NITROQUICK Spray zur Anwendung in der Mundhöhle
31,20 €
Sofort lieferbar
Rezeptpflichtiges Arzneimittel
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. So funktioniert die Rezept-Einlösung:
- Bestellen Sie das Medikament ganz einfach online
- Unser Kurier holt Ihr Rezept bei der Lieferung ab
- Ihre Apotheke löst das Rezept für Sie ein
Pharmazeutische Informationen
Spray — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19967437
- Darreichungsform:
- Spray (Spray)
- Packungsgröße:
- 14,2 g
- Marke:
- NITROQUICK
- Hersteller:
- G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Sprühen Sie das Arzneimittel in die Mundhöhle, bevorzugt unter die Zunge. Das Spray vor der Anwendung nicht schütteln. Vor der ersten Anwendung 1Sprühstoß in die Luft abgeben. Behälter beim Sprühen senkrecht mit dem Sprühknopf nach oben und nahe an den Mund halten. Bei der Anwendung sollten Sie sich nach Möglichkeit hinsetzen. Halten Sie während des Sprühens den Atem an, da das Spray nicht inhaliert werden darf. Haben Sie das Spray längere Zeit nicht benutzt, sollten Sie vor der Anwendung wieder 1Sprühstoß in die Luft abgeben.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Blutdruckabfall beim Aufstehen, Pulsbeschleunigung, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Benommenheit, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blaufärbung der Haut, Atemnot und erhöhter Atemfrequenz. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Bei Beginn eines Angina pectoris-Anfalls oder unmittelbar vor Belastungen, die zur Auslösung eines Angina pectoris-Anfalls führen können:
Bei akuter Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer und bei akutem Herzinfarkt:
Bei akuter Herzmuskelschwäche und bei akutem Herzinfarkt: Bei Nichtansprechen kann die Behandlung nach 10Minuten mit der gleichen Dosis wiederholt werden.
Vorbeugend vor der Herzkatheteruntersuchung:
Anwendungsgebiete
- Akutbehandlung von Brustenge (Angina pectoris)
- Vorbeugung von Brustenge (Angina pectoris), unmittelbar vor körperlichen Belastungen oder Situationen, die Angina pectoris-Anfälle auslösen können
- Akuter Herzinfarkt
- Akute Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer (Akute Linksherzinsuffizienz)
- Katheterbedingte Verengung der Herzkranzgefäße (Koronarspasmen) bei Herzkatheteruntersuchung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-3 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-3 Sprühstöße, Zeitpunkt: zu Beginn des Anfalls oder unmittelbar vor Belastung, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-3 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-3 Sprühstöße, Zeitpunkt: bei Auftreten von Beschwerden, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-2 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-2 Sprühstöße, Zeitpunkt: vor der Untersuchung, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Glyceroltrinitrat zählt zu den Nitraten und wird erst im Organismus in die eigentliche Wirksubstanz (Stickstoffmonoxid) überführt. Stickstoffmonoxid führt über eine Reihe von Prozessen zu einer Erniedrigung des Spannungszustands der glatten Gefäßmuskulatur (bei Venen stärker als bei Arterien). Dadurch kommt es zu einer Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung. Der Druck auf das Herz nimmt ab, es wird entlastet und verbraucht weniger Sauerstoff.
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Benommenheit
- Herzbeschwerden mit beschleunigtem Puls (Herzrasen)
- Blutdruckabfall durch Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Allgemeine Schwäche
- Blutdruckabfall
- Überempfindlichkeit
- Ohnmachtsanfall
- Verstärkung der Beschwerden der Brustenge (Angina pectoris)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Flüchtige, spontane Hautrötung mit Hitzegefühl, vor allem im Gesicht (Flush)
- Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Allergische Überempfindlichkeit der Haut
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Akutes Kreislaufversagen
- Kreislaufzusammenbruch mit Blutdruckabfall (Schock)
- Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps)
- Kreislaufversagen durch zu wenig Blutvolumen (Volumenmangelschock)
- Stark erniedrigter Blutdruck (schwere Hypotonie)
- Schock durch Herzversagen (kardiogener Schock), sofern nicht durch geeignete Maßnahmen ein ausreichend hoher Füllungsdruck im Herzen gewährleistet ist
- Herzmuskelerkrankung mit starker Verdickung und Einengung der Herzkammer
- Erkrankungen mit erhöhtem Schädelinnendruck
- Hirnblutung
- Schädel- und Hirnverletzung
- Schwere Blutarmut (Anämie)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 33 × 97 × 33 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Angina pectoris
Was ist das? - Definition Damit der Herzmuskel optimal arbeiten kann, muss er gut mit Blut versorgt werden. Das ermöglichen Koronargefäße mit ihren Verästelungen im Herzmuskel. Sind diese Blutgefäße krankhaft verändert, kann sich der Blutfluss vermindern, eine Koronare Herzkrankheit entsteht. Diese äußert sich durch Koronarsyndrome wie etwa Angina pectoris.
