TICAGRELOR 089PHARM 90 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19830460
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 56 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 90 mg
- Marke:
- TICAGRELOR
- Hersteller:
- 089PHARM GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Falls Sie nicht in der Lage sind, die Tablette als Ganzes zu schlucken, können Sie diese unmittelbar vor der Anwendung auch zerstoßen und mit einem halben Glas Wasser gemischt einnehmen. Das Glas sollte mit einem weiteren halben Glas Wasser nachgespült und der Inhalt getrunken werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu gastrointestinalen Blutungen und Atemnot kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Akutes Koronarsyndrom: In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Erstdosis - einmalige Gabe:
Akutes Koronarsyndrom: Folgebehandlung:
Herzinfarkt: Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Blutverdünnung (Hemmung der Thrombozytenaggregation, d.h. der Verklebung der Blutplättchen), wenn Folgendes vorliegt:
- Akutes Koronarsyndrom
- Herzinfarkt
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff beeinflusst die Blutgerinnung. Er verhindert, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) zusammenklumpen und verbessert so die Fließfähigkeit des Blutes.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Blutungszeit (anomal)
- Blutung
- Erhöhte Neigung zu blauen Flecken
- Spontan auftretender Bluterguss
- Blutgerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsneigung (Hämorrhagische Diathese)
- Erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie)
- Anfälle von Atemnot
- Gicht durch Medikamente
- Gelenkentzündung (Arthritis) bei Gicht durch Medikamente
- Schwindel
- Kurzzeitige Bewusstlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Drehschwindel
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Blutung der Atemwege
- Nasenbluten
- Bluthusten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Zahnfleischbluten
- Blutung aus dem Mastdarm
- Blutendes Magengeschwür
- Durchfall durch Arzneimittel
- Übelkeit
- Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Verstopfung
- Blutung in der Unterhaut (subkutane Blutung)
- Hautblutung
- Fleckenartige Hautblutung (Ekchymose)
- Punktförmige Hauteinblutung (Petechie)
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Harnwegsblutung
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Harnblasenentzündung mit Blut im Urin
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Blutung nach einem Eingriff
- Blutung nach Verletzung
- Prellung (Kontusion) erleichtert durch Medikamente
- Bluterguss (Hämatom) aufgrund einer Verletzung
- Tumorblutung, aufgrund von Blasenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs
- Überempfindlichkeit
- Spontan auftretende (Schleim-) Haut-Schwellung (Angioödem)
- Verwirrtheit
- Blutung im Inneren des Schädels
- Blutverlust ohne erkennbare äußerliche Ursache
- Blutung im Inneren des Schädels durch Gewalteinwirkung (intrakranielle traumatische Blutung)
- Augenblutung
- Blutung unter der Bindehaut am Auge
- Netzhautblutung
- Ohrblutung
- Blutung hinter dem Bauchfell
- Muskelblutung
- Gelenkblutung
- Bluten im Genitalbereich
- Scheidenblutung
- Blut in der Samenflüssigkeit
- Blutung nach Beendigung der Monatsblutungen in den Wechseljahren
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Aktive Blutung
- Hirnblutung in der Vorgeschichte
- Schwere Leberfunktionsstörung
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch in der Vorgeschichte
- Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie)
- Erhöhte Blutungsneigung
- Veränderungen des Blutbildes, wie z.B.:
- Thrombozytopenie (Verminderte Anzahl an Blutplättchen)
- Anämie (Blutarmut)
- Asthma bronchiale
- Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (chronische Atemwegserkrankung mit einer Verengung der Atemwege)
- Herzerkrankung, wie:
- Sinusknotensyndrom (Störung bei der Entstehung des Herzschlags im Ursprung)
- AV-Block (Störung der Erregungsleitung vom Vorhof des Herzens zur Kammer), 2. und 3. Grad
- Pulserniedrigung
- Erhöhte Harnsäurewerte
- Gicht, auch in der Vorgeschichte
- Bevorstehende Operation
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
- Mäßige Leberfunktionsstörung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 25 × 104 × 70 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Geben Sie vor einer Operation - dazu zählen auch kleinere Eingriffe wie z.B. das Ziehen eines Zahnes - die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Akutes Koronarsyndrom
Was ist das? - Definition Das akute Koronarsyndrom bezeichnet eine Gruppe von lebensbedrohlichen Herzkrankheiten, die durch eine plötzliche Durchblutungsstörung des Herzmuskels entstehen. Ursache ist meist ein Verschluss einer Koronararterie, der zu instabiler Angina pectoris oder einem Herzinfarkt führt. Die Beschwerden treten plötzlich auf und erfordern sofortige medizinische Hilfe.
