THIOCTACID 600 HR Filmtabletten
36,97 €
Sofort lieferbar
Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 08591271
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Marke:
- THIOCTACID
- Hersteller:
- Viatris Healthcare GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfällen sowie zu schweren Blutgerinnungsstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Anwendungsgebiete
- Missempfindung bei diabetischer Neuropathie
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor der ersten Mahlzeit (ca. 30 Minuten)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff schützt die Nerven der Arme und vor allem Beine vor den schädigenden Einflüssen der Zuckerkrankheit (Diabetes). Dafür kommen zwei Mechanismen zum Tragen: Zum einen sorgt der Stoff dafür, dass die Blutversorgung der Nerven nicht von Abbauprodukten, die bei einem zu hohen Zuckergehalt im Blut entstehen, behindert wird. Um das zu erreichen vermindert der Wirkstoff die Entstehung dieser Produkte. Zum anderen fängt er Nerven schädigende Stoffe ab, die wegen einer ungenügenden Blut- und damit verbundenen Sauerstoffversorgung entstehen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 114 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 53 × 53 × 76 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 10
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Chinolingelb mit der E-Nummer E 104)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei gleichzeitiger Einnahme der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Heilerde Magnesiumbis(hydrogen-DL-aspartat)-4-Wasser Magnesiumaspartat hydrochlorid-3-Wasser Magnesiumbis(hydrogenaspartat) dihydrat Magnesium-Ion Carbaldrat und weitere
Was kann passieren?
Bei gleichzeitiger Einnahme können sich die Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nervenschmerzen (Neuralgie)
Was ist das? - Definition Nervenschmerzen entstehen, wenn ein Nerv selbst geschädigt oder gereizt ist. Die Schmerzen sind brennend, bohrend oder stechend und schießen oft blitzartig und ohne sichtbaren Auslöser ein. Sie unterscheiden sich deutlich von anderen Schmerzformen, in Ursache, Verlauf und Therapie.
Krankheitsbild
Nervenschmerzen (Neuralgie oder neuropathische Schmerzen) entstehen, wenn ein Nerv selbst gereizt oder geschädigt ist. Im Gegensatz zu "normalen" Schmerzen, etwa nach einer Verletzung, liegt hier eine Reizung oder Schädigung der Nervenstruktur vor. Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe eine bestimmte Körperregion. Ist ein Nerv geschädigt, aktiviert das die Schmerzbahn zum Gehirn und es treten Schmerzen entlang des Versorgungsgebiets dieses Nerven auf. Je nach Ursache kann das Zentrale oder periphere Nervensystem betroffen sein. Die Schmerzen können vielfältig sein, ohne erkennbaren Auslöser auftreten und nahezu jedes Körperteil wie Gesicht, Brustkorb, Rücken, Arme oder Beine, betreffen.
Symptome / Verlauf
Neuralgien machen sich oft durch plötzliche, stechende, brennende, bohrende oder reißende Schmerzen bemerkbar, die in das Versorgungsgebiet eines bestimmten Nerven ausstrahlen. Sie können auch mit Kribbeln oder Taubheit einhergehen. Die Beschwerden können sehr intensiv sein, treten oft anfallsartig auf und dauern wenige Sekunden bis Minuten, wiederholen sich aber häufig. Manchmal können die Schmerzen schon durch eine leichte Berührung oder sogar durch einen Luftzug ausgelöst werden (Allodynie).
Je nach betroffenem Nerv zeigen sich Schmerzen an ganz unterschiedlichen Körperstellen. Bei einer Trigeminusneuralgie ist der Trigeminusnerv im Kopfbereich betroffen. Der Schmerz schießt dann in eine Gesichtshälfte. Schon Sprechen, Kauen, eine Berührung oder Zähneputzen kann diesen Schmerz auslösen. Bei einer Ischialgie ist der Ischiasnerv gereizt. Die Schmerzen strahlen dann oft vom unteren Rücken über das Gesäß bis in den Oberschenkel oder die Kniekehle aus. Bei einer Interkostalneuralgie sind die Nerven, die zwischen den Rippen liegen, gereizt. Die Schmerzen strahlen vom Rücken nach vorne in die Brustregion aus. Sie treten bei Bewegung, manchmal schon beim einfachen Atmen auf.
