PARACETAMOL 500 mg Tabletten
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Pharmazeutische Informationen
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 13720486
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 20 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 500 mg
- Marke:
- PARACETAMOL
- Hersteller:
- Fairmed Healthcare GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen sowie zum Leberkoma. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
Patienten mit Leber-/Nierenfunktionsstörung oder Gilbert (Meulengracht) -Syndrom: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt evtl. die Einzel-/Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Leichte bis mäßig starke Schmerzen, wie:
- Kopfschmerzen
- Regelschmerzen
- Zahnschmerzen
- Fieber
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 4-8 Jahren mit 17-25kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1/2 Tablette, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 8-11 Jahren mit 26-32kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1/2 Tablette, Gesamtdosis: 1-6 mal täglich (max. 3 Tabletten pro Tag), Zeitpunkt: im Abstand von 4-6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 11-12 Jahren mit 33-43kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1-2 Tabletten, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Er weist zudem geringe entzündungshemmende Eigenschaften auf. Er blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe im Körper, so genannter Prostaglandine. Diese sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen wesentlich beteiligt.
Nebenwirkungen
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Eingeschränkte Leberfunktion - (z.B. durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündung)
- Alkoholmissbrauch
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
- Erbliche Enzymstörung (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel)
- Blutarmut durch schnelleren Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
- Glutathion-Mangel
- Flüssigkeitsmangel
- Mangelernährung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 4 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Ältere Patienten: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Es gibt nach derzeitigen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass das Arzneimittel während der Stillzeit nicht angewendet werden darf.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Achtung: Bei regelmäßigem bzw. hohem Alkoholgenuss kann es durch eine evtl. schon bestehende Leberschädigung zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen, wenn das Arzneimittel noch zusätzlich angewendet wird.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Cluster-Kopfschmerz
Was ist das? - Definition Der sehr seltene Cluster-Kopfschmerz ist eine Erkrankung aus der Gruppe der sogenannten trigeminoautonomen Kopfschmerzen. Es kommt dabei zu Phasen mit häufigen, in einer Kopfhälfte ablaufenden, heftigen Schmerz-Attacken mit zusätzlichen Symptomen wie der Rötung eines Auges oder Naselaufen.
Krankheitsbild
Bei Cluster-Kopfschmerz erleiden Betroffene - mehr Männer als Frauen - meist für begrenzte Zeiträume von im Schnitt vier bis zwölf Wochen bis zu achtmal täglich heftige Kopfschmerz-Attacken. Oft ereignen sie sich in der Nacht, etwa ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, oder am frühen Morgen. Der Kopfschmerz tritt plötzlich auf und erreicht nach wenigen Minuten seinen Höhepunkt. Eine einzelne Attacke hält zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. Während der Attacken haben Patienten, anders als bei Migräne, meist einen ausgeprägten Bewegungsdrang.
Bei vier von fünf Patienten liegen zwischen Episoden mit Schmerz-Attacken - den namensgebenden Clustern (englisch = Anhäufungen) - symptomfreie Perioden von individuell unterschiedlicher Dauer. Es sind mindestens zwei Wochen, meist mehrere Monate, teils auch Jahre. In etwa einem Fünftel der Fälle treten Kopfschmerz-Attacken chronisch auf, also anhaltend. Betroffene haben länger als ein Jahr fast täglich Schmerzattacken. Beschwerdefreie Zeiträume dauern weniger als vier Wochen.
Symptome/Verlauf
Den Kopfschmerzcharakter beschreiben Betroffene als unerträglich reißend, bohrend, mitunter als brennend. Der Schmerz tritt stets in einer Kopfhälfte im Bereich des Auges, der Stirn sowie der Schläfe auf und er kann bis in den Nacken ausstrahlen. Dazu kommen weitere Beschwerden in der schmerzenden Kopfhälfte, zum Beispiel ein tränendes oder gerötetes Auge, ein laufendes oder verstopftes Nasenloch, Hautrötung, Verengung der Pupille, Lidschwellung, Herabhängen des Augenlides und Schwitzen im Gesicht. Auch Symptome wie Übelkeit oder vermehrte Licht- und Lärmempfindlichkeit ähnlich wie bei Migräne sind möglich. Zwischen den Schmerz-Attacken verspürt ein Teil der Patienten leichten Hintergrundschmerz. Im Frühjahr und Herbst treten Attacken-Phasen vermehrt auf.
