RITALIN Saft 2 mg/ml Lösung zum Einnehmen
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Pharmazeutische Informationen
Lösung zum Einnehmen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19271351
- Darreichungsform:
- Lösung zum Einnehmen (Lösung zum Einnehmen)
- Packungsgröße:
- 150 ml
- Wirkstoffstärke:
- 2 mg
- Marke:
- RITALIN
- Hersteller:
- Pädia GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel ein. Vor Gebrauch gut schütteln.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Erbrechen, Unruhe, Zittern, Schwitzen, Kopfschmerzen und Bluthochdruck. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
ADHS:
Allgemeine Empfehlung - Behandlungsbeginn:
Narkolepsie:
Allgemeine Empfehlung
Höchstdosis: Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren: Eine Dosis von 30ml pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Höchstdosis: Erwachsene: Eine Dosis von 40ml pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Dosierhilfe: Dem Arzneimittel liegt für eine korrekte Dosierung ein Messbehältnis bei.
Anwendungsgebiete
- Narkolepsie (zwanghafte Schlafanfälle)
- ADHS
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren, Einzeldosis: 2,5ml, Gesamtdosis: 1-2 mal täglich, Zeitpunkt: morgens, evtl. auch mittags, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 5ml, Gesamtdosis: 2-3 mal täglich, Zeitpunkt: morgens und mittags, evtl. auch nachmittags, zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von ganz bestimmten Botenstoffen erhöht. Dadurch wird eine verstärkte Aktivität und Wachheit erzeugt und beim Vorliegen einer sog. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) die Konzentration und die Ausgeglichenheit gefördert.
Nebenwirkungen
- Appetitlosigkeit
- Schlafstörungen, wie:
- - Schlaflosigkeit
- Nervosität
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörung
- Übelkeit
- Mundtrockenheit
- Schwitzen
- Wachstumsverzögerung
- Aggressives Verhalten
- Stimmungsschwankungen
- Antriebssteigerung
- Angstzustände
- Depressionen
- Reizbarkeit
- Unruhe
- Vermindertes sexuelles Verlangen
- Panikattacken
- Stress
- Zähneknirschen
- Zittern
- Schwindel
- Störung des Bewegungsablaufs (Dyskinesie)
- Hyperaktivität (psychomotorische)
- Schläfrigkeit
- Herzrhythmusstörung
- Herzklopfen
- Bluthochdruck
- Kältegefühl der äußeren Körpergebiete (z. B. Finger, Zehen, Arme)
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- - Bauchschmerzen
- - Durchfälle
- - Erbrechen
- - Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Zahnschmerzen
- Haarausfall
- Juckreiz
- Hautausschlag, schwerer
- Nesselausschlag
- Gelenkschmerzen
- Husten
- Rachenentzündung
- Halsschmerzen
- Anfälle von Atemnot
- Fieber
- Durst
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Akute starke allergische Reaktion, die mehrere oder alle Körpergebiete betrifft (Anaphylaxie)
- Ohrenschwellung
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Blasen (bullöse Dermatitis)
- Verschiedene Formen von Hautschuppungen bzw. -abschälungen (exfoliative Erkrankungen)
- Hör- und sichtbare Sinnestäuschung (akustische und visuelle Halluzination)
- Sonderbare (paradoxe) Reaktionen, wie:
- Selbstmordgedanken
- Tic-Störung, auch Verschlechterung bestehender Tics (Tourette-Syndrom)
- Muskelzuckungen
- gesteigerte Wachheit
- Spannungszustand
- Sitzunruhe (Akathisie)
- Doppeltsehen
- Verschwommenes Sehen
- Brustschmerz
- Verstopfung
- Anstieg der Leberwerte
- Mit Schuppenbildung verbundene Hauterkrankung
- Muskelschmerzen
- Verspannung von Muskeln
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Infektiöse Entzündung des Magen-Darm-Traktes
- Abweichende Untersuchungsergebnisse der Herzgeräusche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Glaukom
- Phäochromocytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Depression, auch in der Vorgeschichte
- Magersucht, auch in der Vorgeschichte
- Selbstmordgedanken, auch in der Vorgeschichte
- Psychose, auch in der Vorgeschichte
- Störung des Gefühlslebens, auch in der Vorgeschichte
- Manie, auch in der Vorgeschichte
- Seelische Erkrankung mit Wahn, Sinnestäuschung, Ich-Störung (Schizophrenie), auch in der Vorgeschichte
- Persönlichkeitsstörungen
- Manisch-depressive Erkrankung, auch in der Vorgeschichte
- Herz-, Kreislauferkrankungen, wie:
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
- Angina pectoris
- Angeborener Herzfehler
- Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
- Herzinfarkt, der erst kurze Zeit zurückliegt
- Herzrhythmusstörungen
- Erkrankung, durch Störung von Ionenkanälen
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße, wie:
- Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
- Gefäßentzündungen
- Schlaganfall (akut)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Erwachsene: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten ab 60 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 153 × 64 × 64 mm
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 30 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei regelmäßiger Einnahme kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Fructose (Fruchtzucker). Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Narkolepsie
Was ist das? - Definition Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Regulation von Schlaf und Wachsein gestört ist. Betroffene erleben plötzlich auftretende Schlafattacken und eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, die den Alltag stark beeinträchtigen kann.
