MTX-ratiopharm 7,5 mg Inj.-Lösung i.e.Fertigspr.
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Pharmazeutische Informationen
Injektionslösung in einer Fertigspritze — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 14374980
- Darreichungsform:
- Injektionslösung in einer Fertigspritze (Injektionslösung in einer Fertigspritze)
- Packungsgröße:
- 12 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 7,5 mg
- Marke:
- MTX-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Anwendung sollte nur durch Fachpersonal bzw. nach deren Anleitung erfolgen. Wenn Sie das Arzneimittel selbst anwenden, wird Ihr Arzt Sie in die korrekte Injektionstechnik einweisen und Sie bei der ersten Injektion überwachen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Veränderungen des Blutbildes, Knochenmarkstörungen mit Blutbildungsstörungen, Schleimhautentzündungen, Entzündungen und Geschwüre der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt und Blutungen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Das Arzneimittel darf nur einmal wöchentlich angewendet werden.
Anwendungsgebiete
- Schwere, aktive rheumatische Gelenkentzündung (Arthritis)
- Schwere rheumatische Gelenkentzündung (Polyarthritis) im Kindesalter
- Schwere Schuppenflechte (Psoriasis)
- Schwere akute Gelenkentzündung bei Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis)
- Leichte bis mittlere Darmentzündung (Morbus Crohn)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Methotrexat hindert Zellen daran zu wachsen, indem er die Bildung von Erbinformationen (Desoxyribonukleinsäure-DNA) behindert. Dies betrifft vor allem schnell wachsende Zellen, wie Krebszellen. Weiterhin unterdrückt Methotrexat das körpereigene Immunsystem und hat entzündungshemmende Eigenschaften.
Nebenwirkungen
- Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Husten
- Appetitlosigkeit
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Geschwür im Mund
- Erhöhte Leberwerte (ALAT, AST)
- Erhöhte alkalische Phosphatase
- Vermehrter Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Verminderte Nierenausscheidung von Kreatinin
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Verdauungsbeschwerden
- Gürtelrose (Herpes zoster-Infektion)
- Blutarmut (Anämie)
- Verminderung der Anzahl aller Blutkörperchen (Panzytopenie)
- Knochenmarkstörung mit Blutbildungsstörung (Knochenmarkdepression)
- Stark verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)
- Benommenheit
- Missempfindungen
- Bindehautentzündung
- Das Lungenbindegewebe betreffende Lungenentzündung
- Entzündung der Lungenbläschen, die tödlich verlaufen kann
- Hautausschlag
- Entzündliche Hautrötung (Erythem)
- Juckreiz (Pruritus)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Geschwüre der Haut
- Erschöpfung
- Lungenentzündung
- Erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen in der Lunge
- Bei Immunschwäche auftretende Infektion, die tödlich verlaufen kann
- Vergrößerung der Lymphknoten (Lymphom)
- Allergische Reaktion
- Kreislaufversagen durch eine allergische Reaktion (Anaphylaktischer Schock)
- Medikamentöse Immunschwäche (Immunsuppression)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Depression
- Leichte Muskelerschlaffung auf einer Körperhälfte
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Gefäßentzündung (Vaskulitis)
- Gefäßentzündung (allergisch)
- Lungenvernarbung (Lungenfibrose)
- Brustfellerguss
- Geschwür im Magen-Darm-Trakt
- Blutung im Magen-Darm-Bereich
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Leberschädigung
- Fettleber
- Leberfibrose
- Leberzirrhose (Schädigung des Lebergewebes)
- Verminderte Konzentration von Albumin im Blut
- Autoimmune Entzündung der Haut mit Blasen (herpetiforme Dermatitis)
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)
- Nesselausschlag
- Verstärkte Hautfärbung durch mehr Hautfarbstoff (Hyperpigmentierung)
- Rheumaknoten
- Schmerzhafte Hautveränderungen von Schuppenflechte-Plaques
- Gestörte Wundheilung
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Osteoporose
- Nierenkrankheit
- Nierenversagen
- Chronische Harnblasenentzündung
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Störungen beim Wasserlassen
- Schmerzhafte oder erschwerte Harnblasenentleerung
- Verminderte Urinausscheidung
- Fehlende Urinausscheidung
- Fetale Missbildung
- Geschwür (Ulkus) der Scheide
- Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane und Vagina (vulvovaginale Entzündung)
- Fieber
- Harnblasenentzündung
- Virale Hirninfektion mit Funktionseinschränkungen (Leukoenzephalopathie)
- Hirnerkrankung
- Halsentzündung
- Dünndarmentzündung
- Eingeschränkte Nierenfunktion
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Stark eingeschränkte Leberfunktion
- Alkoholsucht
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Veränderung des Blutbildes, vorbestehend
- Schwere, akute oder chronische Infektionen
- Immunschwäche
- Geschwür im Mund
- Geschwür im Magen-Darm-Trakt
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 3 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten: Die Behandlung sollte mit Ihrem Arzt gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden, z.B. durch engmaschige Kontrollen. Die erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen des Arzneimittels können in dieser Gruppe verstärkt oder abgeschwächt auftreten.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung innerhalb der nächsten Stunde verbraucht werden!
