LEMTRADA 12 mg Konz.z.Herst.einer Infusionslösung
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Pharmazeutische Informationen
Infusionslösungskonzentrat — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 10047422
- Darreichungsform:
- Infusionslösungskonzentrat (Infusionslösungskonzentrat)
- Packungsgröße:
- 1 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 12 mg
- Marke:
- LEMTRADA
- Hersteller:
- SANOFI BELGIUM NV
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nach der Zubereitung sollte die Anwendung ausschließlich durch Fachpersonal in einem Krankenhaus mit der Möglichkeit zur intensivmedizinischen Betreuung erfolgen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von schwerwiegenden Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Kopfschmerz, Ausschlag, Hypotonie und Herzbeschwerden mit Pulsbeschleunigung durch das Schrittmacherzentrum. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Hochaktive Multiple Sklerose
- Rasch fortschreitende schwere Multiple Sklerose (schubförmig-remittierend)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Alemtuzumab gehört zur Gruppe der Immunsuppressiva. Bei Alemtuzumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines erneuten Schubs bei Multipler Sklerose verringern soll.
Nebenwirkungen
- Infektion der oberen Atemwege (URTI)
- Infektion der Harnwege
- Herpesvirus-Infektion
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Lymphozytopenie)
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie)
- Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Basedow-Krankheit)
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Kopfschmerzen
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Wärmegefühl
- Übelkeit
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Hautausschlag
- Juckreiz (Pruritus)
- Fieber
- Müdigkeit
- Schüttelfrost
- Gürtelrose (Herpes zoster-Infektion)
- Infektion der unteren Atemwege
- Infektiöse Entzündung des Magen-Darm-Traktes
- Hefepilzinfektion (Candidose) der Mundschleimhaut
- Vaginalsoor (Hefepilzinfektion der Scheide und Schamlippen)
- Grippe
- Entzündung des Ohres
- Lungenentzündung durch Infektion (Pneumonie)
- Scheideninfektion
- Infektion im Zahnbereich
- Warzengeschwulst (Papillom) der Haut
- Vergrößerung der Lympknoten
- Immunstörung mit kleinen Haut- oder Schleimhauteinblutungen (Morbus Werlhof)
- Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
- Blutarmut (Anämie)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Blutbildungsstörung mit mehr weißen Blutkörperchen im Blut (Leukozytose)
- Zytokin-Freisetzungs-Syndrom
- Überempfindlichkeit
- Akute starke allergische Reaktion die mehrere oder alle Körpergebiete betrifft (Anaphylaxie)
- Hashimoto-Krankheit
- Mäßig akute Schilddrüsenentzündung (subakute Thyreoiditis)
- Schilddrüsenvergrößerung
- Nachweis von Schilddrüsenantikörper im Blut
- Schlaflosigkeit
- Angst
- Depression
- Schubförmige Multiple Sklerose
- Schwindelgefühl
- Taubheitsgefühl
- Missempfindungen
- Zittern
- Störung des Geschmacks
- Migräne
- Bindehautentzündung
- Schilddrüsenerkrankung mit hervortretenden Augäpfeln
- Verschwommenes Sehen
- Drehschwindel
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzklopfen
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Husten
- Nasenbluten
- Schluckauf
- Halsschmerzen
- Asthma bronchiale
- Bauchschmerzen
- Erbrechen
- Diarrhoe
- Verdauungsbeschwerden
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Anstieg der Aspartat-Aminotransferase (ASAT)-Konzentration im Blut
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Fleckenartige Hautblutung (Ekchymose)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Schwitzen (Hyperhidrose)
- Akne
- Hautschädigung (Hautläsion)
- Hautentzündung
- Muskelschmerzen
- Muskelschwäche
- Gelenkschmerzen
- Rückenschmerzen
- Gliederschmerzen
- Muskelkrämpfe
- Nackenschmerzen
- Schmerzen im Haltungs- und Bewegungsapparat
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Verlängerte Monatsblutung
- Unregelmäßige Monatsblutung
- Durch das Immunsystem bedingte Leberentzündung (autoimmune Hepatitis)
- Starke entzündliche Reaktion des Immunsystems (hämatophage Histiozytose)
- Epstein-Barr-Virusinfektion
- Epstein-Barr-Hepatitis
- Gefäßverengung am Herzen
- Hirnblutung
- Blutung der Lungenbläschen (Alveolen)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Abwehrschwäche durch Virusinfektion (HIV-Infektion)
- Schwere aktive Infektion (bis zum vollständigen Abklingen)
- Bluthochdruck ohne ärztliche Überwachung (unkontrollierte Hypertonie)
- Aufspaltung (Dissektion) der zervikozephalen Gefäßwände eines Blutgefäßes (Arterie)
- Patienten mit Schlaganfall
- Brustenge (Angina pectoris)
- Herzinfarkt
- Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie)
- Erkrankung durch das Immunsystem (Autoimmunerkankung) (außer MS)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 30 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 35 × 78 × 35 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung innerhalb der nächsten Stunde verbraucht werden!
