SAXENDA 6 mg/ml Injektionslsg.i.e.Fertigpen
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Pharmazeutische Informationen
Injektionslösung — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19645892
- Darreichungsform:
- Injektionslösung (Fertigspritzen)
- Packungsgröße:
- 3 x 3 ml
- Wirkstoffstärke:
- 6 mg
- Marke:
- SAXENDA
- Hersteller:
- EurimPharm Arzneimittel GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Wenden Sie das Arzneimittel nach den Anweisungen des Arztes an. Für die Injektion geeignete Körperstellen sind Oberarm, Oberschenkel und Bauchdecke. Die Injektionsstelle sollte regelmäßig gewechselt werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer bestimmt Ihr Arzt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen, unter anderem zu schwerer Übelkeit, Erbrechen und Unterzuckerung, kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Einnahme um mind. 12 Stunden verpasst: Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Einnahme um max. 12 Stunden verpasst: Nehmen Sie das Arzneimittel ein, sobald Sie daran denken und halten dann Ihren ursprünglichen Zeitplan ein.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
In Absprache mit Ihrem Arzt, abhängig von dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel in der Regel folgendermaßen dosiert:
Allgemeine Empfehlung - Behandlungsbeginn:
Allgemeine Empfehlung - Folgebehandlung:
Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 0,5 ml pro Tag erhöht werden.
Diabetiker: Dieses Arzneimittel ist kein Insulin-Ersatz.
Anwendungsgebiete
- schweres Übergewicht (BMI > 30 kg/m2)
- leichtes Übergewicht (BMI > 27 kg/m2) und Begleiterkrankung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 0,1 ml, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zum gleichen Zeitpunkt, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 0,2 ml, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zum gleichen Zeitpunkt, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Liraglutid ist ein Hormon-ähnlicher Wirkstoff, der in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse erhöht und den Glucagonspiegel (Gegenspieler des Insulins) im Blut senkt. Die natürliche Glucagonwirkung wird bei einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) nicht behindert. Des Weiteren verzögert der Wirkstoff die Magenentleerung, wodurch Glukose aus der Nahrung langsamer in das Blut aufgenommen wird. Auch verringert Liraglutid das Hungergefühl, so dass weniger Energie aufgenommen wird. Auf diese Weise werden Körpergewicht und -fettmasse reduziert. Zusätzliche positive Eigenschaften des Wirkstoffs sind eine Senkung des Blutdrucks und eine erschwerte Bildung und Entzündung von atherosklerotischen Plaques ("Gefäßverkalkung").
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Verstopfung
- Unterzuckerung (Hypoglykämie)
- Schlaflosigkeit
- Schwindelgefühl
- Geschmacksverzerrung (Dysgeusie)
- Mundtrockenheit
- Verdauungsbeschwerden
- Magenschleimhautentzündung
- Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux)
- Schmerzen im Oberbauch
- Entweichen von Darmgasen
- Aufstoßen
- Blähungen
- Gallensteine
- Hautausschlag
- Reaktion an der Einstichstelle der Injektion
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Erschöpfung
- Erhöhter Wert der fettspaltenden Verdauungsenzyme (Lipasen)
- Erhöhte Werte eines Enzyms (Amylase)
- Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) durch Medikamente
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Verzögerte Magenentleerung
- Gallenblasenentzündung
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Unwohlsein
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 150 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 30 × 163 × 70 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Wird das Arzneimittel im Kühlschrank aufbewahrt, darf es nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Monat verwendet werden!
Wird das Arzneimittel bei Raumtemperatur aufbewahrt, darf es nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Monat verwendet werden und ist vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis) aufzubewahren!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel wird zur Gewichtsregulierung gegeben, wenn gleichzeitig eine kalorienreduzierte Ernährung und verstärkte körperliche Aktivität eingehalten wird.
