TOPIRAMAT Aurobindo 200 mg Filmtabletten
137,16 €
Sofort lieferbar
Rezeptpflichtiges Arzneimittel
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig. So funktioniert die Rezept-Einlösung:
- Bestellen Sie das Medikament ganz einfach online
- Unser Kurier holt Ihr Rezept bei der Lieferung ab
- Ihre Apotheke löst das Rezept für Sie ein
Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 09713871
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 200 mg
- Marke:
- TOPIRAMAT
- Hersteller:
- PUREN Pharma GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Krämpfen, Sprachstörungen, Verschwommensehen, Bauchschmerzen und Schwindel. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung geeignet. Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Zur Behandlung der Epilepsie - als alleinige Behandlung - sollte auf Arzneimittel mit anderer Wirkstoffstärke umgestellt werden.
Erwachsene: Zur Vorbeugung gegen einen Migräneanfall sollte auf Arzneimittel mit anderer Wirkstoffstärke umgestellt werden.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Epilepsie und Lennox-Gastaut-Syndrom - In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Folgebehandlung:
Epilepsie und Lennox-Gastaut-Syndrom - In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Für Kinder und Jugendliche von 2-18 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie (den ganzen Körper betreffende Anfälle)
- Lennox-Gastaut-Syndrom (spezielle Form der Epilepsie)
- Vorbeugung gegen einen Migräneanfall
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Außerdem greift er in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn erhöht und die Wirkung von anregendem Botenstoff abschwächt. Dadurch werden überschießende Reaktionen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen vermindert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Bauchschmerzen
- Verstopfung
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Geschmacksstörungen
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Koordinationsstörung
- Missempfindungen
- Bewegungsstörungen
- Bewegungsstarre des ganzen Körpers
- Gangunsicherheit
- Delirium (Verwirrtheit)
- Nervosität
- Unruhe
- Zittern
- Angstzustände
- Depressionen
- Psychosen
- Stimmungsschwankungen
- Selbstmordgedanken
- Persönlichkeitsveränderungen
- Teilnahmslosigkeit (Apathie)
- Gedächtnisstörungen
- Euphorie
- Halluzinationen
- Aggressives Verhalten
- Sprechstörungen
- Sehstörungen, wie:
- Augenzittern
- Doppeltsehen
- Kurzsichtigkeit
- Engwinkelglaukom
- Nasenbluten
- Allergische Reaktionen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Haarbalgentzündung
- Haarausfall
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Anfälle von Atemnot
- Blasenschwäche
- Bildung von Nierensteinen
- Leberfunktionsstörungen
- Veränderung des Blutbildes, wie:
- Anämie (Blutarmut)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Leukopenie (Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen), erste Anzeichen können Halsschmerzen oder Fieber sein: Wenden Sie sich bei Auftreten solcher Anzeichen sofort an Ihren Arzt.
- Menstruationsstörung
- Potenzschwäche
- Libidoabnahme - (Abnahme der Lust zum Geschlechtsverkehr)
- Knochenschmerzen
- Allgemeine Schwäche
- Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut zur saueren Seite (Azidose)
- Vermehrter Speichelfluss
- Kalkablagerungen in der Niere
- Ermüdung des Muskels
- Husten
- Nasen-Rachen-Entzündung
- Psychische Übererregung mit motorischer Unruhe
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzrhythmusstörung mit verlangsamter Herzfrequenz (Sinusbradykardie)
- Herzklopfen
Zusätzlich bei Kindern ab 2 Jahren:
- Übermäßige Bewegungsaktivität
- Vermehrter Speichelfluss
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Durchfälle
- Atemwegserkrankungen
- Status epilepticus
- Neigung zur Bildung von Nierensteinen
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut zur saueren Seite (Azidose)
- Engwinkelglaukom
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, es sei denn, dass die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms eingehalten werden.
Ihr Arzt wird Sie vor Beginn der Behandlung ausführlich beraten.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 60 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung
- bei Raumtemperatur
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden!
Diese Angabe gilt nur für Tabletten in der Flasche. Für Tabletten in der Durchdrückpackung gilt das aufgedruckte Verfalldatum.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Die Wirkung der Anti-Baby-Pille kann durch das Arzneimittel beeinträchtigt werden. Für die Dauer der Einnahme sollten Sie deshalb zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Als alleinige Behandlung und in Kombination mit anderen Arzneimitteln:
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Für die Behandlung eines akuten Anfalls ist dieses Arzneimittel nicht geeignet.
Epilepsie im Kindesalter
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, für die wiederholte Krampfanfälle typisch sind. Sie tritt in höherem Alter oder bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise häufiger auf als in anderen Altersgruppen. Erfahren Sie hier mehr über Epilepsie, wie sie sich bei Kindern äußern kann und was ihnen hilft.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie kommt es meist kurzzeitig zur Übererregung von Nervenzellen des Gehirns ("Gewitter im Gehirn"). Als Folge können anfallsartig Krämpfe und Muskelzuckungen, plötzliche Spannungsverluste von Muskeln, kurze geistige Abwesenheiten (Absencen), Bewegungsautomatismen, Bewusstseinseintrübungen, Bewusstlosigkeit, Wahrnehmungsstörungen und Stürze auftreten. Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen (Aura), etwa ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung.
