REVAXIS Injekt.-Susp.i.e.Fertigspritze
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Pharmazeutische Informationen
Fertigspritzen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 02743082
- Darreichungsform:
- Fertigspritzen (Fertigspritzen)
- Packungsgröße:
- 10 x 1 Stück
- Marke:
- REVAXIS
- Hersteller:
- kohlpharma GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Die Anwendung sollte nur durch Fachpersonal oder unter deren Aufsicht erfolgen.
Dauer der Anwendung?
Eine Auffrischimpfung wird alle 10 Jahre empfohlen.
Zur Immunisierung verletzter Personen mit oder ohne Tetanus-Impfschutz: Fragen Sie hierzu Ihren Arzt.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Besondere Maßnahmen sind deshalb nicht erforderlich.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Auffrischimpfung:
Der Impfstoff eignet sich nicht zu einer Grundimmunisierung.
Anwendungsgebiete
- Diphtherie, zur Vorbeugung
- Tetanus (Wundstarrkrampf), zur Vorbeugung
- Poliomyelitis (Kinderlähmung), zur Vorbeugung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Fertigspritze, Gesamtdosis: 1 Fertigspritze, Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirken die Inhaltsstoffe des Arzneimittels?
Das Arzneimittel ist eine Impfstoffkombination und wird zur Vorbeugung gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) gegeben. Er enthält einen Teil der Gifte, welche von den Diphtherie- und Tetanus-Bakterien gebildet werden und für das Krankheitsbild der Diphtherie bzw. des Tetanus verantwortlich sind. Außerdem enthält er inaktivierte Poliomyelitis-Viren. Diese inaktivierten Gifte und Viren im Impfstoff haben keine krankmachenden Eigenschaften mehr. Nach Gabe des Impfstoffes bildet der Körper einen Schutz gegen die von den Diphtherie- und Tetanus-Bakterien produzierten Giftstoffe und gegen Poliomyelitis-Viren aus (sog. Antikörper). Nach einigen Jahren geht dieser Schutz wieder verloren und muss aufgefrischt werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Lokale Reizerscheinungen am Applikationsort, wie:
- Hautrötung
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Schmerzen am Applikationsort
- Lymphknotenschwellungen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Fieber
- Muskelschmerzen
- Unwohlsein
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Infektionen
- Fieber
- Erhöhte Blutungsneigung
- Thrombozytopenie (Verminderte Anzahl an Blutplättchen)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Es gibt nach derzeitigen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass das Arzneimittel während der Stillzeit nicht angewendet werden darf.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 155 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 110 × 62 × 128 mm
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Formaldehyd (E-Nummer E 239)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei Überempfindlichkeit gegen einen der arzneilich wirksamen oder sonstigen Bestandteile!
- Vorsicht bei Allergie gegen Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetika wie Benzocain, Oxybuprocain, Procain und Tetracain)!
- Vorsicht bei Allergie gegen das Antibiotikum Neomycin!
- Vorsicht bei Allergie gegen das Antibiotikum Gentamicin!
- Aspartam/Phenylalanin kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann das Risiko für allergische Reaktionen erhöht sein. Symptome dafür sind unter anderem Juckreiz, Nesselausschlag, Schleimhautschwellungen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen oder Atembeschwerden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Impfung sollte zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht aufgetragen wird. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht eingenommen wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: Rozanolixizumab und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel gerade nicht angewendet wird. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht eingenommen wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: monovalent acellulär-Adsorbat-Impfstoff monovalent 0,034- Aluminiumhydroxid Haemophilus influenzae B-Polysaccharid-Tetanus-Toxoid-Konjugat Polysaccharidanteil: und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann das Risiko für allergische Reaktionen erhöht sein. Symptome dafür sind unter anderem Juckreiz, Nesselausschlag, Schleimhautschwellungen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Diphtherie
Was ist das? - Definition Die Diphtherie ist eine in Industrieländern inzwischen sehr seltene Erkrankung. Ausgelöst wird sie durch bestimmte, weltweit vorkommende Bakterien. Gefährlich ist dabei ein von den Keimen gebildeter Giftstoff - das Diphtherietoxin. Schutz bietet eine vorbeugende Impfung.
Krankheitsbild
Diphtherie im Rachenbereich tritt nach einem - in der Regel als Tröpfcheninfektion erfolgenden - Befall mit Corynebacterium diphtheriae auf. Die besonders bei Kindern vorkommende Kehlkopfdiphtherie kann sich von Anfang an oder als Ausweitung einer Rachendiphtherie ausbilden. Schwere Verläufe können mitunter noch Wochen nach Beginn der Erkrankung auftreten, kommen aber auch akut vor. Milde Erkrankungsverläufe gibt es vor allem bei nicht vollständig geimpften Personen oder zu lange zurückliegender Impfauffrischung. Die Erkrankung ähnelt hier einer Rachen- beziehungsweise Mandelentzündung.
Eine Haut- beziehungsweise Wunddiphtherie mit Giftstoff bildenden Diphtherie-Keimen ist hierzulande sehr selten und wird häufig in den Tropen oder Subtropen erworben.
Die Mehrzahl der in westlichen Industriestaaten erworbenen Hautinfektionen mit Diphtheriebakterien wird - anders als bei aus anderen Weltregionen importierten Fällen - durch Bakterienstämme verursacht, die keine Giftstoffe bilden, informiert das Robert Koch-Institut.
Eine überstandene Erkrankung bewirkt keine lang anhaltende Immunität, man kann also mehrmals Diphtherie haben. Vorbeugenden Schutz vor der Krankheit bieten Impfungen. Diese richten sich gegen den Giftstoff von Diphterie-Bakterien, nicht gegen diese selbst.