Krankheitsbild
Mit Angina drücken Mediziner etwas aus, das mit einem Gefühl der Enge einhergeht. Bei Angina pectoris geht es um ein Engegefühl in der Brust (pectoralis: zur Brust gehörend). Es kann entstehen, wenn der Herzmuskel bei körperlicher Belastung mehr arbeiten muss und dafür wegen Schäden in den Koronargefäßen nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut erhält. Er ist überlastet. Es treten weitere Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot auf.
Brustschmerzen gibt auch bei anderen Krankheiten, doch sie haben meist nicht den anfallsartigen Charakter einer Angina pectoris-Attacke und andere Auslöser. So treten beispielsweise Schmerzen hinter dem Brustbein auch bei einer Refluxkrankheit auf, doch meist zusammen mit Sodbrennen und nach dem Essen.
Symptome/Verlauf
Typisch für Angina pectoris ist neben dem Gefühl von Brustenge ein schmerzhaftes Brennen, Bohren oder Stechen direkt hinter dem Brustbein. Häufig strahlt der Schmerz in die linke Achsel aus, manchmal bis unter die Elle des linken Arms oder in den Hals bis zum Kinn. Dazu kommen meist Angstgefühle und Atemnot. Manchmal klagen Betroffene auch über Übelkeit und Magenprobleme. Bei Frauen, betagten Patienten oder Diabetikern kann der Schmerz im Brustbereich weniger ausgeprägt sein oder fehlen, Abgeschlagenheit und Atemnot treten in den Vordergrund.
Angina pectoris wird in vier Schwergrade eingeteilt, von Beschwerden nur bei plötzlicher oder stärkerer körperlicher Belastung bis hin zu Symptomen schon in Ruhe. Unterschieden wird insbesondere zwischen der stabilen und der instabilen Angina pectoris.
Bei der stabilen Angina pectoris ereignen sich Attacken, wenn der Herzmuskel vermehrt beansprucht wird, wie bei körperlicher Belastung, Stress, Kälte oder nach einer schweren Mahlzeit. Kommen Betroffene zur Ruhe, verschwinden die Schmerzen in der Regel von allein. Eine Attacke hält zumeist nur wenige Minuten an. Medikamente wie gefäßerweiternde Nitropräparate führen rasch zur Linderung. Betroffene können mit der Zeit herausfinden, bei welcher Art und Stärke der Belastung mit Attacken zu rechnen ist.
Von instabiler Angina pectoris sprechen Mediziner, wenn eine Attacke erstmals oder in den ersten Wochen nach einem Infarkt auftritt, wenn die Attacken von Mal zu Mal schwerer verlaufen oder die Beschwerden auch in Ruhe auftreten. Die Attacken sind unberechenbarer, ereignen sich mitunter mehrmals in kurzer Zeit, dauern länger - mehr als 20 Minuten - und Medikamente dagegen wirken schlechter.
Folgen/Komplikationen
Eine instabile Angina pectoris gilt als Warnsignal, dass sehr bald ein Herzinfarkt auftreten könnte, und ist somit ein Notfall.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache für Angina pectoris ist eine Koronare Herzkrankheit. Dabei werden Koronararterien, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, durch Gefäßverkalkung - fachlich Arteriosklerose genannt - an einer Stelle oder an mehreren Stellen eingeengt. In Ruhe reicht die Durchblutung des Herzmuskels meist noch aus, nicht mehr jedoch, wenn er bei körperlicher Anstrengung, Stress, Aufregung, schweren Mahlzeiten, Fieber oder Kälte mehr arbeiten muss.
Ein hohes Risiko für eine Koronare Herzkrankheit, die auch zu Angina pectoris führen kann, haben vor allem Menschen mit Bluthochdruck, ungünstigen Blutfettwerten oder Diabetes, aber auch Raucher und Übergewichtige.