Anfälle können von einzelnen Hirnregionen (fokaler Anfall) oder Nervenzellen im ganzen Gehirn (generalisierter Anfall) ausgehen und unterscheiden sich im Beschwerdebild. Es gibt nicht die "eine" Epilepsie. Ein Anfall dauert meist nur Sekunden oder wenige Minuten, es treten mitunter aber mehrere hintereinander auf.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Auf Epilepsie hindeutende Symptome sollten stets ärztlich abgeklärt werden. Dauert ein Anfall oder eine rasche Abfolge von Anfällen mit Bewusstseinsverlusten, Krämpfen und Muskelzuckungen am ganzen Körper (generalisiert) mehr als 5 Minuten oder einzelne Körperbereiche und -funktionen betreffend (fokal) mehr als 10 Minuten an, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe.
Epilepsie ist in vielen Fällen gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und vorhandene Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Bei Kindern tauchen spezielle Epilepsie-Syndrome bevorzugt in bestimmten Altersabschnitten auf. Einige Beispiele:
Neugeborene:
Muskelzuckungen, ungewöhnliche Augenbewegungen oder stereotype Bewegungen von Armen und Beinen sowie Atemnot, Herzrasen oder Hautverfärbungen können einige der möglichen Zeichen epileptischer Anfälle bei Neugeborenen sein. Sie kommen bei 1 bis 3 von 1.000 Lebendgeborenen vor.
Säuglinge:
Bei der seltenen, meist zwischen dem 2. und 8. Lebensmonat erstmals auftretenden BNS-Epilepsie (West-Syndrom) kommt es zu blitzartigen, heftigen Muskelzuckungen besonders der Arme und des Kopfes (Kopfnicken) und zu charakteristischen Beuge- und Streckkrämpfen. Anfälle treten oft in Serie und nach dem Aufwachen auf. Hier besonders wichtig: eine frühe Diagnose und Therapie.
Kleinkinder:
Krampfanfälle bei hohem Fieber (Fieberkrämpfe) erleiden 2 bis 5 Prozent aller Kinder. Um eine Epilepsie-Erkrankung handelt es sich hier nicht. Die Neigung zu Fieberkrämpfen verliert sich spätestens im Schulalter. Durch die Fieberkrämpfe selbst besteht keine Beeinträchtigung bei der Entwicklung des Kindes.
Viel seltener, aber schwerwiegender ist das Lennox-Gastaut-Syndrom, dass zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr erstmals auftritt. Es kommt zu unterschiedlichen Formen von Anfällen mit Absencen, Verkrampfungen besonders nachts, Muskelzuckungen und -erschlaffungen und in der Folge plötzlichen Stürzen.
Kinder im Schulalter:
Bei etwa 10 bis 17 Prozent der im Schulalter festgestellten Epilepsie-Fälle handelt es sich um Absence-Epilepsie. Bei einem Anfall wirken Kinder, als ob sie für Sekunden "weggetreten" sind, sie unterbrechen ihre Tätigkeiten. Mitunter kommt es auch zu Muskelzuckungen oder Blinzeln. Die Anfälle können sehr oft hintereinander auftreten.
Die Rolando-Epilepsie ist zwar insgesamt selten, macht aber unter kindlichen Epilepsien etwa 13 bis 23 Prozent der Fälle aus. Sie tritt zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr auf und verschwindet in der Pubertät wieder. Sie zeigt sich vor allem nachts durch Kribbeln und Krämpfe im Gesicht sowie übermäßigen Speichelfluss, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
Jugendliche:
Im jugendlichen Alter kann unter anderem die Juvenile myoklonische Epilepsie auftreten. Typisch sind plötzliche, oft morgens auftretende Muskelzuckungen des Schultergürtels und der Arme, möglich sind auch generalisierte Anfälle sowie Absencen.
Folgen/Komplikationen
Häufige und schwere Anfälle können womöglich die geistige Entwicklung verzögern und bedeuten im Lebensalltag eine Belastung für die Kinder sowie die Eltern. Auch Lern- oder Sprachstörungen sind möglich. Manche Epilepsie-Formen verschwinden spätestens nach der Pubertät wieder, andere Formen bleiben bestehen, besonders bei Schädigung des Gehirns. Mögliche Langzeitfolgen und die Therapie hängen sehr von der Form der Epilepsie-Erkrankung und ihren Ursachen ab.
Ursachen/Risikofaktoren
Das kindliche Gehirn ist noch nicht vollständig ausgereift und dadurch anfälliger für Störungen. Bei Neugeborenen oder Frühgeborenen kann schon eine geringe Belastung Anfälle auslösen. Einige mögliche Auslöser einer Epilepsie-Erkrankung:
- -angeborene Hirnschäden,
- -Infektionen des Gehirns oder der Hirnhäute,
- -Stoffwechselstörungen,
- -Herzrhythmusstörungen.
Wichtig ist, diese Ursachen ärztlich abzuklären und zu behandeln.
Das kann helfen
Was Eltern unter anderem tun können:
- -Sich vom Arzt gut über Notfallmaßnahmen informieren lassen.
- -Kind während eines Anfalls nicht festhalten und nichts in den Mund stecken.
- -Für Sicherheit sorgen, damit keine Verletzungen entstehen.
- -Sollten Anfälle länger als 5 Minuten dauern oder sich rasch wiederholen, Notfallmaßnahmen ergreifen und den Notarzt rufen.
- -Nach einem Anfall Ruhe ermöglichen und das Kind beruhigen.
- -Besonders auch nach erstmaligem Auftreten eines Anfalles umgehend ärztlichen Rat einholen.
- -Dafür sorgen, das verordnete Medikamente gemäß ärztlicher Anweisung eingenommen werden.
- -Das Umfeld des Kindes wie etwa im Kindergarten oder der Schule über die vorliegende Epilepsie-Erkrankung gut informieren.
