VORICONAZOL PUREN 200 mg Filmtabletten
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Pharmazeutische Informationen
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 11675155
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 200 mg
- Marke:
- VORICONAZOL
- Hersteller:
- PUREN Pharma GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Das Arzneimittel wird von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Pilzinfektionen der inneren Organe oder des ganzen Körpers, besonders bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie:
- Pilzinfektionen mit Schimmelpilz-Arten - (invasive Aspergillose)
- Pilzinfektionen mit Hefepilzen (innerliche Candida-Infektionen, Candidämie)
- Pilzinfektionen mit Scedosporium-Arten
- Pilzinfektionen mit Fusarium-Arten
- Vorbeugung von Pilzinfektionen bei Patienten mit Stammzelltransplantationen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in den Stoffwechsel der Pilze ein, es kommt zu vielen Schäden in der Struktur der Pilze. So wird z.B. die äußere Hülle, die sog. Zellmembran der Pilze in ihrem Aufbau verändert. Diese Hülle verliert dadurch ein Teil ihrer Funktionen, sie wird z.B. für Nährstoffe undurchlässiger - die Zelle hungert. Die Pilze werden somit in ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung gehemmt und sterben durch zusätzliche Schädigungen des Zellinneren ab.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Kopfschmerzen
- Sehverschlechterung
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe), auch Atemnot bei normaler körperlicher Anstrengung
- Durchfälle
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Abweichende Leberfunktionswerte
- Hautausschlag
- Fieber
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Stachelzellkrebseinschließlich Bowen-Krankheit
- Agranulozytose (stark verminderte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen) - erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome, wie: Fieber, Halsschmerzen, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen; bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen.
- Panzytopenie (Verminderung der Anzahl aller Blutkörperchen)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Leukopenie (Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen), erste Anzeichen können Halsschmerzen oder Fieber sein: Wenden Sie sich bei Auftreten solcher Anzeichen sofort an Ihren Arzt.
- Anämie (Blutarmut)
- Unterzuckerung - (Hypoglykämie)
- Kaliummangel
- Natriummangel
- Depressionen
- Halluzinationen
- Angstzustände
- Schlaflosigkeit
- Antriebssteigerung
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Kurzzeitige Bewusstlosigkeit, die nur wenige Sekunden bis Minuten dauert
- Zittern
- Erhöhte Muskelspannung
- Missempfindungen, wie Kribbeln oder Ameisenlaufen
- Schläfrigkeit
- Schwindel
- Netzhautblutung
- Herzrhythmusstörungen
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Niedriger Blutdruck
- Entzündung der Venen (Phlebitis)
- Atemnotsyndrom des Erwachsenen
- Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)
- Lippenentzündung
- Magen-Darm-Beschwerden
- Verstopfung
- Zahnfleischentzündung
- Gelbsucht
- Stauung der Gallenflüssigkeit
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Schuppen (exfoliative Dermatitis)
- Haarausfall
- Fleckig-knotiger Hautausschlag (makulopapulöser Hautausschlag)
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Lichtempfindlichkeit
- Rückenschmerzen
- Akutes Nierenversagen
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Schmerzen im Brustkorb
- Gesichtsödem
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Schüttelfrost
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Darmentzündung im Zusammenhang mit Antibiotika-Therapie
- Knochenmarkversagen
- Lymphknotenschwellung
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Allergische Reaktionen
- Nebennierenunterfunktion
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) durch Medikamente
- Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hirnödem)
- Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie)
- Störung der unbewussten Bewegungsabläufe mit Zittern, evtl. Fallneigung
- Lokale Nervenleiden (periphere Neuropathie)
- Störung der Bewegungskoordination (Ataxie)
- Geschmacksstörung
- Taubheitsgefühl
- Augenentzündung
- Hörminderung
- Drehschwindel
- Ohrengeräusche (Tinnitus)
- Rhythmusstörung des Herzens mit stark beschleunigtem Herzschlag in der Herzkammer (Kammerflimmern)
- Entzündung von Venen durch Blutpfropf (Thrombophlebitis)
- Bauchfellentzündung
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Schleimhautentzündungen von Magen und Dünndarm
- Zungenentzündung
- Leberversagen
- Entzündungen der Gallenblase
- Gallensteinleiden
- Lokaler Gewebezerfall der Haut/blasigen Ablösungen (Stevens-Johnson-Syndrom)
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Nesselausschlag
- Gelenkentzündungen
- Knochenhautentzündung
- Nierenentzündung
- Grippeähnliche Symptome
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Erhöhter Blutharnstoff
- Erhöhtes Cholesterin
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankungen, wie:
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
- Herzmuskelerkrankungen
- Herzschwäche
- Pulserniedrigung
- Herzrhythmusstörungen
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Kaliummangel
- Magnesiummangel
- Kalziummangel
- Mögliche Gefahr einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, z.B. bei vorangegangener Chemotherapie oder Stammzelltransplantation
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Fluconazol, Voriconazol, Posaconazol, Itraconazol)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Auf Grapefruit sowie Grapefruit-Zubereitungen soll während der Behandlung mit dem Medikament vollständig verzichtet werden.