Eine der Sonderformen von Angina pectoris ist die Prinzmetal-Angina. Bei ihr wird die Durchblutung des Herzmuskels durch ein krampfartiges Zusammenziehen des betroffenen Gefäßes behindert.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Kommt es zu Beschwerden, die auf ein Herzleiden hindeuten - Druckgefühl in der Brust, Atemnot bei Belastung, öfters schneller oder unregelmäßiger Puls, unerklärliche Schwäche - sollten Betroffene rasch zum Arzt gehen. Erhärtet sich der Verdacht, folgt eine genauere herzmedizinische Untersuchung. Steht die Diagnose einer Koronaren Herzerkrankung fest, werden mit Medikamenten und Verhaltensmaßnahmen Risikofaktoren für ein Voranschreiten der Krankheit behandelt. Besteht eine stabile Angina pectoris, bekommen Patienten Hinweise und Medikamente, um bei Attacken richtig reagieren zu können. Je nach Schwere der Koronaren Herzerkrankung wird sie bei Bedarf noch weitgehender behandelt, zum Beispiel mit der Implantation von Blutgefäßstützen (Stents) an Blutgefäß-Engstellen. Wichtig sind auch Kontrolluntersuchungen nach ärztlicher Maßgabe.
Was man selbst tun kann:
Arteriosklerotisch bedingte Schäden in Blutgefäßen bilden sich nur selten zurück, ihr Voranschreiten lässt sich aber verlangsamen. Dazu muss man Bluthochdruck, Diabetes sowie ungünstige Blutfettwerte behandeln und dafür die ärztlich verordneten Medikamente konsequent einnehmen. Betroffene sollten außerdem nicht rauchen, möglichst wenig oder keinen Alkohol trinken, Stress verringern und Übergewicht abbauen.
Zur Vorbeugung ist zudem eine gesunde - zum Beispiel mediterrane - Ernährung wichtig. Und Betroffene sollten sich viel bewegen. Bei Sport befragt man zuvor am besten die Ärztin oder den Arzt, welche Sportarten sich individuell eignen.
Treten Notfall-Anzeichen auf, muss man den Rettungsdienst (112) rufen. Solche Anzeichen sind:
- starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die möglicherweise ausstrahlen
- starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb
- stärkere Luftnot, Atemnot
- kalter Schweiß
- Übelkeit, Erbrechen
- Todesangst
- die Beschwerden halten länger als ein paar Minuten an
- Beschwerden dieser Art treten im Ruhezustand auf
- die Beschwerden halten an, obwohl körperliche Belastungen beendet wurden
- die Beschwerden bleiben trotz Anwendung eines Notfallmedikaments bestehen
Bearbeitungsstand: 29.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Was ist das? - Definition Bei Herzschwäche kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Betroffene leiden an sinkender körperlicher Belastbarkeit.
Krankheitsbild
Bei Herzschwäche, fachlich als Herzinsuffizienz bezeichnet, kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Entweder ist der Herzmuskel dafür zu schwach und/oder das Herz ist zu steif, um sich vor dem Herzschlag richtig mit Blut zu füllen.
Befördert in der Folge die linke Herzkammer zu wenig Blut in den Körperkreislauf, bleiben die Muskeln und Organe wie Magen, Leber, Nieren oder Gehirn unterversorgt. Arbeitet die rechte Herzkammer nicht richtig, gelangt nicht mehr genug Blut in den Lungenkreislauf. Oft liegt eine nachlassende Pumpleistung der linken und der rechten Herzkammer vor, es kann sich aber auch eine isolierte Links- oder Rechtsherzschwäche entwickeln.
Symptome/Verlauf
Als Folge einer Herzschwäche kommt es je nach Ausprägung zu Beschwerden wie Luftnot oder Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) im Gewebe, vor allem in den Beinen, womöglich auch im Bauchbereich oder gar in der Lunge. Zudem lässt die körperliche Leistungsfähigkeit nach, man ermüdet rasch. Mit den sogenannten NYHA-Stadien (NYHA für New York Heart Association) bezeichnen Ärzte das Ausmaß einer Herzschwäche.
- -NYHA-Stadium I: Es gibt noch keine körperliche Einschränkung durch die Herzschwäche. Alltägliche körperliche Belastungen bereiten keine Beschwerden.
- -NYHA-Stadium II: Es liegt eine Herzschwäche mit leichter Einschränkung vor
- noch ohne Beschwerden in Ruhe oder bei geringer Anstrengung. Atemnot oder Herzrhythmusstörungen treten aber bei körperlicher Belastung wie etwa Treppensteigen auf.
- -NYHA-Stadium III: Es besteht eine deutlichere Einschränkung, aber noch nicht in Ruhe. Beschwerden wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen machen sich jedoch schon bei geringer Belastung wie Spazierengehen bemerkbar.
