NEOTIGASON 10 Hartkapseln
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Pharmazeutische Informationen
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 12151649
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Hartkapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Marke:
- NEOTIGASON
- Hersteller:
- Orifarm GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Milch) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Reizbarkeit und Juckreiz. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Behandlungsbeginn (die ersten 2. bis 4. Woche der Therapie):
Folgebehandlung: Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Schwere Schuppenflechte (Psoriasis)
- Stark gerötete Schuppenflechte (Psoriasis) am ganzen Körper
- Eitrigen Pusteln bei Schuppenflechte (Psoriasis)
- Hautentzündung an Hand und Fuß mit Hautrissen und Rötung (Hand- und Fußekzem)
- Starke, vereinzelte Pustelbildung bei Schuppenflechte (Psoriasis)
- Schwere Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis)
- Erbliche Verhornungsstörung der Haut (Morbus Darier)
- Stachelflechte (Pityriasis rubra pilaris)
- Knötchenflechte (Lichen ruber planus)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 3 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Acitretin ist ein Vitamin A-Abkömmling und gehört zur Gruppe der Retinoide. Wie Vitamin A normalisiert Acitretin das Wachstum und die Differenzierung von Haut- und Schleimhautzellen und senkt eine erhöhte Zellteilungsrate. Durch Eingriff in die Keratinbildung wird zudem die Hornschicht aufgelockert und oberflächliche Zellen können leichter abgeschilfert werden. Zudem beeinflussen Retinoide das Immunsystem und haben eine entzündungshemmende Wirkung.
Nebenwirkungen
- Bindehautentzündung
- Trockenes Auge (Xerophthalmie)
- Kontaktlinsenunverträglichkeit
- Nasenbluten
- Schnupfen
- Mundtrockenheit
- Durstgefühl
- Lippenentzündung
- Juckreiz (Pruritus)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Hautschuppung bzw. -abschälung (Exfoliation)
- Erhöhte Hautempfindlichkeit/-Verletzlichkeit
- Klebrige Haut
- Hautentzündung
- Brüchige Nägel
- Nagelwallentzündung
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Abweichende Leberfunktionswerte
- Erhöhte Leberwerte (Transaminasen)
- Erhöhte alkalische Phosphatase
- Veränderte Blutfettwerte
- Erhöhte Blutfettwerte
- Erhöhtes Cholesterin
- Kopfschmerzen
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, wie:
- - Bauchschmerzen
- - Durchfall
- - Übelkeit
- - Erbrechen
- - Verdauungsbeschwerden
- Haarstrukturveränderung
- Rissige Haut
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Wassereinlagerung an Armen und Beinen (periphere Ödeme)
- Kältegefühl
- Schwindelgefühl
- Verschwommenes Sehen
- Nachtblindheit
- Zahnfleischentzündung
- Störung des Geschmacksempfindens
- Leberentzündung
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Blasen (bullöse Dermatitis)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Knochenschmerzen
- Flüchtige, spontane Hautrötung der Wangen mit Hitzegefühl (Flush)
- Schläfrigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schwere Leberfunktionsstörung
- Schwere Nierenfunktionsstörung
- Chronisch erhöhte Blutfette
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, es sei denn, dass alle Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt sind.
Ihr Arzt wird Sie vor Beginn der Behandlung ausführlich beraten.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Glucose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Psoriasis
Was ist das? - Definition Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der sich Hautzellen viel schneller erneuern als normal. Dadurch entstehen schuppige, gerötete Hautstellen, oft an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut oder Rücken. Die Krankheit verläuft meist in Schüben und ist nicht ansteckend. Sie kann auch Gelenke betreffen (Psoriasis-Arthritis) und tritt häufig zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erstmals auf.
Krankheitsbild
Psoriasis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. In Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung zeigt sich meist durch scharf begrenzte, schuppende Hautstellen. Diese sogenannten Plaques entstehen, weil sich die Hautzellen viel zu schnell erneuern. Die Haut wird dadurch dick, trocken und entzündet.