Übergewicht
Was ist das? - Definition Übergewicht entsteht, wenn Menschen über längere Zeit mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen. Allerdings sind nicht allein die Essgewohnheiten ausschlaggebend: Auch Veranlagung, Hormone, Medikamente oder emotionale Belastungen können bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen. Experten unterscheiden zwischen normalem Übergewicht und Fettleibigkeit. Die sogenannte Adipositas ist als Krankheit anerkannt.
Krankheitsbild
Übergewicht entsteht, wenn Menschen über längere Zeit mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen. Allerdings sind nicht allein die Essgewohnheiten ausschlaggebend: Auch Veranlagung, Hormone, Medikamente oder emotionale Belastungen können bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen. Experten unterscheiden zwischen normalem Übergewicht und Fettleibigkeit. Die sogenannte Adipositas ist als Krankheit anerkannt.
Symptome/Verlauf
Übergewicht lässt sich nicht allein durch das Gewicht einer Person beurteilen. Es gibt verschiedene Maße, mit deren Hilfe man die Ausprägung von Übergewicht bestimmen kann. Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte Body Mass Index (BMI). Der BMI errechnet sich folgendermaßen: BMI = Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße2 (in m2). Bei einem BMI von über 25 spricht man von Übergewicht. Ein BMI von über 30 gilt als Adipositas. Allerdings sagt der BMI nichts über Fettmasse und Fettverteilung aus. Als weiteres Maß zur Beurteilung von Übergewicht wird daher zum Beispiel der Taillenumfang genutzt.
Übergewicht kann - vor allem, wenn es lange besteht oder stark ausgeprägt ist - körperliche und psychische Beschwerden mit sich bringen. Häufig entwickeln sich Probleme schleichend über Jahre. Mögliche Beschwerden sind: Kurzatmigkeit bei Belastung, Verdauungsstörungen wie Völlegefühl oder Sodbrennen, Gelenkbeschwerden, Schlafprobleme bis hin zu Schlafapnoe (Atemaussetzer), Selbstwertprobleme bis hin zu sozialem Rückzug. Nicht alle Menschen mit Übergewicht haben Beschwerden. Doch mit zunehmendem Gewicht steigt das Risiko für Beschwerden und weitergehende Komplikationen. Je früher gegengesteuert wird, desto besser lassen sich Spätfolgen vermeiden.
Folgen/Komplikationen
Leichtes Übergewicht von einigen Kilogramm hat in der Regel wenige Auswirkungen, wenn sich Menschen gut ernähren und ausreichend bewegen. Auch Menschen mit deutlich erhöhtem Gewicht können sich fit fühlen und zunächst keine gesundheitlichen Einschränkungen haben. Allerdings steigt mit dem Übergewicht das Risiko für ernstzunehmende Folgeerkrankungen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen:
- Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
- Typ-2-Diabetes (insulinresistente Stoffwechsellage)
- Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Gelenkverschleiß, z.B. Arthrose oder Rückenschmerzen
- Schlafapnoe und andere Atemprobleme
- Psychische Belastungen, z. B. depressive Verstimmungen oder soziale Isolation
Schon eine moderate Gewichtsreduktion von etwa fünf bis zehn Prozent kann viele dieser Risiken spürbar senken.
Ursachen/Risikofaktoren
Übergewicht entwickelt sich in der Regel schleichend. An Adipositas (Fettleibigkeit) leiden viele Betroffene schon von klein an. Sie gilt heute als chronische Erkrankung. Häufig entstehen Übergewicht und Adipositas durch ein Zusammentreffen von falscher Ernährung, genetischen, hormonellen, psychischen und umweltbedingten Faktoren, zum Beispiel:
- Energiereiche Ernährung, zum Beispiel mit viel Fett und Zucker
- Bewegungsmangel im Alltag
- Genetische Veranlagung (Kalorienverbrauch, Hungergefühl und Fettspeicherung sind individuell unterschiedlich)
- Hormonelle Einflüsse: Schilddrüsenunterfunktion, Insulinresistenz, hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft oder Wechseljahr können Übergewicht fördern.
