SITAGLIPTIN Hennig 100 mg Filmtabletten
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Rezeptpflichtiges Arzneimittel
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. So funktioniert die Rezept-Einlösung:
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 17858460
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 28 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 100 mg
- Marke:
- SITAGLIPTIN
- Hersteller:
- Hennig Arzneimittel GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Unterzuckerung, Schwindel und Kopfschmerzen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff senkt den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, indem er die körpereigene Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse anregt. Durch das Insulin wird im Blut transportierter Zucker verstärkt in die Körperzellen aufgenommen und somit der Blutzuckerspiegel gesenkt. Der Wirkstoff kann jedoch nur dann wirken, wenn die Bauchspeicheldrüse grundsätzlich noch funktioniert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Unterzuckerung
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Verstopfung
- Juckreiz
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel wird vor allem gegeben, wenn Diät oder andere Maßnahmen zur Senkung der Blutzuckerwerte, wie zum Beispiel körperliches Training, allein nicht ausreichen.
Diabetische Retinopathie
Was ist das? - Definition Die diabetische Retinopathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes, bei der dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Dies kann zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt im Frühstadium oft unbemerkt. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind entscheidend für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung.
Krankheitsbild
Die diabetische Retinopathie betrifft die Netzhaut im hinteren Teil des Auges. Durch die Schädigung der Blutgefäße kommt es zu Undichtigkeiten, Schwellungen und im fortgeschrittenen Stadium zur Bildung neuer, krankhafter Gefäße. Man unterscheidet zwischen der nicht-proliferativen und der proliferativen Form. Letztere ist besonders gefährlich, da sie zu Blutungen, Narbenbildung und Netzhautablösung führen kann. Auch ein Makulaödem, das die zentrale Sehschärfe beeinträchtigt, ist möglich.
Symptome/Verlauf
Im Frühstadium treten meist keine Beschwerden auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung können folgende Symptome auftreten:
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
- Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit
- Flecken oder Schatten im Sichtfeld
- Veränderte Farbwahrnehmung
- Plötzlicher Sehverlust
Der Verlauf hängt stark von der Blutzuckereinstellung und der Dauer der Diabeteserkrankung ab. Ohne Behandlung kann die Retinopathie zu dauerhaften Schäden führen.
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, drohen schwerwiegende Komplikationen. Dazu zählen dauerhafte Sehbehinderung, Netzhautablösung und ein erhöhter Augeninnendruck, der zu einem Glaukom (grüner Star) führen kann. In fortgeschrittenen Fällen droht sogar eine vollständige Erblindung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Hauptursache ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, lange Diabetesdauer, Schwangerschaft, genetische Veranlagung und Rauchen. Auch bestimmte ethnische Gruppen besitzen ein erhöhtes Risiko. Je länger Diabetes besteht und je schlechter er eingestellt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Retinopathie.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Stadium kommen Laserbehandlungen, Injektionen in den Glaskörper mit bestimmten Wirkstoffen oder eine Entfernung des Glaskörpers und dem Einbringen einer Ersatzsubstanz infrage. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen und Sehvermögen zu erhalten.
Das kann man selbst tun: Blutzucker gut einstellen, regelmäßig zur Augenuntersuchung gehen, gesunde Ernährung und Bewegung fördern die Augengesundheit. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn Sehstörungen auftreten oder sich verschlimmern. Dann ist eine augenärztliche Behandlung dringend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 31.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Diabetische Neuropathie
Was ist das? - Definition Diabetische Neuropathie bezeichnet Nervenschäden infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte. Dabei werden Reize nicht mehr richtig weitergeleitet, was zu Missempfindungen, Schmerzen oder anderen Einschränkungen führen kann. Man unterscheidet zwei Formen: Die periphere Polyneuropathie betrifft meist Füße und Unterschenkel. Bei der vegetativen Neuropathie sind Nerven geschädigt, die innere Organe steuern.