Pilzbefall innerer Organe (systemische Mykosen)
Was ist das? - Definition Ein Pilzbefall innerer Organe ist eine ernstzunehmende Infektion, bei der krankmachende Pilze über das Blut oder die Lymphe in innere Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn gelangen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Erkrankung kann lebensbedrohlich verlaufen und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung.
Krankheitsbild
Pilzinfektionen der inneren Organe werden als systemische Mykosen bezeichnet. Anders als harmlose Haut- oder Schleimhautpilze breiten sich diese Erreger im gesamten Körper aus. Häufige Auslöser sind Hefepilze wie Candida oder Schimmelpilze wie Aspergillus. Die Pilze gelangen meist über die Atemwege oder den Verdauungstrakt in den Körper und können sich über das Blut in lebenswichtige Organe ausbreiten. Besonders betroffen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Chemotherapie, Organtransplantationen oder bestimmte chronische Erkrankungen.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind oft unspezifisch und hängen davon ab, welches Organ betroffen ist. Das macht die Diagnose schwierig. Typische Beschwerden können sein:
- Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht
- anhaltende Müdigkeit und Schwäche
- Husten, Atemnot oder Brustschmerzen bei Lungenbefall
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bei Darm- oder Leberbeteiligung
- Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder neurologische Ausfälle bei Befall des Gehirns
Die Erkrankung kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Ohne Behandlung schreitet sie meist rasch fort und kann zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ein Pilzbefall innerer Organe lebensbedrohlich werden. Die Pilze zerstören Gewebe, stören Organfunktionen und können eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Besonders gefährlich ist der Befall des zentralen Nervensystems oder der Lunge. Auch nach erfolgreicher Behandlung können bleibende Schäden zurückbleiben, etwa an der Lunge oder am Gehirn. Bei immungeschwächten Patienten besteht zudem ein hohes Rückfallrisiko.
Ursachen/Risikofaktoren
Pilze sind überall in unserer Umwelt vorhanden. Gesunde Menschen kommen täglich mit ihnen in Kontakt, ohne zu erkranken. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, können sie sich unkontrolliert vermehren und in den Körper eindringen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Krebserkrankungen und Chemotherapien, Organtransplantationen und Einnahme von Immunsuppressiva, HIV oder andere Immunschwächen und Diabetes. Auch lange Antibiotikatherapien und intensivmedizinische Behandlungen mit Beatmung oder Kathetern erhöhen das Risiko. Frühgeborene oder ältere Menschen sind anfälliger für Pilzerkrankungen der inneren Organe.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antipilzmitteln. Wichtige Wirkstoffgruppen sind Azole, Echinocandine und Amphotericin B. Die Wahl hängt vom Erreger und dem betroffenen Organ ab. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.Das kann man selbst tun: Das Immunsystem durch gesunde Ernährung, Hygiene und Vermeidung unnötiger Antibiotika stärken. Bei ersten Anzeichen wie anhaltendem Fieber oder Schwäche sollte man jedoch unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich und kann lebensgefährlich sein.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Sepsis
Was ist das? - Definition Eine Sepsis ist eine schwere Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Sie entsteht, wenn Erreger oder deren Stoffe das Immunsystem überfordern und Organe gefährdet werden. Die Erkrankung entwickelt sich oft sehr schnell und ist ein medizinischer Notfall. Eine frühzeitige Behandlung kann lebensrettend sein.