Es gibt verschiedene Formen der Psoriasis, darunter die klassische Psoriasis vulgaris mit typischen Plaques (verdickte und verhornte Oberhaut). Zu den weiteren Varianten zählen die Tropfen-Psoriasis (Psoriasis guttata) mit vielen kleinen Herden, die Psoriasis inversa in Hautfalten, die seltene Psoriasis pustulosa mit eitrigen Bläschen sowie die schwere Psoriasis erythrodermica mit großflächiger Hautentzündung. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen befällt die Krankheit auch die Gelenke, man spricht dann von Psoriasis-Arthritis.
Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Sie verläuft meist chronisch und in Schüben.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten oft schubweise auf. Typische Hautsymptome sind gerötete, schuppende Hautstellen, Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl sowie trockene, rissige Haut. Besonders häufig betroffen: die Kopfhaut, Ellenbogen, Knie und der untere Rücken.
Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen Nagelveränderungen wie Grübchen oder Verdickungen, Gelenkschmerzen und Morgensteifigkeit sowie in seltenen Fällen großflächige Hautentzündungen. Die Symptome können kosmetisch belastend sein und zu sozialem Rückzug führen.
Der Verlauf ist individuell: Manche haben über Jahre nur kleine Herde, andere großflächige Hautveränderungen oder Gelenkbeschwerden. Zwischen den akuten Phasen können die Beschwerden deutlich zurückgehen oder ganz verschwinden. Neue Schübe lösen oft Stress, Infekte, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente aus.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann Psoriasis zu dauerhaften Hautveränderungen und Gelenkschäden führen. Die Psoriasis-Arthritis kann die Beweglichkeit einschränken und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Psychische Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen kommen häufig vor, besonders wenn die Hautveränderungen sichtbar sind und das Selbstbild beeinflussen. Bei schweren Formen wie Psoriasis erythrodermica besteht sogar Lebensgefahr durch Flüssigkeitsverlust und Infektionen. Hier ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig.
Ursachen/Risikofaktoren
0Psoriasis entsteht durch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die Hautzellen teilen sich zu schnell, was zu Entzündungen und Schuppenbildung führt. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einer Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Auslösern aus.
1Was Psoriasis begünstigen oder verschlimmern kann:
- Genetische Veranlagung
- Infektionen, besonders mit Streptokokken
- Stress
- Hautverletzungen wie Kratzen oder Sonnenbrand
- Medikamente wie Betablocker oder Lithium
- Hormonelle Veränderungen
- Übergewicht, Alkohol und Rauchen
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Schweregrad kommen Cremes mit Kortison oder Vitamin-D3, Lichttherapie oder Medikamente wie Methotrexat oder Biologika zum Einsatz. Bei Gelenkbeteiligung erfolgt oft eine Zusammenarbeit mit der Rheumatologie.
Was man selbst tun kann: Eine regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes, Stressabbau, gesunde Ernährung, Bewegung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol können den Verlauf positiv beeinflussen. Wenn die Haut großflächig betroffen ist, Gelenkschmerzen auftreten oder die Beschwerden stark belasten, sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis oder schweren Formen wie Psoriasis erythrodermica ist eine medizinische Behandlung unverzichtbar.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ekzem
Was ist das? - Definition Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die mit Rötung, Juckreiz und häufig auch Nässen oder Schuppung einhergeht. Der Begriff "Ekzem" beschreibt dabei kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine typische Entzündungsreaktion der Haut, die durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden kann. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen. Allen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen macht.
Krankheitsbild
Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die sich durch Rötung, Juckreiz, Nässen, Bläschen oder Schuppung äußern kann. Der Begriff bezeichnet kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein typisches Entzündungsmuster der Haut, das durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst wird. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen.
Zu den häufigsten Ekzemformen zählen beispielsweise:
- Atopisches Ekzem oder Neurodermitis: Diese Form beruht auf einer angeborenen Störung der Hautbarriere und tritt oft bereits im Kindesalter auf. Die Haut ist sehr trocken, empfindlich und juckt stark. Typisch sind schubweise Verläufe. Häufig besteht eine familiäre Neigung zu Allergien, Asthma oder Heuschnupfen.