- -Sich auch Unterstützung über Selbsthilfeangebote suchen.
Was Ärzte tun:
Bei Verdacht auf Epilepsie ist eine gute ärztliche Diagnose wichtig. Ärztinnen und Ärzte erheben dafür die Kranken-Geschichte (Anamnese), lassen sich die Symptome schildern und messen Hirnströme mittels eines EEG (Elektoencephalogramm). Dabei können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. Je nach Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen etwa des Blutes oder mittels MRT.
Ärztinnen und Ärzte setzen oft Medikamente ein, um Anfälle zu verhindern oder zu lindern. Zudem beraten sie Eltern zum Umgang mit den Symptomen und Folgen einer Epilepsieerkrankung. Eltern erhalten manchmal auch Notfallmedikamente, falls ein Anfall ungewöhnlich lange dauert.
Bearbeitungsstand: 10.10.2025
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de, www.epilepsie-vereinigung.de, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Epilepsie
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie neigt das Gehirn dazu, durch eine vorübergehende Übererregung von Nervenzellen Anfälle auszulösen. Es kommt dabei häufig zu Krämpfen und Muskelzuckungen. Anfälle können sich verschieden äußern und dauern meist nur Sekunden oder wenige Minuten. Sind es mehr als 5 Minuten mit Bewusstseinsverlust, Krämpfen und Muskelzuckungen, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe! Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen, man spricht von einer Aura. Es kann sich etwa um ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung handeln.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition dafür vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Epilepsie ist meist gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Für Epilepsie typische Anfälle zeigen sich von unauffälligen "Abwesenheiten" - Absencen -, bis hin zu auffälligen Muskelkrämpfen oder Bewusstlosigkeit.
Grundsätzlich gibt es
- generalisierte Anfälle, bei denen Nervenzellen im ganzen Gehirn beteiligt sind. Es kommt im mildesten Fall zu Absencen, in schwereren Fällen zu Bewusstseinsverlust, Muskelversteifung, Stürzen und Muskelzuckungen.
- -fokale Anfälle gehen von einem begrenzten Hirnbereich aus. Die Symptome hängen vom betroffenen Hirnareal ab. Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Kribbeln, plötzliche Angst, ungewöhnliche Sinneseindrücke und Bewusstseinseintrübungen kommen vor.
Beispiele für die unterschiedlichen Epilepsie-Syndrome:
- -Absence-Epilepsie, bei der generalisierte Anfälle in kurzen Abwesenheiten ("Starren") bestehen, die oft übersehen oder mit Unaufmerksamkeit verwechselt werden. Mitunter kommt es zu Muskelzuckungen. Meist betrifft die Absence-Epilepsie Kinder.
- Rolando-Epilepsie, die zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auftritt und in der Pubertät wieder verschwindet. Die fokalen Anfälle zeigen sich meist nachts, mit Zuckungen oder Missempfindungen im Gesicht, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
- Juvenile myoklonische Epilepsie, bei der es sich um eine häufige Form der Epilepsie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen handelt. Typisch sind plötzliche, oft am Morgen auftretende Muskelzuckungen, generalisierte Anfälle und Absencen.
- Strukturelle Epilepsien, die durch Narben, Verletzungen oder Tumoren im Gehirn entstehen. Diese Form ist oft fokal.
- Reflektorische Epilepsie, bei der bestimmte Reize Anfälle auslösen, so etwa Lichtreize oder Geräusche. Diese Epilepsieform ist selten.
Treten in höherem Alter Epilepsien auf, dann oft fokal infolge anderer Erkrankungen wie einem Schlaganfall. Meist sind sie gut behandelbar, müssen dazu aber erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Ob Langzeitfolgen auftreten und welche es sind, hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von der Schwere und Häufigkeit der Epilepsie-Symptome und den vielfältigen Ursachen. Epilepsie kann im Alltag einschränkend sein und mitunter psychische Folgen haben, Angsterkrankungen und Depressionen zum Beispiel.
Ursachen/Auslöser
Die vorübergehende Übererregung von Nervenzellen im Gehirn kann spontan oder wegen einer zugrundeliegenden Ursache auftreten - etwa einer genetischen Veranlagung, Verletzungen und Fehlbildungen des Gehirns, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen. Oft lässt sich keine klare Ursache feststellen (idiopathische Epilepsie). Es gibt zudem akute Auslöser - Trigger -, die Epilepsie-Anfälle hervorrufen können. Dazu gehören:
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
- Flackerlicht oder visuelle Reize
- Stress, Angst oder Überforderung
- Alkoholkonsum oder Drogen
- Bestimmte Medikamente oder plötzlicher Medikamentenentzug
Spielen solche Auslöser eine Rolle, lernen Betroffene, sie zu erkennen und zu vermeiden - das ist wichtig für die Anfallskontrolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Um Epilepsie-Attacken vorzubeugen oder darauf richtig zu reagieren, helfen bestimmte Maßnahmen, so zum Beispiel:
- regelmäßiger Schlaf, Stressvermeidung, geregelte Tagesabläufe
- Information des Umfelds (Schule, Arbeit, Familie) für mehr Sicherheit im Notfall
- Notfalltraining für Angehörige, damit sie sich bei einem Anfall richtig verhalten
Wichtig ist, vom Arzt verschriebene Arzneimittel gegen Epilepsie regelmäßig einzunehmen. Sind spezielle Auslöser bekannt, sollte man sie vermeiden.