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
Multiple Sklerose
Was ist das? - Definition Es handelt sich bei Multipler Sklerose um ein chronisches, nicht heilbares Nervenleiden, das sich in Schüben oder fortlaufend entwickelt. Im Gehirn und im Rückenmark werden dabei Umhüllungen von Nervenfasern zerstört, was die Weiterleitung von Nervensignalen beeinträchtigt. Dadurch kommt es zu neurologischen Ausfällen, zum Beispiel zu Gang- oder Gefühlsstörungen.
Krankheitsbild
Bei Multipler Sklerose - kurz MS - greift das Immunsystem den eigenen Körper an, genauer die Isolationshüllen um Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark. Werden diese geschädigt, leiten die Fasern schlechter Signale weiter. Schließlich kommt es auch zum Absterben von Nervenzellen. Als Folge davon können neurologische Probleme wie Geh-, Gefühls-, Seh- oder Blasenstörungen auftreten. Man kennt verschiedene mögliche Formen der Erkrankung.
- 1. Schubförmig wiederkehrende MS: Es kommt unvermittelt für einige Tage bis Wochen zu Beschwerden. Meist bilden sie sich vollständig zurück, es können im weiteren Verlauf zwischen den Schüben aber Beschwerden zurückbleiben. Pausen von einem Schub zum anderen halten für Monate oder Jahre an.
- 2. Primär fortschreitende MS: In diesem Fall entwickeln sich die Beschwerden von Beginn an schleichend aber stetig. Akute Schübe treten nicht auf.
- 3. Sekundär fortschreitende MS: Hierbei werden die anfangs auftretenden Schübe seltener und bleiben schließlich aus. Es kommt dann aber zu einer stetigen, schleichenden Verschlechterung der Beschwerden.
In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich zu Beginn ein schubförmiger MS-Verlauf. Die Schwere der auftretenden Symptome kann unterschiedlich sein. Typischerweise wird die Krankheit zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt. Aber auch bei Kindern oder älteren Erwachsene kann sie erstmals auftreten. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung verläuft chronisch und ist bisher nicht heilbar. Wichtig zu wissen: MS ist nicht ansteckend und auch nicht zwangsläufig mit starken Beeinträchtigungen verbunden, zumal sich die Behandlungsmöglichkeit über die Jahre deutlich verbessert haben.
Symptome/Verlauf
Multiple Sklerose ruft sehr von Fall zu Fall unterschiedliche Beschwerden hervor und gilt von daher auch als Krankheit der tausend Gesichter. Möglich sind beispielsweise Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln, Bewegungs- und Sehstörungen, Blasen- oder Mastdarmstörungen, Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten wie etwa Konzentrationsprobleme und starke Ermüdung. Der individuelle Verlauf ist schwer vorherzusehen. Die neurologischen Ausfälle treten zu Beginn der Erkrankung bei der Mehrzahl der Betroffenen in Schüben auf und können sich ganz oder mitunter nur zum Teil zurückbilden. Später können die Symptome kontinuierlich zunehmen. Schwere Verläufe sind möglich, treten aber mittlerweile eher bei einem kleineren Teil der Patienten auf. Häufig kann eine moderne Therapie Behinderungen oder Beschwerden deutlich abmildern oder sogar dazu führen, dass sie zeitlebens kaum auftreten.