- Kontaktekzem: Ein Kontaktekzem entsteht durch direkten Hautkontakt mit auslösenden Stoffen. Man unterscheidet das irritative Kontaktekzem, z. B. durch häufiges Händewaschen, Reinigungsmittel oder Chemikalien, und das allergische Kontaktekzem, bei dem das Immunsystem auf bestimmte Stoffe wie Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel reagiert. Die Hautveränderungen treten meist genau dort auf, wo der Kontakt bestand.
- Seborrhoisches Ekzem: Diese Form betrifft vor allem fett
- und talgdrüsenreiche Hautareale wie Kopfhaut, Gesicht, speziell Augenbrauen oder Nasenflügel, oder Brustbereich. Typisch sind rötliche, schuppende Hautveränderungen, oft mit gelblichen Schuppen. Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Säuglingen auf und wird dann auch Kopfgneis genannt. Es kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.
- Stauungsekzem oder variköses Ekzem: Diese Ekzemform entsteht infolge einer chronischen Venenschwäche, meist an den Unterschenkeln. Durch den gestörten Blutabfluss kommt es zu Hautentzündung, Rötung, Schuppung und Juckreiz. Unbehandelt kann sich das Ekzem verschlimmern und zu schlecht heilenden Wunden führen.
Allen Ekzemformen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut anfälliger für Reizstoffe, Entzündungen und Infektionen macht. Die genaue Ausprägung, der Verlauf und die Behandlung unterscheiden sich jedoch je nach Ekzemtyp deutlich.
Symptome / Verlauf
Ekzeme zeigen sich meist durch eine gerötete, entzündete Haut, die stark jucken kann. Je nach Stadium und Verlauf können unterschiedliche Hautveränderungen auftreten. In der akuten Phase kommt es häufig zu Rötung, Schwellung, Nässen und kleinen Bläschen. Diese können aufplatzen und Krusten bilden.
Im chronischen Verlauf verdickt sich die Haut oft, wird trocken, schuppig und rau. Typisch ist eine Lichenifikation, das ist eine flächenhafte lederartige Verdickung der Haut, die unter anderem durch häufiges Kratzen entsteht. Der Juckreiz kann sehr belastend sein und durch Kratzen die Entzündung weiter verstärken.
Der Verlauf eines Ekzems ist häufig schubweise: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab. Welche Hautareale betroffen sind, hängt von der Ekzemform ab. Häufig sind Hände, Arme, Gesicht, Hals oder Hautfalten beteiligt.
Folgen / Komplikationen
Ein Ekzem ist in der Regel nicht gefährlich, kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Anhaltender Juckreiz, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Schübe sind für viele Betroffene sehr belastend.
Durch Kratzen kann die Hautbarriere weiter geschädigt werden. Dadurch steigt das Risiko für sekundäre Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen. Bei chronischem Verlauf kann es zu dauerhaften Hautveränderungen kommen, etwa Verdickungen oder Pigmentverschiebungen. Narben sind eher selten und entstehen meist nur bei schweren oder komplizierten Verläufen.
Ursachen / Risikofaktoren
Ekzeme entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine zentrale Rolle spielt eine gestörte Hautbarriere, durch die Feuchtigkeit verloren geht und Reizstoffe leichter eindringen können.
Mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:
- Genetische Veranlagung, insbesondere bei atopischem Ekzem
- Reizstoffe wie häufiges Waschen, Seifen, Reinigungsmittel oder Chemikalien
- Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, z. B. Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel
- Trockene Haut, Kälte oder geringe Luftfeuchtigkeit
- Stress, der Schübe auslösen oder verstärken kann
- Hormonelle Faktoren oder bestehende Hauterkrankungen
Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend sind, unterscheidet sich von Person zu Person.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung eines Ekzems richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Verlauf. Ärzte setzen je nach Situation entzündungshemmende Cremes oder Salben ein, häufig auch kortisonhaltige Präparate, diese jedoch zeitlich begrenzt und gezielt.