Ansteckend sind Patienten, solange Erreger in Sekreten und Wunden nachweisbar sind - in der Regel 2 bis 4 Wochen. Eine Antibiotika-Behandlung beendet nach etwa 2 bis 4 Tagen die Erregerausscheidung.
Insgesamt ist Diphterie hierzulande dank der Schutzimpfung selten. Diphtherie ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Erkrankung führt bei Patienten und engen Kontaktpersonen dazu, dass sie zeitweise nicht in Gemeinschaftseinrichtungen betreut oder tätig sein dürfen. Tätigkeitseinschränkungen gibt es auch für medizinischen Einrichtungen. Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsämter informieren dazu.
Symptome/Verlauf
Ist lokal der Rachenbereich betroffen, beginnt die Erkrankung meist allmählich mit Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden. Später kommt es zu Heiserkeit, pfeifenden Atemgeräuschen, Gaumensegellähmungen und Schwellungen der vorderen Halslymphknoten. Nach zwei bis drei Tagen entzündet sich der Rachenbereich, es treten grau-weiße oder bräunliche fest haftende Beläge auf, die sich in den Gaumen, die Nase und unter Umständen bis zum Kehlkopf und noch tiefer in die Atemwege ausbreiten. Bei Befall der Nase, was vor allem bei Kleinkindern vorkommt, tritt blutiger Ausfluss auf. Die Beläge rufen einen süßlichen Geruch hervor. Je dicker sie sind und je weiter sie sich zum Kehlkopf ausbreiten, desto häufiger machen sich Beschwerden beim Schlucken, Atmen und Sprechen bemerkbar.
Bei Kehlkopfdiphtherie zeigen sich eine zunehmende Heiserkeit, bellender Husten, erschwerte Atmung, Atemnot und pfeifende Atemgeräusche, Unruhe und Blässe. Wie bei Rachendiphtherie entwickeln sich häufig Schwellungen - Ödeme -, die vom Kieferwinkel auf Ohr, Kinn, Hals und Nacken übergreifen.
Bei Haut- beziehungsweise Wunddiphtherie mit Giftstoff bildenden Diphtherie-Keimen können schmierig belegte, schmerzlose Hautgeschwüre auftreten. Verursacht werden sie oft nicht allein durch Diphtheriebakterien, sondern durch eine Mischinfektion mit noch weiteren Bakterien. Meist trifft es Stellen mit zuvor bestehenden Verbrennungen, Wunden oder Insektenstichen.
Folgen/Komplikationen
Haben nicht durch eine Impfung geschützte Menschen Rachendiphtherie, können sie schwerwiegende Atemwegsbeschwerden erleiden. Sind der Kehlkopf und womöglich noch tiefere Atemwege mitbetroffen, kommt es durch Verengung und Verlegung der Luftwege zu Atemnot und im Extremfall zum Erstickungstod.
Zudem kann es möglicherweise über den Blutkreislauf zur Ausbreitung von Diphtherietoxin im Körper kommen - als Folge einer Rachendiphtherie oder mitunter von Anfang an. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von toxischer Diphtherie. Häufig entwickeln sich dabei auch Herzmuskel- und Nervenentzündungen. Ist das Herz betroffen, tritt schlimmstenfalls ein plötzlicher Herztod ein. Bei Nervenentzündungen sind Lähmungen von Kopf-, Gesichts-, Rumpf- und Atemmuskulatur nicht auszuschließen.
Die Sterblichkeit der Diphtherie im Rachen- und Kehlkopfbereich liegt im Fall ungeschützter Patienten bei 5 bis 10 Prozent der Erkrankungsfälle. Bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 40 Jahren kann sie 20 bis 40 Prozent betragen.
Ursachen/Risikofaktoren
Diphtherie wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die einen Giftstoff - das Diphtherietoxin - bilden können. Es kommt bei den drei Bakterienspezies Corynebacterium diphtheriae, Corynebacterium ulcerans und Corynebacterium pseudotuberculosis vor und ist für schwerere Krankheitsverläufe entscheidend.
Hierzulande gibt es nur wenige Diphtheriefälle, so wie in vielen anderen Industrieländern auch. Die meisten Fälle wurden in den vergangenen Jahren in subtropischen Ländern registriert, vor allem in Indien. Zudem tritt die Diphtherie in vielen Ländern Afrikas, Asiens, des Südpazifiks und Osteuropas auf, oft in Form von Ausbrüchen. Schutz für die Bevölkerung vor Ort und bei Reisen dorthin bietet eine Impfung.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Das Wichtigste ist, dass Ärztinnen oder Ärzte den Impfstatus ihrer Patienten auch im Hinblick auf den Impfschutz gegen Diphtherie kontrollieren, sie auf Impflücken hinweisen und notwendige Impfungen durchführen. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehört die Impfung gegen Diphtherie zu dem von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standard-Impfprogramm. Impfungen gegen Diphtherie werden mit Kombinationsimpfstoffen durchgeführt, die sich zusätzlich noch gegen andere Infektionserreger richten.
Erkranken Menschen insbesondere an Rachendiphtherie, müssen sie umgehend in einer Klinik mit einem Gegenmittel des Diphtherietoxins und mit Antibiotika behandelt und isoliert werden. Zudem müssen Ärztinnen und Ärzte Diphtheriefälle dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Wann Betroffene und nahe Kontaktpersonen nicht mehr infektiös sind und durch das Infektionsschutzgesetz für diese Personen festgelegte Einschränkungen für Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinische Einrichtungen entfallen dürfen, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise die zuständigen Gesundheitsämter.
