PRIORIX Masern Mumps Röteln P.u.LM H.Inj.L.i.e.FS.
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Pharmazeutische Informationen
Pulver u. Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslsg. — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 20313764
- Darreichungsform:
- Pulver u. Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslsg.
- Marke:
- PRIORIX
- Hersteller:
- Aaragon Pharma s.r.o.
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRLagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Masern
Was ist das? - Definition Die Masern sind eine Erkrankung, die durch ein extrem ansteckendes Virus verursacht wird. Es kommt dabei mitunter zu schweren Komplikationen und sogar Todesfällen. Menschen aller Altersgruppen können erkranken, sofern kein ausreichender Impfschutz besteht oder sie die Masern nicht bereits durchgemacht haben. Es gibt gesetzlich festgelegte Maßnahmen zum Schutz vor Masern im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen.
Krankheitsbild
Nach einer Infektion mit dem sehr ansteckenden Masernvirus treten bei nahezu allen dagegen nicht immunisierten Menschen im Mittel nach 10 bis 14 Tagen erste Krankheitssymptome auf. Es zeigen sich zu Beginn unbestimmte Beschwerden wie etwa Fieber. Wenige Tage später tritt der typische Hautauschlag auf. Patienten sind dem Robert Koch-Institut zufolge vier Tage vor und im Allgemeinen bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlages ansteckend. Direkt bevor er sich zeigt, ist das Ansteckungsrisiko für ungeschützte Kontaktpersonen am höchsten. Eine überstandene Masern-Erkrankung bewirkt in der Regel lebenslange Immunität gegen Masern. Eine heilende Behandlung gibt es nicht, aber einen Impfschutz zur Vorbeugung.
Zu beachten sind Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes. Es regelt unter anderem den Nachweis der Immunität gegen Masern durch eine Impfung für Menschen, die in bestimmten, im Gesetz genannten Einrichtungen betreut werden oder die dort tätig sind und nach 1970 geboren wurden. Zudem ist geregelt, dass und wie lange an Masern Erkrankte sowie nicht ausreichend etwa durch eine Impfung geschützte Kontaktpersonen den im Gesetz genannten Einrichtungen fernbleiben müssen.
Verbindliche und genauere Auskünfte dazu geben unter anderem Ärzte oder Gesundheitsämter, deren Beratung dieser Text keinesfalls ersetzen kann.
Symptome/Verlauf
Die unspezifischen Beschwerden zu Beginn einer Masernerkrankung bestehen in Husten und Schnupfen, Fieber, einer Augenbindehaut-Entzündung und weißlichen, kalkspritzerartigen Flecken an der Mundschleimhaut. Zwei bis vier Tage nach den ersten Symptomen bildet sich, beginnend im Gesicht und hinter den Ohren, der typische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten. Er bleibt etwa vier bis sieben Tage bestehen. Am fünften bis siebten Krankheitstag lässt das Fieber nach. Wenn der Ausschlag wieder verschwunden ist, kann man oft noch eine Hautschuppung beobachten.
Folgen/Komplikationen
Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene ab 20 Jahre haben ein vergleichsweise höheres Risiko, im Rahmen einer Masernerkrankung Komplikationen zu erleiden.
Zu den häufigsten Komplikationen bei Masern gehören Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Durchfall. Als besonders schwerwiegende Komplikation gilt eine Gehirnentzündung. Sie tritt bei etwa einem von 1.000 Masernfällen vier bis sieben Tage nach Beginn des Hautausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auf. Etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran und 20 bis 30 Prozent erleiden schwere Folgeschäden wie geistige Behinderungen oder Lähmungen.
Selten kann mehrere Jahre nach einer Masern-Erkrankung eine subakute sklerosierende Panenzephalitis - kurz SSPE - auftreten. Durchschnittlich kommt es zu vier bis elf SSPE-Fällen pro 100.000 Masernerkrankungen. Die dabei stetig fortschreitende Zerstörung von Nerven- und Hirngewebe endet stets tödlich. Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren Masern hatten, weisen ein höheres Risiko dafür auf als andere Altersgruppen.