Krankheitsbild
Das akute Koronarsyndrom umfasst drei Hauptformen: instabile Angina pectoris, Nicht-ST-Hebungsinfarkt und ST-Hebungsinfarkt. ST bezeichnet einen bestimmten Teil der EKG-Kurve. Allen gemeinsam ist eine verminderte oder unterbrochene Blutversorgung des Herzmuskels. Die instabile Angina pectoris zeigt sich durch neu auftretende oder sich verschlimmernde Brustschmerzen. Beim Nicht-ST-Hebungsinfarkt ist Herzgewebe geschädigt, ohne typische EKG-Veränderungen. Der ST-Hebungsinfarkt ist die schwerste Form mit vollständigem Gefäßverschluss und deutlichen EKG-Veränderungen. Ein akutes Koronarsyndrom ist immer ein medizinischer Notfall.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten meist plötzlich auf und können sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind:
- Starke Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, oft mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Kiefer oder Bauch
- Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angstgefühl
- Herzklopfen, Herzstolpern, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen
Besonders bei älteren Menschen, Frauen und Diabetikern können die Symptome untypisch sein oder ganz fehlen. Der Verlauf hängt von der Art des Syndroms und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Unbehandelt kann es zu schweren Schäden am Herzmuskel kommen.
Folgen/Komplikationen
Je nach Ausmaß der Durchblutungsstörung kann es zu bleibenden Schäden kommen. Mögliche Komplikationen sind Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod, Narbenbildung im Herzmuskel und verminderte Pumpleistung. Die Prognose verbessert sich deutlich durch eine frühzeitige Behandlung.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache ist eine Arteriosklerose der Koronararterien. Dabei lagern sich Fett und Cholesterin in den Gefäßwänden ab und bilden Plaques. Diese können aufreißen und ein Blutgerinnsel auslösen, das das Gefäß verschließt. Zu den weiteren möglichen Ursachen zählen sind eine plötzliche Verengung der Herzgefäße (Koronarspasmen), ein Verschluss wichtiger Herzgefäße (Koronararterienembolie) und eine plötzliche Aufspaltung der Arterienwand (spontane Gefäßdissektion). Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Bewegungsmangel, Stress, familiäre Vorbelastung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Kokainkonsum.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Form des Syndroms kommen Medikamente wie Thrombozytenaggregationshemmer, Betablocker, ACE-Hemmer, Statine und Antikoagulanzien zum Einsatz. Bei ST-Hebungsinfarkt wird oft eine sofortige Katheterbehandlung durchgeführt.
Das kann man selbst tun: Risikofaktoren vermeiden, gesunde Lebensweise führen. Bei Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder anderen akuten Symptomen sofort den Notarzt rufen. Dann zählt jede Minute.
