PIRACETAM-ratiopharm 1200 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 03942464
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 1200 mg
- Marke:
- PIRACETAM-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Durchfall, Schlafstörungen, Nervosität, Angstgefühle und aggressives Verhalten. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Demenz:
Demenz - bei schweren Formen:
Zustand nach Gehirnerschütterung:
Zustand nach Gehirnerschütterung - bei schweren Formen:
Muskelzuckung (krankhaft):
Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche):
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Demenz, vor allem mit Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen
- Muskelzuckung (krankhaft), unterstützende Behandlung
- Zustand nach Gehirnerschütterung, unterstützende Behandlung
- Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 6 Jahre, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-3 mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, evtl. auch mittags, zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verbessert die Sauerstoff- und Energiezufuhr im Gehirn und beeinflusst günstig die Fließeigenschaften des Blutes. Dadurch kann die Durchblutung gesteigert und die Hirnfunktion verbessert werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Durchfälle
- Gewichtszunahme
- Schwindel
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Nervosität
- Unruhe
- Aggressives Verhalten
- Depressionen
- Angstzustände
- Bluthochdruck
- Niedriger Blutdruck
- Störungen der Sexualfunktion
- Allgemeine Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Hirnblutungen
- Chorea Huntington
- Nierenversagen
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutgerinnungsstörung
- Unruhe
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Bevorstehende größere Operation
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Alzheimer-Krankheit
Was ist das? - Definition Bei etwa zwei Dritteln aller Demenz-Fälle liegt die Alzheimer-Krankheit vor. Es handelt sich um eine langsam fortschreitende degenerative Hirnerkrankung, in deren Verlauf immer mehr Nervenzellen absterben. Das führt zu Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Orientierungsstörungen, Unruhe und Sprachproblemen, vermehrter Infektanfälligkeit bis hin zu umfassender Pflegebedürftigkeit.
Krankheitsbild
Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind schleichende Veränderungen im Gehirngewebe, die zunehmend zum Absterben von Nervenzellen führen. Dabei treten Krankheitssymptome wie vor allem der Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit immer deutlicher hervor.
Erstmals beschrieben hat die Krankheit im Jahr 1906 der Arzt Alois Alzheimer ausgehend vom Fall seiner mit 56 Jahren verstorbenen Patientin Auguste Deter. Sie litt an einer seltenen Frühform der Erkrankung. Üblicherweise tritt eine Demenz wie etwa die Alzheimer-Demenz in höherem Alter auf. So waren im Jahr 2021 in Europa etwa 1,9 Prozent aller Menschen zwischen 65 bis 69 Jahren an Demenz erkrankt, in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen dagegen etwa 14 Prozent.
Für die Alzheimer-Krankheit typische Veränderungen im Hirngewebe beginnen allerdings schon Jahre vor ersten Symptomen. Hinweise darauf haben unter anderem deutsche Forscher der Universität Bochum und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg gefunden. Sie untersuchten Blutproben von Menschen, die Jahre nach der Entnahme der Proben die Alzheimer-Krankheit entwickelten. Schon 17 Jahre zuvor lagen in ihrem Blut auf Alzheimer hinweisende Veränderungen bestimmter Proteine vor.
Symptome/Verlauf
Ein Demenzleiden wie die Alzheimer-Krankheit verläuft typischerweise in mehreren Phasen.
- Leichte geistige Beeinträchtigung: Das Kurzzeitgedächtnis verliert an Leistungskraft, es gibt erste Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit oder Orientierung. Oft fällt das zuerst nahen Angehörigen auf. Betroffene können selbständig leben und benötigen nur bei komplizierten Tätigkeiten Hilfe. Die leichte Beeinträchtigung der geistigen Leistung kann Vorzeichen eines kommenden Demenzleidens wie der Alzheimer-Krankheit sein.
- Leichte Demenz: Die Vergesslichkeit im Alltag nimmt zu, dass Kurzeitgedächtnis verliert merklich an Leistungsfähigkeit. Auch bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung gibt es verstärkt Probleme. Die Alltagsfähigkeiten leiden, es wird dabei mehr Hilfe benötigt. Betroffene merken die Veränderung, werden reizbarer und ziehen sich zurück.
- Mittelgradige Demenz: Hier ist neben dem Kurzeit- auch das Langzeitgedächtnis immer mehr eingeschränkt. Einst bekannte Gesichter werden nicht mehr erkannt, auch in vertrauter Umgebung treten Orientierungsprobleme auf. Das Wesen verändert sich, Betroffene werden deutlich unruhiger, misstrauischer und reizbarer. Zudem schlafen sie unregelmäßiger und brauchen im Alltag vielfältige Unterstützung.
- Schwere Demenz: In dieser Phase sind Alzheimer-Patienten bei Alltagstätigkeiten vollständig auf fremde Hilfe angewiesen. Sie können Gedanken kaum oder gar nicht mehr mitteilen, erkennen selbst nahe Angehörige nicht mehr, der Tag-Nacht-Rhythmus ist massiv gestört, die Betroffenen haben keine zeitliche und räumliche Orientierung, leben nur noch im Augenblick.