Eine überstandene Masern-Erkrankung kann das Immunsystem bis zu einem Jahr oder länger schwächen und so das Risiko für andere Infektionen erhöhen.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser der Masern ist ein sehr ansteckendes Virus, dass nur bei Menschen vorkommt und nur von Mensch zu Mensch übertragen wird. Dies geschieht durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die Erkrankte beim Sprechen, Husten oder Niesen freisetzen und die noch einige Zeit ansteckend sein können, selbst nachdem die betreffende Person den Raum verlassen hat. Auch durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen ist das Virus übertragbar. Besonders gefährlich kann die Erkrankung für immungeschwächte Patienten sein.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen oder Ärzte führen die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen beiden Impfungen gegen Masern in der Regel bereits im Kleinkindalter durch. Dafür nutzen sie Kombinationsimpfstoffe, die sich gegen Erreger von Masern, Mumps und Röteln oder zusätzlich noch gegen Windpockenviren richten. Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfung im Impfpass und sie können, falls erforderlich, auch ein gesondertes Zeugnis über die erfolgte Impfung ausstellen oder bescheinigen, dass diese im Einzelfall nicht durchgeführt werden kann - zum Beispiel in der Schwangerschaft oder bei schweren Immundefekten.
Bei Erkrankungen melden betroffene Einrichtungen oder behandelnde Ärztinnen und Ärzte diese Fälle den zuständigen Behörden und erläutern mit Betroffenen und Kontaktpersonen die notwendigen Maßnahmen. Eventuell können Kontaktpersonen rechtzeitig geimpft werden, sofern dies bis dahin noch nicht geschehen sein sollte. In Einzelfällen kann es möglicherweise nötig sein, sie durch Gaben geeigneter Immunglobuline für begrenzte Zeit passiv zu schützen. Bei Komplikationen müssen Masernpatienten möglicherweise in einer Klinik behandelt werden.
Was man selbst tun kann:
Um Masern zu verhindern, sollte man sich beziehungsweise seine Kinder impfen lassen. Das schützt auch die wenigen Menschen, die den Impfstoff nicht bekommen können oder Säuglinge, die sich damit noch nicht ausreichend schützen lassen.
Erkranken Menschen an Masern, sind die durch das Infektionsschutzgesetz vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu beachten. Der Verdacht auf Masern sollte vor einem Arztkontakt dem Praxispersonal mitgeteilt werden. In jedem Fall sollten Masernpatienten Bettruhe halten und sich gut auskurieren sowie Kontakte weitestgehend einschränken, vor allem zu nicht geimpften oder stark immungeschwächten Menschen.
Bearbeitungsstand: 26.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Mumps
Was ist das? - Definition Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Speicheldrüsen betrifft. Sie führt meist zu einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse und kann auch andere Organe beeinträchtigen.
Mumps
Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Speicheldrüsen betrifft. Sie führt meist zu einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse und kann auch andere Organe beeinträchtigen.
Krankheitsbild
Mumps wird durch ein Virus übertragen, das sich über Tröpfchen ausbreitet. Besonders charakteristisch ist die Schwellung der großen Speicheldrüsen, wodurch das Gesicht rundlich erscheinen kann. Die Erkrankung tritt häufig im Kindesalter auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Der Verlauf ist meist, gutartig doch bestimmte Organe können vorübergehend mit betroffen sein.
Symptome/Verlauf
Nicht immer zeigen sich alle Beschwerden gleichzeitig. Häufige Symptome sind:
- Schwellung der Speicheldrüsen meist beidseitig aber manchmal auch einseitig
- Fieber Müdigkeit und Kopf oder Gliederschmerzen
- Schmerzen beim Kauen oder Schlucken
- Verminderter Appetit und allgemeines Krankheitsgefühl
Der Verlauf beginnt oft mit unspezifischen Beschwerden bevor die typischen Drüsenschwellungen auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Erkrankung schwerer verlaufen.