Bearbeitungsstand: 30.12.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19830460
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 56 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 90 mg
- Marke:
- TICAGRELOR
- Hersteller:
- 089PHARM GmbH
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Falls Sie nicht in der Lage sind, die Tablette als Ganzes zu schlucken, können Sie diese unmittelbar vor der Anwendung auch zerstoßen und mit einem halben Glas Wasser gemischt einnehmen. Das Glas sollte mit einem weiteren halben Glas Wasser nachgespült und der Inhalt getrunken werden.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu gastrointestinalen Blutungen und Atemnot kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Akutes Koronarsyndrom: In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Erstdosis - einmalige Gabe:
Akutes Koronarsyndrom: Folgebehandlung:
Herzinfarkt: Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Blutverdünnung (Hemmung der Thrombozytenaggregation, d.h. der Verklebung der Blutplättchen), wenn Folgendes vorliegt:
- Akutes Koronarsyndrom
- Herzinfarkt
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2 Tabletten, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff beeinflusst die Blutgerinnung. Er verhindert, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) zusammenklumpen und verbessert so die Fließfähigkeit des Blutes.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Blutungszeit (anomal)
- Blutung
- Erhöhte Neigung zu blauen Flecken
- Spontan auftretender Bluterguss
- Blutgerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsneigung (Hämorrhagische Diathese)
- Erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie)
- Anfälle von Atemnot
- Gicht durch Medikamente
- Gelenkentzündung (Arthritis) bei Gicht durch Medikamente
- Schwindel
- Kurzzeitige Bewusstlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Drehschwindel
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Blutung der Atemwege
- Nasenbluten
- Bluthusten
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Zahnfleischbluten
- Blutung aus dem Mastdarm
- Blutendes Magengeschwür
- Durchfall durch Arzneimittel
- Übelkeit
- Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Verstopfung
- Blutung in der Unterhaut (subkutane Blutung)
- Hautblutung
- Fleckenartige Hautblutung (Ekchymose)
- Punktförmige Hauteinblutung (Petechie)
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Harnwegsblutung
- Ausscheidung von Blutbestandteilen mit dem Urin
- Harnblasenentzündung mit Blut im Urin
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Blutung nach einem Eingriff
- Blutung nach Verletzung
- Prellung (Kontusion) erleichtert durch Medikamente
- Bluterguss (Hämatom) aufgrund einer Verletzung
- Tumorblutung, aufgrund von Blasenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs
- Überempfindlichkeit
- Spontan auftretende (Schleim-) Haut-Schwellung (Angioödem)
- Verwirrtheit
- Blutung im Inneren des Schädels
- Blutverlust ohne erkennbare äußerliche Ursache
- Blutung im Inneren des Schädels durch Gewalteinwirkung (intrakranielle traumatische Blutung)
- Augenblutung
- Blutung unter der Bindehaut am Auge
- Netzhautblutung
- Ohrblutung
- Blutung hinter dem Bauchfell
- Muskelblutung
- Gelenkblutung
- Bluten im Genitalbereich
- Scheidenblutung
- Blut in der Samenflüssigkeit
- Blutung nach Beendigung der Monatsblutungen in den Wechseljahren
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Aktive Blutung
- Hirnblutung in der Vorgeschichte
- Schwere Leberfunktionsstörung
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch in der Vorgeschichte
- Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie)
- Erhöhte Blutungsneigung
- Veränderungen des Blutbildes, wie z.B.:
- Thrombozytopenie (Verminderte Anzahl an Blutplättchen)
- Anämie (Blutarmut)
- Asthma bronchiale
- Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (chronische Atemwegserkrankung mit einer Verengung der Atemwege)
- Herzerkrankung, wie:
- Sinusknotensyndrom (Störung bei der Entstehung des Herzschlags im Ursprung)
- AV-Block (Störung der Erregungsleitung vom Vorhof des Herzens zur Kammer), 2. und 3. Grad
- Pulserniedrigung
- Erhöhte Harnsäurewerte
- Gicht, auch in der Vorgeschichte
- Bevorstehende Operation
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
- Mäßige Leberfunktionsstörung
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 25 × 104 × 70 mm
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Geben Sie vor einer Operation - dazu zählen auch kleinere Eingriffe wie z.B. das Ziehen eines Zahnes - die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Herzinfarkt
Was ist das? - Definition Stockt plötzlich die Blutversorgung von Teilen des Herzmuskels und hält der Zustand an, kommt es zu einem Herzinfarkt. Bei dafür typischen Symptomen muss sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, ein Herzinfarkt ist unbehandelt lebensbedrohlich.
Krankheitsbild
Ein Herzinfarkt
- medizinisch Myokardinfarkt genannt
- entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und dadurch abstirbt. Ursache ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Verschluss eines das Herz mit Blut versorgenden Herzkranzgefäßes. Besonders betroffen ist häufig die linke Herzkammer, die für die Hauptpumpleistung verantwortlich ist. Der Herzinfarkt ist ein akuter medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.