Folgen/Komplikationen
Bleiben Nervenschmerzen unbehandelt, können sie chronisch werden. Dann "lernt" das Nervensystem sozusagen den Schmerz und es kommt zu einer dauerhaften Schmerzwahrnehmung, auch ohne Reiz. Betroffene leiden oft nicht nur unter dem Schmerz selbst, sondern auch unter Schlafmangel, Erschöpfung und Stimmungstiefs. Im Alltag können Bewegungen, Berührungen oder sogar Kleidung schmerzhaft sein. Treten Lähmungen auf, muss an einen Bandscheibenvorfall gedacht werden.
Ursachen / Risikofaktoren
Die Ursachen von Nervenschmerzen sind vielfältig. Krankheiten, Infektionen, Entzündungen, Druck oder Verletzungen können dazu führen. Auch falsche Bewegungen oder Stress können Nerven reizen. Ein paar Beispiele:
- Gürtelrose/ Post-Zoster-Neuralgie: Eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren führt zu einer Entzündung von Nerven, auch bekannt als Gürtelrose. Sie betreffen meist den Rumpf, die Arme oder das Gesicht. Die Schmerzen halten oft noch lange nach Abklingen der Erkrankung an.
- Diabetes/ diabetische Neuropathie: Hier werden Nerven durch zu hohe Blutzuckerwerte geschädigt, was zu Schmerzen führen kann. Da meist nicht nur ein, sondern viele Nerven betroffen sind, nennt man dies auch Polyneuropathie. Oft sind die Füße betroffen.
- -Trigeminusneuralgie: Sie wird häufig durch benachbarte Blutgefäße ausgelöst, die auf den Nerv drücken. Es gibt aber auch andere Ursachen.
- Nervenquetschung: Müssen Nerven eine Engstelle passieren, kann es zu einer Quetschung kommen. Es gibt das Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom) zum Beispiel an der Schulter oder das Karpaltunnel-Syndrom am Handgelenk. Auch bei Unfällen kann es zur Quetschung oder sogar zur Durchtrennung von Nerven kommen.
- Morton Neurom: Diese Erkrankung wird auch Morton Neuralgie genannt und geht auf eine Überlastung im Fuß zurück.
- Ischiasschmerzen: Sie entstehen oft durch falsche Bewegungen oder das Heben von schweren Gegenständen in ungünstiger Körperhaltung.
- Phantomschmerzen: Ein Spezialfall sind Phantomschmerzen, die nach einer Amputation auftreten.
- Zentral neuropathische Schmerzen: Hier gehen die Schmerzen vom Rückenmark und Gehirn aus. Ursachen können ein Schlaganfall, eine Schädigung des Rückenmarks durch einen Bandscheibenvorfall, Tumoren oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose sein.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Kühlkompresse, Bad oder Wärmekissen: Manchen Menschen hilft Wärme, anderen hilft Kälte bei Nervenschmerzen. Bei Ischiasschmerzen empfehlen Ärzte eine Stufenlagerung und moderate Bewegung. Wichtig ist: Bei anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden - vor allem, wenn Taubheitsgefühle oder Lähmungen hinzukommen.
Die ärztliche Behandlung richtet sich nach Art, Ursache und Ausprägung der Schmerzen. Bei einer Grunderkrankung wie Diabetes versucht man zunächst, den Blutzucker gut einzustellen. Entsteht der Nervenschmerz dadurch, dass etwas auf den Nerven drückt, kann unter Umständen eine Operation das Problem lösen. Neben der körperlichen Untersuchung kommen bildgebende Verfahren wie MRT oder CT sowie neurophysiologische Tests zum Einsatz. In vielen Fällen erfolgt die Therapie medikamentös zum Beispiel mit Medikamenten, die bei Epilepsie eingesetzt werden, bestimmten Antidepressiva oder bei Bedarf Opiaten.