- -NYHA-Stadium IV: Hier bestehen Beschwerden durch die Herzschwäche sowohl bei Belastung als auch in Ruhe. Die Betroffenen sind teils bettlägerig.
Weitere mögliche Symptome einer Herzschwäche sind ein beschleunigter Atem, ein schnellerer Herzschlag, Schwindelgefühle oder vermehrter nächtlicher Harndrang.
Eine Herzschwäche entwickelt sich je nach Ursache chronisch über Jahre oder als akutes Ereignis.
Folgen/Komplikationen
Durch eine Herzschwäche sinkt mit der Zeit die körperliche Leistungsfähigkeit. Belastungen führen immer rascher zu Atemnot, bis sie sogar in Ruhe auftritt. Es kann zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder zu Wasseransammlungen etwa in den Beinen oder sogar in der Lunge kommen.
Es ist möglich, dass sich eine lange kontrollierbare chronische Herzschwäche aus unterschiedlichen Gründen akut so sehr verschlechtert, dass Lebensgefahr durch Herzversagen droht. Zudem kann eine bedrohliche Herzschwäche aufgrund unterschiedlicher Faktoren plötzlich neu auftreten.
Ursachen/Risikofaktoren
Herzschwäche ist eine Folge verschiedenster das Herz beeinträchtigender Erkrankungen. Mögliche Ursachen der sich langsam entwickelnden, chronischen Herzschwäche: ein unerkannter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck, durch den sich der Herzmuskel verändert, eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels durch Arteriosklerose, Vernarbungen sowie Umbauprozesse im Herz nach einem Infarkt oder nicht mehr richtig arbeitende Herzklappen. Tritt die Herzschwäche plötzlich auf, dann oft wegen eines schweren Herzinfarktes. Als andere mögliche Ursachen kommen unter anderem die Entgleisung einer bestehenden chronischen Herzschwäche, schwere Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen infrage - möglicherweise auch eine Lungenembolie, die es der rechten Herzkammer erschwert, Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen.
Das Risiko für eine Herzschwäche steigern vor allem Faktoren, die zu Arteriosklerose in den das Herz versorgenden Blutgefäßen beitragen (Koronare Herzkrankheit). Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel oder Rauchen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist, Risikofaktoren für Arteriosklerose abzubauen. Dazu trägt unter anderem eine gesunde Ernährung bei. Bei Herzschwäche kann eine Beschränkung und optimale Verteilung der Trinkmenge über den Tag erforderlich sein, das muss man mit dem Arzt besprechen. Zudem sollte die Ernährung wenig Kochsalz enthalten. Entlastend für Herz und Kreislauf ist auch der Abbau von Übergewicht.
Außerdem gilt es regemäßig körperlich aktiv zu sein, zur Vorsorge, aber auch bei bestehender Herzschwäche. Mit den behandelnden Ärzten müssen Patienten mit Herzschwäche zuvor absprechen, welche Sportarten und Belastungen unbedenklich sind. Herzsportgruppen sind empfehlenswert. Wichtig grundsätzlich: die mit dem Arzt abgesprochenen Kontrolltermine einhalten und bei sich akut verschlechternden Beschwerden, etwa plötzlichen, anhaltenden Schmerzen und Brennen in der Brust sowie plötzlich auftretender Atemnot, den Notarzt zu rufen.
Was der Arzt tun kann:
Ärztliche Unterstützung erfordert unter anderem die Behandlung von Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit, die unbehandelt Herzschwäche begünstigt. Kardiologinnen und Kardiologen können zudem die Diagnose Herzschwäche stellen. Dazu erfassen sie Symptome, erheben einige Blutwerte und führen Untersuchungen mittels EKG (Herzstromkurven), Ultraschall und bei Bedarf eine Röntgenuntersuchung der Brust durch.