Krankheitsbild
Bei einer Sepsis gerät das Abwehrsystem aus dem Gleichgewicht. Ausgelöst durch eine örtliche Infektion breiten sich Bakterien oder deren Stoffe im Körper aus. Dies führt zu Entzündungsreaktionen, die Organe schädigen können. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand oft innerhalb kurzer Zeit.
Symptome/Verlauf
Eine Sepsis beginnt häufig mit allgemeinen Krankheitszeichen, die jedoch rasch ernster werden. Typische Hinweise sind hohes Fieber oder im Gegenteil ungewöhnlich niedrige Temperatur, starke Schmerzen und ein intensives Krankheitsgefühl. Warnsignale sind zum Beispiel:
- Beschleunigter Puls und schnelle Atmung
- Verwirrtheit, Benommenheit oder ungewöhnliche Müdigkeit
- Blasse fleckige oder kalte Haut
Der Verlauf kann innerhalb weniger Stunden kritisch werden.
Folgen/Komplikationen
Ohne eine sofortige Behandlung droht durch eine Sepsis schweres Organversagen. Herz, Lunge, Niere oder Gehirn können betroffen sein. In manchen Fällen entwickelt sich ein septischer Schock, bei dem der Kreislauf zusammenbricht. Auch nach überstandener Erkrankung können langfristige Schäden bestehen bleiben, etwa anhaltende Schwäche oder Konzentrationsprobleme.
Ursachen/Risikofaktoren
Jede Infektion kann zu einer Sepsis werden, wenn sie nicht ausreichend medizinisch versorgt wird. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen, geschwächtem Immunsystem, offenen Wunden oder nach Operationen. Auch schwere Lungen-, Harn- oder Bauchrauminfektionen gehören zu den häufigen Auslösern.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann sofort eine Behandlung mit passenden Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen beginnen, um die Organe zu stabilisieren.
Das kann man selbst tun: Jede Infektion ernst nehmen und bei Verdacht auf eine Verschlechterung rasch medizinische Hilfe suchen. Grenzen bestehen, wenn sich der Zustand schnell verschlechtert oder typische Warnzeichen auftreten. Dann ist sofortige ärztliche Versorgung zwingend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 02.04.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Pilzbefall der Haut mit Fadenpilzen (Dermatophyten)
Was ist das? - Definition Dermatophytosen sind Pilzinfektionen der Haut, die durch sogenannte Fadenpilze verursacht werden. Diese Pilze befallen bevorzugt die oberste Hautschicht, Nägel oder Haare und ernähren sich vom Hornstoff Keratin. Die Erkrankung ist ansteckend und tritt häufig an Füßen, Händen oder in Hautfalten auf. Sie heilt meist gut, kann aber hartnäckig verlaufen.
Krankheitsbild
Fadenpilze, auch Dermatophyten genannt, sind spezialisierte Hautpilze, die sich vom Keratin abgestorbener Hautzellen ernähren. Sie dringen in die Hornschicht der Haut ein und verursachen dort eine lokale Entzündung. Die Erkrankung wird je nach betroffener Körperstelle als Tinea bezeichnet, zum Beispiel Tinea pedis (Fußpilz) oder Tinea corporis (Rumpf). Dermatophytosen sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Hautinfektionen. Sie sind ansteckend und können durch direkten Hautkontakt oder über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Schuhe oder Böden übertragen werden.
Symptome/Verlauf
Die Symptome hängen von der betroffenen Körperregion ab, zeigen aber typische Merkmale:
- gerötete, schuppende Hautstellen mit scharfem Rand
- Juckreiz, Brennen oder Spannungsgefühl
- kreisförmige, sich ausbreitende Hautveränderungen (Ringelflechte)
- Bläschenbildung oder Nässen, besonders an den Füßen
- brüchige, verdickte oder verfärbte Nägel bei Nagelpilz
Die Infektion beginnt meist lokal und kann sich ohne Behandlung ausbreiten. Besonders Fuß- und Nagelpilz verlaufen oft chronisch. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankung schwerer verlaufen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt breitet sich der Pilz mitunter auf andere Körperstellen oder Personen aus. Es kann zu bakteriellen Zusatzinfektionen kommen, wenn die Haut durch Kratzen verletzt wird. Bei Nagelbefall kann der Nagel dauerhaft geschädigt werden. In seltenen Fällen entsteht eine tiefergehende Infektion, insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Immunschwäche. Auch psychische Belastungen durch sichtbare Hautveränderungen kommen vor.