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Bei Männern im zeugungsfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Geschwüre der Mundschleimhaut, Durchfälle, Bluterbrechen, Schwarzfärbung des Stuhls oder Blut im Stuhl auftreten.
Chronische Polyarthritis
Was ist das? - Definition Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Im deutschsprachigen Raum spricht man auch von der chronischen Polyarthritis. Chronisch bedeutet, dass die Krankheit lange andauert. Poly leitet sich vom griechischen Wort für viel ab und meint hier: Die Krankheit betrifft eine Vielzahl von Gelenken.
Krankheitsbild
Die chronische Polyarthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankungen. Die Erkrankung betrifft häufig Hände, Knie, Schultern oder Füße und verläuft meist schubweise. Das bedeutet: Es wechseln sich Phasen mit starken Beschwerden und ruhigere Zeiten ab. Anders als bei Arthrose, bei der der Gelenkknorpel abgenutzt wird, greift bei Arthritis das Immunsystem körpereigenes Gewebe an.
Chronischen Polyarthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt aber oft zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Symptome und Verlauf
Typisch für die chronischen Polyarthritis sind Gelenkschmerzen, die oft schleichend beginnen. Die betroffenen Gelenke sind meist geschwollen, überwärmt und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Besonders nach Ruhephasen fühlen sie sich steif an, die sogenannte Morgensteifigkeit kann über eine halbe Stunde andauern.
Weitere Beschwerden können Kraftverlust, Müdigkeit oder leichtes Fieber sein. Im Verlauf können mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen sein. Ohne Behandlung kann die Entzündung zu dauerhaften Schäden führen.
Die Erkrankung verläuft oft in Schüben. Ein Schub kann wenige Tage oder mehrere Wochen dauern. In schweren Fällen können auch Organe wie Herz, Lunge oder Augen betroffen sein. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden. Obwohl Ärzte die genaue Ursache der Erkrankung weiter nicht kennen, hat sich der Verlauf für viele Patienten heute deutlich verbessert.
Folgen und Komplikationen
Bleibt die chronische Polyarthritis unbehandelt, kann sie zu bleibenden Schäden an Gelenken führen. Knorpel und Knochen werden angegriffen, Gelenke verformen sich und verlieren ihre Funktion. In schweren Fällen droht eine starke Bewegungseinschränkung bis hin zur Pflegebedürftigkeit.
Auch die Lebensqualität leidet: Schmerzen, Müdigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit können den Alltag stark belasten. Deshalb ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen von einer chronischen Polyarthritis sind vielfältig. Häufig liegt eine Autoimmunreaktion vor. Das Immunsystem greift irrtümlich die Gelenkinnenhaut an. Auch Infektionen, Stoffwechselstörungen oder mechanische Reize können eine Entzündung auslösen. Zu den Risikofaktoren zählen:
- -Familiäre Veranlagung
- -Rauchen
- -Übergewicht
- -Chronischer Stress
- -Ungesunde Ernährung
- -Bewegungsmangel
Wer diese Faktoren meidet und das Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil stärkt, kann den Verlauf einer chronischen Polyarthritis positiv beeinflussen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Der Arzt stellt die Diagnose durch Untersuchung, Bluttests und Bildgebung. Es kommen in der Regel Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Dazu zählen unter anderem Kortison und moderne Rheumamedikamente, sogenannte Biologika.