Folgen/Komplikationen
Bei ungünstigen Verläufen von MS treten vermehrt spürbare Beeinträchtigungen auf, bilden sich nicht mehr zurück und verschlechtern sich zunehmend. Das kann Gleichgewichtsprobleme und Gangunsicherheiten betreffen, aber auch Sehstörungen oder Muskelschwäche mit teilweiser oder kompletter Lähmung bestimmter Muskeln, Muskelsteifheit und -verkrampfung, Blasen- und Darmprobleme oder Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Auch die Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen wie Depressionen steigt. Insgesamt ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei MS-Patienten verkürzt, wobei sie sich durch moderne Therapien an die nicht von MS Betroffener anzugleichen scheint. Auch auf Schwere und Verlauf der Erkrankung wirken sich moderne Immuntherapien mittlerweile sehr vorteilhaft aus.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursache von MS ist ein Angriff des Immunsystems auf Nervengewebe, was dort zu Entzündungen und Schäden führt. Was genau diese Autoimmunreaktion auslöst, ist noch nicht geklärt. Im Hinblick auf Risikofaktoren diskutieren Wissenschaftler eine erbliche Neigung, an MS zu erkranken, aber auch äußere Einflüsse wie bestimmte Viruserkrankungen oder das Rauchen. Es müssen wohl mehrere Faktoren zusammenkommen, um die Krankheit zum Ausbruch zu bringen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Leidet man unter neurologischen Beschwerden wie beispielsweise merklichen Gang- oder Gefühlsstörungen, sollte man unbedingt ärztlichen Rat einholen. Steht die Diagnose einer MS fest, empfiehlt eine aktuelle Fachleitlinie Betroffenen unter anderem Sport, eine gesunde Ernährung, den Abbau von Übergewicht und besonders auch einen Rauchverzicht. Hierzu sollte man sich von den behandelnden Ärzten beraten lassen, speziell auch zu individuell empfehlenswerten Sportarten. Hilfreich kann für viele Betroffene außerdem der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sein.
Das macht der Arzt:
Wichtig ist eine genaue Diagnose durch eine Neurologin oder einen Neurologen. Beurteilt werden dabei vom Patienten berichtete Symptome und MRT-Aufnahmen des Kopfbereiches, auf denen Entzündungsherde im Gehirn sichtbar werden. Es müssen zudem andere mögliche Ursachen der von den Patienten beschriebenen Beschwerden ausgeschlossen werden. Die ärztlich empfohlene Behandlung der MS basiert vor allem auf Medikamenten, die die überschießende Reaktion des Immunsystems dämpfen. Hierzu gibt es mittlerweile eine breite Palette an Wirkstoffen, mit denen sich die Erkrankung zwar nicht heilen, aber in vielen Fällen recht gut kontrollieren lässt. Hinzu kommen Empfehlungen für hilfreiche Lebensstiländerungen. Die Planung der Behandlung erfolgt in enger Absprache zwischen Ärzten und Patienten.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl. - W.F. Haupt et al., Krankheitslehre Neurologie und Psychiatrie für Krankenpflege, Thieme, (2009), 10. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Infusionslösungskonzentrat — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 10047422
- Darreichungsform:
- Infusionslösungskonzentrat (Infusionslösungskonzentrat)
- Packungsgröße:
- 1 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 12 mg
- Marke:
- LEMTRADA
- Hersteller:
- SANOFI BELGIUM NV
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nach der Zubereitung sollte die Anwendung ausschließlich durch Fachpersonal in einem Krankenhaus mit der Möglichkeit zur intensivmedizinischen Betreuung erfolgen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von schwerwiegenden Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Kopfschmerz, Ausschlag, Hypotonie und Herzbeschwerden mit Pulsbeschleunigung durch das Schrittmacherzentrum. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Hochaktive Multiple Sklerose
- Rasch fortschreitende schwere Multiple Sklerose (schubförmig-remittierend)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Alemtuzumab gehört zur Gruppe der Immunsuppressiva. Bei Alemtuzumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines erneuten Schubs bei Multipler Sklerose verringern soll.