Die Symptome können gerade zu Beginn individuell unterschiedlich sein. Manchmal zeigen sich zuerst vor allem Gedächtnisprobleme oder aber eher Verhaltensänderungen. Was immer gilt: Die Symptome nehmen mit der Zeit zu.
Folgen/Komplikationen
Schreitet die Alzheimer-Krankheit voran, kann es neben der deutlich eingeschränkten geistigen Leistungsfähigkeit zu Inkontinenz und Schluckstörungen kommen. Betroffene werden zudem anfälliger für Infekte wie etwa Lungeninfektionen, die bei Betroffenen letztlich oft die Todesursache sind. Im Jahr 2023 wurden rund sieben Prozent aller Sterbefälle auf ein Demenzleiden wie die Alzheimer-Krankheit zurückgeführt.
Ursachen/Risikofaktoren
Als ein Grund für den Untergang zahlreicher Nervenzellen bei der Alzheimer-Krankheit gilt die Ablagerung fehlgefalteter, sich verklumpender Proteine (Amyloid-beta) um Nervenzellen herum und die Entstehung fädiger Proteineinlagerungen (Tau-Protein) in Nervenzellen. Was genau diese Entwicklung in Gang setzt und was alles die Krankheit fördert, wird nach wie vor intensiv erforscht. So gibt es beispielsweise Hinweise, dass die Eiweißablagerungen zu einer Entzündungsreaktion der umliegenden Immunzellen führen, die wiederum das Fortschreiten der Krankheit fördern kann. Zudem kennt man einige für Alzheimer typische Veränderungen bei Hirnbotenstoffen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Der Alzheimer Forschung Initiative e. V. zufolge ließen sich womöglich bis zu 45 Prozent aller Demenz-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern. Dazu gehört unter anderem, das Rauchen aufzugeben, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Cholesterinwerte im Blut zu behandeln, sich regelmäßig zu bewegen, geistig und sozial aktiv zu sein sowie bei Hörproblemen früh Hörhilfen zu nutzen. Eine Anlaufstelle für alle, denen ihr Gedächtnis Sorgen bereitet, ist neben dem Hausarzt und Neurologen auch eine Gedächtnisambulanz, die man mit dieser Bezeichnung für sein Umfeld im Internet suchen kann.
Wichtig für Angehörige ist, sich über Demenzerkrankungen etwa unter www.alzheimer-forschung.de und über die Vielfalt von Pflegeangeboten etwa unter www.pflege.de zu informieren. Auch hilfreich ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie etwa Pflegestützpunkte.
Das macht der Arzt:
Klagen Patienten über Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, müssen Ärztinnen und Ärzte die vielen möglichen Ursachen dafür prüfen. Oft liegt gar keine Demenz vor, sondern zum Beispiel starker Stress, Schlafmangel, der Mangel an bestimmten Vitaminen oder Eisen, eine Depression oder Schilddrüsenfehlfunktionen.
Sind solche Ursachen ausgeschlossen, kommen bestimmte Tests für die geistige Leistung und weiteren Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT zum Einsatz, um zu prüfen, ob eine Demenz vorliegt und welche Form. Speziell bei Alzheimer gibt es zudem die Möglichkeit, nach typischen Proteinfragmenten in Nervenwasser-Proben zu suchen.
Heilung gibt es besonders bei der Alzheimer-Krankheit nicht. Einige Medikamente können die Symptome zeitweise etwas bessern, indem sie bestimmte Hirnbotenstoffe beeinflussen. Zudem gibt es in frühen Stadien die Möglichkeit, mit speziellen Arzneimitteln Amyloid-Ablagerungen im Gehirn abzubauen und so den Krankheitsverlauf etwas zu bremsen. Wichtig ist dazu eine gute ärztliche Beratung. Nützlich sind auch nicht medikamentöse Verfahren wie etwa Ergo- oder Musiktherapie.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Demenz
Was ist das? - Definition Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit fortschreitenden Verlusten geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken und Orientierung einhergehen. Diese entstehen bei allen Demenzerkrankungen durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, doch man kann das Demenz-Risiko durch Vorsorgemaßnahmen etwas verringern.
Krankheitsbilder
Je nach Demenzform zeigen sich unterschiedliche Krankheitsbilder.
- Alzheimer-Erkrankung: Durch Ablagerungen bestimmter Proteine im Gehirn (Amyloid-beta und Tau-Protein) sterben langsam, aber fortlaufend Nervenzellen ab. Dies beeinträchtigt mit den Jahren zunehmend die geistige Leistungsfähigkeit. Die Alzheimer-Krankheit stellt die häufigste Demenzform dar und tritt typischerweise in höherem Alter auf.
- Vaskuläre Demenz: Infolge von Durchblutungsstörungen im Gehirn etwa bei einem Schlaganfall oder chronischen Blutgefäßerkrankungen sterben Teile des Nervengewebes ab, was zu verschiedenen neurologischen Ausfällen wie etwa Lähmungen, Sprach- und Schluckstörungen oder Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit führt.