Was man selbst tun kann:
Eine entzündungshemmende Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressabbau helfen, Beschwerden zu lindern. Auch Wärme- oder Kälteanwendungen und pflanzliche Präparate können unterstützen. Bei der Auswahl berät die Apotheke. Ergotherapie und Alltagshilfen erleichtern das Leben mit Arthritis. Wenn Gelenkschmerzen länger anhalten, sich verschlimmern oder mehrere Gelenke betroffen sind, sollte man nicht allein auf Hausmittel setzen. Spätestens bei Schwellungen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen ist ärztlicher Rat notwendig. Nur eine frühzeitige Behandlung kann Folgeschäden verhindern.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Aktivierte rheumatoide Arthritis
Was ist das? - Definition Die aktivierte rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Phase innerhalb der chronischen Gelenkerkrankung rheumatoide Arthritis. In dieser Phase sind die Beschwerden besonders stark ausgeprägt. Es kommt zu einem akuten Schub.
Krankheitsbild
Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Gelenkstrukturen angreift. Die Erkrankung verläuft in Schüben. In einer aktivierten Phase ist die Entzündung besonders aktiv. Das bedeutet, dass die betroffenen Gelenke stärker schmerzen, anschwellen und sich warm anfühlen.
Meist trifft ein Schub mehrere Gelenke gleichzeitig. Oft geschieht die symmetrisch, also zum Beispiel an beiden Handgelenken oder beiden Knien. Die Entzündung betrifft vor allem die Gelenkinnenhaut, kann aber auch auf andere Strukturen übergreifen.
Symptome/Verlauf
Typisch für eine aktivierte Phase sind starke Schmerzen in den Gelenken, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Die sogenannte Morgensteifigkeit kann über eine Stunde anhalten. Dies bezeichnet eine eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke nach dem Aufwachen. Die Gelenke sind geschwollen, gerötet und fühlen sich warm an. Viele Betroffene berichten auch über allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber.
Die Symptome können über Tage oder Wochen anhalten und sich dann wieder bessern. Zwischen den Schüben kann es Phasen mit nur geringen oder gar keinen Beschwerden geben. Die Häufigkeit und Dauer der aktivierten Phasen sind individuell sehr unterschiedlich.
Folgen/Komplikationen
Wenn die aktivierten Phasen häufig auftreten oder unbehandelt bleiben, drohen bleibende Schäden an den Gelenken. Die Entzündung greift dann Knorpel und Knochen an, was mitunter zu Verformungen und Bewegungseinschränkungen führt. In schweren Fällen greift die Erkrankung auch andere Organe wie Herz, Lunge oder Augen an. Die Lebensqualität kann durch Schmerzen, Erschöpfung und eingeschränkte Beweglichkeit stark beeinträchtigt werden. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist daher besonders wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Vermutlich spielen genetische Faktoren eine Rolle. Auch Umweltfaktoren wie Rauchen oder bestimmte Infektionen können das Risiko erhöhen. Stress, hormonelle Veränderungen oder eine unzureichende Behandlung lösen in vielen Fällen einen Schub aus. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen auf und beginnt meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, kann aber auch früher oder später auftreten.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: In einer aktivierten Phase verschreiben Ärzte oft entzündungshemmende Arzneimittel, zum Beispiel Kortison oder spezielle Rheumamedikamente. Diese sollen die Entzündung schnell eindämmen und Schmerzen lindern. Auch Kälteanwendungen oder gezielte Bewegungsübungen können helfen. Wichtig: die Gelenke nicht zu überlasten, aber auch nicht völlig ruhigzustellen.