Was der Arzt macht:
Menschen mit Epilepsie oder Verdacht darauf benötigen fachärztliche Betreuung durch Neurologinnen und Neurologen. Deuten Symptome auf Epilepsie hin, basiert die Diagnose auf der Kranken-Vorgeschichte (Anamnese), der Beobachtung typischer Symptome und auf neurologischen Untersuchungen vor allem mittels EEG (Elektroenzephalogramm) zur Messung der Hirnströme. Im EEG können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. MRT- oder CT-Untersuchungen helfen, strukturelle Ursachen wie Narben oder Tumore im Gehirn zu erkennen. Blutuntersuchungen weisen auf Ursachen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Entzündungen hin. Hilfreich ist auch ein Anfallstagebuch zu Häufigkeit, Zeitpunkt, Auslösern und Symptomen. Die genaue Diagnose der Epilepsieform und das Erkennen möglicher Ursachen sind wichtig für die Therapie.
Ärztlich empfohlene Therapien sollen Anfälle verhindern oder verringern sowie den Alltag für Betroffene sicher gestalten. Meist lässt sich Epilepsie gut behandeln. Wichtig sind oft spezielle verschreibungspflichtige Medikamente - Antiepileptika. Diese unterdrücken eine übermäßige Erregbarkeit von Nervenzellen. Weitere ärztlicherseits möglicherweise empfohlene Behandlungen: eventuell ein Implantat (Vagusnerv-Stimulation) oder sogar ein operativer Eingriff, falls andere Therapien nicht ausreichend helfen.
Bearbeitungsstand: 09.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, 2024 - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Migräne
Was ist das? - Definition Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in wiederkehrenden Attacken mit starken, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen auftritt. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen hinzu.
Krankheitsbild
Typisch für Migräne sind starke, meist einseitige, pulsierende Schmerzen, die Betroffene regelrecht lahmlegen. Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: In Deutschland sind rund 8 Millionen Menschen betroffen
- Frauen fast dreimal häufiger als Männer. Am häufigsten treten die Anfälle zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf, aber auch Kinder und Jugendliche können Migräne entwickeln. Migräneattacken dauern mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen. Zwischen den Anfällen sind die meisten beschwerdefrei.
Symptome/Verlauf
Ein Migräneanfall zeigt sich durch pulsierende oder pochende Schmerzen, die meist auf einer Kopfseite auftreten, und eine mittlere bis starke Schmerzintensität, die sich bei Bewegung noch verstärkt. Häufig kommen Übelkeit, manchmal sogar Erbrechen, hinzu. Typisch ist auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Viele Betroffene leiden außerdem unter Konzentrationsproblemen, Müdigkeit oder Erschöpfung. Zum Teil treten zusätzlich Sehstörungen in Form einer Aura, Kribbelgefühle oder Sprachprobleme auf.
Der Verlauf gliedert sich oft in typische Phasen:
- Vorbotenphase: Stunden bis Tage vor dem Anfall können Müdigkeit, Reizbarkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen auftreten.
- Aura: Bei etwa jedem vierten Betroffenen kommt es zu vorübergehenden Sehstörungen (z. B. Flimmern, Lichtblitze), Kribbeln oder Sprachstörungen.
- Kopfschmerzphase: Heftige, meist einseitige Schmerzen, verstärkt durch Bewegung, oft begleitet von Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Dauer: 4 bis 72 Stunden.
- Erholungsphase: Nach Abklingen der Schmerzen fühlen sich viele noch eine Weile erschöpft. Mit zunehmendem Alter nehmen Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle oft ab.
Folgen/Komplikationen
Migräne kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Die Teilnahme an Beruf, Schule und sozialem Leben kann stark beeinträchtigt sein. Viele Betroffene leiden unter dem Druck, den nächsten Anfall zu erwarten.
Wichtig: Plötzlich auftretende, ungewohnt starke Kopfschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie können auch andere Ursachen haben und beispielsweise auf eine ernste Erkrankung wie eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung hinweisen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig verstanden. Experten gehen von einer Fehlregulation bestimmter Nervenbotenstoffe wie Serotonin aus. Sicher ist, dass verschiedene Faktoren, sogenannte Trigger, Anfälle auslösen oder verstärken können:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt oft familiär gehäuft auf.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen spielen Menstruation, Schwangerschaft oder hormonelle Verhütung eine Rolle.
- Stress und emotionale Belastung: Psychischer Druck ist ein häufiger Auslöser.
- Lebensmittel und Alkohol: Rotwein, Schokolade, reifer Käse oder Glutamat können Trigger sein.
- Schlafprobleme: Zu wenig, zu viel oder unregelmäßiger Schlaf begünstigt Anfälle.
- Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, grelles Licht, Lärm oder starke Gerüche wirken belastend.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Migräne können durch einige Maßnahmen versuchen die Häufigkeit und Stärke der Anfälle zu verringern und die Lebensqualität wieder zu verbessern:
- ein regelmäßiger Schlaf
- -Wach
- -Rhythmus
- Stressabbau durch Entspannungstechniken
- Regelmäßiger Ausdauersport
- ein Migränetagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Meiden individueller Trigger
- Während des Anfalls: Rückzug in einen dunklen, ruhigen Raum
Was der Arzt tun kann:
Ein Arzt kann helfen, Migräne klar von anderen Kopfschmerzarten abzugrenzen und eine passende Behandlung einzuleiten. Zur Akuttherapie kommen Medikamente wie Triptane oder Schmerzmittel infrage, bei Übelkeit zusätzlich Mittel gegen Erbrechen. Bei häufigen oder besonders starken Anfällen kann eine vorbeugende Therapie mit speziellen Medikamenten sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 09713871
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 100 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 200 mg
- Marke:
- TOPIRAMAT
- Hersteller:
- PUREN Pharma GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Krämpfen, Sprachstörungen, Verschwommensehen, Bauchschmerzen und Schwindel. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung geeignet. Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
Zur Behandlung der Epilepsie - als alleinige Behandlung - sollte auf Arzneimittel mit anderer Wirkstoffstärke umgestellt werden.
