THYROZOL 10 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 06190065
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- THYROZOL
- Hersteller:
- Merck Healthcare Germany GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion: Die empfohlene Anwendungsdauer beträgt 1/2-2 Jahre.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen. Setzen sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Dosierung von Ihrem Arzt bestimmt.
Für Kinder und Jugendliche von 3 bis 17 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Patienten mit einer Leberfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Operationsvorbereitung der Schilddrüse
- Vorbereitung zur Radiojodtherapie der Schilddrüse
- Intervalltherapie nach einer Radiobehandlung
- Prophylaxe bei latenter Hyperthyreose
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wird bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt. Ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die bei einer Überfunktion in zu großem Ausmaß gebildet werden, ist das Iod. Der Wirkstoff hemmt die Umwandlung von in der Schilddrüse vorhandenem Iodid in seine wirksame Form, dem Iod. Damit wird die Produktion von Schilddrüsenhormonen unterdrückt, weil der Einbau von Iod in die Schilddrüsenhormone verhindert wird.
Nebenwirkungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Juckreiz
- - Hautausschlag
- - Nesselausschlag
- Agranulozytose (stark verminderte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen) - erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome, wie: Fieber, Halsschmerzen, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen; bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen.
- - Entzündungen der Mundschleimhaut
- - Rachenentzündung
- - Eitrige Entzündungen an verschiedenen Körperstellen - (Furunkulose)
- - Fieber
- Geruchs- oder Geschmacksstörungen
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Veränderungen des Blutbildes - (Granulozytopenie)
- Stauung der Gallenflüssigkeit, wenn z.B. die Gallenwege verstopft sind.
- Knochenmarkschädigung (nach früher erfolgter Behandlung mit Thiamazol)
- Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Großes Struma (Kropf), mit Einengung der Luftröhre
- Eingeschränkte Leberfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 49 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 42 × 55 × 96 mm
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen vermehrt auftreten. In diesem Zusammenhang kann es zu Veränderungen des Blutbilds kommen, was sich beispielsweise in Fieber, Hals- und Gliederschmerzen äußern könnte.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der beschriebenen unerwünschten Wirkungen an sich beobachten.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Clozapin und weitere
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen vermehrt auftreten. In diesem Zusammenhang kann es zu Veränderungen des Blutbilds kommen, was sich beispielsweise in Fieber, Hals- und Gliederschmerzen äußern könnte.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der beschriebenen unerwünschten Wirkungen an sich beobachten.
Nicht kombinieren mit Präparaten die enthalten: Phenprocoumon und weitere
Was kann passieren?
Bei Patienten, die bereits dieses Arzneimittel einnehmen und zusätzlich ein anderes Arzneimittel neu oder in geänderter Dosierung einnehmen sollen, kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden. In diesem Zusammenhang können Schwellungen, Schmerzen oder Schweregefühl an bestimmten Körperregionen auftreten.
Was ist zu tun?
Wenn Sie bereits dieses Arzneimittel einnehmen und zusätzlich ein anderes Arzneimittel neu oder in geänderter Dosierung einnehmen sollen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da häufigere Kontrollen der Blutgerinnungsparameter (INR-Wert) oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome an sich beobachten.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher ihr Name. Sie produziert für die Steuerung des Stoffwechsels wichtige Hormone, und das unter Kontrolle des Gehirns. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann es zu einer Überproduktion an Schilddrüsenhormon kommen, mit deutlichen Folgen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse produziert Hormone, die für die Steuerung des Stoffwechsels absolut unentbehrlich sind. Das Tetrajodthyronin, kurz T4, gilt dabei eher als Speicherform, stärker wirksam ist das Trijodthyronin, kurz T3. Es treibt den Stoffwechsel an wie ein Gaspedal einen Motor. Wird jedoch zu viel Schilddrüsenhormon gebildet, "überdreht" der Stoffwechsel.
Normalerweise kontrolliert das Gehirn die Produktion von Schilddrüsenhormonen sehr zuverlässig. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormon entwickeln. Oder die Schilddrüse wird durch fälschlich gebildete Antikörper ständig zu einer überhöhten Hormonproduktion angetrieben.
