JODID-ratiopharm 200 \m63g Tabletten
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Pharmazeutische Informationen
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 04620001
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 50 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 63g
- Marke:
- JODID-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Zur Vorbeugung: Die Einnahme muss im Allgemeinen über Jahre, nicht selten lebenslang, erfolgen. Zur Kropfbehandlung bei Neugeborenen: 2-4 Wochen, bei Kindern und Erwachsenen: 6-12 Monate.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Braunfärbung der Schleimhäute, Erbrechen, Bauchschmerzen und Diarrhoe im schlimmsten Fall bis hin zum Schock. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Zur Vorbeugung gegen einen Iodmangel:
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Dosierung von Ihrem Arzt bestimmt.
Zur Vorbeugung gegen einen Kropf nach Operation:
Zur Kropf-Behandlung bei normaler Schilddrüsenfunktionslage:
Anwendungsgebiete
- Vorbeugung gegen einen Iod-Mangel, und damit verbundener Kropfbildung (Struma)
- Vorbeugung gegen Wiederauftreten eines Kropf (Struma)
- Kropf (Struma) bei normaler Schilddrüsenfunktionslage
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Säuglinge und Kinder, Einzeldosis: bis zu 1/2 Tablette, Gesamtdosis: bis zu 1/2 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Neugeborene, Kinder und Jugendliche, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 1/2-2 1/2 Tabletten, Gesamtdosis: 1 1/2-2 1/2 Tabletten pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Iod mit seiner wasserlöslichen Form Kaliumiodid ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Die Schilddrüsenhormone sind für die Funktion des menschlichen Stoffwechsels unerlässlich. Falls die Iod-Zufuhr über die Nahrung nicht ausreicht, muss zur Aufrechterhaltung der körpereigenen Schilddrüsenhormonproduktion Iod zusätzlich eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schilddrüsenüberfunktion
- Neigung zur Schilddrüsenüberfunktion
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Schilddrüsenautonomie - (bestimmte Form der Schilddrüsenüberfunktion)
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Euthyreote Struma
Was ist das? - Definition Eine Schilddrüsenvergrößerung (Kropf, Struma) bei erhaltener Funktion der Schilddrüse und unauffälligen Schilddrüsenwerten im Blut bezeichnen Mediziner als euthyreode Struma. Oft wird sie durch Jodmangel hervorgerufen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher auch ihr Name. Vergrößert sich die Drüse, ohne dass darin Knoten vorliegen, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer diffusen Schilddrüsen-Vergrößerung oder Struma diffusa. Bleiben dabei Funktionsstörungen der Schilddrüse aus und sind die Schilddrüsenwerte im Blut unauffällig, handelt es sich um eine euthyreode Struma diffusa.
Möglicherweise vergrößert sich die Schilddrüse aber auch durch die Bildung von Schilddrüsenknoten (Struma nodosa). Es können sich dahinter gutartige Gewebewucherungen, mit Flüssigkeit erfüllte Hohlräume (Zysten), Verkalkungen oder in selten Fällen bösartige Wucherungen verbergen. Bleiben die Schilddrüsenfunktion und die Schilddrüsenwerte unauffällig, liegt eine euthyreode Struma nodosa vor.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenvergrößerung entwickelt sich häufig langsam über Jahre hinweg. Bei nur geringer Vergrößerung der Schilddrüse bleibt sie mitunter unbemerkt, da sie nicht in jedem Fall von außen erkennbar ist oder deutliche Beschwerden verursacht. Dann fällt sie nur bei Routineuntersuchungen auf.
Treten Beschwerden auf, können dies unter anderem Druck- oder Engegefühle im Halsbereich sein. Manche Betroffene tragen nicht so gerne einen Rollkragenpullover oder enge Halsketten. Es kann zudem eine Schwellung im Halsbereich von außen tast- und auch sichtbar werden. Bei Fortschreiten der Vergrößerung machen sich möglicherweise weitere Beschwerden bemerkbar. Es kann beispielsweise eine Schluckstörung entstehen, wenn die Schilddrüse auf die Speiseröhre drückt.