Krankheitsbild
Bei einer diabetischen Neuropathie handelt es sich um Nervenschäden, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte entstehen können. Die Nerven leiten Reize dann nicht mehr richtig weiter. Es kommt zu Missempfindungen, Schmerzen und motorischen Einschränkungen. Experten unterscheiden zwei Arten der diabetischen Neuropathie. Die periphere diabetischen Polyneuropathie betrifft vor allem die Füße und Unterschenkel, manchmal auch Hände und Arme. Nach mehreren Jahren mit Diabetes leiden rund 30 Prozent der Erkrankten an Missempfindungen an den Füßen. Die vegetative diabetische Neuropathie betrifft Nerven, die Organe im menschlichen Körper steuern.
Symptome/Verlauf
Typische Warnzeichen der peripheren Polyneuropathie sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Brennen, stechende Schmerzen oder das Gefühl, dass die Füße "einschlafen". Häufig verlieren Betroffene das Empfinden für Hitze, Kälte oder spüren Verletzungen nicht mehr. Auch ein unsicherer Gang kann auftreten.
Betrifft die Neuropathie das vegetative Nervensystem, können verschiedene Organsysteme betroffen sein. Es kann zu folgenden Symptomen kommen:
- Herz-Kreislauf-System: erhöhter Ruhepuls, Herzrhythmusstörungen.
- Verdauung: Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung.
- Harnblase: Probleme beim Entleeren oder häufiger Harndrang.
- Sexualität: Erektionsstörungen bei Männern.
Folgen/Komplikationen
Bei der peripheren Polyneuropathie besteht die größte Gefahr darin, dass Betroffene Verletzungen an den Füßen nicht rechtzeitig bemerken. Kleine Wunden können sich infizieren und heilen schlecht - vor allem, wenn die Durchblutung zusätzlich gestört ist. So kann es zum diabetischen Fußsyndrom kommen, einer chronischen Wundheilungsstörung, die im schlimmsten Fall bis zur Amputation von Zehen oder des ganzen Fußes führen kann. Herzrhythmusstörungen erhöhen das Risiko für Schlaganfall und plötzlichen Herztod. Probleme mit der Verdauung, der Harnblase oder Erektionsstörungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache für die diabetische Neuropathie ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Wissenschaftler vermuten, dass der Zucker zum einen Blutgefäße schädigt, die die Nerven mit Nährstoffen versorgen und zum anderen die Nerven direkt angreift. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Dauer des Diabetes - unabhängig davon, ob es sich um Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und Bluthochdruck. Allerdings können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen: Manche Menschen entwickeln trotz guter Blutzuckerwerte frühzeitig Nervenschäden, während andere trotz schlechter Werte verschont bleiben.
Das kann helfen
Heilbar ist die diabetische Neuropathie nicht. Doch rechtzeitig erkannt, lassen sich Beschwerden lindern und ein Fortschreiten verhindern.
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Diabetes sollten ihre Blutzuckerwerte möglichst stabil halten, sich gesund ernähren, sich regelmäßig bewegen sowie auf Nikotin und Alkohol verzichten. Bei diabetischen Fußsyndrom gilt: täglich Füße kontrollieren, Füße gut pflegen, auf gut sitzendes Schuhwerk achten und nicht barfuß laufen. Wer unter Verdauungs-, Blasen- oder Potenzproblemen leidet, spricht am besten mit seinem Arzt.
Was der Arzt tun kann:
Der Patient kann gemeinsam mit dem Arzt die Blutzuckerkontrolle optimieren. Der Arzt kann verschiedene Arzneimittel verschreiben und mitunter auch kontinuierliche Glukosemessgeräte, die das Blutzuckermanagement vereinfachen. Bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt Einschränkungen der Nervenfunktion feststellen und diese gegebenenfalls auch behandeln. Besteht ein diabetisches Fußsyndrom, sollte man eine medizinische Fußpflege in Anspruch nehmen.