Das Zuviel an Schilddrüsenhormon kann zu einer ganzen Reihe von Beschwerden führen, bedingt beispielsweise durch Veränderungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, oder durch Einfluss auf die Muskulatur, das Gehirn, das Herz oder die Sexualfunktion.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann unter anderem im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) auftreten, bei der womöglich schon die Volumenzunahme der Drüse Beschwerden verursacht. So können Betroffene beispielsweise das Gefühl haben, als würde ein Kloß im Hals drücken.
Die manifeste, also offenkundige Überfunktion der Schilddrüse mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirkt sehr unterschiedliche Beschwerden, so unter anderem:
- Herzrasen
- vermehrtes Schwitzen
- Zittern
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Gewichtsverlust
- Appetitsteigerung
- Kurzatmigkeit
- rasche Ermüdbarkeit
- Zyklusstörungen bei Frauen
Je nach Ursache und Ausprägung der Schilddrüsenüberfunktion können die Symptome mal mehr, mal weniger stark sein. Sie müssen auch nicht zwingend alle auftreten. Mitunter spüren Betroffene zunächst keine Beschwerden und nur Veränderungen bei Schilddrüsenwerten im Blut deuten auf eine Überfunktion hin (latente Schilddrüsenüberfunktion). Erst mit der Zeit können dann vermehrt spürbare Probleme entstehen.
Folgen/Komplikationen
Ohne ausreichende Behandlung kann eine Schilddrüsenüberfunktion auf Dauer erhebliche Gesundheitsprobleme bewirken. Möglich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Herzschwäche, ebenso kann es zu beschleunigtem Knochenabbau kommen, zu einer Osteoporose.
Sehr selten zeigen sich bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormon bedrohliche Störungen in Form einer sogenannten thyreotoxischen Krise. Es treten dann akut Symptome wie Krampfanfälle, Erbrechen und Durchfall, Bewusstseinseintrübungen, Herzrasen und Fieber auf. Die thyreotoxische Krise muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Führt die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow zur Überfunktion der Schilddrüse, können auch Augenveränderungen auftreten. Die Augen treten möglicherweise hervor, die Lider schließen nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken, lichtempfindlich, das Sehen ist beeinträchtigt. Es kann zu Entzündungen, Doppelbildern, Augenschmerzen sowie Störungen der Augenbewegung kommen. Schlimmstenfalls nimmt der Sehnerv Schaden, mit der Folge von Gesichtsfeldausfällen.
Eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Komplikationen beim werdenden Kind und bei der Schwangeren.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Kontrolle der Schilddrüse durch das Gehirn findet über ein Hormon statt, das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Es treibt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Ist die Schilddrüse zu wenig aktiv und liegen dadurch zu wenig Schilddrüsenhormone vor, setzt das Gehirn vermehrt TSH in den Blutkreislauf frei. Ist die Drüse überaktiv und bildet zu viel Schilddrüsenhormone, setzt das Gehirn weniger TSH frei.
Bei einer sogenannten Schilddrüsenautonomie aber "hört" die Schilddrüse nicht mehr darauf und bildet unabhängig von den Kontrollmechanismen Schilddrüsenhormone. Die dafür verantwortlichen Bereiche in der Schilddrüse bezeichnet man auch als autonome Areale. Oft sind es Knoten, sogenannte heiße Knoten. Es können aber auch weniger klar abgegrenzte Bereiche in der Schilddrüse sein. Die Schilddrüsen-Autonomie entsteht insbesondere bei einer durch Jodmangel bedingten Vergrößerung der Schilddrüse.
Eine andere Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow. Hier entstehen Antikörper, die die Schilddrüse unkontrolliert antreiben, Schilddrüsenhormone zu bilden.
Möglicherweise kann es auch bei Schilddrüsenentzündungen zeitweise zur Freisetzung von zu viel Schilddrüsenhormonen und somit zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Diese Symptome sind außerdem bei Überdosierungen von als Medikament gegebenem Schilddrüsenhormon möglich.