- Lewy-Körper-Demenz: Symptome dieses seltenen Leidens ähneln denen der Alzheimer- und der Parkinson-Krankheit. In Nervenzellen der Großhirnrinde finden sich Einschlüsse bestimmter Proteine (Alpha-Synuclein), die auch bei der Parkinson-Krankheit vorkommen, aber an anderer Stelle.
- Frontotemporale Demenz: Auch bei dieser seltenen Demenzform lagern sich bestimmte Proteine im Gehirn ab, besonders auch in für das Verhalten und Sprache wichtigen Bereichen. Die Erkrankung bricht häufig bereits vor dem 65. Lebensjahr aus.
- Parkinson-Demenz: Als Folge der zunächst vor allem durch Bewegungsstörungen gekennzeichneten Erkrankung kann sich möglicherweise auch eine Demenz entwickeln. Es sterben in einem bestimmten Hirnbereich Nervenzellen ab, die den Hirnbotenstoff Dopamin nutzen. In den Nervenzellen finden sich Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein. Die meisten von Parkinson Betroffenen erkranken um das sechzigste Lebensjahr herum.
- Chronisch Traumatische Enzephalopathie: Wiederholte Stöße gegen den Kopf etwa bei Kontaktsportarten beeinträchtigen womöglich Nervenzellverbindungen. Letztlich kann das zu Ablagerungen bestimmter Proteine (Tau-Proteine) in Nervenzellen führen und diese schädigen. Eine Demenz-Erkrankung mit Parkinson ähnelnden Symptomen kann entstehen.
- Mischformen: Patienten können auch an verschiedene Demenzformen erkranken, etwa an der Alzheimer-Krankheit und Vaskulärer Demenz.
Symptome/Verlauf
je nach Ursache einer Demenz-Erkrankung und individueller Situation der Patienten unterscheiden sich Symptome und Verlauf. In jedem Fall nimmt die geistige Leistungsfähigkeit meist über Jahre hinweg ab. Es leiden das Kurzeit- und dann das Langzeitgedächtnis. Gesichter werden schlechter oder gar nicht mehr erkannt, schließlich auch bei sehr vertrauten Menschen. Zudem verlieren Patienten die Fähigkeit, komplizierte und später auch einfache Alltagstätigkeiten auszuüben, etwa Banküberweisungen durchzuführen, Mahlzeiten zuzubereiten oder sich richtig anzukleiden.
Was ebenfalls leidet, ist die zeitliche und räumliche Orientierung. Betroffene wissen immer öfter nicht den aktuellen Wochentag oder Monat. Zudem finden sie sich zunächst in fremder und später in vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht. Verloren geht oft auch ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus. Was besonders Angehörige belastet: Bei an Demenz erkrankten Menschen kann sich die Persönlichkeit verändern, sie ziehen sich zurück, werden fahriger und aggressiver, entwickeln teils Wahnvorstellungen und werden teilnahmsloser.
Folgen/Komplikationen
Menschen mit schwerer Demenz werden wegen fehlender geistiger Leistungsfähigkeit und körperlicher Einschränkungen in erheblichen Maße pflegebedürftig, teils sind sie sogar bettlägerig. Zu den häufigsten Todesursachen gehört die Lungenentzündung. Der Grund: Im Endstadium einer Demenz werden Betroffene anfälliger für Infektionskrankheiten. Und es besteht die Gefahr, dass sich sie sich häufiger verschlucken, es geraten Speichel, Flüssigkeit und Nahrung in die Luftröhre sowie in die Lunge. Auch das kann dort Entzündungen hervorrufen. Zudem steigt bei fortschreitender Demenz die Gefahr von Harnwegsinfektionen, Organversagen und von Stürzen mit Knochenbrüchen.
Ursachen/Risikofaktoren
Es gibt unterschiedliche Ursachen für die verschiedenen Demenz-Erkrankungen. Stets aber sterben vermehrt Nervenzellen ab. Teils liegt das an Durchblutungsstörungen im Gehirn wie bei Vaskulärer Demenz, oft an schädlichen Proteinablagerungen im Hirngewebe wie bei der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit. Was solche Ablagerungen hervorruft und welche anderen Ursachen es noch gibt, wird weiter intensiv erforscht. In einigen Fällen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Der Alzheimer Forschung Initiative e. V. zufolge ließen sich womöglich bis zu 45 Prozent aller Demenz-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern. Dazu gehört unter anderem, das Rauchen aufzugeben, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Cholesterinwerte im Blut zu behandeln, sich regelmäßig zu bewegen, geistig und sozial aktiv zu sein sowie bei Hörproblemen früh Hörhilfen zu nutzen.
Wichtig für Angehörige ist, sich über Demenzerkrankungen etwa unter www.alzheimer-forschung.de und über die Vielfalt von Pflegeangeboten etwa unter www.pflege.de zu informieren. Auch hilfreich ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie etwa Pflegestützpunkte. Eine Anlaufstelle für alle, denen ihr Gedächtnis Sorgen bereitet, ist neben dem Hausarzt und Neurologen auch eine Gedächtnisambulanz, die man mit dieser Bezeichnung für sein Umfeld im Internet suchen kann.