Erwachsene: Zur Vorbeugung gegen einen Migräneanfall sollte auf Arzneimittel mit anderer Wirkstoffstärke umgestellt werden.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Epilepsie und Lennox-Gastaut-Syndrom - In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Folgebehandlung:
Epilepsie und Lennox-Gastaut-Syndrom - In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Für Kinder und Jugendliche von 2-18 Jahren wird das Arzneimittel entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie (den ganzen Körper betreffende Anfälle)
- Lennox-Gastaut-Syndrom (spezielle Form der Epilepsie)
- Vorbeugung gegen einen Migräneanfall
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Außerdem greift er in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn erhöht und die Wirkung von anregendem Botenstoff abschwächt. Dadurch werden überschießende Reaktionen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen vermindert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfälle
- Bauchschmerzen
- Verstopfung
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Geschmacksstörungen
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Schlafstörungen, wie:
- Schlaflosigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Koordinationsstörung
- Missempfindungen
- Bewegungsstörungen
- Bewegungsstarre des ganzen Körpers
- Gangunsicherheit
- Delirium (Verwirrtheit)
- Nervosität
- Unruhe
- Zittern
- Angstzustände
- Depressionen
- Psychosen
- Stimmungsschwankungen
- Selbstmordgedanken
- Persönlichkeitsveränderungen
- Teilnahmslosigkeit (Apathie)
- Gedächtnisstörungen
- Euphorie
- Halluzinationen
- Aggressives Verhalten
- Sprechstörungen
- Sehstörungen, wie:
- Augenzittern
- Doppeltsehen
- Kurzsichtigkeit
- Engwinkelglaukom
- Nasenbluten
- Allergische Reaktionen
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Haarbalgentzündung
- Haarausfall
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Anfälle von Atemnot
- Blasenschwäche
- Bildung von Nierensteinen
- Leberfunktionsstörungen
- Veränderung des Blutbildes, wie:
- Anämie (Blutarmut)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Leukopenie (Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen), erste Anzeichen können Halsschmerzen oder Fieber sein: Wenden Sie sich bei Auftreten solcher Anzeichen sofort an Ihren Arzt.
- Menstruationsstörung
- Potenzschwäche
- Libidoabnahme - (Abnahme der Lust zum Geschlechtsverkehr)
- Knochenschmerzen
- Allgemeine Schwäche
- Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut zur saueren Seite (Azidose)
- Vermehrter Speichelfluss
- Kalkablagerungen in der Niere
- Ermüdung des Muskels
- Husten
- Nasen-Rachen-Entzündung
- Psychische Übererregung mit motorischer Unruhe
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzrhythmusstörung mit verlangsamter Herzfrequenz (Sinusbradykardie)
- Herzklopfen
Zusätzlich bei Kindern ab 2 Jahren:
- Übermäßige Bewegungsaktivität
- Vermehrter Speichelfluss
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Durchfälle
- Atemwegserkrankungen
- Status epilepticus
- Neigung zur Bildung von Nierensteinen
- Erhöhte Kalziumausscheidung im Urin
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut zur saueren Seite (Azidose)
- Engwinkelglaukom
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, es sei denn, dass die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms eingehalten werden.
Ihr Arzt wird Sie vor Beginn der Behandlung ausführlich beraten.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- vor Hitze geschützt
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 60 Tage verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung
- bei Raumtemperatur
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden!
Diese Angabe gilt nur für Tabletten in der Flasche. Für Tabletten in der Durchdrückpackung gilt das aufgedruckte Verfalldatum.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Die Wirkung der Anti-Baby-Pille kann durch das Arzneimittel beeinträchtigt werden. Für die Dauer der Einnahme sollten Sie deshalb zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Als alleinige Behandlung und in Kombination mit anderen Arzneimitteln:
In Kombination mit anderen Arzneimitteln:
Für die Behandlung eines akuten Anfalls ist dieses Arzneimittel nicht geeignet.
Epilepsie im Kindesalter
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, für die wiederholte Krampfanfälle typisch sind. Sie tritt in höherem Alter oder bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise häufiger auf als in anderen Altersgruppen. Erfahren Sie hier mehr über Epilepsie, wie sie sich bei Kindern äußern kann und was ihnen hilft.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie kommt es meist kurzzeitig zur Übererregung von Nervenzellen des Gehirns ("Gewitter im Gehirn"). Als Folge können anfallsartig Krämpfe und Muskelzuckungen, plötzliche Spannungsverluste von Muskeln, kurze geistige Abwesenheiten (Absencen), Bewegungsautomatismen, Bewusstseinseintrübungen, Bewusstlosigkeit, Wahrnehmungsstörungen und Stürze auftreten. Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen (Aura), etwa ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung.
Anfälle können von einzelnen Hirnregionen (fokaler Anfall) oder Nervenzellen im ganzen Gehirn (generalisierter Anfall) ausgehen und unterscheiden sich im Beschwerdebild. Es gibt nicht die "eine" Epilepsie. Ein Anfall dauert meist nur Sekunden oder wenige Minuten, es treten mitunter aber mehrere hintereinander auf.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Auf Epilepsie hindeutende Symptome sollten stets ärztlich abgeklärt werden. Dauert ein Anfall oder eine rasche Abfolge von Anfällen mit Bewusstseinsverlusten, Krämpfen und Muskelzuckungen am ganzen Körper (generalisiert) mehr als 5 Minuten oder einzelne Körperbereiche und -funktionen betreffend (fokal) mehr als 10 Minuten an, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe.