Zudem gibt es einzelne andere Medikamente, die eine Schilddrüsenüberfunktion fördern können. Ebenso eine sehr hohe Jodzufuhr bei einer bestehenden Schilddrüsenautonomie.
Zu den Risikofaktoren gehört unter anderem ein über längere Zeit bestehender Jodmangel, der zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und in der Folge zu einer Schilddrüsenautonomie führen kann. Dafür und für Morbus Basedow bestehen wohl auch gewisse erbliche Veranlagungen, die zusammen mit anderen Faktoren die Entstehung dieser Erkrankungen begünstigen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte suchen bei Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion nach den Ursachen. Dazu nutzen sie verschiedene Methoden, etwa Ultraschalluntersuchungen oder bei Bedarf eine Szintigrafie, also ein nuklearmedizinisches Diagnoseverfahren. Zudem wird auf Schilddrüsenwerte im Blut und auf für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bedeutsame Antikörper geachtet, außerdem natürlich auf bestehende Beschwerden.
Behandelt wird je nach gefundener Ursache der Schilddrüsenüberfunktion und deren Ausprägung. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Besonderen ärztlichen Beratungs- und Behandlungsbedarf haben Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wenn bei ihnen ein Kinderwunsch besteht beziehungsweise unerfüllt bleibt, sowie Schwangere.
Was man selbst tun kann:
Liegen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion vor, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch, wenn sich im Halsbereich eine Schwellung zeigt, die von einer Schilddrüsenvergrößerung herrühren könnte.
Eine übermäßige Jodzufuhr beispielsweise über Jodpräparate gilt es bei einer Schilddrüsenautonomie oder einem Morbus Basedow zu meiden.
Hilfreich sind eine Stressreduktion, genug Schlaf, die Aufgabe des Rauchens, ausreichend Bewegung sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung.
Einzelheiten zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und zu hilfreichen Lebensstilanpassungen müssen Betroffene mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Deren Beratung kann dieser Beitrag nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Morbus Basedow
Was ist das? - Definition Bei dieser Autoimmunkrankheit entstehen unter anderem Antikörper, die eine Schilddrüsenüberfunktion herbeiführen können. Mitunter entzündet sich auch Gewebe an den Augen und sie treten hervor. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten und, wenn diese nicht die erhoffte Wirkung haben, durch eine Entfernung beziehungsweise Zerstörung der Schilddrüse.
Krankheitsbild
Morbus Basedow - die Basedowsche Krankheit - wurde nach dem deutschen Arzt Carl Adolph von Basedow aus Merseburg benannt, der sie 1840 beschrieben hat. Es kommt dabei zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion, bei der sich Antikörper gegen bestimmte Strukturen besonders in der Schilddrüse richten. Eine der Folgen ist eine Schilddrüsenüberfunktion, es entsteht unkontrolliert Schilddrüsenhormon, was unterschiedlichste Beschwerden hervorruft.
Durch die fehlgeleitete Immunreaktion entzündet sich bei 50 bis 80 Prozent der Basedow- Patienten Binde- und Fettgewebe in der Augenhöhle sowie an Augenmuskeln und Lidern. Es schwillt dort Gewebe an und vermehrt sich. Da in den knöchernen Augenhöhlen wenig Platz ist, treten mit der Zeit die Augen hervor. Mediziner sprechen von Endokriner Orbitopathie.
In einzelnen Fällen entwickelt sich auch ein sogenanntes prätibiales Myxödem, mit Rötungen und Schwellungen im Bereich des Schienbeins.