Im Mittel beginnt Cluster-Kopfschmerz im Alter zwischen 28 und 30 Jahren, er kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter seinen Anfang nehmen. Bis zu 80 Prozent der Patienten leiden nach 15 Jahren noch immer an Cluster-Episoden. Allerdings lässt der Schmerz bei einigen Patienten in höherem Alter nach oder verschwindet. Bei bis zu zwölf Prozent der Fälle geht die zunächst episodische in eine anhaltende Verlaufsform über, seltener ist es umgekehrt.
Folgen/Komplikationen
Wird Cluster-Kopfschmerz nicht erkannt und angemessen behandelt, kann das im Laufe der Jahre schwerwiegende Folgen haben. In einem Beitrag auf der Webseite der Schmerzklinik Kiel ist von sozialer Isolation, Persönlichkeitsveränderung, Angst, Depression, Mutlosigkeit, Wut, Trauer, Verzweiflung und Aufgabe des Lebenswillens die Rede. Bleiben eine korrekte Diagnose und damit wirksame Behandlungen aus, kann die Schmerzerkrankung sogar zu Selbstmordgedanken führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Cluster-Kopfschmerzen kennt die Medizin bisher nicht. Als Auslöser stehen Störungen in bestimmten Bereichen des Mittelhirns im Verdacht, zumindest beteiligt sind wohl auch entzündliche Prozesse. Zudem verändert sich die Aktivität des unwillkürlichen Nervensystems im Gesichtsbereich. Zu möglichen äußeren Auslösern der Kopfschmerzattacken gehören unter anderem Alkohol, blendendes Licht, Rauchen oder einige Medikamente. Diese Faktoren wirken in den Kopfschmerzphasen, nicht aber in den beschwerdefreien Zwischenphasen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wer unter ungewöhnlichen beziehungsweise extrem starken Kopfschmerzen leidet, sollte ärztlichen Rat einholen, etwa bei Neurologen oder auf Schmerztherapie spezialisierten Ärzten. Es ist nicht zu empfehlen, diese Schmerzen in Eigenregie mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu behandeln - diese wirken bei Cluster-Kopfschmerz nicht. Hier wirksame Arzneimittel sind verschreibungspflichtig.
Ein Schmerztagebuch kann helfen, Auslösefaktoren wie etwa Alkohol aufzuspüren und wenn möglich zu meiden. Da diese Faktoren individuell unterschiedlich sind, lassen sie sich mit dem Tagebuch am ehesten erkennen.
Zudem kann es helfen, sich bei Cluster-Kopfschmerzen an Selbsthilfegruppen zu wenden. Finden kann man sie zum Beispiel über die Webseite www.clusterkopf.de des Bundesverbandes der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e. V.
Das macht der Arzt:
Ärzte stellen die Diagnose vor allem anhand der vom Patienten beschriebenen Symptome. Zusätzliche Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT dienen dem Ausschluss anderer Schmerzursachen. Denn auch Tumore oder bestimmte Blutgefäßveränderungen können die ungewöhnlichen Kopfschmerzen möglicherweise erklären.
Steht fest, dass Patienten an Cluster-Kopfschmerzen leiden, bekommen sie geeignete Arzneimittel zur Akutbehandlung und bei Bedarf zur Vorsorge verschrieben. Gegen akute Schmerzattacken wirkt außerdem eine Sauerstoffgabe über eine Mund-Nasen-Maske. Patienten sollten im Therapieverlauf zu den ärztlich empfohlenen Kontrolluntersuchungen gehen.
Lassen sich die Schmerzen trotz solcher Mittel nicht ausreichend kontrollieren, gibt es zudem die Möglichkeit, Nervenstimulationsmethoden einzusetzen.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kopfschmerzen
Was ist das? - Definition Kopfschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Kopfes, die in Intensität, Dauer und Ursache stark variieren können. Sie gehören zu den häufigsten Beschwerden weltweit und betreffen Menschen jeden Alters.