Folgen/Komplikationen
Engt die sich vergrößernde Schilddrüse die Luftröhre ein, kann es zu Atembeschwerden oder Luftnot kommen. Bei Druck auf den Stimmbandnerv ist Heiserkeit eine der Folgen. Mitunter wächst die Schilddrüse auch hinter dem Brustbein bis in den Brustkorb und kann dabei unter anderem Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.
Finden sich bei einer ärztlichen Untersuchung der vergrößerten Schilddrüse sogenannte kalte Knoten, die keine Schilddrüsenhormone bilden, kann sich darin in seltenen Fällen Schilddrüsenkrebs entwickeln. Daher sollten diese Knoten untersucht werden, etwa in einer dafür entnommenen Gewebeprobe.
Bilden sich in der vergrößerten Schilddrüse sogenannte heiße Knoten, fachlich auch autonome Adenome genannt, können diese durch eine nicht kontrollierte Überproduktion von Schilddrüsenhormonen Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion hervorrufen.
Ursachen/Risikofaktoren
Als wichtigste Ursache einer Struma beziehungsweise eines Kropfes gilt ein schleichender ernährungsbedingter Mangel an dem Spurenelement Jod. Es wird gebraucht, um die für den Stoffwechsel so wichtigen Schilddrüsenhormone zu bilden. Bei Jodmangel versucht der Körper der drohenden hormonellen Minderversorgung entgegenzuwirken, indem er vermehrt hormonproduzierende Schilddrüsenzellen bildet. Dabei kommt es letztlich zu Veränderungen im Drüsengewebe und zur Vergrößerung der Schilddrüse. Als weitere mögliche Ursachen einer Vergrößerung kommen auch Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow infrage. Es gibt außerdem einige Substanzen (goitrogene Stoffe) und Medikamente, die das Schilddrüsenwachstum anregen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte untersuchen bei einer Schilddrüsenvergrößerung die Schilddrüse unter anderem durch Abtasten, mittels Ultraschall oder bei Bedarf auch nuklearmedizinisch mittels einer Szitinigrafie. Gibt es Hinweise, dass möglicherweise Schilddrüsenkrebs vorliegen könnte, wird eine Gewebeprobe aus verdächtigen Drüsenarealen entnommen und untersucht. Zudem werden einige Blutwerte aufgenommen, insbesondere Schilddrüsenwerte. Ziel ist es, die Ursache für die Vergrößerung zu finden.
Die Behandlung richtet sich nach den Untersuchungsbefunden. Entweder wird die vergrößerte Schilddrüse nur weiter ärztlich beobachtet oder es kommen Jod- und/oder teils auch Schilddrüsenhormonpräparate zum Einsatz. Gibt es eine spezielle Ursache, zum Beispiel eine Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow oder in seltenen Fällen Schilddrüsenkrebs, wird die Behandlung gezielt darauf abgestellt.
Was man selbst tun kann:
Um einer durch Jodmangel bewirkten Schilddrüsenvergrößerung vorzubeugen oder entgegenzuwirken, sollte man auf eine ausreichende Jodversorgung achten. Dabei hilft unter anderem jodiertes Speisesalz. Weitere Hinweise gibt es Internet unter www.dge.de von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wenn man im Suchfenster (Lupe) das Stichwort Jod eingibt.
Treten Symptome einer Schilddrüsenvergrößerung oder Zeichen einer Unterfunktion (z.B. Antriebsmangel, extreme Müdigkeit) oder einer Überfunktion (z.B. Zittern, Unruhe, Herzrasen) der Drüse auf, sollte man ärztlichen Rat einholen.