Epilepsie ist in vielen Fällen gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und vorhandene Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Bei Kindern tauchen spezielle Epilepsie-Syndrome bevorzugt in bestimmten Altersabschnitten auf. Einige Beispiele:
Neugeborene:
Muskelzuckungen, ungewöhnliche Augenbewegungen oder stereotype Bewegungen von Armen und Beinen sowie Atemnot, Herzrasen oder Hautverfärbungen können einige der möglichen Zeichen epileptischer Anfälle bei Neugeborenen sein. Sie kommen bei 1 bis 3 von 1.000 Lebendgeborenen vor.
Säuglinge:
Bei der seltenen, meist zwischen dem 2. und 8. Lebensmonat erstmals auftretenden BNS-Epilepsie (West-Syndrom) kommt es zu blitzartigen, heftigen Muskelzuckungen besonders der Arme und des Kopfes (Kopfnicken) und zu charakteristischen Beuge- und Streckkrämpfen. Anfälle treten oft in Serie und nach dem Aufwachen auf. Hier besonders wichtig: eine frühe Diagnose und Therapie.
Kleinkinder:
Krampfanfälle bei hohem Fieber (Fieberkrämpfe) erleiden 2 bis 5 Prozent aller Kinder. Um eine Epilepsie-Erkrankung handelt es sich hier nicht. Die Neigung zu Fieberkrämpfen verliert sich spätestens im Schulalter. Durch die Fieberkrämpfe selbst besteht keine Beeinträchtigung bei der Entwicklung des Kindes.
Viel seltener, aber schwerwiegender ist das Lennox-Gastaut-Syndrom, dass zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr erstmals auftritt. Es kommt zu unterschiedlichen Formen von Anfällen mit Absencen, Verkrampfungen besonders nachts, Muskelzuckungen und -erschlaffungen und in der Folge plötzlichen Stürzen.
Kinder im Schulalter:
Bei etwa 10 bis 17 Prozent der im Schulalter festgestellten Epilepsie-Fälle handelt es sich um Absence-Epilepsie. Bei einem Anfall wirken Kinder, als ob sie für Sekunden "weggetreten" sind, sie unterbrechen ihre Tätigkeiten. Mitunter kommt es auch zu Muskelzuckungen oder Blinzeln. Die Anfälle können sehr oft hintereinander auftreten.
Die Rolando-Epilepsie ist zwar insgesamt selten, macht aber unter kindlichen Epilepsien etwa 13 bis 23 Prozent der Fälle aus. Sie tritt zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr auf und verschwindet in der Pubertät wieder. Sie zeigt sich vor allem nachts durch Kribbeln und Krämpfe im Gesicht sowie übermäßigen Speichelfluss, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
Jugendliche:
Im jugendlichen Alter kann unter anderem die Juvenile myoklonische Epilepsie auftreten. Typisch sind plötzliche, oft morgens auftretende Muskelzuckungen des Schultergürtels und der Arme, möglich sind auch generalisierte Anfälle sowie Absencen.
Folgen/Komplikationen
Häufige und schwere Anfälle können womöglich die geistige Entwicklung verzögern und bedeuten im Lebensalltag eine Belastung für die Kinder sowie die Eltern. Auch Lern- oder Sprachstörungen sind möglich. Manche Epilepsie-Formen verschwinden spätestens nach der Pubertät wieder, andere Formen bleiben bestehen, besonders bei Schädigung des Gehirns. Mögliche Langzeitfolgen und die Therapie hängen sehr von der Form der Epilepsie-Erkrankung und ihren Ursachen ab.
Ursachen/Risikofaktoren
Das kindliche Gehirn ist noch nicht vollständig ausgereift und dadurch anfälliger für Störungen. Bei Neugeborenen oder Frühgeborenen kann schon eine geringe Belastung Anfälle auslösen. Einige mögliche Auslöser einer Epilepsie-Erkrankung:
- -angeborene Hirnschäden,
- -Infektionen des Gehirns oder der Hirnhäute,
- -Stoffwechselstörungen,
- -Herzrhythmusstörungen.
Wichtig ist, diese Ursachen ärztlich abzuklären und zu behandeln.
Das kann helfen
Was Eltern unter anderem tun können:
- -Sich vom Arzt gut über Notfallmaßnahmen informieren lassen.
- -Kind während eines Anfalls nicht festhalten und nichts in den Mund stecken.
- -Für Sicherheit sorgen, damit keine Verletzungen entstehen.
- -Sollten Anfälle länger als 5 Minuten dauern oder sich rasch wiederholen, Notfallmaßnahmen ergreifen und den Notarzt rufen.
- -Nach einem Anfall Ruhe ermöglichen und das Kind beruhigen.
- -Besonders auch nach erstmaligem Auftreten eines Anfalles umgehend ärztlichen Rat einholen.
- -Dafür sorgen, das verordnete Medikamente gemäß ärztlicher Anweisung eingenommen werden.
- -Das Umfeld des Kindes wie etwa im Kindergarten oder der Schule über die vorliegende Epilepsie-Erkrankung gut informieren.
- -Sich auch Unterstützung über Selbsthilfeangebote suchen.