Das kann man selbst tun: Eine zentrale Rolle spielt die konsequente Basispflege: rückfettende, unparfümierte Pflegeprodukte helfen, die Hautbarriere zu stabilisieren und Schübe zu verhindern. Wichtig ist außerdem, individuelle Auslöser zu erkennen und zu meiden, etwa bestimmte Kosmetika oder Reizstoffe.
Betroffene selbst können unterstützen, indem sie die Haut schonend reinigen, nicht zu heiß baden oder duschen, Kratzen möglichst vermeiden und auf eine regelmäßige Pflege achten. Bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden ist eine dermatologische Betreuung sinnvoll.
Bearbeitungsstand: 18.03.2026
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ichthyosis
Was ist das? - Definition Ichthyosis ist eine Gruppe seltener genetisch bedingter Hauterkrankungen, bei denen sich die oberste Hautschicht stark verdickt und vermehrt schuppt. Die Haut kann trocken rau und oft rissig erscheinen. Die Ausprägung reicht von milden Formen bis zu schweren Varianten, die bereits bei der Geburt auftreten.
Krankheitsbild
Eine Ichthyosis zeigt sich typischerweise durch trockene und schuppende Haut, die an Fischschuppen erinnert. Die Schuppung kann fein oder grob sein. Sie betrifft je nach Form große Teile des Körpers. Bei manchen Betroffenen sind Arme, Beine und der Rumpf besonders ausgeprägt betroffen. Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit als normal, wodurch Spannungsgefühl und Reizbarkeit der betroffenen Stellen zunehmen.
Zu den typischen Merkmalen zählen:n
- trockene gespannte Haut
- größere Schuppenfelder, die sich langsam erneuern
- rissige und empfindliche Bereiche
Symptome/Verlauf
Die Erkrankung entwickelt sich meist früh und bleibt lebenslang bestehen. Bei erblichen Formen zeigen sich die Symptome oft schon im Säuglingsalter. Im Verlauf kann die Haut immer wieder Phasen mit starker Austrocknung und vermehrter Schuppenbildung durchlaufen. Kalte und trockene Tage verschlimmern häufig die Beschwerden. Manche Betroffene erleben zudem Juckreiz oder leichte Entzündungsreaktionen. Die Symptome können je nach Form der Ichthyosis stabil bleiben oder sich mit dem Alter verändern.
Folgen/Komplikationen
Bei schweren Ausprägungen kann die verringerte Elastizität der Haut zu tiefen Rissen führen, die Schmerzen verursachen und Infektionen begünstigen. Eine starke Verhornung kann die Beweglichkeit einschränken, etwa an Ellbogen Knien oder Fingern. Bei ausgeprägtem Feuchtigkeitsverlust besteht ein erhöhtes Risiko für Entzündungen und Hautreizungen. Manche Formen können zudem die Schweißbildung beeinträchtigen, wodurch die Temperaturregulation erschwert wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die meisten Ichthyosisformen sind erblich bedingt. Mutationen in bestimmten Genen stören die normale Bildung und Reifung der Hautzellen. In seltenen Fällen treten die Hautveränderungen als Folge anderer Erkrankungen auf, zum Beispiel bei Stoffwechsel- oder Schilddrüsenstörungen. Zu den wichtigen Risikofaktoren zählen neben der erblichen Veranlagung bereits bestehende innere Erkrankungen, die die Haut beeinflussen können. Sehr trockene Luft verstärkt die Beschwerden oft zusätzlich.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er empfiehlt meist feuchtigkeitsbindende und hornlösende Wirkstoffe wie Harnstoff oder Milchsäure, die die Haut geschmeidiger machen.