Bei bestehender Herzschwäche kommen vor allem Medikamente zum Einsatz. Je nach Bedarf verordnen Ärztinnen und Ärzte Mittel, die den Blutdruck senken, die Flüssigkeitsausscheidung fördern, den Einfluss von Stress auf das Herz mindern und ungünstigen Umbauvorgängen im Herz entgegenwirken. Zudem sollte ein bestehender Eisenmangel behandelt werden. Herzrhythmusstörungen können durch Medikamente, Ablationsverfahren (Vorhofflimmern) oder implantierbare Schrittmacher/Defibrillatoren behandelt werden. Bei extremer Verschlechterung der Herzschwäche hilft womöglich ein Herzunterstützungssystem oder eine Herztransplantation.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - Kellnhauser, Thiemes Pflege, (2009), 11. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Spray — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19967437
- Darreichungsform:
- Spray (Spray)
- Packungsgröße:
- 14,2 g
- Marke:
- NITROQUICK
- Hersteller:
- G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Sprühen Sie das Arzneimittel in die Mundhöhle, bevorzugt unter die Zunge. Das Spray vor der Anwendung nicht schütteln. Vor der ersten Anwendung 1Sprühstoß in die Luft abgeben. Behälter beim Sprühen senkrecht mit dem Sprühknopf nach oben und nahe an den Mund halten. Bei der Anwendung sollten Sie sich nach Möglichkeit hinsetzen. Halten Sie während des Sprühens den Atem an, da das Spray nicht inhaliert werden darf. Haben Sie das Spray längere Zeit nicht benutzt, sollten Sie vor der Anwendung wieder 1Sprühstoß in die Luft abgeben.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Blutdruckabfall beim Aufstehen, Pulsbeschleunigung, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Benommenheit, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blaufärbung der Haut, Atemnot und erhöhter Atemfrequenz. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Bei Beginn eines Angina pectoris-Anfalls oder unmittelbar vor Belastungen, die zur Auslösung eines Angina pectoris-Anfalls führen können:
Bei akuter Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer und bei akutem Herzinfarkt:
Bei akuter Herzmuskelschwäche und bei akutem Herzinfarkt: Bei Nichtansprechen kann die Behandlung nach 10Minuten mit der gleichen Dosis wiederholt werden.
Vorbeugend vor der Herzkatheteruntersuchung:
Anwendungsgebiete
- Akutbehandlung von Brustenge (Angina pectoris)
- Vorbeugung von Brustenge (Angina pectoris), unmittelbar vor körperlichen Belastungen oder Situationen, die Angina pectoris-Anfälle auslösen können
- Akuter Herzinfarkt
- Akute Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer (Akute Linksherzinsuffizienz)
- Katheterbedingte Verengung der Herzkranzgefäße (Koronarspasmen) bei Herzkatheteruntersuchung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-3 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-3 Sprühstöße, Zeitpunkt: zu Beginn des Anfalls oder unmittelbar vor Belastung, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-3 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-3 Sprühstöße, Zeitpunkt: bei Auftreten von Beschwerden, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1-2 Sprühstöße, Gesamtdosis: 1-2 Sprühstöße, Zeitpunkt: vor der Untersuchung, im Abstand von etwa 30 Sekunden
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Glyceroltrinitrat zählt zu den Nitraten und wird erst im Organismus in die eigentliche Wirksubstanz (Stickstoffmonoxid) überführt. Stickstoffmonoxid führt über eine Reihe von Prozessen zu einer Erniedrigung des Spannungszustands der glatten Gefäßmuskulatur (bei Venen stärker als bei Arterien). Dadurch kommt es zu einer Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung. Der Druck auf das Herz nimmt ab, es wird entlastet und verbraucht weniger Sauerstoff.
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Benommenheit
- Herzbeschwerden mit beschleunigtem Puls (Herzrasen)
- Blutdruckabfall durch Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Allgemeine Schwäche
- Blutdruckabfall
- Überempfindlichkeit
- Ohnmachtsanfall
- Verstärkung der Beschwerden der Brustenge (Angina pectoris)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Flüchtige, spontane Hautrötung mit Hitzegefühl, vor allem im Gesicht (Flush)
- Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Allergische Überempfindlichkeit der Haut
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Akutes Kreislaufversagen
- Kreislaufzusammenbruch mit Blutdruckabfall (Schock)
- Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps)
- Kreislaufversagen durch zu wenig Blutvolumen (Volumenmangelschock)
- Stark erniedrigter Blutdruck (schwere Hypotonie)
- Schock durch Herzversagen (kardiogener Schock), sofern nicht durch geeignete Maßnahmen ein ausreichend hoher Füllungsdruck im Herzen gewährleistet ist
- Herzmuskelerkrankung mit starker Verdickung und Einengung der Herzkammer
- Erkrankungen mit erhöhtem Schädelinnendruck
- Hirnblutung
- Schädel- und Hirnverletzung
- Schwere Blutarmut (Anämie)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 33 × 97 × 33 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Angina pectoris
Was ist das? - Definition Damit der Herzmuskel optimal arbeiten kann, muss er gut mit Blut versorgt werden. Das ermöglichen Koronargefäße mit ihren Verästelungen im Herzmuskel. Sind diese Blutgefäße krankhaft verändert, kann sich der Blutfluss vermindern, eine Koronare Herzkrankheit entsteht. Diese äußert sich durch Koronarsyndrome wie etwa Angina pectoris.