Begleitend können Physiotherapie, Entspannungsverfahren oder Verhaltenstherapie sinnvoll sein - vor allem, wenn die Schmerzen den Alltag stark beeinträchtigen. Auch nicht-medikamentöse Verfahren wie transkutane Nervenstimulation (TENS) oder Akupunktur werden unterstützend eingesetzt.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wadenkrämpfe
Was ist das? - Definition Wadenkrämpfe sind plötzlich auftretende, schmerzhafte Muskelverkrampfungen der Unterschenkelmuskulatur. Sie entstehen unwillkürlich und lösen sich meist nach kurzer Zeit wieder. Häufig treten sie nachts auf und sind in den meisten Fällen harmlos.
Definition
Wadenkrämpfe sind plötzlich auftretende, schmerzhafte Muskelverkrampfungen der Unterschenkelmuskulatur. Sie entstehen unwillkürlich und lösen sich meist nach kurzer Zeit wieder. Häufig treten sie nachts auf und sind in den meisten Fällen harmlos.
Krankheitsbild
Wadenkrämpfe betreffen viele Menschen: Etwa ein Drittel der Bevölkerung erlebt sie gelegentlich. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko dafür an. Typisch ist, dass die Krämpfe ohne vorherige starke Belastung auftreten, oft im Ruhezustand oder während des Schlafs. Ursache ist meist eine erhöhte Erregbarkeit der Nerven, die den Muskel steuern. Dadurch zieht sich der Muskel zusammen, obwohl keine Bewegung gewollt ist. Von Muskelkrämpfen können auch andere Muskeln betroffen sein, wobei Krämpfe in Wade und Fußgewölbe am häufigsten vorkommen.
Symptome / Verlauf
Ein Wadenkrampf äußert sich durch:
- plötzlich einsetzende, starke Schmerzen in der Wade
- einen harten, tastbaren Muskel
- Bewegungseinschränkung während des Krampfes
Die Beschwerden dauern meist Sekunden bis wenige Minuten an. Danach kann ein Muskelkater-ähnliches Gefühl zurückbleiben. Viele Betroffene leiden unter wiederkehrenden nächtlichen Krämpfen, die den Schlaf stören.
Folgen / Komplikationen
In der Regel sind Wadenkrämpfe gutartig und nicht Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung. Häufige oder sehr schmerzhafte Krämpfe können jedoch die Lebensqualität beeinträchtigen, vor allem durch Schlafmangel und Angst vor erneutem Auftreten. In seltenen Fällen können sie auf Grunderkrankungen, Nervenstörungen oder Medikamentennebenwirkungen hinweisen und sollten dann ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen / Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Wadenkrämpfen ist oft nicht eindeutig. Als begünstigend gelten unter anderem:
- Störungen im Elektrolythaushalt, zum Beispiel von Calcium oder Magnesium
- Flüssigkeitsmangel oder starkes Schwitzen
- höheres Lebensalter
- Schwangerschaft
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Leberzirrhose
- bestimmte Medikamente, zum Beispiel entwässernde Mittel
Auch starke sportliche Belastung oder ungewohnte Bewegungen können Wadenkrämpfe auslösen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei häufigen oder sehr belastenden Wadenkrämpfen prüft der Arzt mögliche Ursachen, etwa Medikamente, Stoffwechselstörungen oder Nervenprobleme. In schweren Fällen können Medikamente eingesetzt werden. Magnesium kann versuchsweise empfohlen werden, da es gut verträglich ist. Wichtig: Es dürfen keine Erkrankungen vorliegen, die die Einnahme ausschließen, zum Beispiel Nierenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen. Wirkstoffe wie Chinin sind wirksam, werden wegen möglicher Nebenwirkungen aber nur noch selten und sehr zurückhaltend eingesetzt.
