GUANFACIN Neuraxpharm 7 mg Retardtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Retard-Tabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 09536736
- Darreichungsform:
- Retard-Tabletten (Retard-Tabletten)
- Packungsgröße:
- 28 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 7 mg
- Marke:
- GUANFACIN N
- Hersteller:
- neuraxpharm Arzneimittel GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Die Tabletten dürfen nicht zerbissen, zerkaut oder zerkleinert werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu hohem Blutdruck und/oder niedrigem Blutdruck, langsamem Puls (Bradykardie), Schlafsucht (Lethargie) sowie zu einer verminderten Atmung. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Die Behandlung muss unter Aufsicht eines geeigneten Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und/oder Jugendlichen begonnen werden.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung ab der siebten Behandlungswoche geeignet und wird vom Arzt in Abhängigkeit vom Körpergewicht des jugendlichen Patienten dosiert.
Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Lassen Sie sich zur Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- ADHS
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Jugendliche von 13-17 Jahren ab 58,5kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1 Retardtablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wird zur Behandlung von ADHS eingesetzt, die Wirkungsweise ist nicht vollständig geklärt. Präklinische Forschungen deuten darauf hin, dass Guanfacin die Signalübertragung im präfrontalen Kortex (Teil des Frontallappens der Großhirnrinde an der Stirnseite des Gehirns) verbessert, der für die Aufmerksamkeit und die Kontrolle von Reaktionen und Handlungen wichtig ist.
Nebenwirkungen
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
- Depression
- Angst
- Schnelle und häufige Änderung der Stimmung
- Schlaflosigkeit
- Durchschlafstörung
- Albtraum
- Benebeltsein
- Schwindelgefühl
- Schläfrigkeit mit erhöhter Reizschwelle
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Blutdruckabfall durch Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Erbrechen
- Durchfall
- Übelkeit
- Verstopfung
- Magen-Darm-Beschwerden
- Mundtrockenheit
- Hautausschlag
- Bettnässen
- Reizbarkeit
- Blutdruckabfall
- Gewichtszunahme
- Überempfindlichkeit
- Antriebssteigerung
- Aggression
- Sinnestäuschung (Halluzination)
- Krampfanfall
- Ohnmachtsanfall
- Verlust des Bewusstseins
- Schwindel beim Aufstehen
- Gestörter Herzschlag bei der Überleitung vom Vorhof zur Kammer (AV-Block 1. Grades)
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Herzrhythmusstörung (Sinusarrhythmie)
- Hautblässe
- Asthma bronchiale
- Verdauungsbeschwerden
- Juckreiz (Pruritus)
- Verstärkter Harndrang
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Brustkorbschmerzen
- Blutdruckanstieg
- Langsamer Puls
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Das Arzneimittel sollte nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 13 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Erwachsene: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 27 × 64 × 115 mm
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Auf Grapefruit sowie Grapefruit-Zubereitungen soll während der Behandlung mit dem Medikament vollständig verzichtet werden.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Phenobarbital Carbamazepin Phenytoin Primidon Johanniskraut-Trockenextrakt (3-7:1); Auszugsmittel: Methanol Johanniskraut-Trockenextrakt und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Erythromycin estolat Verapamil hydrochlorid Itraconazol Ciprofloxacin hydrochlorid-1-Wasser Clarithromycin Lopinavir und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen von diesem Arzneimittel vermehrt auftreten wie beispielsweise verlangsamter Herzschlag, Schläfrigkeit oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Crizotinib und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen von diesem Arzneimittel vermehrt auftreten wie beispielsweise verlangsamter Herzschlag, Schläfrigkeit oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: mikroemulgiert Baldrian-Tinktur Kamillenblüten-Fluidextrakt Kamillenblüten-Extrakt (1:4,0-4,5); Auszugsmittel: Ethanol Kardamomensamen (53,6:71,4:71,4:71,4:28,5:28,5:7,1:71,4:7,1:71,4:32,1:3,6:1) Guaifenesin und weitere
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da ein anderes Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können übermäßige Schläfrigkeit, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, Benommenheit oder Schwindel vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen wie langsamer Herzschlag und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Celiprolol hydrochlorid Metoprolol succinat Atenolol Betaxolol hydrochlorid Pindolol Propranolol hydrochlorid und weitere
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung möglicherweise gegenseitig verstärken. In diesem Zusammenhang kann der Blutdruck übermäßig stark absinken und damit zusammenhängend können Symptome wie beispielsweise Schweißausbruch, Schwindel oder Benommenheit auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Valproat natrium Valproinsäure und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt werden. In diesem Zusammenhang könnten unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Benommenheit, Verwirrung, Koordinations- oder Sprechstörungen vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Metformin hydrochlorid Sitagliptin phosphat-1-Wasser Pioglitazon hydrochlorid Dapagliflozin-[(2S)-Propan-1,2-diol] (1:1)-1-Wasser Vildagliptin Sitagliptin tartrat-0,5-Wasser und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt und damit die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Wirkungen erhöht werden. In diesem Zusammenhang kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfen, vertiefter Atmung, Herzklopfen oder Schwäche bis hin zu Koma kommen.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom)
Was ist das? - Definition ADHS ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden.