Wichtig ist bei Erkrankungen der Schilddrüse auch, regelmäßig zu ärztlich empfohlenen Kontrolluntersuchungen zu gehen.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Diese Hormone steuern viele Stoffwechselprozesse im Körper. Ein Mangel führt daher zu einer Verlangsamung zahlreicher Körperfunktionen und kann vielfältige Beschwerden verursachen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine der häufigsten hormonellen Störungen. Sie kann schleichend entstehen und bleibt anfangs oft unbemerkt. Da Schilddrüsenhormone für Energiehaushalt, Kreislauf, Verdauung und seelisches Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen, wirkt sich ein Mangel auf viele Organe aus. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Frauen mittleren Alters auf, sie kann aber in jedem Lebensalter vorkommen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und werden anfangs leicht übersehen. Viele Betroffene fühlen sich müde und abgeschlagen, andere bemerken Veränderungen an Haut, Haaren oder Gewicht. Der Verlauf ist chronisch, die Symptome nehmen ohne Behandlung zu.Zu den typischen Symptome zählen:
- anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- alte, trockene Haut und brüchige Haare
- Verstopfung und verlangsamte Verdauung
- Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Hypothyreose unbehandelt, kann es zu schweren Einschränkungen kommen. Herz-Kreislauf-Probleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sind möglich. Bei sehr ausgeprägtem Hormonmangel droht ein lebensbedrohlicher Zustand, das sogenannte Myxödemkoma. Auch die geistige Leistungsfähigkeit und die seelische Stabilität können beeinträchtigt sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, meist eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis. Auch eine operative Entfernung der Schilddrüse oder eine Radiojodtherapie können zu einer Unterfunktion führen. Seltener sind Jodmangel, Medikamente oder Störungen im Gehirn verantwortlich. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, höheres Alter und weibliches Geschlecht.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung besteht in der Regel aus einer dauerhaften Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform. Ärzte passen die Dosis individuell an.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die konsequente Einnahme der Medikamente. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden trotz Therapie bestehenbleiben oder sich verschlimmern. Dann ist eine erneute ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 04620001
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 50 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 63g
- Marke:
- JODID-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Zur Vorbeugung: Die Einnahme muss im Allgemeinen über Jahre, nicht selten lebenslang, erfolgen. Zur Kropfbehandlung bei Neugeborenen: 2-4 Wochen, bei Kindern und Erwachsenen: 6-12 Monate.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Braunfärbung der Schleimhäute, Erbrechen, Bauchschmerzen und Diarrhoe im schlimmsten Fall bis hin zum Schock. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt:
Zur Vorbeugung gegen einen Iodmangel:
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Dosierung von Ihrem Arzt bestimmt.
Zur Vorbeugung gegen einen Kropf nach Operation:
Zur Kropf-Behandlung bei normaler Schilddrüsenfunktionslage:
Anwendungsgebiete
- Vorbeugung gegen einen Iod-Mangel, und damit verbundener Kropfbildung (Struma)
- Vorbeugung gegen Wiederauftreten eines Kropf (Struma)
- Kropf (Struma) bei normaler Schilddrüsenfunktionslage
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Säuglinge und Kinder, Einzeldosis: bis zu 1/2 Tablette, Gesamtdosis: bis zu 1/2 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Neugeborene, Kinder und Jugendliche, Einzeldosis: 1/2-1 Tablette, Gesamtdosis: 1/2-1 Tablette pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 1/2-2 1/2 Tabletten, Gesamtdosis: 1 1/2-2 1/2 Tabletten pro Tag, Zeitpunkt: nach der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Iod mit seiner wasserlöslichen Form Kaliumiodid ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Die Schilddrüsenhormone sind für die Funktion des menschlichen Stoffwechsels unerlässlich. Falls die Iod-Zufuhr über die Nahrung nicht ausreicht, muss zur Aufrechterhaltung der körpereigenen Schilddrüsenhormonproduktion Iod zusätzlich eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schilddrüsenüberfunktion
- Neigung zur Schilddrüsenüberfunktion
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Schilddrüsenautonomie - (bestimmte Form der Schilddrüsenüberfunktion)
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Euthyreote Struma
Was ist das? - Definition Eine Schilddrüsenvergrößerung (Kropf, Struma) bei erhaltener Funktion der Schilddrüse und unauffälligen Schilddrüsenwerten im Blut bezeichnen Mediziner als euthyreode Struma. Oft wird sie durch Jodmangel hervorgerufen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher auch ihr Name. Vergrößert sich die Drüse, ohne dass darin Knoten vorliegen, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer diffusen Schilddrüsen-Vergrößerung oder Struma diffusa. Bleiben dabei Funktionsstörungen der Schilddrüse aus und sind die Schilddrüsenwerte im Blut unauffällig, handelt es sich um eine euthyreode Struma diffusa.