Was man selbst tun kann:
Man sollte vor allem für einen guten Impfschutz gegen das Diphtherietoxin sorgen und diesen gemäß den Empfehlungen der STIKO alle zehn Jahre auffrischen lassen.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wundstarrkrampf (Tetanus)
Was ist das? - Definition Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, bei der ein Giftstoff des Bakteriums Clostridium tetani das Nervensystem angreift und zu schmerzhaften Muskelkrämpfen führt. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen. Die Erreger gelangen meist über Wunden in den Körper. Eine Impfung bietet wirksamen Schutz.
Krankheitsbild
Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, die das Nervensystem betrifft. Auslöser ist ein Giftstoff (Toxin), der von dem Bakterium Clostridium tetani gebildet wird. Dieses Gift stört die normale Steuerung der Muskeln, was unter anderem zu schmerzhaften Krämpfen führt. Die Erkrankung entsteht meist nach einer Verletzung, wenn Bakterien in eine Wunde gelangen und sich dort vermehren. Bei Säuglingen verläuft die Erkrankung oft tödlich. Eine Impfung sorgt für wirksamen Schutz.
Symptome/Verlauf
Der Verlauf kann unterschiedlich sein, je nachdem, welche Form der Erkrankung vorliegt. Grundsätzlich beginnt Tetanus oft mit unspezifischen Beschwerden und entwickelt sich dann zu typischen Muskelkrämpfen.
Bei der am häufigsten auftretenden generalisierten Form kommt es zunächst zu Muskelverspannungen. Typisch sind eine sogenannte Kieferklemme, bei der der Mund sich nicht vollständig öffnen lässt, und ein starres Lächeln. Im weiteren Verlauf kommt es zu plötzlichen, starken und schmerzhaften Krämpfen, die alle Muskelgruppen betreffen können. Auch Schluckstörungen, Schweißausbrüche und Atemprobleme können auftreten.
Die lokale Form ist selten und wird häufiger bei unzureichendem Impfschutz beobachtet. Hier beschränken sich die Muskelkrämpfe auf die Umgebung der Wunde. Diese Form verläuft meist milder, kann aber in eine generalisierte Form übergehen.
Die neonatale Form betrifft Neugeborene. Sie entsteht vor allem dann, wenn die Mutter keinen ausreichenden Impfschutz hat und die Nabelpflege unhygienisch erfolgt. Die Erkrankung zeigt sich meist in den ersten zwei Lebenswochen durch Muskelsteife, Trinkschwäche und Krampfanfälle. Das Sterberisiko ist bei Säuglingen hoch.
Folgen/Komplikationen
Tetanus kann lebensbedrohlich verlaufen. Besonders gefährlich sind Atemprobleme, die durch Verkrampfungen der Atemmuskulatur entstehen können. Auch Komplikationen, die etwa durch Schluckprobleme auftreten können, wie Lungenentzündung oder ein Verschluss der Atemwege sind möglich. Durch die starken Muskelkrämpfe kann es sogar zu Knochenbrüchen im Bereich der Wirbelsäule kommen. Trotz intensiv-medizinischer Behandlung kann die Erkrankung tödlich enden. Bei Erwachsenen liegt das Sterberisiko trotz Behandlung bei 10 bis 20 Prozent, bei Säuglingen deutlich höher.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Erkrankung wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht, dessen Sporen beispielsweise in Erde, Staub oder Tierkot vorkommen. Gelangen sie über eine Wunde in den Körper, können sie dort ein Gift produzieren. Besonders gefährdet sind Menschen mit unzureichendem Impfschutz. Auch schwere, tiefe oder verschmutzte Wunden erhöhen das Risiko.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf Tetanus ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Folgende Maßnahmen kommen zum Einsatz:
- Gabe eines Gegengifts zur Neutralisierung des Toxins
- Behandlung mit Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien
- sorgfältige Wundbehandlung
- Linderung der Symptome
In der Regel ist eine intensivmedizinische Betreuung nötig, zum Beispiel zur Sicherung der Atmung und zur Kontrolle der Muskelkrämpfe.
Vorbeugend ist die von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlene Impfung der wichtigste Schutz. Die Impfung beginnt im Säuglingsalter mit mehreren Teilimpfungen und wird im Kindes- und Jugendalter aufgefrischt. Danach wird eine Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen.
Das kann jeder selbst tun: Eltern sollten die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder regelmäßig wahrnehmen und ihre Kinder gegen Tetanus impfen lassen. Wer seinen Impfschutz aktuell hält, kann das Risiko einer Erkrankung deutlich verringern.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Was ist das? - Definition Das medizinische Fachwort für Kinderlähmung ist Poliomyelitis. Die deutsche Bezeichnung ist etwas irreführend, da zwar schwere Verläufe überwiegend Kinder betreffen, aber auch Erwachsene erkranken können. Auslöser ist ein von Mensch zu Mensch übertragenes Virus. Meist bleibt die Infektion folgenlos, in einigen Fällen aber kommt es zu einer Hirnhautentzündung und teils zu anhaltenden Lähmungen. Schutz bietet eine Impfung.
Krankheitsbild
Eine Poliomyelitis entsteht bei nicht durch eine Impfung geschützten Menschen durch die Infektion mit Polioviren, die überwiegend als Schmierinfektion durch mit dem Stuhl ausgeschiedene Viren abläuft.
Die Infektion bleibt bei den meisten Betroffenen folgenlos. Treten Symptome auf, dann innerhalb von 3 bis zu 35 Tagen. Es kann sich eine sogenannte abortive Poliomyelitis ohne Beteiligung des Zentralen Nervensystems mit leichteren Beschwerden entwickeln. Bei einem Teil der Erkrankten befallen die Viren aber auch das Zentrale Nervensystem. Im Fall der nichtparalytischen Poliomyelitis treten dann Symptome einer Hirnhautentzündung auf. Mitunter kann es nach kurzer Besserung zur paralytischen Form der Krankheit kommen, mit schlaffen Lähmungen. Kinder haben diesen schweren Verlauf häufiger als Erwachsene.
