VAXCHORA Brauseplv.u.Pulver z.Herst.e.Susp.z.Einn.
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Pharmazeutische Informationen
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18304249
- Darreichungsform:
- Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen)
- Packungsgröße:
- 1 Stück
- Marke:
- VAXCHORA
- Hersteller:
- BAVARIAN NORDIC A/S
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Bereiten Sie das Arzneimittel zu und nehmen Sie es ein. Hierfür wird der Inhalt des Puffer-Beutels 1 (4,5 g Pulver) mit 100 ml Wasser gemischt. Nur für die Zubereitung bei Kindern von 2 bis unter 6 Jahren soll die Hälfte der so hergestellten Puffer-Lösung (50 ml) entsorgt werden. Danach wird der Inhalt des Wirkstoff-Beutels 2 (2 g Pulver) zugefügt und die Mischung mindestens 30 Sekunden lang gerüht. Das Arzneimittel sollte innerhalb von 15 Minuten nach der Zubereitung eingenommen werden. Stellen Sie sicher, dass die gesamte Menge des Arzneimittels eingenommen wird. Sie sollten 60 Minuten vor bis 60 Minuten nach der Einnahme des Arzneimittels auf den Verzehr von Nahrungsmitteln und Getränken verzichten.
Dauer der Anwendung?
Die Grundimmunisierung soll 10 Tage vor Reisebeginn gegeben werden.
Auffrischimpfung: Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung wird von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Grundimmunisierung:
Auffrischungsimpfung:
Anwendungsgebiete
- Cholera, zur Vorbeugung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 2 bis unter 6 Jahren, Einzeldosis: 1 Dosis (50 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (50 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Dosis (100 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (100 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder von 2 bis unter 6 Jahren, Einzeldosis: 1 Dosis (50 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (50 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Dosis (100 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (100 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Das Arzneimittel ist ein Impfstoff und wird zur Vorbeugung gegen Erkrankungen gegeben, die von Cholera-Bakterien ausgelöst werden. Er enthält abgetötete Cholera-Bakterien und einen Teil des Giftes, welches die für die Cholera typischen Durchfälle auslöst. Diese Inhaltsstoffe haben keine krankmachenden Eigenschaften mehr. Nach Einnahme des Impfstoffes bildet der Körper körpereigene Schutzstoffe (sog. Antikörper) gegen lebende Cholera-Bakterien und des von ihnen produzierten Giftstoffes aus. Nach einigen Jahren geht dieser Schutz wieder verloren und die Impfung muss aufgefrischt werden.
Nebenwirkungen
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Müdigkeit
- Durchfälle
- Schwindelgefühl
- Blähungen
- Verstopfung
- Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Stuhlveränderung
- Mundtrockenheit
- Aufstoßen
- Medikamentenausschlag auf der Haut (Arzneimittelexanthem)
- Gelenkschmerzen
- Fieber
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Angeborene Immunschwäche
- Patienten, die Arzeimittel zur Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsuppressiva) einnehmen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 15 Minuten verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Kuhmilch bzw. Rindereiweiß!
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Saccharose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel ersetzt nicht die hygienischen Schutzmaßnahmen vor einer Infektion. Auftretende Durchfälle müssen behandelt werden, lassen Sie sich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Es gibt verschiedene Erreger der Cholera. In welcher Region der Impfstoff einen Schutz bietet, kann sich laufend ändern. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.
Durchfall
Was ist das? - Definition Durchfall bezeichnet häufige, dünnflüssige Stuhlentleerungen, meist mehr als dreimal täglich. Er kann akut auftreten oder chronisch verlaufen. Oft ist er Begleiterscheinung einer Infektion, kann aber auch andere Ursachen haben.
Krankheitsbild
Durchfall ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Er tritt auf, wenn der Darm Wasser und Elektrolyte nicht ausreichend aufnehmen kann oder zu viel davon abgibt. Die Folge ist ein wässriger Stuhl. Man unterscheidet zwischen akutem Durchfall, der meist plötzlich beginnt und nur wenige Tage anhält, und chronischem Durchfall, der über Wochen oder Monate besteht.
Akuter Durchfall ist häufig infektiös bedingt und tritt oft in Zusammenhang mit verdorbenen Lebensmitteln auf. Chronischer Durchfall kann auf eine Grunderkrankung wie Reizdarm oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hinweisen.