Das macht der Arzt:
Klagen Patienten über Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, müssen Ärztinnen und Ärzte die vielen möglichen Ursachen dafür prüfen. Oft liegt gar keine Demenz vor, sondern zum Beispiel starker Stress, Schlafmangel, der Mangel an bestimmten Vitaminen, eine Depression oder Schilddrüsenfehlfunktionen.
Sind solche Ursachen ausgeschlossen, kommen bestimmte Tests für die geistige Leistung und weiteren Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT zum Einsatz, um zu prüfen, ob eine Demenz vorliegt und welche Form.
Heilung gibt es bei Demenz-Erkrankungen nicht. Aber die Symptome und die Lebenssituation lassen sich verbessern. Wichtig ist dazu eine gute ärztliche Beratung.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Legasthenie
Was ist das? - Definition Legasthenie, auch Lese-Rechtschreibstörung genannt, ist eine Entwicklungsstörung, bei der das Gehirn Sprache anders verarbeitet. Betroffene Kinder und Erwachsene haben anhaltende Schwierigkeiten beim flüssigen Lesen, beim Textverständnis und/oder bei der Rechtschreibung. Diese Probleme bestehen trotz normaler Förderung und ausreichender Anstrengung deutlich länger als die üblichen Anfangsschwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen.
Krankheitsbild
Legasthenie, auch Lese-Rechtschreibstörung genannt, ist eine Entwicklungsstörung. Das Gehirn von Betroffenen verarbeitet Sprache anders. Sie haben Probleme beim flüssigen Lesen von Texten, Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis und/oder Rechtschreibfertigkeit. Diese Schwierigkeiten bleiben bestehen, obwohl die Kinder normal gefördert werden und sich anstrengen. Sie dauern deutlich länger an als die üblichen Anfangsschwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen.
Symptome / Verlauf
Kinder und Erwachsene mit Legasthenie machen beim Lesen deutlich häufiger und hartnäckiger Fehler als Gleichaltrige. Typisch sind zum Beispiel langsames, stockendes Lesen, häufiges Verlieren der Zeile im Text, Auslassen oder Vertauschen von Buchstaben, Silben oder ganzen Wörtern sowie Probleme beim Verstehen und Wiedergeben des Gelesenen.
Beim Schreiben zeigen sich Schwierigkeiten wie Verwechslung ähnlich aussehender Buchstaben, Fehler bei der Rechtschreibung trotz Übung und oft eine unleserliche Handschrift. Diese Probleme bestehen in der Regel über einen langen Zeitraum und lassen sich nicht allein durch mehr Übung beheben.
Folgen / Komplikationen
Die anhaltenden Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können sich negativ auf den Schulerfolg und das Selbstwertgefühl auswirken. Kinder und Jugendliche können Angst vor schulischen Anforderungen entwickeln und vermeiden möglicherweise Situationen, in denen Lesen und Schreiben im Vordergrund stehen. Da Lesen und Schreiben in nahezu allen Fächern gebraucht werden, kann sich Legasthenie auch auf andere Lernbereiche auswirken, zum Beispiel auf das Erlernen von Fremdsprachen oder Rechenaufgaben, die Textverständnis erfordern.
Ursachen / Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Legasthenie sind noch nicht vollständig geklärt, es handelt sich aber um ein multifaktorielles Geschehen mit genetischen und neurobiologischen Einflüssen. Wenn ein Elternteil Legasthenie hat, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch ein Kind eine Lese- und Rechtschreibstörung entwickelt. Dennoch führt genetische Veranlagung nicht immer zwangsläufig dazu.
Neuere Forschung zeigt zudem Unterschiede in der Funktionsweise bestimmter Hirnprozesse bei Menschen mit Legasthenie; diese betreffen unter anderem die Verarbeitung von Sprachlauten, die Wahrnehmung und das Arbeitsgedächtnis und beeinflussen damit das Erlernen der Schriftsprache. Nicht selten liegt bei Kindern mit Legasthenie auch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Diagnose wird beispielsweise in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie gestellt. Spezielle Therapieprogramme setzen direkt bei den Lese- und Schreibproblemen an. Sie können helfen, die Schwierigkeiten deutlich zu verringern und neue Strategien zu entwickeln, mit denen das Kind besser umgehen kann.
Das kann man selbst tun: Betroffene und ihre Familien können regelmäßiges, aber stressfreies Üben mit geeigneten Materialien in den Alltag integrieren. Das Einüben von Lesestrategien, das laute Lesen in kleinen Schritten und das bewusste Trainieren von Rechtschreibregeln können helfen. Darüber hinaus ist es wichtig, Erfolge zu betonen und Frustrationserlebnisse zu reduzieren. Eltern können betroffene Kinder wirksam unterstützen, indem sie das Selbstwertgefühl stärken, verständnisvoll reagieren und bei der Suche nach gezielter fachlicher Hilfe mitwirken.