Folgen/Komplikationen
Komplikationen sind selten, aber möglich. Bei manchen Betroffenen können Entzündungen von Hoden, Eierstöcken oder Bauchspeicheldrüse auftreten. Auch eine Entzündung des Innenohrs kann vorkommen, was in seltenen Fällen das Hörvermögen beeinträchtigen kann. Sehr selten treten Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute auf. Die meisten Beschwerden bilden sich jedoch vollständig zurück.
Ursachen/Risikofaktoren
Das Virus wird durch engen Kontakt und Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Menschen, die keinen Impfschutz besitzen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko zu erkranken. Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen kann es zu Ansteckungen kommen. Ein geschwächtes Immunsystem verstärkt oft den Verlauf.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er behandelt Mumps vor allem symptomorientiert, zum Beispiel mit Schmerz- und Fiebermitteln.
Vorbeugend kann gegen Mumps geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder 2 Impfungen gegen Mumps. Die Impfung erfolgt als Kombinationsimpfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Röteln (sowie eventuell Windpocken). Die 1. Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten erfolgen. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Das kann man selbst tun: Betroffene sollten sich schonen, ausreichend trinken und kühle Umschläge auf die geschwollenen Drüsen legen. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht bei starken Schmerzen, hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen oder Beschwerden im Bauch oder Genitalbereich. Dann ist ärztliche Behandlung erforderlich.
Bearbeitungsstand: 26.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Röteln
Was ist das? - Definition Röteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die meist mild verläuft, aber besonders in der Schwangerschaft gefährlich werden kann. Typisch sind ein feinfleckiger Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten. Die Erkrankung wird durch Tröpfchen übertragen und betrifft vor allem ungeimpfte Personen.
Krankheitsbild
Röteln zeigen sich oft zunächst unspezifisch. Viele Betroffene bemerken nur leichte Beschwerden. Charakteristisch ist ein zarter Hautausschlag, der sich über den Körper ausbreitet. Häufig schwellen Lymphknoten im Nackenbereich an. Die Erkrankung verläuft bei Kindern meist mild, bei Erwachsenen etwas ausgeprägter.
Symptome/Verlauf
Zu den typischen Anzeichen zählen:
- Leichter Hautausschlag, der sich schnell ausbreitet
- Geschwollene Lymphknoten, besonders im Nacken
- Leichtes Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Gelenkbeschwerden vor allem bei Erwachsenen
Der Ausschlag hält meist wenige Tage an. Viele Menschen haben nur sehr milde Symptome oder bemerken die Infektion gar nicht. Dennoch können sie das Virus weitergeben.
Folgen/Komplikationen
Bei gesunden Kindern und Erwachsenen verlaufen Röteln meist harmlos. Gefährlich wird die Infektion jedoch in der Schwangerschaft. Das Virus kann das ungeborene Kind schwer schädigen und zu Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen führen. Sehr selten treten Komplikationen wie Entzündungen von Gelenken oder Gehirn auf.
Ursachen/Risikofaktoren
Röteln werden durch ein Virus übertragen, das sich über Tröpfchen, etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen, verbreitet. Besonders gefährdet sind Menschen ohne ausreichenden Impfschutz. Enge Kontakte in Gemeinschaftseinrichtungen erhöhen das Risiko. Auch Erwachsene, die nie erkrankt sind oder geimpft wurden, können sich häufiger anstecken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Seine Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden, etwa mit entzündungshemmenden Wirkstoffgruppen. Wichtig ist die Abklärung bei Schwangeren. Vorbeugend kann gegen Röteln geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder 2 Impfungen gegen Röteln. Die Impfung erfolgt als Kombinationsimpfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Mumps (sowie eventuell Windpocken). Die 1. Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten durchgeführt werden. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Auch erwachsene Frauen, die bislang nicht gegen Röteln geimpft sind oder deren Impfstatus unklar ist, sollten zweimal gegen Röteln geimpft werden. Liegt bereits eine Impfung vor, sollte der Impfschutz durch eine 2. Impfung vervollständigt werden.
Das kann man selbst tun: Sich schonen, ausreichend trinken und bei Bedarf das Fieber beobachten. Grenzen bestehen, wenn starke Beschwerden auftreten oder eine Schwangerschaft vorliegt. Vor allem bei Letzterem ist ärztliche Hilfe unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Pulver u. Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslsg. — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 20313764
- Darreichungsform:
- Pulver u. Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslsg.