Symptome/Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen:
- mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag
- wässriger oder breiiger Stuhl
- Bauchkrämpfe oder Blähungen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Fieber bei infektiösem Verlauf
Der Verlauf hängt von der Ursache ab. Akuter Durchfall klingt meist nach wenigen Tagen ab. Chronischer Durchfall kann schubweise oder dauerhaft auftreten. Bei starkem Flüssigkeitsverlust droht Austrocknung, besonders bei Kindern und älteren Menschen.
Folgen/Komplikationen
Die größte Gefahr bei Durchfall ist der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten. Das kann zu Kreislaufproblemen, Schwäche und im Extremfall zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.
Zu den weiteren Komplikationen zählen Störungen Nährstoffmangel bei längerem Verlauf, Reizung der Darmschleimhaut und eine Verstärkung bestehender Grunderkrankung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind vielfältig. Häufige Auslöser sind Virusinfektionen wie Norovirus oder Rotavirus, bakterielle Infektionen durch Salmonellen oder Campylobacter und Parasiten bei Reisen in vor allem tropische Regionen. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, Medikamente wie Antibiotika oder Abführmittel, chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können zu Durchfall führen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen mangelnde Hygiene, unreines Trinkwasser, Stress, bestimmte Ernährungsweisen oder eine geschwächte Immunabwehr.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Stuhluntersuchungen, Bluttests oder bildgebende Verfahren die Ursache klären. Bei Bedarf kommen Medikamente zum Einsatz, etwa Elektrolytlösungen, Mittel gegen Durchfall wie Loperamid bei nicht-infektiösem Verlauf oder Antibiotika bei bakteriellen Infektionen.
Das kann man selbst tun: Viel trinken, am besten Wasser oder Tee, leichte Kost wie Zwieback oder Reis und Verzicht auf fettige, süße oder stark gewürzte Speisen. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält, blutig ist, mit hohem Fieber oder starkem Flüssigkeitsverlust einhergeht. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt generell für Säuglinge und Kleinkinder sowie bereits geschwächte Patienten.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Reisedurchfall
Was ist das? - Definition Reisedurchfall ist eine akute Magen-Darm-Erkrankung, die meist durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser ausgelöst wird. Typisch sind häufiger Durchfall, Bauchschmerzen und manchmal Fieber. Besonders betroffen sind Reisende in Regionen mit niedrigen Hygienestandards. Die Beschwerden sind meist selbstlimitierend, können aber den Urlaub stark beeinträchtigen und in seltenen Fällen gefährlich werden.
Krankheitsbild
Reisedurchfall tritt vor allem bei Reisen in tropische oder subtropische Länder auf. Er entsteht durch Bakterien, Viren oder Parasiten, die über Nahrung oder Wasser aufgenommen werden. Die Erkrankung ist sehr verbreitet.
Symptome/Verlauf
Typische Symptome sind häufiger wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und manchmal Fieber. Der Verlauf beginnt meist plötzlich und dauert einige Tage. In den meisten Fällen klingt die Erkrankung von selbst ab. Bei schweren Verläufen kann der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.
Folgen/Komplikationen
Reisedurchfall führt oft zu Einschränkungen im Alltag und kann Reisen erheblich beeinträchtigen. Komplikationen entstehen durch starken Flüssigkeitsverlust, der zu Kreislaufproblemen führt. In seltenen Fällen können Infektionen länger bestehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Häufige Ursachen sind:
- Bakterien wie Escherichia coli
- Viren wie Noroviren
- Parasiten wie Giardia
- Verunreinigtes Trinkwasser
- Unhygienisch zubereitete Speisen
Risikofaktoren sind Reisen in Länder mit niedrigen Hygienestandards und der Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Lebensmitteln.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann Flüssigkeits- und Elektrolytlösungen sowie in schweren Fällen bestimmte Antibiotika einsetzen.