Das kann man selbst tun: Im akuten Krampf hilft es, den Fuß aktiv nach oben zu ziehen und die Wade zu dehnen. Zur Vorbeugung empfehlen Fachgesellschaften mehrmals am Tag Dehnübungen der Wadenmuskulatur. Ausreichendes Trinken und Bewegung unterstützen zusätzlich.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Polyneuropathie
Was ist das? - Definition Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven gleichzeitig geschädigt sind und dadurch die Weiterleitung von Reizen zwischen Körper und Gehirn gestört ist. Dies kann zu Missempfindungen, Schmerzen sowie zu Störungen der Bewegung und der Wahrnehmung führen.
Krankheitsbild
Die Polyneuropathie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen mehrere periphere Nerven geschädigt sind. Diese Nerven liegen außerhalb von Gehirn und Rückenmark und sind dafür zuständig, Reize zwischen Körper und Gehirn weiterzuleiten. Ist ihre Funktion gestört, werden Sinneseindrücke nicht mehr richtig übermittelt oder verarbeitet. Dadurch kommt es beispielsweise zu Missempfindungen, Schmerzen oder verminderter Wahrnehmung.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden bei einer Polyneuropathie sind:
- Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder ein "Ameisenlaufen", vor allem an Füßen und Beinen, seltener an Händen und Armen
- Taubheitsgefühle sowie ein vermindertes Empfinden für Berührung, Schmerz, Temperatur oder Vibration
- Schmerzen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können
- Verminderte Wahrnehmung von Verletzungen, sodass Wunden oder Druckstellen oft spät bemerkt werden
- Muskelschwäche und nachlassende Muskelkraft
- Koordinations- und Gangstörungen, insbesondere durch die eingeschränkte Sensibilität
- Störungen der Blasen- oder Magen-Darm-Funktion, falls das vegetative Nervensystem beteiligt ist.
Der Verlauf ist häufig schleichend: Die Beschwerden beginnen meist an den äußersten Körperstellen (zum Beispiel an den Füßen) und breiten sich nach und nach weiter aus.
Folgen/Komplikationen
Durch die gestörte Wahrnehmung steigt das Risiko für Verletzungen, da Schmerzen oder Temperaturunterschiede nicht mehr richtig erkannt werden. Dies kann beispielsweise zu unbemerkten Wunden oder Verbrennungen führen. Zudem können Bewegungsstörungen, Muskelschwäche oder Gleichgewichtsprobleme entstehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Polyneuropathien können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Häufig liegen andere Erkrankungen oder schädigende Einflüsse zugrunde. Zu den wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren gehören:
- Diabetes mellitus: Eine der häufigsten Ursachen. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann die Nerven schädigen.
- Alkoholkonsum: Regelmäßiger oder übermäßiger Alkoholkonsum wirkt nervenschädigend.
- Erkrankungen von Leber und Nieren: Wenn diese Organe nicht richtig arbeiten, können sich schädliche Stoffe im Körper ansammeln und die Nerven angreifen.
- Entzündliche oder autoimmune Prozesse: Das Immunsystem kann fälschlicherweise die eigenen Nerven angreifen und schädigen.
- Gifte und Medikamente: Bestimmte Chemikalien oder Arzneimittel können als Nebenwirkung Nervenschäden verursachen.
- Mangelzustände: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, beispielsweise Vitamin B1 oder B12, kann die Nervenfunktion beeinträchtigen.
- Unklare Ursachen: In manchen Fällen lässt sich trotz gründlicher Untersuchung keine eindeutige Ursache feststellen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach der Ursache der Erkrankung. Ärzte versuchen, die zugrunde liegende Erkrankung zu erkennen und gezielt zu behandeln, um das Fortschreiten der Nervenschädigung zu bremsen. Zusätzlich können Beschwerden wie Schmerzen gezielt behandelt werden.