Krankheitsbild
Kopfschmerzen treten in verschiedenen Formen auf. Man unterscheidet zwischen primären Kopfschmerzen, wie Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Clusterkopfschmerzen, und sekundären Kopfschmerzen, die durch andere Erkrankungen wie Infektionen oder Verletzungen verursacht werden. Spannungskopfschmerzen sind am weitesten verbreitet und äußern sich meist als beidseitiger, dumpfer Druck. Migräne tritt in der Regel einseitig und pulsierend auf und kann mit weiteren Symptomen einhergehen. Clusterkopfschmerzen sind seltener, aber sehr intensiv und treten in wiederkehrenden Phasen auf.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Art des Kopfschmerzes. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- Dumpfer oder drückender Schmerz bei Spannungskopfschmerzen
- Pulsierender, meist einseitiger Schmerz bei Migräne
- Starke, stechende Schmerzen bei Clusterkopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Geräuschempfindlichkeit
- Sehstörungen wie Flimmern oder Lichtblitze
- Konzentrationsprobleme
- Schwindel
Der Verlauf kann akut, episodisch oder chronisch sein. Chronische Kopfschmerzen treten an mehr als 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate auf.
Folgen/Komplikationen
Häufige oder unbehandelte Kopfschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Betroffene leiden oft unter Schlafproblemen, verminderter Leistungsfähigkeit und sozialem Rückzug. In schweren Fällen kann es zu depressiven Verstimmungen kommen. Sekundäre Kopfschmerzen können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Auslöser sind vielfältig. Primäre Kopfschmerzen entstehen oft durch eine Kombination aus Veranlagung und äußeren Einflüssen. Sekundäre Kopfschmerzen haben eine konkrete Ursache. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Stress, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel, hormonelle Schwankungen, Verspannungen, Bildschirmarbeit, ungesunde Ernährung, Alkohol, Wetterumschwünge und übermäßiger Medikamentengebrauch.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch gezielte Fragen, körperliche Untersuchungen und gegebenenfalls bildgebende Verfahren die Ursache klären. Er verschreibt bei Bedarf Medikamente, etwa Gruppen der nichtsteroidale Antirheumatika oder Triptanen.
Das kann man selbst tun: Auf ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Entspannungstechniken und eine gute Flüssigkeitszufuhr achten. Grenzen sind erreicht, wenn die Schmerzen sehr stark sind, plötzlich auftreten, mit neurologischen Ausfällen einhergehen oder regelmäßig wiederkehren. Dann ist ärztliche Hilfe notwendig.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Migräne
Was ist das? - Definition Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in wiederkehrenden Attacken mit starken, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen auftritt. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen hinzu.
Krankheitsbild
Typisch für Migräne sind starke, meist einseitige, pulsierende Schmerzen, die Betroffene regelrecht lahmlegen. Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: In Deutschland sind rund 8 Millionen Menschen betroffen
- Frauen fast dreimal häufiger als Männer. Am häufigsten treten die Anfälle zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf, aber auch Kinder und Jugendliche können Migräne entwickeln. Migräneattacken dauern mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen. Zwischen den Anfällen sind die meisten beschwerdefrei.
Symptome/Verlauf
Ein Migräneanfall zeigt sich durch pulsierende oder pochende Schmerzen, die meist auf einer Kopfseite auftreten, und eine mittlere bis starke Schmerzintensität, die sich bei Bewegung noch verstärkt. Häufig kommen Übelkeit, manchmal sogar Erbrechen, hinzu. Typisch ist auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Viele Betroffene leiden außerdem unter Konzentrationsproblemen, Müdigkeit oder Erschöpfung. Zum Teil treten zusätzlich Sehstörungen in Form einer Aura, Kribbelgefühle oder Sprachprobleme auf.
Der Verlauf gliedert sich oft in typische Phasen:
- Vorbotenphase: Stunden bis Tage vor dem Anfall können Müdigkeit, Reizbarkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen auftreten.
- Aura: Bei etwa jedem vierten Betroffenen kommt es zu vorübergehenden Sehstörungen (z. B. Flimmern, Lichtblitze), Kribbeln oder Sprachstörungen.
- Kopfschmerzphase: Heftige, meist einseitige Schmerzen, verstärkt durch Bewegung, oft begleitet von Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Dauer: 4 bis 72 Stunden.
- Erholungsphase: Nach Abklingen der Schmerzen fühlen sich viele noch eine Weile erschöpft. Mit zunehmendem Alter nehmen Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle oft ab.