Krankheitsbild
Narkolepsie zeigt sich durch eine dauerhaft gestörte Schlaf-Wach-Steuerung. Der Körper kann Wachphasen nicht stabil halten und fällt unvermittelt in Schlafzustände. Häufig besteht zusätzlich eine Störung der Muskelspannung, die in bestimmten Momenten kurzzeitig nachlässt. Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder jungen Erwachsenenalter und bleibt lebenslang bestehen.
Symptome/Verlauf
Typisch sind unkontrollierbare Schlafattacken und eine starke Tagesschläfrigkeit. Manche Betroffene erleben einen plötzlichen Verlust der Muskelspannung bei starken Emotionen. Auch nächtliche Schlafstörungen sind häufig. Im Verlauf können Symptome schwanken. Häufige Merkmale sind:
- plötzlich auftretende Schlafattacken
- starke Tagesschläfrigkeit
- kurzzeitiger Spannungsverlust der Muskulatur
- gestörter Nachtschlaf
Folgen/Komplikationen
Die Erkrankung kann zu Problemen im Alltag führen, etwa bei der Arbeit oder im Straßenverkehr. Konzentration und Leistungsfähigkeit können eingeschränkt sein. Auch soziale Belastungen entstehen, da Symptome oft missverstanden werden. Unbehandelt steigt das Risiko für Unfälle und psychische Belastungen wie Rückzug oder Frustration.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Häufig liegt ein Mangel bestimmter Botenstoffe vor, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Vermutet werden genetische Einflüsse und Fehlreaktionen des Immunsystems. Risikofaktoren sind selten eindeutig, doch familiäre Häufungen kommen vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann Medikamente einsetzen, die Wachheit fördern oder die Symptome reduzieren.
Das kann man selbst tun: Regelmäßige Schlafzeiten einhalten und kurze geplante Ruhephasen nutzen. Grenzen bestehen, wenn Symptome den Alltag gefährden oder Schlafattacken unkontrollierbar bleiben. Dann ist ärztliche Unterstützung unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom)
Was ist das? - Definition ADHS ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden.
Krankheitsbild
ADHS, oft auch Zappelphilipp-Syndrom bekannt, ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. Etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind betroffen. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden - schätzungsweise zwei bis vier Prozent sind betroffen.
Symptome/Verlauf
ADHS äußert sich unterschiedlich stark und kann in jedem Alter anders andere Auswirkungen zeigen. Typische Anzeichen sind:
- Konzentrationsprobleme: Betroffene lassen sich leicht ablenken, brechen Aufgaben oft ab oder vergessen Dinge.
- Impulsivität: Betroffene handeln vorschnell, reagieren heftig oder haben Mühe, abzuwarten.
- Überaktivität: Betroffene haben einen gesteigerten Bewegungsdrang, wirken sehr unruhig oder reden ununterbrochen.
Bei Kindern fällt der gesteigerte Bewegungsdrang oft besonders auf. Sie können sich beispielsweise außerdem schlecht konzentrieren, machen in der Schule oft Flüchtigkeitsfehler und lassen sich leicht ablenken. Sie stören im Unterricht, platzen mit Antworten heraus oder neigen zu Wutausbrüchen. Im Jugendalter treten häufig Stimmungsschwankungen, Trotz oder Gereiztheit hinzu. Sie neigen mitunter mehr zu riskantem Verhalten und Drogenkonsum als Gleichaltrige. Erwachsene mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Die mangelnde Organisationsfähigkeit hat oft Auswirkungen auf Beruf und Privatleben.