Bearbeitungsstand: 17.03.2026
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 03942464
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 1200 mg
- Marke:
- PIRACETAM-ratiopharm
- Hersteller:
- ratiopharm GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Übelkeit, Durchfall, Schlafstörungen, Nervosität, Angstgefühle und aggressives Verhalten. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Demenz:
Demenz - bei schweren Formen:
Zustand nach Gehirnerschütterung:
Zustand nach Gehirnerschütterung - bei schweren Formen:
Muskelzuckung (krankhaft):
Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche):
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Demenz, vor allem mit Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen
- Muskelzuckung (krankhaft), unterstützende Behandlung
- Zustand nach Gehirnerschütterung, unterstützende Behandlung
- Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 6 Jahre, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-3 mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, evtl. auch mittags, zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verbessert die Sauerstoff- und Energiezufuhr im Gehirn und beeinflusst günstig die Fließeigenschaften des Blutes. Dadurch kann die Durchblutung gesteigert und die Hirnfunktion verbessert werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Durchfälle
- Gewichtszunahme
- Schwindel
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Nervosität
- Unruhe
- Aggressives Verhalten
- Depressionen
- Angstzustände
- Bluthochdruck
- Niedriger Blutdruck
- Störungen der Sexualfunktion
- Allgemeine Schwäche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Hirnblutungen
- Chorea Huntington
- Nierenversagen
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutgerinnungsstörung
- Unruhe
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Bevorstehende größere Operation
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Alzheimer-Krankheit
Was ist das? - Definition Bei etwa zwei Dritteln aller Demenz-Fälle liegt die Alzheimer-Krankheit vor. Es handelt sich um eine langsam fortschreitende degenerative Hirnerkrankung, in deren Verlauf immer mehr Nervenzellen absterben. Das führt zu Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Orientierungsstörungen, Unruhe und Sprachproblemen, vermehrter Infektanfälligkeit bis hin zu umfassender Pflegebedürftigkeit.
Krankheitsbild
Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind schleichende Veränderungen im Gehirngewebe, die zunehmend zum Absterben von Nervenzellen führen. Dabei treten Krankheitssymptome wie vor allem der Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit immer deutlicher hervor.
Erstmals beschrieben hat die Krankheit im Jahr 1906 der Arzt Alois Alzheimer ausgehend vom Fall seiner mit 56 Jahren verstorbenen Patientin Auguste Deter. Sie litt an einer seltenen Frühform der Erkrankung. Üblicherweise tritt eine Demenz wie etwa die Alzheimer-Demenz in höherem Alter auf. So waren im Jahr 2021 in Europa etwa 1,9 Prozent aller Menschen zwischen 65 bis 69 Jahren an Demenz erkrankt, in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen dagegen etwa 14 Prozent.
Für die Alzheimer-Krankheit typische Veränderungen im Hirngewebe beginnen allerdings schon Jahre vor ersten Symptomen. Hinweise darauf haben unter anderem deutsche Forscher der Universität Bochum und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg gefunden. Sie untersuchten Blutproben von Menschen, die Jahre nach der Entnahme der Proben die Alzheimer-Krankheit entwickelten. Schon 17 Jahre zuvor lagen in ihrem Blut auf Alzheimer hinweisende Veränderungen bestimmter Proteine vor.
Symptome/Verlauf
Ein Demenzleiden wie die Alzheimer-Krankheit verläuft typischerweise in mehreren Phasen.
- Leichte geistige Beeinträchtigung: Das Kurzzeitgedächtnis verliert an Leistungskraft, es gibt erste Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit oder Orientierung. Oft fällt das zuerst nahen Angehörigen auf. Betroffene können selbständig leben und benötigen nur bei komplizierten Tätigkeiten Hilfe. Die leichte Beeinträchtigung der geistigen Leistung kann Vorzeichen eines kommenden Demenzleidens wie der Alzheimer-Krankheit sein.
- Leichte Demenz: Die Vergesslichkeit im Alltag nimmt zu, dass Kurzeitgedächtnis verliert merklich an Leistungsfähigkeit. Auch bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung gibt es verstärkt Probleme. Die Alltagsfähigkeiten leiden, es wird dabei mehr Hilfe benötigt. Betroffene merken die Veränderung, werden reizbarer und ziehen sich zurück.
- Mittelgradige Demenz: Hier ist neben dem Kurzeit- auch das Langzeitgedächtnis immer mehr eingeschränkt. Einst bekannte Gesichter werden nicht mehr erkannt, auch in vertrauter Umgebung treten Orientierungsprobleme auf. Das Wesen verändert sich, Betroffene werden deutlich unruhiger, misstrauischer und reizbarer. Zudem schlafen sie unregelmäßiger und brauchen im Alltag vielfältige Unterstützung.
- Schwere Demenz: In dieser Phase sind Alzheimer-Patienten bei Alltagstätigkeiten vollständig auf fremde Hilfe angewiesen. Sie können Gedanken kaum oder gar nicht mehr mitteilen, erkennen selbst nahe Angehörige nicht mehr, der Tag-Nacht-Rhythmus ist massiv gestört, die Betroffenen haben keine zeitliche und räumliche Orientierung, leben nur noch im Augenblick.