Folgen/Komplikationen
Migräne kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Die Teilnahme an Beruf, Schule und sozialem Leben kann stark beeinträchtigt sein. Viele Betroffene leiden unter dem Druck, den nächsten Anfall zu erwarten.
Wichtig: Plötzlich auftretende, ungewohnt starke Kopfschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie können auch andere Ursachen haben und beispielsweise auf eine ernste Erkrankung wie eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung hinweisen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig verstanden. Experten gehen von einer Fehlregulation bestimmter Nervenbotenstoffe wie Serotonin aus. Sicher ist, dass verschiedene Faktoren, sogenannte Trigger, Anfälle auslösen oder verstärken können:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt oft familiär gehäuft auf.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen spielen Menstruation, Schwangerschaft oder hormonelle Verhütung eine Rolle.
- Stress und emotionale Belastung: Psychischer Druck ist ein häufiger Auslöser.
- Lebensmittel und Alkohol: Rotwein, Schokolade, reifer Käse oder Glutamat können Trigger sein.
- Schlafprobleme: Zu wenig, zu viel oder unregelmäßiger Schlaf begünstigt Anfälle.
- Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, grelles Licht, Lärm oder starke Gerüche wirken belastend.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Migräne können durch einige Maßnahmen versuchen die Häufigkeit und Stärke der Anfälle zu verringern und die Lebensqualität wieder zu verbessern:
- ein regelmäßiger Schlaf
- -Wach
- -Rhythmus
- Stressabbau durch Entspannungstechniken
- Regelmäßiger Ausdauersport
- ein Migränetagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Meiden individueller Trigger
- Während des Anfalls: Rückzug in einen dunklen, ruhigen Raum
Was der Arzt tun kann:
Ein Arzt kann helfen, Migräne klar von anderen Kopfschmerzarten abzugrenzen und eine passende Behandlung einzuleiten. Zur Akuttherapie kommen Medikamente wie Triptane oder Schmerzmittel infrage, bei Übelkeit zusätzlich Mittel gegen Erbrechen. Bei häufigen oder besonders starken Anfällen kann eine vorbeugende Therapie mit speziellen Medikamenten sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Tabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 13720486
- Darreichungsform:
- Tabletten (Tabletten)
- Packungsgröße:
- 20 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 500 mg
- Marke:
- PARACETAMOL
- Hersteller:
- Fairmed Healthcare GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen sowie zum Leberkoma. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
Patienten mit Leber-/Nierenfunktionsstörung oder Gilbert (Meulengracht) -Syndrom: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt evtl. die Einzel-/Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Leichte bis mäßig starke Schmerzen, wie:
- Kopfschmerzen
- Regelschmerzen
- Zahnschmerzen
- Fieber
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 4-8 Jahren mit 17-25kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1/2 Tablette, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 8-11 Jahren mit 26-32kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1/2 Tablette, Gesamtdosis: 1-6 mal täglich (max. 3 Tabletten pro Tag), Zeitpunkt: im Abstand von 4-6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder von 11-12 Jahren mit 33-43kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43kg Körpergewicht, Einzeldosis: 1-2 Tabletten, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich, Zeitpunkt: im Abstand von 6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Er weist zudem geringe entzündungshemmende Eigenschaften auf. Er blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe im Körper, so genannter Prostaglandine. Diese sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen wesentlich beteiligt.
Nebenwirkungen
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Eingeschränkte Leberfunktion - (z.B. durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündung)
- Alkoholmissbrauch
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
- Erbliche Enzymstörung (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel)
- Blutarmut durch schnelleren Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
- Glutathion-Mangel
- Flüssigkeitsmangel
- Mangelernährung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 4 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Ältere Patienten: Das Arzneimittel ist mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Es gibt nach derzeitigen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass das Arzneimittel während der Stillzeit nicht angewendet werden darf.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Achtung: Bei regelmäßigem bzw. hohem Alkoholgenuss kann es durch eine evtl. schon bestehende Leberschädigung zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen, wenn das Arzneimittel noch zusätzlich angewendet wird.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Cluster-Kopfschmerz
Was ist das? - Definition Der sehr seltene Cluster-Kopfschmerz ist eine Erkrankung aus der Gruppe der sogenannten trigeminoautonomen Kopfschmerzen. Es kommt dabei zu Phasen mit häufigen, in einer Kopfhälfte ablaufenden, heftigen Schmerz-Attacken mit zusätzlichen Symptomen wie der Rötung eines Auges oder Naselaufen.