Krankheitsbild
ADHS, oft auch Zappelphilipp-Syndrom bekannt, ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. Etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind betroffen. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden - schätzungsweise zwei bis vier Prozent sind betroffen.
Symptome/Verlauf
ADHS äußert sich unterschiedlich stark und kann in jedem Alter anders andere Auswirkungen zeigen. Typische Anzeichen sind:
- Konzentrationsprobleme: Betroffene lassen sich leicht ablenken, brechen Aufgaben oft ab oder vergessen Dinge.
- Impulsivität: Betroffene handeln vorschnell, reagieren heftig oder haben Mühe, abzuwarten.
- Überaktivität: Betroffene haben einen gesteigerten Bewegungsdrang, wirken sehr unruhig oder reden ununterbrochen.
Bei Kindern fällt der gesteigerte Bewegungsdrang oft besonders auf. Sie können sich beispielsweise außerdem schlecht konzentrieren, machen in der Schule oft Flüchtigkeitsfehler und lassen sich leicht ablenken. Sie stören im Unterricht, platzen mit Antworten heraus oder neigen zu Wutausbrüchen. Im Jugendalter treten häufig Stimmungsschwankungen, Trotz oder Gereiztheit hinzu. Sie neigen mitunter mehr zu riskantem Verhalten und Drogenkonsum als Gleichaltrige. Erwachsene mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Die mangelnde Organisationsfähigkeit hat oft Auswirkungen auf Beruf und Privatleben.
Der Verlauf von ADHS ist sehr individuell: Bei manchen Kindern werden die Symptome mit der Pubertät schwächer. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter unter ADHS.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen: in der Schule, im Beruf und im sozialen Umfeld. Kinder und Jugendliche erleben häufiger Misserfolge und Konflikte, was ihr Selbstbewusstsein mindert. Später können Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder Suchtverhalten hinzukommen. Bei Erwachsenen führen die innere Unruhe, Vergesslichkeit und Impulsivität oft zu beruflichen oder privaten Schwierigkeiten. Eine passende Behandlung kann diesen Folgen aber gut vorbeugen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Forscher gehen von einem Zusammenspiel genetischer Faktoren sowie weiterer Einflussfaktoren aus. Belastende Lebensbedingungen, familiäre Instabilität, aber auch Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft können auf Entwicklung und Verlauf von ADHS einen Einfluss haben.
Bei ADHS kommt es zu Abweichungen neuronaler Regelkreise im Gehirn. Die Funktionsstörungen gehen mit einem Über- oder Unterangebot von Botenstoffen in bestimmten Gehirnregionen einher. Bei ADHS sind dabei vor allem die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin von Bedeutung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
ADHS ist gut behandelbar. Entscheidend ist, dass die Therapie individuell angepasst wird und das Umfeld (Eltern, Lehrkräfte oder Partner) einbezogen wird. Der Arzt oder die Ärztin kann zunächst eine genaue Diagnose stellen und über die beste Behandlung beraten. Häufig kommen Verhaltenstherapie, Eltern- oder Angehörigenschulung und bei Bedarf Medikamente wie beispielsweise Methylphenidat zum Einsatz.