Das kann man selbst tun: Zu Hause helfen regelmäßiges Eincremen und sanftes Entfernen lockerer Schuppen sowie das Vermeiden trockener Raumluft. Grenzen sind erreicht, wenn Schmerzen Entzündungen, offene Stellen oder plötzliche Verschlechterungen auftreten. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Hartkapseln — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 12151649
- Darreichungsform:
- Hartkapseln (Hartkapseln)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Marke:
- NEOTIGASON
- Hersteller:
- Orifarm GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Milch) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Reizbarkeit und Juckreiz. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Behandlungsbeginn (die ersten 2. bis 4. Woche der Therapie):
Folgebehandlung: Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Schwere Schuppenflechte (Psoriasis)
- Stark gerötete Schuppenflechte (Psoriasis) am ganzen Körper
- Eitrigen Pusteln bei Schuppenflechte (Psoriasis)
- Hautentzündung an Hand und Fuß mit Hautrissen und Rötung (Hand- und Fußekzem)
- Starke, vereinzelte Pustelbildung bei Schuppenflechte (Psoriasis)
- Schwere Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis)
- Erbliche Verhornungsstörung der Haut (Morbus Darier)
- Stachelflechte (Pityriasis rubra pilaris)
- Knötchenflechte (Lichen ruber planus)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 3 Kapseln, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff Acitretin ist ein Vitamin A-Abkömmling und gehört zur Gruppe der Retinoide. Wie Vitamin A normalisiert Acitretin das Wachstum und die Differenzierung von Haut- und Schleimhautzellen und senkt eine erhöhte Zellteilungsrate. Durch Eingriff in die Keratinbildung wird zudem die Hornschicht aufgelockert und oberflächliche Zellen können leichter abgeschilfert werden. Zudem beeinflussen Retinoide das Immunsystem und haben eine entzündungshemmende Wirkung.
Nebenwirkungen
- Bindehautentzündung
- Trockenes Auge (Xerophthalmie)
- Kontaktlinsenunverträglichkeit
- Nasenbluten
- Schnupfen
- Mundtrockenheit
- Durstgefühl
- Lippenentzündung
- Juckreiz (Pruritus)
- Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
- Hautschuppung bzw. -abschälung (Exfoliation)
- Erhöhte Hautempfindlichkeit/-Verletzlichkeit
- Klebrige Haut
- Hautentzündung
- Brüchige Nägel
- Nagelwallentzündung
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Abweichende Leberfunktionswerte
- Erhöhte Leberwerte (Transaminasen)
- Erhöhte alkalische Phosphatase
- Veränderte Blutfettwerte
- Erhöhte Blutfettwerte
- Erhöhtes Cholesterin
- Kopfschmerzen
- Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
- Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, wie:
- - Bauchschmerzen
- - Durchfall
- - Übelkeit
- - Erbrechen
- - Verdauungsbeschwerden
- Haarstrukturveränderung
- Rissige Haut
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Wassereinlagerung an Armen und Beinen (periphere Ödeme)
- Kältegefühl
- Schwindelgefühl
- Verschwommenes Sehen
- Nachtblindheit
- Zahnfleischentzündung
- Störung des Geschmacksempfindens
- Leberentzündung
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Blasen (bullöse Dermatitis)
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Knochenschmerzen
- Flüchtige, spontane Hautrötung der Wangen mit Hitzegefühl (Flush)
- Schläfrigkeit
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Schwere Leberfunktionsstörung
- Schwere Nierenfunktionsstörung
- Chronisch erhöhte Blutfette
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, es sei denn, dass alle Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt sind.
Ihr Arzt wird Sie vor Beginn der Behandlung ausführlich beraten.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nur unter strikter medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Glucose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Psoriasis
Was ist das? - Definition Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der sich Hautzellen viel schneller erneuern als normal. Dadurch entstehen schuppige, gerötete Hautstellen, oft an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut oder Rücken. Die Krankheit verläuft meist in Schüben und ist nicht ansteckend. Sie kann auch Gelenke betreffen (Psoriasis-Arthritis) und tritt häufig zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erstmals auf.
Krankheitsbild
Psoriasis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. In Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung zeigt sich meist durch scharf begrenzte, schuppende Hautstellen. Diese sogenannten Plaques entstehen, weil sich die Hautzellen viel zu schnell erneuern. Die Haut wird dadurch dick, trocken und entzündet.