Das kann man selbst tun: Für Betroffene ist es wichtig, Risikofaktoren möglichst zu vermeiden oder zu reduzieren, etwa durch eine gute Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes oder den Verzicht auf Alkohol. Auch eine regelmäßige ärztliche Kontrolle und das frühzeitige Beachten von Symptomen können helfen, Komplikationen zu verhindern.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — rezeptfrei.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 08591271
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Marke:
- THIOCTACID
- Hersteller:
- Viatris Healthcare GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfällen sowie zu schweren Blutgerinnungsstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Anwendungsgebiete
- Missempfindung bei diabetischer Neuropathie
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 1-mal täglich, Zeitpunkt: vor der ersten Mahlzeit (ca. 30 Minuten)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff schützt die Nerven der Arme und vor allem Beine vor den schädigenden Einflüssen der Zuckerkrankheit (Diabetes). Dafür kommen zwei Mechanismen zum Tragen: Zum einen sorgt der Stoff dafür, dass die Blutversorgung der Nerven nicht von Abbauprodukten, die bei einem zu hohen Zuckergehalt im Blut entstehen, behindert wird. Um das zu erreichen vermindert der Wirkstoff die Entstehung dieser Produkte. Zum anderen fängt er Nerven schädigende Stoffe ab, die wegen einer ungenügenden Blut- und damit verbundenen Sauerstoffversorgung entstehen.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 114 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 53 × 53 × 76 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 10
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Chinolingelb mit der E-Nummer E 104)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei gleichzeitiger Einnahme der Arzneimittel kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Was kann passieren?
Bei gleichzeitiger Einnahme können sich die Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel sollten mit einem zeitlichen Abstand zueinander eingenommen werden. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Gebrauchsinformation und wenden sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie hierzu Fragen haben.
Nervenschmerzen (Neuralgie)
Was ist das? - Definition Nervenschmerzen entstehen, wenn ein Nerv selbst geschädigt oder gereizt ist. Die Schmerzen sind brennend, bohrend oder stechend und schießen oft blitzartig und ohne sichtbaren Auslöser ein. Sie unterscheiden sich deutlich von anderen Schmerzformen, in Ursache, Verlauf und Therapie.
Krankheitsbild
Nervenschmerzen (Neuralgie oder neuropathische Schmerzen) entstehen, wenn ein Nerv selbst gereizt oder geschädigt ist. Im Gegensatz zu "normalen" Schmerzen, etwa nach einer Verletzung, liegt hier eine Reizung oder Schädigung der Nervenstruktur vor. Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe eine bestimmte Körperregion. Ist ein Nerv geschädigt, aktiviert das die Schmerzbahn zum Gehirn und es treten Schmerzen entlang des Versorgungsgebiets dieses Nerven auf. Je nach Ursache kann das Zentrale oder periphere Nervensystem betroffen sein. Die Schmerzen können vielfältig sein, ohne erkennbaren Auslöser auftreten und nahezu jedes Körperteil wie Gesicht, Brustkorb, Rücken, Arme oder Beine, betreffen.
Symptome / Verlauf
Neuralgien machen sich oft durch plötzliche, stechende, brennende, bohrende oder reißende Schmerzen bemerkbar, die in das Versorgungsgebiet eines bestimmten Nerven ausstrahlen. Sie können auch mit Kribbeln oder Taubheit einhergehen. Die Beschwerden können sehr intensiv sein, treten oft anfallsartig auf und dauern wenige Sekunden bis Minuten, wiederholen sich aber häufig. Manchmal können die Schmerzen schon durch eine leichte Berührung oder sogar durch einen Luftzug ausgelöst werden (Allodynie).
Je nach betroffenem Nerv zeigen sich Schmerzen an ganz unterschiedlichen Körperstellen. Bei einer Trigeminusneuralgie ist der Trigeminusnerv im Kopfbereich betroffen. Der Schmerz schießt dann in eine Gesichtshälfte. Schon Sprechen, Kauen, eine Berührung oder Zähneputzen kann diesen Schmerz auslösen. Bei einer Ischialgie ist der Ischiasnerv gereizt. Die Schmerzen strahlen dann oft vom unteren Rücken über das Gesäß bis in den Oberschenkel oder die Kniekehle aus. Bei einer Interkostalneuralgie sind die Nerven, die zwischen den Rippen liegen, gereizt. Die Schmerzen strahlen vom Rücken nach vorne in die Brustregion aus. Sie treten bei Bewegung, manchmal schon beim einfachen Atmen auf.