Was man selbst tun kann: Eine ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und regelmäßige Bewegung können zur Stabilisierung beitragen. Wenn die Beschwerden stark auftreten, länger anhalten oder sie neue künstliche Gelenke betreffen, sollte man unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Generell sind die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen zunehmen, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder Fieber auftritt.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Biesalski et al, Ernährungsmedizin, Thieme, (2007) - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Niethard u.a., Orthopädie, Thieme, (2005) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Juvenile chronische Arthritis
Was ist das? - Definition Die juvenile chronische Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die bei Kindern unter 16 Jahren beginnt und länger als sechs Wochen anhält. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Sie kann verschiedene Gelenke und manchmal auch andere Organe betreffen.
Krankheitsbild
Die juvenile chronische Arthritis, heute meist als juvenile idiopathische Arthritis bezeichnet, umfasst mehrere Formen von Gelenkentzündungen bei Kindern. Sie beginnt vor dem 16. Lebensjahr und dauert mindestens sechs Wochen. Die Erkrankung kann nur wenige Gelenke betreffen oder viele gleichzeitig. In manchen Fällen zieht sie auch innere Organe oder die Augen in Mitleidenschaft. Die Ursache kennen Forscher, wie bei sämtlichen rheumatischen Erkrankungen, bislang noch nicht. Was feststeht: Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift, in diesem Fall die Gelenkinnenhaut. Die Erkrankung verläuft meist chronisch und in Schüben.
Symptome/Verlauf
Kinder mit juvenilem Rheuma leiden oft unter anderen Beschwerden als Erwachsene. Typisch sind geschwollene, warme und schmerzende Gelenke. Besonders morgens fällt die Bewegung schwer. Manche Kinder humpeln oder vermeiden bestimmte Bewegungen. Auch allgemeine Symptome wie Fieber, Müdigkeit oder Hautausschläge können auftreten. Die Beschwerden ziehen sich oft über Wochen oder Monate hin. In manchen Fällen verläuft die Erkrankung mild, in anderen kommt es zu wiederkehrenden Schüben. Je nach Form der Erkrankung sind unterschiedliche Gelenke betroffen; manchmal nur ein Knie, manchmal viele Gelenke gleichzeitig. Auch die Augen können sich entzünden. Das bleibt oft unbemerkt und erfordert deswegen regelmäßige Kontrollen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die juvenile chronische Arthritis zu bleibenden Schäden führen. Gelenke können sich verformen oder in ihrer Funktion eingeschränkt bleiben. Auch Wachstumsstörungen sind möglich, wenn die Entzündung das Knochenwachstum beeinflusst. Manche Kinder entwickeln eine geringere Knochendichte, was später Knochenbrüche begünstigt. Wenn die Augen betroffen sind, kann es zu Sehstörungen kommen. Die Erkrankung beeinflusst häufig stark den Alltag, etwa durch Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und häufige Arztbesuche. Auch psychisch kann die Belastung groß sein, besonders wenn die Krankheit lange anhält oder die Schule oft versäumt wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Vermutlich spielt eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine zentrale Rolle. Infektionen könnten eine Reaktion auslösen, bei der das Immunsystem körpereigene Gelenkstrukturen angreift. Auch eine familiäre Belastung scheint eine Rolle zu spielen. Die Erkrankung tritt häufiger bei Mädchen auf. Umweltfaktoren wie Stress oder bestimmte Erreger könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Eine klare Vorbeugung ist bisher nicht möglich.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann entzündungshemmende Medikamente verschreiben, um die Beschwerden zu lindern und Gelenkschäden zu verhindern. Dazu gehören spezielle Rheumamedikamente, manchmal auch Kortison. Auch Physiotherapie und Ergotherapie spielen eine wichtige Rolle, um die Beweglichkeit zu erhalten.