Symptome/Verlauf
Im Zusammenhang mit der Schilddrüsenüberfunktion kann sich die Schilddrüse schmerzlos vergrößern (Kropf), Betroffene verspüren womöglich Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Weitere mögliche Symptome:
- innere Unruhe und Zittrigkeit vor allem der Hände
- Herzrasen und Herzklopfen
- Kurzatmigkeit
- Schlafstörungen
- Schweißausbrüche
- warm-feuchte Haut
- Gewichtsverlust trotz eines erhöhten Appetits
- häufigerer Stuhldrang und Durchfälle
- Haarausfall
- Muskelschwäche
- Müdigkeit und Erschöpfung
Bei älteren Patienten macht sich die Erkrankung oft erst durch Herzbeschwerden etwa mit einem Engegefühl im Brustkorb bei Belastung bemerkbar, oder durch Herzrasen mit schnellem, unregelmäßigem Puls.
Sind die Augen betroffen, verspüren Patienten Symptome wie etwa ein Fremdkörpergefühl und Schmerzen in den Augen, Augentränen, gerötete, entzündete Augen und Blendungsempfindlichkeit. Zudem kann der Schluss der Augenlider gestört sein und sich die Augenhornhaut entzünden. Betroffene nehmen möglicherweise auch Doppelbilder wahr.
Folgen/Komplikationen
Bleibt Morbus Basedow unbehandelt, kann die fortdauernde Schilddrüsenüberfunktion möglicherweise zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und in Extremfällen zum plötzlichen Herztod führen. Geht Morbus Basedow mit einer ausgeprägten Augenbeteiligung einher, verschlechtert sich unter Umständen das Sehvermögen. Die Schilddrüsenüberfunktion fördert zudem den Abbau von Knochenmasse und steigert so das Osteoporose-Risiko.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die fehlgeleitete Immunreaktion bei Morbus Basedow sind nicht bekannt. Es gibt möglicherweise eine erbliche Veranlagung und einige Risikofaktoren sind in der Diskussion, so etwa Stress, bestimmte Virusinfektionen oder das Rauchen.
Typischerweise findet man bei Morbus Basedow Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenbestandteile im Blut, so auch TSH-Rezeptorantikörper, abgekürzt TRAK. Diese Antikörper treiben die Schilddrüse an, indem sie sich dort an die Andockstellen des Thyreoidea-stimulierenden Hormons - kurz TSH - anbinden und dessen Wirkung nachahmen. Es kommt zur Schilddrüsenüberfunktion mit steigenden Blutwerten an Schilddrüsenhormon. Die TSH-Blutwerte sind erniedrigt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Stellen Ärztinnen oder Ärzte Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion fest, forschen sie nach den Ursachen. Es werden dazu Blutwerte erhoben und die Schilddrüse untersucht, etwa mittels Ultraschall und Szintigrafie, einer strahlenmedizinischen Untersuchung.
Steht die Diagnose eines Morbus Basedow fest, können Betroffene zunächst mit bestimmten Medikamenten gegen die Überfunktion der Schilddrüse behandelt werden. Kommt es dadurch aber nicht zu einer Besserung der Erkrankung, bleibt nur die operative Entfernung der Schilddrüse oder ihre Zerstörung durch eine Radiojod-Therapie. Die für einen funktionierenden Stoffwechsel erforderliche Menge an Schilddrüsenhormon muss dann künftig als Medikament zugeführt werden.
Was man selbst tun kann:
Bei Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sollte man ärztlichen Rat einholen, um die Ursachen festzustellen und die passende Behandlung einzuleiten. Hilfreich ist eine gesunde Lebensführung mit gutem Stressmanagement und dem Verzicht auf das Rauchen.
Jod ist zwar für die Produktion der Schilddrüsenhormone wichtig, doch eine übermäßige Jodzufuhr kann Morbus Basedow verschlimmern. Betroffene sollten daher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, wie sie die Jodzufuhr sinnvoll begrenzen können.
Bearbeitungsstand: 22.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 06190065
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 10 mg
- Marke:
- THYROZOL
- Hersteller:
- Merck Healthcare Germany GmbH
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion: Die empfohlene Anwendungsdauer beträgt 1/2-2 Jahre.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen. Setzen sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Dosierung von Ihrem Arzt bestimmt.