- Medikamente: Kortison, Antidepressiva, Neuroleptika können Übergewicht fördern.
- Chronischer Stress oder Schlafmangel
- Essstörungen oder emotionales Essen
- Psychische Erkrankungen, z. B. Depressionen oder Traumafolgestörungen
- Soziales Umfeld, Ernährungsgewohnheiten in der Kindheit, Werbung für ungesunde Lebensmittel
Das kann helfen:
Das kann man selbst tun:
Wer ein paar Kilo abnehmen möchte, sollte zunächst versuchen, sich ausgewogen zu ernähren und die Energieaufnahme etwas zu reduzieren: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gute Öle, hin und wieder Milch- und Fleischprodukte sowie wenig Zucker und verarbeitete Lebensmittel sind ein guter Anfang. Ob man lieber am Fett oder an Kohlenhydraten spart, spielt keine so große Rolle. Wichtig ist, dass man sich mit der Ernährungsweise wohl fühlt und auf lange Sicht zurechtkommt. Kurzfristige Diäten helfen hingegen kaum und fördern zum Teil sogar eine Gewichtszunahme. Regelmäßige Bewegung kann das Gewichtsmanagement unterstützen. Dabei wirkt eine Kombination aus mehr Bewegung im Alltag, Ausdauer- und Krafttraining am besten.
Das macht der Arzt:
Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kann der Arzt eine Ernährungsberatung verschreiben, um eine Ernährungsumstellung zu erleichtern. Ebenfalls auf Kassenleistung gibt es sogenannte Digitale Gesundheitsangebote (DiGAs): Diese Apps unterstützen mit Tipps zu Ernährung, Bewegung und Psyche. Medikamente wie sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten können beim Abnehmen unterstützen. Diese müssen Patienten für die Adipositasbehandlung in Deutschland allerdings selbst zahlen. Bei stark ausgeprägter Adipositas kommen auch bariatrische Operationen (z. B. Magenbypass oder Schlauchmagen) in Frage.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Injektionslösung — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19645892
- Darreichungsform:
- Injektionslösung (Fertigspritzen)
- Packungsgröße:
- 3 x 3 ml
- Wirkstoffstärke:
- 6 mg
- Marke:
- SAXENDA
- Hersteller:
- EurimPharm Arzneimittel GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Wenden Sie das Arzneimittel nach den Anweisungen des Arztes an. Für die Injektion geeignete Körperstellen sind Oberarm, Oberschenkel und Bauchdecke. Die Injektionsstelle sollte regelmäßig gewechselt werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer bestimmt Ihr Arzt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen, unter anderem zu schwerer Übelkeit, Erbrechen und Unterzuckerung, kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Einnahme um mind. 12 Stunden verpasst: Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Einnahme um max. 12 Stunden verpasst: Nehmen Sie das Arzneimittel ein, sobald Sie daran denken und halten dann Ihren ursprünglichen Zeitplan ein.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
In Absprache mit Ihrem Arzt, abhängig von dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel in der Regel folgendermaßen dosiert:
Allgemeine Empfehlung - Behandlungsbeginn:
Allgemeine Empfehlung - Folgebehandlung:
Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 0,5 ml pro Tag erhöht werden.
Diabetiker: Dieses Arzneimittel ist kein Insulin-Ersatz.
Anwendungsgebiete
- schweres Übergewicht (BMI > 30 kg/m2)
- leichtes Übergewicht (BMI > 27 kg/m2) und Begleiterkrankung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 0,1 ml, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zum gleichen Zeitpunkt, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, Einzeldosis: 0,2 ml, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: zum gleichen Zeitpunkt, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Liraglutid ist ein Hormon-ähnlicher Wirkstoff, der in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse erhöht und den Glucagonspiegel (Gegenspieler des Insulins) im Blut senkt. Die natürliche Glucagonwirkung wird bei einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) nicht behindert. Des Weiteren verzögert der Wirkstoff die Magenentleerung, wodurch Glukose aus der Nahrung langsamer in das Blut aufgenommen wird. Auch verringert Liraglutid das Hungergefühl, so dass weniger Energie aufgenommen wird. Auf diese Weise werden Körpergewicht und -fettmasse reduziert. Zusätzliche positive Eigenschaften des Wirkstoffs sind eine Senkung des Blutdrucks und eine erschwerte Bildung und Entzündung von atherosklerotischen Plaques ("Gefäßverkalkung").