Symptome/Verlauf
Typisch sind starke Schmerzen und ein starkes Druck
- und Engegefühl im vorderen Brustbereich
- oft direkt hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den linken Oberarm, den Schulter
- und den Kieferbereich, in den Rücken oder auch in den Oberbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen halten an und hören auch in Ruhe nicht auf, anders als bei einer Angina pectoris. Häufig kommen Atemnot, Angst oder sogar Todesangst, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Schwächegefühl hinzu. Der Puls kann rasen oder ganz langsam werden, der Blutdruck steigt oder fällt. Ältere Menschen reagieren manchmal verwirrt.
Besonders tückisch: Bei manchen Menschen
- insbesondere Diabetikern
- bleibt der Infarkt nahezu unbemerkt (stummer Herzinfarkt), da die typischen Schmerzen fehlen. Bei Frauen können die Symptome etwas anders aussehen als bei Männern. Gerade bei älteren Frauen kann der Brustschmerz weniger ausgeprägt sein, im Vordergrund stehen womöglich eher das Enge
- und Druckgefühl in der Brust, die Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken oder Oberbauch. Der Deutschen Herzstiftung zufolge soll sofort Hilfe geholt werden, wenn derartige Beschwerden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auftreten.
Folgen/Komplikationen
Die gefährlichsten Komplikationen treten meist in den ersten 48 Stunden nach dem Infarkt auf:
- Kammerflimmern
- eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpt.
- Linksherzinsuffizienz
- die linke Herzkammer kann das Blut nicht mehr ausreichend weiterpumpen, was zu Lungenstauung, Lungenödem oder Schock führen kann.
- Geweberisse
- stark geschädigtes Gewebe kann reißen, etwa die Herzscheidewand oder Halterungen der Herzklappen.
Mögliche Langzeitfolgen für Infarktüberlebende können sein:
- Herzaneurysma
- Ausbeulung der Herzwand mit dem Risiko für Blutgerinnsel.
- Herzmuskelentzündungen oder Narbenbildung
- dies kann die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Dressler
- -Syndrom
- seltenes Syndrom, bei dem Wochen nach dem Infarkt eine Entzündung durch Abwehrreaktionen gegen abgestorbenes Gewebe auftritt.
Einmal überstanden bedeutet nicht geheilt. Viele Patientinnen und Patienten erleiden erneut einen Infarkt. Um hier so gut es geht vorzubeugen, müssen die Ursachen bzw. Risikofaktoren behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Fast immer liegt dem Herzinfarkt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde, bei der sich Ablagerungen in Blutgefäßen bilden. Diese engen das Gefäß ein, schädigen es von innen und können es irgendwann ganz verschließen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- höheres Lebensalter
- genetische Veranlagung
Das kann helfen
Im Akutfall sofort handeln:
Treten bei einem Menschen Symptome eines Herzinfarktes auf, muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 angerufen werden. Am besten gleich durchgeben, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und Fragen der Notrufzentrale beantworten. Bei einem Herz
- -Kreislauf
- -Stillstand (Bewusstlosigkeit, keine Atmung!) sollten Helfer nach dem Notruf sofort Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, konkret eine Herzdruckmassage. Bei mehreren Helfern: Einer setzt den Notruf ab, ein anderer startet die Wiederbelebung. Diese fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ist ein Defibrillator vor Ort, diesen nutzen
- bis er da ist, keinesfalls die Herzdruckmassage unterbrechen, das Gerät muss ein anderer Helfer holen. Den Sprachanweisungen des Gerätes folgen. Wichtig: Mit akuten Infarktsymptomen nie versuchen, selbst zur Klinik zu fahren, sondern stets den Rettungsdienst herbeirufen.