Krankheitsbild
Mit Angina drücken Mediziner etwas aus, das mit einem Gefühl der Enge einhergeht. Bei Angina pectoris geht es um ein Engegefühl in der Brust (pectoralis: zur Brust gehörend). Es kann entstehen, wenn der Herzmuskel bei körperlicher Belastung mehr arbeiten muss und dafür wegen Schäden in den Koronargefäßen nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut erhält. Er ist überlastet. Es treten weitere Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot auf.
Brustschmerzen gibt auch bei anderen Krankheiten, doch sie haben meist nicht den anfallsartigen Charakter einer Angina pectoris-Attacke und andere Auslöser. So treten beispielsweise Schmerzen hinter dem Brustbein auch bei einer Refluxkrankheit auf, doch meist zusammen mit Sodbrennen und nach dem Essen.
Symptome/Verlauf
Typisch für Angina pectoris ist neben dem Gefühl von Brustenge ein schmerzhaftes Brennen, Bohren oder Stechen direkt hinter dem Brustbein. Häufig strahlt der Schmerz in die linke Achsel aus, manchmal bis unter die Elle des linken Arms oder in den Hals bis zum Kinn. Dazu kommen meist Angstgefühle und Atemnot. Manchmal klagen Betroffene auch über Übelkeit und Magenprobleme. Bei Frauen, betagten Patienten oder Diabetikern kann der Schmerz im Brustbereich weniger ausgeprägt sein oder fehlen, Abgeschlagenheit und Atemnot treten in den Vordergrund.
Angina pectoris wird in vier Schwergrade eingeteilt, von Beschwerden nur bei plötzlicher oder stärkerer körperlicher Belastung bis hin zu Symptomen schon in Ruhe. Unterschieden wird insbesondere zwischen der stabilen und der instabilen Angina pectoris.
Bei der stabilen Angina pectoris ereignen sich Attacken, wenn der Herzmuskel vermehrt beansprucht wird, wie bei körperlicher Belastung, Stress, Kälte oder nach einer schweren Mahlzeit. Kommen Betroffene zur Ruhe, verschwinden die Schmerzen in der Regel von allein. Eine Attacke hält zumeist nur wenige Minuten an. Medikamente wie gefäßerweiternde Nitropräparate führen rasch zur Linderung. Betroffene können mit der Zeit herausfinden, bei welcher Art und Stärke der Belastung mit Attacken zu rechnen ist.
Von instabiler Angina pectoris sprechen Mediziner, wenn eine Attacke erstmals oder in den ersten Wochen nach einem Infarkt auftritt, wenn die Attacken von Mal zu Mal schwerer verlaufen oder die Beschwerden auch in Ruhe auftreten. Die Attacken sind unberechenbarer, ereignen sich mitunter mehrmals in kurzer Zeit, dauern länger - mehr als 20 Minuten - und Medikamente dagegen wirken schlechter.
Folgen/Komplikationen
Eine instabile Angina pectoris gilt als Warnsignal, dass sehr bald ein Herzinfarkt auftreten könnte, und ist somit ein Notfall.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache für Angina pectoris ist eine Koronare Herzkrankheit. Dabei werden Koronararterien, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, durch Gefäßverkalkung - fachlich Arteriosklerose genannt - an einer Stelle oder an mehreren Stellen eingeengt. In Ruhe reicht die Durchblutung des Herzmuskels meist noch aus, nicht mehr jedoch, wenn er bei körperlicher Anstrengung, Stress, Aufregung, schweren Mahlzeiten, Fieber oder Kälte mehr arbeiten muss.
Ein hohes Risiko für eine Koronare Herzkrankheit, die auch zu Angina pectoris führen kann, haben vor allem Menschen mit Bluthochdruck, ungünstigen Blutfettwerten oder Diabetes, aber auch Raucher und Übergewichtige.