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Verstopfung
- Unterzuckerung (Hypoglykämie)
- Schlaflosigkeit
- Schwindelgefühl
- Geschmacksverzerrung (Dysgeusie)
- Mundtrockenheit
- Verdauungsbeschwerden
- Magenschleimhautentzündung
- Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux)
- Schmerzen im Oberbauch
- Entweichen von Darmgasen
- Aufstoßen
- Blähungen
- Gallensteine
- Hautausschlag
- Reaktion an der Einstichstelle der Injektion
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Erschöpfung
- Erhöhter Wert der fettspaltenden Verdauungsenzyme (Lipasen)
- Erhöhte Werte eines Enzyms (Amylase)
- Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) durch Medikamente
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Verzögerte Magenentleerung
- Gallenblasenentzündung
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Unwohlsein
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 150 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 30 × 163 × 70 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
- Import/Reimport:
- Ja
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Frost geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Wird das Arzneimittel im Kühlschrank aufbewahrt, darf es nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Monat verwendet werden!
Wird das Arzneimittel bei Raumtemperatur aufbewahrt, darf es nach Anbruch/Zubereitung höchstens 1 Monat verwendet werden und ist vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis) aufzubewahren!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel wird zur Gewichtsregulierung gegeben, wenn gleichzeitig eine kalorienreduzierte Ernährung und verstärkte körperliche Aktivität eingehalten wird.
Übergewicht
Was ist das? - Definition Übergewicht entsteht, wenn Menschen über längere Zeit mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen. Allerdings sind nicht allein die Essgewohnheiten ausschlaggebend: Auch Veranlagung, Hormone, Medikamente oder emotionale Belastungen können bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen. Experten unterscheiden zwischen normalem Übergewicht und Fettleibigkeit. Die sogenannte Adipositas ist als Krankheit anerkannt.
Krankheitsbild
Übergewicht entsteht, wenn Menschen über längere Zeit mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen. Allerdings sind nicht allein die Essgewohnheiten ausschlaggebend: Auch Veranlagung, Hormone, Medikamente oder emotionale Belastungen können bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen. Experten unterscheiden zwischen normalem Übergewicht und Fettleibigkeit. Die sogenannte Adipositas ist als Krankheit anerkannt.
Symptome/Verlauf
Übergewicht lässt sich nicht allein durch das Gewicht einer Person beurteilen. Es gibt verschiedene Maße, mit deren Hilfe man die Ausprägung von Übergewicht bestimmen kann. Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte Body Mass Index (BMI). Der BMI errechnet sich folgendermaßen: BMI = Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße2 (in m2). Bei einem BMI von über 25 spricht man von Übergewicht. Ein BMI von über 30 gilt als Adipositas. Allerdings sagt der BMI nichts über Fettmasse und Fettverteilung aus. Als weiteres Maß zur Beurteilung von Übergewicht wird daher zum Beispiel der Taillenumfang genutzt.
Übergewicht kann - vor allem, wenn es lange besteht oder stark ausgeprägt ist - körperliche und psychische Beschwerden mit sich bringen. Häufig entwickeln sich Probleme schleichend über Jahre. Mögliche Beschwerden sind: Kurzatmigkeit bei Belastung, Verdauungsstörungen wie Völlegefühl oder Sodbrennen, Gelenkbeschwerden, Schlafprobleme bis hin zu Schlafapnoe (Atemaussetzer), Selbstwertprobleme bis hin zu sozialem Rückzug. Nicht alle Menschen mit Übergewicht haben Beschwerden. Doch mit zunehmendem Gewicht steigt das Risiko für Beschwerden und weitergehende Komplikationen. Je früher gegengesteuert wird, desto besser lassen sich Spätfolgen vermeiden.