Die Symptome können gerade zu Beginn individuell unterschiedlich sein. Manchmal zeigen sich zuerst vor allem Gedächtnisprobleme oder aber eher Verhaltensänderungen. Was immer gilt: Die Symptome nehmen mit der Zeit zu.
Folgen/Komplikationen
Schreitet die Alzheimer-Krankheit voran, kann es neben der deutlich eingeschränkten geistigen Leistungsfähigkeit zu Inkontinenz und Schluckstörungen kommen. Betroffene werden zudem anfälliger für Infekte wie etwa Lungeninfektionen, die bei Betroffenen letztlich oft die Todesursache sind. Im Jahr 2023 wurden rund sieben Prozent aller Sterbefälle auf ein Demenzleiden wie die Alzheimer-Krankheit zurückgeführt.
Ursachen/Risikofaktoren
Als ein Grund für den Untergang zahlreicher Nervenzellen bei der Alzheimer-Krankheit gilt die Ablagerung fehlgefalteter, sich verklumpender Proteine (Amyloid-beta) um Nervenzellen herum und die Entstehung fädiger Proteineinlagerungen (Tau-Protein) in Nervenzellen. Was genau diese Entwicklung in Gang setzt und was alles die Krankheit fördert, wird nach wie vor intensiv erforscht. So gibt es beispielsweise Hinweise, dass die Eiweißablagerungen zu einer Entzündungsreaktion der umliegenden Immunzellen führen, die wiederum das Fortschreiten der Krankheit fördern kann. Zudem kennt man einige für Alzheimer typische Veränderungen bei Hirnbotenstoffen.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Der Alzheimer Forschung Initiative e. V. zufolge ließen sich womöglich bis zu 45 Prozent aller Demenz-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern. Dazu gehört unter anderem, das Rauchen aufzugeben, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Cholesterinwerte im Blut zu behandeln, sich regelmäßig zu bewegen, geistig und sozial aktiv zu sein sowie bei Hörproblemen früh Hörhilfen zu nutzen. Eine Anlaufstelle für alle, denen ihr Gedächtnis Sorgen bereitet, ist neben dem Hausarzt und Neurologen auch eine Gedächtnisambulanz, die man mit dieser Bezeichnung für sein Umfeld im Internet suchen kann.
Wichtig für Angehörige ist, sich über Demenzerkrankungen etwa unter www.alzheimer-forschung.de und über die Vielfalt von Pflegeangeboten etwa unter www.pflege.de zu informieren. Auch hilfreich ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie etwa Pflegestützpunkte.
Das macht der Arzt:
Klagen Patienten über Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, müssen Ärztinnen und Ärzte die vielen möglichen Ursachen dafür prüfen. Oft liegt gar keine Demenz vor, sondern zum Beispiel starker Stress, Schlafmangel, der Mangel an bestimmten Vitaminen oder Eisen, eine Depression oder Schilddrüsenfehlfunktionen.
Sind solche Ursachen ausgeschlossen, kommen bestimmte Tests für die geistige Leistung und weiteren Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT zum Einsatz, um zu prüfen, ob eine Demenz vorliegt und welche Form. Speziell bei Alzheimer gibt es zudem die Möglichkeit, nach typischen Proteinfragmenten in Nervenwasser-Proben zu suchen.
Heilung gibt es besonders bei der Alzheimer-Krankheit nicht. Einige Medikamente können die Symptome zeitweise etwas bessern, indem sie bestimmte Hirnbotenstoffe beeinflussen. Zudem gibt es in frühen Stadien die Möglichkeit, mit speziellen Arzneimitteln Amyloid-Ablagerungen im Gehirn abzubauen und so den Krankheitsverlauf etwas zu bremsen. Wichtig ist dazu eine gute ärztliche Beratung. Nützlich sind auch nicht medikamentöse Verfahren wie etwa Ergo- oder Musiktherapie.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Demenz
Was ist das? - Definition Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit fortschreitenden Verlusten geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken und Orientierung einhergehen. Diese entstehen bei allen Demenzerkrankungen durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, doch man kann das Demenz-Risiko durch Vorsorgemaßnahmen etwas verringern.
Krankheitsbilder
Je nach Demenzform zeigen sich unterschiedliche Krankheitsbilder.
- Alzheimer-Erkrankung: Durch Ablagerungen bestimmter Proteine im Gehirn (Amyloid-beta und Tau-Protein) sterben langsam, aber fortlaufend Nervenzellen ab. Dies beeinträchtigt mit den Jahren zunehmend die geistige Leistungsfähigkeit. Die Alzheimer-Krankheit stellt die häufigste Demenzform dar und tritt typischerweise in höherem Alter auf.
- Vaskuläre Demenz: Infolge von Durchblutungsstörungen im Gehirn etwa bei einem Schlaganfall oder chronischen Blutgefäßerkrankungen sterben Teile des Nervengewebes ab, was zu verschiedenen neurologischen Ausfällen wie etwa Lähmungen, Sprach- und Schluckstörungen oder Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit führt.