Es gibt verschiedene Formen der Psoriasis, darunter die klassische Psoriasis vulgaris mit typischen Plaques (verdickte und verhornte Oberhaut). Zu den weiteren Varianten zählen die Tropfen-Psoriasis (Psoriasis guttata) mit vielen kleinen Herden, die Psoriasis inversa in Hautfalten, die seltene Psoriasis pustulosa mit eitrigen Bläschen sowie die schwere Psoriasis erythrodermica mit großflächiger Hautentzündung. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen befällt die Krankheit auch die Gelenke, man spricht dann von Psoriasis-Arthritis.
Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Sie verläuft meist chronisch und in Schüben.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten oft schubweise auf. Typische Hautsymptome sind gerötete, schuppende Hautstellen, Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl sowie trockene, rissige Haut. Besonders häufig betroffen: die Kopfhaut, Ellenbogen, Knie und der untere Rücken.
Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen Nagelveränderungen wie Grübchen oder Verdickungen, Gelenkschmerzen und Morgensteifigkeit sowie in seltenen Fällen großflächige Hautentzündungen. Die Symptome können kosmetisch belastend sein und zu sozialem Rückzug führen.
Der Verlauf ist individuell: Manche haben über Jahre nur kleine Herde, andere großflächige Hautveränderungen oder Gelenkbeschwerden. Zwischen den akuten Phasen können die Beschwerden deutlich zurückgehen oder ganz verschwinden. Neue Schübe lösen oft Stress, Infekte, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente aus.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann Psoriasis zu dauerhaften Hautveränderungen und Gelenkschäden führen. Die Psoriasis-Arthritis kann die Beweglichkeit einschränken und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Psychische Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen kommen häufig vor, besonders wenn die Hautveränderungen sichtbar sind und das Selbstbild beeinflussen. Bei schweren Formen wie Psoriasis erythrodermica besteht sogar Lebensgefahr durch Flüssigkeitsverlust und Infektionen. Hier ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig.
Ursachen/Risikofaktoren
0Psoriasis entsteht durch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die Hautzellen teilen sich zu schnell, was zu Entzündungen und Schuppenbildung führt. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einer Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Auslösern aus.
1Was Psoriasis begünstigen oder verschlimmern kann:
- Genetische Veranlagung
- Infektionen, besonders mit Streptokokken
- Stress
- Hautverletzungen wie Kratzen oder Sonnenbrand
- Medikamente wie Betablocker oder Lithium
- Hormonelle Veränderungen
- Übergewicht, Alkohol und Rauchen
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Schweregrad kommen Cremes mit Kortison oder Vitamin-D3, Lichttherapie oder Medikamente wie Methotrexat oder Biologika zum Einsatz. Bei Gelenkbeteiligung erfolgt oft eine Zusammenarbeit mit der Rheumatologie.
Was man selbst tun kann: Eine regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes, Stressabbau, gesunde Ernährung, Bewegung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol können den Verlauf positiv beeinflussen. Wenn die Haut großflächig betroffen ist, Gelenkschmerzen auftreten oder die Beschwerden stark belasten, sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis oder schweren Formen wie Psoriasis erythrodermica ist eine medizinische Behandlung unverzichtbar.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ekzem
Was ist das? - Definition Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die mit Rötung, Juckreiz und häufig auch Nässen oder Schuppung einhergeht. Der Begriff "Ekzem" beschreibt dabei kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine typische Entzündungsreaktion der Haut, die durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden kann. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen. Allen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen macht.
Krankheitsbild
Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die sich durch Rötung, Juckreiz, Nässen, Bläschen oder Schuppung äußern kann. Der Begriff bezeichnet kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein typisches Entzündungsmuster der Haut, das durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst wird. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen.
Zu den häufigsten Ekzemformen zählen beispielsweise:
- Atopisches Ekzem oder Neurodermitis: Diese Form beruht auf einer angeborenen Störung der Hautbarriere und tritt oft bereits im Kindesalter auf. Die Haut ist sehr trocken, empfindlich und juckt stark. Typisch sind schubweise Verläufe. Häufig besteht eine familiäre Neigung zu Allergien, Asthma oder Heuschnupfen.