- Marke:
- PRIORIX
- Hersteller:
- Aaragon Pharma s.r.o.
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRLagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Masern
Was ist das? - Definition Die Masern sind eine Erkrankung, die durch ein extrem ansteckendes Virus verursacht wird. Es kommt dabei mitunter zu schweren Komplikationen und sogar Todesfällen. Menschen aller Altersgruppen können erkranken, sofern kein ausreichender Impfschutz besteht oder sie die Masern nicht bereits durchgemacht haben. Es gibt gesetzlich festgelegte Maßnahmen zum Schutz vor Masern im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen.
Krankheitsbild
Nach einer Infektion mit dem sehr ansteckenden Masernvirus treten bei nahezu allen dagegen nicht immunisierten Menschen im Mittel nach 10 bis 14 Tagen erste Krankheitssymptome auf. Es zeigen sich zu Beginn unbestimmte Beschwerden wie etwa Fieber. Wenige Tage später tritt der typische Hautauschlag auf. Patienten sind dem Robert Koch-Institut zufolge vier Tage vor und im Allgemeinen bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlages ansteckend. Direkt bevor er sich zeigt, ist das Ansteckungsrisiko für ungeschützte Kontaktpersonen am höchsten. Eine überstandene Masern-Erkrankung bewirkt in der Regel lebenslange Immunität gegen Masern. Eine heilende Behandlung gibt es nicht, aber einen Impfschutz zur Vorbeugung.
Zu beachten sind Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes. Es regelt unter anderem den Nachweis der Immunität gegen Masern durch eine Impfung für Menschen, die in bestimmten, im Gesetz genannten Einrichtungen betreut werden oder die dort tätig sind und nach 1970 geboren wurden. Zudem ist geregelt, dass und wie lange an Masern Erkrankte sowie nicht ausreichend etwa durch eine Impfung geschützte Kontaktpersonen den im Gesetz genannten Einrichtungen fernbleiben müssen.
Verbindliche und genauere Auskünfte dazu geben unter anderem Ärzte oder Gesundheitsämter, deren Beratung dieser Text keinesfalls ersetzen kann.
Symptome/Verlauf
Die unspezifischen Beschwerden zu Beginn einer Masernerkrankung bestehen in Husten und Schnupfen, Fieber, einer Augenbindehaut-Entzündung und weißlichen, kalkspritzerartigen Flecken an der Mundschleimhaut. Zwei bis vier Tage nach den ersten Symptomen bildet sich, beginnend im Gesicht und hinter den Ohren, der typische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten. Er bleibt etwa vier bis sieben Tage bestehen. Am fünften bis siebten Krankheitstag lässt das Fieber nach. Wenn der Ausschlag wieder verschwunden ist, kann man oft noch eine Hautschuppung beobachten.
Folgen/Komplikationen
Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene ab 20 Jahre haben ein vergleichsweise höheres Risiko, im Rahmen einer Masernerkrankung Komplikationen zu erleiden.
Zu den häufigsten Komplikationen bei Masern gehören Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Durchfall. Als besonders schwerwiegende Komplikation gilt eine Gehirnentzündung. Sie tritt bei etwa einem von 1.000 Masernfällen vier bis sieben Tage nach Beginn des Hautausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auf. Etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran und 20 bis 30 Prozent erleiden schwere Folgeschäden wie geistige Behinderungen oder Lähmungen.
Selten kann mehrere Jahre nach einer Masern-Erkrankung eine subakute sklerosierende Panenzephalitis - kurz SSPE - auftreten. Durchschnittlich kommt es zu vier bis elf SSPE-Fällen pro 100.000 Masernerkrankungen. Die dabei stetig fortschreitende Zerstörung von Nerven- und Hirngewebe endet stets tödlich. Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren Masern hatten, weisen ein höheres Risiko dafür auf als andere Altersgruppen.