Was der Arzt macht:
Ein Notarzt wird sofort die medizinische Versorgung einleiten
- er erfasst Symptome, nimmt ein EKG auf, gibt Medikamente gegen Komplikationen und Symptome, bei Bedarf Sauerstoff und er führt ggf. eine Wiederbelebung durch. In der Klinik folgt die Bestimmung wichtiger Blutwerte und meist eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Erkennen Ärzte dabei Engstellen in Blutgefäßen des Herzens, weiten sie diese mit einem Ballonkatheter auf und setzen dabei Stents (kleine Drahtröhrchen) ein, um betroffene Blutgefäße dauerhaft offenzuhalten. Geht das alles voraussichtlich nicht innerhalb von zwei Stunden nach dem Infarkt, wird versucht, Blutgefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen und danach erfolgt eine Herzkatheter
- -Untersuchung. Wichtig ist auch die Kontrolle der Blutgerinnung mit Arzneimitteln.
Was man selbst tun kann:
Vorbeugen ist entscheidend! Das Risiko eines ersten oder wiederholten Infarktes senken Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Stressabbau. Wichtig ist außerdem das Einhalten ärztlicher Empfehlungen gegen Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sowie zur Kontrolle der Blutgerinnung.
Bearbeitungsstand: 05.08.2025
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Akutes Koronarsyndrom
Was ist das? - Definition Das akute Koronarsyndrom bezeichnet eine Gruppe von lebensbedrohlichen Herzkrankheiten, die durch eine plötzliche Durchblutungsstörung des Herzmuskels entstehen. Ursache ist meist ein Verschluss einer Koronararterie, der zu instabiler Angina pectoris oder einem Herzinfarkt führt. Die Beschwerden treten plötzlich auf und erfordern sofortige medizinische Hilfe.
Krankheitsbild
Das akute Koronarsyndrom umfasst drei Hauptformen: instabile Angina pectoris, Nicht-ST-Hebungsinfarkt und ST-Hebungsinfarkt. ST bezeichnet einen bestimmten Teil der EKG-Kurve. Allen gemeinsam ist eine verminderte oder unterbrochene Blutversorgung des Herzmuskels. Die instabile Angina pectoris zeigt sich durch neu auftretende oder sich verschlimmernde Brustschmerzen. Beim Nicht-ST-Hebungsinfarkt ist Herzgewebe geschädigt, ohne typische EKG-Veränderungen. Der ST-Hebungsinfarkt ist die schwerste Form mit vollständigem Gefäßverschluss und deutlichen EKG-Veränderungen. Ein akutes Koronarsyndrom ist immer ein medizinischer Notfall.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden treten meist plötzlich auf und können sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind:
- Starke Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, oft mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Kiefer oder Bauch
- Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angstgefühl
- Herzklopfen, Herzstolpern, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen
Besonders bei älteren Menschen, Frauen und Diabetikern können die Symptome untypisch sein oder ganz fehlen. Der Verlauf hängt von der Art des Syndroms und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Unbehandelt kann es zu schweren Schäden am Herzmuskel kommen.
Folgen/Komplikationen
Je nach Ausmaß der Durchblutungsstörung kann es zu bleibenden Schäden kommen. Mögliche Komplikationen sind Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod, Narbenbildung im Herzmuskel und verminderte Pumpleistung. Die Prognose verbessert sich deutlich durch eine frühzeitige Behandlung.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache ist eine Arteriosklerose der Koronararterien. Dabei lagern sich Fett und Cholesterin in den Gefäßwänden ab und bilden Plaques. Diese können aufreißen und ein Blutgerinnsel auslösen, das das Gefäß verschließt. Zu den weiteren möglichen Ursachen zählen sind eine plötzliche Verengung der Herzgefäße (Koronarspasmen), ein Verschluss wichtiger Herzgefäße (Koronararterienembolie) und eine plötzliche Aufspaltung der Arterienwand (spontane Gefäßdissektion). Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Bewegungsmangel, Stress, familiäre Vorbelastung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Kokainkonsum.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Je nach Form des Syndroms kommen Medikamente wie Thrombozytenaggregationshemmer, Betablocker, ACE-Hemmer, Statine und Antikoagulanzien zum Einsatz. Bei ST-Hebungsinfarkt wird oft eine sofortige Katheterbehandlung durchgeführt.
Das kann man selbst tun: Risikofaktoren vermeiden, gesunde Lebensweise führen. Bei Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder anderen akuten Symptomen sofort den Notarzt rufen. Dann zählt jede Minute.
Bearbeitungsstand: 30.12.2025
Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.