Folgen/Komplikationen
Bleiben Nervenschmerzen unbehandelt, können sie chronisch werden. Dann "lernt" das Nervensystem sozusagen den Schmerz und es kommt zu einer dauerhaften Schmerzwahrnehmung, auch ohne Reiz. Betroffene leiden oft nicht nur unter dem Schmerz selbst, sondern auch unter Schlafmangel, Erschöpfung und Stimmungstiefs. Im Alltag können Bewegungen, Berührungen oder sogar Kleidung schmerzhaft sein. Treten Lähmungen auf, muss an einen Bandscheibenvorfall gedacht werden.
Ursachen / Risikofaktoren
Die Ursachen von Nervenschmerzen sind vielfältig. Krankheiten, Infektionen, Entzündungen, Druck oder Verletzungen können dazu führen. Auch falsche Bewegungen oder Stress können Nerven reizen. Ein paar Beispiele:
- Gürtelrose/ Post-Zoster-Neuralgie: Eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren führt zu einer Entzündung von Nerven, auch bekannt als Gürtelrose. Sie betreffen meist den Rumpf, die Arme oder das Gesicht. Die Schmerzen halten oft noch lange nach Abklingen der Erkrankung an.
- Diabetes/ diabetische Neuropathie: Hier werden Nerven durch zu hohe Blutzuckerwerte geschädigt, was zu Schmerzen führen kann. Da meist nicht nur ein, sondern viele Nerven betroffen sind, nennt man dies auch Polyneuropathie. Oft sind die Füße betroffen.
- -Trigeminusneuralgie: Sie wird häufig durch benachbarte Blutgefäße ausgelöst, die auf den Nerv drücken. Es gibt aber auch andere Ursachen.
- Nervenquetschung: Müssen Nerven eine Engstelle passieren, kann es zu einer Quetschung kommen. Es gibt das Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom) zum Beispiel an der Schulter oder das Karpaltunnel-Syndrom am Handgelenk. Auch bei Unfällen kann es zur Quetschung oder sogar zur Durchtrennung von Nerven kommen.
- Morton Neurom: Diese Erkrankung wird auch Morton Neuralgie genannt und geht auf eine Überlastung im Fuß zurück.
- Ischiasschmerzen: Sie entstehen oft durch falsche Bewegungen oder das Heben von schweren Gegenständen in ungünstiger Körperhaltung.
- Phantomschmerzen: Ein Spezialfall sind Phantomschmerzen, die nach einer Amputation auftreten.
- Zentral neuropathische Schmerzen: Hier gehen die Schmerzen vom Rückenmark und Gehirn aus. Ursachen können ein Schlaganfall, eine Schädigung des Rückenmarks durch einen Bandscheibenvorfall, Tumoren oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose sein.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Kühlkompresse, Bad oder Wärmekissen: Manchen Menschen hilft Wärme, anderen hilft Kälte bei Nervenschmerzen. Bei Ischiasschmerzen empfehlen Ärzte eine Stufenlagerung und moderate Bewegung. Wichtig ist: Bei anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden - vor allem, wenn Taubheitsgefühle oder Lähmungen hinzukommen.
Die ärztliche Behandlung richtet sich nach Art, Ursache und Ausprägung der Schmerzen. Bei einer Grunderkrankung wie Diabetes versucht man zunächst, den Blutzucker gut einzustellen. Entsteht der Nervenschmerz dadurch, dass etwas auf den Nerven drückt, kann unter Umständen eine Operation das Problem lösen. Neben der körperlichen Untersuchung kommen bildgebende Verfahren wie MRT oder CT sowie neurophysiologische Tests zum Einsatz. In vielen Fällen erfolgt die Therapie medikamentös zum Beispiel mit Medikamenten, die bei Epilepsie eingesetzt werden, bestimmten Antidepressiva oder bei Bedarf Opiaten.
