahme Ihre Erkrankung verschlechtert, vor allem wenn Sie Gedanken entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.
Manie
Was ist das? - Definition Eine Manie ist ein Zustand übermäßig gesteigerter Stimmung und Aktivität. Betroffene fühlen sich ungewöhnlich energiegeladen, handeln impulsiv und verlieren oft das Gefühl für Risiken. Die Manie tritt meist im Rahmen einer bipolaren Störung auf und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Krankheitsbild
Eine Manie verändert Denken, Fühlen und Verhalten. Die Stimmung ist oft übermäßig gehoben oder gereizt. Viele Betroffene schlafen kaum, fühlen sich aber dennoch voller Energie. Entscheidungen werden schneller und unüberlegt getroffen. Häufig überschätzen Betroffene ihre Fähigkeiten und verlieren den Bezug zu realistischen Einschätzungen. Ohne Behandlung kann sich die Manie verstärken und zu erheblichen Problemen führen.
Symptome/Verlauf
Typisch sind gesteigerte Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis und impulsives Verhalten. Manche Betroffene entwickeln übertriebene Ideen oder verlieren zeitweise den Realitätsbezug. Der Verlauf kann plötzlich beginnen und unterschiedlich lange anhalten. Häufige Merkmale sind:
- stark gehobene oder gereizte Stimmung
- vermindertes Schlafbedürfnis
- gesteigerter Rededrang
- impulsive oder riskante Entscheidungen
- übersteigerte Selbstwahrnehmung
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Manie zu finanziellen Problemen, Konflikten im sozialen Umfeld oder beruflichen Schwierigkeiten führen. In schweren Fällen kann der Realitätsbezug verloren gehen, was zu gefährlichen Situationen führt. Auch nach Abklingen der Manie bleiben oft Scham oder Belastungen zurück, die das seelische Wohlbefinden beeinträchtigen können.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Häufig spielen genetische Faktoren eine Rolle. Auch Veränderungen im Gehirnstoffwechsel oder starke Belastungen können eine Manie auslösen. Risikofaktoren sind frühere manische Episoden, familiäre Vorbelastung und starke Schlafstörungen. Stress oder bestimmte Lebensereignisse können eine Episode begünstigen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann unterstützende Gespräche anbieten und bei Bedarf bestimmte Wirkstoffgruppen einsetzen, die Stimmung stabilisieren oder übermäßige Aktivität dämpfen. Zudem unterstützen geeignete Therapeuten die Behandlung.
Das kann man selbst tun: Auf regelmäßigen Schlaf achten und Stress reduzieren. Grenzen bestehen, wenn der Realitätsbezug schwindet oder riskantes Verhalten auftritt. Dann ist professionelle Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Depression
Was ist das? - Definition Psychische Erkrankung mit den Hauptsymptomen Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Die Depression zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.
Krankheitsbild
Eine Depression ist weit mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief. Sie zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betrifft Körper und Seele gleichermaßen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und entwickelt sich oft schleichend. Sie reicht von leichten, kurzfristigen Episoden bis hin zu schweren, chronischen Verläufen. Depressionen äußern sich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich
- etwa durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Schmerzen. Unbehandelt beeinträchtigt sie Gesundheit, Lebensqualität und soziale Teilhabe erheblich.
Symptome/Verlauf
Eine Depression kann sich unterschiedlich äußern. Als Hauptsymptome gelten:
- -Gedrückte, depressive Stimmung: Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Unfähigkeit, Freude zu empfinden, Gefühl von Leere, häufig zusammen mit Angstgefühlen und Unsicherheit, häufig ein "Morgentief"
- -Interessenverlust und Freudlosigkeit: Mangel an Motivation und Aktivität, kein Interesse und keine Freude an Hobbies, kein Interesse an Beruf oder Alltagstätigkeiten
- -Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit: das Gefühl, kraftlos und überfordert zu sein, schnelles Ermüden, kein Interesse an sozialen Kontakten, Rückzug aus dem sozialen Leben
Hinzu kommen häufig weitere Symptome:
- -Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit: verlangsamtes Denken, Grübelneigung, Selbstzweifel, Ängste, Entscheidungsschwierigkeiten,
- -Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- -Innere Unruhe
- -Körperliche Beschwerden: Schlafprobleme, Appetitlosigkeit Verdauungsprobleme, Kloßgefühl im Hals, sexuelle Lustlosigkeit.
- -In schweren Fällen treten Suizidgedanken auf.
Eine Depression liegt vor, wenn mindestens zwei Hauptsymptome und weitere Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen. Je nach Anzahl und Stärke der Symptome wird sie in leicht, mittelgradig oder schwer eingestuft.