Eine heilende Behandlung gibt es nicht, es können nur Symptome gelindert werden. Vorbeugenden Schutz bietet eine Impfung.
In Rachensekreten können Polioviren nach einer Infektion etwa eine Woche vorhanden sein und ausgeschieden werden. Über den Stuhl beginnt die Ausscheidung von Polioviren 2 bis 3 Tage nach der Infektion und kann bis zu 6 Wochen anhalten, vereinzelt, etwa bei Immunschwäche, können es sogar Monate oder Jahre sein.
Symptome/Verlauf
In 4 bis 8 Prozent der Infektionsfälle verläuft die Erkrankung als abortive Poliomyelitis. Kurzeitig können sich dabei Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Fieber, Hals-, Muskel- und Kopfschmerzen bemerkbar machen. Etwa 3 bis 7 Tage später kann es bei 2 bis 4 Prozent der Infektionsfälle zur nichtparalytischen Poliomyelitis mit Symptomen einer Hirnhautentzündung wie Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen kommen. Bei 0,1 bis 1 Prozent der Infizierten macht sich nach kurzer Besserung dann erneut Fieber bemerkbar und es sind schlaffe Lähmungen der Arm- oder Beinmuskulatur und mitunter auch der Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur möglich. Die Lähmungen verteilen sich oft ungleich und können sich teilweise wieder zurückbilden.
Folgen/Komplikationen
Eine paralytische Poliomyelitis kann neben anhaltenden schlaffen Lähmungen und den daraus folgenden Einschränkungen zu Muskelschwund, Gelenkzerstörung oder vermindertem Knochenwachstum führen. Ist die Atemmuskulatur betroffen, brauchen Betroffene möglicherweise Unterstützung beim Atmen, zeitweise oder mitunter auch über lange Zeit. Das übernahm in früherer Zeit eine "Eiserne Lunge", in der die Patienten lagen.
Sehr schwer verläuft die seltene bulbäre Form einer Poliomyelitis mit Schluckproblemen oder Störungen der Atem- und Kreislaufregulation, sie endet in vielen Fällen tödlich. Noch Jahre oder Jahrzehnte nach der einer überstandenen Polioerkrankung kann es möglicherweise zu einer zunehmenden Muskelschwäche, Lähmungen und Muskelschwund kommen. Man erklärt sich das durch anhaltende Überlastung ursprünglich nicht durch die Krankheit betroffener, für Muskelbewegungen wichtiger Nervenzellen. Neben den genannten muskulären Beschwerden können Betroffene vermehrt Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Müdigkeit, Erschöpfung, Atemprobleme oder Schluckstörungen zu schaffen machen. Das Syndrom wird als Post-Polio-Syndrom bezeichnet.
Ursachen/Risikofaktoren
Von den drei Wildtypen des Poliovirus kommt weltweit nur noch einer vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch meist in Form von Schmierinfektionen durch mit dem Stuhl ausgeschiedene Viren, seltener über eine Tröpfcheninfektion. Insgesamt begünstigen schlechte hygienische Verhältnisse und unzureichende Durchimpfungsraten die Verbreitung. In Deutschland ist seit 1990 keine hier erworbene Polioerkrankung mehr nachgewiesen worden. Es gibt aber nach wie vor einige wenige Länder, in denen der Wildtyp 1 des Poliovirus noch vorkommt. Das Virus könnte also nach wie vor wieder nach Deutschland importiert werden.
In Ländern, in denen es noch die Schluckimpfung mit Polio-Lebendimpfstoffen gibt, zirkulieren Impfviren, bei denen es sich um abgeschwächte Polioviren handelt. Diese verursachen keine Erkrankung. In Deutschland werden Polio-Lebendimpfstoffe schon lange nicht mehr angewendet, stattdessen setzt man zu spritzende Totimpfstoffe mit inaktivierten Viren ein. Impfviren können aber noch aus anderen Ländern nach Deutschland gelangen und sind hierzulande auch in Abwasserproben nachgewiesen worden. Sollten sich Impfviren genetisch verändern, können sie in seltenen Fällen Poliomyelitis-typische Symptome verursachen. Eine Polioimpfung schützt davor.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Das wichtigste ist, dass Ärztinnen oder Ärzte bei ihren Patienten den Impfschutz gegen Polio kontrollieren, sie auf Impflücken hinweisen und bei Bedarf den Impfschutz vervollständigen. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehört die Impfung gegen Polio zu dem von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standard-Impfprogramm. Poliomyelitis ist eine meldepflichtige Erkrankung und führt zu Einschränkungen für die Betreuung oder Tätigkeit in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinische Einrichtungen. Wann Betroffene und nahe Kontaktpersonen nicht mehr infektiös sind und mögliche Einschränkungen entfallen dürfen, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise die zuständigen Gesundheitsämter.
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist vor allem für ein guter Impfschutz gegen Poliomyelitis. Nach der Grundimmunisierung empfiehlt die STIKO hierzulande eine einmalige Auffrischung zwischen 9 und 16 Jahren oder im Erwachsenenalter, falls die Auffrischung noch fehlt. Bei Fernreisen empfiehlt sich eine reisemedizinische Beratung, um festzustellen, ob der vorhandene Impfschutz gegen Polio und andere Erkrankungen für das Reiseland ausreicht.