Begleitend können Physiotherapie, Entspannungsverfahren oder Verhaltenstherapie sinnvoll sein - vor allem, wenn die Schmerzen den Alltag stark beeinträchtigen. Auch nicht-medikamentöse Verfahren wie transkutane Nervenstimulation (TENS) oder Akupunktur werden unterstützend eingesetzt.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wadenkrämpfe
Was ist das? - Definition Wadenkrämpfe sind plötzlich auftretende, schmerzhafte Muskelverkrampfungen der Unterschenkelmuskulatur. Sie entstehen unwillkürlich und lösen sich meist nach kurzer Zeit wieder. Häufig treten sie nachts auf und sind in den meisten Fällen harmlos.
Definition
Wadenkrämpfe sind plötzlich auftretende, schmerzhafte Muskelverkrampfungen der Unterschenkelmuskulatur. Sie entstehen unwillkürlich und lösen sich meist nach kurzer Zeit wieder. Häufig treten sie nachts auf und sind in den meisten Fällen harmlos.
Krankheitsbild
Wadenkrämpfe betreffen viele Menschen: Etwa ein Drittel der Bevölkerung erlebt sie gelegentlich. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko dafür an. Typisch ist, dass die Krämpfe ohne vorherige starke Belastung auftreten, oft im Ruhezustand oder während des Schlafs. Ursache ist meist eine erhöhte Erregbarkeit der Nerven, die den Muskel steuern. Dadurch zieht sich der Muskel zusammen, obwohl keine Bewegung gewollt ist. Von Muskelkrämpfen können auch andere Muskeln betroffen sein, wobei Krämpfe in Wade und Fußgewölbe am häufigsten vorkommen.
Symptome / Verlauf
Ein Wadenkrampf äußert sich durch:
- plötzlich einsetzende, starke Schmerzen in der Wade
- einen harten, tastbaren Muskel
- Bewegungseinschränkung während des Krampfes
Die Beschwerden dauern meist Sekunden bis wenige Minuten an. Danach kann ein Muskelkater-ähnliches Gefühl zurückbleiben. Viele Betroffene leiden unter wiederkehrenden nächtlichen Krämpfen, die den Schlaf stören.
Folgen / Komplikationen
In der Regel sind Wadenkrämpfe gutartig und nicht Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung. Häufige oder sehr schmerzhafte Krämpfe können jedoch die Lebensqualität beeinträchtigen, vor allem durch Schlafmangel und Angst vor erneutem Auftreten. In seltenen Fällen können sie auf Grunderkrankungen, Nervenstörungen oder Medikamentennebenwirkungen hinweisen und sollten dann ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen / Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Wadenkrämpfen ist oft nicht eindeutig. Als begünstigend gelten unter anderem:
- Störungen im Elektrolythaushalt, zum Beispiel von Calcium oder Magnesium
- Flüssigkeitsmangel oder starkes Schwitzen
- höheres Lebensalter
- Schwangerschaft
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Leberzirrhose
- bestimmte Medikamente, zum Beispiel entwässernde Mittel
Auch starke sportliche Belastung oder ungewohnte Bewegungen können Wadenkrämpfe auslösen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei häufigen oder sehr belastenden Wadenkrämpfen prüft der Arzt mögliche Ursachen, etwa Medikamente, Stoffwechselstörungen oder Nervenprobleme. In schweren Fällen können Medikamente eingesetzt werden. Magnesium kann versuchsweise empfohlen werden, da es gut verträglich ist. Wichtig: Es dürfen keine Erkrankungen vorliegen, die die Einnahme ausschließen, zum Beispiel Nierenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen. Wirkstoffe wie Chinin sind wirksam, werden wegen möglicher Nebenwirkungen aber nur noch selten und sehr zurückhaltend eingesetzt.
Das kann man selbst tun: Im akuten Krampf hilft es, den Fuß aktiv nach oben zu ziehen und die Wade zu dehnen. Zur Vorbeugung empfehlen Fachgesellschaften mehrmals am Tag Dehnübungen der Wadenmuskulatur. Ausreichendes Trinken und Bewegung unterstützen zusätzlich.