Der Verlauf von ADHS ist sehr individuell: Bei manchen Kindern werden die Symptome mit der Pubertät schwächer. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter unter ADHS.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen: in der Schule, im Beruf und im sozialen Umfeld. Kinder und Jugendliche erleben häufiger Misserfolge und Konflikte, was ihr Selbstbewusstsein mindert. Später können Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder Suchtverhalten hinzukommen. Bei Erwachsenen führen die innere Unruhe, Vergesslichkeit und Impulsivität oft zu beruflichen oder privaten Schwierigkeiten. Eine passende Behandlung kann diesen Folgen aber gut vorbeugen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Forscher gehen von einem Zusammenspiel genetischer Faktoren sowie weiterer Einflussfaktoren aus. Belastende Lebensbedingungen, familiäre Instabilität, aber auch Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft können auf Entwicklung und Verlauf von ADHS einen Einfluss haben.
Bei ADHS kommt es zu Abweichungen neuronaler Regelkreise im Gehirn. Die Funktionsstörungen gehen mit einem Über- oder Unterangebot von Botenstoffen in bestimmten Gehirnregionen einher. Bei ADHS sind dabei vor allem die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin von Bedeutung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
ADHS ist gut behandelbar. Entscheidend ist, dass die Therapie individuell angepasst wird und das Umfeld (Eltern, Lehrkräfte oder Partner) einbezogen wird. Der Arzt oder die Ärztin kann zunächst eine genaue Diagnose stellen und über die beste Behandlung beraten. Häufig kommen Verhaltenstherapie, Eltern- oder Angehörigenschulung und bei Bedarf Medikamente wie beispielsweise Methylphenidat zum Einsatz.
Das kann man selbst tun:
Ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Bewegung, klare Strukturen und ein angemessener Erziehungsstil können Kindern helfen. Erwachsene profitieren zusätzlich von Entspannungstechniken, Selbstorganisationstraining, sportlicher Aktivität und dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Bearbeitungsstand: 01.12.2025
Quellenangabe:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Lösung zum Einnehmen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19271351
- Darreichungsform:
- Lösung zum Einnehmen (Lösung zum Einnehmen)
- Packungsgröße:
- 150 ml
- Wirkstoffstärke:
- 2 mg
- Marke:
- RITALIN
- Hersteller:
- Pädia GmbH
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
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Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel ein. Vor Gebrauch gut schütteln.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Erbrechen, Unruhe, Zittern, Schwitzen, Kopfschmerzen und Bluthochdruck. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
ADHS:
Allgemeine Empfehlung - Behandlungsbeginn:
Narkolepsie:
Allgemeine Empfehlung
Höchstdosis: Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren: Eine Dosis von 30ml pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Höchstdosis: Erwachsene: Eine Dosis von 40ml pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Dosierhilfe: Dem Arzneimittel liegt für eine korrekte Dosierung ein Messbehältnis bei.
Anwendungsgebiete
- Narkolepsie (zwanghafte Schlafanfälle)
- ADHS
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren, Einzeldosis: 2,5ml, Gesamtdosis: 1-2 mal täglich, Zeitpunkt: morgens, evtl. auch mittags, zu der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 5ml, Gesamtdosis: 2-3 mal täglich, Zeitpunkt: morgens und mittags, evtl. auch nachmittags, zu der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von ganz bestimmten Botenstoffen erhöht. Dadurch wird eine verstärkte Aktivität und Wachheit erzeugt und beim Vorliegen einer sog. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) die Konzentration und die Ausgeglichenheit gefördert.