Was Ärzte tun:
Bei Verdacht auf Epilepsie ist eine gute ärztliche Diagnose wichtig. Ärztinnen und Ärzte erheben dafür die Kranken-Geschichte (Anamnese), lassen sich die Symptome schildern und messen Hirnströme mittels eines EEG (Elektoencephalogramm). Dabei können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. Je nach Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen etwa des Blutes oder mittels MRT.
Ärztinnen und Ärzte setzen oft Medikamente ein, um Anfälle zu verhindern oder zu lindern. Zudem beraten sie Eltern zum Umgang mit den Symptomen und Folgen einer Epilepsieerkrankung. Eltern erhalten manchmal auch Notfallmedikamente, falls ein Anfall ungewöhnlich lange dauert.
Bearbeitungsstand: 10.10.2025
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de, www.epilepsie-vereinigung.de, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Epilepsie
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie neigt das Gehirn dazu, durch eine vorübergehende Übererregung von Nervenzellen Anfälle auszulösen. Es kommt dabei häufig zu Krämpfen und Muskelzuckungen. Anfälle können sich verschieden äußern und dauern meist nur Sekunden oder wenige Minuten. Sind es mehr als 5 Minuten mit Bewusstseinsverlust, Krämpfen und Muskelzuckungen, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe! Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen, man spricht von einer Aura. Es kann sich etwa um ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung handeln.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition dafür vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Epilepsie ist meist gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Für Epilepsie typische Anfälle zeigen sich von unauffälligen "Abwesenheiten" - Absencen -, bis hin zu auffälligen Muskelkrämpfen oder Bewusstlosigkeit.
Grundsätzlich gibt es
- generalisierte Anfälle, bei denen Nervenzellen im ganzen Gehirn beteiligt sind. Es kommt im mildesten Fall zu Absencen, in schwereren Fällen zu Bewusstseinsverlust, Muskelversteifung, Stürzen und Muskelzuckungen.
- -fokale Anfälle gehen von einem begrenzten Hirnbereich aus. Die Symptome hängen vom betroffenen Hirnareal ab. Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Kribbeln, plötzliche Angst, ungewöhnliche Sinneseindrücke und Bewusstseinseintrübungen kommen vor.
Beispiele für die unterschiedlichen Epilepsie-Syndrome:
- -Absence-Epilepsie, bei der generalisierte Anfälle in kurzen Abwesenheiten ("Starren") bestehen, die oft übersehen oder mit Unaufmerksamkeit verwechselt werden. Mitunter kommt es zu Muskelzuckungen. Meist betrifft die Absence-Epilepsie Kinder.
- Rolando-Epilepsie, die zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auftritt und in der Pubertät wieder verschwindet. Die fokalen Anfälle zeigen sich meist nachts, mit Zuckungen oder Missempfindungen im Gesicht, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
- Juvenile myoklonische Epilepsie, bei der es sich um eine häufige Form der Epilepsie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen handelt. Typisch sind plötzliche, oft am Morgen auftretende Muskelzuckungen, generalisierte Anfälle und Absencen.
- Strukturelle Epilepsien, die durch Narben, Verletzungen oder Tumoren im Gehirn entstehen. Diese Form ist oft fokal.
- Reflektorische Epilepsie, bei der bestimmte Reize Anfälle auslösen, so etwa Lichtreize oder Geräusche. Diese Epilepsieform ist selten.
Treten in höherem Alter Epilepsien auf, dann oft fokal infolge anderer Erkrankungen wie einem Schlaganfall. Meist sind sie gut behandelbar, müssen dazu aber erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Ob Langzeitfolgen auftreten und welche es sind, hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von der Schwere und Häufigkeit der Epilepsie-Symptome und den vielfältigen Ursachen. Epilepsie kann im Alltag einschränkend sein und mitunter psychische Folgen haben, Angsterkrankungen und Depressionen zum Beispiel.
Ursachen/Auslöser
Die vorübergehende Übererregung von Nervenzellen im Gehirn kann spontan oder wegen einer zugrundeliegenden Ursache auftreten - etwa einer genetischen Veranlagung, Verletzungen und Fehlbildungen des Gehirns, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen. Oft lässt sich keine klare Ursache feststellen (idiopathische Epilepsie). Es gibt zudem akute Auslöser - Trigger -, die Epilepsie-Anfälle hervorrufen können. Dazu gehören:
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
- Flackerlicht oder visuelle Reize
- Stress, Angst oder Überforderung
- Alkoholkonsum oder Drogen
- Bestimmte Medikamente oder plötzlicher Medikamentenentzug
Spielen solche Auslöser eine Rolle, lernen Betroffene, sie zu erkennen und zu vermeiden - das ist wichtig für die Anfallskontrolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Um Epilepsie-Attacken vorzubeugen oder darauf richtig zu reagieren, helfen bestimmte Maßnahmen, so zum Beispiel:
- regelmäßiger Schlaf, Stressvermeidung, geregelte Tagesabläufe
- Information des Umfelds (Schule, Arbeit, Familie) für mehr Sicherheit im Notfall
- Notfalltraining für Angehörige, damit sie sich bei einem Anfall richtig verhalten
Wichtig ist, vom Arzt verschriebene Arzneimittel gegen Epilepsie regelmäßig einzunehmen. Sind spezielle Auslöser bekannt, sollte man sie vermeiden.