- Lewy-Körper-Demenz: Symptome dieses seltenen Leidens ähneln denen der Alzheimer- und der Parkinson-Krankheit. In Nervenzellen der Großhirnrinde finden sich Einschlüsse bestimmter Proteine (Alpha-Synuclein), die auch bei der Parkinson-Krankheit vorkommen, aber an anderer Stelle.
- Frontotemporale Demenz: Auch bei dieser seltenen Demenzform lagern sich bestimmte Proteine im Gehirn ab, besonders auch in für das Verhalten und Sprache wichtigen Bereichen. Die Erkrankung bricht häufig bereits vor dem 65. Lebensjahr aus.
- Parkinson-Demenz: Als Folge der zunächst vor allem durch Bewegungsstörungen gekennzeichneten Erkrankung kann sich möglicherweise auch eine Demenz entwickeln. Es sterben in einem bestimmten Hirnbereich Nervenzellen ab, die den Hirnbotenstoff Dopamin nutzen. In den Nervenzellen finden sich Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein. Die meisten von Parkinson Betroffenen erkranken um das sechzigste Lebensjahr herum.
- Chronisch Traumatische Enzephalopathie: Wiederholte Stöße gegen den Kopf etwa bei Kontaktsportarten beeinträchtigen womöglich Nervenzellverbindungen. Letztlich kann das zu Ablagerungen bestimmter Proteine (Tau-Proteine) in Nervenzellen führen und diese schädigen. Eine Demenz-Erkrankung mit Parkinson ähnelnden Symptomen kann entstehen.
- Mischformen: Patienten können auch an verschiedene Demenzformen erkranken, etwa an der Alzheimer-Krankheit und Vaskulärer Demenz.
Symptome/Verlauf
je nach Ursache einer Demenz-Erkrankung und individueller Situation der Patienten unterscheiden sich Symptome und Verlauf. In jedem Fall nimmt die geistige Leistungsfähigkeit meist über Jahre hinweg ab. Es leiden das Kurzeit- und dann das Langzeitgedächtnis. Gesichter werden schlechter oder gar nicht mehr erkannt, schließlich auch bei sehr vertrauten Menschen. Zudem verlieren Patienten die Fähigkeit, komplizierte und später auch einfache Alltagstätigkeiten auszuüben, etwa Banküberweisungen durchzuführen, Mahlzeiten zuzubereiten oder sich richtig anzukleiden.
Was ebenfalls leidet, ist die zeitliche und räumliche Orientierung. Betroffene wissen immer öfter nicht den aktuellen Wochentag oder Monat. Zudem finden sie sich zunächst in fremder und später in vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht. Verloren geht oft auch ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus. Was besonders Angehörige belastet: Bei an Demenz erkrankten Menschen kann sich die Persönlichkeit verändern, sie ziehen sich zurück, werden fahriger und aggressiver, entwickeln teils Wahnvorstellungen und werden teilnahmsloser.
Folgen/Komplikationen
Menschen mit schwerer Demenz werden wegen fehlender geistiger Leistungsfähigkeit und körperlicher Einschränkungen in erheblichen Maße pflegebedürftig, teils sind sie sogar bettlägerig. Zu den häufigsten Todesursachen gehört die Lungenentzündung. Der Grund: Im Endstadium einer Demenz werden Betroffene anfälliger für Infektionskrankheiten. Und es besteht die Gefahr, dass sich sie sich häufiger verschlucken, es geraten Speichel, Flüssigkeit und Nahrung in die Luftröhre sowie in die Lunge. Auch das kann dort Entzündungen hervorrufen. Zudem steigt bei fortschreitender Demenz die Gefahr von Harnwegsinfektionen, Organversagen und von Stürzen mit Knochenbrüchen.
Ursachen/Risikofaktoren
Es gibt unterschiedliche Ursachen für die verschiedenen Demenz-Erkrankungen. Stets aber sterben vermehrt Nervenzellen ab. Teils liegt das an Durchblutungsstörungen im Gehirn wie bei Vaskulärer Demenz, oft an schädlichen Proteinablagerungen im Hirngewebe wie bei der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit. Was solche Ablagerungen hervorruft und welche anderen Ursachen es noch gibt, wird weiter intensiv erforscht. In einigen Fällen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Der Alzheimer Forschung Initiative e. V. zufolge ließen sich womöglich bis zu 45 Prozent aller Demenz-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern. Dazu gehört unter anderem, das Rauchen aufzugeben, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Cholesterinwerte im Blut zu behandeln, sich regelmäßig zu bewegen, geistig und sozial aktiv zu sein sowie bei Hörproblemen früh Hörhilfen zu nutzen.
Wichtig für Angehörige ist, sich über Demenzerkrankungen etwa unter www.alzheimer-forschung.de und über die Vielfalt von Pflegeangeboten etwa unter www.pflege.de zu informieren. Auch hilfreich ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie etwa Pflegestützpunkte. Eine Anlaufstelle für alle, denen ihr Gedächtnis Sorgen bereitet, ist neben dem Hausarzt und Neurologen auch eine Gedächtnisambulanz, die man mit dieser Bezeichnung für sein Umfeld im Internet suchen kann.