Was man selbst tun kann: Eltern können darauf achten, dass das Kind sich regelmäßig bewegt, aber nicht überfordert wird. Eine ausgewogene Ernährung und ein geregelter Alltag helfen ebenfalls. Wenn die Beschwerden zunehmen, neue künstliche Gelenke betroffen sind oder Fieber auftritt, sollte unbedingt ärztliche Hilfe gesucht werden. Die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist oder die Entzündung nicht zurückgeht.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Injektionslösung in einer Fertigspritze — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 14374980
- Darreichungsform:
- Injektionslösung in einer Fertigspritze (Injektionslösung in einer Fertigspritze)
- Packungsgröße:
- 12 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 7,5 mg
- Marke:
- MTX-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Beipackzettel:
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Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Anwendung sollte nur durch Fachpersonal bzw. nach deren Anleitung erfolgen. Wenn Sie das Arzneimittel selbst anwenden, wird Ihr Arzt Sie in die korrekte Injektionstechnik einweisen und Sie bei der ersten Injektion überwachen.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Veränderungen des Blutbildes, Knochenmarkstörungen mit Blutbildungsstörungen, Schleimhautentzündungen, Entzündungen und Geschwüre der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt und Blutungen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Das Arzneimittel darf nur einmal wöchentlich angewendet werden.
Anwendungsgebiete
- Schwere, aktive rheumatische Gelenkentzündung (Arthritis)
- Schwere rheumatische Gelenkentzündung (Polyarthritis) im Kindesalter
- Schwere Schuppenflechte (Psoriasis)
- Schwere akute Gelenkentzündung bei Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis)
- Leichte bis mittlere Darmentzündung (Morbus Crohn)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Methotrexat hindert Zellen daran zu wachsen, indem er die Bildung von Erbinformationen (Desoxyribonukleinsäure-DNA) behindert. Dies betrifft vor allem schnell wachsende Zellen, wie Krebszellen. Weiterhin unterdrückt Methotrexat das körpereigene Immunsystem und hat entzündungshemmende Eigenschaften.
Nebenwirkungen
- Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
- Verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Husten
- Appetitlosigkeit
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Geschwür im Mund
- Erhöhte Leberwerte (ALAT, AST)
- Erhöhte alkalische Phosphatase
- Vermehrter Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Verminderte Nierenausscheidung von Kreatinin
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Verdauungsbeschwerden
- Gürtelrose (Herpes zoster-Infektion)
- Blutarmut (Anämie)
- Verminderung der Anzahl aller Blutkörperchen (Panzytopenie)
- Knochenmarkstörung mit Blutbildungsstörung (Knochenmarkdepression)
- Stark verminderte Zahl an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)
- Benommenheit
- Missempfindungen
- Bindehautentzündung
- Das Lungenbindegewebe betreffende Lungenentzündung
- Entzündung der Lungenbläschen, die tödlich verlaufen kann
- Hautausschlag
- Entzündliche Hautrötung (Erythem)
- Juckreiz (Pruritus)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Geschwüre der Haut
- Erschöpfung
- Lungenentzündung
- Erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen in der Lunge
- Bei Immunschwäche auftretende Infektion, die tödlich verlaufen kann
- Vergrößerung der Lymphknoten (Lymphom)
- Allergische Reaktion
- Kreislaufversagen durch eine allergische Reaktion (Anaphylaktischer Schock)
- Medikamentöse Immunschwäche (Immunsuppression)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Depression
- Leichte Muskelerschlaffung auf einer Körperhälfte
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Gefäßentzündung (Vaskulitis)
- Gefäßentzündung (allergisch)
- Lungenvernarbung (Lungenfibrose)
- Brustfellerguss
- Geschwür im Magen-Darm-Trakt
- Blutung im Magen-Darm-Bereich
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Leberschädigung
- Fettleber
- Leberfibrose
- Leberzirrhose (Schädigung des Lebergewebes)
- Verminderte Konzentration von Albumin im Blut
- Autoimmune Entzündung der Haut mit Blasen (herpetiforme Dermatitis)
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)
- Nesselausschlag
- Verstärkte Hautfärbung durch mehr Hautfarbstoff (Hyperpigmentierung)
- Rheumaknoten
- Schmerzhafte Hautveränderungen von Schuppenflechte-Plaques
- Gestörte Wundheilung
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Osteoporose
- Nierenkrankheit
- Nierenversagen
- Chronische Harnblasenentzündung
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Störungen beim Wasserlassen
- Schmerzhafte oder erschwerte Harnblasenentleerung
- Verminderte Urinausscheidung
- Fehlende Urinausscheidung
- Fetale Missbildung
- Geschwür (Ulkus) der Scheide
- Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane und Vagina (vulvovaginale Entzündung)
- Fieber
- Harnblasenentzündung
- Virale Hirninfektion mit Funktionseinschränkungen (Leukoenzephalopathie)
- Hirnerkrankung
- Halsentzündung
- Dünndarmentzündung
- Eingeschränkte Nierenfunktion
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Stark eingeschränkte Leberfunktion
- Alkoholsucht
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Veränderung des Blutbildes, vorbestehend
- Schwere, akute oder chronische Infektionen
- Immunschwäche
- Geschwür im Mund
- Geschwür im Magen-Darm-Trakt
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 3 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten: Die Behandlung sollte mit Ihrem Arzt gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden, z.B. durch engmaschige Kontrollen. Die erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen des Arzneimittels können in dieser Gruppe verstärkt oder abgeschwächt auftreten.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
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Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
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Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung innerhalb der nächsten Stunde verbraucht werden!