Bearbeitungsstand: 07.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Diabetes mellitus Typ 2
Was ist das? - Definition Beim Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Dabei kommt es durch Insulinmangel zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte. Es gibt zwei Arten von Diabetes, einfach als Typ 1 und Typ 2 bezeichnet. Der Typ-2-Diabetes unterscheidet sich vom Typ-1-Diabetes dadurch, dass zu Beginn der Erkrankung meist eine herabgesetzte Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin besteht. Es wird also noch Insulin produziert, doch kann es nicht mehr genügend wirken. Der Krankheitsbeginn liegt häufig im fortgeschrittenen Alter.
kKrankheitsbild
Diabetes mellitus Typ 2
- auch als "Alterszucker" bekannt
- ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der der Körper zwar noch Insulin produziert, dieses aber nicht mehr ausreichend wirkt. Insulin ist ein Hormon, das den Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen schleust. Wird es vom Körper nicht mehr effektiv genutzt, bleibt der Zucker im Blut
- der Blutzuckerspiegel steigt. Typ
- -2
- -Diabetes entwickelt sich meist schleichend und tritt häufig im Erwachsenenalter auf, insbesondere bei Übergewicht und Bewegungsmangel. Anders als beim Typ
- -1
- -Diabetes, bei dem das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört (absoluter Insulinmangel), ist bei Typ 2 in der Regel zunächst genügend Insulin vorhanden, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig darauf (Insulinresistenz).
Unbehandelt kann Diabetes schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Je früher er erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.
Symptome/Verlauf
Viele Betroffene merken anfangs kaum etwas von der Erkrankung, da sie sich schleichend entwickelt. Häufig wird die Diagnose zufällig gestellt, im Rahmen einer Routineuntersuchung oder wenn Menschen aufgrund anderer Beschwerden ins Krankhaus oder zum Arzt gehen.
Bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten kann es jedoch mitunter auch zu Beschwerden kommen, die Warnzeichen für einen Diabetes sein können. Dazu gehören:
-
- häufiges Wasserlassen
-
- starker Durst
-
- Müdigkeit und Schwäche
-
- Wundheilungsstörungen oder Infektanfälligkeit
-
- Gewichtsverlust in fortgeschrittenen Fällen
Folgen/Komplikationen
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zahlreiche Spätfolgen verursachen. Diese entstehen, weil überschüssige Glukose langfristig die Blutgefäße und Nerven schädigt. Zu den möglichen Folgeerkrankungen gehören:
Augenschäden (diabetische Retinopathie) bis zur Erblindung
-
- Nierenschäden (Nephropathie) mit Gefahr der Dialysepflicht
-
- Nervenschäden (Polyneuropathie) mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen
-
- Durchblutungsstörungen, vor allem an den Füßen und damit verbundenen Wundheilungsstörungen.
-
- Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverengungen
Gute Blutzuckereinstellung kann das Risiko deutlich senken.
Ursachen/Risikofaktoren
Typ
- -2
- -Diabetes entsteht meist durch eine Kombination aus Veranlagung und ungünstigem Lebensstil. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
-
- Übergewicht, insbesondere Bauchfett
-
- Bewegungsmangel
-
- Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Fett
-
- Rauchen
-
- Familiäre Vorbelastung
-
- -Alter ab etwa 45 Jahren
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Abnehmen bei bestehendem Übergewicht, mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen, den Blutzucker zu senken. Experten empfehlen eine pflanzenbetone Kost mit viel Gemüse, etwas Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Täglich in Maßen Milchprodukte, hochwertige pflanzliche Öle sowie ab und zu Fleisch, Fisch und Eier sorgen für eine gute Nährstoffversorgung und Sättigung. Eine Diabetes
- -Diät mit speziellen Lebensmitteln ist nicht nötig. In Sachen Bewegung machen auch kleine Schritte
- wie Treppensteigen oder tägliche Spaziergänge
- einen Unterschied.