Eine überstandene Masern-Erkrankung kann das Immunsystem bis zu einem Jahr oder länger schwächen und so das Risiko für andere Infektionen erhöhen.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser der Masern ist ein sehr ansteckendes Virus, dass nur bei Menschen vorkommt und nur von Mensch zu Mensch übertragen wird. Dies geschieht durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die Erkrankte beim Sprechen, Husten oder Niesen freisetzen und die noch einige Zeit ansteckend sein können, selbst nachdem die betreffende Person den Raum verlassen hat. Auch durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen ist das Virus übertragbar. Besonders gefährlich kann die Erkrankung für immungeschwächte Patienten sein.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen oder Ärzte führen die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen beiden Impfungen gegen Masern in der Regel bereits im Kleinkindalter durch. Dafür nutzen sie Kombinationsimpfstoffe, die sich gegen Erreger von Masern, Mumps und Röteln oder zusätzlich noch gegen Windpockenviren richten. Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfung im Impfpass und sie können, falls erforderlich, auch ein gesondertes Zeugnis über die erfolgte Impfung ausstellen oder bescheinigen, dass diese im Einzelfall nicht durchgeführt werden kann - zum Beispiel in der Schwangerschaft oder bei schweren Immundefekten.
Bei Erkrankungen melden betroffene Einrichtungen oder behandelnde Ärztinnen und Ärzte diese Fälle den zuständigen Behörden und erläutern mit Betroffenen und Kontaktpersonen die notwendigen Maßnahmen. Eventuell können Kontaktpersonen rechtzeitig geimpft werden, sofern dies bis dahin noch nicht geschehen sein sollte. In Einzelfällen kann es möglicherweise nötig sein, sie durch Gaben geeigneter Immunglobuline für begrenzte Zeit passiv zu schützen. Bei Komplikationen müssen Masernpatienten möglicherweise in einer Klinik behandelt werden.
Was man selbst tun kann:
Um Masern zu verhindern, sollte man sich beziehungsweise seine Kinder impfen lassen. Das schützt auch die wenigen Menschen, die den Impfstoff nicht bekommen können oder Säuglinge, die sich damit noch nicht ausreichend schützen lassen.
Erkranken Menschen an Masern, sind die durch das Infektionsschutzgesetz vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu beachten. Der Verdacht auf Masern sollte vor einem Arztkontakt dem Praxispersonal mitgeteilt werden. In jedem Fall sollten Masernpatienten Bettruhe halten und sich gut auskurieren sowie Kontakte weitestgehend einschränken, vor allem zu nicht geimpften oder stark immungeschwächten Menschen.
Bearbeitungsstand: 26.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Mumps
Was ist das? - Definition Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Speicheldrüsen betrifft. Sie führt meist zu einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse und kann auch andere Organe beeinträchtigen.
Mumps
Mumps ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Speicheldrüsen betrifft. Sie führt meist zu einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse und kann auch andere Organe beeinträchtigen.
Krankheitsbild
Mumps wird durch ein Virus übertragen, das sich über Tröpfchen ausbreitet. Besonders charakteristisch ist die Schwellung der großen Speicheldrüsen, wodurch das Gesicht rundlich erscheinen kann. Die Erkrankung tritt häufig im Kindesalter auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Der Verlauf ist meist, gutartig doch bestimmte Organe können vorübergehend mit betroffen sein.
Symptome/Verlauf
Nicht immer zeigen sich alle Beschwerden gleichzeitig. Häufige Symptome sind:
- Schwellung der Speicheldrüsen meist beidseitig aber manchmal auch einseitig
- Fieber Müdigkeit und Kopf oder Gliederschmerzen
- Schmerzen beim Kauen oder Schlucken
- Verminderter Appetit und allgemeines Krankheitsgefühl
Der Verlauf beginnt oft mit unspezifischen Beschwerden bevor die typischen Drüsenschwellungen auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Erkrankung schwerer verlaufen.
Folgen/Komplikationen
Komplikationen sind selten, aber möglich. Bei manchen Betroffenen können Entzündungen von Hoden, Eierstöcken oder Bauchspeicheldrüse auftreten. Auch eine Entzündung des Innenohrs kann vorkommen, was in seltenen Fällen das Hörvermögen beeinträchtigen kann. Sehr selten treten Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute auf. Die meisten Beschwerden bilden sich jedoch vollständig zurück.