Für Kinder und Jugendliche von 3 bis 17 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Patienten mit einer Leberfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Operationsvorbereitung der Schilddrüse
- Vorbereitung zur Radiojodtherapie der Schilddrüse
- Intervalltherapie nach einer Radiobehandlung
- Prophylaxe bei latenter Hyperthyreose
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff wird bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt. Ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die bei einer Überfunktion in zu großem Ausmaß gebildet werden, ist das Iod. Der Wirkstoff hemmt die Umwandlung von in der Schilddrüse vorhandenem Iodid in seine wirksame Form, dem Iod. Damit wird die Produktion von Schilddrüsenhormonen unterdrückt, weil der Einbau von Iod in die Schilddrüsenhormone verhindert wird.
Nebenwirkungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- - Juckreiz
- - Hautausschlag
- - Nesselausschlag
- Agranulozytose (stark verminderte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen) - erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome, wie: Fieber, Halsschmerzen, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen; bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen.
- - Entzündungen der Mundschleimhaut
- - Rachenentzündung
- - Eitrige Entzündungen an verschiedenen Körperstellen - (Furunkulose)
- - Fieber
- Geruchs- oder Geschmacksstörungen
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Veränderungen des Blutbildes - (Granulozytopenie)
- Stauung der Gallenflüssigkeit, wenn z.B. die Gallenwege verstopft sind.
- Knochenmarkschädigung (nach früher erfolgter Behandlung mit Thiamazol)
- Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Großes Struma (Kropf), mit Einengung der Luftröhre
- Eingeschränkte Leberfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Gewicht:
- 49 g
- Abmessungen (B × H × L):
- 42 × 55 × 96 mm
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen vermehrt auftreten. In diesem Zusammenhang kann es zu Veränderungen des Blutbilds kommen, was sich beispielsweise in Fieber, Hals- und Gliederschmerzen äußern könnte.
Was ist zu tun?
Die Arzneimittel dürfen nicht miteinander kombiniert werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der beschriebenen unerwünschten Wirkungen an sich beobachten.
Was kann passieren?
Bei Kombination der Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen vermehrt auftreten. In diesem Zusammenhang kann es zu Veränderungen des Blutbilds kommen, was sich beispielsweise in Fieber, Hals- und Gliederschmerzen äußern könnte.
Was ist zu tun?
Die Kombination der Arzneimittel sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der beschriebenen unerwünschten Wirkungen an sich beobachten.
Was kann passieren?
Bei Patienten, die bereits dieses Arzneimittel einnehmen und zusätzlich ein anderes Arzneimittel neu oder in geänderter Dosierung einnehmen sollen, kann die Wirkung von diesem Arzneimittel beeinträchtigt werden. In diesem Zusammenhang können Schwellungen, Schmerzen oder Schweregefühl an bestimmten Körperregionen auftreten.
Was ist zu tun?
Wenn Sie bereits dieses Arzneimittel einnehmen und zusätzlich ein anderes Arzneimittel neu oder in geänderter Dosierung einnehmen sollen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, da häufigere Kontrollen der Blutgerinnungsparameter (INR-Wert) oder weitere Maßnahmen (zum Beispiel geänderte Dosierung) nötig sein können.
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome an sich beobachten.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist das? - Definition Die Schilddrüse liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes direkt vor dem Schildknorpel, daher ihr Name. Sie produziert für die Steuerung des Stoffwechsels wichtige Hormone, und das unter Kontrolle des Gehirns. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann es zu einer Überproduktion an Schilddrüsenhormon kommen, mit deutlichen Folgen.
Krankheitsbild
Die Schilddrüse produziert Hormone, die für die Steuerung des Stoffwechsels absolut unentbehrlich sind. Das Tetrajodthyronin, kurz T4, gilt dabei eher als Speicherform, stärker wirksam ist das Trijodthyronin, kurz T3. Es treibt den Stoffwechsel an wie ein Gaspedal einen Motor. Wird jedoch zu viel Schilddrüsenhormon gebildet, "überdreht" der Stoffwechsel.