- Kontaktekzem: Ein Kontaktekzem entsteht durch direkten Hautkontakt mit auslösenden Stoffen. Man unterscheidet das irritative Kontaktekzem, z. B. durch häufiges Händewaschen, Reinigungsmittel oder Chemikalien, und das allergische Kontaktekzem, bei dem das Immunsystem auf bestimmte Stoffe wie Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel reagiert. Die Hautveränderungen treten meist genau dort auf, wo der Kontakt bestand.
- Seborrhoisches Ekzem: Diese Form betrifft vor allem fett
- und talgdrüsenreiche Hautareale wie Kopfhaut, Gesicht, speziell Augenbrauen oder Nasenflügel, oder Brustbereich. Typisch sind rötliche, schuppende Hautveränderungen, oft mit gelblichen Schuppen. Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Säuglingen auf und wird dann auch Kopfgneis genannt. Es kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.
- Stauungsekzem oder variköses Ekzem: Diese Ekzemform entsteht infolge einer chronischen Venenschwäche, meist an den Unterschenkeln. Durch den gestörten Blutabfluss kommt es zu Hautentzündung, Rötung, Schuppung und Juckreiz. Unbehandelt kann sich das Ekzem verschlimmern und zu schlecht heilenden Wunden führen.
Allen Ekzemformen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut anfälliger für Reizstoffe, Entzündungen und Infektionen macht. Die genaue Ausprägung, der Verlauf und die Behandlung unterscheiden sich jedoch je nach Ekzemtyp deutlich.
Symptome / Verlauf
Ekzeme zeigen sich meist durch eine gerötete, entzündete Haut, die stark jucken kann. Je nach Stadium und Verlauf können unterschiedliche Hautveränderungen auftreten. In der akuten Phase kommt es häufig zu Rötung, Schwellung, Nässen und kleinen Bläschen. Diese können aufplatzen und Krusten bilden.
Im chronischen Verlauf verdickt sich die Haut oft, wird trocken, schuppig und rau. Typisch ist eine Lichenifikation, das ist eine flächenhafte lederartige Verdickung der Haut, die unter anderem durch häufiges Kratzen entsteht. Der Juckreiz kann sehr belastend sein und durch Kratzen die Entzündung weiter verstärken.
Der Verlauf eines Ekzems ist häufig schubweise: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab. Welche Hautareale betroffen sind, hängt von der Ekzemform ab. Häufig sind Hände, Arme, Gesicht, Hals oder Hautfalten beteiligt.
Folgen / Komplikationen
Ein Ekzem ist in der Regel nicht gefährlich, kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Anhaltender Juckreiz, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Schübe sind für viele Betroffene sehr belastend.
Durch Kratzen kann die Hautbarriere weiter geschädigt werden. Dadurch steigt das Risiko für sekundäre Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen. Bei chronischem Verlauf kann es zu dauerhaften Hautveränderungen kommen, etwa Verdickungen oder Pigmentverschiebungen. Narben sind eher selten und entstehen meist nur bei schweren oder komplizierten Verläufen.
Ursachen / Risikofaktoren
Ekzeme entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine zentrale Rolle spielt eine gestörte Hautbarriere, durch die Feuchtigkeit verloren geht und Reizstoffe leichter eindringen können.
Mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:
- Genetische Veranlagung, insbesondere bei atopischem Ekzem
- Reizstoffe wie häufiges Waschen, Seifen, Reinigungsmittel oder Chemikalien
- Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, z. B. Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel
- Trockene Haut, Kälte oder geringe Luftfeuchtigkeit
- Stress, der Schübe auslösen oder verstärken kann
- Hormonelle Faktoren oder bestehende Hauterkrankungen
Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend sind, unterscheidet sich von Person zu Person.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung eines Ekzems richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Verlauf. Ärzte setzen je nach Situation entzündungshemmende Cremes oder Salben ein, häufig auch kortisonhaltige Präparate, diese jedoch zeitlich begrenzt und gezielt.