Das kann man selbst tun: Viel Flüssigkeit, leichte Kost und Ruhe lindern die Beschwerden. Vorbeugend nur gut durchgegarte Speisen essen, Obst und Gemüse selbst schälen, nur Wasser aus verschlossenen Flaschen trinken und Eiswürfel vermeiden. Zudem auf Handhygiene mit Seife oder Desinfektionsmittel achten. Grenzen liegen dort, wo starker Durchfall oder Erbrechen bestehen und Flüssigkeit nicht mehr aufgenommen werden kann. Das gilt besonders für Säuglinge, Kleinkinder und bereits geschwächte Personen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt erforderlich.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Cholera
Was ist das? - Definition Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Jedes Jahr erkranken rund 1,3 bis 4 Millionen Menschen an Cholera, zwischen 21.000 und 143.000 sterben daran. Man kann sich über mit Cholera-Bakterien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken.
Krankheitsbild
Cholera ist Infektion des Darms, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die meisten Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken nicht. In manchen Fällen kann eine Infektion jedoch zu schweren, wässrigen Durchfällen und Erbrechen führen. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Man kann sich über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken. Bei frühzeitiger und richtiger Behandlung können selbst schwer erkrankte Patienten Cholera überleben.
Symptome / Verlauf
Bei vielen Infizierten macht sich eine Cholera-Infektion überhaupt nicht bemerkbar. Sie können aber andere Menschen damit anstecken. In manchen Fällen kann Cholera aber zu schweren Symptomen führen. Typisch sind dann ein massiver, häufig reiswasserartiger Durchfall und starkes Erbrechen. Anders als bei vielen anderen Infektionskrankheiten haben Betroffene meist kein Fieber. Die Inkubationszeit beträgt etwa ein bis fünf Tage.
Folgen / Komplikationen
Der Durchfall kann mit einem starken Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten einhergehen. Bis zu einem Liter Wasser inklusive Mineralstoffe gehen so mitunter pro Stunde verloren. Der Mangel an Elektrolyten führt häufig zu Wadenkrämpfen. Durch den hohen Wasserverlust kommt es außerdem schnell zu einem Blutdruckabfall und erhöhtem Pulsschlag. Unbehandelt kann eine schwere Dehydrierung zu Nierenversagen, Kreislaufschock und Koma führen oder sogar tödlich enden. Eine Dehydrierung macht sich oft durch Herzrasen, geringere Elastizität der Haut, trockene Schleimhäute und niedrigen Blutdruck bemerkbar.
Ursachen / Risikofaktoren
Nach Aufnahme von Cholera-Bakterien produzieren diese im Dünndarm ein Toxin, das den Zellstoffwechsel durcheinanderbringt und starken wässrigen Durchfall verursacht. Dieser kann durch massiven Flüssigkeits- und Salzverlust lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet für einen schwereren Verlauf sind Kleinkinder und ältere Menschen sowie Personen mit verminderter Magensäure und Menschen mit Blutgruppe O. Der Flüssigkeitsverlust stellt insbesondere für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen ein erhöhtes Risiko dar.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Vor allem muss der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten ausgeglichen werden. Dies kann durch Trinken entsprechender Lösungen geschehen oder durch Infusionen. Zusätzlich können Ärzte Antibiotika verschreiben. Cholera-Fälle müssen außerdem an das Gesundheitsamt gemeldet werden.
Das kann man selbst tun: Da Hygiene bei der Verbreitung von Cholera eine große Rolle spielt, sollte man sich in Gebieten mit Ansteckungsgefahr an die allgemeinen Hygienemaßnahmen halten. Das betrifft den Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser wie auch die Hand - und Körperhygiene. Deshalb gilt:
- -kein unbehandeltes Wasser trinken
- -Auf Eiswürfel in Getränken besser verzichten
- -Keine rohen oder ungenügend erhitzen Meeresfrüchte essen. Auch Fisch und Fleisch nur gekocht oder gebraten verzehren
- -Obst und Gemüse ebenfalls besser nur geschält, gekocht oder gegart verzehren
Es gibt auch eine Impfung gegen Cholera. Für die meisten Reisenden gibt es allerdings keine Empfehlung vonseiten der Ständigen Impfkommission.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 18304249
- Darreichungsform:
- Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen)
- Packungsgröße:
- 1 Stück
- Marke:
- VAXCHORA
- Hersteller:
- BAVARIAN NORDIC A/S
- Beipackzettel:
- PDF öffnen
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Bereiten Sie das Arzneimittel zu und nehmen Sie es ein. Hierfür wird der Inhalt des Puffer-Beutels 1 (4,5 g Pulver) mit 100 ml Wasser gemischt. Nur für die Zubereitung bei Kindern von 2 bis unter 6 Jahren soll die Hälfte der so hergestellten Puffer-Lösung (50 ml) entsorgt werden. Danach wird der Inhalt des Wirkstoff-Beutels 2 (2 g Pulver) zugefügt und die Mischung mindestens 30 Sekunden lang gerüht. Das Arzneimittel sollte innerhalb von 15 Minuten nach der Zubereitung eingenommen werden. Stellen Sie sicher, dass die gesamte Menge des Arzneimittels eingenommen wird. Sie sollten 60 Minuten vor bis 60 Minuten nach der Einnahme des Arzneimittels auf den Verzehr von Nahrungsmitteln und Getränken verzichten.