Was der Arzt tun kann:
Der Arzt kann feststellen, ob eine gestörte Glukosetoleranz beziehungsweise bereits ein Typ
- -2
- -Diabetes vorliegt. Dazu bestimmt er den Blutzuckerspiegel sowie den Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Zunächst reicht oft eine Umstellung des Lebensstils. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommen Tabletten oder Insulin zum Einsatz. Regelmäßige Vorsorge (z.B. Augen
- -, Nieren
- und Fußuntersuchungen) ist wichtig, um Folgeschäden früh zu erkennen.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangabe:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 17858460
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 28 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 100 mg
- Marke:
- SITAGLIPTIN
- Hersteller:
- Hennig Arzneimittel GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Unterzuckerung, Schwindel und Kopfschmerzen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff senkt den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, indem er die körpereigene Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse anregt. Durch das Insulin wird im Blut transportierter Zucker verstärkt in die Körperzellen aufgenommen und somit der Blutzuckerspiegel gesenkt. Der Wirkstoff kann jedoch nur dann wirken, wenn die Bauchspeicheldrüse grundsätzlich noch funktioniert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Unterzuckerung
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Verstopfung
- Juckreiz
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel wird vor allem gegeben, wenn Diät oder andere Maßnahmen zur Senkung der Blutzuckerwerte, wie zum Beispiel körperliches Training, allein nicht ausreichen.
Diabetische Retinopathie
Was ist das? - Definition Die diabetische Retinopathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes, bei der dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Dies kann zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt im Frühstadium oft unbemerkt. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind entscheidend für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung.
Krankheitsbild
Die diabetische Retinopathie betrifft die Netzhaut im hinteren Teil des Auges. Durch die Schädigung der Blutgefäße kommt es zu Undichtigkeiten, Schwellungen und im fortgeschrittenen Stadium zur Bildung neuer, krankhafter Gefäße. Man unterscheidet zwischen der nicht-proliferativen und der proliferativen Form. Letztere ist besonders gefährlich, da sie zu Blutungen, Narbenbildung und Netzhautablösung führen kann. Auch ein Makulaödem, das die zentrale Sehschärfe beeinträchtigt, ist möglich.
Symptome/Verlauf
Im Frühstadium treten meist keine Beschwerden auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung können folgende Symptome auftreten:
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
- Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit
- Flecken oder Schatten im Sichtfeld
- Veränderte Farbwahrnehmung
- Plötzlicher Sehverlust
Der Verlauf hängt stark von der Blutzuckereinstellung und der Dauer der Diabeteserkrankung ab. Ohne Behandlung kann die Retinopathie zu dauerhaften Schäden führen.
Folgen/Komplikationen
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, drohen schwerwiegende Komplikationen. Dazu zählen dauerhafte Sehbehinderung, Netzhautablösung und ein erhöhter Augeninnendruck, der zu einem Glaukom (grüner Star) führen kann. In fortgeschrittenen Fällen droht sogar eine vollständige Erblindung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Hauptursache ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, lange Diabetesdauer, Schwangerschaft, genetische Veranlagung und Rauchen. Auch bestimmte ethnische Gruppen besitzen ein erhöhtes Risiko. Je länger Diabetes besteht und je schlechter er eingestellt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Retinopathie.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Stadium kommen Laserbehandlungen, Injektionen in den Glaskörper mit bestimmten Wirkstoffen oder eine Entfernung des Glaskörpers und dem Einbringen einer Ersatzsubstanz infrage. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen und Sehvermögen zu erhalten.
Das kann man selbst tun: Blutzucker gut einstellen, regelmäßig zur Augenuntersuchung gehen, gesunde Ernährung und Bewegung fördern die Augengesundheit. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn Sehstörungen auftreten oder sich verschlimmern. Dann ist eine augenärztliche Behandlung dringend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 31.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Diabetische Neuropathie
Was ist das? - Definition Diabetische Neuropathie bezeichnet Nervenschäden infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte. Dabei werden Reize nicht mehr richtig weitergeleitet, was zu Missempfindungen, Schmerzen oder anderen Einschränkungen führen kann. Man unterscheidet zwei Formen: Die periphere Polyneuropathie betrifft meist Füße und Unterschenkel. Bei der vegetativen Neuropathie sind Nerven geschädigt, die innere Organe steuern.