Nebenwirkungen
- Infektion der oberen Atemwege (URTI)
- Infektion der Harnwege
- Herpesvirus-Infektion
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Lymphozytopenie)
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
- Verminderte Zahl an weißen bestimmten Blutkörperchen (Neutropenie)
- Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Basedow-Krankheit)
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Kopfschmerzen
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Wärmegefühl
- Übelkeit
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Hautausschlag
- Juckreiz (Pruritus)
- Fieber
- Müdigkeit
- Schüttelfrost
- Gürtelrose (Herpes zoster-Infektion)
- Infektion der unteren Atemwege
- Infektiöse Entzündung des Magen-Darm-Traktes
- Hefepilzinfektion (Candidose) der Mundschleimhaut
- Vaginalsoor (Hefepilzinfektion der Scheide und Schamlippen)
- Grippe
- Entzündung des Ohres
- Lungenentzündung durch Infektion (Pneumonie)
- Scheideninfektion
- Infektion im Zahnbereich
- Warzengeschwulst (Papillom) der Haut
- Vergrößerung der Lympknoten
- Immunstörung mit kleinen Haut- oder Schleimhauteinblutungen (Morbus Werlhof)
- Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
- Blutarmut (Anämie)
- Verminderung der Blutkörperchen
- Blutbildungsstörung mit mehr weißen Blutkörperchen im Blut (Leukozytose)
- Zytokin-Freisetzungs-Syndrom
- Überempfindlichkeit
- Akute starke allergische Reaktion die mehrere oder alle Körpergebiete betrifft (Anaphylaxie)
- Hashimoto-Krankheit
- Mäßig akute Schilddrüsenentzündung (subakute Thyreoiditis)
- Schilddrüsenvergrößerung
- Nachweis von Schilddrüsenantikörper im Blut
- Schlaflosigkeit
- Angst
- Depression
- Schubförmige Multiple Sklerose
- Schwindelgefühl
- Taubheitsgefühl
- Missempfindungen
- Zittern
- Störung des Geschmacks
- Migräne
- Bindehautentzündung
- Schilddrüsenerkrankung mit hervortretenden Augäpfeln
- Verschwommenes Sehen
- Drehschwindel
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzklopfen
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Husten
- Nasenbluten
- Schluckauf
- Halsschmerzen
- Asthma bronchiale
- Bauchschmerzen
- Erbrechen
- Diarrhoe
- Verdauungsbeschwerden
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Anstieg der Aspartat-Aminotransferase (ASAT)-Konzentration im Blut
- Anstieg der Aminotransferase (ALAT)-Konzentration im Blut
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Fleckenartige Hautblutung (Ekchymose)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Schwitzen (Hyperhidrose)
- Akne
- Hautschädigung (Hautläsion)
- Hautentzündung
- Muskelschmerzen
- Muskelschwäche
- Gelenkschmerzen
- Rückenschmerzen
- Gliederschmerzen
- Muskelkrämpfe
- Nackenschmerzen
- Schmerzen im Haltungs- und Bewegungsapparat
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Verlängerte Monatsblutung
- Unregelmäßige Monatsblutung
- Durch das Immunsystem bedingte Leberentzündung (autoimmune Hepatitis)
- Starke entzündliche Reaktion des Immunsystems (hämatophage Histiozytose)
- Epstein-Barr-Virusinfektion
- Epstein-Barr-Hepatitis
- Gefäßverengung am Herzen
- Hirnblutung
- Blutung der Lungenbläschen (Alveolen)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Abwehrschwäche durch Virusinfektion (HIV-Infektion)
- Schwere aktive Infektion (bis zum vollständigen Abklingen)
- Bluthochdruck ohne ärztliche Überwachung (unkontrollierte Hypertonie)
- Aufspaltung (Dissektion) der zervikozephalen Gefäßwände eines Blutgefäßes (Arterie)
- Patienten mit Schlaganfall
- Brustenge (Angina pectoris)
- Herzinfarkt
- Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie)
- Erkrankung durch das Immunsystem (Autoimmunerkankung) (außer MS)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 30 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 35 × 78 × 35 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung innerhalb der nächsten Stunde verbraucht werden!
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
Multiple Sklerose
Was ist das? - Definition Es handelt sich bei Multipler Sklerose um ein chronisches, nicht heilbares Nervenleiden, das sich in Schüben oder fortlaufend entwickelt. Im Gehirn und im Rückenmark werden dabei Umhüllungen von Nervenfasern zerstört, was die Weiterleitung von Nervensignalen beeinträchtigt. Dadurch kommt es zu neurologischen Ausfällen, zum Beispiel zu Gang- oder Gefühlsstörungen.
Krankheitsbild
Bei Multipler Sklerose - kurz MS - greift das Immunsystem den eigenen Körper an, genauer die Isolationshüllen um Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark. Werden diese geschädigt, leiten die Fasern schlechter Signale weiter. Schließlich kommt es auch zum Absterben von Nervenzellen. Als Folge davon können neurologische Probleme wie Geh-, Gefühls-, Seh- oder Blasenstörungen auftreten. Man kennt verschiedene mögliche Formen der Erkrankung.
- 1. Schubförmig wiederkehrende MS: Es kommt unvermittelt für einige Tage bis Wochen zu Beschwerden. Meist bilden sie sich vollständig zurück, es können im weiteren Verlauf zwischen den Schüben aber Beschwerden zurückbleiben. Pausen von einem Schub zum anderen halten für Monate oder Jahre an.
- 2. Primär fortschreitende MS: In diesem Fall entwickeln sich die Beschwerden von Beginn an schleichend aber stetig. Akute Schübe treten nicht auf.
- 3. Sekundär fortschreitende MS: Hierbei werden die anfangs auftretenden Schübe seltener und bleiben schließlich aus. Es kommt dann aber zu einer stetigen, schleichenden Verschlechterung der Beschwerden.