Dauer der Anwendung?
Die Grundimmunisierung soll 10 Tage vor Reisebeginn gegeben werden.
Auffrischimpfung: Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung wird von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Grundimmunisierung:
Auffrischungsimpfung:
Anwendungsgebiete
- Cholera, zur Vorbeugung
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder von 2 bis unter 6 Jahren, Einzeldosis: 1 Dosis (50 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (50 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Dosis (100 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (100 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder von 2 bis unter 6 Jahren, Einzeldosis: 1 Dosis (50 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (50 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Personenkreis: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Dosis (100 ml), Gesamtdosis: 1 Dosis (100 ml), Zeitpunkt: vor oder nach der Mahlzeit (ca. 1 Stunde)
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Das Arzneimittel ist ein Impfstoff und wird zur Vorbeugung gegen Erkrankungen gegeben, die von Cholera-Bakterien ausgelöst werden. Er enthält abgetötete Cholera-Bakterien und einen Teil des Giftes, welches die für die Cholera typischen Durchfälle auslöst. Diese Inhaltsstoffe haben keine krankmachenden Eigenschaften mehr. Nach Einnahme des Impfstoffes bildet der Körper körpereigene Schutzstoffe (sog. Antikörper) gegen lebende Cholera-Bakterien und des von ihnen produzierten Giftstoffes aus. Nach einigen Jahren geht dieser Schutz wieder verloren und die Impfung muss aufgefrischt werden.
Nebenwirkungen
- Appetitlosigkeit
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Müdigkeit
- Durchfälle
- Schwindelgefühl
- Blähungen
- Verstopfung
- Verdauungsbeschwerden durch Medikamente
- Stuhlveränderung
- Mundtrockenheit
- Aufstoßen
- Medikamentenausschlag auf der Haut (Arzneimittelexanthem)
- Gelenkschmerzen
- Fieber
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Angeborene Immunschwäche
- Patienten, die Arzeimittel zur Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsuppressiva) einnehmen
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Bestellinformationen
- Mindestbestellmenge:
- 1
Aufbewahrung
Aufbewahrung
Lagerung vor Anbruch
Das Arzneimittel muss
- im Kühlschrank
- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
- im Dunkeln (z.B. im Umkarton)
aufbewahrt werden.
Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung
Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 15 Minuten verwendet werden!
Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Kuhmilch bzw. Rindereiweiß!
- Vorsicht bei Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Saccharose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Das Arzneimittel ersetzt nicht die hygienischen Schutzmaßnahmen vor einer Infektion. Auftretende Durchfälle müssen behandelt werden, lassen Sie sich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Es gibt verschiedene Erreger der Cholera. In welcher Region der Impfstoff einen Schutz bietet, kann sich laufend ändern. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.
Durchfall
Was ist das? - Definition Durchfall bezeichnet häufige, dünnflüssige Stuhlentleerungen, meist mehr als dreimal täglich. Er kann akut auftreten oder chronisch verlaufen. Oft ist er Begleiterscheinung einer Infektion, kann aber auch andere Ursachen haben.
Krankheitsbild
Durchfall ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Er tritt auf, wenn der Darm Wasser und Elektrolyte nicht ausreichend aufnehmen kann oder zu viel davon abgibt. Die Folge ist ein wässriger Stuhl. Man unterscheidet zwischen akutem Durchfall, der meist plötzlich beginnt und nur wenige Tage anhält, und chronischem Durchfall, der über Wochen oder Monate besteht.