Krankheitsbild
Bei einer diabetischen Neuropathie handelt es sich um Nervenschäden, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte entstehen können. Die Nerven leiten Reize dann nicht mehr richtig weiter. Es kommt zu Missempfindungen, Schmerzen und motorischen Einschränkungen. Experten unterscheiden zwei Arten der diabetischen Neuropathie. Die periphere diabetischen Polyneuropathie betrifft vor allem die Füße und Unterschenkel, manchmal auch Hände und Arme. Nach mehreren Jahren mit Diabetes leiden rund 30 Prozent der Erkrankten an Missempfindungen an den Füßen. Die vegetative diabetische Neuropathie betrifft Nerven, die Organe im menschlichen Körper steuern.
Symptome/Verlauf
Typische Warnzeichen der peripheren Polyneuropathie sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Brennen, stechende Schmerzen oder das Gefühl, dass die Füße "einschlafen". Häufig verlieren Betroffene das Empfinden für Hitze, Kälte oder spüren Verletzungen nicht mehr. Auch ein unsicherer Gang kann auftreten.
Betrifft die Neuropathie das vegetative Nervensystem, können verschiedene Organsysteme betroffen sein. Es kann zu folgenden Symptomen kommen:
- Herz-Kreislauf-System: erhöhter Ruhepuls, Herzrhythmusstörungen.
- Verdauung: Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung.
- Harnblase: Probleme beim Entleeren oder häufiger Harndrang.
- Sexualität: Erektionsstörungen bei Männern.
Folgen/Komplikationen
Bei der peripheren Polyneuropathie besteht die größte Gefahr darin, dass Betroffene Verletzungen an den Füßen nicht rechtzeitig bemerken. Kleine Wunden können sich infizieren und heilen schlecht - vor allem, wenn die Durchblutung zusätzlich gestört ist. So kann es zum diabetischen Fußsyndrom kommen, einer chronischen Wundheilungsstörung, die im schlimmsten Fall bis zur Amputation von Zehen oder des ganzen Fußes führen kann. Herzrhythmusstörungen erhöhen das Risiko für Schlaganfall und plötzlichen Herztod. Probleme mit der Verdauung, der Harnblase oder Erektionsstörungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache für die diabetische Neuropathie ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Wissenschaftler vermuten, dass der Zucker zum einen Blutgefäße schädigt, die die Nerven mit Nährstoffen versorgen und zum anderen die Nerven direkt angreift. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Dauer des Diabetes - unabhängig davon, ob es sich um Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und Bluthochdruck. Allerdings können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen: Manche Menschen entwickeln trotz guter Blutzuckerwerte frühzeitig Nervenschäden, während andere trotz schlechter Werte verschont bleiben.
Das kann helfen
Heilbar ist die diabetische Neuropathie nicht. Doch rechtzeitig erkannt, lassen sich Beschwerden lindern und ein Fortschreiten verhindern.
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Diabetes sollten ihre Blutzuckerwerte möglichst stabil halten, sich gesund ernähren, sich regelmäßig bewegen sowie auf Nikotin und Alkohol verzichten. Bei diabetischen Fußsyndrom gilt: täglich Füße kontrollieren, Füße gut pflegen, auf gut sitzendes Schuhwerk achten und nicht barfuß laufen. Wer unter Verdauungs-, Blasen- oder Potenzproblemen leidet, spricht am besten mit seinem Arzt.
Was der Arzt tun kann:
Der Patient kann gemeinsam mit dem Arzt die Blutzuckerkontrolle optimieren. Der Arzt kann verschiedene Arzneimittel verschreiben und mitunter auch kontinuierliche Glukosemessgeräte, die das Blutzuckermanagement vereinfachen. Bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt Einschränkungen der Nervenfunktion feststellen und diese gegebenenfalls auch behandeln. Besteht ein diabetisches Fußsyndrom, sollte man eine medizinische Fußpflege in Anspruch nehmen.