Wer Fragen zu Polio und zu Impfungen dagegen oder gegen andere Erkrankungen hat, sollte sich ärztlich beraten lassen. Der vorliegende Beitrag kann diese Beratung nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Fertigspritzen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 02743082
- Darreichungsform:
- Fertigspritzen (Fertigspritzen)
- Packungsgröße:
- 10 x 1 Stück
- Marke:
- REVAXIS
- Hersteller:
- kohlpharma GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Die Anwendung sollte nur durch Fachpersonal oder unter deren Aufsicht erfolgen.
Dauer der Anwendung?
Eine Auffrischimpfung wird alle 10 Jahre empfohlen.
Zur Immunisierung verletzter Personen mit oder ohne Tetanus-Impfschutz: Fragen Sie hierzu Ihren Arzt.
Überdosierung?
Es sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Besondere Maßnahmen sind deshalb nicht erforderlich.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Auffrischimpfung:
Der Impfstoff eignet sich nicht zu einer Grundimmunisierung.
Anwendungsgebiete
- Diphtherie, zur Vorbeugung
- Tetanus (Wundstarrkrampf), zur Vorbeugung
- Poliomyelitis (Kinderlähmung), zur Vorbeugung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Fertigspritze, Gesamtdosis: 1 Fertigspritze, Zeitpunkt: unabhängig von der Tageszeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirken die Inhaltsstoffe des Arzneimittels?
Das Arzneimittel ist eine Impfstoffkombination und wird zur Vorbeugung gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) gegeben. Er enthält einen Teil der Gifte, welche von den Diphtherie- und Tetanus-Bakterien gebildet werden und für das Krankheitsbild der Diphtherie bzw. des Tetanus verantwortlich sind. Außerdem enthält er inaktivierte Poliomyelitis-Viren. Diese inaktivierten Gifte und Viren im Impfstoff haben keine krankmachenden Eigenschaften mehr. Nach Gabe des Impfstoffes bildet der Körper einen Schutz gegen die von den Diphtherie- und Tetanus-Bakterien produzierten Giftstoffe und gegen Poliomyelitis-Viren aus (sog. Antikörper). Nach einigen Jahren geht dieser Schutz wieder verloren und muss aufgefrischt werden.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Lokale Reizerscheinungen am Applikationsort, wie:
- Hautrötung
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Schmerzen am Applikationsort
- Lymphknotenschwellungen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Fieber
- Muskelschmerzen
- Unwohlsein
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Infektionen
- Fieber
- Erhöhte Blutungsneigung
- Thrombozytopenie (Verminderte Anzahl an Blutplättchen)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Es gibt nach derzeitigen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass das Arzneimittel während der Stillzeit nicht angewendet werden darf.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 155 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 110 × 62 × 128 mm
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Formaldehyd (E-Nummer E 239)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei Überempfindlichkeit gegen einen der arzneilich wirksamen oder sonstigen Bestandteile!
- Vorsicht bei Allergie gegen Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetika wie Benzocain, Oxybuprocain, Procain und Tetracain)!
- Vorsicht bei Allergie gegen das Antibiotikum Neomycin!
- Vorsicht bei Allergie gegen das Antibiotikum Gentamicin!
- Aspartam/Phenylalanin kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann das Risiko für allergische Reaktionen erhöht sein. Symptome dafür sind unter anderem Juckreiz, Nesselausschlag, Schleimhautschwellungen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen oder Atembeschwerden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Impfung sollte zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht aufgetragen wird. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht eingenommen wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel gerade nicht angewendet wird. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel möglicherweise beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Wenn möglich sollte die Impfung zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem ein anderes Arzneimittel nicht eingenommen wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel kann das Risiko für allergische Reaktionen erhöht sein. Symptome dafür sind unter anderem Juckreiz, Nesselausschlag, Schleimhautschwellungen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Diphtherie
Was ist das? - Definition Die Diphtherie ist eine in Industrieländern inzwischen sehr seltene Erkrankung. Ausgelöst wird sie durch bestimmte, weltweit vorkommende Bakterien. Gefährlich ist dabei ein von den Keimen gebildeter Giftstoff - das Diphtherietoxin. Schutz bietet eine vorbeugende Impfung.
Krankheitsbild
Diphtherie im Rachenbereich tritt nach einem - in der Regel als Tröpfcheninfektion erfolgenden - Befall mit Corynebacterium diphtheriae auf. Die besonders bei Kindern vorkommende Kehlkopfdiphtherie kann sich von Anfang an oder als Ausweitung einer Rachendiphtherie ausbilden. Schwere Verläufe können mitunter noch Wochen nach Beginn der Erkrankung auftreten, kommen aber auch akut vor. Milde Erkrankungsverläufe gibt es vor allem bei nicht vollständig geimpften Personen oder zu lange zurückliegender Impfauffrischung. Die Erkrankung ähnelt hier einer Rachen- beziehungsweise Mandelentzündung.
Eine Haut- beziehungsweise Wunddiphtherie mit Giftstoff bildenden Diphtherie-Keimen ist hierzulande sehr selten und wird häufig in den Tropen oder Subtropen erworben.
Die Mehrzahl der in westlichen Industriestaaten erworbenen Hautinfektionen mit Diphtheriebakterien wird - anders als bei aus anderen Weltregionen importierten Fällen - durch Bakterienstämme verursacht, die keine Giftstoffe bilden, informiert das Robert Koch-Institut.
Eine überstandene Erkrankung bewirkt keine lang anhaltende Immunität, man kann also mehrmals Diphtherie haben. Vorbeugenden Schutz vor der Krankheit bieten Impfungen. Diese richten sich gegen den Giftstoff von Diphterie-Bakterien, nicht gegen diese selbst.