Eine der Sonderformen von Angina pectoris ist die Prinzmetal-Angina. Bei ihr wird die Durchblutung des Herzmuskels durch ein krampfartiges Zusammenziehen des betroffenen Gefäßes behindert.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
Kommt es zu Beschwerden, die auf ein Herzleiden hindeuten - Druckgefühl in der Brust, Atemnot bei Belastung, öfters schneller oder unregelmäßiger Puls, unerklärliche Schwäche - sollten Betroffene rasch zum Arzt gehen. Erhärtet sich der Verdacht, folgt eine genauere herzmedizinische Untersuchung. Steht die Diagnose einer Koronaren Herzerkrankung fest, werden mit Medikamenten und Verhaltensmaßnahmen Risikofaktoren für ein Voranschreiten der Krankheit behandelt. Besteht eine stabile Angina pectoris, bekommen Patienten Hinweise und Medikamente, um bei Attacken richtig reagieren zu können. Je nach Schwere der Koronaren Herzerkrankung wird sie bei Bedarf noch weitgehender behandelt, zum Beispiel mit der Implantation von Blutgefäßstützen (Stents) an Blutgefäß-Engstellen. Wichtig sind auch Kontrolluntersuchungen nach ärztlicher Maßgabe.
Was man selbst tun kann:
Arteriosklerotisch bedingte Schäden in Blutgefäßen bilden sich nur selten zurück, ihr Voranschreiten lässt sich aber verlangsamen. Dazu muss man Bluthochdruck, Diabetes sowie ungünstige Blutfettwerte behandeln und dafür die ärztlich verordneten Medikamente konsequent einnehmen. Betroffene sollten außerdem nicht rauchen, möglichst wenig oder keinen Alkohol trinken, Stress verringern und Übergewicht abbauen.
Zur Vorbeugung ist zudem eine gesunde - zum Beispiel mediterrane - Ernährung wichtig. Und Betroffene sollten sich viel bewegen. Bei Sport befragt man zuvor am besten die Ärztin oder den Arzt, welche Sportarten sich individuell eignen.
Treten Notfall-Anzeichen auf, muss man den Rettungsdienst (112) rufen. Solche Anzeichen sind:
- starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die möglicherweise ausstrahlen
- starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb
- stärkere Luftnot, Atemnot
- kalter Schweiß
- Übelkeit, Erbrechen
- Todesangst
- die Beschwerden halten länger als ein paar Minuten an
- Beschwerden dieser Art treten im Ruhezustand auf
- die Beschwerden halten an, obwohl körperliche Belastungen beendet wurden
- die Beschwerden bleiben trotz Anwendung eines Notfallmedikaments bestehen
Bearbeitungsstand: 29.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Was ist das? - Definition Bei Herzschwäche kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Betroffene leiden an sinkender körperlicher Belastbarkeit.
Krankheitsbild
Bei Herzschwäche, fachlich als Herzinsuffizienz bezeichnet, kann das Herz nicht mehr genug Blut pumpen. Entweder ist der Herzmuskel dafür zu schwach und/oder das Herz ist zu steif, um sich vor dem Herzschlag richtig mit Blut zu füllen.
Befördert in der Folge die linke Herzkammer zu wenig Blut in den Körperkreislauf, bleiben die Muskeln und Organe wie Magen, Leber, Nieren oder Gehirn unterversorgt. Arbeitet die rechte Herzkammer nicht richtig, gelangt nicht mehr genug Blut in den Lungenkreislauf. Oft liegt eine nachlassende Pumpleistung der linken und der rechten Herzkammer vor, es kann sich aber auch eine isolierte Links- oder Rechtsherzschwäche entwickeln.
Symptome/Verlauf
Als Folge einer Herzschwäche kommt es je nach Ausprägung zu Beschwerden wie Luftnot oder Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) im Gewebe, vor allem in den Beinen, womöglich auch im Bauchbereich oder gar in der Lunge. Zudem lässt die körperliche Leistungsfähigkeit nach, man ermüdet rasch. Mit den sogenannten NYHA-Stadien (NYHA für New York Heart Association) bezeichnen Ärzte das Ausmaß einer Herzschwäche.
- -NYHA-Stadium I: Es gibt noch keine körperliche Einschränkung durch die Herzschwäche. Alltägliche körperliche Belastungen bereiten keine Beschwerden.
- -NYHA-Stadium II: Es liegt eine Herzschwäche mit leichter Einschränkung vor
- noch ohne Beschwerden in Ruhe oder bei geringer Anstrengung. Atemnot oder Herzrhythmusstörungen treten aber bei körperlicher Belastung wie etwa Treppensteigen auf.
- -NYHA-Stadium III: Es besteht eine deutlichere Einschränkung, aber noch nicht in Ruhe. Beschwerden wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen machen sich jedoch schon bei geringer Belastung wie Spazierengehen bemerkbar.
- -NYHA-Stadium IV: Hier bestehen Beschwerden durch die Herzschwäche sowohl bei Belastung als auch in Ruhe. Die Betroffenen sind teils bettlägerig.