Ursachen/Risikofaktoren
Fadenpilze gedeihen besonders gut in feuchtwarmer Umgebung. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen enge oder luftundurchlässige Kleidung und Schuhe, vermehrtes Schwitzen und Besuche in Schwimmbädern, Saunen oder Umkleiden ohne Badeschlappen. Zudem begünstigen ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes, Hautverletzungen oder chronische Hauterkrankungen eine Infektion. Das Risiko erhöht ebenfalls der Kontakt mit infizierten Personen oder Haustieren. Mangelnde Hygiene oder das Teilen von Handtüchern und Schuhen begünstigt zusätzlich die Übertragung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann eine Dermatophytose mit antimykotischen Cremes, Sprays oder Tabletten behandeln. Zu den wichtigen Wirkstoffgruppen zählen Azole, Allylamine und Ciclopirox. Bei Nagelpilz kann eine langfristige Therapie notwendig sein.
Das kann man selbst tun: Eine gute Hygiene, das Trocknen der Haut nach dem Duschen und das Tragen atmungsaktiver Kleidung beugen vor. In öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Sauen sind Badeschlappen wichtig. Wenn die Infektion nicht abheilt, sich ausbreitet oder Nägel betroffen sind, sollte man ärztliche Hilfe suchen. Eine Selbstbehandlung reicht dann nicht mehr aus.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Filmtabletten — verschreibungspflichtig.
Detaillierte Anwendungshinweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie unten in den Registerkarten. Beachten Sie stets die Packungsbeilage. Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- PZN:
- 11675155
- Darreichungsform:
- Filmtabletten (Filmtabletten)
- Packungsgröße:
- 30 Stück
- Wirkstoffstärke:
- 200 mg
- Marke:
- VORICONAZOL
- Hersteller:
- PUREN Pharma GmbH & Co. KG
- Generikum:
-
Ja
Rechtlicher Status
Verantwortlicher Wirtschaftsakteur gemäß EU-Verordnung 2023/988
GPSRAnwendungshinweise
Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung?
Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Dosierung
Das Arzneimittel wird von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Lassen Sie sich zu der Dosierung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Anwendungsgebiete
- Pilzinfektionen der inneren Organe oder des ganzen Körpers, besonders bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie:
- Pilzinfektionen mit Schimmelpilz-Arten - (invasive Aspergillose)
- Pilzinfektionen mit Hefepilzen (innerliche Candida-Infektionen, Candidämie)
- Pilzinfektionen mit Scedosporium-Arten
- Pilzinfektionen mit Fusarium-Arten
- Vorbeugung von Pilzinfektionen bei Patienten mit Stammzelltransplantationen
Wirkstoff
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?
Der Wirkstoff greift in den Stoffwechsel der Pilze ein, es kommt zu vielen Schäden in der Struktur der Pilze. So wird z.B. die äußere Hülle, die sog. Zellmembran der Pilze in ihrem Aufbau verändert. Diese Hülle verliert dadurch ein Teil ihrer Funktionen, sie wird z.B. für Nährstoffe undurchlässiger - die Zelle hungert. Die Pilze werden somit in ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung gehemmt und sterben durch zusätzliche Schädigungen des Zellinneren ab.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Kopfschmerzen
- Sehverschlechterung
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe), auch Atemnot bei normaler körperlicher Anstrengung
- Durchfälle
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Abweichende Leberfunktionswerte
- Hautausschlag
- Fieber
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Stachelzellkrebseinschließlich Bowen-Krankheit
- Agranulozytose (stark verminderte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen) - erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome, wie: Fieber, Halsschmerzen, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen; bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen.
- Panzytopenie (Verminderung der Anzahl aller Blutkörperchen)
- Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
- Leukopenie (Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen), erste Anzeichen können Halsschmerzen oder Fieber sein: Wenden Sie sich bei Auftreten solcher Anzeichen sofort an Ihren Arzt.