Das macht der Arzt:
Klagen Patienten über Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, müssen Ärztinnen und Ärzte die vielen möglichen Ursachen dafür prüfen. Oft liegt gar keine Demenz vor, sondern zum Beispiel starker Stress, Schlafmangel, der Mangel an bestimmten Vitaminen, eine Depression oder Schilddrüsenfehlfunktionen.
Sind solche Ursachen ausgeschlossen, kommen bestimmte Tests für die geistige Leistung und weiteren Untersuchungen etwa mittels Ultraschall oder MRT zum Einsatz, um zu prüfen, ob eine Demenz vorliegt und welche Form.
Heilung gibt es bei Demenz-Erkrankungen nicht. Aber die Symptome und die Lebenssituation lassen sich verbessern. Wichtig ist dazu eine gute ärztliche Beratung.
Bearbeitungsstand: 16.12.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Legasthenie
Was ist das? - Definition Legasthenie, auch Lese-Rechtschreibstörung genannt, ist eine Entwicklungsstörung, bei der das Gehirn Sprache anders verarbeitet. Betroffene Kinder und Erwachsene haben anhaltende Schwierigkeiten beim flüssigen Lesen, beim Textverständnis und/oder bei der Rechtschreibung. Diese Probleme bestehen trotz normaler Förderung und ausreichender Anstrengung deutlich länger als die üblichen Anfangsschwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen.
Krankheitsbild
Legasthenie, auch Lese-Rechtschreibstörung genannt, ist eine Entwicklungsstörung. Das Gehirn von Betroffenen verarbeitet Sprache anders. Sie haben Probleme beim flüssigen Lesen von Texten, Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis und/oder Rechtschreibfertigkeit. Diese Schwierigkeiten bleiben bestehen, obwohl die Kinder normal gefördert werden und sich anstrengen. Sie dauern deutlich länger an als die üblichen Anfangsschwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen.
Symptome / Verlauf
Kinder und Erwachsene mit Legasthenie machen beim Lesen deutlich häufiger und hartnäckiger Fehler als Gleichaltrige. Typisch sind zum Beispiel langsames, stockendes Lesen, häufiges Verlieren der Zeile im Text, Auslassen oder Vertauschen von Buchstaben, Silben oder ganzen Wörtern sowie Probleme beim Verstehen und Wiedergeben des Gelesenen.
Beim Schreiben zeigen sich Schwierigkeiten wie Verwechslung ähnlich aussehender Buchstaben, Fehler bei der Rechtschreibung trotz Übung und oft eine unleserliche Handschrift. Diese Probleme bestehen in der Regel über einen langen Zeitraum und lassen sich nicht allein durch mehr Übung beheben.
Folgen / Komplikationen
Die anhaltenden Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können sich negativ auf den Schulerfolg und das Selbstwertgefühl auswirken. Kinder und Jugendliche können Angst vor schulischen Anforderungen entwickeln und vermeiden möglicherweise Situationen, in denen Lesen und Schreiben im Vordergrund stehen. Da Lesen und Schreiben in nahezu allen Fächern gebraucht werden, kann sich Legasthenie auch auf andere Lernbereiche auswirken, zum Beispiel auf das Erlernen von Fremdsprachen oder Rechenaufgaben, die Textverständnis erfordern.
Ursachen / Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Legasthenie sind noch nicht vollständig geklärt, es handelt sich aber um ein multifaktorielles Geschehen mit genetischen und neurobiologischen Einflüssen. Wenn ein Elternteil Legasthenie hat, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch ein Kind eine Lese- und Rechtschreibstörung entwickelt. Dennoch führt genetische Veranlagung nicht immer zwangsläufig dazu.
Neuere Forschung zeigt zudem Unterschiede in der Funktionsweise bestimmter Hirnprozesse bei Menschen mit Legasthenie; diese betreffen unter anderem die Verarbeitung von Sprachlauten, die Wahrnehmung und das Arbeitsgedächtnis und beeinflussen damit das Erlernen der Schriftsprache. Nicht selten liegt bei Kindern mit Legasthenie auch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Diagnose wird beispielsweise in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie gestellt. Spezielle Therapieprogramme setzen direkt bei den Lese- und Schreibproblemen an. Sie können helfen, die Schwierigkeiten deutlich zu verringern und neue Strategien zu entwickeln, mit denen das Kind besser umgehen kann.
Das kann man selbst tun: Betroffene und ihre Familien können regelmäßiges, aber stressfreies Üben mit geeigneten Materialien in den Alltag integrieren. Das Einüben von Lesestrategien, das laute Lesen in kleinen Schritten und das bewusste Trainieren von Rechtschreibregeln können helfen. Darüber hinaus ist es wichtig, Erfolge zu betonen und Frustrationserlebnisse zu reduzieren. Eltern können betroffene Kinder wirksam unterstützen, indem sie das Selbstwertgefühl stärken, verständnisvoll reagieren und bei der Suche nach gezielter fachlicher Hilfe mitwirken.
Bearbeitungsstand: 17.03.2026
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.