VIMPAT 50 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19101206
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 168 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- VIMPAT
- Hersteller:
- B2B Medical GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Schwindel und Übelkeit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Behandlungsbeginn:
Folgebehandlung:
Höchstdosis: Eine Dosis von 12 Tabletten pro Tag bei einer Monotherapie sollte nicht überschritten werden.
Für Kinder und Jugendliche unter 50kg Körpergewicht wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie (generalisiert) (Krampfanfall im ganzen Körper)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 50 kg und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 50 kg und Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Dadurch werden überschießende Reaktionen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen vermindert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Epilepsie mit kleinen Muskelzuckungen
- Störung der Bewegungskoordination
- Gleichgewichtsstörungen
- Gedächtnisstörungen
- Beeinträchtigung der Denkleistung (kognitive Störung)
- Schläfrigkeit
- Zittern
- Taubheitsgefühl
- Gestörte Sprechmotorik
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Missempfindungen
- Ohnmachtsanfall
- Störung des Bewegungsablaufs (Dyskinesie)
- Sehstörungen, wie:
- Doppeltsehen
- Augenzittern
- Verschwommenes Sehen
- Ohrengeräusche (Tinnitus)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Verstopfung
- Blähungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Mundtrockenheit
- Durchfall
- Depression
- Verwirrtheit
- Schlaflosigkeit
- Aggression
- Antriebssteigerung
- Euphorische Stimmung
- Psychotische Erkrankungen
- Selbstmordgedanken
- Sinnestäuschung (Halluzination)
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Spontan auftretende (Schleim-) Haut-Schwellung (Angioödem)
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Muskelkrampf
- Gangunsicherheit
- Allgemeine Schwäche
- Müdigkeit
- Reizbarkeit
- Gefühl der Betrunkenheit
- Stürze
- Hautwunden
- Prellung
- Gestörter Herzschlag bei der Überleitung vom Vorhof zur Kammer (AV-Block)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzrhythmusstörung mit stark beschleunigtem Herzschlag im Vorhof (Vorhofflimmern)
- Erhöhte Leberenzymwerte
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- AV-Block (Störung der Erregungsleitung vom Vorhof des Herzens zur Kammer), 2. und 3. Grad
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankungen, wie:
- Erregungsleitungsstörungen am Herzen
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Herzschwäche
- Eingeschränkte Nierenfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 4 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 62 × 31 × 114 mm
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Als alleinige Behandlung:
Als zusätzliche Behandlung:
Epilepsie
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie neigt das Gehirn dazu, durch eine vorübergehende Übererregung von Nervenzellen Anfälle auszulösen. Es kommt dabei häufig zu Krämpfen und Muskelzuckungen. Anfälle können sich verschieden äußern und dauern meist nur Sekunden oder wenige Minuten. Sind es mehr als 5 Minuten mit Bewusstseinsverlust, Krämpfen und Muskelzuckungen, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe! Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen, man spricht von einer Aura. Es kann sich etwa um ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung handeln.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition dafür vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Epilepsie ist meist gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Für Epilepsie typische Anfälle zeigen sich von unauffälligen "Abwesenheiten" - Absencen -, bis hin zu auffälligen Muskelkrämpfen oder Bewusstlosigkeit.
Grundsätzlich gibt es
- generalisierte Anfälle, bei denen Nervenzellen im ganzen Gehirn beteiligt sind. Es kommt im mildesten Fall zu Absencen, in schwereren Fällen zu Bewusstseinsverlust, Muskelversteifung, Stürzen und Muskelzuckungen.
- -fokale Anfälle gehen von einem begrenzten Hirnbereich aus. Die Symptome hängen vom betroffenen Hirnareal ab. Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Kribbeln, plötzliche Angst, ungewöhnliche Sinneseindrücke und Bewusstseinseintrübungen kommen vor.
Beispiele für die unterschiedlichen Epilepsie-Syndrome:
- -Absence-Epilepsie, bei der generalisierte Anfälle in kurzen Abwesenheiten ("Starren") bestehen, die oft übersehen oder mit Unaufmerksamkeit verwechselt werden. Mitunter kommt es zu Muskelzuckungen. Meist betrifft die Absence-Epilepsie Kinder.
- Rolando-Epilepsie, die zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auftritt und in der Pubertät wieder verschwindet. Die fokalen Anfälle zeigen sich meist nachts, mit Zuckungen oder Missempfindungen im Gesicht, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
- Juvenile myoklonische Epilepsie, bei der es sich um eine häufige Form der Epilepsie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen handelt. Typisch sind plötzliche, oft am Morgen auftretende Muskelzuckungen, generalisierte Anfälle und Absencen.
- Strukturelle Epilepsien, die durch Narben, Verletzungen oder Tumoren im Gehirn entstehen. Diese Form ist oft fokal.