Normalerweise kontrolliert das Gehirn die Produktion von Schilddrüsenhormonen sehr zuverlässig. Geht diese Kontrolle jedoch verloren, kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormon entwickeln. Oder die Schilddrüse wird durch fälschlich gebildete Antikörper ständig zu einer überhöhten Hormonproduktion angetrieben.
Das Zuviel an Schilddrüsenhormon kann zu einer ganzen Reihe von Beschwerden führen, bedingt beispielsweise durch Veränderungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, oder durch Einfluss auf die Muskulatur, das Gehirn, das Herz oder die Sexualfunktion.
Symptome/Verlauf
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann unter anderem im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) auftreten, bei der womöglich schon die Volumenzunahme der Drüse Beschwerden verursacht. So können Betroffene beispielsweise das Gefühl haben, als würde ein Kloß im Hals drücken.
Die manifeste, also offenkundige Überfunktion der Schilddrüse mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirkt sehr unterschiedliche Beschwerden, so unter anderem:
- Herzrasen
- vermehrtes Schwitzen
- Zittern
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Gewichtsverlust
- Appetitsteigerung
- Kurzatmigkeit
- rasche Ermüdbarkeit
- Zyklusstörungen bei Frauen
Je nach Ursache und Ausprägung der Schilddrüsenüberfunktion können die Symptome mal mehr, mal weniger stark sein. Sie müssen auch nicht zwingend alle auftreten. Mitunter spüren Betroffene zunächst keine Beschwerden und nur Veränderungen bei Schilddrüsenwerten im Blut deuten auf eine Überfunktion hin (latente Schilddrüsenüberfunktion). Erst mit der Zeit können dann vermehrt spürbare Probleme entstehen.
Folgen/Komplikationen
Ohne ausreichende Behandlung kann eine Schilddrüsenüberfunktion auf Dauer erhebliche Gesundheitsprobleme bewirken. Möglich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Herzschwäche, ebenso kann es zu beschleunigtem Knochenabbau kommen, zu einer Osteoporose.
Sehr selten zeigen sich bei einem Zuviel an Schilddrüsenhormon bedrohliche Störungen in Form einer sogenannten thyreotoxischen Krise. Es treten dann akut Symptome wie Krampfanfälle, Erbrechen und Durchfall, Bewusstseinseintrübungen, Herzrasen und Fieber auf. Die thyreotoxische Krise muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Führt die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow zur Überfunktion der Schilddrüse, können auch Augenveränderungen auftreten. Die Augen treten möglicherweise hervor, die Lider schließen nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken, lichtempfindlich, das Sehen ist beeinträchtigt. Es kann zu Entzündungen, Doppelbildern, Augenschmerzen sowie Störungen der Augenbewegung kommen. Schlimmstenfalls nimmt der Sehnerv Schaden, mit der Folge von Gesichtsfeldausfällen.
Eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Komplikationen beim werdenden Kind und bei der Schwangeren.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Kontrolle der Schilddrüse durch das Gehirn findet über ein Hormon statt, das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Es treibt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Ist die Schilddrüse zu wenig aktiv und liegen dadurch zu wenig Schilddrüsenhormone vor, setzt das Gehirn vermehrt TSH in den Blutkreislauf frei. Ist die Drüse überaktiv und bildet zu viel Schilddrüsenhormone, setzt das Gehirn weniger TSH frei.
Bei einer sogenannten Schilddrüsenautonomie aber "hört" die Schilddrüse nicht mehr darauf und bildet unabhängig von den Kontrollmechanismen Schilddrüsenhormone. Die dafür verantwortlichen Bereiche in der Schilddrüse bezeichnet man auch als autonome Areale. Oft sind es Knoten, sogenannte heiße Knoten. Es können aber auch weniger klar abgegrenzte Bereiche in der Schilddrüse sein. Die Schilddrüsen-Autonomie entsteht insbesondere bei einer durch Jodmangel bedingten Vergrößerung der Schilddrüse.
Eine andere Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow. Hier entstehen Antikörper, die die Schilddrüse unkontrolliert antreiben, Schilddrüsenhormone zu bilden.