Folgen/Komplikationen
Leichtes Übergewicht von einigen Kilogramm hat in der Regel wenige Auswirkungen, wenn sich Menschen gut ernähren und ausreichend bewegen. Auch Menschen mit deutlich erhöhtem Gewicht können sich fit fühlen und zunächst keine gesundheitlichen Einschränkungen haben. Allerdings steigt mit dem Übergewicht das Risiko für ernstzunehmende Folgeerkrankungen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen:
- Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
- Typ-2-Diabetes (insulinresistente Stoffwechsellage)
- Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Gelenkverschleiß, z.B. Arthrose oder Rückenschmerzen
- Schlafapnoe und andere Atemprobleme
- Psychische Belastungen, z. B. depressive Verstimmungen oder soziale Isolation
Schon eine moderate Gewichtsreduktion von etwa fünf bis zehn Prozent kann viele dieser Risiken spürbar senken.
Ursachen/Risikofaktoren
Übergewicht entwickelt sich in der Regel schleichend. An Adipositas (Fettleibigkeit) leiden viele Betroffene schon von klein an. Sie gilt heute als chronische Erkrankung. Häufig entstehen Übergewicht und Adipositas durch ein Zusammentreffen von falscher Ernährung, genetischen, hormonellen, psychischen und umweltbedingten Faktoren, zum Beispiel:
- Energiereiche Ernährung, zum Beispiel mit viel Fett und Zucker
- Bewegungsmangel im Alltag
- Genetische Veranlagung (Kalorienverbrauch, Hungergefühl und Fettspeicherung sind individuell unterschiedlich)
- Hormonelle Einflüsse: Schilddrüsenunterfunktion, Insulinresistenz, hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft oder Wechseljahr können Übergewicht fördern.
- Medikamente: Kortison, Antidepressiva, Neuroleptika können Übergewicht fördern.
- Chronischer Stress oder Schlafmangel
- Essstörungen oder emotionales Essen
- Psychische Erkrankungen, z. B. Depressionen oder Traumafolgestörungen
- Soziales Umfeld, Ernährungsgewohnheiten in der Kindheit, Werbung für ungesunde Lebensmittel
Das kann helfen:
Das kann man selbst tun:
Wer ein paar Kilo abnehmen möchte, sollte zunächst versuchen, sich ausgewogen zu ernähren und die Energieaufnahme etwas zu reduzieren: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gute Öle, hin und wieder Milch- und Fleischprodukte sowie wenig Zucker und verarbeitete Lebensmittel sind ein guter Anfang. Ob man lieber am Fett oder an Kohlenhydraten spart, spielt keine so große Rolle. Wichtig ist, dass man sich mit der Ernährungsweise wohl fühlt und auf lange Sicht zurechtkommt. Kurzfristige Diäten helfen hingegen kaum und fördern zum Teil sogar eine Gewichtszunahme. Regelmäßige Bewegung kann das Gewichtsmanagement unterstützen. Dabei wirkt eine Kombination aus mehr Bewegung im Alltag, Ausdauer- und Krafttraining am besten.
Das macht der Arzt:
Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kann der Arzt eine Ernährungsberatung verschreiben, um eine Ernährungsumstellung zu erleichtern. Ebenfalls auf Kassenleistung gibt es sogenannte Digitale Gesundheitsangebote (DiGAs): Diese Apps unterstützen mit Tipps zu Ernährung, Bewegung und Psyche. Medikamente wie sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten können beim Abnehmen unterstützen. Diese müssen Patienten für die Adipositasbehandlung in Deutschland allerdings selbst zahlen. Bei stark ausgeprägter Adipositas kommen auch bariatrische Operationen (z. B. Magenbypass oder Schlauchmagen) in Frage.
Bearbeitungsstand: 06.01.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.