Bearbeitungsstand: 07.10.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Diabetes mellitus Typ 2
Was ist das? - Definition Beim Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Dabei kommt es durch Insulinmangel zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte. Es gibt zwei Arten von Diabetes, einfach als Typ 1 und Typ 2 bezeichnet. Der Typ-2-Diabetes unterscheidet sich vom Typ-1-Diabetes dadurch, dass zu Beginn der Erkrankung meist eine herabgesetzte Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin besteht. Es wird also noch Insulin produziert, doch kann es nicht mehr genügend wirken. Der Krankheitsbeginn liegt häufig im fortgeschrittenen Alter.
kKrankheitsbild
Diabetes mellitus Typ 2
- auch als "Alterszucker" bekannt
- ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der der Körper zwar noch Insulin produziert, dieses aber nicht mehr ausreichend wirkt. Insulin ist ein Hormon, das den Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen schleust. Wird es vom Körper nicht mehr effektiv genutzt, bleibt der Zucker im Blut
- der Blutzuckerspiegel steigt. Typ
- -2
- -Diabetes entwickelt sich meist schleichend und tritt häufig im Erwachsenenalter auf, insbesondere bei Übergewicht und Bewegungsmangel. Anders als beim Typ
- -1
- -Diabetes, bei dem das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört (absoluter Insulinmangel), ist bei Typ 2 in der Regel zunächst genügend Insulin vorhanden, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig darauf (Insulinresistenz).
Unbehandelt kann Diabetes schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Je früher er erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.
Symptome/Verlauf
Viele Betroffene merken anfangs kaum etwas von der Erkrankung, da sie sich schleichend entwickelt. Häufig wird die Diagnose zufällig gestellt, im Rahmen einer Routineuntersuchung oder wenn Menschen aufgrund anderer Beschwerden ins Krankhaus oder zum Arzt gehen.
Bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten kann es jedoch mitunter auch zu Beschwerden kommen, die Warnzeichen für einen Diabetes sein können. Dazu gehören:
-
- häufiges Wasserlassen
-
- starker Durst
-
- Müdigkeit und Schwäche
-
- Wundheilungsstörungen oder Infektanfälligkeit
-
- Gewichtsverlust in fortgeschrittenen Fällen
Folgen/Komplikationen
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zahlreiche Spätfolgen verursachen. Diese entstehen, weil überschüssige Glukose langfristig die Blutgefäße und Nerven schädigt. Zu den möglichen Folgeerkrankungen gehören:
Augenschäden (diabetische Retinopathie) bis zur Erblindung
-
- Nierenschäden (Nephropathie) mit Gefahr der Dialysepflicht
-
- Nervenschäden (Polyneuropathie) mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen
-
- Durchblutungsstörungen, vor allem an den Füßen und damit verbundenen Wundheilungsstörungen.
-
- Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverengungen
Gute Blutzuckereinstellung kann das Risiko deutlich senken.
Ursachen/Risikofaktoren
Typ
- -2
- -Diabetes entsteht meist durch eine Kombination aus Veranlagung und ungünstigem Lebensstil. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
-
- Übergewicht, insbesondere Bauchfett
-
- Bewegungsmangel
-
- Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Fett
-
- Rauchen
-
- Familiäre Vorbelastung
-
- -Alter ab etwa 45 Jahren
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Abnehmen bei bestehendem Übergewicht, mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen, den Blutzucker zu senken. Experten empfehlen eine pflanzenbetone Kost mit viel Gemüse, etwas Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Täglich in Maßen Milchprodukte, hochwertige pflanzliche Öle sowie ab und zu Fleisch, Fisch und Eier sorgen für eine gute Nährstoffversorgung und Sättigung. Eine Diabetes
- -Diät mit speziellen Lebensmitteln ist nicht nötig. In Sachen Bewegung machen auch kleine Schritte
- wie Treppensteigen oder tägliche Spaziergänge
- einen Unterschied.
Was der Arzt tun kann:
Der Arzt kann feststellen, ob eine gestörte Glukosetoleranz beziehungsweise bereits ein Typ
- -2
- -Diabetes vorliegt. Dazu bestimmt er den Blutzuckerspiegel sowie den Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Zunächst reicht oft eine Umstellung des Lebensstils. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommen Tabletten oder Insulin zum Einsatz. Regelmäßige Vorsorge (z.B. Augen
- -, Nieren
- und Fußuntersuchungen) ist wichtig, um Folgeschäden früh zu erkennen.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangabe:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.