Akuter Durchfall ist häufig infektiös bedingt und tritt oft in Zusammenhang mit verdorbenen Lebensmitteln auf. Chronischer Durchfall kann auf eine Grunderkrankung wie Reizdarm oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hinweisen.
Symptome/Verlauf
Zu den typischen Symptomen zählen:
- mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag
- wässriger oder breiiger Stuhl
- Bauchkrämpfe oder Blähungen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Fieber bei infektiösem Verlauf
Der Verlauf hängt von der Ursache ab. Akuter Durchfall klingt meist nach wenigen Tagen ab. Chronischer Durchfall kann schubweise oder dauerhaft auftreten. Bei starkem Flüssigkeitsverlust droht Austrocknung, besonders bei Kindern und älteren Menschen.
Folgen/Komplikationen
Die größte Gefahr bei Durchfall ist der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten. Das kann zu Kreislaufproblemen, Schwäche und im Extremfall zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.
Zu den weiteren Komplikationen zählen Störungen Nährstoffmangel bei längerem Verlauf, Reizung der Darmschleimhaut und eine Verstärkung bestehender Grunderkrankung.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind vielfältig. Häufige Auslöser sind Virusinfektionen wie Norovirus oder Rotavirus, bakterielle Infektionen durch Salmonellen oder Campylobacter und Parasiten bei Reisen in vor allem tropische Regionen. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, Medikamente wie Antibiotika oder Abführmittel, chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können zu Durchfall führen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen mangelnde Hygiene, unreines Trinkwasser, Stress, bestimmte Ernährungsweisen oder eine geschwächte Immunabwehr.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann durch Stuhluntersuchungen, Bluttests oder bildgebende Verfahren die Ursache klären. Bei Bedarf kommen Medikamente zum Einsatz, etwa Elektrolytlösungen, Mittel gegen Durchfall wie Loperamid bei nicht-infektiösem Verlauf oder Antibiotika bei bakteriellen Infektionen.
Das kann man selbst tun: Viel trinken, am besten Wasser oder Tee, leichte Kost wie Zwieback oder Reis und Verzicht auf fettige, süße oder stark gewürzte Speisen. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält, blutig ist, mit hohem Fieber oder starkem Flüssigkeitsverlust einhergeht. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt generell für Säuglinge und Kleinkinder sowie bereits geschwächte Patienten.
Bearbeitungsstand: 02.01.2026
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Reisedurchfall
Was ist das? - Definition Reisedurchfall ist eine akute Magen-Darm-Erkrankung, die meist durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser ausgelöst wird. Typisch sind häufiger Durchfall, Bauchschmerzen und manchmal Fieber. Besonders betroffen sind Reisende in Regionen mit niedrigen Hygienestandards. Die Beschwerden sind meist selbstlimitierend, können aber den Urlaub stark beeinträchtigen und in seltenen Fällen gefährlich werden.
Krankheitsbild
Reisedurchfall tritt vor allem bei Reisen in tropische oder subtropische Länder auf. Er entsteht durch Bakterien, Viren oder Parasiten, die über Nahrung oder Wasser aufgenommen werden. Die Erkrankung ist sehr verbreitet.
Symptome/Verlauf
Typische Symptome sind häufiger wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und manchmal Fieber. Der Verlauf beginnt meist plötzlich und dauert einige Tage. In den meisten Fällen klingt die Erkrankung von selbst ab. Bei schweren Verläufen kann der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.
Folgen/Komplikationen
Reisedurchfall führt oft zu Einschränkungen im Alltag und kann Reisen erheblich beeinträchtigen. Komplikationen entstehen durch starken Flüssigkeitsverlust, der zu Kreislaufproblemen führt. In seltenen Fällen können Infektionen länger bestehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Häufige Ursachen sind:
- Bakterien wie Escherichia coli
- Viren wie Noroviren
- Parasiten wie Giardia
- Verunreinigtes Trinkwasser
- Unhygienisch zubereitete Speisen
Risikofaktoren sind Reisen in Länder mit niedrigen Hygienestandards und der Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Lebensmitteln.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann Flüssigkeits- und Elektrolytlösungen sowie in schweren Fällen bestimmte Antibiotika einsetzen.