Ursachen/Risikofaktoren
Das Virus wird durch engen Kontakt und Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Menschen, die keinen Impfschutz besitzen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko zu erkranken. Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen kann es zu Ansteckungen kommen. Ein geschwächtes Immunsystem verstärkt oft den Verlauf.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er behandelt Mumps vor allem symptomorientiert, zum Beispiel mit Schmerz- und Fiebermitteln.
Vorbeugend kann gegen Mumps geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder 2 Impfungen gegen Mumps. Die Impfung erfolgt als Kombinationsimpfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Röteln (sowie eventuell Windpocken). Die 1. Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten erfolgen. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Das kann man selbst tun: Betroffene sollten sich schonen, ausreichend trinken und kühle Umschläge auf die geschwollenen Drüsen legen. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht bei starken Schmerzen, hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen oder Beschwerden im Bauch oder Genitalbereich. Dann ist ärztliche Behandlung erforderlich.
Bearbeitungsstand: 26.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Röteln
Was ist das? - Definition Röteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die meist mild verläuft, aber besonders in der Schwangerschaft gefährlich werden kann. Typisch sind ein feinfleckiger Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten. Die Erkrankung wird durch Tröpfchen übertragen und betrifft vor allem ungeimpfte Personen.
Krankheitsbild
Röteln zeigen sich oft zunächst unspezifisch. Viele Betroffene bemerken nur leichte Beschwerden. Charakteristisch ist ein zarter Hautausschlag, der sich über den Körper ausbreitet. Häufig schwellen Lymphknoten im Nackenbereich an. Die Erkrankung verläuft bei Kindern meist mild, bei Erwachsenen etwas ausgeprägter.
Symptome/Verlauf
Zu den typischen Anzeichen zählen:
- Leichter Hautausschlag, der sich schnell ausbreitet
- Geschwollene Lymphknoten, besonders im Nacken
- Leichtes Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Gelenkbeschwerden vor allem bei Erwachsenen
Der Ausschlag hält meist wenige Tage an. Viele Menschen haben nur sehr milde Symptome oder bemerken die Infektion gar nicht. Dennoch können sie das Virus weitergeben.
Folgen/Komplikationen
Bei gesunden Kindern und Erwachsenen verlaufen Röteln meist harmlos. Gefährlich wird die Infektion jedoch in der Schwangerschaft. Das Virus kann das ungeborene Kind schwer schädigen und zu Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen führen. Sehr selten treten Komplikationen wie Entzündungen von Gelenken oder Gehirn auf.
Ursachen/Risikofaktoren
Röteln werden durch ein Virus übertragen, das sich über Tröpfchen, etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen, verbreitet. Besonders gefährdet sind Menschen ohne ausreichenden Impfschutz. Enge Kontakte in Gemeinschaftseinrichtungen erhöhen das Risiko. Auch Erwachsene, die nie erkrankt sind oder geimpft wurden, können sich häufiger anstecken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Seine Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden, etwa mit entzündungshemmenden Wirkstoffgruppen. Wichtig ist die Abklärung bei Schwangeren. Vorbeugend kann gegen Röteln geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder 2 Impfungen gegen Röteln. Die Impfung erfolgt als Kombinationsimpfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Mumps (sowie eventuell Windpocken). Die 1. Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten durchgeführt werden. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Auch erwachsene Frauen, die bislang nicht gegen Röteln geimpft sind oder deren Impfstatus unklar ist, sollten zweimal gegen Röteln geimpft werden. Liegt bereits eine Impfung vor, sollte der Impfschutz durch eine 2. Impfung vervollständigt werden.
Das kann man selbst tun: Sich schonen, ausreichend trinken und bei Bedarf das Fieber beobachten. Grenzen bestehen, wenn starke Beschwerden auftreten oder eine Schwangerschaft vorliegt. Vor allem bei Letzterem ist ärztliche Hilfe unbedingt nötig.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.