Krankheitsbild
Bei Cluster-Kopfschmerz erleiden Betroffene - mehr Männer als Frauen - meist für begrenzte Zeiträume von im Schnitt vier bis zwölf Wochen bis zu achtmal täglich heftige Kopfschmerz-Attacken. Oft ereignen sie sich in der Nacht, etwa ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, oder am frühen Morgen. Der Kopfschmerz tritt plötzlich auf und erreicht nach wenigen Minuten seinen Höhepunkt. Eine einzelne Attacke hält zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. Während der Attacken haben Patienten, anders als bei Migräne, meist einen ausgeprägten Bewegungsdrang.
Bei vier von fünf Patienten liegen zwischen Episoden mit Schmerz-Attacken - den namensgebenden Clustern (englisch = Anhäufungen) - symptomfreie Perioden von individuell unterschiedlicher Dauer. Es sind mindestens zwei Wochen, meist mehrere Monate, teils auch Jahre. In etwa einem Fünftel der Fälle treten Kopfschmerz-Attacken chronisch auf, also anhaltend. Betroffene haben länger als ein Jahr fast täglich Schmerzattacken. Beschwerdefreie Zeiträume dauern weniger als vier Wochen.
Symptome/Verlauf
Den Kopfschmerzcharakter beschreiben Betroffene als unerträglich reißend, bohrend, mitunter als brennend. Der Schmerz tritt stets in einer Kopfhälfte im Bereich des Auges, der Stirn sowie der Schläfe auf und er kann bis in den Nacken ausstrahlen. Dazu kommen weitere Beschwerden in der schmerzenden Kopfhälfte, zum Beispiel ein tränendes oder gerötetes Auge, ein laufendes oder verstopftes Nasenloch, Hautrötung, Verengung der Pupille, Lidschwellung, Herabhängen des Augenlides und Schwitzen im Gesicht. Auch Symptome wie Übelkeit oder vermehrte Licht- und Lärmempfindlichkeit ähnlich wie bei Migräne sind möglich. Zwischen den Schmerz-Attacken verspürt ein Teil der Patienten leichten Hintergrundschmerz. Im Frühjahr und Herbst treten Attacken-Phasen vermehrt auf.
Im Mittel beginnt Cluster-Kopfschmerz im Alter zwischen 28 und 30 Jahren, er kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter seinen Anfang nehmen. Bis zu 80 Prozent der Patienten leiden nach 15 Jahren noch immer an Cluster-Episoden. Allerdings lässt der Schmerz bei einigen Patienten in höherem Alter nach oder verschwindet. Bei bis zu zwölf Prozent der Fälle geht die zunächst episodische in eine anhaltende Verlaufsform über, seltener ist es umgekehrt.
Folgen/Komplikationen
Wird Cluster-Kopfschmerz nicht erkannt und angemessen behandelt, kann das im Laufe der Jahre schwerwiegende Folgen haben. In einem Beitrag auf der Webseite der Schmerzklinik Kiel ist von sozialer Isolation, Persönlichkeitsveränderung, Angst, Depression, Mutlosigkeit, Wut, Trauer, Verzweiflung und Aufgabe des Lebenswillens die Rede. Bleiben eine korrekte Diagnose und damit wirksame Behandlungen aus, kann die Schmerzerkrankung sogar zu Selbstmordgedanken führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Cluster-Kopfschmerzen kennt die Medizin bisher nicht. Als Auslöser stehen Störungen in bestimmten Bereichen des Mittelhirns im Verdacht, zumindest beteiligt sind wohl auch entzündliche Prozesse. Zudem verändert sich die Aktivität des unwillkürlichen Nervensystems im Gesichtsbereich. Zu möglichen äußeren Auslösern der Kopfschmerzattacken gehören unter anderem Alkohol, blendendes Licht, Rauchen oder einige Medikamente. Diese Faktoren wirken in den Kopfschmerzphasen, nicht aber in den beschwerdefreien Zwischenphasen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Wer unter ungewöhnlichen beziehungsweise extrem starken Kopfschmerzen leidet, sollte ärztlichen Rat einholen, etwa bei Neurologen oder auf Schmerztherapie spezialisierten Ärzten. Es ist nicht zu empfehlen, diese Schmerzen in Eigenregie mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu behandeln - diese wirken bei Cluster-Kopfschmerz nicht. Hier wirksame Arzneimittel sind verschreibungspflichtig.