Der Verlauf ist individuell verschieden. Eine depressive Episode kann sich allmählich oder plötzlich entwickeln, mehrere Wochen oder Monate andauern und spontan wieder abklingen. Bei einigen kommt es zu wiederkehrenden Phasen oder zu einem chronischen Verlauf. Häufig beginnt die Erkrankung mit Erschöpfung und Rückzug, wird anfangs nicht ernst genommen, bevor sich die Symptome verdichten und der Alltag zunehmend schwerfällt. Mit der Erkenntnis der Krankheit beginnt oft die aktive Suche nach Hilfe
- und damit der Weg zur Besserung.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Depression schwerwiegende Folgen haben: Verlust sozialer Kontakte, Probleme im Beruf, chronische Krankheitsverläufe oder Suizidalität. Auch körperliche Erkrankungen können sich verschärfen. Die Erkrankung beeinflusst nahezu alle Lebensbereiche.
Ursachen/Risikofaktoren
Eine Depression entsteht meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Alter, Geschlecht, Einsamkeit oder Armut können eine Rolle spielen, ebenso ein gestörtes Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, eine erbliche Veranlagung, hormonelle Umstellungen, andere Krankheiten, traumatische Erfahrungen oder Trennungen. Ob jemand erkrankt, hängt auch von der psychischen Widerstandskraft
- der sogenannten Resilienz
- ab.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wer dauerhaft erschöpft ist, sich zurückzieht oder Lebensfreude verliert, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
- je früher, desto besser. Erste Schritte können sein: über Gefühle sprechen, Tagesstruktur schaffen, kleine Aktivitäten planen, soziale Kontakte pflegen und auf Warnzeichen achten. Auch gut verständliche Ratgeber oder Onlineprogramme bieten Unterstützung.
Was der Arzt tun kann:
Die Diagnose erfolgt durch Fachärztinnen,
- -ärzte oder Psychotherapeutinnen und
- -therapeuten. Nach einem ausführlichen Gespräch kann eine individuell abgestimmte Behandlung eingeleitet werden, zum Beispiel eine Psychotherapie, eine Behandlung mit Medikamenten wie Antidepressiva oder eine Kombination von beidem. Ergänzend können Bewegungs
- oder Lichttherapie, Selbsthilfe
- -Angebote oder eine Ergotherapie zum Einsatz kommen. In schweren Fällen kann auch ein Klinikaufenthalt notwendig sein. Depression ist behandelbar
- wichtig ist, sich frühzeitig Hilfe zu holen.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangabe:
Website, Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression - Langfassung, Version 3.2, 2025
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zwangsstörungen
Was ist das? - Definition Zwangsstörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen Betroffene unter aufdrängenden Gedanken oder innerem Drang zu bestimmten Handlungen leiden. Diese Gedanken oder Handlungen lassen sich kaum kontrollieren und führen zu erheblichem Leidensdruck. Obwohl Betroffene wissen, dass ihre Ängste oder Handlungen übertrieben sind, können sie diese nicht einfach abstellen.
Krankheitsbild
Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Sie zeigen sich durch wiederkehrende Gedanken oder Handlungen, die als unsinnig erkannt werden, sich aber nicht unterdrücken lassen. Typisch ist, dass Betroffene versuchen, ihre Zwänge zu verbergen, was den Alltag zusätzlich belastet. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, oft beginnt sie im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind vielfältig. Manche Menschen haben vor allem Zwangsgedanken, andere eher Zwangshandlungen, viele beides. Häufige Inhalte sind Ängste vor Schmutz oder Krankheit, Zweifel an abgeschlossenen Handlungen oder das Bedürfnis nach Ordnung und Symmetrie. Der Verlauf ist meist chronisch, die Beschwerden können in Phasen schwanken. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass sich die Zwänge verstärken und immer mehr Lebensbereiche bestimmen.
Typische Beispiele sind
- ständiges Händewaschen trotz sauberer Hände
- kontrollieren von Türen oder Elektrogeräten immer wieder
- zählen oder bestimmte Rituale durchführen, um Angst zu vermeiden
- wiederkehrende Gedanken an verbotene oder unangemessene Inhalte
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt können Zwangsstörungen zu erheblichen Einschränkungen führen. Beruf, Schule und soziale Kontakte leiden, da viel Zeit und Energie für Rituale oder Grübeln verloren geht. Häufig treten zusätzlich Depressionen oder Angststörungen auf. Manche Betroffene ziehen sich zurück, was Einsamkeit und weitere psychische Belastungen verstärkt. Körperliche Folgen wie Hautschäden durch übermäßiges Waschen sind ebenfalls möglich.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Entstehung von Zwangsstörungen ist komplex. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, ebenso Veränderungen in bestimmten Gehirnregionen. Auch belastende Lebensereignisse oder ein hoher Anspruch an Perfektion erhöhen das Risiko. Ebenfalls spielen eine familiäre Vorbelastung, langanhaltender Stress, traumatische Erfahrungen oder eine sehr kontrollierende und ängstliche Persönlichkeitsstruktur eine wichtige Rolle.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Eine wirksame Behandlung besteht meist aus Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie mit Konfrontationsübungen. Ärzte können zusätzlich Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva verordnen, vor allem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Das kann man selbst tun: Entspannungstechniken, ein geregelter Tagesablauf und der Austausch mit vertrauten Personen wirken sich positiv aus. Grenzen liegen dort, wo Zwänge den Alltag stark bestimmen oder Leidensdruck und Rückzug zunehmen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.