Weitere mögliche Symptome einer Herzschwäche sind ein beschleunigter Atem, ein schnellerer Herzschlag, Schwindelgefühle oder vermehrter nächtlicher Harndrang.
Eine Herzschwäche entwickelt sich je nach Ursache chronisch über Jahre oder als akutes Ereignis.
Folgen/Komplikationen
Durch eine Herzschwäche sinkt mit der Zeit die körperliche Leistungsfähigkeit. Belastungen führen immer rascher zu Atemnot, bis sie sogar in Ruhe auftritt. Es kann zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder zu Wasseransammlungen etwa in den Beinen oder sogar in der Lunge kommen.
Es ist möglich, dass sich eine lange kontrollierbare chronische Herzschwäche aus unterschiedlichen Gründen akut so sehr verschlechtert, dass Lebensgefahr durch Herzversagen droht. Zudem kann eine bedrohliche Herzschwäche aufgrund unterschiedlicher Faktoren plötzlich neu auftreten.
Ursachen/Risikofaktoren
Herzschwäche ist eine Folge verschiedenster das Herz beeinträchtigender Erkrankungen. Mögliche Ursachen der sich langsam entwickelnden, chronischen Herzschwäche: ein unerkannter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck, durch den sich der Herzmuskel verändert, eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels durch Arteriosklerose, Vernarbungen sowie Umbauprozesse im Herz nach einem Infarkt oder nicht mehr richtig arbeitende Herzklappen. Tritt die Herzschwäche plötzlich auf, dann oft wegen eines schweren Herzinfarktes. Als andere mögliche Ursachen kommen unter anderem die Entgleisung einer bestehenden chronischen Herzschwäche, schwere Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen infrage - möglicherweise auch eine Lungenembolie, die es der rechten Herzkammer erschwert, Blut in den Lungenkreislauf zu pumpen.
Das Risiko für eine Herzschwäche steigern vor allem Faktoren, die zu Arteriosklerose in den das Herz versorgenden Blutgefäßen beitragen (Koronare Herzkrankheit). Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel oder Rauchen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist, Risikofaktoren für Arteriosklerose abzubauen. Dazu trägt unter anderem eine gesunde Ernährung bei. Bei Herzschwäche kann eine Beschränkung und optimale Verteilung der Trinkmenge über den Tag erforderlich sein, das muss man mit dem Arzt besprechen. Zudem sollte die Ernährung wenig Kochsalz enthalten. Entlastend für Herz und Kreislauf ist auch der Abbau von Übergewicht.
Außerdem gilt es regemäßig körperlich aktiv zu sein, zur Vorsorge, aber auch bei bestehender Herzschwäche. Mit den behandelnden Ärzten müssen Patienten mit Herzschwäche zuvor absprechen, welche Sportarten und Belastungen unbedenklich sind. Herzsportgruppen sind empfehlenswert. Wichtig grundsätzlich: die mit dem Arzt abgesprochenen Kontrolltermine einhalten und bei sich akut verschlechternden Beschwerden, etwa plötzlichen, anhaltenden Schmerzen und Brennen in der Brust sowie plötzlich auftretender Atemnot, den Notarzt zu rufen.
Was der Arzt tun kann:
Ärztliche Unterstützung erfordert unter anderem die Behandlung von Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit, die unbehandelt Herzschwäche begünstigt. Kardiologinnen und Kardiologen können zudem die Diagnose Herzschwäche stellen. Dazu erfassen sie Symptome, erheben einige Blutwerte und führen Untersuchungen mittels EKG (Herzstromkurven), Ultraschall und bei Bedarf eine Röntgenuntersuchung der Brust durch.
Bei bestehender Herzschwäche kommen vor allem Medikamente zum Einsatz. Je nach Bedarf verordnen Ärztinnen und Ärzte Mittel, die den Blutdruck senken, die Flüssigkeitsausscheidung fördern, den Einfluss von Stress auf das Herz mindern und ungünstigen Umbauvorgängen im Herz entgegenwirken. Zudem sollte ein bestehender Eisenmangel behandelt werden. Herzrhythmusstörungen können durch Medikamente, Ablationsverfahren (Vorhofflimmern) oder implantierbare Schrittmacher/Defibrillatoren behandelt werden. Bei extremer Verschlechterung der Herzschwäche hilft womöglich ein Herzunterstützungssystem oder eine Herztransplantation.
Bearbeitungsstand: 08.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - Kellnhauser, Thiemes Pflege, (2009), 11. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.