Möglicherweise vergrößert sich die Schilddrüse aber auch durch die Bildung von Schilddrüsenknoten (Struma nodosa). Es können sich dahinter gutartige Gewebewucherungen, mit Flüssigkeit erfüllte Hohlräume (Zysten), Verkalkungen oder in selten Fällen bösartige Wucherungen verbergen. Bleiben die Schilddrüsenfunktion und die Schilddrüsenwerte unauffällig, liegt eine euthyreode Struma nodosa vor.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenvergrößerung entwickelt sich häufig langsam über Jahre hinweg. Bei nur geringer Vergrößerung der Schilddrüse bleibt sie mitunter unbemerkt, da sie nicht in jedem Fall von außen erkennbar ist oder deutliche Beschwerden verursacht. Dann fällt sie nur bei Routineuntersuchungen auf.
Treten Beschwerden auf, können dies unter anderem Druck- oder Engegefühle im Halsbereich sein. Manche Betroffene tragen nicht so gerne einen Rollkragenpullover oder enge Halsketten. Es kann zudem eine Schwellung im Halsbereich von außen tast- und auch sichtbar werden. Bei Fortschreiten der Vergrößerung machen sich möglicherweise weitere Beschwerden bemerkbar. Es kann beispielsweise eine Schluckstörung entstehen, wenn die Schilddrüse auf die Speiseröhre drückt.
Folgen/Komplikationen
Engt die sich vergrößernde Schilddrüse die Luftröhre ein, kann es zu Atembeschwerden oder Luftnot kommen. Bei Druck auf den Stimmbandnerv ist Heiserkeit eine der Folgen. Mitunter wächst die Schilddrüse auch hinter dem Brustbein bis in den Brustkorb und kann dabei unter anderem Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.
Finden sich bei einer ärztlichen Untersuchung der vergrößerten Schilddrüse sogenannte kalte Knoten, die keine Schilddrüsenhormone bilden, kann sich darin in seltenen Fällen Schilddrüsenkrebs entwickeln. Daher sollten diese Knoten untersucht werden, etwa in einer dafür entnommenen Gewebeprobe.
Bilden sich in der vergrößerten Schilddrüse sogenannte heiße Knoten, fachlich auch autonome Adenome genannt, können diese durch eine nicht kontrollierte Überproduktion von Schilddrüsenhormonen Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion hervorrufen.
Ursachen/Risikofaktoren
Als wichtigste Ursache einer Struma beziehungsweise eines Kropfes gilt ein schleichender ernährungsbedingter Mangel an dem Spurenelement Jod. Es wird gebraucht, um die für den Stoffwechsel so wichtigen Schilddrüsenhormone zu bilden. Bei Jodmangel versucht der Körper der drohenden hormonellen Minderversorgung entgegenzuwirken, indem er vermehrt hormonproduzierende Schilddrüsenzellen bildet. Dabei kommt es letztlich zu Veränderungen im Drüsengewebe und zur Vergrößerung der Schilddrüse. Als weitere mögliche Ursachen einer Vergrößerung kommen auch Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow infrage. Es gibt außerdem einige Substanzen (goitrogene Stoffe) und Medikamente, die das Schilddrüsenwachstum anregen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte untersuchen bei einer Schilddrüsenvergrößerung die Schilddrüse unter anderem durch Abtasten, mittels Ultraschall oder bei Bedarf auch nuklearmedizinisch mittels einer Szitinigrafie. Gibt es Hinweise, dass möglicherweise Schilddrüsenkrebs vorliegen könnte, wird eine Gewebeprobe aus verdächtigen Drüsenarealen entnommen und untersucht. Zudem werden einige Blutwerte aufgenommen, insbesondere Schilddrüsenwerte. Ziel ist es, die Ursache für die Vergrößerung zu finden.