- Anämie (Blutarmut)
- Unterzuckerung - (Hypoglykämie)
- Kaliummangel
- Natriummangel
- Depressionen
- Halluzinationen
- Angstzustände
- Schlaflosigkeit
- Antriebssteigerung
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Kurzzeitige Bewusstlosigkeit, die nur wenige Sekunden bis Minuten dauert
- Zittern
- Erhöhte Muskelspannung
- Missempfindungen, wie Kribbeln oder Ameisenlaufen
- Schläfrigkeit
- Schwindel
- Netzhautblutung
- Herzrhythmusstörungen
- Beschleunigter Puls (Tachykardie)
- Langsamer Puls (Bradykardie)
- Niedriger Blutdruck
- Entzündung der Venen (Phlebitis)
- Atemnotsyndrom des Erwachsenen
- Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)
- Lippenentzündung
- Magen-Darm-Beschwerden
- Verstopfung
- Zahnfleischentzündung
- Gelbsucht
- Stauung der Gallenflüssigkeit
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Entzündung der mittleren Hautschicht mit Schuppen (exfoliative Dermatitis)
- Haarausfall
- Fleckig-knotiger Hautausschlag (makulopapulöser Hautausschlag)
- Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
- Lichtempfindlichkeit
- Rückenschmerzen
- Akutes Nierenversagen
- Ausscheidung von Blut mit dem Urin (Hämaturie)
- Schmerzen im Brustkorb
- Gesichtsödem
- Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
- Schüttelfrost
- Erhöhte Nierenwerte (Kreatinin) im Blut
- Darmentzündung im Zusammenhang mit Antibiotika-Therapie
- Knochenmarkversagen
- Lymphknotenschwellung
- Eosinophilie (erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen)
- Allergische Reaktionen
- Nebennierenunterfunktion
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) durch Medikamente
- Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hirnödem)
- Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie)
- Störung der unbewussten Bewegungsabläufe mit Zittern, evtl. Fallneigung
- Lokale Nervenleiden (periphere Neuropathie)
- Störung der Bewegungskoordination (Ataxie)
- Geschmacksstörung
- Taubheitsgefühl
- Augenentzündung
- Hörminderung
- Drehschwindel
- Ohrengeräusche (Tinnitus)
- Rhythmusstörung des Herzens mit stark beschleunigtem Herzschlag in der Herzkammer (Kammerflimmern)
- Entzündung von Venen durch Blutpfropf (Thrombophlebitis)
- Bauchfellentzündung
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Schleimhautentzündungen von Magen und Dünndarm
- Zungenentzündung
- Leberversagen
- Entzündungen der Gallenblase
- Gallensteinleiden
- Lokaler Gewebezerfall der Haut/blasigen Ablösungen (Stevens-Johnson-Syndrom)
- Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung
- Nesselausschlag
- Gelenkentzündungen
- Knochenhautentzündung
- Nierenentzündung
- Grippeähnliche Symptome
- Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
- Erhöhter Blutharnstoff
- Erhöhtes Cholesterin
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?
Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Herzerkrankungen, wie:
- Abweichung im EKG (Verlängerung der QT-Dauer)
- Herzmuskelerkrankungen
- Herzschwäche
- Pulserniedrigung
- Herzrhythmusstörungen
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Störungen des Salzhaushaltes, wie:
- Kaliummangel
- Magnesiummangel
- Kalziummangel
- Mögliche Gefahr einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, z.B. bei vorangegangener Chemotherapie oder Stammzelltransplantation
Das Arzneimittel darf nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Lagerungsanforderungen
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
- Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.
- Vorsicht bei Allergie gegen Pilzmittel (z.B. Fluconazol, Voriconazol, Posaconazol, Itraconazol)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Auf Grapefruit sowie Grapefruit-Zubereitungen soll während der Behandlung mit dem Medikament vollständig verzichtet werden.
Pilzbefall innerer Organe (systemische Mykosen)
Was ist das? - Definition Ein Pilzbefall innerer Organe ist eine ernstzunehmende Infektion, bei der krankmachende Pilze über das Blut oder die Lymphe in innere Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn gelangen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Erkrankung kann lebensbedrohlich verlaufen und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung.