Was der Arzt macht:
Menschen mit Epilepsie oder Verdacht darauf benötigen fachärztliche Betreuung durch Neurologinnen und Neurologen. Deuten Symptome auf Epilepsie hin, basiert die Diagnose auf der Kranken-Vorgeschichte (Anamnese), der Beobachtung typischer Symptome und auf neurologischen Untersuchungen vor allem mittels EEG (Elektroenzephalogramm) zur Messung der Hirnströme. Im EEG können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. MRT- oder CT-Untersuchungen helfen, strukturelle Ursachen wie Narben oder Tumore im Gehirn zu erkennen. Blutuntersuchungen weisen auf Ursachen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Entzündungen hin. Hilfreich ist auch ein Anfallstagebuch zu Häufigkeit, Zeitpunkt, Auslösern und Symptomen. Die genaue Diagnose der Epilepsieform und das Erkennen möglicher Ursachen sind wichtig für die Therapie.
Ärztlich empfohlene Therapien sollen Anfälle verhindern oder verringern sowie den Alltag für Betroffene sicher gestalten. Meist lässt sich Epilepsie gut behandeln. Wichtig sind oft spezielle verschreibungspflichtige Medikamente - Antiepileptika. Diese unterdrücken eine übermäßige Erregbarkeit von Nervenzellen. Weitere ärztlicherseits möglicherweise empfohlene Behandlungen: eventuell ein Implantat (Vagusnerv-Stimulation) oder sogar ein operativer Eingriff, falls andere Therapien nicht ausreichend helfen.
Bearbeitungsstand: 09.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, 2024 - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Migräne
Was ist das? - Definition Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in wiederkehrenden Attacken mit starken, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen auftritt. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen hinzu.
Krankheitsbild
Typisch für Migräne sind starke, meist einseitige, pulsierende Schmerzen, die Betroffene regelrecht lahmlegen. Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: In Deutschland sind rund 8 Millionen Menschen betroffen
- Frauen fast dreimal häufiger als Männer. Am häufigsten treten die Anfälle zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf, aber auch Kinder und Jugendliche können Migräne entwickeln. Migräneattacken dauern mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen. Zwischen den Anfällen sind die meisten beschwerdefrei.
Symptome/Verlauf
Ein Migräneanfall zeigt sich durch pulsierende oder pochende Schmerzen, die meist auf einer Kopfseite auftreten, und eine mittlere bis starke Schmerzintensität, die sich bei Bewegung noch verstärkt. Häufig kommen Übelkeit, manchmal sogar Erbrechen, hinzu. Typisch ist auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Viele Betroffene leiden außerdem unter Konzentrationsproblemen, Müdigkeit oder Erschöpfung. Zum Teil treten zusätzlich Sehstörungen in Form einer Aura, Kribbelgefühle oder Sprachprobleme auf.
Der Verlauf gliedert sich oft in typische Phasen:
- Vorbotenphase: Stunden bis Tage vor dem Anfall können Müdigkeit, Reizbarkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen auftreten.
- Aura: Bei etwa jedem vierten Betroffenen kommt es zu vorübergehenden Sehstörungen (z. B. Flimmern, Lichtblitze), Kribbeln oder Sprachstörungen.
- Kopfschmerzphase: Heftige, meist einseitige Schmerzen, verstärkt durch Bewegung, oft begleitet von Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Dauer: 4 bis 72 Stunden.
- Erholungsphase: Nach Abklingen der Schmerzen fühlen sich viele noch eine Weile erschöpft. Mit zunehmendem Alter nehmen Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle oft ab.
Folgen/Komplikationen
Migräne kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Die Teilnahme an Beruf, Schule und sozialem Leben kann stark beeinträchtigt sein. Viele Betroffene leiden unter dem Druck, den nächsten Anfall zu erwarten.
Wichtig: Plötzlich auftretende, ungewohnt starke Kopfschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Sie können auch andere Ursachen haben und beispielsweise auf eine ernste Erkrankung wie eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung hinweisen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig verstanden. Experten gehen von einer Fehlregulation bestimmter Nervenbotenstoffe wie Serotonin aus. Sicher ist, dass verschiedene Faktoren, sogenannte Trigger, Anfälle auslösen oder verstärken können:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt oft familiär gehäuft auf.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen spielen Menstruation, Schwangerschaft oder hormonelle Verhütung eine Rolle.
- Stress und emotionale Belastung: Psychischer Druck ist ein häufiger Auslöser.
- Lebensmittel und Alkohol: Rotwein, Schokolade, reifer Käse oder Glutamat können Trigger sein.
- Schlafprobleme: Zu wenig, zu viel oder unregelmäßiger Schlaf begünstigt Anfälle.
- Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, grelles Licht, Lärm oder starke Gerüche wirken belastend.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Menschen mit Migräne können durch einige Maßnahmen versuchen die Häufigkeit und Stärke der Anfälle zu verringern und die Lebensqualität wieder zu verbessern:
- ein regelmäßiger Schlaf
- -Wach
- -Rhythmus
- Stressabbau durch Entspannungstechniken
- Regelmäßiger Ausdauersport
- ein Migränetagebuch, um Auslöser zu erkennen
- Meiden individueller Trigger
- Während des Anfalls: Rückzug in einen dunklen, ruhigen Raum
Was der Arzt tun kann:
Ein Arzt kann helfen, Migräne klar von anderen Kopfschmerzarten abzugrenzen und eine passende Behandlung einzuleiten. Zur Akuttherapie kommen Medikamente wie Triptane oder Schmerzmittel infrage, bei Übelkeit zusätzlich Mittel gegen Erbrechen. Bei häufigen oder besonders starken Anfällen kann eine vorbeugende Therapie mit speziellen Medikamenten sinnvoll sein.
Bearbeitungsstand: 13.10.2025
Quellenangaben:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.