In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich zu Beginn ein schubförmiger MS-Verlauf. Die Schwere der auftretenden Symptome kann unterschiedlich sein. Typischerweise wird die Krankheit zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt. Aber auch bei Kindern oder älteren Erwachsene kann sie erstmals auftreten. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung verläuft chronisch und ist bisher nicht heilbar. Wichtig zu wissen: MS ist nicht ansteckend und auch nicht zwangsläufig mit starken Beeinträchtigungen verbunden, zumal sich die Behandlungsmöglichkeit über die Jahre deutlich verbessert haben.
Symptome/Verlauf
Multiple Sklerose ruft sehr von Fall zu Fall unterschiedliche Beschwerden hervor und gilt von daher auch als Krankheit der tausend Gesichter. Möglich sind beispielsweise Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln, Bewegungs- und Sehstörungen, Blasen- oder Mastdarmstörungen, Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten wie etwa Konzentrationsprobleme und starke Ermüdung. Der individuelle Verlauf ist schwer vorherzusehen. Die neurologischen Ausfälle treten zu Beginn der Erkrankung bei der Mehrzahl der Betroffenen in Schüben auf und können sich ganz oder mitunter nur zum Teil zurückbilden. Später können die Symptome kontinuierlich zunehmen. Schwere Verläufe sind möglich, treten aber mittlerweile eher bei einem kleineren Teil der Patienten auf. Häufig kann eine moderne Therapie Behinderungen oder Beschwerden deutlich abmildern oder sogar dazu führen, dass sie zeitlebens kaum auftreten.
Folgen/Komplikationen
Bei ungünstigen Verläufen von MS treten vermehrt spürbare Beeinträchtigungen auf, bilden sich nicht mehr zurück und verschlechtern sich zunehmend. Das kann Gleichgewichtsprobleme und Gangunsicherheiten betreffen, aber auch Sehstörungen oder Muskelschwäche mit teilweiser oder kompletter Lähmung bestimmter Muskeln, Muskelsteifheit und -verkrampfung, Blasen- und Darmprobleme oder Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Auch die Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen wie Depressionen steigt. Insgesamt ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei MS-Patienten verkürzt, wobei sie sich durch moderne Therapien an die nicht von MS Betroffener anzugleichen scheint. Auch auf Schwere und Verlauf der Erkrankung wirken sich moderne Immuntherapien mittlerweile sehr vorteilhaft aus.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursache von MS ist ein Angriff des Immunsystems auf Nervengewebe, was dort zu Entzündungen und Schäden führt. Was genau diese Autoimmunreaktion auslöst, ist noch nicht geklärt. Im Hinblick auf Risikofaktoren diskutieren Wissenschaftler eine erbliche Neigung, an MS zu erkranken, aber auch äußere Einflüsse wie bestimmte Viruserkrankungen oder das Rauchen. Es müssen wohl mehrere Faktoren zusammenkommen, um die Krankheit zum Ausbruch zu bringen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Leidet man unter neurologischen Beschwerden wie beispielsweise merklichen Gang- oder Gefühlsstörungen, sollte man unbedingt ärztlichen Rat einholen. Steht die Diagnose einer MS fest, empfiehlt eine aktuelle Fachleitlinie Betroffenen unter anderem Sport, eine gesunde Ernährung, den Abbau von Übergewicht und besonders auch einen Rauchverzicht. Hierzu sollte man sich von den behandelnden Ärzten beraten lassen, speziell auch zu individuell empfehlenswerten Sportarten. Hilfreich kann für viele Betroffene außerdem der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sein.
Das macht der Arzt:
Wichtig ist eine genaue Diagnose durch eine Neurologin oder einen Neurologen. Beurteilt werden dabei vom Patienten berichtete Symptome und MRT-Aufnahmen des Kopfbereiches, auf denen Entzündungsherde im Gehirn sichtbar werden. Es müssen zudem andere mögliche Ursachen der von den Patienten beschriebenen Beschwerden ausgeschlossen werden. Die ärztlich empfohlene Behandlung der MS basiert vor allem auf Medikamenten, die die überschießende Reaktion des Immunsystems dämpfen. Hierzu gibt es mittlerweile eine breite Palette an Wirkstoffen, mit denen sich die Erkrankung zwar nicht heilen, aber in vielen Fällen recht gut kontrollieren lässt. Hinzu kommen Empfehlungen für hilfreiche Lebensstiländerungen. Die Planung der Behandlung erfolgt in enger Absprache zwischen Ärzten und Patienten.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl. - W.F. Haupt et al., Krankheitslehre Neurologie und Psychiatrie für Krankenpflege, Thieme, (2009), 10. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.