Nebenwirkungen
- Appetitlosigkeit
- Schlafstörungen, wie:
- - Schlaflosigkeit
- Nervosität
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörung
- Übelkeit
- Mundtrockenheit
- Schwitzen
- Wachstumsverzögerung
- Aggressives Verhalten
- Stimmungsschwankungen
- Antriebssteigerung
- Angstzustände
- Depressionen
- Reizbarkeit
- Unruhe
- Vermindertes sexuelles Verlangen
- Panikattacken
- Stress
- Zähneknirschen
- Zittern
- Schwindel
- Störung des Bewegungsablaufs (Dyskinesie)
- Hyperaktivität (psychomotorische)
- Schläfrigkeit
- Herzrhythmusstörung
- Herzklopfen
- Bluthochdruck
- Kältegefühl der äußeren Körpergebiete (z. B. Finger, Zehen, Arme)
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- - Bauchschmerzen
- - Durchfälle
- - Erbrechen
- - Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Zahnschmerzen
- Haarausfall
- Juckreiz
- Hautausschlag, schwerer
- Nesselausschlag
- Gelenkschmerzen
- Husten
- Rachenentzündung
- Halsschmerzen
- Anfälle von Atemnot
- Fieber
- Durst
- Angioneurotisches Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
- Akute starke allergische Reaktion, die mehrere oder alle Körpergebiete betrifft (Anaphylaxie)
- Ohrenschwellung
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Blasen (bullöse Dermatitis)
- Verschiedene Formen von Hautschuppungen bzw. -abschälungen (exfoliative Erkrankungen)
- Hör- und sichtbare Sinnestäuschung (akustische und visuelle Halluzination)
- Sonderbare (paradoxe) Reaktionen, wie:
- Selbstmordgedanken
- Tic-Störung, auch Verschlechterung bestehender Tics (Tourette-Syndrom)
- Muskelzuckungen
- gesteigerte Wachheit
- Spannungszustand
- Sitzunruhe (Akathisie)
- Doppeltsehen
- Verschwommenes Sehen
- Brustschmerz
- Verstopfung
- Anstieg der Leberwerte
- Mit Schuppenbildung verbundene Hauterkrankung
- Muskelschmerzen
- Verspannung von Muskeln
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Infektiöse Entzündung des Magen-Darm-Traktes
- Abweichende Untersuchungsergebnisse der Herzgeräusche
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Glaukom
- Phäochromocytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Depression, auch in der Vorgeschichte
- Magersucht, auch in der Vorgeschichte
- Selbstmordgedanken, auch in der Vorgeschichte
- Psychose, auch in der Vorgeschichte
- Störung des Gefühlslebens, auch in der Vorgeschichte
- Manie, auch in der Vorgeschichte
- Seelische Erkrankung mit Wahn, Sinnestäuschung, Ich-Störung (Schizophrenie), auch in der Vorgeschichte
- Persönlichkeitsstörungen
- Manisch-depressive Erkrankung, auch in der Vorgeschichte
- Herz-, Kreislauferkrankungen, wie:
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
- Angina pectoris
- Angeborener Herzfehler
- Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
- Herzinfarkt, der erst kurze Zeit zurückliegt
- Herzrhythmusstörungen
- Erkrankung, durch Störung von Ionenkanälen
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße, wie:
- Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
- Gefäßentzündungen
- Schlaganfall (akut)
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Erwachsene: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Ältere Patienten ab 60 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 153 × 64 × 64 mm
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 30 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei regelmäßiger Einnahme kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Fructose (Fruchtzucker). Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
In Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen:
Narkolepsie
Was ist das? - Definition Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Regulation von Schlaf und Wachsein gestört ist. Betroffene erleben plötzlich auftretende Schlafattacken und eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, die den Alltag stark beeinträchtigen kann.
Krankheitsbild
Narkolepsie zeigt sich durch eine dauerhaft gestörte Schlaf-Wach-Steuerung. Der Körper kann Wachphasen nicht stabil halten und fällt unvermittelt in Schlafzustände. Häufig besteht zusätzlich eine Störung der Muskelspannung, die in bestimmten Momenten kurzzeitig nachlässt. Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder jungen Erwachsenenalter und bleibt lebenslang bestehen.
Symptome/Verlauf
Typisch sind unkontrollierbare Schlafattacken und eine starke Tagesschläfrigkeit. Manche Betroffene erleben einen plötzlichen Verlust der Muskelspannung bei starken Emotionen. Auch nächtliche Schlafstörungen sind häufig. Im Verlauf können Symptome schwanken. Häufige Merkmale sind:
- plötzlich auftretende Schlafattacken
- starke Tagesschläfrigkeit
- kurzzeitiger Spannungsverlust der Muskulatur
- gestörter Nachtschlaf
Folgen/Komplikationen
Die Erkrankung kann zu Problemen im Alltag führen, etwa bei der Arbeit oder im Straßenverkehr. Konzentration und Leistungsfähigkeit können eingeschränkt sein. Auch soziale Belastungen entstehen, da Symptome oft missverstanden werden. Unbehandelt steigt das Risiko für Unfälle und psychische Belastungen wie Rückzug oder Frustration.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Häufig liegt ein Mangel bestimmter Botenstoffe vor, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Vermutet werden genetische Einflüsse und Fehlreaktionen des Immunsystems. Risikofaktoren sind selten eindeutig, doch familiäre Häufungen kommen vor.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann Medikamente einsetzen, die Wachheit fördern oder die Symptome reduzieren.