Ansteckend sind Patienten, solange Erreger in Sekreten und Wunden nachweisbar sind - in der Regel 2 bis 4 Wochen. Eine Antibiotika-Behandlung beendet nach etwa 2 bis 4 Tagen die Erregerausscheidung.
Insgesamt ist Diphterie hierzulande dank der Schutzimpfung selten. Diphtherie ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Erkrankung führt bei Patienten und engen Kontaktpersonen dazu, dass sie zeitweise nicht in Gemeinschaftseinrichtungen betreut oder tätig sein dürfen. Tätigkeitseinschränkungen gibt es auch für medizinischen Einrichtungen. Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsämter informieren dazu.
Symptome/Verlauf
Ist lokal der Rachenbereich betroffen, beginnt die Erkrankung meist allmählich mit Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden. Später kommt es zu Heiserkeit, pfeifenden Atemgeräuschen, Gaumensegellähmungen und Schwellungen der vorderen Halslymphknoten. Nach zwei bis drei Tagen entzündet sich der Rachenbereich, es treten grau-weiße oder bräunliche fest haftende Beläge auf, die sich in den Gaumen, die Nase und unter Umständen bis zum Kehlkopf und noch tiefer in die Atemwege ausbreiten. Bei Befall der Nase, was vor allem bei Kleinkindern vorkommt, tritt blutiger Ausfluss auf. Die Beläge rufen einen süßlichen Geruch hervor. Je dicker sie sind und je weiter sie sich zum Kehlkopf ausbreiten, desto häufiger machen sich Beschwerden beim Schlucken, Atmen und Sprechen bemerkbar.
Bei Kehlkopfdiphtherie zeigen sich eine zunehmende Heiserkeit, bellender Husten, erschwerte Atmung, Atemnot und pfeifende Atemgeräusche, Unruhe und Blässe. Wie bei Rachendiphtherie entwickeln sich häufig Schwellungen - Ödeme -, die vom Kieferwinkel auf Ohr, Kinn, Hals und Nacken übergreifen.
Bei Haut- beziehungsweise Wunddiphtherie mit Giftstoff bildenden Diphtherie-Keimen können schmierig belegte, schmerzlose Hautgeschwüre auftreten. Verursacht werden sie oft nicht allein durch Diphtheriebakterien, sondern durch eine Mischinfektion mit noch weiteren Bakterien. Meist trifft es Stellen mit zuvor bestehenden Verbrennungen, Wunden oder Insektenstichen.
Folgen/Komplikationen
Haben nicht durch eine Impfung geschützte Menschen Rachendiphtherie, können sie schwerwiegende Atemwegsbeschwerden erleiden. Sind der Kehlkopf und womöglich noch tiefere Atemwege mitbetroffen, kommt es durch Verengung und Verlegung der Luftwege zu Atemnot und im Extremfall zum Erstickungstod.
Zudem kann es möglicherweise über den Blutkreislauf zur Ausbreitung von Diphtherietoxin im Körper kommen - als Folge einer Rachendiphtherie oder mitunter von Anfang an. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von toxischer Diphtherie. Häufig entwickeln sich dabei auch Herzmuskel- und Nervenentzündungen. Ist das Herz betroffen, tritt schlimmstenfalls ein plötzlicher Herztod ein. Bei Nervenentzündungen sind Lähmungen von Kopf-, Gesichts-, Rumpf- und Atemmuskulatur nicht auszuschließen.
Die Sterblichkeit der Diphtherie im Rachen- und Kehlkopfbereich liegt im Fall ungeschützter Patienten bei 5 bis 10 Prozent der Erkrankungsfälle. Bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 40 Jahren kann sie 20 bis 40 Prozent betragen.
Ursachen/Risikofaktoren
Diphtherie wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die einen Giftstoff - das Diphtherietoxin - bilden können. Es kommt bei den drei Bakterienspezies Corynebacterium diphtheriae, Corynebacterium ulcerans und Corynebacterium pseudotuberculosis vor und ist für schwerere Krankheitsverläufe entscheidend.
Hierzulande gibt es nur wenige Diphtheriefälle, so wie in vielen anderen Industrieländern auch. Die meisten Fälle wurden in den vergangenen Jahren in subtropischen Ländern registriert, vor allem in Indien. Zudem tritt die Diphtherie in vielen Ländern Afrikas, Asiens, des Südpazifiks und Osteuropas auf, oft in Form von Ausbrüchen. Schutz für die Bevölkerung vor Ort und bei Reisen dorthin bietet eine Impfung.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Das Wichtigste ist, dass Ärztinnen oder Ärzte den Impfstatus ihrer Patienten auch im Hinblick auf den Impfschutz gegen Diphtherie kontrollieren, sie auf Impflücken hinweisen und notwendige Impfungen durchführen. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehört die Impfung gegen Diphtherie zu dem von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standard-Impfprogramm. Impfungen gegen Diphtherie werden mit Kombinationsimpfstoffen durchgeführt, die sich zusätzlich noch gegen andere Infektionserreger richten.
Erkranken Menschen insbesondere an Rachendiphtherie, müssen sie umgehend in einer Klinik mit einem Gegenmittel des Diphtherietoxins und mit Antibiotika behandelt und isoliert werden. Zudem müssen Ärztinnen und Ärzte Diphtheriefälle dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Wann Betroffene und nahe Kontaktpersonen nicht mehr infektiös sind und durch das Infektionsschutzgesetz für diese Personen festgelegte Einschränkungen für Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinische Einrichtungen entfallen dürfen, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise die zuständigen Gesundheitsämter.