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Bei Männern im zeugungsfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Das Blutbild muss während der gesamten Behandlung und ggf. nach Beendigung der Behandlung überwacht werden.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Geschwüre der Mundschleimhaut, Durchfälle, Bluterbrechen, Schwarzfärbung des Stuhls oder Blut im Stuhl auftreten.
Chronische Polyarthritis
Was ist das? - Definition Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Im deutschsprachigen Raum spricht man auch von der chronischen Polyarthritis. Chronisch bedeutet, dass die Krankheit lange andauert. Poly leitet sich vom griechischen Wort für viel ab und meint hier: Die Krankheit betrifft eine Vielzahl von Gelenken.
Krankheitsbild
Die chronische Polyarthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankungen. Die Erkrankung betrifft häufig Hände, Knie, Schultern oder Füße und verläuft meist schubweise. Das bedeutet: Es wechseln sich Phasen mit starken Beschwerden und ruhigere Zeiten ab. Anders als bei Arthrose, bei der der Gelenkknorpel abgenutzt wird, greift bei Arthritis das Immunsystem körpereigenes Gewebe an.
Chronischen Polyarthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt aber oft zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Symptome und Verlauf
Typisch für die chronischen Polyarthritis sind Gelenkschmerzen, die oft schleichend beginnen. Die betroffenen Gelenke sind meist geschwollen, überwärmt und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Besonders nach Ruhephasen fühlen sie sich steif an, die sogenannte Morgensteifigkeit kann über eine halbe Stunde andauern.
Weitere Beschwerden können Kraftverlust, Müdigkeit oder leichtes Fieber sein. Im Verlauf können mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen sein. Ohne Behandlung kann die Entzündung zu dauerhaften Schäden führen.
Die Erkrankung verläuft oft in Schüben. Ein Schub kann wenige Tage oder mehrere Wochen dauern. In schweren Fällen können auch Organe wie Herz, Lunge oder Augen betroffen sein. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden. Obwohl Ärzte die genaue Ursache der Erkrankung weiter nicht kennen, hat sich der Verlauf für viele Patienten heute deutlich verbessert.
Folgen und Komplikationen
Bleibt die chronische Polyarthritis unbehandelt, kann sie zu bleibenden Schäden an Gelenken führen. Knorpel und Knochen werden angegriffen, Gelenke verformen sich und verlieren ihre Funktion. In schweren Fällen droht eine starke Bewegungseinschränkung bis hin zur Pflegebedürftigkeit.
Auch die Lebensqualität leidet: Schmerzen, Müdigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit können den Alltag stark belasten. Deshalb ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen von einer chronischen Polyarthritis sind vielfältig. Häufig liegt eine Autoimmunreaktion vor. Das Immunsystem greift irrtümlich die Gelenkinnenhaut an. Auch Infektionen, Stoffwechselstörungen oder mechanische Reize können eine Entzündung auslösen. Zu den Risikofaktoren zählen:
- -Familiäre Veranlagung
- -Rauchen
- -Übergewicht
- -Chronischer Stress
- -Ungesunde Ernährung
- -Bewegungsmangel
Wer diese Faktoren meidet und das Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil stärkt, kann den Verlauf einer chronischen Polyarthritis positiv beeinflussen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Der Arzt stellt die Diagnose durch Untersuchung, Bluttests und Bildgebung. Es kommen in der Regel Medikamente zum Einsatz, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Dazu zählen unter anderem Kortison und moderne Rheumamedikamente, sogenannte Biologika.