- Reflektorische Epilepsie, bei der bestimmte Reize Anfälle auslösen, so etwa Lichtreize oder Geräusche. Diese Epilepsieform ist selten.
Treten in höherem Alter Epilepsien auf, dann oft fokal infolge anderer Erkrankungen wie einem Schlaganfall. Meist sind sie gut behandelbar, müssen dazu aber erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Ob Langzeitfolgen auftreten und welche es sind, hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von der Schwere und Häufigkeit der Epilepsie-Symptome und den vielfältigen Ursachen. Epilepsie kann im Alltag einschränkend sein und mitunter psychische Folgen haben, Angsterkrankungen und Depressionen zum Beispiel.
Ursachen/Auslöser
Die vorübergehende Übererregung von Nervenzellen im Gehirn kann spontan oder wegen einer zugrundeliegenden Ursache auftreten - etwa einer genetischen Veranlagung, Verletzungen und Fehlbildungen des Gehirns, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen. Oft lässt sich keine klare Ursache feststellen (idiopathische Epilepsie). Es gibt zudem akute Auslöser - Trigger -, die Epilepsie-Anfälle hervorrufen können. Dazu gehören:
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
- Flackerlicht oder visuelle Reize
- Stress, Angst oder Überforderung
- Alkoholkonsum oder Drogen
- Bestimmte Medikamente oder plötzlicher Medikamentenentzug
Spielen solche Auslöser eine Rolle, lernen Betroffene, sie zu erkennen und zu vermeiden - das ist wichtig für die Anfallskontrolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Um Epilepsie-Attacken vorzubeugen oder darauf richtig zu reagieren, helfen bestimmte Maßnahmen, so zum Beispiel:
- regelmäßiger Schlaf, Stressvermeidung, geregelte Tagesabläufe
- Information des Umfelds (Schule, Arbeit, Familie) für mehr Sicherheit im Notfall
- Notfalltraining für Angehörige, damit sie sich bei einem Anfall richtig verhalten
Wichtig ist, vom Arzt verschriebene Arzneimittel gegen Epilepsie regelmäßig einzunehmen. Sind spezielle Auslöser bekannt, sollte man sie vermeiden.
Was der Arzt macht:
Menschen mit Epilepsie oder Verdacht darauf benötigen fachärztliche Betreuung durch Neurologinnen und Neurologen. Deuten Symptome auf Epilepsie hin, basiert die Diagnose auf der Kranken-Vorgeschichte (Anamnese), der Beobachtung typischer Symptome und auf neurologischen Untersuchungen vor allem mittels EEG (Elektroenzephalogramm) zur Messung der Hirnströme. Im EEG können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. MRT- oder CT-Untersuchungen helfen, strukturelle Ursachen wie Narben oder Tumore im Gehirn zu erkennen. Blutuntersuchungen weisen auf Ursachen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Entzündungen hin. Hilfreich ist auch ein Anfallstagebuch zu Häufigkeit, Zeitpunkt, Auslösern und Symptomen. Die genaue Diagnose der Epilepsieform und das Erkennen möglicher Ursachen sind wichtig für die Therapie.
Ärztlich empfohlene Therapien sollen Anfälle verhindern oder verringern sowie den Alltag für Betroffene sicher gestalten. Meist lässt sich Epilepsie gut behandeln. Wichtig sind oft spezielle verschreibungspflichtige Medikamente - Antiepileptika. Diese unterdrücken eine übermäßige Erregbarkeit von Nervenzellen. Weitere ärztlicherseits möglicherweise empfohlene Behandlungen: eventuell ein Implantat (Vagusnerv-Stimulation) oder sogar ein operativer Eingriff, falls andere Therapien nicht ausreichend helfen.
Bearbeitungsstand: 09.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, 2024 - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 19101206
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 168 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 50 mg
- Marke:
- VIMPAT
- Hersteller:
- B2B Medical GmbH
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.
Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Schwindel und Übelkeit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Abhängig von Ihrer Erkrankung und dem Stadium der Behandlung, wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt in der Regel folgendermaßen dosiert:
Behandlungsbeginn:
Folgebehandlung:
Höchstdosis: Eine Dosis von 12 Tabletten pro Tag bei einer Monotherapie sollte nicht überschritten werden.