Möglicherweise kann es auch bei Schilddrüsenentzündungen zeitweise zur Freisetzung von zu viel Schilddrüsenhormonen und somit zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Diese Symptome sind außerdem bei Überdosierungen von als Medikament gegebenem Schilddrüsenhormon möglich.
Zudem gibt es einzelne andere Medikamente, die eine Schilddrüsenüberfunktion fördern können. Ebenso eine sehr hohe Jodzufuhr bei einer bestehenden Schilddrüsenautonomie.
Zu den Risikofaktoren gehört unter anderem ein über längere Zeit bestehender Jodmangel, der zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und in der Folge zu einer Schilddrüsenautonomie führen kann. Dafür und für Morbus Basedow bestehen wohl auch gewisse erbliche Veranlagungen, die zusammen mit anderen Faktoren die Entstehung dieser Erkrankungen begünstigen.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen und Ärzte suchen bei Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion nach den Ursachen. Dazu nutzen sie verschiedene Methoden, etwa Ultraschalluntersuchungen oder bei Bedarf eine Szintigrafie, also ein nuklearmedizinisches Diagnoseverfahren. Zudem wird auf Schilddrüsenwerte im Blut und auf für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bedeutsame Antikörper geachtet, außerdem natürlich auf bestehende Beschwerden.
Behandelt wird je nach gefundener Ursache der Schilddrüsenüberfunktion und deren Ausprägung. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Besonderen ärztlichen Beratungs- und Behandlungsbedarf haben Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wenn bei ihnen ein Kinderwunsch besteht beziehungsweise unerfüllt bleibt, sowie Schwangere.
Was man selbst tun kann:
Liegen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion vor, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch, wenn sich im Halsbereich eine Schwellung zeigt, die von einer Schilddrüsenvergrößerung herrühren könnte.
Eine übermäßige Jodzufuhr beispielsweise über Jodpräparate gilt es bei einer Schilddrüsenautonomie oder einem Morbus Basedow zu meiden.
Hilfreich sind eine Stressreduktion, genug Schlaf, die Aufgabe des Rauchens, ausreichend Bewegung sowie eine gesunde ausgewogene Ernährung.
Einzelheiten zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und zu hilfreichen Lebensstilanpassungen müssen Betroffene mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Deren Beratung kann dieser Beitrag nicht ersetzen.
Bearbeitungsstand: 15.04.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Morbus Basedow
Was ist das? - Definition Bei dieser Autoimmunkrankheit entstehen unter anderem Antikörper, die eine Schilddrüsenüberfunktion herbeiführen können. Mitunter entzündet sich auch Gewebe an den Augen und sie treten hervor. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten und, wenn diese nicht die erhoffte Wirkung haben, durch eine Entfernung beziehungsweise Zerstörung der Schilddrüse.
Krankheitsbild
Morbus Basedow - die Basedowsche Krankheit - wurde nach dem deutschen Arzt Carl Adolph von Basedow aus Merseburg benannt, der sie 1840 beschrieben hat. Es kommt dabei zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion, bei der sich Antikörper gegen bestimmte Strukturen besonders in der Schilddrüse richten. Eine der Folgen ist eine Schilddrüsenüberfunktion, es entsteht unkontrolliert Schilddrüsenhormon, was unterschiedlichste Beschwerden hervorruft.
Durch die fehlgeleitete Immunreaktion entzündet sich bei 50 bis 80 Prozent der Basedow- Patienten Binde- und Fettgewebe in der Augenhöhle sowie an Augenmuskeln und Lidern. Es schwillt dort Gewebe an und vermehrt sich. Da in den knöchernen Augenhöhlen wenig Platz ist, treten mit der Zeit die Augen hervor. Mediziner sprechen von Endokriner Orbitopathie.
In einzelnen Fällen entwickelt sich auch ein sogenanntes prätibiales Myxödem, mit Rötungen und Schwellungen im Bereich des Schienbeins.