Das kann man selbst tun: Viel Flüssigkeit, leichte Kost und Ruhe lindern die Beschwerden. Vorbeugend nur gut durchgegarte Speisen essen, Obst und Gemüse selbst schälen, nur Wasser aus verschlossenen Flaschen trinken und Eiswürfel vermeiden. Zudem auf Handhygiene mit Seife oder Desinfektionsmittel achten. Grenzen liegen dort, wo starker Durchfall oder Erbrechen bestehen und Flüssigkeit nicht mehr aufgenommen werden kann. Das gilt besonders für Säuglinge, Kleinkinder und bereits geschwächte Personen. Dann ist ärztliche Hilfe unbedingt erforderlich.
Bearbeitungsstand: 07.01.2026
Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Cholera
Was ist das? - Definition Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Jedes Jahr erkranken rund 1,3 bis 4 Millionen Menschen an Cholera, zwischen 21.000 und 143.000 sterben daran. Man kann sich über mit Cholera-Bakterien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken.
Krankheitsbild
Cholera ist Infektion des Darms, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die meisten Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken nicht. In manchen Fällen kann eine Infektion jedoch zu schweren, wässrigen Durchfällen und Erbrechen führen. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Man kann sich über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken. Bei frühzeitiger und richtiger Behandlung können selbst schwer erkrankte Patienten Cholera überleben.
Symptome / Verlauf
Bei vielen Infizierten macht sich eine Cholera-Infektion überhaupt nicht bemerkbar. Sie können aber andere Menschen damit anstecken. In manchen Fällen kann Cholera aber zu schweren Symptomen führen. Typisch sind dann ein massiver, häufig reiswasserartiger Durchfall und starkes Erbrechen. Anders als bei vielen anderen Infektionskrankheiten haben Betroffene meist kein Fieber. Die Inkubationszeit beträgt etwa ein bis fünf Tage.
Folgen / Komplikationen
Der Durchfall kann mit einem starken Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten einhergehen. Bis zu einem Liter Wasser inklusive Mineralstoffe gehen so mitunter pro Stunde verloren. Der Mangel an Elektrolyten führt häufig zu Wadenkrämpfen. Durch den hohen Wasserverlust kommt es außerdem schnell zu einem Blutdruckabfall und erhöhtem Pulsschlag. Unbehandelt kann eine schwere Dehydrierung zu Nierenversagen, Kreislaufschock und Koma führen oder sogar tödlich enden. Eine Dehydrierung macht sich oft durch Herzrasen, geringere Elastizität der Haut, trockene Schleimhäute und niedrigen Blutdruck bemerkbar.
Ursachen / Risikofaktoren
Nach Aufnahme von Cholera-Bakterien produzieren diese im Dünndarm ein Toxin, das den Zellstoffwechsel durcheinanderbringt und starken wässrigen Durchfall verursacht. Dieser kann durch massiven Flüssigkeits- und Salzverlust lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet für einen schwereren Verlauf sind Kleinkinder und ältere Menschen sowie Personen mit verminderter Magensäure und Menschen mit Blutgruppe O. Der Flüssigkeitsverlust stellt insbesondere für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen ein erhöhtes Risiko dar.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Vor allem muss der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten ausgeglichen werden. Dies kann durch Trinken entsprechender Lösungen geschehen oder durch Infusionen. Zusätzlich können Ärzte Antibiotika verschreiben. Cholera-Fälle müssen außerdem an das Gesundheitsamt gemeldet werden.
Das kann man selbst tun: Da Hygiene bei der Verbreitung von Cholera eine große Rolle spielt, sollte man sich in Gebieten mit Ansteckungsgefahr an die allgemeinen Hygienemaßnahmen halten. Das betrifft den Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser wie auch die Hand - und Körperhygiene. Deshalb gilt:
- -kein unbehandeltes Wasser trinken
- -Auf Eiswürfel in Getränken besser verzichten
- -Keine rohen oder ungenügend erhitzen Meeresfrüchte essen. Auch Fisch und Fleisch nur gekocht oder gebraten verzehren
- -Obst und Gemüse ebenfalls besser nur geschält, gekocht oder gegart verzehren
Es gibt auch eine Impfung gegen Cholera. Für die meisten Reisenden gibt es allerdings keine Empfehlung vonseiten der Ständigen Impfkommission.
Bearbeitungsstand: 19.03.2026
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.