Für Kinder und Jugendliche unter 50kg Körpergewicht wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungsgebiete
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie, wie:
- Epilepsie, fokal (auf einen Körperteil oder Funktion begrenzte Anfälle)
- Epilepsie, fokal, sekundär generalisiert (erst lokal, dann ausgeweitet)
- Epilepsie (generalisiert) (Krampfanfall im ganzen Körper)
Detaillierte Dosierung
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 50 kg und Erwachsene, Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Personenkreis: Kinder und Jugendliche ab 50 kg und Erwachsene, Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: 2-mal täglich, Zeitpunkt: morgens und abends, unabhängig von der Mahlzeit
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Dadurch werden überschießende Reaktionen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen vermindert.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Epilepsie mit kleinen Muskelzuckungen
- Störung der Bewegungskoordination
- Gleichgewichtsstörungen
- Gedächtnisstörungen
- Beeinträchtigung der Denkleistung (kognitive Störung)
- Schläfrigkeit
- Zittern
- Taubheitsgefühl
- Gestörte Sprechmotorik
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Missempfindungen
- Ohnmachtsanfall
- Störung des Bewegungsablaufs (Dyskinesie)
- Sehstörungen, wie:
- Doppeltsehen
- Augenzittern
- Verschwommenes Sehen
- Ohrengeräusche (Tinnitus)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Verstopfung
- Blähungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Mundtrockenheit
- Durchfall
- Depression
- Verwirrtheit
- Schlaflosigkeit
- Aggression
- Antriebssteigerung
- Euphorische Stimmung
- Psychotische Erkrankungen
- Selbstmordgedanken
- Sinnestäuschung (Halluzination)
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Spontan auftretende (Schleim-) Haut-Schwellung (Angioödem)
- Nesselausschlag (Urtikaria)
- Muskelkrampf
- Gangunsicherheit
- Allgemeine Schwäche
- Müdigkeit
- Reizbarkeit
- Gefühl der Betrunkenheit
- Stürze
- Hautwunden
- Prellung
- Gestörter Herzschlag bei der Überleitung vom Vorhof zur Kammer (AV-Block)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzrhythmusstörung mit stark beschleunigtem Herzschlag im Vorhof (Vorhofflimmern)
- Erhöhte Leberenzymwerte
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- AV-Block (Störung der Erregungsleitung vom Vorhof des Herzens zur Kammer), 2. und 3. Grad
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankungen, wie:
- Erregungsleitungsstörungen am Herzen
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Herzschwäche
- Eingeschränkte Nierenfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 4 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Physische Eigenschaften
- Abmessungen (B × H × L):
- 62 × 31 × 114 mm
Bestellinformationen
- Import/Reimport:
- Ja
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Weitere Hinweise aus der Fachinformation
Als alleinige Behandlung:
Als zusätzliche Behandlung:
Epilepsie
Was ist das? - Definition Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.
Krankheitsbild
Bei Epilepsie neigt das Gehirn dazu, durch eine vorübergehende Übererregung von Nervenzellen Anfälle auszulösen. Es kommt dabei häufig zu Krämpfen und Muskelzuckungen. Anfälle können sich verschieden äußern und dauern meist nur Sekunden oder wenige Minuten. Sind es mehr als 5 Minuten mit Bewusstseinsverlust, Krämpfen und Muskelzuckungen, benötigen Betroffene dringend ärztliche Hilfe! Manche Patienten spüren zuvor Warnzeichen, man spricht von einer Aura. Es kann sich etwa um ein Kribbeln oder eine unerklärliche Geruchswahrnehmung handeln.
In Deutschland ist ungefähr eine von hundert Personen von Epilepsie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vergleichsweise häufiger aber in der Kindheit oder im höheren Lebensalter. Ein einzelner Anfall ist nicht mit einer Epilepsie-Erkrankung gleichzusetzen. Erst wenn wiederholt Anfälle auftreten oder eine Disposition dafür vorliegt, spricht man von Epilepsie.
Epilepsie ist meist gut behandelbar. Wichtig ist, Anfälle früh zu erkennen und Risikofaktoren zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Für Epilepsie typische Anfälle zeigen sich von unauffälligen "Abwesenheiten" - Absencen -, bis hin zu auffälligen Muskelkrämpfen oder Bewusstlosigkeit.
Grundsätzlich gibt es
- generalisierte Anfälle, bei denen Nervenzellen im ganzen Gehirn beteiligt sind. Es kommt im mildesten Fall zu Absencen, in schwereren Fällen zu Bewusstseinsverlust, Muskelversteifung, Stürzen und Muskelzuckungen.
- -fokale Anfälle gehen von einem begrenzten Hirnbereich aus. Die Symptome hängen vom betroffenen Hirnareal ab. Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Kribbeln, plötzliche Angst, ungewöhnliche Sinneseindrücke und Bewusstseinseintrübungen kommen vor.
Beispiele für die unterschiedlichen Epilepsie-Syndrome:
- -Absence-Epilepsie, bei der generalisierte Anfälle in kurzen Abwesenheiten ("Starren") bestehen, die oft übersehen oder mit Unaufmerksamkeit verwechselt werden. Mitunter kommt es zu Muskelzuckungen. Meist betrifft die Absence-Epilepsie Kinder.