Das kann man selbst tun:
Ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Bewegung, klare Strukturen und ein angemessener Erziehungsstil können Kindern helfen. Erwachsene profitieren zusätzlich von Entspannungstechniken, Selbstorganisationstraining, sportlicher Aktivität und dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Bearbeitungsstand: 01.12.2025
Quellenangabe:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Retard-Tabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 09536736
- Darreichungsform:
- Retard-Tabletten (Retard-Tabletten)
- Packungsgröße:
- 28 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 7 mg
- Marke:
- GUANFACIN N
- Hersteller:
- neuraxpharm Arzneimittel GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Die Tabletten dürfen nicht zerbissen, zerkaut oder zerkleinert werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu hohem Blutdruck und/oder niedrigem Blutdruck, langsamem Puls (Bradykardie), Schlafsucht (Lethargie) sowie zu einer verminderten Atmung. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Die Behandlung muss unter Aufsicht eines geeigneten Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und/oder Jugendlichen begonnen werden.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung ab der siebten Behandlungswoche geeignet und wird vom Arzt in Abhängigkeit vom Körpergewicht des jugendlichen Patienten dosiert.
Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Allgemeine Dosierungsempfehlung:
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Lassen Sie sich zur Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- ADHS
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Jugendliche von 13-17 Jahren ab 58,5kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1 Retardtablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: morgens oder abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wird zur Behandlung von ADHS eingesetzt, die Wirkungsweise ist nicht vollständig geklärt. Präklinische Forschungen deuten darauf hin, dass Guanfacin die Signalübertragung im präfrontalen Kortex (Teil des Frontallappens der Großhirnrinde an der Stirnseite des Gehirns) verbessert, der für die Aufmerksamkeit und die Kontrolle von Reaktionen und Handlungen wichtig ist.
Nebenwirkungen
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
- Depression
- Angst
- Schnelle und häufige Änderung der Stimmung
- Schlaflosigkeit
- Durchschlafstörung
- Albtraum
- Benebeltsein
- Schwindelgefühl
- Schläfrigkeit mit erhöhter Reizschwelle
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Blutdruckabfall durch Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Erbrechen
- Durchfall
- Übelkeit
- Verstopfung
- Magen-Darm-Beschwerden
- Mundtrockenheit
- Hautausschlag
- Bettnässen
- Reizbarkeit
- Blutdruckabfall
- Gewichtszunahme
- Überempfindlichkeit
- Antriebssteigerung
- Aggression
- Sinnestäuschung (Halluzination)
- Krampfanfall
- Ohnmachtsanfall
- Verlust des Bewusstseins
- Schwindel beim Aufstehen
- Gestörter Herzschlag bei der Überleitung vom Vorhof zur Kammer (AV-Block 1. Grades)
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Herzrhythmusstörung (Sinusarrhythmie)
- Hautblässe
- Asthma bronchiale
- Verdauungsbeschwerden
- Juckreiz (Pruritus)
- Verstärkter Harndrang
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Brustkorbschmerzen
- Blutdruckanstieg
- Langsamer Puls
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Das Arzneimittel sollte nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 13 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Erwachsene: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 27 × 64 × 115 mm
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Auf Grapefruit sowie Grapefruit-Zubereitungen soll während der Behandlung mit dem Medikament vollständig verzichtet werden.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen von diesem Arzneimittel vermehrt auftreten wie beispielsweise verlangsamter Herzschlag, Schläfrigkeit oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen von diesem Arzneimittel vermehrt auftreten wie beispielsweise verlangsamter Herzschlag, Schläfrigkeit oder Blutdruckabfall und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, da ein anderes Arzneimittel Alkohol enthält. In diesem Zusammenhang können übermäßige Schläfrigkeit, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, Benommenheit oder Schwindel vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel Maßnahmen (zum Beispiel Gabe eines alternativen Arzneimittels) nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen wie langsamer Herzschlag und damit zusammenhängend Benommenheit und Schwindel vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Was kann passieren?