Die Behandlung richtet sich nach den Untersuchungsbefunden. Entweder wird die vergrößerte Schilddrüse nur weiter ärztlich beobachtet oder es kommen Jod- und/oder teils auch Schilddrüsenhormonpräparate zum Einsatz. Gibt es eine spezielle Ursache, zum Beispiel eine Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow oder in seltenen Fällen Schilddrüsenkrebs, wird die Behandlung gezielt darauf abgestellt.
Was man selbst tun kann:
Um einer durch Jodmangel bewirkten Schilddrüsenvergrößerung vorzubeugen oder entgegenzuwirken, sollte man auf eine ausreichende Jodversorgung achten. Dabei hilft unter anderem jodiertes Speisesalz. Weitere Hinweise gibt es Internet unter www.dge.de von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wenn man im Suchfenster (Lupe) das Stichwort Jod eingibt.
Treten Symptome einer Schilddrüsenvergrößerung oder Zeichen einer Unterfunktion (z.B. Antriebsmangel, extreme Müdigkeit) oder einer Überfunktion (z.B. Zittern, Unruhe, Herzrasen) der Drüse auf, sollte man ärztlichen Rat einholen.
Wichtig ist bei Erkrankungen der Schilddrüse auch, regelmäßig zu ärztlich empfohlenen Kontrolluntersuchungen zu gehen.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Diese Hormone steuern viele Stoffwechselprozesse im Körper. Ein Mangel führt daher zu einer Verlangsamung zahlreicher Körperfunktionen und kann vielfältige Beschwerden verursachen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine der häufigsten hormonellen Störungen. Sie kann schleichend entstehen und bleibt anfangs oft unbemerkt. Da Schilddrüsenhormone für Energiehaushalt, Kreislauf, Verdauung und seelisches Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen, wirkt sich ein Mangel auf viele Organe aus. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Frauen mittleren Alters auf, sie kann aber in jedem Lebensalter vorkommen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und werden anfangs leicht übersehen. Viele Betroffene fühlen sich müde und abgeschlagen, andere bemerken Veränderungen an Haut, Haaren oder Gewicht. Der Verlauf ist chronisch, die Symptome nehmen ohne Behandlung zu.Zu den typischen Symptome zählen:
- anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- alte, trockene Haut und brüchige Haare
- Verstopfung und verlangsamte Verdauung
- Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Hypothyreose unbehandelt, kann es zu schweren Einschränkungen kommen. Herz-Kreislauf-Probleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sind möglich. Bei sehr ausgeprägtem Hormonmangel droht ein lebensbedrohlicher Zustand, das sogenannte Myxödemkoma. Auch die geistige Leistungsfähigkeit und die seelische Stabilität können beeinträchtigt sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, meist eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis. Auch eine operative Entfernung der Schilddrüse oder eine Radiojodtherapie können zu einer Unterfunktion führen. Seltener sind Jodmangel, Medikamente oder Störungen im Gehirn verantwortlich. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, höheres Alter und weibliches Geschlecht.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung besteht in der Regel aus einer dauerhaften Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform. Ärzte passen die Dosis individuell an.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die konsequente Einnahme der Medikamente. Grenzen liegen dort, wo Beschwerden trotz Therapie bestehenbleiben oder sich verschlimmern. Dann ist eine erneute ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.