Symptome/Verlauf
Im Zusammenhang mit der Schilddrüsenüberfunktion kann sich die Schilddrüse schmerzlos vergrößern (Kropf), Betroffene verspüren womöglich Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Weitere mögliche Symptome:
- innere Unruhe und Zittrigkeit vor allem der Hände
- Herzrasen und Herzklopfen
- Kurzatmigkeit
- Schlafstörungen
- Schweißausbrüche
- warm-feuchte Haut
- Gewichtsverlust trotz eines erhöhten Appetits
- häufigerer Stuhldrang und Durchfälle
- Haarausfall
- Muskelschwäche
- Müdigkeit und Erschöpfung
Bei älteren Patienten macht sich die Erkrankung oft erst durch Herzbeschwerden etwa mit einem Engegefühl im Brustkorb bei Belastung bemerkbar, oder durch Herzrasen mit schnellem, unregelmäßigem Puls.
Sind die Augen betroffen, verspüren Patienten Symptome wie etwa ein Fremdkörpergefühl und Schmerzen in den Augen, Augentränen, gerötete, entzündete Augen und Blendungsempfindlichkeit. Zudem kann der Schluss der Augenlider gestört sein und sich die Augenhornhaut entzünden. Betroffene nehmen möglicherweise auch Doppelbilder wahr.
Folgen/Komplikationen
Bleibt Morbus Basedow unbehandelt, kann die fortdauernde Schilddrüsenüberfunktion möglicherweise zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und in Extremfällen zum plötzlichen Herztod führen. Geht Morbus Basedow mit einer ausgeprägten Augenbeteiligung einher, verschlechtert sich unter Umständen das Sehvermögen. Die Schilddrüsenüberfunktion fördert zudem den Abbau von Knochenmasse und steigert so das Osteoporose-Risiko.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die fehlgeleitete Immunreaktion bei Morbus Basedow sind nicht bekannt. Es gibt möglicherweise eine erbliche Veranlagung und einige Risikofaktoren sind in der Diskussion, so etwa Stress, bestimmte Virusinfektionen oder das Rauchen.
Typischerweise findet man bei Morbus Basedow Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenbestandteile im Blut, so auch TSH-Rezeptorantikörper, abgekürzt TRAK. Diese Antikörper treiben die Schilddrüse an, indem sie sich dort an die Andockstellen des Thyreoidea-stimulierenden Hormons - kurz TSH - anbinden und dessen Wirkung nachahmen. Es kommt zur Schilddrüsenüberfunktion mit steigenden Blutwerten an Schilddrüsenhormon. Die TSH-Blutwerte sind erniedrigt.
Das kann helfen
Was der Arzt tun kann:
Stellen Ärztinnen oder Ärzte Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion fest, forschen sie nach den Ursachen. Es werden dazu Blutwerte erhoben und die Schilddrüse untersucht, etwa mittels Ultraschall und Szintigrafie, einer strahlenmedizinischen Untersuchung.
Steht die Diagnose eines Morbus Basedow fest, können Betroffene zunächst mit bestimmten Medikamenten gegen die Überfunktion der Schilddrüse behandelt werden. Kommt es dadurch aber nicht zu einer Besserung der Erkrankung, bleibt nur die operative Entfernung der Schilddrüse oder ihre Zerstörung durch eine Radiojod-Therapie. Die für einen funktionierenden Stoffwechsel erforderliche Menge an Schilddrüsenhormon muss dann künftig als Medikament zugeführt werden.
Was man selbst tun kann:
Bei Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sollte man ärztlichen Rat einholen, um die Ursachen festzustellen und die passende Behandlung einzuleiten. Hilfreich ist eine gesunde Lebensführung mit gutem Stressmanagement und dem Verzicht auf das Rauchen.
Jod ist zwar für die Produktion der Schilddrüsenhormone wichtig, doch eine übermäßige Jodzufuhr kann Morbus Basedow verschlimmern. Betroffene sollten daher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, wie sie die Jodzufuhr sinnvoll begrenzen können.
Bearbeitungsstand: 22.06.2026
Quellenangabe:
Avoxa Content Service, Quelle beim Autor, 2026
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.