Was man selbst tun kann:
Eine entzündungshemmende Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressabbau helfen, Beschwerden zu lindern. Auch Wärme- oder Kälteanwendungen und pflanzliche Präparate können unterstützen. Bei der Auswahl berät die Apotheke. Ergotherapie und Alltagshilfen erleichtern das Leben mit Arthritis. Wenn Gelenkschmerzen länger anhalten, sich verschlimmern oder mehrere Gelenke betroffen sind, sollte man nicht allein auf Hausmittel setzen. Spätestens bei Schwellungen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen ist ärztlicher Rat notwendig. Nur eine frühzeitige Behandlung kann Folgeschäden verhindern.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Aktivierte rheumatoide Arthritis
Was ist das? - Definition Die aktivierte rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Phase innerhalb der chronischen Gelenkerkrankung rheumatoide Arthritis. In dieser Phase sind die Beschwerden besonders stark ausgeprägt. Es kommt zu einem akuten Schub.
Krankheitsbild
Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Gelenkstrukturen angreift. Die Erkrankung verläuft in Schüben. In einer aktivierten Phase ist die Entzündung besonders aktiv. Das bedeutet, dass die betroffenen Gelenke stärker schmerzen, anschwellen und sich warm anfühlen.
Meist trifft ein Schub mehrere Gelenke gleichzeitig. Oft geschieht die symmetrisch, also zum Beispiel an beiden Handgelenken oder beiden Knien. Die Entzündung betrifft vor allem die Gelenkinnenhaut, kann aber auch auf andere Strukturen übergreifen.
Symptome/Verlauf
Typisch für eine aktivierte Phase sind starke Schmerzen in den Gelenken, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Die sogenannte Morgensteifigkeit kann über eine Stunde anhalten. Dies bezeichnet eine eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke nach dem Aufwachen. Die Gelenke sind geschwollen, gerötet und fühlen sich warm an. Viele Betroffene berichten auch über allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber.
Die Symptome können über Tage oder Wochen anhalten und sich dann wieder bessern. Zwischen den Schüben kann es Phasen mit nur geringen oder gar keinen Beschwerden geben. Die Häufigkeit und Dauer der aktivierten Phasen sind individuell sehr unterschiedlich.
Folgen/Komplikationen
Wenn die aktivierten Phasen häufig auftreten oder unbehandelt bleiben, drohen bleibende Schäden an den Gelenken. Die Entzündung greift dann Knorpel und Knochen an, was mitunter zu Verformungen und Bewegungseinschränkungen führt. In schweren Fällen greift die Erkrankung auch andere Organe wie Herz, Lunge oder Augen an. Die Lebensqualität kann durch Schmerzen, Erschöpfung und eingeschränkte Beweglichkeit stark beeinträchtigt werden. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist daher besonders wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Vermutlich spielen genetische Faktoren eine Rolle. Auch Umweltfaktoren wie Rauchen oder bestimmte Infektionen können das Risiko erhöhen. Stress, hormonelle Veränderungen oder eine unzureichende Behandlung lösen in vielen Fällen einen Schub aus. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen auf und beginnt meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, kann aber auch früher oder später auftreten.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: In einer aktivierten Phase verschreiben Ärzte oft entzündungshemmende Arzneimittel, zum Beispiel Kortison oder spezielle Rheumamedikamente. Diese sollen die Entzündung schnell eindämmen und Schmerzen lindern. Auch Kälteanwendungen oder gezielte Bewegungsübungen können helfen. Wichtig: die Gelenke nicht zu überlasten, aber auch nicht völlig ruhigzustellen.