Was man selbst tun kann:
Man sollte vor allem für einen guten Impfschutz gegen das Diphtherietoxin sorgen und diesen gemäß den Empfehlungen der STIKO alle zehn Jahre auffrischen lassen.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wundstarrkrampf (Tetanus)
Was ist das? - Definition Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, bei der ein Giftstoff des Bakteriums Clostridium tetani das Nervensystem angreift und zu schmerzhaften Muskelkrämpfen führt. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen. Die Erreger gelangen meist über Wunden in den Körper. Eine Impfung bietet wirksamen Schutz.
Krankheitsbild
Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, die das Nervensystem betrifft. Auslöser ist ein Giftstoff (Toxin), der von dem Bakterium Clostridium tetani gebildet wird. Dieses Gift stört die normale Steuerung der Muskeln, was unter anderem zu schmerzhaften Krämpfen führt. Die Erkrankung entsteht meist nach einer Verletzung, wenn Bakterien in eine Wunde gelangen und sich dort vermehren. Bei Säuglingen verläuft die Erkrankung oft tödlich. Eine Impfung sorgt für wirksamen Schutz.
Symptome/Verlauf
Der Verlauf kann unterschiedlich sein, je nachdem, welche Form der Erkrankung vorliegt. Grundsätzlich beginnt Tetanus oft mit unspezifischen Beschwerden und entwickelt sich dann zu typischen Muskelkrämpfen.
Bei der am häufigsten auftretenden generalisierten Form kommt es zunächst zu Muskelverspannungen. Typisch sind eine sogenannte Kieferklemme, bei der der Mund sich nicht vollständig öffnen lässt, und ein starres Lächeln. Im weiteren Verlauf kommt es zu plötzlichen, starken und schmerzhaften Krämpfen, die alle Muskelgruppen betreffen können. Auch Schluckstörungen, Schweißausbrüche und Atemprobleme können auftreten.
Die lokale Form ist selten und wird häufiger bei unzureichendem Impfschutz beobachtet. Hier beschränken sich die Muskelkrämpfe auf die Umgebung der Wunde. Diese Form verläuft meist milder, kann aber in eine generalisierte Form übergehen.
Die neonatale Form betrifft Neugeborene. Sie entsteht vor allem dann, wenn die Mutter keinen ausreichenden Impfschutz hat und die Nabelpflege unhygienisch erfolgt. Die Erkrankung zeigt sich meist in den ersten zwei Lebenswochen durch Muskelsteife, Trinkschwäche und Krampfanfälle. Das Sterberisiko ist bei Säuglingen hoch.
Folgen/Komplikationen
Tetanus kann lebensbedrohlich verlaufen. Besonders gefährlich sind Atemprobleme, die durch Verkrampfungen der Atemmuskulatur entstehen können. Auch Komplikationen, die etwa durch Schluckprobleme auftreten können, wie Lungenentzündung oder ein Verschluss der Atemwege sind möglich. Durch die starken Muskelkrämpfe kann es sogar zu Knochenbrüchen im Bereich der Wirbelsäule kommen. Trotz intensiv-medizinischer Behandlung kann die Erkrankung tödlich enden. Bei Erwachsenen liegt das Sterberisiko trotz Behandlung bei 10 bis 20 Prozent, bei Säuglingen deutlich höher.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Erkrankung wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht, dessen Sporen beispielsweise in Erde, Staub oder Tierkot vorkommen. Gelangen sie über eine Wunde in den Körper, können sie dort ein Gift produzieren. Besonders gefährdet sind Menschen mit unzureichendem Impfschutz. Auch schwere, tiefe oder verschmutzte Wunden erhöhen das Risiko.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf Tetanus ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Folgende Maßnahmen kommen zum Einsatz:
- Gabe eines Gegengifts zur Neutralisierung des Toxins
- Behandlung mit Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien
- sorgfältige Wundbehandlung
- Linderung der Symptome
In der Regel ist eine intensivmedizinische Betreuung nötig, zum Beispiel zur Sicherung der Atmung und zur Kontrolle der Muskelkrämpfe.
Vorbeugend ist die von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlene Impfung der wichtigste Schutz. Die Impfung beginnt im Säuglingsalter mit mehreren Teilimpfungen und wird im Kindes- und Jugendalter aufgefrischt. Danach wird eine Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen.
Das kann jeder selbst tun: Eltern sollten die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder regelmäßig wahrnehmen und ihre Kinder gegen Tetanus impfen lassen. Wer seinen Impfschutz aktuell hält, kann das Risiko einer Erkrankung deutlich verringern.
Bearbeitungsstand: 31.03.2026
Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Was ist das? - Definition Das medizinische Fachwort für Kinderlähmung ist Poliomyelitis. Die deutsche Bezeichnung ist etwas irreführend, da zwar schwere Verläufe überwiegend Kinder betreffen, aber auch Erwachsene erkranken können. Auslöser ist ein von Mensch zu Mensch übertragenes Virus. Meist bleibt die Infektion folgenlos, in einigen Fällen aber kommt es zu einer Hirnhautentzündung und teils zu anhaltenden Lähmungen. Schutz bietet eine Impfung.
Krankheitsbild
Eine Poliomyelitis entsteht bei nicht durch eine Impfung geschützten Menschen durch die Infektion mit Polioviren, die überwiegend als Schmierinfektion durch mit dem Stuhl ausgeschiedene Viren abläuft.
Die Infektion bleibt bei den meisten Betroffenen folgenlos. Treten Symptome auf, dann innerhalb von 3 bis zu 35 Tagen. Es kann sich eine sogenannte abortive Poliomyelitis ohne Beteiligung des Zentralen Nervensystems mit leichteren Beschwerden entwickeln. Bei einem Teil der Erkrankten befallen die Viren aber auch das Zentrale Nervensystem. Im Fall der nichtparalytischen Poliomyelitis treten dann Symptome einer Hirnhautentzündung auf. Mitunter kann es nach kurzer Besserung zur paralytischen Form der Krankheit kommen, mit schlaffen Lähmungen. Kinder haben diesen schweren Verlauf häufiger als Erwachsene.