Krankheitsbild
Pilzinfektionen der inneren Organe werden als systemische Mykosen bezeichnet. Anders als harmlose Haut- oder Schleimhautpilze breiten sich diese Erreger im gesamten Körper aus. Häufige Auslöser sind Hefepilze wie Candida oder Schimmelpilze wie Aspergillus. Die Pilze gelangen meist über die Atemwege oder den Verdauungstrakt in den Körper und können sich über das Blut in lebenswichtige Organe ausbreiten. Besonders betroffen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Chemotherapie, Organtransplantationen oder bestimmte chronische Erkrankungen.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind oft unspezifisch und hängen davon ab, welches Organ betroffen ist. Das macht die Diagnose schwierig. Typische Beschwerden können sein:
- Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht
- anhaltende Müdigkeit und Schwäche
- Husten, Atemnot oder Brustschmerzen bei Lungenbefall
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bei Darm- oder Leberbeteiligung
- Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder neurologische Ausfälle bei Befall des Gehirns
Die Erkrankung kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Ohne Behandlung schreitet sie meist rasch fort und kann zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ein Pilzbefall innerer Organe lebensbedrohlich werden. Die Pilze zerstören Gewebe, stören Organfunktionen und können eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Besonders gefährlich ist der Befall des zentralen Nervensystems oder der Lunge. Auch nach erfolgreicher Behandlung können bleibende Schäden zurückbleiben, etwa an der Lunge oder am Gehirn. Bei immungeschwächten Patienten besteht zudem ein hohes Rückfallrisiko.
Ursachen/Risikofaktoren
Pilze sind überall in unserer Umwelt vorhanden. Gesunde Menschen kommen täglich mit ihnen in Kontakt, ohne zu erkranken. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, können sie sich unkontrolliert vermehren und in den Körper eindringen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Krebserkrankungen und Chemotherapien, Organtransplantationen und Einnahme von Immunsuppressiva, HIV oder andere Immunschwächen und Diabetes. Auch lange Antibiotikatherapien und intensivmedizinische Behandlungen mit Beatmung oder Kathetern erhöhen das Risiko. Frühgeborene oder ältere Menschen sind anfälliger für Pilzerkrankungen der inneren Organe.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antipilzmitteln. Wichtige Wirkstoffgruppen sind Azole, Echinocandine und Amphotericin B. Die Wahl hängt vom Erreger und dem betroffenen Organ ab. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.Das kann man selbst tun: Das Immunsystem durch gesunde Ernährung, Hygiene und Vermeidung unnötiger Antibiotika stärken. Bei ersten Anzeichen wie anhaltendem Fieber oder Schwäche sollte man jedoch unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich und kann lebensgefährlich sein.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Sepsis
Was ist das? - Definition Eine Sepsis ist eine schwere Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Sie entsteht, wenn Erreger oder deren Stoffe das Immunsystem überfordern und Organe gefährdet werden. Die Erkrankung entwickelt sich oft sehr schnell und ist ein medizinischer Notfall. Eine frühzeitige Behandlung kann lebensrettend sein.
Krankheitsbild
Bei einer Sepsis gerät das Abwehrsystem aus dem Gleichgewicht. Ausgelöst durch eine örtliche Infektion breiten sich Bakterien oder deren Stoffe im Körper aus. Dies führt zu Entzündungsreaktionen, die Organe schädigen können. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand oft innerhalb kurzer Zeit.
Symptome/Verlauf
Eine Sepsis beginnt häufig mit allgemeinen Krankheitszeichen, die jedoch rasch ernster werden. Typische Hinweise sind hohes Fieber oder im Gegenteil ungewöhnlich niedrige Temperatur, starke Schmerzen und ein intensives Krankheitsgefühl. Warnsignale sind zum Beispiel:
- Beschleunigter Puls und schnelle Atmung
- Verwirrtheit, Benommenheit oder ungewöhnliche Müdigkeit
- Blasse fleckige oder kalte Haut
Der Verlauf kann innerhalb weniger Stunden kritisch werden.
Folgen/Komplikationen
Ohne eine sofortige Behandlung droht durch eine Sepsis schweres Organversagen. Herz, Lunge, Niere oder Gehirn können betroffen sein. In manchen Fällen entwickelt sich ein septischer Schock, bei dem der Kreislauf zusammenbricht. Auch nach überstandener Erkrankung können langfristige Schäden bestehen bleiben, etwa anhaltende Schwäche oder Konzentrationsprobleme.
Ursachen/Risikofaktoren
Jede Infektion kann zu einer Sepsis werden, wenn sie nicht ausreichend medizinisch versorgt wird. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen, geschwächtem Immunsystem, offenen Wunden oder nach Operationen. Auch schwere Lungen-, Harn- oder Bauchrauminfektionen gehören zu den häufigen Auslösern.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann sofort eine Behandlung mit passenden Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen beginnen, um die Organe zu stabilisieren.