Was man selbst tun kann: Eine ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und regelmäßige Bewegung können zur Stabilisierung beitragen. Wenn die Beschwerden stark auftreten, länger anhalten oder sie neue künstliche Gelenke betreffen, sollte man unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Generell sind die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Schmerzen zunehmen, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist oder Fieber auftritt.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Biesalski et al, Ernährungsmedizin, Thieme, (2007) - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Niethard u.a., Orthopädie, Thieme, (2005) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Juvenile chronische Arthritis
Was ist das? - Definition Die juvenile chronische Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die bei Kindern unter 16 Jahren beginnt und länger als sechs Wochen anhält. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Sie kann verschiedene Gelenke und manchmal auch andere Organe betreffen.
Krankheitsbild
Die juvenile chronische Arthritis, heute meist als juvenile idiopathische Arthritis bezeichnet, umfasst mehrere Formen von Gelenkentzündungen bei Kindern. Sie beginnt vor dem 16. Lebensjahr und dauert mindestens sechs Wochen. Die Erkrankung kann nur wenige Gelenke betreffen oder viele gleichzeitig. In manchen Fällen zieht sie auch innere Organe oder die Augen in Mitleidenschaft. Die Ursache kennen Forscher, wie bei sämtlichen rheumatischen Erkrankungen, bislang noch nicht. Was feststeht: Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift, in diesem Fall die Gelenkinnenhaut. Die Erkrankung verläuft meist chronisch und in Schüben.
Symptome/Verlauf
Kinder mit juvenilem Rheuma leiden oft unter anderen Beschwerden als Erwachsene. Typisch sind geschwollene, warme und schmerzende Gelenke. Besonders morgens fällt die Bewegung schwer. Manche Kinder humpeln oder vermeiden bestimmte Bewegungen. Auch allgemeine Symptome wie Fieber, Müdigkeit oder Hautausschläge können auftreten. Die Beschwerden ziehen sich oft über Wochen oder Monate hin. In manchen Fällen verläuft die Erkrankung mild, in anderen kommt es zu wiederkehrenden Schüben. Je nach Form der Erkrankung sind unterschiedliche Gelenke betroffen; manchmal nur ein Knie, manchmal viele Gelenke gleichzeitig. Auch die Augen können sich entzünden. Das bleibt oft unbemerkt und erfordert deswegen regelmäßige Kontrollen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die juvenile chronische Arthritis zu bleibenden Schäden führen. Gelenke können sich verformen oder in ihrer Funktion eingeschränkt bleiben. Auch Wachstumsstörungen sind möglich, wenn die Entzündung das Knochenwachstum beeinflusst. Manche Kinder entwickeln eine geringere Knochendichte, was später Knochenbrüche begünstigt. Wenn die Augen betroffen sind, kann es zu Sehstörungen kommen. Die Erkrankung beeinflusst häufig stark den Alltag, etwa durch Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und häufige Arztbesuche. Auch psychisch kann die Belastung groß sein, besonders wenn die Krankheit lange anhält oder die Schule oft versäumt wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Vermutlich spielt eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine zentrale Rolle. Infektionen könnten eine Reaktion auslösen, bei der das Immunsystem körpereigene Gelenkstrukturen angreift. Auch eine familiäre Belastung scheint eine Rolle zu spielen. Die Erkrankung tritt häufiger bei Mädchen auf. Umweltfaktoren wie Stress oder bestimmte Erreger könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Eine klare Vorbeugung ist bisher nicht möglich.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann entzündungshemmende Medikamente verschreiben, um die Beschwerden zu lindern und Gelenkschäden zu verhindern. Dazu gehören spezielle Rheumamedikamente, manchmal auch Kortison. Auch Physiotherapie und Ergotherapie spielen eine wichtige Rolle, um die Beweglichkeit zu erhalten.
Was man selbst tun kann: Eltern können darauf achten, dass das Kind sich regelmäßig bewegt, aber nicht überfordert wird. Eine ausgewogene Ernährung und ein geregelter Alltag helfen ebenfalls. Wenn die Beschwerden zunehmen, neue künstliche Gelenke betroffen sind oder Fieber auftritt, sollte unbedingt ärztliche Hilfe gesucht werden. Die Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist oder die Entzündung nicht zurückgeht.
Bearbeitungsstand: 09.01.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.