Ein Schmerztagebuch kann helfen, Auslösefaktoren wie etwa Alkohol aufzuspüren und wenn möglich zu meiden. Da diese Faktoren individuell unterschiedlich sind, lassen sie sich mit dem Tagebuch am ehesten erkennen.
Zudem kann es helfen, sich bei Cluster-Kopfschmerzen an Selbsthilfegruppen zu wenden. Finden kann man sie zum Beispiel über die Webseite www.clusterkopf.de des Bundesverbandes der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e. V.
Das macht der Arzt:
Ärzte stellen die Diagnose vor allem anhand der vom Patienten beschriebenen Symptome. Zusätzliche Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT dienen dem Ausschluss anderer Schmerzursachen. Denn auch Tumore oder bestimmte Blutgefäßveränderungen können die ungewöhnlichen Kopfschmerzen möglicherweise erklären.
Steht fest, dass Patienten an Cluster-Kopfschmerzen leiden, bekommen sie geeignete Arzneimittel zur Akutbehandlung und bei Bedarf zur Vorsorge verschrieben. Gegen akute Schmerzattacken wirkt außerdem eine Sauerstoffgabe über eine Mund-Nasen-Maske. Patienten sollten im Therapieverlauf zu den ärztlich empfohlenen Kontrolluntersuchungen gehen.
Lassen sich die Schmerzen trotz solcher Mittel nicht ausreichend kontrollieren, gibt es zudem die Möglichkeit, Nervenstimulationsmethoden einzusetzen.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kopfschmerzen
Was ist das? - Definition Kopfschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Kopfes, die in Intensität, Dauer und Ursache stark variieren können. Sie gehören zu den häufigsten Beschwerden weltweit und betreffen Menschen jeden Alters.
Krankheitsbild
Kopfschmerzen treten in verschiedenen Formen auf. Man unterscheidet zwischen primären Kopfschmerzen, wie Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Clusterkopfschmerzen, und sekundären Kopfschmerzen, die durch andere Erkrankungen wie Infektionen oder Verletzungen verursacht werden. Spannungskopfschmerzen sind am weitesten verbreitet und äußern sich meist als beidseitiger, dumpfer Druck. Migräne tritt in der Regel einseitig und pulsierend auf und kann mit weiteren Symptomen einhergehen. Clusterkopfschmerzen sind seltener, aber sehr intensiv und treten in wiederkehrenden Phasen auf.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Art des Kopfschmerzes. Zu den häufigen Symptomen zählen:
- Dumpfer oder drückender Schmerz bei Spannungskopfschmerzen
- Pulsierender, meist einseitiger Schmerz bei Migräne
- Starke, stechende Schmerzen bei Clusterkopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Geräuschempfindlichkeit
- Sehstörungen wie Flimmern oder Lichtblitze
- Konzentrationsprobleme
- Schwindel
Der Verlauf kann akut, episodisch oder chronisch sein. Chronische Kopfschmerzen treten an mehr als 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate auf.
Folgen/Komplikationen
Häufige oder unbehandelte Kopfschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Betroffene leiden oft unter Schlafproblemen, verminderter Leistungsfähigkeit und sozialem Rückzug. In schweren Fällen kann es zu depressiven Verstimmungen kommen. Sekundäre Kopfschmerzen können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Auslöser sind vielfältig. Primäre Kopfschmerzen entstehen oft durch eine Kombination aus Veranlagung und äußeren Einflüssen. Sekundäre Kopfschmerzen haben eine konkrete Ursache. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Stress, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel, hormonelle Schwankungen, Verspannungen, Bildschirmarbeit, ungesunde Ernährung, Alkohol, Wetterumschwünge und übermäßiger Medikamentengebrauch.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch gezielte Fragen, körperliche Untersuchungen und gegebenenfalls bildgebende Verfahren die Ursache klären. Er verschreibt bei Bedarf Medikamente, etwa Gruppen der nichtsteroidale Antirheumatika oder Triptanen.