Bearbeitungsstand: 20.03.2026
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Polyneuropathie
Was ist das? - Definition Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven gleichzeitig geschädigt sind und dadurch die Weiterleitung von Reizen zwischen Körper und Gehirn gestört ist. Dies kann zu Missempfindungen, Schmerzen sowie zu Störungen der Bewegung und der Wahrnehmung führen.
Krankheitsbild
Die Polyneuropathie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen mehrere periphere Nerven geschädigt sind. Diese Nerven liegen außerhalb von Gehirn und Rückenmark und sind dafür zuständig, Reize zwischen Körper und Gehirn weiterzuleiten. Ist ihre Funktion gestört, werden Sinneseindrücke nicht mehr richtig übermittelt oder verarbeitet. Dadurch kommt es beispielsweise zu Missempfindungen, Schmerzen oder verminderter Wahrnehmung.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden bei einer Polyneuropathie sind:
- Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder ein "Ameisenlaufen", vor allem an Füßen und Beinen, seltener an Händen und Armen
- Taubheitsgefühle sowie ein vermindertes Empfinden für Berührung, Schmerz, Temperatur oder Vibration
- Schmerzen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können
- Verminderte Wahrnehmung von Verletzungen, sodass Wunden oder Druckstellen oft spät bemerkt werden
- Muskelschwäche und nachlassende Muskelkraft
- Koordinations- und Gangstörungen, insbesondere durch die eingeschränkte Sensibilität
- Störungen der Blasen- oder Magen-Darm-Funktion, falls das vegetative Nervensystem beteiligt ist.
Der Verlauf ist häufig schleichend: Die Beschwerden beginnen meist an den äußersten Körperstellen (zum Beispiel an den Füßen) und breiten sich nach und nach weiter aus.
Folgen/Komplikationen
Durch die gestörte Wahrnehmung steigt das Risiko für Verletzungen, da Schmerzen oder Temperaturunterschiede nicht mehr richtig erkannt werden. Dies kann beispielsweise zu unbemerkten Wunden oder Verbrennungen führen. Zudem können Bewegungsstörungen, Muskelschwäche oder Gleichgewichtsprobleme entstehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Polyneuropathien können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Häufig liegen andere Erkrankungen oder schädigende Einflüsse zugrunde. Zu den wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren gehören:
- Diabetes mellitus: Eine der häufigsten Ursachen. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann die Nerven schädigen.
- Alkoholkonsum: Regelmäßiger oder übermäßiger Alkoholkonsum wirkt nervenschädigend.
- Erkrankungen von Leber und Nieren: Wenn diese Organe nicht richtig arbeiten, können sich schädliche Stoffe im Körper ansammeln und die Nerven angreifen.
- Entzündliche oder autoimmune Prozesse: Das Immunsystem kann fälschlicherweise die eigenen Nerven angreifen und schädigen.
- Gifte und Medikamente: Bestimmte Chemikalien oder Arzneimittel können als Nebenwirkung Nervenschäden verursachen.
- Mangelzustände: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, beispielsweise Vitamin B1 oder B12, kann die Nervenfunktion beeinträchtigen.
- Unklare Ursachen: In manchen Fällen lässt sich trotz gründlicher Untersuchung keine eindeutige Ursache feststellen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach der Ursache der Erkrankung. Ärzte versuchen, die zugrunde liegende Erkrankung zu erkennen und gezielt zu behandeln, um das Fortschreiten der Nervenschädigung zu bremsen. Zusätzlich können Beschwerden wie Schmerzen gezielt behandelt werden.
Das kann man selbst tun: Für Betroffene ist es wichtig, Risikofaktoren möglichst zu vermeiden oder zu reduzieren, etwa durch eine gute Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes oder den Verzicht auf Alkohol. Auch eine regelmäßige ärztliche Kontrolle und das frühzeitige Beachten von Symptomen können helfen, Komplikationen zu verhindern.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.