Das kann man selbst tun: Jede Infektion ernst nehmen und bei Verdacht auf eine Verschlechterung rasch medizinische Hilfe suchen. Grenzen bestehen, wenn sich der Zustand schnell verschlechtert oder typische Warnzeichen auftreten. Dann ist sofortige ärztliche Versorgung zwingend erforderlich.
Bearbeitungsstand: 02.04.2026
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Pilzbefall der Haut mit Fadenpilzen (Dermatophyten)
Was ist das? - Definition Dermatophytosen sind Pilzinfektionen der Haut, die durch sogenannte Fadenpilze verursacht werden. Diese Pilze befallen bevorzugt die oberste Hautschicht, Nägel oder Haare und ernähren sich vom Hornstoff Keratin. Die Erkrankung ist ansteckend und tritt häufig an Füßen, Händen oder in Hautfalten auf. Sie heilt meist gut, kann aber hartnäckig verlaufen.
Krankheitsbild
Fadenpilze, auch Dermatophyten genannt, sind spezialisierte Hautpilze, die sich vom Keratin abgestorbener Hautzellen ernähren. Sie dringen in die Hornschicht der Haut ein und verursachen dort eine lokale Entzündung. Die Erkrankung wird je nach betroffener Körperstelle als Tinea bezeichnet, zum Beispiel Tinea pedis (Fußpilz) oder Tinea corporis (Rumpf). Dermatophytosen sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Hautinfektionen. Sie sind ansteckend und können durch direkten Hautkontakt oder über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Schuhe oder Böden übertragen werden.
Symptome/Verlauf
Die Symptome hängen von der betroffenen Körperregion ab, zeigen aber typische Merkmale:
- gerötete, schuppende Hautstellen mit scharfem Rand
- Juckreiz, Brennen oder Spannungsgefühl
- kreisförmige, sich ausbreitende Hautveränderungen (Ringelflechte)
- Bläschenbildung oder Nässen, besonders an den Füßen
- brüchige, verdickte oder verfärbte Nägel bei Nagelpilz
Die Infektion beginnt meist lokal und kann sich ohne Behandlung ausbreiten. Besonders Fuß- und Nagelpilz verlaufen oft chronisch. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankung schwerer verlaufen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt breitet sich der Pilz mitunter auf andere Körperstellen oder Personen aus. Es kann zu bakteriellen Zusatzinfektionen kommen, wenn die Haut durch Kratzen verletzt wird. Bei Nagelbefall kann der Nagel dauerhaft geschädigt werden. In seltenen Fällen entsteht eine tiefergehende Infektion, insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Immunschwäche. Auch psychische Belastungen durch sichtbare Hautveränderungen kommen vor.
Ursachen/Risikofaktoren
Fadenpilze gedeihen besonders gut in feuchtwarmer Umgebung. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen enge oder luftundurchlässige Kleidung und Schuhe, vermehrtes Schwitzen und Besuche in Schwimmbädern, Saunen oder Umkleiden ohne Badeschlappen. Zudem begünstigen ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes, Hautverletzungen oder chronische Hauterkrankungen eine Infektion. Das Risiko erhöht ebenfalls der Kontakt mit infizierten Personen oder Haustieren. Mangelnde Hygiene oder das Teilen von Handtüchern und Schuhen begünstigt zusätzlich die Übertragung.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann eine Dermatophytose mit antimykotischen Cremes, Sprays oder Tabletten behandeln. Zu den wichtigen Wirkstoffgruppen zählen Azole, Allylamine und Ciclopirox. Bei Nagelpilz kann eine langfristige Therapie notwendig sein.
Das kann man selbst tun: Eine gute Hygiene, das Trocknen der Haut nach dem Duschen und das Tragen atmungsaktiver Kleidung beugen vor. In öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Sauen sind Badeschlappen wichtig. Wenn die Infektion nicht abheilt, sich ausbreitet oder Nägel betroffen sind, sollte man ärztliche Hilfe suchen. Eine Selbstbehandlung reicht dann nicht mehr aus.
Bearbeitungsstand: 17.11.2025
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.