Das kann man selbst tun: Auf ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Entspannungstechniken und eine gute Flüssigkeitszufuhr achten. Grenzen sind erreicht, wenn die Schmerzen sehr stark sind, plötzlich auftreten, mit neurologischen Ausfällen einhergehen oder regelmäßig wiederkehren. Dann ist ärztliche Hilfe notwendig.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Migräne
Was ist das? - Definition Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in wiederkehrenden Attacken mit starken, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen auftritt. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen hinzu.
Krankheitsbild
Typisch für Migräne sind starke, meist einseitige, pulsierende Schmerzen, die Betroffene regelrecht lahmlegen. Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: In Deutschland sind rund 8 Millionen Menschen betroffen
- Frauen fast dreimal häufiger als Männer. Am häufigsten treten die Anfälle zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf, aber auch Kinder und Jugendliche können Migräne entwickeln. Migräneattacken dauern mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen. Zwischen den Anfällen sind die meisten beschwerdefrei.
Symptome/Verlauf
Ein Migräneanfall zeigt sich durch pulsierende oder pochende Schmerzen, die meist auf einer Kopfseite auftreten, und eine mittlere bis starke Schmerzintensität, die sich bei Bewegung noch verstärkt. Häufig kommen Übelkeit, manchmal sogar Erbrechen, hinzu. Typisch ist auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Viele Betroffene leiden außerdem unter Konzentrationsproblemen, Müdigkeit oder Erschöpfung. Zum Teil treten zusätzlich Sehstörungen in Form einer Aura, Kribbelgefühle oder Sprachprobleme auf.
Der Verlauf gliedert sich oft in typische Phasen:
- Vorbotenphase: Stunden bis Tage vor dem Anfall können Müdigkeit, Reizbarkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen auftreten.
- Aura: Bei etwa jedem vierten Betroffenen kommt es zu vorübergehenden Sehstörungen (z. B. Flimmern, Lichtblitze), Kribbeln oder Sprachstörungen.
- Kopfschmerzphase: Heftige, meist einseitige Schmerzen, verstärkt durch Bewegung, oft begleitet von Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Dauer: 4 bis 72 Stunden.
- Erholungsphase: Nach Abklingen der Schmerzen fühlen sich viele noch eine Weile erschöpft. Mit zunehmendem Alter nehmen Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle oft ab.
Folgen/Komplikationen
Migräne kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Die Teilnahme an Beruf, Schule und sozialem Leben kann stark beeinträchtigt sein. Viele Betroffene leiden unter dem Druck, den nächsten Anfall zu erwarten.
Wichtig: Plötzlich auftretende, ungewohnt starke Kopfschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie können auch andere Ursachen haben und beispielsweise auf eine ernste Erkrankung wie eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung hinweisen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig verstanden. Experten gehen von einer Fehlregulation bestimmter Nervenbotenstoffe wie Serotonin aus. Sicher ist, dass verschiedene Faktoren, sogenannte Trigger, Anfälle auslösen oder verstärken können:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt oft familiär gehäuft auf.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen spielen Menstruation, Schwangerschaft oder hormonelle Verhütung eine Rolle.
- Stress und emotionale Belastung: Psychischer Druck ist ein häufiger Auslöser.
- Lebensmittel und Alkohol: Rotwein, Schokolade, reifer Käse oder Glutamat können Trigger sein.
- Schlafprobleme: Zu wenig, zu viel oder unregelmäßiger Schlaf begünstigt Anfälle.
- Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, grelles Licht, Lärm oder starke Gerüche wirken belastend.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Migräne können durch einige Maßnahmen versuchen die Häufigkeit und Stärke der Anfälle zu verringern und die Lebensqualität wieder zu verbessern:
- ein regelmäßiger Schlaf
- -Wach
- -Rhythmus
- Stressabbau durch Entspannungstechniken
- Regelmäßiger Ausdauersport
- ein Migränetagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Meiden individueller Trigger
- Während des Anfalls: Rückzug in einen dunklen, ruhigen Raum
Was der Arzt tun kann:
Ein Arzt kann helfen, Migräne klar von anderen Kopfschmerzarten abzugrenzen und eine passende Behandlung einzuleiten. Zur Akuttherapie kommen Medikamente wie Triptane oder Schmerzmittel infrage, bei Übelkeit zusätzlich Mittel gegen Erbrechen. Bei häufigen oder besonders starken Anfällen kann eine vorbeugende Therapie mit speziellen Medikamenten sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.