Das kann man selbst tun: Eine zentrale Rolle spielt die konsequente Basispflege: rückfettende, unparfümierte Pflegeprodukte helfen, die Hautbarriere zu stabilisieren und Schübe zu verhindern. Wichtig ist außerdem, individuelle Auslöser zu erkennen und zu meiden, etwa bestimmte Kosmetika oder Reizstoffe.
Betroffene selbst können unterstützen, indem sie die Haut schonend reinigen, nicht zu heiß baden oder duschen, Kratzen möglichst vermeiden und auf eine regelmäßige Pflege achten. Bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden ist eine dermatologische Betreuung sinnvoll.
Bearbeitungsstand: 18.03.2026
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Ichthyosis
Was ist das? - Definition Ichthyosis ist eine Gruppe seltener genetisch bedingter Hauterkrankungen, bei denen sich die oberste Hautschicht stark verdickt und vermehrt schuppt. Die Haut kann trocken rau und oft rissig erscheinen. Die Ausprägung reicht von milden Formen bis zu schweren Varianten, die bereits bei der Geburt auftreten.
Krankheitsbild
Eine Ichthyosis zeigt sich typischerweise durch trockene und schuppende Haut, die an Fischschuppen erinnert. Die Schuppung kann fein oder grob sein. Sie betrifft je nach Form große Teile des Körpers. Bei manchen Betroffenen sind Arme, Beine und der Rumpf besonders ausgeprägt betroffen. Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit als normal, wodurch Spannungsgefühl und Reizbarkeit der betroffenen Stellen zunehmen.
Zu den typischen Merkmalen zählen:n
- trockene gespannte Haut
- größere Schuppenfelder, die sich langsam erneuern
- rissige und empfindliche Bereiche
Symptome/Verlauf
Die Erkrankung entwickelt sich meist früh und bleibt lebenslang bestehen. Bei erblichen Formen zeigen sich die Symptome oft schon im Säuglingsalter. Im Verlauf kann die Haut immer wieder Phasen mit starker Austrocknung und vermehrter Schuppenbildung durchlaufen. Kalte und trockene Tage verschlimmern häufig die Beschwerden. Manche Betroffene erleben zudem Juckreiz oder leichte Entzündungsreaktionen. Die Symptome können je nach Form der Ichthyosis stabil bleiben oder sich mit dem Alter verändern.
Folgen/Komplikationen
Bei schweren Ausprägungen kann die verringerte Elastizität der Haut zu tiefen Rissen führen, die Schmerzen verursachen und Infektionen begünstigen. Eine starke Verhornung kann die Beweglichkeit einschränken, etwa an Ellbogen Knien oder Fingern. Bei ausgeprägtem Feuchtigkeitsverlust besteht ein erhöhtes Risiko für Entzündungen und Hautreizungen. Manche Formen können zudem die Schweißbildung beeinträchtigen, wodurch die Temperaturregulation erschwert wird.
Ursachen/Risikofaktoren
Die meisten Ichthyosisformen sind erblich bedingt. Mutationen in bestimmten Genen stören die normale Bildung und Reifung der Hautzellen. In seltenen Fällen treten die Hautveränderungen als Folge anderer Erkrankungen auf, zum Beispiel bei Stoffwechsel- oder Schilddrüsenstörungen. Zu den wichtigen Risikofaktoren zählen neben der erblichen Veranlagung bereits bestehende innere Erkrankungen, die die Haut beeinflussen können. Sehr trockene Luft verstärkt die Beschwerden oft zusätzlich.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er empfiehlt meist feuchtigkeitsbindende und hornlösende Wirkstoffe wie Harnstoff oder Milchsäure, die die Haut geschmeidiger machen.
Das kann man selbst tun: Zu Hause helfen regelmäßiges Eincremen und sanftes Entfernen lockerer Schuppen sowie das Vermeiden trockener Raumluft. Grenzen sind erreicht, wenn Schmerzen Entzündungen, offene Stellen oder plötzliche Verschlechterungen auftreten. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.