Die Arzneimittel können sich in ihrer Wirkung möglicherweise gegenseitig verstärken. In diesem Zusammenhang kann der Blutdruck übermäßig stark absinken und damit zusammenhängend können Symptome wie beispielsweise Schweißausbruch, Schwindel oder Benommenheit auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt werden. In diesem Zusammenhang könnten unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Benommenheit, Verwirrung, Koordinations- oder Sprechstörungen vermehrt auftreten.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise verstärkt und damit die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Wirkungen erhöht werden. In diesem Zusammenhang kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfen, vertiefter Atmung, Herzklopfen oder Schwäche bis hin zu Koma kommen.
Was ist zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da bei der Kombination dieser Arzneimittel eventuell verstärkte Kontrollen oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom)
Was ist das? - Definition ADHS ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden.
Krankheitsbild
ADHS, oft auch Zappelphilipp-Syndrom bekannt, ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. Etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind betroffen. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden - schätzungsweise zwei bis vier Prozent sind betroffen.
Symptome/Verlauf
ADHS äußert sich unterschiedlich stark und kann in jedem Alter anders andere Auswirkungen zeigen. Typische Anzeichen sind:
- Konzentrationsprobleme: Betroffene lassen sich leicht ablenken, brechen Aufgaben oft ab oder vergessen Dinge.
- Impulsivität: Betroffene handeln vorschnell, reagieren heftig oder haben Mühe, abzuwarten.
- Überaktivität: Betroffene haben einen gesteigerten Bewegungsdrang, wirken sehr unruhig oder reden ununterbrochen.
Bei Kindern fällt der gesteigerte Bewegungsdrang oft besonders auf. Sie können sich beispielsweise außerdem schlecht konzentrieren, machen in der Schule oft Flüchtigkeitsfehler und lassen sich leicht ablenken. Sie stören im Unterricht, platzen mit Antworten heraus oder neigen zu Wutausbrüchen. Im Jugendalter treten häufig Stimmungsschwankungen, Trotz oder Gereiztheit hinzu. Sie neigen mitunter mehr zu riskantem Verhalten und Drogenkonsum als Gleichaltrige. Erwachsene mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Die mangelnde Organisationsfähigkeit hat oft Auswirkungen auf Beruf und Privatleben.
Der Verlauf von ADHS ist sehr individuell: Bei manchen Kindern werden die Symptome mit der Pubertät schwächer. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter unter ADHS.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen: in der Schule, im Beruf und im sozialen Umfeld. Kinder und Jugendliche erleben häufiger Misserfolge und Konflikte, was ihr Selbstbewusstsein mindert. Später können Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder Suchtverhalten hinzukommen. Bei Erwachsenen führen die innere Unruhe, Vergesslichkeit und Impulsivität oft zu beruflichen oder privaten Schwierigkeiten. Eine passende Behandlung kann diesen Folgen aber gut vorbeugen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Forscher gehen von einem Zusammenspiel genetischer Faktoren sowie weiterer Einflussfaktoren aus. Belastende Lebensbedingungen, familiäre Instabilität, aber auch Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft können auf Entwicklung und Verlauf von ADHS einen Einfluss haben.
Bei ADHS kommt es zu Abweichungen neuronaler Regelkreise im Gehirn. Die Funktionsstörungen gehen mit einem Über- oder Unterangebot von Botenstoffen in bestimmten Gehirnregionen einher. Bei ADHS sind dabei vor allem die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin von Bedeutung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
ADHS ist gut behandelbar. Entscheidend ist, dass die Therapie individuell angepasst wird und das Umfeld (Eltern, Lehrkräfte oder Partner) einbezogen wird. Der Arzt oder die Ärztin kann zunächst eine genaue Diagnose stellen und über die beste Behandlung beraten. Häufig kommen Verhaltenstherapie, Eltern- oder Angehörigenschulung und bei Bedarf Medikamente wie beispielsweise Methylphenidat zum Einsatz.
Das kann man selbst tun:
Ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Bewegung, klare Strukturen und ein angemessener Erziehungsstil können Kindern helfen. Erwachsene profitieren zusätzlich von Entspannungstechniken, Selbstorganisationstraining, sportlicher Aktivität und dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Bearbeitungsstand: 01.12.2025
Quellenangabe:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.