Eine heilende Behandlung gibt es nicht, es können nur Symptome gelindert werden. Vorbeugenden Schutz bietet eine Impfung.
In Rachensekreten können Polioviren nach einer Infektion etwa eine Woche vorhanden sein und ausgeschieden werden. Über den Stuhl beginnt die Ausscheidung von Polioviren 2 bis 3 Tage nach der Infektion und kann bis zu 6 Wochen anhalten, vereinzelt, etwa bei Immunschwäche, können es sogar Monate oder Jahre sein.
Symptome/Verlauf
In 4 bis 8 Prozent der Infektionsfälle verläuft die Erkrankung als abortive Poliomyelitis. Kurzeitig können sich dabei Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Fieber, Hals-, Muskel- und Kopfschmerzen bemerkbar machen. Etwa 3 bis 7 Tage später kann es bei 2 bis 4 Prozent der Infektionsfälle zur nichtparalytischen Poliomyelitis mit Symptomen einer Hirnhautentzündung wie Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen kommen. Bei 0,1 bis 1 Prozent der Infizierten macht sich nach kurzer Besserung dann erneut Fieber bemerkbar und es sind schlaffe Lähmungen der Arm- oder Beinmuskulatur und mitunter auch der Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur möglich. Die Lähmungen verteilen sich oft ungleich und können sich teilweise wieder zurückbilden.
Folgen/Komplikationen
Eine paralytische Poliomyelitis kann neben anhaltenden schlaffen Lähmungen und den daraus folgenden Einschränkungen zu Muskelschwund, Gelenkzerstörung oder vermindertem Knochenwachstum führen. Ist die Atemmuskulatur betroffen, brauchen Betroffene möglicherweise Unterstützung beim Atmen, zeitweise oder mitunter auch über lange Zeit. Das übernahm in früherer Zeit eine "Eiserne Lunge", in der die Patienten lagen.
Sehr schwer verläuft die seltene bulbäre Form einer Poliomyelitis mit Schluckproblemen oder Störungen der Atem- und Kreislaufregulation, sie endet in vielen Fällen tödlich. Noch Jahre oder Jahrzehnte nach der einer überstandenen Polioerkrankung kann es möglicherweise zu einer zunehmenden Muskelschwäche, Lähmungen und Muskelschwund kommen. Man erklärt sich das durch anhaltende Überlastung ursprünglich nicht durch die Krankheit betroffener, für Muskelbewegungen wichtiger Nervenzellen. Neben den genannten muskulären Beschwerden können Betroffene vermehrt Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Müdigkeit, Erschöpfung, Atemprobleme oder Schluckstörungen zu schaffen machen. Das Syndrom wird als Post-Polio-Syndrom bezeichnet.
Ursachen/Risikofaktoren
Von den drei Wildtypen des Poliovirus kommt weltweit nur noch einer vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch meist in Form von Schmierinfektionen durch mit dem Stuhl ausgeschiedene Viren, seltener über eine Tröpfcheninfektion. Insgesamt begünstigen schlechte hygienische Verhältnisse und unzureichende Durchimpfungsraten die Verbreitung. In Deutschland ist seit 1990 keine hier erworbene Polioerkrankung mehr nachgewiesen worden. Es gibt aber nach wie vor einige wenige Länder, in denen der Wildtyp 1 des Poliovirus noch vorkommt. Das Virus könnte also nach wie vor wieder nach Deutschland importiert werden.
In Ländern, in denen es noch die Schluckimpfung mit Polio-Lebendimpfstoffen gibt, zirkulieren Impfviren, bei denen es sich um abgeschwächte Polioviren handelt. Diese verursachen keine Erkrankung. In Deutschland werden Polio-Lebendimpfstoffe schon lange nicht mehr angewendet, stattdessen setzt man zu spritzende Totimpfstoffe mit inaktivierten Viren ein. Impfviren können aber noch aus anderen Ländern nach Deutschland gelangen und sind hierzulande auch in Abwasserproben nachgewiesen worden. Sollten sich Impfviren genetisch verändern, können sie in seltenen Fällen Poliomyelitis-typische Symptome verursachen. Eine Polioimpfung schützt davor.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Das wichtigste ist, dass Ärztinnen oder Ärzte bei ihren Patienten den Impfschutz gegen Polio kontrollieren, sie auf Impflücken hinweisen und bei Bedarf den Impfschutz vervollständigen. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehört die Impfung gegen Polio zu dem von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standard-Impfprogramm. Poliomyelitis ist eine meldepflichtige Erkrankung und führt zu Einschränkungen für die Betreuung oder Tätigkeit in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinische Einrichtungen. Wann Betroffene und nahe Kontaktpersonen nicht mehr infektiös sind und mögliche Einschränkungen entfallen dürfen, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise die zuständigen Gesundheitsämter.
Was man selbst tun kann:
Wichtig ist vor allem für ein guter Impfschutz gegen Poliomyelitis. Nach der Grundimmunisierung empfiehlt die STIKO hierzulande eine einmalige Auffrischung zwischen 9 und 16 Jahren oder im Erwachsenenalter, falls die Auffrischung noch fehlt. Bei Fernreisen empfiehlt sich eine reisemedizinische Beratung, um festzustellen, ob der vorhandene Impfschutz gegen Polio und andere Erkrankungen für das Reiseland ausreicht.
Wer Fragen zu Polio und zu Impfungen dagegen oder gegen andere Erkrankungen hat, sollte sich ärztlich beraten lassen. Der vorliegende Beitrag kann diese Beratung nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.