Das kann man selbst tun: Regelmäßige Schlafzeiten einhalten und kurze geplante Ruhephasen nutzen. Grenzen bestehen, wenn Symptome den Alltag gefährden oder Schlafattacken unkontrollierbar bleiben. Dann ist ärztliche Unterstützung unbedingt notwendig.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom)
Was ist das? - Definition ADHS ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden.
Krankheitsbild
ADHS, oft auch Zappelphilipp-Syndrom bekannt, ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindesalter. Etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind betroffen. ADHS zeigt sich durch eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, übermäßiger Aktivität und Impulsivität. Auch Erwachsene können an ADHS leiden - schätzungsweise zwei bis vier Prozent sind betroffen.
Symptome/Verlauf
ADHS äußert sich unterschiedlich stark und kann in jedem Alter anders andere Auswirkungen zeigen. Typische Anzeichen sind:
- Konzentrationsprobleme: Betroffene lassen sich leicht ablenken, brechen Aufgaben oft ab oder vergessen Dinge.
- Impulsivität: Betroffene handeln vorschnell, reagieren heftig oder haben Mühe, abzuwarten.
- Überaktivität: Betroffene haben einen gesteigerten Bewegungsdrang, wirken sehr unruhig oder reden ununterbrochen.
Bei Kindern fällt der gesteigerte Bewegungsdrang oft besonders auf. Sie können sich beispielsweise außerdem schlecht konzentrieren, machen in der Schule oft Flüchtigkeitsfehler und lassen sich leicht ablenken. Sie stören im Unterricht, platzen mit Antworten heraus oder neigen zu Wutausbrüchen. Im Jugendalter treten häufig Stimmungsschwankungen, Trotz oder Gereiztheit hinzu. Sie neigen mitunter mehr zu riskantem Verhalten und Drogenkonsum als Gleichaltrige. Erwachsene mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu strukturieren. Die mangelnde Organisationsfähigkeit hat oft Auswirkungen auf Beruf und Privatleben.
Der Verlauf von ADHS ist sehr individuell: Bei manchen Kindern werden die Symptome mit der Pubertät schwächer. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter unter ADHS.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen: in der Schule, im Beruf und im sozialen Umfeld. Kinder und Jugendliche erleben häufiger Misserfolge und Konflikte, was ihr Selbstbewusstsein mindert. Später können Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder Suchtverhalten hinzukommen. Bei Erwachsenen führen die innere Unruhe, Vergesslichkeit und Impulsivität oft zu beruflichen oder privaten Schwierigkeiten. Eine passende Behandlung kann diesen Folgen aber gut vorbeugen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Forscher gehen von einem Zusammenspiel genetischer Faktoren sowie weiterer Einflussfaktoren aus. Belastende Lebensbedingungen, familiäre Instabilität, aber auch Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft können auf Entwicklung und Verlauf von ADHS einen Einfluss haben.
Bei ADHS kommt es zu Abweichungen neuronaler Regelkreise im Gehirn. Die Funktionsstörungen gehen mit einem Über- oder Unterangebot von Botenstoffen in bestimmten Gehirnregionen einher. Bei ADHS sind dabei vor allem die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin von Bedeutung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt:
ADHS ist gut behandelbar. Entscheidend ist, dass die Therapie individuell angepasst wird und das Umfeld (Eltern, Lehrkräfte oder Partner) einbezogen wird. Der Arzt oder die Ärztin kann zunächst eine genaue Diagnose stellen und über die beste Behandlung beraten. Häufig kommen Verhaltenstherapie, Eltern- oder Angehörigenschulung und bei Bedarf Medikamente wie beispielsweise Methylphenidat zum Einsatz.
Das kann man selbst tun:
Ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Bewegung, klare Strukturen und ein angemessener Erziehungsstil können Kindern helfen. Erwachsene profitieren zusätzlich von Entspannungstechniken, Selbstorganisationstraining, sportlicher Aktivität und dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Bearbeitungsstand: 01.12.2025
Quellenangabe:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.