- Rolando-Epilepsie, die zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auftritt und in der Pubertät wieder verschwindet. Die fokalen Anfälle zeigen sich meist nachts, mit Zuckungen oder Missempfindungen im Gesicht, Sprachstörungen oder Schluckbeschwerden bei erhaltenem Bewusstsein.
- Juvenile myoklonische Epilepsie, bei der es sich um eine häufige Form der Epilepsie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen handelt. Typisch sind plötzliche, oft am Morgen auftretende Muskelzuckungen, generalisierte Anfälle und Absencen.
- Strukturelle Epilepsien, die durch Narben, Verletzungen oder Tumoren im Gehirn entstehen. Diese Form ist oft fokal.
- Reflektorische Epilepsie, bei der bestimmte Reize Anfälle auslösen, so etwa Lichtreize oder Geräusche. Diese Epilepsieform ist selten.
Treten in höherem Alter Epilepsien auf, dann oft fokal infolge anderer Erkrankungen wie einem Schlaganfall. Meist sind sie gut behandelbar, müssen dazu aber erkannt werden.
Folgen/Komplikationen
Ob Langzeitfolgen auftreten und welche es sind, hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von der Schwere und Häufigkeit der Epilepsie-Symptome und den vielfältigen Ursachen. Epilepsie kann im Alltag einschränkend sein und mitunter psychische Folgen haben, Angsterkrankungen und Depressionen zum Beispiel.
Ursachen/Auslöser
Die vorübergehende Übererregung von Nervenzellen im Gehirn kann spontan oder wegen einer zugrundeliegenden Ursache auftreten - etwa einer genetischen Veranlagung, Verletzungen und Fehlbildungen des Gehirns, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen. Oft lässt sich keine klare Ursache feststellen (idiopathische Epilepsie). Es gibt zudem akute Auslöser - Trigger -, die Epilepsie-Anfälle hervorrufen können. Dazu gehören:
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
- Flackerlicht oder visuelle Reize
- Stress, Angst oder Überforderung
- Alkoholkonsum oder Drogen
- Bestimmte Medikamente oder plötzlicher Medikamentenentzug
Spielen solche Auslöser eine Rolle, lernen Betroffene, sie zu erkennen und zu vermeiden - das ist wichtig für die Anfallskontrolle.
Das kann helfen
Was man selbst tun kann:
Um Epilepsie-Attacken vorzubeugen oder darauf richtig zu reagieren, helfen bestimmte Maßnahmen, so zum Beispiel:
- regelmäßiger Schlaf, Stressvermeidung, geregelte Tagesabläufe
- Information des Umfelds (Schule, Arbeit, Familie) für mehr Sicherheit im Notfall
- Notfalltraining für Angehörige, damit sie sich bei einem Anfall richtig verhalten
Wichtig ist, vom Arzt verschriebene Arzneimittel gegen Epilepsie regelmäßig einzunehmen. Sind spezielle Auslöser bekannt, sollte man sie vermeiden.
Was der Arzt macht:
Menschen mit Epilepsie oder Verdacht darauf benötigen fachärztliche Betreuung durch Neurologinnen und Neurologen. Deuten Symptome auf Epilepsie hin, basiert die Diagnose auf der Kranken-Vorgeschichte (Anamnese), der Beobachtung typischer Symptome und auf neurologischen Untersuchungen vor allem mittels EEG (Elektroenzephalogramm) zur Messung der Hirnströme. Im EEG können für Epilepsie typische Veränderungen sichtbar werden. MRT- oder CT-Untersuchungen helfen, strukturelle Ursachen wie Narben oder Tumore im Gehirn zu erkennen. Blutuntersuchungen weisen auf Ursachen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Entzündungen hin. Hilfreich ist auch ein Anfallstagebuch zu Häufigkeit, Zeitpunkt, Auslösern und Symptomen. Die genaue Diagnose der Epilepsieform und das Erkennen möglicher Ursachen sind wichtig für die Therapie.
Ärztlich empfohlene Therapien sollen Anfälle verhindern oder verringern sowie den Alltag für Betroffene sicher gestalten. Meist lässt sich Epilepsie gut behandeln. Wichtig sind oft spezielle verschreibungspflichtige Medikamente - Antiepileptika. Diese unterdrücken eine übermäßige Erregbarkeit von Nervenzellen. Weitere ärztlicherseits möglicherweise empfohlene Behandlungen: eventuell ein Implantat (Vagusnerv-Stimulation) oder sogar ein operativer Eingriff, falls andere Therapien nicht ausreichend helfen.
Bearbeitungsstand: 09.10.2025
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, www.epilepsie-vereinigung.de/krankheitsbild/, 2024 - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org, 2024
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.